Alain Berset

Alain Berset (2012)

Alain Berset (* 9. April 1972 in Freiburg; heimatberechtigt in Misery-Courtion) ist ein Schweizer Politiker (SP) und seit 2012 Bundesrat. Er steht dem Eidgenössischen Departement des Innern (EDI) vor. Im Amtsjahr 2017 ist er Vizepräsident des Bundesrats, dem er 2018 als Präsident vorstehen wird.

Leben, Ausbildung, Berufstätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berset verbrachte seine Jugend im Belfaux in Kanton Freiburg.[1] Er besuchte die Mittelschule in Freiburg und studierte an der Universität Neuenburg, wo er sein Studium 1996 mit einem Lizentiat in Politikwissenschaft (Lic. ès sc. pol.) respektive 2005 mit einem Doktorat in Wirtschaftswissenschaften abschloss.

Von 1996 bis 2000 war er Assistent und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Neuenburg und danach bis 2001 Gastforscher am HWWA-Institut für Wirtschaftsforschung in Hamburg. Ab 2006 war er als selbständiger Strategie- und Kommunikationsberater tätig.

Er ist verheiratet und Vater von drei Kindern.[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alain Berset entstammt einer SP-Familie. Bereits sein Grossvater und auch seine Mutter amtierten auf Kantonsebene für die sozialdemokratische Partei. Sie gehörten beide dem Freiburgischen Kantonsparlament, dem Grossen Rat, an.[1] Von 2000 bis 2004 war Alain Berset Mitglied des Verfassungsrats des Kantons Freiburg, wo er die SP-Fraktion präsidierte. Von 2001 bis 2003 vertrat er die SP im Generalrat in Belfaux. Zudem war er politischer Berater des Neuenburger Volkswirtschaftsdirektors Bernard Soguel.[3]

Bei den Wahlen 2003 wurde Berset als Vertreter des Kantons Freiburg als jüngstes Mitglied der Kleinen Kammer in den Ständerat gewählt.[4] Er setzte sich im zweiten Wahlgang gegen den bisherigen Standesvertreter, Jean-Claude Cornu (FDP) durch. Im Dezember 2005 wurde er Vizepräsident der sozialdemokratischen Fraktion der Bundesversammlung. Bei den Wahlen 2007 verfehlte er im ersten Wahlgang das absolute Mehr. Da seine Konkurrenten (darunter erneut Cornu) aber darauf verzichteten, im zweiten Wahlgang anzutreten, wurde Berset in stiller Wahl für vier weitere Jahre bestätigt.[5] 2008/2009 war er Ständeratspräsident.[2] Bei den eidgenössischen Wahlen 2011 wurde er im ersten Wahlgang als Ständerat wieder gewählt.[6]

Bei den Bundesratswahlen im Dezember 2011 wurde er als einer der beiden offiziellen SP-Kandidaten als Nachfolger der zurücktretenden Bundesrätin Micheline Calmy-Rey im zweiten Wahlgang mit 126 Stimmen, bei einem absoluten Mehr von 123 Stimmen, als 115. Bundesrat der Schweiz gewählt.[7] Er trat sein Amt am 1. Januar 2012 als Vorsteher des Departements des Innern EDI an, während sein Vorgänger Didier Burkhalter im EDI Nachfolger Calmy-Reys im Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) wurde.[8] Bei den Bundesratswahlen im Dezember 2015 wurde er mit 210 Stimmen wiedergewählt. Am 6. Dezember 2017 wurde Berset mit 190 von 210 gültigen Stimmen zum Bundespräsidenten für das Amtsjahr 2018 gewählt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Alain Berset – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ab Der rosarote Mittelstreckenläufer. Der Freiburger Alain Berset wird neuer Ständeratspräsident. In: Neue Zürcher Zeitung. 1. Dezember 2008; abgerufen am 14. Dezember 2011.
  2. ab Bundesrat Alain Berset. Vorsteher des Eidgenössischen Departements des Innern EDI. Abgerufen am 29. Januar 2017.
  3. Polittalent vs. pragmatischer Romand. In: Tages-Anzeiger. 25. November 2011; abgerufen am 14. Dezember 2011.
  4. Alain Berset: Vielleicht diesmal ganz vorne. In: SR DRS. Abgerufen am 14. Dezember 2011.
  5. Kanton Freiburg. Ständerat. 2 Sitze (2007). Bundesamt für Statistik; abgerufen am 14. Dezember 2011.
  6. Kanton Freiburg. Ständerat. 2 Sitze (2011). Bundesamt für Statistik; abgerufen am 14. Dezember 2011.
  7. Gesamterneuerungswahl des Bundesrates vom 14. Dezember 2011. Die Bundesversammlung – Das Schweizer Parlament; abgerufen am 14. Dezember 2011.
  8. Burkhalter wird Aussen-, Berset Innenminister. In: Tages-Anzeiger. 16. Dezember 2011. Abgerufen am 16. Dezember 2011.
Vorgängerin Amt Nachfolger
Micheline Calmy-Rey Mitglied im Schweizer Bundesrat
seit 2012
Alain Berset (2012)

Alain Berset (* 9. April 1972 in Freiburg; heimatberechtigt in Misery-Courtion) ist ein Schweizer Politiker (SP) und seit 2012 Bundesrat. Er steht dem Eidgenössischen Departement des Innern (EDI) vor. Im Amtsjahr 2017 ist er Vizepräsident des Bundesrats, dem er 2018 als Präsident vorstehen wird.

Leben, Ausbildung, Berufstätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berset verbrachte seine Jugend im Belfaux in Kanton Freiburg.[1] Er besuchte die Mittelschule in Freiburg und studierte an der Universität Neuenburg, wo er sein Studium 1996 mit einem Lizentiat in Politikwissenschaft (Lic. ès sc. pol.) respektive 2005 mit einem Doktorat in Wirtschaftswissenschaften abschloss.

Von 1996 bis 2000 war er Assistent und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Neuenburg und danach bis 2001 Gastforscher am HWWA-Institut für Wirtschaftsforschung in Hamburg. Ab 2006 war er als selbständiger Strategie- und Kommunikationsberater tätig.

Er ist verheiratet und Vater von drei Kindern.[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alain Berset entstammt einer SP-Familie. Bereits sein Grossvater und auch seine Mutter amtierten auf Kantonsebene für die sozialdemokratische Partei. Sie gehörten beide dem Freiburgischen Kantonsparlament, dem Grossen Rat, an.[1] Von 2000 bis 2004 war Alain Berset Mitglied des Verfassungsrats des Kantons Freiburg, wo er die SP-Fraktion präsidierte. Von 2001 bis 2003 vertrat er die SP im Generalrat in Belfaux. Zudem war er politischer Berater des Neuenburger Volkswirtschaftsdirektors Bernard Soguel.[3]

Bei den Wahlen 2003 wurde Berset als Vertreter des Kantons Freiburg als jüngstes Mitglied der Kleinen Kammer in den Ständerat gewählt.[4] Er setzte sich im zweiten Wahlgang gegen den bisherigen Standesvertreter, Jean-Claude Cornu (FDP) durch. Im Dezember 2005 wurde er Vizepräsident der sozialdemokratischen Fraktion der Bundesversammlung. Bei den Wahlen 2007 verfehlte er im ersten Wahlgang das absolute Mehr. Da seine Konkurrenten (darunter erneut Cornu) aber darauf verzichteten, im zweiten Wahlgang anzutreten, wurde Berset in stiller Wahl für vier weitere Jahre bestätigt.[5] 2008/2009 war er Ständeratspräsident.[2] Bei den eidgenössischen Wahlen 2011 wurde er im ersten Wahlgang als Ständerat wieder gewählt.[6]

Bei den Bundesratswahlen im Dezember 2011 wurde er als einer der beiden offiziellen SP-Kandidaten als Nachfolger der zurücktretenden Bundesrätin Micheline Calmy-Rey im zweiten Wahlgang mit 126 Stimmen, bei einem absoluten Mehr von 123 Stimmen, als 115. Bundesrat der Schweiz gewählt.[7] Er trat sein Amt am 1. Januar 2012 als Vorsteher des Departements des Innern EDI an, während sein Vorgänger Didier Burkhalter im EDI Nachfolger Calmy-Reys im Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) wurde.[8] Bei den Bundesratswahlen im Dezember 2015 wurde er mit 210 Stimmen wiedergewählt. Am 6. Dezember 2017 wurde Berset mit 190 von 210 gültigen Stimmen zum Bundespräsidenten für das Amtsjahr 2018 gewählt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Alain Berset – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ab Der rosarote Mittelstreckenläufer. Der Freiburger Alain Berset wird neuer Ständeratspräsident. In: Neue Zürcher Zeitung. 1. Dezember 2008; abgerufen am 14. Dezember 2011.
  2. ab Bundesrat Alain Berset. Vorsteher des Eidgenössischen Departements des Innern EDI. Abgerufen am 29. Januar 2017.
  3. Polittalent vs. pragmatischer Romand. In: Tages-Anzeiger. 25. November 2011; abgerufen am 14. Dezember 2011.
  4. Alain Berset: Vielleicht diesmal ganz vorne. In: SR DRS. Abgerufen am 14. Dezember 2011.
  5. Kanton Freiburg. Ständerat. 2 Sitze (2007). Bundesamt für Statistik; abgerufen am 14. Dezember 2011.
  6. Kanton Freiburg. Ständerat. 2 Sitze (2011). Bundesamt für Statistik; abgerufen am 14. Dezember 2011.
  7. Gesamterneuerungswahl des Bundesrates vom 14. Dezember 2011. Die Bundesversammlung – Das Schweizer Parlament; abgerufen am 14. Dezember 2011.
  8. Burkhalter wird Aussen-, Berset Innenminister. In: Tages-Anzeiger. 16. Dezember 2011. Abgerufen am 16. Dezember 2011.
Vorgängerin Amt Nachfolger
Micheline Calmy-Rey Mitglied im Schweizer Bundesrat
seit 2012
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