Etsdorfer Kellergasse

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Die Etsdorfer Kellergasse liegt in der Katastralgemeine Etsdorf, als Teil der Marktgemeinde Grafenegg.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausgehend vom Ortszentrum von Etsdorf – in der Verlängerung der Oberen Marktstraße – erstreckt sich die beidseitig bebaute Kellergasse Richtung Norden. Das Bearbeitungsgebiet beginnt nach der Bahnüberquerung beim Treibhaus des Weinbauvereines und erstreckt sich bis zum Keller der Freiwilligen Feuerwehr. Topografisch liegt dieser gesamte Abschnitt in einem Hohlgraben und wird im letzten Drittel von einer Brücke der B34 Kamptalstraße überspannt.

Die Gesamtzahl aller Presshäuser im Bearbeitungsgebiet beträgt 44.

Besonderheiten der Presshäuser/Kellergasse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Etsdorfer Kellergasse ist etwas Besonderes. Während in vielen Kellergassen in den letzten Jahrzehnten so manche bauliche Kostbarkeiten verfielen und verfallene, sowie leerstehende Keller das Bild prägen, renovieren hier die Winzer seit Gedenken laufend mit viel Sorgfalt und gutem Gespür für ursprüngliche Bauweisen ihre traditionellen Weinlagerstätten. Laut eigenen Aussagen werden manche Presshäuser beinahe jedes Jahr, vor dem weit über die Grenzen NÖs hinaus bekanntem Kellergassenfest, frisch gefärbelt und herausgeputzt. Jedes Presshaus ist der ganze Stolz seines Besitzers.

Die Kellergasse hat nicht nur bei den Winzern einen besonderen Stellenwert, sie ist ein wichtiges kulturelles und touristisches Aushängeschild für die Großgemeinde Grafenegg – unmittelbar an das Ortszentrum anschließend.

Dieser Umstand der unmittelbaren Nähe zum Ortsgebiet ist sicher mit einer der Gründe für den guten optischen Gesamteindruck der Kellergasse. Zu dem kommt, dass die Besitzer viel Gespür und Wissen für typische und traditionelle Formen bei den Sanierungen zeigen. Sie nehmen Fachberatungen in Anspruch und stimmen ihre Maßnahmen mit den anderen Presshäusern und der Umgebung ab, was sich wiederum im überaus harmonischen äußeren Erscheinungsbild widerspiegelt.

Die Kellergasse liegt in einem Graben, die zwei Kellerzeilen liegen beidseitig erhöht über der Landesstraße und werden von zwei meist unbefestigten Begleitwegen begleitet. Die durchgehend schattige Bepflanzung mit Nussbäumen und Akazien auf der Böschung zur Landstraße und die abgestimmten Vorplätze und Sitzbereiche tragen ebenfalls zum stimmigen, unverwechselbaren Gesamtcharakter bei.

Die Versorgung von Strom und Wasser durch die Ortswasserleitung ist gegeben und der Kanalanschluss gibt die Möglichkeit zur Errichtung von WC Anlagen.

Die Presshäuser der Hobbywinzer sind im Einzelnen alle gleich aufgebaut. Der Keller besteht aus einem Stüberl, einem großzügigen Presshaus mit einer bereits historischen Baumpresse und einem langen Gewölbe. Seitlich befindet sich der Aufgang zum Kellerweingarten. Die Presshäuser der betrieblichen Winzer wurden im Innenbereich für eine zeitgemäße weinwirtschaftliche Produktion angepasst oder als Heurigenlokal adaptiert.

Am Eingang der Kellergasse begegnet einem eine ungewöhnliche und bunte Wächterin: Die „Weinberggeiß“, die im Jahre 1981 errichtet wurde und eine schwere Last bunter Reben auf ihrem Rücken trägt. Sie ist wichtigstes touristisches Erkennungsmerkmal der Kellergasse und gilt heute als eine Art heimliches Wahrzeichen des Ortes.

In geologischer Hinsicht weist Etsdorf vor allem Lehmböden auf, welche die Feuchtigkeit gut speichern können. Daneben gibt es teilweise aber auch leichtere Schotter- bzw. Sandböden. Eindeutig überwiegt das Weißweinangebot mit Grüner Veltliner und Rieslingsorten, am Rotweinsektor dominiert der Zweigelt.

Derzeitige Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktive Weinproduktion findet nach wie vor in den meisten Presshäusern statt. Es sind noch viele Vollerwerbsbetriebe vertreten.

Die Kellergasse Etsdorf, in unmittelbarer Nähe zum Schloss Grafenegg, wird stark weintouristisch genutzt. Das weitum beliebte Kellergassenfest im Juli ist schon seit mehr als einem Vierteljahrhundert ein Fixpunkt . Dabei stehen die Verkostungen diverser Qualitätsweine, hausgemachter Speisen und anderer Produkte im Vordergrund. In den Sommermonaten stimmen die einzelnen Heurigenbetriebe ihre Öffnungszeiten aufeinander ab, sodass ein durchgehend Ausschank gewährleistet ist.

Ein weiteres Fest ist im November die Weintaufe und die traditionelle Weinverkostung. In den letzten Jahren steigern sich gemeinsame Veranstaltungen, so beteiligen sich Winzer am Kamptaler Weinfrühling, auch Events im Advent finden statt. Ein bedeutendes Ereignis in der Kellergasse ist auch das jährliche FF Fest. Die FF hat am Ende der Kellergasse ihre eigenen Räumlichkeiten mit einem großzügigen Festplatz in Form einer schönen Wiesenfläche mit schattenspendenden Akazien. Gegenüber wurde ein in der Natur angepasster Spielplatz errichtet.

Die Kellergasse ist beliebtes Naherholungsgebiet für viele Bewohner. So führen Rad- und Wanderrouten, sowie der Jakobsweg durch die Kellergasse. Der Besuch des Spielplatzes, Joggen, Walken und Spazierengehen ist hier groß angesagt. Das Schloss Grafenegg ist nicht weit entfernt und zahlreiche Gäste kommen auch einfach „nur die Kellergasse anschauen“ oder Durchfahrende bleiben extra stehen.

Geplante Maßnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die einzelnen Veranstaltungen im Zuge des Nutzungskonzeptes waren gut besucht und es war stets ein stimmiges Miteinander spürbar. Dabei standen die Gemeinschaftsinteressen und  nie das Einzelinteresse im Vordergrund. Der Prozess wurde stark von der Gemeinde (Bürgermeister, Amtsleiter) unterstützt, die ebenfalls starkes Interesse haben, Verbesserungsarbeiten, vorwiegend an den Strassenböschungen, vorzunehmen.

Auf den ersten Blick erscheint der bauliche Gesamtzustand der Kellergasse als sehr gut. Viele der Presshäuser sind vorbildlich generalsaniert. Viele kaschieren aber durch laufende optische Maßnahmen dahinterliegende bauliche Mängel. Diese Keller sollen im Revitalisierungsprojekt saniert werden. Es geht dabei überwiegend um Dacherneuerungen – Dachstühle sind alt und morsch geworden oder Dachdeckungen in sehr desolatem Zustand – Verputzarbeiten und fachgerechten Sanierungen von Fenstern und Türen, in manchen Fällen werden große Tore wieder rückgebaut um den ursprünglichen Charakter zu erreichen. Teilweise sollen Pflasterungen bei den Sitzplätzen erfolgen.

Die Sanierung der Böschungen

zur Landesstraße ist ein großes Anliegen aller Beteiligten. Der derzeitige Zustand wird stark kritisiert: alte Steinmauern sind nicht mehr vorhanden, in den Steilabschnitten brechen ganze Böschungsteile ab, die Pflanzen sind zum Teil überaltert, alte Wurzelstöcke nie entfernt worden und die Auffahrten zu den Begleitwegen sind für heutige Verhältnisse teilweise zu eng.

Begleitend zu den Kellerberatungen wurde hier gemeinsam mit DI Kalch und der Gemeinde ein Gemeinschaftsprojekt erarbeitet, dass, unabhängig vom LEADER Revitalisierungsprojekt, in den nächsten Jahren umgesetzt wird. Mit beratender Unterstützung durch den NÖ Landschaftsfond, wird 2011 ein Grünkonzept erarbeitet und mittelfristig umgesetzt werden.

Begleitend dazu, werden abschnittweise die ursprünglichen Trockensteinmauern zur Hangsicherung wieder errichtet. Dafür gab es bereits eine Begehung mit Mag. Vogler von der Weinbauschule Krems. Mag. Vogler ist Experte in Sachen Trockensteinmauererrichtung und bietet über die Weinbauschule Kurse an. Bei der Begehung im Juli 2010 wurde festgelegt, dass die Wiedererrichtung eines ersten Abschnittes von 29 Laufmetern, sowie eines Treppenaufganges, in Form eines 3 tägigen Kurses erfolgen soll. Der Kurs wird vom 24. bis 26. März 2011 stattfinden. Kellerbesitzer und Gemeindeinteressierte können hier bevorzugt teilnehmen, die Gemeinde entsendet auch zwei Bauhofmitarbeiter. Die Verpflegung der Kursteilnehmer übernimmt die Gemeinde, sie übernimmt auch alle Vorarbeiten und Materialeinkäufe. Der Kurs ist bereits auf der Homepage der Obst und Weinbauschule Krems ausgeschrieben.

Zukünftige Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den zahlreichen Treffen und Workshops zu diesem Gemeinschaftsprojekt ging es nicht nur um die Sanierung der Presshäuser und um das Projekt Böschungsgestaltung, sondern auch um die Ideenfindung neuer Gemeinschafts- und Einzelprojekte zur Belebung der Kellergasse. Die Bedeutung der Kellergasse als Vermarktungsinstrument ist bei den großen Winzerbetrieben steigend, vermehrte Weinverkostungen und die „offene Kellertür“ sind geplant. Bestehende Aktivitäten und Veranstaltungen in der Großgemeinde und Region sollen verstärkt mit „dem Besuch in der Kellergasse“ vernetzt werden. Neue Angebote der örtlichen Vereine sollen zusätzliche Belebung bringen.

Am Beginn der Kellergasse steht das Treibhaus, das seit 10 Jahren nicht mehr in Betrieb ist. Das Treibhaus ist im Besitz des Weinbauvereins, der laufende Erhaltungsmaßnahmen, wie Ausbesserungsarbeiten am Dach oder an der Fassade durchführt. Im Zuge des Kellergassenprozesses ist eine neue Nutzungsdiskussion entfacht. Andenkbare Nutzungsmöglichkeiten sind ein Jugendtreff, ein Gemeinschaftskeller für Feste oder ein Lager für gemeinsame Maschinen und Geräte

Folgen der Revitalisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Revitalisierungsmaßnahmen sollen grundlegende bauliche und optische Mängel der Presshäuser beseitigt und die Kellergasse in ihrem einzigartigen Erscheinungsbild erhalten werden. Die fachliche Beratung durch DI Kalch und die damit verbundene intensive Auseinandersetzung mit einer richtigen Sanierung und typischen Formen hat das Bewusstsein für dieses Kulturgut bei den Einheimischen gestärkt und neue Identität geschaffen. Die Beteiligung an diesem Revitalisierungsprojekt ist sehr hoch.

Alle Sanierungsmaßnahmen der Einzelkeller und das Gemeinschaftsprojekt Trockensteinmauern werden das einzigartige Ambiente und das optische Erscheinungsbild dieser idyllischen Kellergasse noch mehr verbessern und die Attraktivität des Ortes Etsdorf als Wohn- und Tourismusstandort steigern. Die Kellerbesitzer sind bemüht für nächste Generationen dieses Kulturgut zu erhalten. Die Kellergasse sorgt für ein positives Lebensgefühl bei den Besitzern, Bewohnern und Gästen, sie schafft Identität, das soll auch in der Zukunft möglich bleiben.

Bewertung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kellergasse Etsdorf wurde als TOP-Kellergasse bewertet.

Kategorie 1: TOP – förderbare Kellergasse im Sinne des Förderprojektes „Kellergassenrevitalisierung“

Die Kellergassen der Kategorie 1 beinhalten jene Kellergassen, deren Revitalisierung eine große Wirkung innerhalb der Gemeinde und Region hat. Diese Kellergassen werden gut genutzt und verfügen über zusammenhängende Ensembles. Die Kellergassengemeinschaft ist motiviert und bereit, sich nachhaltig für die Kellergasse einzusetzen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kellergasse Nord-Süd-Graben, Etsdorf am Kamp – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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Die Etsdorfer Kellergasse liegt in der Katastralgemeine Etsdorf, als Teil der Marktgemeinde Grafenegg.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausgehend vom Ortszentrum von Etsdorf – in der Verlängerung der Oberen Marktstraße – erstreckt sich die beidseitig bebaute Kellergasse Richtung Norden. Das Bearbeitungsgebiet beginnt nach der Bahnüberquerung beim Treibhaus des Weinbauvereines und erstreckt sich bis zum Keller der Freiwilligen Feuerwehr. Topografisch liegt dieser gesamte Abschnitt in einem Hohlgraben und wird im letzten Drittel von einer Brücke der B34 Kamptalstraße überspannt.

Die Gesamtzahl aller Presshäuser im Bearbeitungsgebiet beträgt 44.

Besonderheiten der Presshäuser/Kellergasse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Etsdorfer Kellergasse ist etwas Besonderes. Während in vielen Kellergassen in den letzten Jahrzehnten so manche bauliche Kostbarkeiten verfielen und verfallene, sowie leerstehende Keller das Bild prägen, renovieren hier die Winzer seit Gedenken laufend mit viel Sorgfalt und gutem Gespür für ursprüngliche Bauweisen ihre traditionellen Weinlagerstätten. Laut eigenen Aussagen werden manche Presshäuser beinahe jedes Jahr, vor dem weit über die Grenzen NÖs hinaus bekanntem Kellergassenfest, frisch gefärbelt und herausgeputzt. Jedes Presshaus ist der ganze Stolz seines Besitzers.

Die Kellergasse hat nicht nur bei den Winzern einen besonderen Stellenwert, sie ist ein wichtiges kulturelles und touristisches Aushängeschild für die Großgemeinde Grafenegg – unmittelbar an das Ortszentrum anschließend.

Dieser Umstand der unmittelbaren Nähe zum Ortsgebiet ist sicher mit einer der Gründe für den guten optischen Gesamteindruck der Kellergasse. Zu dem kommt, dass die Besitzer viel Gespür und Wissen für typische und traditionelle Formen bei den Sanierungen zeigen. Sie nehmen Fachberatungen in Anspruch und stimmen ihre Maßnahmen mit den anderen Presshäusern und der Umgebung ab, was sich wiederum im überaus harmonischen äußeren Erscheinungsbild widerspiegelt.

Die Kellergasse liegt in einem Graben, die zwei Kellerzeilen liegen beidseitig erhöht über der Landesstraße und werden von zwei meist unbefestigten Begleitwegen begleitet. Die durchgehend schattige Bepflanzung mit Nussbäumen und Akazien auf der Böschung zur Landstraße und die abgestimmten Vorplätze und Sitzbereiche tragen ebenfalls zum stimmigen, unverwechselbaren Gesamtcharakter bei.

Die Versorgung von Strom und Wasser durch die Ortswasserleitung ist gegeben und der Kanalanschluss gibt die Möglichkeit zur Errichtung von WC Anlagen.

Die Presshäuser der Hobbywinzer sind im Einzelnen alle gleich aufgebaut. Der Keller besteht aus einem Stüberl, einem großzügigen Presshaus mit einer bereits historischen Baumpresse und einem langen Gewölbe. Seitlich befindet sich der Aufgang zum Kellerweingarten. Die Presshäuser der betrieblichen Winzer wurden im Innenbereich für eine zeitgemäße weinwirtschaftliche Produktion angepasst oder als Heurigenlokal adaptiert.

Am Eingang der Kellergasse begegnet einem eine ungewöhnliche und bunte Wächterin: Die „Weinberggeiß“, die im Jahre 1981 errichtet wurde und eine schwere Last bunter Reben auf ihrem Rücken trägt. Sie ist wichtigstes touristisches Erkennungsmerkmal der Kellergasse und gilt heute als eine Art heimliches Wahrzeichen des Ortes.

In geologischer Hinsicht weist Etsdorf vor allem Lehmböden auf, welche die Feuchtigkeit gut speichern können. Daneben gibt es teilweise aber auch leichtere Schotter- bzw. Sandböden. Eindeutig überwiegt das Weißweinangebot mit Grüner Veltliner und Rieslingsorten, am Rotweinsektor dominiert der Zweigelt.

Derzeitige Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktive Weinproduktion findet nach wie vor in den meisten Presshäusern statt. Es sind noch viele Vollerwerbsbetriebe vertreten.

Die Kellergasse Etsdorf, in unmittelbarer Nähe zum Schloss Grafenegg, wird stark weintouristisch genutzt. Das weitum beliebte Kellergassenfest im Juli ist schon seit mehr als einem Vierteljahrhundert ein Fixpunkt . Dabei stehen die Verkostungen diverser Qualitätsweine, hausgemachter Speisen und anderer Produkte im Vordergrund. In den Sommermonaten stimmen die einzelnen Heurigenbetriebe ihre Öffnungszeiten aufeinander ab, sodass ein durchgehend Ausschank gewährleistet ist.

Ein weiteres Fest ist im November die Weintaufe und die traditionelle Weinverkostung. In den letzten Jahren steigern sich gemeinsame Veranstaltungen, so beteiligen sich Winzer am Kamptaler Weinfrühling, auch Events im Advent finden statt. Ein bedeutendes Ereignis in der Kellergasse ist auch das jährliche FF Fest. Die FF hat am Ende der Kellergasse ihre eigenen Räumlichkeiten mit einem großzügigen Festplatz in Form einer schönen Wiesenfläche mit schattenspendenden Akazien. Gegenüber wurde ein in der Natur angepasster Spielplatz errichtet.

Die Kellergasse ist beliebtes Naherholungsgebiet für viele Bewohner. So führen Rad- und Wanderrouten, sowie der Jakobsweg durch die Kellergasse. Der Besuch des Spielplatzes, Joggen, Walken und Spazierengehen ist hier groß angesagt. Das Schloss Grafenegg ist nicht weit entfernt und zahlreiche Gäste kommen auch einfach „nur die Kellergasse anschauen“ oder Durchfahrende bleiben extra stehen.

Geplante Maßnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die einzelnen Veranstaltungen im Zuge des Nutzungskonzeptes waren gut besucht und es war stets ein stimmiges Miteinander spürbar. Dabei standen die Gemeinschaftsinteressen und  nie das Einzelinteresse im Vordergrund. Der Prozess wurde stark von der Gemeinde (Bürgermeister, Amtsleiter) unterstützt, die ebenfalls starkes Interesse haben, Verbesserungsarbeiten, vorwiegend an den Strassenböschungen, vorzunehmen.

Auf den ersten Blick erscheint der bauliche Gesamtzustand der Kellergasse als sehr gut. Viele der Presshäuser sind vorbildlich generalsaniert. Viele kaschieren aber durch laufende optische Maßnahmen dahinterliegende bauliche Mängel. Diese Keller sollen im Revitalisierungsprojekt saniert werden. Es geht dabei überwiegend um Dacherneuerungen – Dachstühle sind alt und morsch geworden oder Dachdeckungen in sehr desolatem Zustand – Verputzarbeiten und fachgerechten Sanierungen von Fenstern und Türen, in manchen Fällen werden große Tore wieder rückgebaut um den ursprünglichen Charakter zu erreichen. Teilweise sollen Pflasterungen bei den Sitzplätzen erfolgen.

Die Sanierung der Böschungen

zur Landesstraße ist ein großes Anliegen aller Beteiligten. Der derzeitige Zustand wird stark kritisiert: alte Steinmauern sind nicht mehr vorhanden, in den Steilabschnitten brechen ganze Böschungsteile ab, die Pflanzen sind zum Teil überaltert, alte Wurzelstöcke nie entfernt worden und die Auffahrten zu den Begleitwegen sind für heutige Verhältnisse teilweise zu eng.

Begleitend zu den Kellerberatungen wurde hier gemeinsam mit DI Kalch und der Gemeinde ein Gemeinschaftsprojekt erarbeitet, dass, unabhängig vom LEADER Revitalisierungsprojekt, in den nächsten Jahren umgesetzt wird. Mit beratender Unterstützung durch den NÖ Landschaftsfond, wird 2011 ein Grünkonzept erarbeitet und mittelfristig umgesetzt werden.

Begleitend dazu, werden abschnittweise die ursprünglichen Trockensteinmauern zur Hangsicherung wieder errichtet. Dafür gab es bereits eine Begehung mit Mag. Vogler von der Weinbauschule Krems. Mag. Vogler ist Experte in Sachen Trockensteinmauererrichtung und bietet über die Weinbauschule Kurse an. Bei der Begehung im Juli 2010 wurde festgelegt, dass die Wiedererrichtung eines ersten Abschnittes von 29 Laufmetern, sowie eines Treppenaufganges, in Form eines 3 tägigen Kurses erfolgen soll. Der Kurs wird vom 24. bis 26. März 2011 stattfinden. Kellerbesitzer und Gemeindeinteressierte können hier bevorzugt teilnehmen, die Gemeinde entsendet auch zwei Bauhofmitarbeiter. Die Verpflegung der Kursteilnehmer übernimmt die Gemeinde, sie übernimmt auch alle Vorarbeiten und Materialeinkäufe. Der Kurs ist bereits auf der Homepage der Obst und Weinbauschule Krems ausgeschrieben.

Zukünftige Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den zahlreichen Treffen und Workshops zu diesem Gemeinschaftsprojekt ging es nicht nur um die Sanierung der Presshäuser und um das Projekt Böschungsgestaltung, sondern auch um die Ideenfindung neuer Gemeinschafts- und Einzelprojekte zur Belebung der Kellergasse. Die Bedeutung der Kellergasse als Vermarktungsinstrument ist bei den großen Winzerbetrieben steigend, vermehrte Weinverkostungen und die „offene Kellertür“ sind geplant. Bestehende Aktivitäten und Veranstaltungen in der Großgemeinde und Region sollen verstärkt mit „dem Besuch in der Kellergasse“ vernetzt werden. Neue Angebote der örtlichen Vereine sollen zusätzliche Belebung bringen.

Am Beginn der Kellergasse steht das Treibhaus, das seit 10 Jahren nicht mehr in Betrieb ist. Das Treibhaus ist im Besitz des Weinbauvereins, der laufende Erhaltungsmaßnahmen, wie Ausbesserungsarbeiten am Dach oder an der Fassade durchführt. Im Zuge des Kellergassenprozesses ist eine neue Nutzungsdiskussion entfacht. Andenkbare Nutzungsmöglichkeiten sind ein Jugendtreff, ein Gemeinschaftskeller für Feste oder ein Lager für gemeinsame Maschinen und Geräte

Folgen der Revitalisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Revitalisierungsmaßnahmen sollen grundlegende bauliche und optische Mängel der Presshäuser beseitigt und die Kellergasse in ihrem einzigartigen Erscheinungsbild erhalten werden. Die fachliche Beratung durch DI Kalch und die damit verbundene intensive Auseinandersetzung mit einer richtigen Sanierung und typischen Formen hat das Bewusstsein für dieses Kulturgut bei den Einheimischen gestärkt und neue Identität geschaffen. Die Beteiligung an diesem Revitalisierungsprojekt ist sehr hoch.

Alle Sanierungsmaßnahmen der Einzelkeller und das Gemeinschaftsprojekt Trockensteinmauern werden das einzigartige Ambiente und das optische Erscheinungsbild dieser idyllischen Kellergasse noch mehr verbessern und die Attraktivität des Ortes Etsdorf als Wohn- und Tourismusstandort steigern. Die Kellerbesitzer sind bemüht für nächste Generationen dieses Kulturgut zu erhalten. Die Kellergasse sorgt für ein positives Lebensgefühl bei den Besitzern, Bewohnern und Gästen, sie schafft Identität, das soll auch in der Zukunft möglich bleiben.

Bewertung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kellergasse Etsdorf wurde als TOP-Kellergasse bewertet.

Kategorie 1: TOP – förderbare Kellergasse im Sinne des Förderprojektes „Kellergassenrevitalisierung“

Die Kellergassen der Kategorie 1 beinhalten jene Kellergassen, deren Revitalisierung eine große Wirkung innerhalb der Gemeinde und Region hat. Diese Kellergassen werden gut genutzt und verfügen über zusammenhängende Ensembles. Die Kellergassengemeinschaft ist motiviert und bereit, sich nachhaltig für die Kellergasse einzusetzen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kellergasse Nord-Süd-Graben, Etsdorf am Kamp – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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