Christian Mohr (Bildhauer)

Christian Mohr (* 15. April 1823 in Fornich, Andernach; † 13. September 1888 in Köln) war ein deutscher Bildhauer, Dombildhauer, Restaurator und Kunstschriftsteller.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christian Mohr wurde als eines von acht Kindern des Bauern und Gastwirts Johann Adam Mohr (1788–1841) und dessen Ehefrau Christina Mohr geborene Hirsch (1800–1848) geboren. Seit 1845 von Köln aus wirkend heiratete er 1853 die Tochter des Chemnitzer Schauspieldirektors Carl Ferdinand Graff, Caroline Emile Helene geborene Graff mit der er zwei Söhne und eine Tochter hatte.

Auf Empfehlung von Johann Claudius von Lassaulx wurde Christian Mohr als Absolvent des heimatlichen Progymnasiums und nach seiner um 1840 begonnenen dreijährigen Bildhauerlehre in Köln unter anderem mit der 1844 ausgeführten und erhaltenen Statue des Hl. Matthias in der Matthiaskapelle (Kobern-Gondorf) beauftragt, während er in Koblenz als Bildhauer tätig war.

Als Bildhauer und Inhaber einer Werkstatt in Köln zeichnete er im Zusammenhang mit dem Kölner Dom bis 1871 für mindestens 333 Plastiken verantwortlich zu denen die restaurierten Plastiken zuzurechnen sind.

Er blieb zeit seines Lebens von den Idealen des Klassizismus geprägt, arbeitete aber auch im Stil der Nazarener.[1] Sein Schwager war der Architekt Friedrich von Schmidt.

Bekannte Mitarbeiter oder Schüler von Christian Mohr waren Johann Degen, Otto Hansmann, Leo Müsch, Edmund Renard d. Ältere, Caspar Weis (1849–1930) und Anton Werres.

Christian Mohr wurde auf dem Kölner Melaten-Friedhof beigesetzt. Die Grabstätte existiert nicht mehr.[2]

Arbeiten und Entwürfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1844: Statue des Hl. Matthias in der Matthiaskapelle (Kobern-Gondorf) wobei ihm als Vorlage das Sebaldusgrab aus der Werkstatt von Peter Vischer der Ältere dient
  • Statuetten an der Tumba Konrads von Hochstaden im Kölner Dom (1846–1848)
  • Skulpturen an den Südquerhausportalen des Kölner Domes (1849–1871)
  • Wasserspeier und Auffangfiguren am Kölner Dom (1850–1853)
  • Neugotische Mariensäule in Eupen (1857)
  • Tafelaufsatz für den Prinzen Friedrich Wilhelm von Preußen und die Prinzessin Victoria von Sachsen-Coburg und Gotha (1857–1858)
  • Statuen für den Rahmen des ehemaligen Marienaltares im Kölner Dom (1859–1860)
  • Wettbewerbsmodelle zum Denkmal Friedrich Wilhelms III. für Köln (1862–1863)
  • Statuen am ehemaligen Siegesbrunnen in Lübeck (1874–1875)
  • Die Bowle im Ratssilber der Stadt Köln (1877)
  • Die Lünettenreliefs am ehemaligen Post- und Telegraphenamt in Münster (1878–1880)
  • Entwürfe von sieben Statuen am Rathaus in Aachen (Konrad II., Heinrich III., Friedrich der Schöne, Maximilian II., Matthias, Joseph I., Karl VI.), ausgeführt von den Aachener Bildhauern Carl Esser, Wilhelm Pohl und Lambert Piedboeuf (1881–1887)
  • Die Porträtplastik (1856–1879)
  • Vier Großfiguren der westlichen Portalvorhalle der Christuskirche in Hannover (um 1855)[3]
  • Marmorbüste des preußischen Unternehmers Franz Daniel Hölterhoff [4]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Kirchen von Köln. 1885
  • Köln in seiner Glanzzeit. 1885

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Walter Geis: Der Dombaubildhauer Christian Mohr 1823–1888. Dissertation, Bonn 1988
  • Walter Geis: Mohr, Christian. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 17, Duncker & Humblot, Berlin 1994, ISBN 3-428-00198-2, S. 705 f. (Digitalisat).
  • Hans Josef Böker: Die Portalskupturen der Christuskirche in Hannover: Ergänzungen zum Werk der Kölner Dombildhauer Christian Mohr, Peter Fuchs und Edmund Renard. In: Niederdeutsche Beiträge zur Kunstgeschichte 24 (1985), S. 185–200

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Christian Mohr – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „Nach dem von Sulpiz Boisserée entworfenen und vom Mainzer Domkapitel beschlossenen Programm fertigte der hochangesehene Münchener Bildhauer bereits 1847 Bleistiftzeichnungen für sämtliche Figuren an. Nach seinem Tode beauftragte man Christian Mohr aus Andernach mit der Ausführung. Sein Verdienst war es, die noch recht klassizistischen Entwürfe Schwanthalers in eine neugotische Formensprache übersetzt zu haben, die sich am Werk der in Rom lebenden deutschen Maler, vor allem Friedrich Overbecks, orientierte. Seine Skulpturen gelten als der Gipfel romantisch-nazarenischer Bildhauerkunst in Deutschland“ (Arnold Wolff).
  2. Josef Abt, Johann Ralf Beines, Celia Körber-Leupold: Melaten – Kölner Gräber und Geschichte. Greven, Köln 1997, ISBN 3-7743-0305-3, S. 154
  3. Hans Josef Böker: Die Portalskupturen der Christuskirche in Hannover: Ergänzungen zum Werk der Kölner Dombildhauer Christian Mohr, Peter Fuchs und Edmund Renard. In: Niederdeutsche Beiträge zur Kunstgeschichte 24 (1985), S. 188.
  4. Dr. Otto von Fisenne: Der Krayerhof ist im März 1984 zur Denkmalzone erklärt worden – Im 19. Jahrhundert erlebte er unter der Familie Hölterhoff eine Blütezeit. -
    in: Eifelverein (Hrsg.): Eifeljahrbuch 1986, Abb. S. 157

Christian Mohr (* 15. April 1823 in Fornich, Andernach; † 13. September 1888 in Köln) war ein deutscher Bildhauer, Dombildhauer, Restaurator und Kunstschriftsteller.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christian Mohr wurde als eines von acht Kindern des Bauern und Gastwirts Johann Adam Mohr (1788–1841) und dessen Ehefrau Christina Mohr geborene Hirsch (1800–1848) geboren. Seit 1845 von Köln aus wirkend heiratete er 1853 die Tochter des Chemnitzer Schauspieldirektors Carl Ferdinand Graff, Caroline Emile Helene geborene Graff mit der er zwei Söhne und eine Tochter hatte.

Auf Empfehlung von Johann Claudius von Lassaulx wurde Christian Mohr als Absolvent des heimatlichen Progymnasiums und nach seiner um 1840 begonnenen dreijährigen Bildhauerlehre in Köln unter anderem mit der 1844 ausgeführten und erhaltenen Statue des Hl. Matthias in der Matthiaskapelle (Kobern-Gondorf) beauftragt, während er in Koblenz als Bildhauer tätig war.

Als Bildhauer und Inhaber einer Werkstatt in Köln zeichnete er im Zusammenhang mit dem Kölner Dom bis 1871 für mindestens 333 Plastiken verantwortlich zu denen die restaurierten Plastiken zuzurechnen sind.

Er blieb zeit seines Lebens von den Idealen des Klassizismus geprägt, arbeitete aber auch im Stil der Nazarener.[1] Sein Schwager war der Architekt Friedrich von Schmidt.

Bekannte Mitarbeiter oder Schüler von Christian Mohr waren Johann Degen, Otto Hansmann, Leo Müsch, Edmund Renard d. Ältere, Caspar Weis (1849–1930) und Anton Werres.

Christian Mohr wurde auf dem Kölner Melaten-Friedhof beigesetzt. Die Grabstätte existiert nicht mehr.[2]

Arbeiten und Entwürfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1844: Statue des Hl. Matthias in der Matthiaskapelle (Kobern-Gondorf) wobei ihm als Vorlage das Sebaldusgrab aus der Werkstatt von Peter Vischer der Ältere dient
  • Statuetten an der Tumba Konrads von Hochstaden im Kölner Dom (1846–1848)
  • Skulpturen an den Südquerhausportalen des Kölner Domes (1849–1871)
  • Wasserspeier und Auffangfiguren am Kölner Dom (1850–1853)
  • Neugotische Mariensäule in Eupen (1857)
  • Tafelaufsatz für den Prinzen Friedrich Wilhelm von Preußen und die Prinzessin Victoria von Sachsen-Coburg und Gotha (1857–1858)
  • Statuen für den Rahmen des ehemaligen Marienaltares im Kölner Dom (1859–1860)
  • Wettbewerbsmodelle zum Denkmal Friedrich Wilhelms III. für Köln (1862–1863)
  • Statuen am ehemaligen Siegesbrunnen in Lübeck (1874–1875)
  • Die Bowle im Ratssilber der Stadt Köln (1877)
  • Die Lünettenreliefs am ehemaligen Post- und Telegraphenamt in Münster (1878–1880)
  • Entwürfe von sieben Statuen am Rathaus in Aachen (Konrad II., Heinrich III., Friedrich der Schöne, Maximilian II., Matthias, Joseph I., Karl VI.), ausgeführt von den Aachener Bildhauern Carl Esser, Wilhelm Pohl und Lambert Piedboeuf (1881–1887)
  • Die Porträtplastik (1856–1879)
  • Vier Großfiguren der westlichen Portalvorhalle der Christuskirche in Hannover (um 1855)[3]
  • Marmorbüste des preußischen Unternehmers Franz Daniel Hölterhoff [4]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Kirchen von Köln. 1885
  • Köln in seiner Glanzzeit. 1885

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Walter Geis: Der Dombaubildhauer Christian Mohr 1823–1888. Dissertation, Bonn 1988
  • Walter Geis: Mohr, Christian. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 17, Duncker & Humblot, Berlin 1994, ISBN 3-428-00198-2, S. 705 f. (Digitalisat).
  • Hans Josef Böker: Die Portalskupturen der Christuskirche in Hannover: Ergänzungen zum Werk der Kölner Dombildhauer Christian Mohr, Peter Fuchs und Edmund Renard. In: Niederdeutsche Beiträge zur Kunstgeschichte 24 (1985), S. 185–200

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Christian Mohr – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „Nach dem von Sulpiz Boisserée entworfenen und vom Mainzer Domkapitel beschlossenen Programm fertigte der hochangesehene Münchener Bildhauer bereits 1847 Bleistiftzeichnungen für sämtliche Figuren an. Nach seinem Tode beauftragte man Christian Mohr aus Andernach mit der Ausführung. Sein Verdienst war es, die noch recht klassizistischen Entwürfe Schwanthalers in eine neugotische Formensprache übersetzt zu haben, die sich am Werk der in Rom lebenden deutschen Maler, vor allem Friedrich Overbecks, orientierte. Seine Skulpturen gelten als der Gipfel romantisch-nazarenischer Bildhauerkunst in Deutschland“ (Arnold Wolff).
  2. Josef Abt, Johann Ralf Beines, Celia Körber-Leupold: Melaten – Kölner Gräber und Geschichte. Greven, Köln 1997, ISBN 3-7743-0305-3, S. 154
  3. Hans Josef Böker: Die Portalskupturen der Christuskirche in Hannover: Ergänzungen zum Werk der Kölner Dombildhauer Christian Mohr, Peter Fuchs und Edmund Renard. In: Niederdeutsche Beiträge zur Kunstgeschichte 24 (1985), S. 188.
  4. Dr. Otto von Fisenne: Der Krayerhof ist im März 1984 zur Denkmalzone erklärt worden – Im 19. Jahrhundert erlebte er unter der Familie Hölterhoff eine Blütezeit. -
    in: Eifelverein (Hrsg.): Eifeljahrbuch 1986, Abb. S. 157
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