Die Abenteuer des Telemach

Titelbild einer frühen Ausgabe des Télémaque

Les Aventures de Télémaque (dt. Die Abenteuer des Telemach) ist ein didaktischfiktionales Werk von François Salginac de la Mothe Fénelon, das erstmals 1699 veröffentlicht wurde. Es war im Frankreich des 18. und des 19. Jahrhunderts ein vielgelesenes Jugendbuch und gilt als ein wichtiger Bestandteil der beginnenden Aufklärung.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf seinen Reisen kommt Telemach in das Land Bátika, in dem er von dem dort lebenden Adoam einiges über die dortige Gesellschaft erfährt, die sich so fundamental von den anderen Gesellschaften unterscheidet.

So berichtet Adoam beispielsweise abschätzig über die anderen Völker, bei denen das Anhäufen von Gütern an erster Stelle steht: „Diese Völker sind sehr unglücklich, so viel Mühe und Arbeit darauf verwendet zu haben, sich selbst zu verderben! Dieser Überfluß erschlafft, berauscht und quält diejenigen, die ihn besitzen; er verlockt diejenigen, die denselben entbehren, ihn sich durch Ungerechtigkeiten und Gewalttaten zu verschaffen. Kann man den Überfluß, der nur dazu dient, die Menschen unglücklich zu machen, ein Gut nennen? … Führen sie ein freieres, ein ruhigeres, ein angenehmeres Leben? Im Gegenteil, sie müssen einer auf den anderen eifersüchtig sein, stets gequält werden von einem schändlichen und verderblichen Neid, stets in Unruhe leben …, da sie Sklaven so vieler eingebildeter Bedürfnisse sind, von denen sie ihr ganzes Glück abhängen lassen.“In Fénelons fiktionalem Bátika ist der Kapitalismus überwunden und es herrscht Gütergemeinschaft. Seine Bewohner leben in Freiheit und Frieden, weil es dort keine unnützen Reichtümer und trügerischen Vergnügungen gibt.

Auch Kriege sind überwunden und werden grundsätzlich in Frage gestellt: „Ereilt nicht der Tod schon die Menschen früh genug? Müssen sie sich noch einander gewaltsam töten?“ Die Menschen in Bátika lächeln, wenn man mit ihnen von Königen erzählt, die sich nicht wegen der Grenzen ihrer Länder einigen können. „Fürchtet man etwa“, fragen sie, „daß den Menschen die Erde fehlen wird? Es wird noch immer mehr da sein als sie bebauen können. Solange es noch herrenlose und unbebaute Länderstrecken gibt, würden wir sogar unsere eigenen nicht gegen Nachbarn verteidigen, die sich derselben bemächtigen wollen.“

Gewalt wird dort nicht nur gegen Menschen abgelehnt, sondern auch gegen Tiere: „Noch nie hat Menschenblut diesen Boden gerötet, kaum, daß man das Blut der Lämmer hat fließen sehen.“

Das Volk von Bátika lebt wieder in einem Zustand wie vor dem Geisterfall und erinnert zuweilen auch an Platons Gastmahl, wenn es dort etwa heißt: „Der Mann und die Frau scheinen nur eine einzige Person in zwei verschiedenen Körpern zu sein.“

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Helmut Swoboda (Herausgeber): Der Traum vom besten Staat. Texte aus Utopien von Platon bis Morris. Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 1987 (3. Auflage), S. 218ff
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