Die Trachinierinnen

Lichas (rechts) überbringt dem Herakles (links mit Löwenfell in der Hand) das Gewand des Nessus. Kupferstich von Hans Sebald Beham, um 1542–1548

Die Trachinierinnen (altgriechisch Τραχίνιαι Trachíniai) ist eine griechische Tragödie von Sophokles. Kern der Handlung ist der Tod des Herakles. Das Stück spielt in der namensgebenden griechischen Stadt Trachis, aus der die Sängerinnen des Chors stammen. Entstehungs- und Aufführungsdaten sind unbekannt und unter Forschern seit Beginn der Klassischen Altertumswissenschaft umstritten. Allgemein wird davon ausgegangen, dass es sich um ein Frühwerk des Dichters handelt. Auffällig sind auch teils wörtliche, teils thematische Übereinstimmungen mit Werken von Euripides, insbesondere mit seiner Alkestis.[1]

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hans Sebald Beham: Herkules auf dem Scheiterhaufen

Deïaneira, Herakles' Frau, hat von ihrem Gatten seit über einem Jahr keine Nachricht erhalten. Ein Orakel hat ihr mit den Worten, kein Lebender könne Herakles das Leben nehmen, einen Hinweis auf seinen Tod gegeben und sie in eine zweifelsvolle Lage gebracht. Sie entsendet ihren Sohn Hyllos auf die Suche nach seinem Vater. Als er ihn findet, trifft Herakles' Diener Lichas bei Deïaneira ein. Er behauptet, dass sein Herr die Stadt Oichalia belagert habe, um sich am dortigen König Eurytos zu rächen. Doch bald erfährt Deïaneira den wahren Grund von Herakles' Feldzug: Dies geschah, um Eurytos' Tochter Iole als Nebenfrau nach Hause zu entführen.

In der Hoffnung, den untreuen Herakles zurückzugewinnen, tränkt die eifersüchtige Deïaneira ein Hemd mit dem Blut von Nessos, der einstmals bei einem Versuch, sie zu vergewaltigen, von Herakles getötet wurde. Sie weiß aber nicht, dass das Blut des Kentauren vergiftet ist, da es ursprünglich von der Hydra stammt. Lichas übergibt das Hemd seinem Herrn. Hyllos beschuldigt seine Mutter und berichtet ihr, sein Vater sei unter höllischen Schmerzen gestorben, nachdem das Gift seine Haut verbrannt hat. Voller Verzweiflung und Scham erdolcht sich Deïaneira.

Hyllos kehrt zu Herakles zurück, der noch im Todeskampf liegt, in seiner Raserei Lichas erschlagen hat und nun seinem Sohn aufträgt, ihn auf dem Berg Öta zu verbrennen. Nur das todesbringende Feuer kann die Wirkung des Giftes lindern. Hyllos muss sich schließlich auch dem letzten Wunsch seines Vaters fügen, Iole zu heiraten. In der Schlussszene wird Herakles davongetragen, um lebendig verbrannt zu werden.

Das Thema von Deïaneiras Eifersucht erscheint unter anderem auch im neunten Brief von Ovids Heroides.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ernst-Richard Schwinge: Die Stellung der Trachinierinnen im Werk des Sophokles. Vandenhoeck & Ruprecht, 1962. (Online-Teilansicht)

Ausgaben und Übersetzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilhelm Schmid, Otto Stählin: Geschichte der griechischen Literatur. C.H. Beck, 1974.
  • K. Pöschl: Die „Trachinierinnen“ des Sophokles, ihre einheitliche Abfassung und Komposition. (Online)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wikisource: Originaltext – Quellen und Volltexte (griechisch)

* Aufführung im Theater Bonn

Lichas (rechts) überbringt dem Herakles (links mit Löwenfell in der Hand) das Gewand des Nessus. Kupferstich von Hans Sebald Beham, um 1542–1548

Die Trachinierinnen (altgriechisch Τραχίνιαι Trachíniai) ist eine griechische Tragödie von Sophokles. Kern der Handlung ist der Tod des Herakles. Das Stück spielt in der namensgebenden griechischen Stadt Trachis, aus der die Sängerinnen des Chors stammen. Entstehungs- und Aufführungsdaten sind unbekannt und unter Forschern seit Beginn der Klassischen Altertumswissenschaft umstritten. Allgemein wird davon ausgegangen, dass es sich um ein Frühwerk des Dichters handelt. Auffällig sind auch teils wörtliche, teils thematische Übereinstimmungen mit Werken von Euripides, insbesondere mit seiner Alkestis.[1]

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hans Sebald Beham: Herkules auf dem Scheiterhaufen

Deïaneira, Herakles' Frau, hat von ihrem Gatten seit über einem Jahr keine Nachricht erhalten. Ein Orakel hat ihr mit den Worten, kein Lebender könne Herakles das Leben nehmen, einen Hinweis auf seinen Tod gegeben und sie in eine zweifelsvolle Lage gebracht. Sie entsendet ihren Sohn Hyllos auf die Suche nach seinem Vater. Als er ihn findet, trifft Herakles' Diener Lichas bei Deïaneira ein. Er behauptet, dass sein Herr die Stadt Oichalia belagert habe, um sich am dortigen König Eurytos zu rächen. Doch bald erfährt Deïaneira den wahren Grund von Herakles' Feldzug: Dies geschah, um Eurytos' Tochter Iole als Nebenfrau nach Hause zu entführen.

In der Hoffnung, den untreuen Herakles zurückzugewinnen, tränkt die eifersüchtige Deïaneira ein Hemd mit dem Blut von Nessos, der einstmals bei einem Versuch, sie zu vergewaltigen, von Herakles getötet wurde. Sie weiß aber nicht, dass das Blut des Kentauren vergiftet ist, da es ursprünglich von der Hydra stammt. Lichas übergibt das Hemd seinem Herrn. Hyllos beschuldigt seine Mutter und berichtet ihr, sein Vater sei unter höllischen Schmerzen gestorben, nachdem das Gift seine Haut verbrannt hat. Voller Verzweiflung und Scham erdolcht sich Deïaneira.

Hyllos kehrt zu Herakles zurück, der noch im Todeskampf liegt, in seiner Raserei Lichas erschlagen hat und nun seinem Sohn aufträgt, ihn auf dem Berg Öta zu verbrennen. Nur das todesbringende Feuer kann die Wirkung des Giftes lindern. Hyllos muss sich schließlich auch dem letzten Wunsch seines Vaters fügen, Iole zu heiraten. In der Schlussszene wird Herakles davongetragen, um lebendig verbrannt zu werden.

Das Thema von Deïaneiras Eifersucht erscheint unter anderem auch im neunten Brief von Ovids Heroides.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ernst-Richard Schwinge: Die Stellung der Trachinierinnen im Werk des Sophokles. Vandenhoeck & Ruprecht, 1962. (Online-Teilansicht)

Ausgaben und Übersetzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilhelm Schmid, Otto Stählin: Geschichte der griechischen Literatur. C.H. Beck, 1974.
  • K. Pöschl: Die „Trachinierinnen“ des Sophokles, ihre einheitliche Abfassung und Komposition. (Online)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wikisource: Originaltext – Quellen und Volltexte (griechisch)

* Aufführung im Theater Bonn

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Die Trachinierinnen aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.