Crichton-Vulcan

Vulcan Betrieb 1908.
Vulcan Werft und Werkstätten um 1920
Küstenpanzer Väinämöinen 1932
U-Boot Vesikko, 1934 von der finnischen Marine in Dienst gestellt
Crichton-Vulcan, Stapellauf der SS Bore 1938
2007, Aker Yards, Independence of the Seas im Baudock

Die Crichton-Vulcan Werft entstand im Jahr 1924 in Turku (Finnland) durch die Fusion der Aktiengesellschaften Crichton und Vulcan und bildete den Grundstein der finnischen Werftindustrie. 1975/76 wurde die Werft von Turku in den Stadtteil Perno verlegt und nach vielen Verkäufen und Fusionen entstand der Betrieb, der heute als Tochter der Meyer Werft vorwiegend Kreuzfahrtschiffe baut. Das ursprüngliche Gelände Crichton-Vulcan-Werft ist heute kein Industriestandort mehr.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine 1842 in Finnland gegründeten Gießerei und Metallwerkstatt wurde nach dem Krimkrieg von dem Schotten William Crichton übernommen. Der formte daraus eine Werft, die 1914 als Aktiengesellschaft Crichton firmierte.

Der Maschinenbetrieb und Werft Vulcan entstand aus der 1874 gegründeten Mekaniska Verkstad und wurde 1898 in die Aktiengesellschaft Vulcan überführt. 1911 beschäftigte der Vulcan rund 300 Mitarbeiter und erzielte einen Umsatz von 7,6 Mio. Finnmark. Der Vulcan war seit 1907 auch in St. Petersburg vertreten und produzierte u. a. Dampfmaschinen, Dieselmotoren sowie Pumpen.

Der Vulcandirektor Allan Staffans war maßgeblich an der 1924 erfolgten Fusion von Crichton und Vulcan beteiligt und wurde Vorstandsvorsitzender der Crichton-Vulcan Werft. 1938 wurden Lizenzen zum Bau von Krupp-Dieselmotoren erworben, für den Bau der Motoren wurden neue Montagehallen errichtet.

1938 wurde Crichton-Vulcan von Wärtsilä übernommen und 1939 mit dem benachbarten Boots- und Motorenbauer Andros fusioniert. 1971 wurde der Name der Werft in Wärtsilä Turku Werft geändert, inzwischen wurden rund 5500 Mitarbeiter beschäftigt und galt damit als der größte finnische Betrieb.

1975/76 wurde die Werft von Turku in den Stadtteil Perno verlegt, ein riesiges Trockendock mit 600 t Portalkran gebaut und der Betrieb wurde 1987 mit dem Valmet-Konzern zu Wärtsilä Marine fusioniert[1]. 1989 war die Betrieb pleite und wurde bald darauf vom Unternehmen Masa Yards und 1990 vom Kvaerner-Konzern übernommen und firmierte unter dem Namen Kværner Masa Yards.

Im Jahr 2000 wurde Kværner vom Konkurrenten Aker übernommen und in Aker Kværner umbenannt. Bald darauf wurden die Schiffbauaktivitäten mit Aker Finnyards Verschmolzen, woraus 2006 die Werftgruppe Aker Yards entstand.

2008 wurde der finnische Zweig der Werftgruppe mit den Werften in Turku, Rauma und Helsinki von dem südkoreanische Konzern STX Corporation übernommen und firmierte als STX Finland Cruise.

Die Werft in Turku wurde 2014/2015 erst zu 70 % und dann zu 100 % von der deutschen Meyer-Werft übernommen. Die Werft in Turku ist eine der größten Werften in Europa, hat eine Fläche von 144 Hektar und das Neubaudock misst 365 × 80 Meter und baut Post-Panamax Kreuzfahrtschiffe. In Turku sind rund 1350 Menschen beschäftigt.

Bauprogramm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Viele Schiffe wurden für russische Auftragnehmer gebaut. Einige Marineschiffe der Werft, u. a. zwei Küstenverteidigungsschiffe (Küstenpanzer) für die finnische Marine, wurden von der niederländischen Ingenieurskantoor voor Scheepsbouw (IvS) entworfen [2]und von Crichton-Vulcan gebaut. Die 3.900 Tonnen Ilmarinen (Schiff, 1934) und Väinämöinen wurden 1927 bestellt und 1931 bzw. 1932 ausgeliefert. Es waren die größten finnischen Marineschiffe.

1922 wurde mit dem Verteidigungsministerium über die Renovierung eines veralteten russischen U-Boots verhandelt. Da es in Finnland niemand mit U-Boote Know-how gab, wurde im Kontakt mit Deutschland die IvS eingeschaltet und ein geheimer Konstruktionsvertrag geschlossen. Die Entwürfe der U-Boote stammten vom IvS und 1927 wurden drei 720 t Boote nach dem Typ UB III bestellt und gebaut. Die CV 707, die spätere Vesikko, war der Prototyp der deutschen U-Boote U-Boot-Klasse II. Nach dem Stapellauf am 10. Mai 1933 erfolgten Probefahrten der Reichsmarine, am 30. April 1934 wurde es von der finnischen Marine in Dienst gestellt.

Weitere Neubauten der folgenden Jahre waren Behördenschiffe, Fährschiffe, Passagierschiffe und Eisbrecher. Nach der Verlegung der Werft 1975/76 wurden die Schiffe deutlich größer und zunehmend werden Passagierschiffe für die Kreuzschifffahrt und seit 2014 für die Meyer Werft gebaut[3].

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Crichton-Vulcan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Turku Repair Yard, abgerufen am 15. April 2018
  2. abgerufen am 15. April 2018
  3. [1] abgerufen am 15. April 2018
Vulcan Betrieb 1908.
Vulcan Werft und Werkstätten um 1920
Küstenpanzer Väinämöinen 1932
U-Boot Vesikko, 1934 von der finnischen Marine in Dienst gestellt
Crichton-Vulcan, Stapellauf der SS Bore 1938
2007, Aker Yards, Independence of the Seas im Baudock

Die Crichton-Vulcan Werft entstand im Jahr 1924 in Turku (Finnland) durch die Fusion der Aktiengesellschaften Crichton und Vulcan und bildete den Grundstein der finnischen Werftindustrie. 1975/76 wurde die Werft von Turku in den Stadtteil Perno verlegt und nach vielen Verkäufen und Fusionen entstand der Betrieb, der heute als Tochter der Meyer Werft vorwiegend Kreuzfahrtschiffe baut. Das ursprüngliche Gelände Crichton-Vulcan-Werft ist heute kein Industriestandort mehr.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine 1842 in Finnland gegründeten Gießerei und Metallwerkstatt wurde nach dem Krimkrieg von dem Schotten William Crichton übernommen. Der formte daraus eine Werft, die 1914 als Aktiengesellschaft Crichton firmierte.

Der Maschinenbetrieb und Werft Vulcan entstand aus der 1874 gegründeten Mekaniska Verkstad und wurde 1898 in die Aktiengesellschaft Vulcan überführt. 1911 beschäftigte der Vulcan rund 300 Mitarbeiter und erzielte einen Umsatz von 7,6 Mio. Finnmark. Der Vulcan war seit 1907 auch in St. Petersburg vertreten und produzierte u. a. Dampfmaschinen, Dieselmotoren sowie Pumpen.

Der Vulcandirektor Allan Staffans war maßgeblich an der 1924 erfolgten Fusion von Crichton und Vulcan beteiligt und wurde Vorstandsvorsitzender der Crichton-Vulcan Werft. 1938 wurden Lizenzen zum Bau von Krupp-Dieselmotoren erworben, für den Bau der Motoren wurden neue Montagehallen errichtet.

1938 wurde Crichton-Vulcan von Wärtsilä übernommen und 1939 mit dem benachbarten Boots- und Motorenbauer Andros fusioniert. 1971 wurde der Name der Werft in Wärtsilä Turku Werft geändert, inzwischen wurden rund 5500 Mitarbeiter beschäftigt und galt damit als der größte finnische Betrieb.

1975/76 wurde die Werft von Turku in den Stadtteil Perno verlegt, ein riesiges Trockendock mit 600 t Portalkran gebaut und der Betrieb wurde 1987 mit dem Valmet-Konzern zu Wärtsilä Marine fusioniert[1]. 1989 war die Betrieb pleite und wurde bald darauf vom Unternehmen Masa Yards und 1990 vom Kvaerner-Konzern übernommen und firmierte unter dem Namen Kværner Masa Yards.

Im Jahr 2000 wurde Kværner vom Konkurrenten Aker übernommen und in Aker Kværner umbenannt. Bald darauf wurden die Schiffbauaktivitäten mit Aker Finnyards Verschmolzen, woraus 2006 die Werftgruppe Aker Yards entstand.

2008 wurde der finnische Zweig der Werftgruppe mit den Werften in Turku, Rauma und Helsinki von dem südkoreanische Konzern STX Corporation übernommen und firmierte als STX Finland Cruise.

Die Werft in Turku wurde 2014/2015 erst zu 70 % und dann zu 100 % von der deutschen Meyer-Werft übernommen. Die Werft in Turku ist eine der größten Werften in Europa, hat eine Fläche von 144 Hektar und das Neubaudock misst 365 × 80 Meter und baut Post-Panamax Kreuzfahrtschiffe. In Turku sind rund 1350 Menschen beschäftigt.

Bauprogramm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Viele Schiffe wurden für russische Auftragnehmer gebaut. Einige Marineschiffe der Werft, u. a. zwei Küstenverteidigungsschiffe (Küstenpanzer) für die finnische Marine, wurden von der niederländischen Ingenieurskantoor voor Scheepsbouw (IvS) entworfen [2]und von Crichton-Vulcan gebaut. Die 3.900 Tonnen Ilmarinen (Schiff, 1934) und Väinämöinen wurden 1927 bestellt und 1931 bzw. 1932 ausgeliefert. Es waren die größten finnischen Marineschiffe.

1922 wurde mit dem Verteidigungsministerium über die Renovierung eines veralteten russischen U-Boots verhandelt. Da es in Finnland niemand mit U-Boote Know-how gab, wurde im Kontakt mit Deutschland die IvS eingeschaltet und ein geheimer Konstruktionsvertrag geschlossen. Die Entwürfe der U-Boote stammten vom IvS und 1927 wurden drei 720 t Boote nach dem Typ UB III bestellt und gebaut. Die CV 707, die spätere Vesikko, war der Prototyp der deutschen U-Boote U-Boot-Klasse II. Nach dem Stapellauf am 10. Mai 1933 erfolgten Probefahrten der Reichsmarine, am 30. April 1934 wurde es von der finnischen Marine in Dienst gestellt.

Weitere Neubauten der folgenden Jahre waren Behördenschiffe, Fährschiffe, Passagierschiffe und Eisbrecher. Nach der Verlegung der Werft 1975/76 wurden die Schiffe deutlich größer und zunehmend werden Passagierschiffe für die Kreuzschifffahrt und seit 2014 für die Meyer Werft gebaut[3].

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Crichton-Vulcan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Turku Repair Yard, abgerufen am 15. April 2018
  2. abgerufen am 15. April 2018
  3. [1] abgerufen am 15. April 2018
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Crichton-Vulcan aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.