Felix Ascher (Architekt)

Uhrenturm der ehemaligen "SINGER" Nähmaschinenfabrik in Wittenberge

Felix Ascher (27. März 1883 in Hamburg6. Oktober 1952 in London; vollständiger Name: Felix Daniel Ascher) war ein deutscher Architekt.

Familie und Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Felix Ascher war der Sohn von Gustav Joachim Ascher und Emilie Ascher (geborene Blumenfeld, 20. August 1858 in Burgsteinfurt/Westfalen – 19. Juli 1942 in Hamburg durch Suizid). Er hatte noch zwei Geschwister Alice (16. August 1880 in Hamburg – 6. Dezember 1941 deportiert nach Riga) und Richard (* 18. Oktober 1888). Die Familie lebte in der Hamburger Sierichstraße 18. Er wuchs in Hamburg auf und legte 1902 sein Abitur am Wilhelm-Gymnasium ab. Anschließend studierte er Architektur an der Technischen Hochschule Charlottenburg und an der Technischen Hochschule München. Er schloss das Studium als Diplom-Ingenieur ab und arbeitete zunächst als angestellter Architekt, so auch längere Zeit im Büro des renommierten Berliner Architekten Alfred Messel. Ab 1913 war er selbständig in Hamburg tätig.

Ascher heiratete Anna Karoline von Gizycki (1887–1949), verw. Hinrichsen, eine Tochter von Adolf von Gizycki. Aus dieser Verbindung stammten keine Kinder. Seine Frau brachte aber drei Kinder in die Verbindung mit.

Nach 1933 wurde Felix Ascher als Jude im Sinne der nationalsozialistischen Nürnberger Gesetze benachteiligt, ausgegrenzt und verfolgt. Ascher emigrierte 1938 nach London. Er hatte in London aber große Schwierigkeiten, sich dort in seinem Beruf zu etablieren.

Von dort aus wirkte er 1951 an der Gestaltung des Mahnmals auf dem jüdischen Friedhof Ohlsdorf mit.[1] Ascher starb am 6. Oktober 1952 in London und die Beisetzung erfolgte auf dem Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg (Grabanlage P26-51/60 damals; heute: P26-51/55 Fam. Hanebuth).

An seine Mutter Emilie, seine Schwester Alice und deren Lebensgefährtin Margot Doctor erinnern Stolpersteine vor dem Haus Braamkamp 36 in Hamburg-Winterhude.[2]

Bauten und Entwürfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ascher war der Architekt des 1928–1929 ausgeführten großen Erweiterungsbaus der Singer-Nähmaschinenfabrik in Wittenberge, zu dieser Planung gehört der erhaltene Uhrenturm mit der größten freistehenden Turmuhr auf dem europäischen Festland. Die architektonischen Formen des gelb verputzten Turms lassen eine Beeinflussung durch den Expressionismus und vor allem das Neue Bauen erkennen.

Gemeinsam mit dem Architekten Robert Friedmann entwarf er die 1931 eingeweihte Synagoge des liberalen jüdischen Tempelverbands an der Oberstraße in Hamburg-Harvestehude, einen monumentalen und gleichzeitig sachlich-schlichten Bau mit Fassaden in hellem Muschelkalk.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ascher, Felix. In: Hans Vollmer: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts. Band 1: A–D. E. A. Seemann, Leipzig 1953, S. 71–72.
  • Ascher, Felix. In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL). Band 5, Saur, München u. a. 1992, ISBN 3-598-22745-0, S. 285.
  • Myra Warhaftig: Deutsche jüdische Architekten vor und nach 1933. Das Lexikon. Dietrich Reimer Verlag, Berlin 2005, ISBN 3-496-01326-5, S. 32.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Felix Ascher – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Johann Klarmann: Die erneute Demütigung. Hamburgs Umgang mit dem ehemaligen Konzentrationslager Neuengamme 1945 bis 1985. (= Veröffentlichungen des Hamburger Arbeitskreises für Regionalgeschichte (HAR), Band 33.) Hamburg 2013, ISBN 978-3-643-12131-8, S. 65 f.
  2. Stolpersteine in Hamburg: Alice Ascher (* 1880) Braamkamp 36 (Hamburg-Nord, Winterhude)
Uhrenturm der ehemaligen "SINGER" Nähmaschinenfabrik in Wittenberge

Felix Ascher (27. März 1883 in Hamburg6. Oktober 1952 in London; vollständiger Name: Felix Daniel Ascher) war ein deutscher Architekt.

Familie und Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Felix Ascher war der Sohn von Gustav Joachim Ascher und Emilie Ascher (geborene Blumenfeld, 20. August 1858 in Burgsteinfurt/Westfalen – 19. Juli 1942 in Hamburg durch Suizid). Er hatte noch zwei Geschwister Alice (16. August 1880 in Hamburg – 6. Dezember 1941 deportiert nach Riga) und Richard (* 18. Oktober 1888). Die Familie lebte in der Hamburger Sierichstraße 18. Er wuchs in Hamburg auf und legte 1902 sein Abitur am Wilhelm-Gymnasium ab. Anschließend studierte er Architektur an der Technischen Hochschule Charlottenburg und an der Technischen Hochschule München. Er schloss das Studium als Diplom-Ingenieur ab und arbeitete zunächst als angestellter Architekt, so auch längere Zeit im Büro des renommierten Berliner Architekten Alfred Messel. Ab 1913 war er selbständig in Hamburg tätig.

Ascher heiratete Anna Karoline von Gizycki (1887–1949), verw. Hinrichsen, eine Tochter von Adolf von Gizycki. Aus dieser Verbindung stammten keine Kinder. Seine Frau brachte aber drei Kinder in die Verbindung mit.

Nach 1933 wurde Felix Ascher als Jude im Sinne der nationalsozialistischen Nürnberger Gesetze benachteiligt, ausgegrenzt und verfolgt. Ascher emigrierte 1938 nach London. Er hatte in London aber große Schwierigkeiten, sich dort in seinem Beruf zu etablieren.

Von dort aus wirkte er 1951 an der Gestaltung des Mahnmals auf dem jüdischen Friedhof Ohlsdorf mit.[1] Ascher starb am 6. Oktober 1952 in London und die Beisetzung erfolgte auf dem Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg (Grabanlage P26-51/60 damals; heute: P26-51/55 Fam. Hanebuth).

An seine Mutter Emilie, seine Schwester Alice und deren Lebensgefährtin Margot Doctor erinnern Stolpersteine vor dem Haus Braamkamp 36 in Hamburg-Winterhude.[2]

Bauten und Entwürfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ascher war der Architekt des 1928–1929 ausgeführten großen Erweiterungsbaus der Singer-Nähmaschinenfabrik in Wittenberge, zu dieser Planung gehört der erhaltene Uhrenturm mit der größten freistehenden Turmuhr auf dem europäischen Festland. Die architektonischen Formen des gelb verputzten Turms lassen eine Beeinflussung durch den Expressionismus und vor allem das Neue Bauen erkennen.

Gemeinsam mit dem Architekten Robert Friedmann entwarf er die 1931 eingeweihte Synagoge des liberalen jüdischen Tempelverbands an der Oberstraße in Hamburg-Harvestehude, einen monumentalen und gleichzeitig sachlich-schlichten Bau mit Fassaden in hellem Muschelkalk.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ascher, Felix. In: Hans Vollmer: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts. Band 1: A–D. E. A. Seemann, Leipzig 1953, S. 71–72.
  • Ascher, Felix. In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL). Band 5, Saur, München u. a. 1992, ISBN 3-598-22745-0, S. 285.
  • Myra Warhaftig: Deutsche jüdische Architekten vor und nach 1933. Das Lexikon. Dietrich Reimer Verlag, Berlin 2005, ISBN 3-496-01326-5, S. 32.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Felix Ascher – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Johann Klarmann: Die erneute Demütigung. Hamburgs Umgang mit dem ehemaligen Konzentrationslager Neuengamme 1945 bis 1985. (= Veröffentlichungen des Hamburger Arbeitskreises für Regionalgeschichte (HAR), Band 33.) Hamburg 2013, ISBN 978-3-643-12131-8, S. 65 f.
  2. Stolpersteine in Hamburg: Alice Ascher (* 1880) Braamkamp 36 (Hamburg-Nord, Winterhude)
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