Emma Zimmer

Emma Anna Maria Zimmer, geborene Mezel (* 14. August 1888 in Haßmersheim[1]; † 20. September 1948 in Hameln) war eine deutsche KZ-Aufseherin und ab 1937 in mehreren Konzentrationslagern, unter anderem in Ravensbrück und Auschwitz-Birkenau, eingesetzt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Emma Zimmer war das älteste Kind des Apothekers Oscar Mezel und seiner Ehefrau Maria geb. Lang.[2] Sie gehörte dem Lagerpersonal des KZ Lichtenburg ab 1937 an. Von dort wurde sie in das neugebaute KZ Ravensbrück versetzt und war von 1939 bis 1942 als Oberaufseherin im Strafblock beschäftigt.[3] Zimmer war von Mitte 1940 bis Oktober 1942 stellvertretende Oberaufseherin und von März 1942 bis April 1942 Oberaufseherin im KZ Ravensbrück.[4] Ab Oktober 1942 war sie im Frauenblock des KZ Auschwitz-Birkenau tätig.[3] Wegen ihres brutalen und sadistischen Verhaltens Gefangenen gegenüber war sie berüchtigt.[5]

Zimmer war ab dem 1. Juli 1941 Mitglied der NSDAP.[6] Sie wurde im September 1943 mit dem Kriegsverdienstkreuz II. Klasse ohne Schwerter ausgezeichnet.[3] Ende 1943 wurde sie aus dem Konzentrationslagerdienst entlassen, ob altersbedingt oder aufgrund von Alkoholkonsum, ist nicht bekannt.[7] Sie wohnte seit Juni 1944 in Schlüchtern.

Im siebten Verfahren der Ravensbrück-Prozesse der britischen Besatzungsmacht wurde Emma Zimmer am 21. Juli 1948 in Hamburg zum Tod durch den Strang verurteilt und am 20. September 1948 im Zuchthaus Hameln hingerichtet.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ernst Klee: Auschwitz. Täter, Gehilfen und Opfer und was aus ihnen wurde. Ein Personenlexikon, S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2013, ISBN 978-3-10-039333-3.
  • Silke Schäfer: Zum Selbstverständnis von Frauen im Konzentrationslager. Das Lager Ravensbrück. Berlin 2002 (Dissertation als pdf)
  • Simone Erpel (Hrsg.): Im Gefolge der SS: Aufseherinnen des Frauen-KZ Ravensbrück. Begleitband zur Ausstellung. Berlin 2007, ISBN 978-3-938690-19-2.
  • Kathrin Kompisch: Täterinnen. Frauen im Nationalsozialismus, Böhlau Verlag, Köln 2008, ISBN 978-3-412-20188-3.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geburtsname, ort- und -datum nach Ernst Klee: Auschwitz. Täter, Gehilfen und Opfer und was aus ihnen wurde. Ein Personenlexikon, Frankfurt am Main 2013, S. 450
  2. Neues Archiv für die Geschichte der Stadt Heidelberg und der rheinischen Pfalz, Heidelberg 1913, Band X., S. 193
  3. abc Ernst Klee: Auschwitz. Täter, Gehilfen und Opfer und was aus ihnen wurde. Ein Personenlexikon, Frankfurt am Main 2013, S. 450
  4. ab Kathrin Kompisch: Täterinnen. Frauen im Nationalsozialismus, Köln 2008, S. 161
  5. Lotte Weiss: Meine zwei Leben: Erinnerungen einer Holocaust-Überlebenden. Lit, Münster 2010, ISBN 978-3-643-50225-4, S. 74
  6. Wolfram Lavern: KZ-Aufseherinnen-Parteigängerinnen der NSDAP?, in: Simone Erpel (Hrsg.): Im Gefolge der SS: Aufseherinnen des Frauen-KZ Ravensbrück. Begleitband zur Ausstellung. Berlin 2007, S. 39
  7. Kathrin Kompisch: Täterinnen. Frauen im Nationalsozialismus, Köln 2008, S. 168
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