Bartholomäuskirche (Bielefeld-Brackwede)

Koordinaten: 51° 59′ 18,9″ N, 8° 30′ 50,1″ O

Die evangelische Bartholomäuskirche in Bielefeld-Brackwede

Die Bartholomäuskirche ist eine evangelisch-lutherische Pfarrkirche im Bielefelder Stadtbezirk Brackwede. Sie ist nach dem Apostel Bartholomäus benannt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ursprüngliche Kirche St. Bartholomäus in Brackwede wurde 1216 erstmals urkundlich erwähnt, als der Bischof von Paderborn Kauf und Nutzung kirchlicher Güter bestätigte. Ein genaues Datum der Fertigstellung der Kirche ist nicht bekannt, jedoch wird davon ausgegangen, dass der Turm im Westen aus dem 15. Jahrhundert stammte, der Ostteil der Kirche aus dem Jahr 1660. Die Maße dieses einschiffigen Baus betrugen etwa 11,8 m in der Breite und 19,2 m in der Länge. Seit 1533 wurde die Kirche protestantisch genutzt.

Aufgrund des Bevölkerungswachstums im Laufe des 19. Jahrhunderts beschloss man einen Neubau in neugotischem Stil und entsprechend dem Eisenacher Regulativ, der mit der Grundsteinlegung am 15. Mai 1891 begann und am 3. April 1892 abgeschlossen wurde. Der Turm wurde nicht erneuert. Modernisierungen waren 1913 der Einbau einer Dampfheizung, die 1962 modernisiert wurde, sowie 1920 die Umstellung von Gas- auf Elektrobeleuchtung.

Am 21. Februar 1990 brannte die gesamte Kirche bis auf die Außenmauern ab. Man entschied sich zu einem historisierenden Neubau, so dass die Kirche ihr äußeres Erscheinungsbild bewahrt hat. Architekt war Fritz K. Wachtmann. In der Kirche haben sich nur wenige ältere Ausstattungsstücke erhalten, darunter der Taufstein von 1685, zwei Reliefs mit der Darstellung der Verkündigung und der Kreuzigung, die vermutlich 1603 entstanden sind, und das neugotische Altarbild von 1892.

Die Kirche ist denkmalgeschützt und somit in der Denkmalliste der Stadt Bielefeld eingetragen (Nr. 135). Sie befindet sich im Hauptgeschäftszentrum des Stadtteils und bildet die Kulisse für regelmäßige Veranstaltungen wie den Schweinemarkt oder die Glückstalertage.

Die Kirche entspricht dem Muster einer Hallenkirche. Besonders auffällig sind die von Raphael Seitz gestalteten Fenster und die von Rowan West erbaute Orgel, sie wurden nach dem Brand nicht mehr genutzt. An der Nordwestseite der Kirche sind die Glocken aus dem Jahr 1924 ausgestellt. Direkt südlich der Kirche befindet sich die Bahn- und Bushaltestelle „Brackwede Kirche“. In Bielefeld gibt es auch eine katholische Kirche St. Bartholomäus.

Zur Ausstattung gehört ein von Peter Nagel geschaffenes Chorkreuz. Er entwarf ebenso die Altarleuchter.[1]

Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die große Orgel wurde 1994 von dem Orgelbauer Rowan West (Ahrweiler) erbaut. Das Instrument ist als westfälische Stilorgel in der Tradition des Orgelbauers Johann Patroclus Möller konzipiert und wurde in großer Anlehnung an die Orgel in der Abteikirche Marienmünster erbaut. Die Orgel hat 44 Register auf drei Manualwerken und Pedal.[2]

I Rückpositiv C–g
1. Praestant 8′
2. Gedect 8′
3. Octav 4′
4. Rohrfloit 4′
5. Quinte 3′
6. Octav 2′
7. Waltfloit 2′
8. Sesquialter II
9. Mixtur IV
10. Fagott 16′
11. Hautbois 8′
Tremulant
II Hauptwerk C–g
12. Praestant 16′
13. Octav 8′
14. Gemshorn 8′
15. Violdigamb 8′
16. Quint 6′
17. Octav 4′
18. Duesfloit 4′
19. Quint 3′
20. Sesquialter III
21. Cornet Discant III
22. Mixtur V
23. Cymbal IV
24. Trompett 16′
25. Trompett 8′
26. Vox humana 8′
III Brustwerk C–g
27. Gedect 8′
28. Floit travers 4′
29. Nachthorn 4′
30. Principal 2′
31. Quint 112
32. Mixtur III
33. Krumhorn 8′
34. Schalmay 4′
Pedalwerk C–f
35. Praestant 16′
36. Subbaß 16′
37. Octav 8′
38. Gedect 8′
39. Octav 4′
40. Bauerfloit 1′
41. Mixtur IV
42. Posaune 16′
43. Trompett 8′
44. Trompett 4′

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Beckmann, Karl / Künnemeyer, Rolf: 1151-2001 Brackwede - Stationen einer 850-jährigen Geschichte. Verlag Thomas P. Kiper, Bielefeld 2001, ISBN 3-9803990-7-9.
  • Becker, Hans (Hrsg.): Brackwede - wie es war - wie es ist. heka-Verlag, Leopoldshöhe 1991, ISBN 3-928700-00-6.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Bartholomäuskirche. Ev.-luth. Kirchengemeinde Bartholomäus, abgerufen am 11. Oktober 2015.
  2. Nähere Informationen zur Orgel

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bartholomäuskirche (Bielefeld) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 51° 59′ 18,9″ N, 8° 30′ 50,1″ O

Die evangelische Bartholomäuskirche in Bielefeld-Brackwede

Die Bartholomäuskirche ist eine evangelisch-lutherische Pfarrkirche im Bielefelder Stadtbezirk Brackwede. Sie ist nach dem Apostel Bartholomäus benannt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ursprüngliche Kirche St. Bartholomäus in Brackwede wurde 1216 erstmals urkundlich erwähnt, als der Bischof von Paderborn Kauf und Nutzung kirchlicher Güter bestätigte. Ein genaues Datum der Fertigstellung der Kirche ist nicht bekannt, jedoch wird davon ausgegangen, dass der Turm im Westen aus dem 15. Jahrhundert stammte, der Ostteil der Kirche aus dem Jahr 1660. Die Maße dieses einschiffigen Baus betrugen etwa 11,8 m in der Breite und 19,2 m in der Länge. Seit 1533 wurde die Kirche protestantisch genutzt.

Aufgrund des Bevölkerungswachstums im Laufe des 19. Jahrhunderts beschloss man einen Neubau in neugotischem Stil und entsprechend dem Eisenacher Regulativ, der mit der Grundsteinlegung am 15. Mai 1891 begann und am 3. April 1892 abgeschlossen wurde. Der Turm wurde nicht erneuert. Modernisierungen waren 1913 der Einbau einer Dampfheizung, die 1962 modernisiert wurde, sowie 1920 die Umstellung von Gas- auf Elektrobeleuchtung.

Am 21. Februar 1990 brannte die gesamte Kirche bis auf die Außenmauern ab. Man entschied sich zu einem historisierenden Neubau, so dass die Kirche ihr äußeres Erscheinungsbild bewahrt hat. Architekt war Fritz K. Wachtmann. In der Kirche haben sich nur wenige ältere Ausstattungsstücke erhalten, darunter der Taufstein von 1685, zwei Reliefs mit der Darstellung der Verkündigung und der Kreuzigung, die vermutlich 1603 entstanden sind, und das neugotische Altarbild von 1892.

Die Kirche ist denkmalgeschützt und somit in der Denkmalliste der Stadt Bielefeld eingetragen (Nr. 135). Sie befindet sich im Hauptgeschäftszentrum des Stadtteils und bildet die Kulisse für regelmäßige Veranstaltungen wie den Schweinemarkt oder die Glückstalertage.

Die Kirche entspricht dem Muster einer Hallenkirche. Besonders auffällig sind die von Raphael Seitz gestalteten Fenster und die von Rowan West erbaute Orgel, sie wurden nach dem Brand nicht mehr genutzt. An der Nordwestseite der Kirche sind die Glocken aus dem Jahr 1924 ausgestellt. Direkt südlich der Kirche befindet sich die Bahn- und Bushaltestelle „Brackwede Kirche“. In Bielefeld gibt es auch eine katholische Kirche St. Bartholomäus.

Zur Ausstattung gehört ein von Peter Nagel geschaffenes Chorkreuz. Er entwarf ebenso die Altarleuchter.[1]

Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die große Orgel wurde 1994 von dem Orgelbauer Rowan West (Ahrweiler) erbaut. Das Instrument ist als westfälische Stilorgel in der Tradition des Orgelbauers Johann Patroclus Möller konzipiert und wurde in großer Anlehnung an die Orgel in der Abteikirche Marienmünster erbaut. Die Orgel hat 44 Register auf drei Manualwerken und Pedal.[2]

I Rückpositiv C–g
1. Praestant 8′
2. Gedect 8′
3. Octav 4′
4. Rohrfloit 4′
5. Quinte 3′
6. Octav 2′
7. Waltfloit 2′
8. Sesquialter II
9. Mixtur IV
10. Fagott 16′
11. Hautbois 8′
Tremulant
II Hauptwerk C–g
12. Praestant 16′
13. Octav 8′
14. Gemshorn 8′
15. Violdigamb 8′
16. Quint 6′
17. Octav 4′
18. Duesfloit 4′
19. Quint 3′
20. Sesquialter III
21. Cornet Discant III
22. Mixtur V
23. Cymbal IV
24. Trompett 16′
25. Trompett 8′
26. Vox humana 8′
III Brustwerk C–g
27. Gedect 8′
28. Floit travers 4′
29. Nachthorn 4′
30. Principal 2′
31. Quint 112
32. Mixtur III
33. Krumhorn 8′
34. Schalmay 4′
Pedalwerk C–f
35. Praestant 16′
36. Subbaß 16′
37. Octav 8′
38. Gedect 8′
39. Octav 4′
40. Bauerfloit 1′
41. Mixtur IV
42. Posaune 16′
43. Trompett 8′
44. Trompett 4′

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Beckmann, Karl / Künnemeyer, Rolf: 1151-2001 Brackwede - Stationen einer 850-jährigen Geschichte. Verlag Thomas P. Kiper, Bielefeld 2001, ISBN 3-9803990-7-9.
  • Becker, Hans (Hrsg.): Brackwede - wie es war - wie es ist. heka-Verlag, Leopoldshöhe 1991, ISBN 3-928700-00-6.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Bartholomäuskirche. Ev.-luth. Kirchengemeinde Bartholomäus, abgerufen am 11. Oktober 2015.
  2. Nähere Informationen zur Orgel

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bartholomäuskirche (Bielefeld) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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