Frédéric Chopin

Chopin, Porträt von Eugène Delacroix, Teil eines größeren Gemäldes, das Frédéric Chopin und Georges Sand darstellte, 1838; Ordrupgaard Museum, Kopenhagen.
Daguerreotypie von Bisson 1846
Fotoportrait Chopins von Louis-Auguste Bisson ca. 1849.

Fryderyk Franciszek Chopin (auch Szopen) oder Frédéric François Chopin (* 22. Februar oder 1. März 1810 in Żelazowa Wola, im damaligen Herzogtum Warschau; † 17. Oktober 1849 in Paris) war ein polnischer Komponist, Pianist und Klavierpädagoge. Er verbrachte die ersten 20 Jahre seines Lebens bis zum 2. November 1830 in Polen und die restlichen 18 Jahre ab September 1831 in Frankreich. Chopin besaß die polnische und ab 1835 zusätzlich auch die französische Staatsbürgerschaft. Er schuf vorwiegend Klavierwerke. Schon zu Lebzeiten galt er als einer der führenden Musiker seiner Zeit. Sein Klavierspiel wurde wegen der Erweiterung der technischen und klanglichen Möglichkeiten des Instrumentes, der Sensibilität des Anschlages, der Neuerungen im Gebrauch beider Pedale und im Fingersatz als außergewöhnlich angesehen.[EN 1] Chopin wuchs in Warschau als Sohn einer Polin und eines Franzosen auf. Der als Wunderkind geltende Chopin erhielt seine musikalische Ausbildung in Warschau, wo er auch seine ersten Stücke komponierte. Chopins Leben war geprägt von Krankheit. Er starb 1849 im Alter von 39 Jahren in Paris, höchstwahrscheinlich an den Folgen einer Tuberkulose, nach Erkenntnissen aus dem Jahre 2017 an einer Perikarditis (Herzbeutelentzündung).[EN 2]

Chopins Kompositionsstil ist beeinflusst von der polnischen Volksmusik, der klassischen Tradition Bachs, Mozarts, Webers und Schuberts, besonders aber vom Stil des Belcanto der zeitgenössischen italienischen Oper (Vincenzo Bellini, 1801–1835). Auch die Atmosphäre der Pariser Salons, in welchen er häufig verkehrte, prägte sein Schaffen. Seine Neuerungen in allen Elementen der Komposition (Melodik, Rhythmik, Harmonik, Formen) als auch das Einbeziehen der polnischen Musiktradition mit ihrer Betonung des nationalen Charakters, waren für die Entwicklung der europäischen Musik wichtig.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eltern von Frédérik Chopin, Nicolas Chopin und Tekla Justyna, geb. Krzyżanowska. Ölgemälde von Ambroży Mieroszewski, 1829

Chopins Eltern waren der aus Frankreich stammende Sprachlehrer Nicolas Chopin und die Polin Tekla Justyna Chopin, geb. Krzyżanowska. Die Eheschließung fand am 2. April 1804 statt. Sie Verband die Leidenschaft zur Musik. Nicolas spielte Geige und Flöte, Tekla Justyna spielte Klavier und sang. Sie hatten vier Kinder.

Chopins Vater Nicolas war Ende 1787 (noch vor dem regulären polnischen Parlament, 1788–1792 (polnisch Sejm Czteroletni, deutsch Vierjähriger Sejm)), demnach vor den Teilungen Polens (1793, 1795), nach Polen ausgewandert. Er brach sämtliche Kontakte mit seiner Familie in Frankreich ab. Im Hause Chopins wurde es vermieden, über den französischen Teil der Familie zu sprechen. Mit der Zeit wurde er nicht nur polinisiert, sondern nahm die polnische Staatsbürgerschaft an und änderte seinen Vornamen in die polnische Übersetzung „Mikołaj“. Er kämpfte im Russisch-Polnischen Krieg 1792 und im Kościuszko-Aufstand 1794 für die polnische Unabhängigkeit auf polnischer Seite.[EN 3]

Genealogie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stammbaum[EN 4]
Ururgroßeltern François Chapin
(1676–28.06.1714)
Catherine Oudot
(6.03.1682–21.01.1753)
Estienne Bastien
(1687–1734)
Anne Maton
(1691–1734)
Jean Deflin
(1674–9.12.1754)
Catherine Henry
(1687–1715)
Claude Renard
(1667–1729)
Anne Barbe
 ? ? ? ?
Urgroßeltern Nicolas Chopin
(1712–?)
Elizabeth Bastien
(1712–1747)
Jean Charles Deflin
(1705–1738)
Suzanne Renard
(1709–1774)
Mikołaj Krzyżanowski
Barbara Jeż
 ?
Großeltern François Chopin
(1738–1814)
Marguerite Deflin
(1736–1794)
Jakub Krzyżanowski
(1729–29.10.1805)
Antonina Kołomińska
Eltern Nicolas Chopin
(15.04.1771–3.05.1844)
Tekla Justyna Krzyżanowska
(14.09.1782–1.10.1861)
Kinder Ludwika Marianna Chopinówna[A 1]
(06.04.1807–29.10.1855)
Józef Jędrzejewicz
(07.07.1803–11.05.1853)
Fryderyk Franciszek Chopin
(22.02.1810–17.10.1849)
Izabella Chopinówna[A 1]
(09.07.1811–03.06.1881)
Feliks Antoni Barciński
(28.05.1803–09.05.1878)
Emilia Chopinówna[A 1]
(09.11.1812–10.04.1827)

Geburt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chopins Geburtshaus, heute ein Museum
Lateinischer Eintrag Fridericus Franciscus Choppen im Kirchenbuch über die Taufe Chopins am 23. April 1810

Chopin kam in Żelazowa Wola zur Welt, einem Dorf in der Gemeinde Brochów, Bezirk Sochaczew, Departement Warschau im damaligen Herzogtum Warschau. 52 Kilometer westlich von Warschau gelegen, war dieses Dorf seit 1800 im Besitz der Landadelsfamilie Skarbek. Geburt und Taufe Chopins wurden zu Ostern, am 23.  April 1810 in Brochów registriert, zwei Monate nach der Geburt. Die Einträge wurden erst 43 Jahre nach Chopins Tod, im Jahre 1892 entdeckt.[EN 5]

Unklares Geburtsdatum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die beiden Urkunden geben als Geburtsdatum den 22. Februar 1810 an; aber nach Chopins eigener Angabe – lange vor der Entdeckung der Geburtsurkunde – ist sein Geburtstag der 1. März 1810.[EN 6] So schreibt er im Januar 1833 dem Präsidenten der Polnischen Literarischen Gesellschaft in Paris, dass er am 1. März 1810 geboren wurde. Auch gegenüber François-Joseph Fétis, dem Verfasser der Biographie universelle des musiciens macht er brieflich im März 1836 die gleiche Angabe. Die letzten Biographien übernehmen dieses Datum und betrachten den „22. Februar“ als Irrtum von Nicolas Chopin am 23. April 1810. In den älteren Biographien (vor der Entdeckung der Einträge) findet man andere Daten.

Auch Chopins Mutter gab den 1. März als Geburtstag an. (Brief vom Februar 1837). In der Familie wurde Chopins Geburtstag immer am 1. März gefeiert. Drei Gedenkstätten verzeichnen den 22. Februar als Geburtstag: die Gedenktafel am Geburtshaus in Żelazowa Wola, die Tafel am Sterbehaus in Paris (Place Vendôme 12) und die Urne mit Chopins Herz in der Heiligkreuzkirche in Warschau.[EN 7]

Die polnischsprachige Geburtsurkunde verzeichnet Chopin als Fryderyk Franciszek.[EN 8] Mit der eigenhändigen Unterschrift des Vaters bestätigt sie den 22. Februar 1810 als Geburtstag.[EN 9][EN 10][EN 11]

Taufe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chopins Unterschrift FF Chopin.

Getauft wurde er in der Wehrkirche von Brochów. Der lateinische Eintrag im Kirchenbuch (lateinisch Liber baptisatorum) vermerkt als Namen Fridericus Franciscus und als Geburtsdatum ebenfalls den 22. Februar 1810. Eingetragen sind Chopins Vater als Nicolai Choppen Gali (lateinisch Galli, deutsch ‚Gallier, Kelten‘), seine Mutter als Justyna de Krzyżanowska sowie Franciscus Grembecki und Anna Skarbkówna[A 1] als Taufpaten.

Der Vermerk im Taufeintrag, lateinisch Baptisatum ex Aqua, deutsch ‚„getauft aus Wasser“‘ bedeutet, dass vor der zeremoniellen Taufe eine Nottaufe stattgefunden hatte, wahrscheinlich bei den Chopins in Żelazowa Wola; aber sie wurde nicht registriert.[EN 12] Auch die jüngste Schwester Emilia wurde am 15. Dezember 1812 notgetauft und am 14. Juni 1815 mit traditionellen Zeremonien getauft.

Obwohl Franciszek Grembecki der offizielle Pate war, trug Chopin Graf Fryderyk Skarbeks (1792–1866) Vornamen als Rufnamen. In einigen Briefen erwähnt er Fryderyk Skarbek als Paten, wobei der 1810 als Student in Paris weilte. Franciszek, der zweite Vorname, war der ins Polnische übersetzte Vorname (François) des Großvaters Nicolas. Chopins Unterschrift war immer FF Chopin.

Die frühen Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wojciech Żywny, Chopins erster Klavierlehrer

Chopin und seine drei Schwestern erhielten eine gründliche Erziehung, die von Herzlichkeit und Toleranz geprägt war. Auf Wunsch seines Vaters erhielt Fryderyk Chopin bis zu seinem 13. Lebensjahr Hausunterricht. Seine ältere Schwester Ludwika begann ihm Polnisch- und Französischunterricht und ersten Klavierunterricht zu erteilen und nahm die Rolle einer zweiten Mutter ein. Sie selbst war Schülerin von Wojciech Żywny (1756–1842), einem aus Böhmen stammenden Pianisten und Klavierlehrer. In der Zeit von 1816 bis 1822 wurde er in Warschau auch der erste Klavierlehrer Frédéric Chopins. Dieser begann seinen Klavierunterricht im Alter von sechs Jahren. Żywny legte bei Fryderyk die technischen Grundlagen des Klavierspiels, leitete ihn aber auch zu seinen ersten Kompositionen an und bereitete ihn auf seine ersten öffentlichen Auftritte vor. Später nahm auch seine jüngere Schwester Izabela bei Żywny Klavierunterricht. 1822 entließ er Chopin aus seinem Unterricht mit dem Hinweis, „dass er ihm nichts mehr beibringen könne“.[EN 13] Chopins musikalisches Talent zeigte sich früh, er galt als Wunderkind und komponierte schon im Alter von sieben Jahren. Seine ersten Polonaisen B-Dur und g-Moll sind auf 1817 datiert und ließen eine außergewöhnliche improvisatorische Begabung erkennen.

1818 wurde der österreichische Hofkomponist Adalbert Gyrowetz auf Chopin aufmerksam. Er führte ihn in die Kreise des österreichischen und polnischen Adels ein.[EN 14] 1818 spielte der Achtjährige anlässlich einer Wohltätigkeitsveranstaltung ein Konzert von Adalbert Gyrowetz; ab diesem Zeitpunkt trat er in den Salons des polnischen Hochadels auf.

Rondo à la Krakowiak in F-Dur, Op. 14 für Klavier und Orchester
Józef Elsner

Ab 1822 nahm Chopin Privatunterricht in Musiktheorie und Komposition bei Joseph Elsner (1769–1854), einem der herausragenden Vertreter der polnischen Musik der Aufklärung und der Frühromantik, wobei er deutscher Abstammung war. Als Komponist, Dirigent, Musiktheoretiker, Publizist und Pädagoge nimmt er als Vorläufer der polnischen Nationalbewegung eine bedeutende Stellung in der Musikgeschichte ein.[EN 15] Anschließend besuchte Chopin bis 1826 das Königlich-Preußische Lyzäum zu Warschau, gefolgt vom Studium an der Fryderyk-Chopin-Musikuniversität, wo er von Elsner in Kontrapunkt, Generalbass und Komposition weiter unterrichtet wurde. Er komponierte eifrig und legte die Ergebnisse Elsner vor, der dazu feststellte: „Er meidet die ausgetretenen Pfade und gewöhnlichen Methoden, aber auch sein Talent ist ungewöhnlich.“

Ein Jahr später spielte er öffentlich ein Konzert von Ferdinand Ries. Das Rondo in c-Moll Opus 1 entstand 1825, das Rondo à la Mazur in F-Dur Opus 5, 1826. Das Rondo für zwei Klaviere in C-Dur komponierte er 1828, ebenso das Rondo à la Krakowiak in F-Dur, Op. 14, für Klavier und Orchester, unter der Anleitung von Elsner.

Chopins Opus 2, Variationen über das Duett „Là ci darem la mano“[A 2] (deutsch „Reich mir die Hand, mein Leben“) aus Mozarts Don Giovanni für Klavier und Orchester, entstand 1827/28 und wurde am 11. August 1829 von Chopin selbst im Wiener K. und K. Hoftheater nächst dem Kärntnerthore uraufgeführt.[EN 16] Die Leipziger Allgemeine musikalische Zeitung (AmZ) schrieb darüber:[EN 17]

„Herr Chopin, Pianist aus Warschau, dem Vernehmen nach Würfels Schüler, führte sich als Meister vom ersten Range ein. Die ausgezeichnete Zartheit seines Anschlags, eine unbeschreibliche mechanische Fertigkeit, sein vollendetes, der tiefsten Empfindung abgelauschtes Nuançiren, Tragen und Schwellen der Töne, des Vortrags so seltene Klarheit und seine durch hohe Genialität gestempelten Erzeugnisse – Bravour–Variationen, Rondeau, freye Phantasie, - geben den von der Natur so überaus freygebig bedachten, selbstkräftigen Virtuosen zu erkennen, der, ohne vorher gegangenes Ausposaunen, als eines der leuchtendsten Meteore am musikalischen Horizonte erscheint.“

Allgemeine musikalische Zeitung, 18. November 1829.

Über die im Wiener Verlag Tobias Haslinger erschienene Notenausgabe brachte die AmZ vom 7. Dezember 1831 unter dem Titel Ein Opus II. eine huldigende Rezension von Robert Schumann, die mit dem Ausruf „Hut ab, Ihr Herren, ein Genie“ eingeleitet wurde.[EN 18]

Emigration nach Frankreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenktafel für Frédéric Chopin, Wien, Kohlmarkt 9.
Säule mit dem Herz Chopins in der Heilig-Kreuz-Kirche in Warschau mit der Inschrift: polnisch Gdzie skarb twój, tam i serce twoje, deutsch ‚„Wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz“‘. (Matthäus 6.21[EN 19])

Im Juli 1829 hatte Chopin sein Studium beendet. In Elsners Beurteilung heißt es: „Chopin Frédéric. Besondere Begabung, musikalisches Genie“ (polnisch „Szopen Friderik. Szczególna zdolność, geniusz muzyczny“).[EN 20]

Chopin war bereits in Polen ein gefeierter Mann. Die meisten seiner Etüden, einige Mazurkas und Polonaisen und vor allem seine beiden Klavierkonzerte entstanden in Polen, noch vor seinem 20. Lebensjahr. Er wusste, dass die wirklich großen Musiker nicht in Warschau, sondern in Paris, der Hochburg für Künstler aus aller Welt im 19. Jahrhundert, zu finden sind. Die wahre Größe eines Pianisten maß man damals am Erfolg in dieser Metropole.

Sein letztes Konzert in Polen gab er am 11. Oktober 1830 im Nationaltheater Warschau mit der Wiedergabe seines Klavierkonzertes e-Moll (Opus 11) und der Grande Fantaisie sur des airs polonais A-Dur (Opus 13) unter der Leitung von Carlo Soliva (1791–1853). Chopin war bereits in seiner Jugend in weitgereister Mann, der Dutzende von Orten besuchte und dafür unzählige Stunden in Kutschen verbrachte. Reisen waren bis an sein Lebensende Bestandteil seines Lebens, mit denen er halb Europa bereiste. Am 2. November 1830 – im Alter von 20 Jahren – verließ er auf Drängen seines Vaters vor der drohenden Revolte Polen und reiste über Kalisz, Breslau, Prag und Dresden nach Wien, wo er am 23. November ankam. Die Freunde überreichten ihm am letzten Abend einen Silberpokal mit polnischer Erde und sangen ihm am Stadtrand noch ein Abschiedslied:[EN 21][A 3]

„Choć opuszczasz nasze kraje,
lecz serce twoje wpośród nas zostaje;
pamięć Twojego talentu istnieć u nas będzie...
Życzym Ci serdecznie pomyślności wszędzie.“

„(Wörtliche Übersetzung):
Obwohl du unsere Lande verlässt,
bleibt dennoch dein Herz mitten unter uns;
die Erinnerung an dein Talent wird bei uns fortbestehen...
Wir wünschen dir von Herzen überall Erfolg.“

Novemberaufstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang Dezember 1830 erreichte Chopin in Wien die Nachricht, dass am Abend des 29. November 1830 die später sogenannte Novemberrevolution in Warschau ausgebrochen war. Nach einem Aufenthalt von über sieben Monaten, anfangs geprägt von Trauer über das ungewisse Schicksal Polens, verließ Chopin am 20. Juli 1831 Wien und fuhr nach Paris über Salzburg, München und Stuttgart, das er Anfang September 1831 erreichte und wo er von der Niederschlagung des polnischen Aufstandes und der am 8. September 1831 erfolgten Kapitulation Warschaus erfuhr. Er fuhr weiter über Straßburg[EN 22] nach Paris, wo er Mitte September 1831 eintraf und das bis zu seinem Tod Mittelpunkt seines Lebens und Schaffens bleiben sollte. Trotz seiner Erfolge und starken Verwurzelung im kulturellen Leben in Paris, sowie eines großen Freundeskreises, der auch die polnischen Emigranten einschloss, sehnte sich Chopin nach Polen und seiner Familie und litt, wie aus seinen Briefen und Aussagen hervorgeht, unter ständigem Heimweh (französisch „le mal du pays“). Sein Heimatgefühl und seinen Nationalstolz drückte er besonders in den 43 zu seinen Lebzeiten veröffentlichten Mazurken aus. Der Ausdruck der Sehnsucht, Nostalgie und Schwermut wurde neben der Betonung des Polentums (polnisch „polskość“) zum wichtigsten Merkmal seiner Musik und machte ihn zu einem der am meisten gespielten Komponisten der Musikgeschichte. Als glühender polnischer Patriot stand er ganz aufseiten des Widerstands gegen das zaristische Russland, das das sogenannte Kongresspolen besetzt hielt. Inspiriert durch den Aufstand entstand seine Revolutionsetüde (Opus 10 Nr. 12,).[A 4]

Paris[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der letzte Pleyel-Flügel (Nr. 14810), auf dem Fryderyk Chopin in den Jahren 1848–1849 spielte und komponierte. Frédéric-Chopin-Museum Warschau.
Chopins Polonaise – ein Ball im Hôtel Lambert in Paris, Anton Teofil Kwiatkowski (1809–1891).

Die Baulichkeiten und das Ambiente der Stadt sowie das großstädtische Flair der Parisiens faszinierten ihn. „Die schönste aller Welten“, schrieb er in einem Brief nach Polen. Hier lernte er den von ihm als Pianisten geschätzten Friedrich Kalkbrenner kennen, der ihm anbot, ihn drei Jahre lang zu unterrichten. Chopin lehnte dies ab, in der Sorge, seine persönliche Art des Klavierspiels zu verlieren. Selbstbewusst stellte er fest, nichts werde „imstande sein, einen vielleicht allzukühnen, aber edlen Willen und Plan, sich eine neue Welt zu schaffen, zu verwischen“.[EN 6] Chopins Briefen kann man entnehmen, dass er den Vermutungen seiner Freunde und seines Lehrers Elsner entgegentrat, Kalkbrenner habe es nur darauf abgesehen, sich damit zu schmücken, der Lehrer Chopins zu sein.[EN 6]

In Paris hatte Chopin bald nach seiner Ankunft im September 1831 erste Kontakte mit polnischen Emigrantenkreisen, die im Laufe der Zeit immer enger wurden. Auf dem Höhepunkt der Romantik arrangierten Marie und Camille Pleyel berühmte „Salons“. Marie Moke-Pleyel (1811–1875), Konzertpianistin und Ehefrau Camilles bis 1835, war Chopins erste Gastgeberin in Paris. Er wählte 1832 den Salon von Camille Pleyel („Salle Pleyel“ in der rue Cadet Nr. 9, womit zunächst die dortigen Salons, später verschiedene Konzertsäle in Paris bezeichnet wurden). Hier fand im Februar 1832 das erste Konzert Chopins in Paris statt. Chopin spielte meistens auf Instrumenten von Pleyel, die er wegen ihrer leichtgängigen Mechanik schätzte und mit ihrem warmen, sonoren Ton seinem Klangideal am nächsten kamen. Hammerflügel von Pleyel zählten zu ihrer Zeit zusammen mit den Produkten seines Konkurrenten Sébastien Érard zu den Spitzenprodukten des Tasteninstrumentenbaus. Es existieren heute noch zwei Konzertflügel von Pleyel, von denen verbürgt ist, dass sie im persönlichen Gebrauch von Chopin standen. Einer befindet sich in Großbritannien (Hurstwood Farm), der Andere in Warschau.[EN 23] Nach anderen Angaben existieren sieben Pleyel-Klaviere, von denen erwiesen sein soll, dass sie von Chopin gespielt wurden. Die Instrumente können in Museen auf Mallorca, Paris, Stockholm, Krakau und Warschau besichtigt werden, eines befindet sich in Privatbesitz in Deutschland.[EN 24]

Er finanzierte seinen Lebensunterhalt mit Konzerten. Zunächst deckten die Einnahmen gerade die Kosten, denn Chopin war noch nicht bekannt genug. Ein einflussreicher Förderer nahm ihn schließlich mit zu einem Empfang bei der Familie Rothschild. Sein Klavierspiel entzückte die Gäste so sehr, dass er bald eine Reihe von Klavierschülern – vornehmlich Klavierschülerinnen – gewonnen hatte. Dadurch hatte Chopin ab 1833 ein geregeltes Einkommen, das er durch Honorare für Konzerte und Kompositionen zusätzlich aufstocken konnte. Er konnte sich nun eine private Kutsche und Bedienstete leisten und ließ seine Kleidung nur aus feinsten Stoffen fertigen. Sein aufwendiger Lebensstil verschlang so viel Geld, dass er sich bald genötigt sah, statt vier Stunden nun fünf Stunden täglich zu unterrichten. Er wird in die Polnische Literarische Gesellschaft aufgenommen, deren Präsident Graf Cezary Plater (1810–1869) war. Seinerzeit wurden in Paris etwa 850 „Salons“ geführt. Wer in diesen Zirkel verkehrte, der hatte es zu gesellschaftlicher Reputation gebracht. Am wohlsten dürfte sich Chopin in den Künstlersalons gefühlt haben, wo er unter seinesgleichen verkehrte, wo Musizieren und Gedankenaustausch intellektuelles Niveau sicherten.[EN 25]

Chopin fühlte sich zutiefst mit dem Christentum verbunden. In vielen Briefen an seine in Polen verbliebene Familie brachte er seine Sehnsucht nach den in polnisch-katholischer Tradition gefeierten Festen etwa zu Weihnachten (Wigilia) oder Ostern zum Ausdruck – Traditionen, die den Franzosen völlig fremd waren.

Der im gleichen Jahr wie Fryderyk geborene Julian Fontana (1810–1869) verband mit Chopin seit der Kindheit eine lebenslange Freundschaft. Er war ebenfalls Schüler von Józef Elsner. Er schloss sich dem polnischen Novemberaufstand an und musste 1831 das Land verlassen. Er blieb zunächst in Hamburg und ließ sich 1832 in Paris als Pianist und Klavierlehrer nieder. Bis zu seiner Emigration in die Vereinigten Staaten (1841) war er für Chopin als Kopist, Arrangeur, Sekretär und Impresario tätig. Nach Chopins Tod veröffentlichte er gegen den früher geäußerten Willen des Komponisten, aber mit Zustimmung der Familie, einige nachgelassene Werke[A 5], darunter bekannte Klavierwerke wie Mazurken, Nocturnes, Walzer und das Album mit Chopins Liedern.[A 6] Außerdem kümmerte er sich um viele Veröffentlichungsdetails, verwaltete Konten, arrangierte Konzerte und kümmerte sich um viele Dinge des Lebens, die der kranke Chopin nicht mehr selbst besorgen konnte.[EN 26]

Zu Chopins Freundeskreis zählten unter anderem die Dichter Alfred de Musset, Honoré de Balzac, Heinrich Heine und Adam Mickiewicz, der Maler Eugène Delacroix, die Musiker Franz Liszt, Ferdinand von Hiller, der Cellist Auguste-Joseph Franchomme sowie die Schriftstellerin George Sand. Er hatte sie im Hause Franz Liszts kennengelernt, und seine erste Reaktion auf diese in Männerkleidung auftretende, Zigarren rauchende Frau war pure Ablehnung: „Was für eine unsympathische Frau sie doch ist! Ist sie denn wirklich eine Frau? Ich möchte es fast bezweifeln.“ 1835 machte er in Leipzig, vermittelt durch Felix Mendelssohn Bartholdy, Bekanntschaft mit Clara und Robert Schumann sowie 1836 mit Adolph von Henselt in Karlsbad.

Polnischer Patriot[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeitlebens bestand Chopin auf der polnischen Aussprache seines französischen Nachnamens: [ˈʃɔpɛn].[A 7] Chopin hatte durch seinen französischstämmigen Vater einen Anspruch auf die französische Staatsbürgerschaft, die er vier Jahre nach seiner Ankunft in Frankreich zusätzlich erhielt. Der Anspruch leitete sich vom Code Napoléon aus dem Jahre 1804 ab, in dem es in Artikel 10 hieß: „Jedes im Ausland geborene Kind eines Franzosen ist Franzose.“ (französisch Tout enfant né d'un Français a l'étranger est Français.). In Artikel 12 hieß es ferner, dass „der Status einer Ausländerin, die einen Franzosen heiratet, dem Status ihres Ehemannes folge“ (französisch L'étrangère qui a épouse un Français suivra la condition de son mari.). Durch diesen Umstand konnte es Chopin vermeiden, mit einem russischen Pass den Status eines politischen Flüchtlings zu erlangen.[EN 27] Sein französischer Pass wurde am 1. August 1835 ausgestellt.[EN 28][EN 29] Aus Anlass einer Reise von Chopin nach London erhielt dieser am 7. Juli 1837 einen von den französischen Behörden ausgestellten Reisepass. Es ist dort sowohl vermerkt, dass er „grau-blaue Augen“ hat (was nicht mit Delacroix Porträt des Komponisten übereinstimmt), als auch, dass Chopin „von französischen Eltern“ abstammt.[EN 30]

1837 erhielt Chopin über Graf Carlo Andrea Pozzo di Borgo das Angebot, Hofpianist beziehungsweise Hofkomponist des russischen Zaren Nikolaus I. zu werden. Hintergrund war ein Konzert, das Chopin im Mai 1825 auf einem Aeolomelodicum[EN 31] (einer Orgelvariante) vor seinem Vorgänger, Zar Alexander I. noch in Warschau in der Dreifaltigkeitskirche gegeben hatte. Der Zar hatte ihn seinerzeit mit einem kostbaren Brillantring belohnt.[EN 32] Chopin habe nichts zu befürchten, versicherte Graf Borgo. Er gelte nicht als politischer Emigrant, da er das Land schon vor dem Novemberaufstand verlassen habe. Dass er es versäumt habe, sein Visum in die Heimat zu verlängern, würde kein Problem darstellen. Chopins wies das Angebot zurück und antwortete, er habe zwar nicht aktiv am Novemberaufstand teilgenommen, was er sehr bedaure. Aus der Ferne aber habe er immer die Partei der Aufständischen ergriffen und nur ihnen den Sieg gewünscht. Bis heute fühle er sich mit ihnen vereint in der Trauer über die Niederlage. Zudem würde er es den Franzosen nie verzeihen, dass Frankreich Polen während des Novemberaufstands nicht zu Hilfe geeilt war.

Durch die Absage war ihm jedoch dauerhaft eine Rückkehr in das Kongresspolen verwehrt. Zudem verkaufte er den zaristischen Brillantring.[EN 33]

Die Zeit mit George Sand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Selbstporträt Maria Wodzińskas
George Sand 1838. Gemälde von Auguste Charpentier (1815–1880)
Das Paar Chopin/Sand empfängt den Besucher, in überlebensgroßer Darstellung, in der Karthause zu Valldemossa

Als Chopin 1837 wegen einer unglücklichen Liebe zu der damals 18-jährigen Maria Wodzińska in eine Lebenskrise geriet, war es die sechs Jahre ältere Amandine Aurore Lucile Dupin de Francueil alias George Sand, die ihm sein seelisches Gleichgewicht wieder gab. Auf den ersten Blick scheint dies verwunderlich: Maria Wodzińska und George Sand hatten so gut wie nichts miteinander gemeinsam. Wodzińska war ein femininer Typ, wie man sich das von Töchtern aus gutem Hause wünschte, wohingegen die Schriftstellerin Sand sich als selbstbewusste, provozierende und antithetisch gebende Persönlichkeit darstellte. Aufgrund der Tatsache, dass Chopin sie beim ersten Kennenlernen vehement abgelehnt hatte, blieben bei dem Verhältnis der beiden zueinander, das auch eine Liebesbeziehung war, viele Fragen offen.

George Sand war eine leidenschaftliche Frau, der eine ganze Reihe zumeist jüngerer Männer regelrecht verfielen. Ob das auch auf Chopin zutraf, lässt sich nicht beantworten. George Sand hat nachträglich zahlreiche an sie gerichtete Briefe vernichtet, so dass hierfür keine eindeutigen Belege überliefert sind. Ihre intime Beziehung dauerte zehn Jahre. In dieser Zeit hielt sich das Paar abwechselnd in Paris sowie auf George Sands Landsitz in Nohant, der heutigen Maison de George Sand, auf.

Valldemossa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im November 1838 machte George Sand mit ihren Kindern Maurice und Solange eine Reise nach Mallorca. Der Entschluss hierzu beruhte auf ärztlichem Rat, denn man erhoffte eine Verbesserung des Gesundheitszustands von Maurice, der an Rheumatismus erkrankt war. Da Chopin an Tuberkulose litt und sich eine Besserung durch ein milderes Klima erhoffte, schloss er sich der Familie an. Während Maurice sich erholte, stand für Chopin der Aufenthalt in der Kartause von Valldemossa in der Serra de Tramuntana unter keinem guten Stern. Die Räumlichkeiten waren kalt und feucht, das Wetter sehr schlecht. Hinzu kam die ablehnende Haltung der Mallorquiner gegenüber dem nicht verheirateten Paar. Schon bald zeigten sich bei Chopin alle Anzeichen einer Lungenentzündung, wie George Sand später schriftlich beklagte. Am 13. Februar 1839, nach nur dreieinhalb Monaten, verließen sie und Chopin die Insel. Trotz der relativen Kürze des Aufenthaltes, hatte er sowohl Chopin als auch George Sand stark mitgenommen. Aber anders als George Sand, die ihr vernichtendes Urteil über die Mallorquiner gleich in dem Bericht Ein Winter auf Mallorca aufarbeitete, reagierte Chopin weniger nachtragend. Der oft zitierte Brief vom 3. Dezember 1838 über die ärztliche Kunst der Mallorquiner ist möglicherweise weniger boshaft gemeint als vielmehr Zeugnis seiner Selbstironie, deren Chopin sich oft bediente, um mit seiner chronischen Erkrankung fertig zu werden.

„Die drei berühmtesten Ärzte der ganzen Insel haben mich untersucht; der eine beschnupperte, was ich ausspuckte, der zweite klopfte dort, von wo ich spuckte, der dritte befühlte und horchte, wie ich spuckte. Der eine sagte, ich sei krepiert, der zweite meinte, dass ich krepiere, der dritte, dass ich krepieren werde.“

Chopin[EN 6]

Auf Mallorca wurden die 24 Préludes Opus 28 fertiggestellt, zu denen das sogenannte Regentropfen-Prélude zählt. Im Kontext dieser Musikstücke wird gern darauf verwiesen, wie unwohl Chopin sich in der unbehaglichen Umgebung des Klosters gefühlt hat. Ein Brief vom 28. Dezember 1838 belegt diese Annahme. Chopin schrieb an Julian Fontana:

„Nur einige Meilen entfernt zwischen Felsen und Meer liegt das verlassene, gewaltige Kartäuserkloster, in dem du dir mich in einer Zelle mit Tür, einem Tor, wie es nie in Paris eins gab, vorstellen kannst, unfrisiert, ohne weiße Handschuhe, blass wie immer. Die Zelle hat die Form eines hohen Sargs, das Deckengewölbe ist gewaltig, verstaubt, das Fenster klein, vor dem Fenster Orangen, Palmen, Zypressen; gegenüber dem Fenster mein Bett auf Gurten unter einer mauretanischen, filigranartigen Rosasse. Neben dem Bett ein nitouchable, ein quadratisches Klappult, das mir kaum zum Schreiben dient, darauf ein bleierner Leuchter […] mit einer Kerze, Bach, meine Kritzeleien und auch anderer Notenkram … still … man könnte schreien … und noch still. Mit einem Wort, ich schreibe Dir von einem seltsamen Ort.“

Chopin[EN 6]

Nach Aussagen von George Sand, litt Chopin in jener Zeit oft unter Halluzinationen.[EN 34]

Nohant[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Rückkehr von Mallorca nahm Chopins Leben einen geregelten Verlauf. Die Winter waren dem Unterrichten, den gesellschaftlichen Veranstaltungen, dem Kulturleben, den Salons und Chopins wenigen eigenen Auftritten gewidmet, die Sommer verbrachte das Paar bis einschließlich 1846 meist auf George Sands Landsitz Nohant. Dort fand Chopin Zeit und Ruhe fürs Komponieren. Er empfing Freunde und debattierte etwa in Gesprächen mit Delacroix ästhetische Fragen. Er studierte dort das Belcanto-Repertoire des 18. Jahrhunderts und Luigi Cherubinis Cours de contrepoint et de fugue.[EN 35] Eine große Anzahl von Werken entstand in dieser letzten mit George Sand verbrachten Zeit.

Ende der Beziehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Beziehung zwischen Chopin und George Sand endete 1847. Der Grund hierfür ist nicht eindeutig geklärt. Weder Chopin noch George Sand haben zu ihrer Trennung Stellung bezogen. Bekannt ist, dass George Sand zu dieser Zeit sehr konfliktfreudig auftrat. Dass ihre Tochter Solange sich dem mittellosen Bildhauer Auguste Clésinger zugewandt hatte, war Auslöser für Familienstreitigkeiten, bei denen es zu Handgreiflichkeiten zwischen dem Sohn Maurice und Clésinger beziehungsweise der dem Sohn beispringenden Mutter kam. Was im Einzelnen vorfiel, ist nicht gesichert, weil es hierüber von George Sands und Solange unterschiedliche Berichte gibt. Chopin, von der Nachricht brüskiert, dass Solange sich heimlich verlobt hatte, hielt gleichwohl seine Freundschaft zu ihr aufrecht, was für George Sand einen großen Affront darstellte.

Öffentliche Auftritte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab seiner Emigration nach Frankreich gab Chopin lediglich 30 öffentliche Auftritte. Er zog dabei – im Gegensatz zu Liszt – die intime Atmosphäre der Pariser Salons den großen Konzertsälen vor. Chopin bestritt seinen Lebensunterhalt mit Klavierunterricht und dem Verkauf seiner Kompositionen, die er manchmal gleichzeitig Verlegern in Frankreich, England und Deutschland anbot.

Komponist[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abguss der linken Hand von Chopin, post mortem; Polenmuseum Rapperswil (Schweiz).
Totenmaske von Chopin; Polenmuseum Rapperswil.

Alle Kompositionen Chopins schließen das Klavier ein. Die meisten sind Klaviersoli, obwohl er auch zwei Klavierkonzerte, Kammermusik und Vertonungen polnischer Lieder komponierte. Zu den von ihm bevorzugten Formen gehören Mazurken, Walzer, Nocturnes, Polonaisen, Etüden, Impromptus, Scherzi, und Sonaten, wobei einige erst nach seinem Tod veröffentlicht wurden. Sein Spiel galt als technisch anspruchsvoll und von einer hohen Individualität geprägt; seine eigenen Auftritte waren bekannt für Nuancierung und Feingefühl. Chopin schätzte vor allem die Interpretation seiner Werke durch Liszt, der ein hervorragender Blattspieler war. Lediglich bei Chopins Etüden stieß Liszt an seine Grenzen und bemerkte, dass er diese erst üben müsse.[EN 36]

Seine wenigen Kunstlieder waren nicht für die Veröffentlichung bestimmt und erlangten keine Bedeutung. Hingegen hatte er einen Sinn für die Klangfarbe des Violoncellos. Ihm widmete er vier Werke: die Introduction et polonaise brillante Opus 3, das Klaviertrio Opus 8 und die Sonate für Violoncello und Klavier Opus 65; mit Auguste-Joseph Franchomme schrieb er das Grand Duo über Themen aus Giacomo Meyerbeers Oper Robert der Teufel (ohne Werknummer).

Schon Elsner hatte ihm die Oper nahegebracht. Der Freischütz begeisterte ihn. Mit Vincenzo Bellini befreundet, liebte Chopin vor allem die italienische Oper. Liedformen und singbare Melodien sowie die Verzierungskunst des Belcanto spielten daher auch in seinen Instrumentalwerken eine große Rolle. Typisch für ihn wurde eine ausgeschmückte Melodik, die mit ihrer relativ freien rhythmischen Entfaltung deutlich vom Vokalen mitgeprägt worden ist. Die feingliedrigen Fiorituren und chromatischen Verzierungen seines Klaviersatzes sind vom Gesang beeinflusst.

Chopin übernahm – und überhöhte – die brillante Virtuosenliteratur. Der Einfluss von Ignaz Moscheles, Friedrich Kalkbrenner, Carl Maria von Weber, Johann Nepomuk Hummel und (der ebenfalls von Elsner ausgebildeten) Maria Szymanowska ist deutlich. Von Elsner in konzentrierter und akribischer Arbeit unterwiesen, feilte Chopin manchmal jahrelang an Kompositionsentwürfen. „Er […] wiederholte und änderte einen Takt hundertmal, schrieb ihn nieder und strich ihn ebenso oft wieder aus, um am nächsten Tag seine Arbeit mit der gleichen minutiösen, verzweifelten Beharrlichkeit fortzusetzen.“[EN 37]

Zur Melodik und zum virtuosen Klaviersatz seiner Kompositionen kommt eine hochexpressive Harmonik, die souverän mit Chromatik, Enharmonik und alterierten Akkorden umgeht und neuartige Wirkungen hervorruft.Sein Lehrer Elsner bestärkte Chopin in der Hinwendung zu polnischen Volkstänzen und Volksliedern. Ihre Elemente finden sich nicht nur in den Polonaisen, Mazurkas und Krakowiaks, sondern auch in anderen Werken ohne namentlichen Hinweis. Chopins Leitbilder waren Johann Sebastian Bach und Wolfgang Amadeus Mozart.

Chopin war an sich ein Multitalent, jedoch verblassen seine Begabungen als Linguist, Literat, Schauspieler und Maler – er nahm Zeichenunterricht bei Zygmunt Vogel (1764–1826) – neben seiner Genialität als Komponist.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trotz seines großen Ansehens, sah sich Chopin aber auch massiver Kritik ausgesetzt. In Deutschland griff besonders Ludwig Rellstab, Chopins Werke an. Nach der Veröffentlichung der Mazurken Opus 7 schrieb Rellstab in seiner Zeitschrift Iris vom 12. Juli 1833 beispielsweise über Chopin:[EN 38]

In den Tänzen sättigt er sich in dieser Leidenschaft gesucht und unnatürlich zu schreiben bis zum eklen Übermass. In Aufsuchung ohrzerreissender Dissonanzen, gequälter Übergänge, schneidender Modulationen, widerwärtiger Verrenkungen der Melodie und des Rhythmus, ist er ganz unermüdlich und wir mochten sagen unerschöpflich. Alles, worauf man nur fallen kann, wird hervorgesucht, um den Effect bizarrer Originalität zu erzeugen, zumal aber die fremdartigsten Tonarten, die unnatürlichsten Lagen der Accorde, die widerhaarigsten Zusammenstellungen in Betreff der Fingersetzung. […] Hätte Herr Chopin diese Composition einem Meister vorgelegt, so würde dieser sie ihm hoffentlich zerrissen vor die Füsse geworfen haben, was wir hiermit symbolisch thun wollen.

Ludwig Rellstab, 1833

Letzter Lebensabschnitt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teofil Kwiatkowski: Chopin auf dem Sterbebett[A 8]

Im Laufe des Jahres 1847 verschlechterte sich Chopins Gesundheitszustand ernstlich. Chopins Schülerin Jane Stirling (1804–1851), die bis zum Zerwürfnis Chopins mit George Sand eher im Hintergrund für Chopin gewirkt hatte, nahm sich nach der Trennung des Paares der Anliegen Chopins an und versuchte dessen immer größer werdende materielle Not zu lindern.

Am 16. Februar 1848 gab Chopin in der Salle Pleyel in der rue Rochechouart 20 sein letztes Konzert in Paris.

Der Februarrevolution 1848 entging Chopin durch einen sieben Monate dauernden Aufenthalt in Großbritannien, den Jane Stirling organisiert hatte. Er trat ebenso vor Queen Victoria (1819–1901) und Prince Albert (1819–1861) auf und reiste weiter nach Schottland, wo er in Edinburgh und Glasgow Konzerte gab. Am 23. November kehrte er nach Paris zurück und nahm seine Unterrichtstätigkeit wieder auf, was ihm wegen seiner nachlassenden Kräfte aber auch wegen nachlassender Nachfrage wegen der Unruhen allerdings nur sehr unregelmäßig gelang. Anfang Oktober 1849, verfasste er sein Testament. Chopin wollte demgemäß alle unvollendeten und nicht herausgegebenen Partituren verbrennen lassen.[EN 35]

Bei einer Körpergröße von 1,70 m wog er nur 45 kg. Der Gedanke an den Tod begleitete ihn Zeit seines Lebens. Sein Vater, seine jüngste Schwester und zwei engste Freunde verstarben alle an Tuberkulose, derjenigen Krankheit, die auch sein Ende bedeuten sollte.

Tod[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Grab von Chopin auf dem Friedhof Père Lachaise in Paris mit der Muse Euterpe von Auguste Clésinger

Wenige Tage vor Chopins Tod am 17. Oktober kaufte Jane Stirling seinen Pleyel-Flügel. Chopin starb im Alter von 39 Jahren in seiner Wohnung an der Place Vendôme Nr. 12 im 1. Arrondissement (Paris), wahrscheinlich an Tuberkulose.[EN 39] Nach anderer Vermutung könnte auch Mukoviszidose die Ursache gewesen sein.[EN 40] Gegen diese Vermutung spricht, dass an Mukoviszidose Erkrankte in jener Zeit in der Regel bereits in der Kindheit und Jugend gestorben sind. Wissenschaftler untersuchten 2017 das in Cognac eingelegte Herz von Chopin und stellten fest, dass Chopin an einer Herzbeutelentzündung (Perikarditis) litt, die infolge einer Tuberkulose entstand.[EN 41] Daneben wird ärztlicherseits über weitere mögliche Todesursachen spekuliert.[EN 42]

Zum Zeitpunkt seines Todes gegen zwei Uhr morgens wachten enge Freunde, unter anderem auch George Sands Tochter Solange Clésinger an seinem Bett. Am darauffolgenden Morgen nahm Auguste Clésinger Chopin die Totenmaske ab und fertigte einen Abguss von dessen linker Hand an. Jane Stirling bezahlte alle Kosten seines Begräbnisses, alle Reisekosten von Chopins Schwester Ludwika und ihrer Tochter Magdalena, und kam für die Kosten auf, um sein Klavier nach Warschau zu bringen. Sie kaufte alle restlichen Möbel und Wertgegenstände Chopins, einschließlich seiner Totenmasken, die Clésinger angefertigt hatte.[EN 43]

Zu Chopins Totenmesse in der Kirche La Madeleine wurde, als der Sarg von der Krypta in die Oberkirche getragen wurde, eine Orchesterfassung des Trauermarsches aus seiner Klaviersonate in b-Moll Opus 35 gespielt. Weiterhin erklangen, auf der Orgel gespielt, die Préludes in e-Moll und h-Moll aus Opus 28. Den Abschluss bildete Mozarts Requiem, ein Wunsch Chopins. Die Bestattung erfolgte auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise (Division 11). Jane Stirling verstreute polnische Erde auf dem Grab. Am Jahrestag seines Ablebens, dem 17. Oktober 1850, enthüllte Auguste Clésinger das von ihm gestaltete Grabmal mit dem Medaillon von Fryderyk Chopin.

Auf seinen Wunsch wurde sein Herz in die polnische Heimat gebracht. Seine Schwester Ludwika schmuggelte das Herz nach Polen und lagerte es in Warschau. Während des Zweiten Weltkriegs nahm ein hoher SS-Befehlshaber und großer Bewunderer von Chopin das Herz an sich. Nach Ende des Krieges wurde das Organ wieder nach Polen zurückgebracht und in der Heilig-Kreuz-Kirche in Warschau in eine Säule eingemauert, wo es in einem Behälter mit Cognac liegt.

Am 10. März 2011 veröffentlichte der Danziger Fotograf und Galerist Władysław Żuchowski eine Daguerreotypie mit beigefügtem Schriftzug „Frédéric Chopin 1849“, die er aus nicht genannter Quelle in Schottland erworben habe; sie sei mit dem Namen des Fotografen Louis-Auguste Bisson beschriftet und zeige anscheinend den toten Chopin auf dem Sterbebett. Die Authentizität der Aufnahme wurde bisher nicht bestätigt.

Chopin während des Nationalsozialismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Chopin Denkmal in Warschau war von Wacław Szymanowski 1907 entworfen worden und sollte ursprünglich zur Wiederkehr Chopins 100. Geburtstag 1910 eingeweiht werden. Durch Kontroversen über das Design und durch den Ersten Weltkrieg bedingt wurde es erst 1926 im Łazienki-Park errichtet. Es zeigt den sitzenden Chopin unter einer stilisierten Pianistenhand, die in den Adlerkopf des Wappen Polens übergeht. Nach dem Überfall auf Polen sprengte die deutsche Wehrmacht dieses Denkmal am 31. Mai 1940. Nachdem die Gussform den Zweiten Weltkrieg überstand, konnte ein Replikat des Denkmals nach dem Krieg angefertigt werden, das 1958 am ursprünglichen Ort wieder aufgestellt wurde.[EN 44] Die Nationalsozialisten unterstellten Chopins Musik revolutionäre Gedanken. Verboten war es ohnehin, Musikwerke aufzuführen, die mit der polnischen Nationaltradition zusammenhingen.

Nocturne cis-Moll, posthum

Im polnischen Rundfunk wurde das Nocturne in cis-Moll gespielt, als dieser seine Sendung wegen des Angriffs deutscher Truppen auf Warschau unterbrach. Mit genau demselben Stück nahm der polnische Rundfunk seine Sendungen nach dem Zweiten Weltkrieg wieder auf.[EN 45]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Balade Nr. 1, Opus 23, Eunmi Ko
Balade Nr. 2, Opus 38
Balade Nr. 3, Opus 47
Balade Nr. 4, Opus 52

Von Chopin sind etwa 150 Werke überliefert.

Balladen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Erster übertrug Chopin die epische Form der Ballade auf die Klaviermusik. Als neue Gattung kennzeichnet sie die Verknüpfung kontrastierender, erzählender Melodien nach musikalischer Gesetzmäßigkeit, die Sonatensatzformen nicht ausschließt.[EN 46] Dass Gedichte von Adam Mickiewicz und Juliusz Słowacki Chopin zu den vier Balladen angeregt haben, wird vermutet, ist aber nicht erwiesen.[EN 47][EN 48]

Siehe
Ballade Nr. 1 (Chopin)
Ballade Nr. 2 (Chopin)
Ballade Nr. 3 (Chopin)
Ballade Nr. 4 (Chopin)

Barcarolle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Barcarolle (Chopin)
Barcarolle, Opus 60, Veronika Ilinskaya

Als „Barkarolen“, (von italienisch barca, deutsch ‚Boot‘), bezeichnete man ursprünglich Gesänge venezianischer Gondolieri. Die Themen in Chopins Werk erinnern an Gondoliere-Melodien; sie werden getragen von einer Begleitung, die das Rauschen des Wassers und Ruderschlags suggeriert.

Berceuse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berceuse, Opus 57, Christine Hartley-Troskie

Erhaltene Skizzen seiner Berceuse geben einen seltenen Einblick in Chopins Schaffensweise.[EN 20] Neben dem Basso ostinato kennzeichnet eine persönliche Besonderheit Chopins „Wiegenlied“ in Des-Dur Opus 57 (1844): Etwa die Hälfte der Werke Chopins tragen Widmungen. Mit Ausnahme der Berceuse und eines Walzers hatte Chopin jeweils einem Menschen stets nur ein einziges Stück gewidmet. Die Berceuse und der Walzer sind Mademoiselle Elise Gavard gewidmet, einem 1842 neugeborenen Kind, das mit seiner Mutter, einer Freundin George Sands, und Chopin im Sommerurlaub in Nohant war. Da George Sand und ihre Freundin Verfechterinnen der Freien Liebe waren, wird vermutet, dass Elise Gavard möglicherweise Chopins Tochter war. Die kleine Elise Gavard ist der einzige Mensch, dem zwei Stücke Chopins gewidmet sind – darunter ihr eigenes Wiegenlied. Chopin spielte das luftig-zarte Stück bei all seinen (wenigen) öffentlichen Konzerten.

Etüden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Etüden (Chopin)
Etüde Opus 10 Nr. 1, Martha Goldstein
Etüde Opus 10 Nr. 12, Revolutionsetüde, Martha Goldstein

Alle 27 Etüden (12 Etüden op. 10, 12 Etüden op. 25, 3 Etüden "Méthode des Méthodes") sind mit einer Spieldauer von zwei bis vier Minuten kurze Stücke. Chopin bevorzugte die kleinen Formen, weil sie sich am besten als Experimentierfeld eignen. In Polen wird die zwölfte Etüde (die sogenannte Revolutionsetüde) bis heute als ein nationales Denkmal in Tönen geschätzt. Sie zählt zu den bekanntesten Werken Chopins. Seine Etüden sind – im Gegensatz zu denen anderer Komponisten wie beispielsweise Carl Czerny – Konzertetüden, die zum Repertoire vieler großer Pianisten gehören. Problematische Nachschöpfungen sind die Studien über die Etüden von F. Chopin (Godowsky), weil sie durch die Betonung des rein Technischen der Intention Chopins widersprechen.

Impromptus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fantaisie-Impromptu, Opus 66 posthum

Schuberts und Chopins Impromptus sind so wenig Stegreifstücke wie ihre Walzer. Als ausgearbeitete Kunstwerke gehören sie zu den unvergänglichen Werken beider Komponisten. Von Chopin bekannt wurde vor allem das Fantaisie-Impromptu. Es erschien erst 1855 posthum. Chopin hatte es um 1834 geschrieben, aber nicht zur Veröffentlichung freigegeben. Als Grund hierfür wird angenommen, er habe erst nach dem Entstehen des Stücks erkannt, dass das Hauptthema des ersten Teiles eine große Ähnlichkeit mit dem Thema des Vivace aus dem Impromptu Opus Opus 89 von Ignaz Moscheles aufwies. Dem Vorwurf des Plagiats wollte sich Chopin nicht aussetzen.

Musikalisch und pianistisch reicher sind die Impromptus Fis-Dur Opus 36 (1840) und Ges-dur Opus 51 (1843).[EN 49] Das streckenweise zweistimmige Impromptu As-Dur Opus Opus 29 (1837/38) mit seinem reich verzierten f-Moll-Mittelteil bleibt im Rahmen virtuoser Salonmusik.

2. Klavierkonzert, Opus 21, 1. Satz, Seattle Symphony Orchestra unter der Leitung von Nico Snel
2. Klavierkonzert, Opus 21, 2. Satz, Seattle Symphony Orchestra unter der Leitung von Nico Snelv
2. Klavierkonzert, Opus 21, 3. Satz, Seattle Symphony Orchestra unter der Leitung von Nico Snel

Konzerte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In seinen beiden Klavierkonzerten verwendet Chopin typisch polnische Elemente und stilisiert in den Schlußsätzen die Tänze Krakowiak (e-Moll-Konzert) und Mazurka (f-Moll-Konzert). Beide Konzerte sind Jugendwerke, Chopin komponierte sie kurz hintereinander in den Jahren 1829 und 1830, wobei das heute als Nr. 2 bezeichnete Konzert in f-moll Opus 21 das zuerst komponierte ist. Es wurde aber nach dem e-Moll-Konzert veröffentlicht und gilt somit als das zweite Klavierkonzert Chopins.

Krakowiak[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Konzertrondo für Klavier und Orchester Opus 14 in F-Dur (1828) und der Schlusssatz des e-Moll-Konzerts sind Krakowiaks, polnische Volkstänze, die aus der Region um Krakau stammen.

Lieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chopin vertonte im Laufe von knapp zwei Jahrzehnten 19 damals aktuelle, romantische polnische Gedichte. 17 davon wurden aus dem Nachlass 1859 von Julian Fontana (1810–1869) als Opus 74 herausgegeben. 2 Lieder tragen keine Opuszahl.[EN 50] Die Spannweite der Lieder reicht vom launigen Gesellschaftslied bis zur Rhapsodie, von der balladenartigen Dumka bis zur lyrischen Romanze.

Mazurka Opus 17 Nr. 4. (Interpret:Christoph Zbinden)
Mazurka Opus 7 Nr. 1. (Interpret:Christoph Zbinden)

Mazurkas[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mazurka war, anders als die Polonaise, Anfang des 19. Jahrhunderts eine recht neue Gattung der Klaviermusik, die sich aber schnell in ganz Europa etablierte. Chopin kannte sie als FolkloreMasur: Kujawiak und Oberek – von seinen Sommeraufenthalten auf dem polnischen Land.[EN 20] Mit 15 Jahren schrieb er seine erste Mazurka (B-Dur K. 891–895). Stilistische Merkmale seiner Mazurkas sind Chromatik, modale Wendungen und zuweilen ein Bass mit Quint-Bordun. Chopin veröffentlichte 43 [A 9] Mazurkas, die größtenteils in Gruppen zusammengefasst sind (Opus 6, 7, 17, 24, 30, 33, 41, 50, 56, 59, 63, dazu die Mazurken a-Moll „Gaillard“ und a-Moll „France Musicale“). In der Regel bildet das letzte Stück einen größeren Abschluss. Der Mittelteil der fis-Moll-Polonaise ist ebenfalls eine Mazurka.

Nocturne Opus 9 Nr. 2, Peter Johnston
Nocturne Opus 15 Nr. 2, Ignacy Jan Paderewski, 30. Januar 1937

Nocturnes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Nocturnes (Chopin)

Eine andere von Chopin weiterentwickelte Werkgruppe sind die 21 Nocturnes. Er baut mit ihnen auf den Nocturnes des Iren John Field auf, der großen Einfluss auf ihn hatte. Chopins Werke weisen dabei einen größeren harmonischen Gehalt, abwechslungsreichere Rhythmik und eine geschmeidigere Melodik auf. Die Melodien orientieren sich deutlich am Stil des Belcanto Gioachino Rossinis und Vincenzo Bellinis. Ab Opus 27 veröffentlichte Chopin die Nocturnes durchweg paarweise. Sie sind miteinander durch ihren antithetischen Charakter verbunden.

Polonaisen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Andante spianato et Grande Polonaise brillante Opus 22, Debbie Hu
Polonaise As-Dur, Opus 53, Héroïque, Giorgi Latso

Chopin schuf insgesamt 17 Polonaisen. Zunächst orientierte er sich an den Polonaisen Michał Ogińskis, Josef Elsners, Johann Nepomuk Hummels und Carl Maria von Webers. Sein frühestes, als Druckwerk erhaltene Stück ist eine Polonaise in g-Moll (K. 889) von 1817. Einige Polonaisen ohne Opuszahl sind Jugendwerke, die er später nicht veröffentlichen wollte, weil sie ihm zu schlicht waren. Seine späteren, in Paris entstandenen Werke dieser Gattung machen sich von den Vorbildern frei. Die meisten von ihnen verfügen (ab Opus 26 Nr.1) über eine kadenzierende Auftaktphrase, welche die Stücke formal gliedert. Die Polonaise fis-Moll Opus 44 zählt zu den längeren Polonaisen. Die Polonaise As-Dur (Opus 53, Héroïque) gilt als „heimliche Nationalhymne“ Polens.

Préludes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Préludes (Chopin) und Regentropfen-Prélude
Prélude Opus 28 Nr. 4

Die 24 Préludes Opus 28 entstanden 1839 und früher. Chopin widmete ihre deutsche Ausgabe seinem Freund August Alexander Klengel. Der Organist am Sächsischen Hof hatte ihn auf diese Idee gebracht. Wie im Wohltemperierten Klavier durchlaufen die Préludes alle Dur- und Moll-Tonarten, aber nicht in chromatischer Reihenfolge, sondern im Quintenzirkel, wobei bei Bach nach einer Durtonart die gleichnamige Molltonart kommt (C-Dur / c-Moll), bei Chopin die parallele Molltonart (C-Dur / a-Moll).Sie sind nicht nacheinander entstanden, sondern (auf Mallorca) nach langem Erproben nachträglich in den Ablauf der Quintenfolge gebracht worden. Erstaunlich an diesen „Adlern ohne Flügel“ ist, dass der „rein mechanischen Ordnung eine geistige, stimmungsmäßige entspricht: die 24 Stücke kann man hintereinander spielen, als habe man ein geschlossenes Gesamtwerk vor sich“.[EN 48]

Scherzi[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Scherzi (Chopin)
Scherzo Nr. 2, Opus 31, Eunmi Ko

Die vier Scherzi Chopins gehören zu seinen bedeutendsten Klavierwerken. Mit ihnen schuf er eine leidenschaftliche, virtuose Bekenntnismusik, die mit ihrem hohen Tempo (Presto, Prestissimo) und den zahlreichen pianistischen Herausforderungen nur großen Pianisten zugänglich ist. Die Scherzi können – wie seine Balladen – als eine Gattungsneugründung betrachtet werden.

Sonaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonate Nr. 2, Opus 32, 1. Satz, Bernd Krueger
Sonate Nr. 2, Opus 32, 2. Satz, Bernd Krueger
Sonate Nr. 2, Opus 32, 3. Satz, Bernd Krueger
Sonate Nr. 2, Opus 32, 4. Satz, Bernd Krueger

Nach der frühen Klaviersonate in c-moll Opus 4 aus dem Jahr 1827, die aber erst nach dem Tode des Komponisten veröffentlicht wurde, und der b-moll-Sonate Opus Opus 35, deren Entstehung sich über die Jahre 1837–1839 hinzog, konzentrierte sich Chopin ab August 1844 nach einem Besuch einiger Familienmitglieder in Paris ganz auf die Komposition seiner dritten und letzten Klaviersonate in h-moll Opus 58.

Tänze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Pole hat Chopin – wie seine Landsleute Karol Kurpiński und Maria Szymanowska – den heimatlichen Tänzen Polonaise und Mazurka ein Denkmal gesetzt. Als Charakterstücke sind sie wie die Walzer natürlich nicht zum Tanzen geeignet. Sie sind – wie bei einigen anderen Komponisten seiner und späterer Zeit – vielmehr stilisierte und poetisierte Tänze für den konzertanten Vortrag. An Tanz erinnern nur noch Takt und Rhythmus.[EN 51]

Bolero[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das konzertante Opus 19 ist ein Bolero.[EN 52] Trotz des vordergründig spanischen Geschmacks des Stückes wurde es als verdeckte Polonaise oder als Boléro à la Polonaise beschrieben, da seine Rhythmen eher an den Nationaltanz von Chopins Heimat erinnern als an alles Spanische. Der Bolero wurde 1838, fünf Jahre vor dem ersten Besuch von Chopin in Spanien, geschrieben.

Bourrée[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frédéric Chopin schrieb seine zwei Bourrées, ursprünglich barocke Hoftänze, 1846 in A-Dur und G-Dur, die zu seinen Lebzeiten nie veröffentlicht wurden. Da ihnen eine Opus-Nummer fehlt, werden sie normalerweise durch ihre Brown-Katalognummern, B. 160b1 und B. 160b2, bezeichnet. Wie viele seiner kleineren Werke wurden sie postum erst 1968 veröffentlicht, im Gegensatz zu seinem Wunsch, dass alle seine unveröffentlichten Manuskripte verbrannt werden.

Écossaise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chopin komponierte drei Écossaises (französisch „schottisch“), Opus 72 Nr. 3.1–3.3, ursprünglich schottische Rundtänze im 3/2- oder 3/4-Takt, die mit dem Dudelsack begleitet wurden. Es handelt sich um einen in Hofgesellschaften getanzten Kontratanz von lebhafter Bewegung im 2/4-Takt.

Tarantella[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tarantella ist ein aus Süditalien stammender Volkstanz. Sie zeichnet sich durch eine schnelle Musik im 3/8- oder 6/8-Takt aus. Chopin komponierte die Tarantella Opus 43 in As-Dur im Juni 1841 und veröffentlichte sie im Oktober 1841.[EN 53]

Walzer e-Moll B 56, posthum, Olga Gurevich

Walzer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Minutenwalzer Opus 64 Nr. 1, Muriel-Nguyen-Xuan
Grande Valse brillante (1831), Es-Dur Opus 18. Sergej Rachmaninow, Aufnahme: 21. Januar 1921

Die überwiegend raschen Walzer sind Salonmusik. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass Chopin diese Stücke mit wenigen Ausnahmen in Dur-Tonarten setzte, stehen diese doch nach dem abendländischen Harmonieverständnis für eine freudvollere Stimmung als die Moll-Tonarten. Der sogenannte „Minutenwalzer“ (Opus 64 Nr. 1) ist nicht darauf angelegt, möglichst in einer Minute gespielt zu werden.[EN 54] Hastiger Vortrag verdirbt diese Miniatur.[A 10]

Sonstige[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chopin komponierte ferner einzelne Stücke, die verschiedenen Musikgattungen zuzuordnen sind, wie beispielsweise Allegro de Concert Opus 46, Andante Spianato, BI 88, Andantino, BI 117, Cellosonate g-Moll, Opus 65, Fuge a-Moll, BI 144, Kanon f-Moll, BI 129(B), Klaviertrio g-Moll, Opus 8, Largo Es-Dur, BI 109 und diverse Variationen.

Werkverzeichnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lebensgroße Büste von der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin zum 200. Geburtstag (2010). Hackesche Höfe, Berlin. Entwurf Christian Bahr
Autograph der Polonaise As-Dur (1842) – Morgan Library & Museum
Vergleich von Ignaz Moscheles, Impromptu Opus Opus 89, und Frédéric Chopin, Fantaisie-Impromptu Opus 66 (posthum)

Werke mit Opuszahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Opus Titel Entstehungszeit Widmungsempfänger
1 Rondeau c-Moll 1825 Ludwika Linde
2 Variations sur „Là ci darem la mano“ de „Don Juan“ de Mozart B-Dur für Klavier und Orchester 1827/28 Tytus Woyciechowski
3 Polonaise brillante C-Dur für Violoncello und Klavier 1829/1830 Joseph Merk
4 Sonate Nr. 1 c-Moll 1828 Joseph Elsner
5 Rondeau à la Mazur F-Dur 1826/27 „Comtesse Alexandrine de Moriolles“
6 Quatre Mazurkas fis-Moll, cis-Moll, E-Dur, es-Moll 1830/32 „Comtesse Pauline Plater“
7 Cinq Mazurkas B-Dur, a-Moll, f-Moll, As-Dur, C-Dur 1830/32 Paul Emile Johns
8 Trio für Klavier, Violine und Violoncello g-Moll 1829 Fürst Anton Radziwiłł
9 Trois Nocturnes b-Moll, Es-Dur, H-Dur 1830/32 Marie Pleyel
10 Douze Études 1830/32 Franz Liszt
11 Klavierkonzert Nr. 1 e-Moll 1830 Friedrich Kalkbrenner
12 Variations brillantes sur le rondeau favori „Je vends des Scapulaires“ de „Ludovic“ de Hérold et Halévy B-Dur 1833 Emma Horsford
13 Fantaisie sur des airs nationaux polonais A-Dur für Klavier und Orchester 1829 Johann Peter Pixis
14 Krakowiak. Grand Rondeau de Concert F-Dur für Klavier und Orchester 1831/33 Fürstin Anna Czartoryska
15 Trois Nocturnes F-Dur, Fis-Dur, g-Moll 1831/33 Ferdinand von Hiller
16 Rondeau Es-Dur 1829 Caroline Hartmann
17 Quatre Mazurkas B-Dur, e-Moll, As-Dur, a-Moll 1831/33 „Madame Lina Freppa“
18 Grande valse brillante Es-Dur 1833 Laura Horsford
19 Boléro C-Dur etwa 1833 „Comtesse Emilie de Flahault“
20 Scherzo Nr. 1 h-Moll 1831/34 Thomas Albrecht
21 Klavierkonzert Nr. 2 f-Moll 1829/30 Gräfin Delfina Potocka
22 Grande polonaise brillante précédée d’un Andante spianato, G-Dur u. Es-Dur 1830/36 „Baronesse d’Est“
23 Ballade Nr. 1 g-Moll 1835 Bodo Albrecht von Stockhausen
24 Quatre Mazurkas g-Moll, C-Dur, As-Dur, b-Moll 1833/36 Graf Léon-Amable de Perthuis
25 Douze Études 1833/37 Gräfin Marie d’Agoult
26 Deux Polonaises cis-Moll, es-Moll 1831/36 Josef Dessauer
27 Deux Nocturnes cis-Moll, Des-Dur 1833/36 Gräfin Therese von Apponyi
28 24 Préludes Opus 28 1838/39 Camille Pleyel
29 Impromptu Nr. 1 As-Dur etwa 1837 „Comtesse Caroline de Lobau“
30 Quatre Mazurkas c-Moll, h-Moll, Des-Dur, cis-Moll 1836/37 Fürstin Maria von Württemberg geb. Fürstin Czartoryska
31 Scherzo Nr. 2 b-Moll 1835/37 „Comtesse Adèle de Fürstenstein“
32 Deux Nocturnes H-Dur, As-Dur 1835/37 „Baronin Camille de Billing née de Courbonne“
33 Quatre Mazurkas gis-Moll, D-Dur, C-Dur, h-Moll 1836/38 „Comtesse Róża Mostowska“
34 Trois Valses As-Dur, a-Moll, F-Dur 1831/38
34/1 Valse As-Dur Gräfin Josephine von Thun-Hohenstein
34/2 Valse a-Moll „Baronesse G. d’Ivry“
34/3 Valse F-Dur „Mademoiselle la Baronne A. d’Eichthal“
35 Sonate Nr. 2 b-Moll 1839
36 Impromptu Nr. 2 Fis-Dur 1839
37 Deux Nocturnes g-Moll, G-Dur 1837/39
38 Ballade Nr. 2 F-Dur 1839 Robert Schumann
39 Scherzo Nr. 3 cis-Moll 1839 Adolf Gutmann
40 Deux Polonaises A-Dur („Militaire“), c-Moll 1838/39 Julian Fontana
41 Quatre Mazurkas cis-Moll, e-Moll, H-Dur, As-Dur 1838/39 Stefan Witwicki
42 Grande Valse As-Dur 1839/40
43 Tarantelle As-Dur 1841
44 Polonaise fis-Moll 1841 Fürstin Ludmille de Beauveau geb. Komar
45 Prélude cis-Moll 1841 Fürstin Elisabeth Tschernischeff
46 Allegro de Concert A-Dur 1832/41 Friederike Müller
47 Ballade Nr. 3 As-Dur 1841 Pauline de Noailles
48 Deux Nocturnes c-Moll, fis-Moll 1841 Laure Duperré
49 Fantaisie f-Moll 1841 Fürstin Catherine de Souzzo
50 Trois Mazurkas, G-Dur, As-Dur, cis-Moll 1841/42 Leon Szmitkowski
51 Impromptu Nr. 3 Ges-Dur 1842 Gräfin Johanna von Esterházy geb. Gräfin Batthyány
52 Ballade Nr. 4 f-Moll 1842 Baronin Charlotte de Rothschild
53 Polonaise As-Dur („Héroïque“) 1842 Auguste Léo
54 Scherzo Nr. 4 E-Dur 1842 Jeanne de Caraman
55 Deux Nocturnes f-Moll, Es-Dur 1843 Jane Stirling
56 Trois Mazurkas H-Dur, C-Dur, c-Moll 1843 Catherine Maberly
57 Berceuse Des-Dur 1844 Elise Gavard
58 Sonate Nr. 3 h-Moll 1844 Gräfin Élise de Perthuis
59 Trois Mazurkas a-Moll, As-Dur, fis-Moll 1845
60 Barcarolle Fis-Dur 1846 Clotilde von Stockhausen
61 Polonaise Fantaisie As-Dur 1846 „Madame A. Veyret“
62 Deux Nocturnes H-Dur, E-Dur 1845/46 „Mademoiselle R. de Könneritz“
63 Trois Mazurkas H-Dur, f-Moll, cis-Moll 1846 Gräfin Laura Czosnowska
64 Trois Valses 1840/47
64/1 Valse Des-Dur („Minutenwalzer“) Audiodatei abspielen?/i Gräfin Delfina Potocka
64/2 Valse cis-Moll Baronin Charlotte de Rothschild
64/3 Valse As-Dur Gräfin Katarzyna Branicka
65 Sonate für Violoncello und Klavier g-Moll 1846/47 Auguste-Joseph Franchomme
66 Fantaisie-Impromptu cis-moll 1834
67 4 Mazurkas ?
68 4 Mazurkas C-Dur, a-Moll, F-Dur, f-Moll 1830–1846
69 2 Valses As-Dur, h-Moll ?
70 3 Valses Ges-Dur, As-Dur, Des-Dur ?
71 3 Polonaises d-Moll, B-Dur, f-Moll um 1820

Werke ohne Opuszahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Skizzenblatt und erste Seite des Manuskriptes der Berceuse
Goldene Taschenuhr, die Chopin im Alter von zehn Jahren von der berühmten Sängerin Fürstin Angelica Catalani in Warschau wegen seiner besonderen Begabung geschenkt bekam, 3. Oktober 1820.
  • Polonaise B-Dur (1817)
  • Polonaise g-Moll (1817)
  • Polonaise As-Dur (1821)
  • Introduction et Variations sur un air national allemand E-Dur (1824)
  • Polonaise gis-Moll (1824)
  • Mazurka B-Dur (1825/26)
  • Mazurka G-Dur (1825/26)
  • Variations für Klavier zu 4 Händen D-Dur (1825/26)
  • Polonaise b-Moll (1826)
  • Nocturne e-Moll (1828/30)
  • Souvenir de Paganini A-Dur (1829)
  • Mazurka G-Dur (1829)
  • Valse E-Dur (1829)
  • Valse Es-Dur (1829)
  • Mazurka avec partie vocale G-Dur (1829)
  • Valse As-Dur (1829)
  • Valse e-Moll (1830)
  • Czary avec partie vocale (1830)
  • Polonaise Ges-Dur (1830)
  • Lento con gran espressione cis-Moll (1830) (oft der Gattung der Nocturnes zugeordnet)
  • Mazurka B-Dur (1832)
  • Mazurka D-Dur (1832)
  • Gran Duo concertant sur „Robert le Diable“ de Meyerbeer für Violoncello und Klavier E-Dur (1832/33)
  • Mazurka C-Dur (1833)
  • Cantabile B-Dur (1834)
  • Mazurka As-Dur (1834)
  • Trois nouvelles études (1841)

Denkmäler (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Skulptur Karol Badynas von Frédéric Chopin und George Sand, Botanischer Garten von Singapur, 2008

Internationaler Chopin-Wettbewerb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Internationale Chopin-Wettbewerb (polnisch Międzynarodowy Konkurs Pianistyczny im. Fryderyka Chopina) ist einer der ältesten und angesehensten Musikwettbewerbe der Welt. Außerdem gehört er zu den wenigen monographischen Klavierwettbewerben, die dem Werk eines einzigen Komponisten gewidmet sind. Der Wettbewerb wurde 1927 begründet und findet alle fünf Jahre in Warschau statt, zuletzt 2015.

Große Chopin-Interpreten (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte Chopin-Interpreten ab dem 20. Jahrhundert.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chopin-Krater auf dem Planeten Merkur, aufgenommen am 25. November 2011 von der NASA-Raumsonde MESSENGER aus 11.000 km Entfernung
Zebrastreifen in Form einer Klaviertastatur in Warschau, im Chopinjahr 2010 gestaltet.
  • Das UK Antarctic Place-Names Committee benannte den Chopin Hill am 2. März 1961 nach dem Komponisten.
  • 1976 Benennung des Chopin-Kraters auf dem Planeten Merkur.
  • Chopin Ridge (polnisch Gran Chopina) wurde 1977/1979 ein 265 m hoher Bergkamm auf King George Island im Archipel der Südlichen Shetlandinseln nach dem Komponisten benannt.
  • (3784) Chopin ist ein Asteroid des Hauptgürtels, der am 31. Oktober 1986 nach Frédéric Chopin benannt wurde.
  • Die Fryderyk Chopin ist eine 1992 gebaute stählerne Brigg, die auf den Namen des Komponisten getauft wurde.
  • 2007 erschien das japanische Videorollenspiel „Eternal Sonata“ für XBOX360 und Playstation, in dem F. Chopin eine spielbare Figur ist. Das Spiel enthält einige Werke Chopins und informiert den Spieler über einige biografische Daten des Musikers.
  • 2010 veröffentlichte Peter Finger das Gitarrenstück Onkel Frédéric auf seinem Album Flow, eine Hommage an den Walzer-Komponisten Chopin.[EN 58]
  • Im Chopinjahr 2010 wurde in Warschau {ul. Emilii Plater} Chopin zu Ehren ein Zebrastreifen in Form einer Klaviertastatur angelegt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werkverzeichnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Maurice John Edwin Brown: Chopin. An index of his works in chronological order. 2. Auflage. Macmillan, London 1972, ISBN 0-333-13535-0 / Da Capo Press, New York 1972, ISBN 0-306-70500-1.
  • Józef Michal Chomiński, Teresa Dalila Turlo: A catalogue of the works of Frederick Chopin. Polskie Wydawnictwo Muzyczne (PWM), Kraków 1990, ISBN 83-224-0407-7.
  • Krystyna Kobylańska: Frédéric Chopin. Thematisch-bibliographisches Werkverzeichnis. Henle, München 1979, ISBN 3-87328-029-9.

Biographisches, Dokumente, Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belletristik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filme über Frédéric Chopin (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt fast 300 Titel in der größten Internet-Filmdatenbank, Internet Movie Database (IMDb), unter „Frédéric Chopin“, ein weiteres Dutzend lässt sich durch Links finden. Nur wenige polnische Filme werden aufgeführt, obwohl es etwa 50 solcher abendfüllender Spielfilme gibt.[EN 59]

  • 1934: Abschiedswalzer – Spielfilm, 87 Min., Deutschland, Regie: Géza von Bolváry, mit Wolfgang Liebeneiner als Chopin
  • 1951: Chopins Jugendzeit (Młodość Chopina) – Spielfilm, 1951, 121 Min., Polen, Regie: Aleksander Ford, mit Czesław Wołłejko als Chopin
  • 1991: Verliebt in Chopin (Impromptu) – Spielfilm, 1991, 103 Min., USA, Frankreich, Großbritannien, Regie: James Lapine, mit Hugh Grant als Chopin
  • 1991: Blue Note (La Note bleue) – Spielfilm, 1991, 135 Min., Frankreich, Regie: Andrzej Żuławski, mit Janusz Olejniczak als Chopin
  • 1993: Chopin – Bilder einer Trennung – TV-Spielfilm, 1993, 114 Min., Deutschland, Frankreich, Regie: Klaus Kirschner, mit Stephan Wolf-Schönburg als Chopin
  • 1999: Chopins Geheimnis. Der seltsame Fall der Delfina Potocka, Spielfilm, Doku-Fiktion, 1999, GB, 109 Min., Regie: Tony Palmer
  • 2002: Chopin – Sehnsucht nach Liebe (Chopin. Pragnienie miłości) – Spielfilm, 2002, Polen, 134 Min., Regie: Jerzy Antczak, mit Piotr Adamczyk als Chopin
  • 2010: Die Kunst des Frédéric Chopin (L’art de Frédéric Chopin. 200 ans de la naissance de Frédéric Chopin) – Dokumentation, Frankreich, 2010, 52 Min., Regie: Gérald Caillat

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Frédéric Chopin – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Chopin-Gesellschaften
Deutsche Chopin-Gesellschaft e. V. – Verein zur Pflege der Musik von Chopin
Neue Leipziger Chopin-Gesellschaft e. V.
Internationale Chopingesellschaft Wien
Werkverzeichnis
Werkverzeichnis nach Opus, BI, Titel, Gattung und Entstehung
Werkverzeichnis im ClassicalMusicDB
Freie Notenausgaben
Noten und Audiodateien von Frédéric Chopin im International Music Score Library Project
www.kreusch-sheet-music.net Sammlung von Chopins Klavierwerken
Akustisches
ClassicCat.net – Chopin – Verzeichnis mit freien Aufnahmen
Piano Society – Chopin – Freie Aufnahmen
Hörbeispiele bei Magazzini Sonori

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Fryderyk Chopin – Mensch Pianist Komponist, in: Mieczyslaw Tomaszewski, Frédéric Chopin und seine Zeit, Laaber-Verlag, 2017, ISBN 3-89007-448-0. Abgerufen am 18. Februar 2018.
  2. Michał Witt et al., A Closer Look at Frederic Chopin’s Cause of Death, American Journal of Medicine, Elsevier, 11. Oktober 2017, doi:10.1016/j.amjmed.2017.09.039
  3. Wincenty Łopaciński, Chopin, Mikołaj, Polski słownik biograficzny, Band III, Kraków, Polska Akademia Umiejętnosści, 1937, S. 427.
  4. Stammbaum Chopin, geni. Abgerufen am 16. Februar 2018.
  5. Fryderyk Chopin, Geburtsurkunde und Taufurkunde, Parafia Rzymskokatolicka św. Jana Chrzciciela i św. Rocha. Abgerufen am 12. Februar 2018.
  6. abcde Krystyna Kobylańska (Hrsg.): Fryderyk Chopin. Briefe. Berlin 1983.
  7. s. hierzu: Tadeusz A. Zieliński: Chopin. a.a.O. S. 864.
  8. Kobylanska: Heimat. S. 11.
  9. Was Chopin born 200 years ago? (Memento vom 19. April 2010 im Internet Archive)
  10. Frédéric Chopin, un franco-polo polonais (Memento vom 23. Juli 2012 im Internet Archive)
  11. Ernst Burger: Frédéric Chopin. Eine Lebenschronik in Bildern und Dokumenten. München 1990, ISBN 3-7774-5370-6, S. 13 f.: Abbildungen der Urkunden.
  12. Henryk F. Nowaczyk: Chopin ochrzczony „z wody“ w Żelazowej Woli. In: Ruch Muzyczny. Jahr XLIII, n° 14 (11. Juli 1999), S. 35–39.
  13. Franz Liszt: Chopin., Breitkopf & Härtel, Leipzig, 1852, S. 133.
  14. Frédéric Chopin, info-polen.com. Abgerufen am 18. Februar 2018.
  15. Józef Elsner, Schlossmuseum in Łańcut. Abgerufen am 18. Februar 2018.
  16. Ankündigung eines Chopin-Konzerts in Wien, Musikalische Akademie, 11. August 1829, Österreichische Nationalbibliothek. Abgerufen am 18. Februar 2018.
  17. Allgemeine musikalische Zeitung, 31. Jahrgang, Nr. 46,.. Breitkopf und Härtel, 1829, S. 757. Eingeschränkte Vorschau in Google Books.
  18. Allgemeine musikalische Zeitung, Nr. 49 vom 7. Dezember 1831.. Breitkopf & Härtel., 1831, S. 805. Eingeschränkte Vorschau in Google Books.
  19. Matthäus 6.21. Deutsche Bibelgesellschaft. Abgerufen am 18. Februar 2018.
  20. abc Ernst Burger: Frédéric Chopin. Eine Lebenschronik in Bildern und Dokumenten. München 1990, ISBN 3-7774-5370-6.
  21. Biblioteka warszawska.. A. Krasiński, 1862., S. 40.
  22. Paul J. Welfens, Maria J. Welfens: Der Europäische Chopin.. BoD – Books on Demand, 2010, ISBN 978-3-8391-7619-1, S. 216.
  23. Geschichte bedeutender französischer Klavierbauer, Pianos Romantiques. Abgerufen am 18. Februar 2018.
  24. Pleyel-Flügel aus Chopins Pariser Wohnung entdeckt, classic.com. Abgerufen am 19. Februar 2018.
  25. Jürgen Lotz, Frédéric Chopin, Rowohlt, 1995, ISBN 3-499-50564-9
  26. Paul J. Welfens, Maria J. Welfens: Der europäische Chopin: Essay zu Musik - Reisen - Lebenserfahrung.. Books on Demand, 14. Dezember 2010, ISBN 978-3-8391-7809-6, S. 48.
  27. Tadeusz A. Zielinski, Chopin: Sein Leben, sein Werk, seine Zeit (Serie Musik), Co.-Prod. mit Atlantis Musikbuch-Verlag, 2008, ISBN 3-254-08048-3, S. 401. Eingeschränkte Vorschau.
  28. Ann Malaspina: Chopin’s World. The Rosen Publishing Group, New York 2008, ISBN 978-1-4042-0723-3, S. 26. Eingeschränkte Vorschau in Google Books.
  29. Tad Szulc: Chopin in Paris. The Life and Times of the Romantic Composer‎. Da Capo Press, Cambridge/Mass. 1999, ISBN 978-0-306-80933-0, S. 69. Eingeschränkte Vorschau in Google Books.
  30. Passport von Chopin, 1837. Abgerufen am 14. Februar 2018.
  31. Allgemeine musikalische Zeitung.. Breitkopf und Härtel, 1825, S. 763–765.
  32. Ferdynand Hoesick: Chopin. Życie i twórczość. Band I Warszawa 1810–1831. Warszawa: Polskie Wydawnictwo Muzyczne, 1967, S. 84–85. Eingeschränkte Vorschau in Google Books.
  33. Eva Gesine Baur: Chopin, oder, Die Sehnsucht: eine Biografie.. C.H.Beck, 2009, ISBN 978-3-406-59056-6, S. 250.
  34. George Sand: Geschichte meines Aufenthalts auf Mallorca aus Geschichte meines Lebens, als Anhang in George Sand: Ein Winter auf Mallorca. DTV Taschenbuch, 10. Auflage. München 1995, S. 258 f.
  35. ab Jean-Jacques Eigeldinger: Chopin, Fryderyk Franciscek, Frédéric François. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart. Personenteil 4, Kassel u. a. 2000, Spalte 977–979.
  36. Tadeusz A. Zielinski, Chopin: Sein Leben, sein Werk, seine Zeit (Serie Musik), Co.-Prod. mit Atlantis Musikbuch-Verlag, 2008, ISBN 3-254-08048-3, S. 375. Eingeschränkte Vorschau.
  37. Bericht George Sands in: Ernst Burger: Frédéric Chopin. Eine Lebenschronik in Bildern und Dokumenten. München 1990, ISBN 3-7774-5370-6, S. 254.
  38. Tadeusz A. Zielinski, Chopin: Sein Leben, sein Werk, seine Zeit (Serie Musik), Co.-Prod. mit Atlantis Musikbuch-Verlag, 2008, ISBN 3-254-08048-3, S. 420. Eingeschränkte Vorschau.
  39. Andreas Otte, Konrad Wink: Kerners Krankheiten großer Musiker. 6. Auflage. Schattauer, Stuttgart/ New York 2008, ISBN 978-3-7945-2601-7, S. 221ff.
  40. Lucyna Majka, Joanna Gozdzik, Micha Witt: Cystic fibrosis – a probable cause of Frédéric Chopin’s suffering and death. (PDF; 54 kB) In: J. Appl. Genet. 44 (2003), S. 77–84.
  41. concerti. Das Konzert- und Opernmagazin. Dezember 2017. S. 6.
  42. Jan Brachmann: Herzenssache. Woran starb Frédéric Chopin? In: Frankfurter Allgemeine. Feuilleton. (21. November 2017).
  43. Jane Stirling, Clan Stirling Online. Abgerufen am 14. Februar 2018.
  44. Hanna Kotkowska-Bareja, Pomnik Chopina. Warszawa: Państwowe Wydawnictwo Naukowe. (1970) S. 47.
  45. Rede zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, Deutscher Bundestag, 2012. Abgerufen am 12. Februar 2018.
  46. Peter Hollfelder: Die Klaviermusik. Noetzel, Wilhelmshaven 1999. S. 146. ISBN 3-7959-0435-8.
  47. Robert Schumann: Gesammelte Schriften über Musik und Musiker. Hg. von M. Kreisig. 5. Auflage. Leipzig 1914, Bd. 3, S. 32.
  48. ab Otto Emil Schumann: Handbuch der Klaviermusik. 4. Auflage. Wilhelmshaven 1979, S. 356–359.
  49. Ingolf Wunder (Memento vom 30. Juni 2014 im Internet Archive)
  50. Józef Michał Chomiński, Teresa Dalila Turło, Katalog dzieł Fryderyka Chopina, (A Catalogue of the works of Frederick Chopin) (=Documenta Chopiniana). Polskie Wydawnictwo Muzyczne (PWM), Kraków 1990. ISBN 83-224-0407-7, S. 157.
  51. Karl Heinrich Wörner: Geschichte der Musik: ein Studien- und Nachschlagebuch.. Vandenhoeck & Ruprecht, 1993, ISBN 978-3-525-27811-6., S. 495. Eingeschränkte Vorschau in Google Books.
  52. Ingolf Wunder (YouTube)
  53. Chopin Biography, Narodowy Instytut Fryderyka Chopina. Abgerufen am 18. Februar 2018.
  54. „Minutenwalzer“ Analyse
  55. Chopin-Denkmal enthüllt Der Standard, 25. November 2010.
  56. Dramatic Chopin statue unveiled in central Manchester (englisch) The Polish Heritage Society, September 2011.
  57. Chopin (englisch) inyourpocket.com, May 2016.
  58. Hannes Fricke: Mythos Gitarre: Geschichte, Interpreten, Sternstunden. Reclam, Stuttgart 2013, ISBN 978-3-15-020279-1, S. 139.
  59. Chopin goes to the movies, FF Chopin, (under supervision of the Fryderyk Chopin Society). Abgerufen am 20. Februar 2018.

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. abcd Die Endung „-ówna“ bedeutet im Polnischen „Tochter des...“, gesprochen: [ˌʃɔpɛnˈuːvna]
  2. Wörtliche Übersetzung: deutsch „Dort werden wir uns die Hand geben“.
  3. Voller Wortlaut des Abschiedslieds. In: Tadeusz A. Zieliński: Chopin. Życie i droga twórcza. Polskie Wydawnictwo Muzyczne (PWM) Kraków 1993. ISBN 978-83-224-0456-0. Seite 183. Der Text wurde einen Tag nach Chopins Abreise am 3. November 1830 im „Kurier Warszawski“ abgedruckt.
    Zrodzony w polskiej krainie,
    niech Twój talent wszędzie słynie,
    a gdy będziesz nad Dunajem,
    Spreją, Tybrem lub Sekwaną,
    niechaj polskim obyczajem
    ogłaszanymi zostaną
    Przez twe zajmujące tony,
    Co umila nasze strony:
    Mazur i Krakowiak luby,
    stąd szukaj zachwytu, chluby,
    nagrody, talentu, trudów,
    Że głosząc pieśń naszych ludów,
    jako ich współziomek prawy,
    przydasz wieniec do ich sławy.

    Chór:

    Choć opuszczasz nacze kraje,
    Lecz serce Twoje wpośród nas zostaje;
    pamięć Twojego talentu istnieć u nas będzie...
    Życzym Ci serdecznie pomyślności wszędzie.
  4. Zur Legende, Chopin habe diese Etüde in Stuttgart nach der Nachricht von der Kapitulation Warschaus geschrieben, siehe: Tadeusz A. Zieliński: Chopin. Sein Leben, sein Werk, seine Zeit. Gustav Lübbe Verlag, Bergisch Gladbach 1999. ISBN 3-7857-0953-6. Seite 873, Nr. 31. Zieliński weist darauf hin, dass Chopin an den Etüden Opus 10 vorwiegend in Wien gearbeitet habe und dass die Grundidee zur sogenannten Revolutionsetüde Opus 10/12 schon vor dem Stuttgarter Aufenthalt existiert habe. Zudem passe der Ausdruck von Kampf und Heroismus, den die Etüde ausstrahlt, nicht zu den Gefühlen, die eine Niederlage und Kapitulation auslösen.
  5. Sie tragen die Opuszahlen 66–73 (erschienen 1855) und 74 (erschienen 1859).
  6. Siehe die vielen Briefe Chopins an Fontana in Krystyna Kobylańska (Hrsg.): Fryderyk Chopin. Briefe. Berlin 1983.
  7. Im Polnischen wird der Name auf der 1. Silbe betont.
  8. Auftragsarbeit von Jane Stirling. Von links: Aleksander Jełowicki, Chopins Schwester Ludwika, Marcelina Czartoryska, Wojciech Grzymała, Kwiatkowski
  9. Siehe: Fryderyk Chopin: Mazurki. (Wydanie Narodowe, Redaktor: Jan Ekier). Polskie Wydawnictwo Muzyczne (PWM), Kraków 1998. Die Ausgabe des Henle Verlages, München, verzeichnet insgesamt mit den nachgelassenen 57 Mazurken.
  10. Der „Minutenwalzer“ mit dem sich ständig um den Ton as drehenden Hauptthema ist auch unter dem Namen „Petit chien“ bekannt. „George Sand besaß einen kleinen Hund, der die Gewohnheit hatte, sich rund umher zu drehen, um seinen Schwanz zu erfassen. Eines Abends, als derselbe gerade damit beschäftigt war, sagte sie zu Chopin: ‚Wenn ich Ihr Talent hätte, so würde ich für diesen Hund ein Clavierstück schreiben.‘ Chopin setzte sich sofort ans Clavier und improvisierte den reizenden Walzer in Des-dur (Opus 64), der daher den Namen Valse du petit chien erhalten hat. Diese Geschichte ist den Schülern und Freunden des Meisters wohl bekannt, wird aber verschieden erzählt.“ Friedrich Niecks: Friedrich Chopin als Mensch und Musiker. Vom Verfasser vermehrt und aus dem Englischen übertragen von Dr. Wilhelm Langhans [1832–92]. Zweiter Band. Leipzig 1890, S. 155 (archive.org).
Dieser Artikel wurde am 12. April 2005 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.
Chopin, Porträt von Eugène Delacroix, Teil eines größeren Gemäldes, das Frédéric Chopin und Georges Sand darstellte, 1838; Ordrupgaard Museum, Kopenhagen.
Daguerreotypie von Bisson 1846
Fotoportrait Chopins von Louis-Auguste Bisson ca. 1849.

Fryderyk Franciszek Chopin (auch Szopen) oder Frédéric François Chopin (* 22. Februar oder 1. März 1810 in Żelazowa Wola, im damaligen Herzogtum Warschau; † 17. Oktober 1849 in Paris) war ein polnischer Komponist, Pianist und Klavierpädagoge. Er verbrachte die ersten 20 Jahre seines Lebens bis zum 2. November 1830 in Polen und die restlichen 18 Jahre ab September 1831 in Frankreich. Chopin besaß die polnische und ab 1835 zusätzlich auch die französische Staatsbürgerschaft. Er schuf vorwiegend Klavierwerke. Schon zu Lebzeiten galt er als einer der führenden Musiker seiner Zeit. Sein Klavierspiel wurde wegen der Erweiterung der technischen und klanglichen Möglichkeiten des Instrumentes, der Sensibilität des Anschlages, der Neuerungen im Gebrauch beider Pedale und im Fingersatz als außergewöhnlich angesehen.[EN 1] Chopin wuchs in Warschau als Sohn einer Polin und eines Franzosen auf. Der als Wunderkind geltende Chopin erhielt seine musikalische Ausbildung in Warschau, wo er auch seine ersten Stücke komponierte. Chopins Leben war geprägt von Krankheit. Er starb 1849 im Alter von 39 Jahren in Paris, höchstwahrscheinlich an den Folgen einer Tuberkulose, nach Erkenntnissen aus dem Jahre 2017 an einer Perikarditis (Herzbeutelentzündung).[EN 2]

Chopins Kompositionsstil ist beeinflusst von der polnischen Volksmusik, der klassischen Tradition Bachs, Mozarts, Webers und Schuberts, besonders aber vom Stil des Belcanto der zeitgenössischen italienischen Oper (Vincenzo Bellini, 1801–1835). Auch die Atmosphäre der Pariser Salons, in welchen er häufig verkehrte, prägte sein Schaffen. Seine Neuerungen in allen Elementen der Komposition (Melodik, Rhythmik, Harmonik, Formen) als auch das Einbeziehen der polnischen Musiktradition mit ihrer Betonung des nationalen Charakters, waren für die Entwicklung der europäischen Musik wichtig.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eltern von Frédérik Chopin, Nicolas Chopin und Tekla Justyna, geb. Krzyżanowska. Ölgemälde von Ambroży Mieroszewski, 1829

Chopins Eltern waren der aus Frankreich stammende Sprachlehrer Nicolas Chopin und die Polin Tekla Justyna Chopin, geb. Krzyżanowska. Die Eheschließung fand am 2. April 1804 statt. Sie Verband die Leidenschaft zur Musik. Nicolas spielte Geige und Flöte, Tekla Justyna spielte Klavier und sang. Sie hatten vier Kinder.

Chopins Vater Nicolas war Ende 1787 (noch vor dem regulären polnischen Parlament, 1788–1792 (polnisch Sejm Czteroletni, deutsch Vierjähriger Sejm)), demnach vor den Teilungen Polens (1793, 1795), nach Polen ausgewandert. Er brach sämtliche Kontakte mit seiner Familie in Frankreich ab. Im Hause Chopins wurde es vermieden, über den französischen Teil der Familie zu sprechen. Mit der Zeit wurde er nicht nur polinisiert, sondern nahm die polnische Staatsbürgerschaft an und änderte seinen Vornamen in die polnische Übersetzung „Mikołaj“. Er kämpfte im Russisch-Polnischen Krieg 1792 und im Kościuszko-Aufstand 1794 für die polnische Unabhängigkeit auf polnischer Seite.[EN 3]

Genealogie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stammbaum[EN 4]
Ururgroßeltern François Chapin
(1676–28.06.1714)
Catherine Oudot
(6.03.1682–21.01.1753)
Estienne Bastien
(1687–1734)
Anne Maton
(1691–1734)
Jean Deflin
(1674–9.12.1754)
Catherine Henry
(1687–1715)
Claude Renard
(1667–1729)
Anne Barbe
 ? ? ? ?
Urgroßeltern Nicolas Chopin
(1712–?)
Elizabeth Bastien
(1712–1747)
Jean Charles Deflin
(1705–1738)
Suzanne Renard
(1709–1774)
Mikołaj Krzyżanowski
Barbara Jeż
 ?
Großeltern François Chopin
(1738–1814)
Marguerite Deflin
(1736–1794)
Jakub Krzyżanowski
(1729–29.10.1805)
Antonina Kołomińska
Eltern Nicolas Chopin
(15.04.1771–3.05.1844)
Tekla Justyna Krzyżanowska
(14.09.1782–1.10.1861)
Kinder Ludwika Marianna Chopinówna[A 1]
(06.04.1807–29.10.1855)
Józef Jędrzejewicz
(07.07.1803–11.05.1853)
Fryderyk Franciszek Chopin
(22.02.1810–17.10.1849)
Izabella Chopinówna[A 1]
(09.07.1811–03.06.1881)
Feliks Antoni Barciński
(28.05.1803–09.05.1878)
Emilia Chopinówna[A 1]
(09.11.1812–10.04.1827)

Geburt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chopins Geburtshaus, heute ein Museum
Lateinischer Eintrag Fridericus Franciscus Choppen im Kirchenbuch über die Taufe Chopins am 23. April 1810

Chopin kam in Żelazowa Wola zur Welt, einem Dorf in der Gemeinde Brochów, Bezirk Sochaczew, Departement Warschau im damaligen Herzogtum Warschau. 52 Kilometer westlich von Warschau gelegen, war dieses Dorf seit 1800 im Besitz der Landadelsfamilie Skarbek. Geburt und Taufe Chopins wurden zu Ostern, am 23.  April 1810 in Brochów registriert, zwei Monate nach der Geburt. Die Einträge wurden erst 43 Jahre nach Chopins Tod, im Jahre 1892 entdeckt.[EN 5]

Unklares Geburtsdatum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die beiden Urkunden geben als Geburtsdatum den 22. Februar 1810 an; aber nach Chopins eigener Angabe – lange vor der Entdeckung der Geburtsurkunde – ist sein Geburtstag der 1. März 1810.[EN 6] So schreibt er im Januar 1833 dem Präsidenten der Polnischen Literarischen Gesellschaft in Paris, dass er am 1. März 1810 geboren wurde. Auch gegenüber François-Joseph Fétis, dem Verfasser der Biographie universelle des musiciens macht er brieflich im März 1836 die gleiche Angabe. Die letzten Biographien übernehmen dieses Datum und betrachten den „22. Februar“ als Irrtum von Nicolas Chopin am 23. April 1810. In den älteren Biographien (vor der Entdeckung der Einträge) findet man andere Daten.

Auch Chopins Mutter gab den 1. März als Geburtstag an. (Brief vom Februar 1837). In der Familie wurde Chopins Geburtstag immer am 1. März gefeiert. Drei Gedenkstätten verzeichnen den 22. Februar als Geburtstag: die Gedenktafel am Geburtshaus in Żelazowa Wola, die Tafel am Sterbehaus in Paris (Place Vendôme 12) und die Urne mit Chopins Herz in der Heiligkreuzkirche in Warschau.[EN 7]

Die polnischsprachige Geburtsurkunde verzeichnet Chopin als Fryderyk Franciszek.[EN 8] Mit der eigenhändigen Unterschrift des Vaters bestätigt sie den 22. Februar 1810 als Geburtstag.[EN 9][EN 10][EN 11]

Taufe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chopins Unterschrift FF Chopin.

Getauft wurde er in der Wehrkirche von Brochów. Der lateinische Eintrag im Kirchenbuch (lateinisch Liber baptisatorum) vermerkt als Namen Fridericus Franciscus und als Geburtsdatum ebenfalls den 22. Februar 1810. Eingetragen sind Chopins Vater als Nicolai Choppen Gali (lateinisch Galli, deutsch ‚Gallier, Kelten‘), seine Mutter als Justyna de Krzyżanowska sowie Franciscus Grembecki und Anna Skarbkówna[A 1] als Taufpaten.

Der Vermerk im Taufeintrag, lateinisch Baptisatum ex Aqua, deutsch ‚„getauft aus Wasser“‘ bedeutet, dass vor der zeremoniellen Taufe eine Nottaufe stattgefunden hatte, wahrscheinlich bei den Chopins in Żelazowa Wola; aber sie wurde nicht registriert.[EN 12] Auch die jüngste Schwester Emilia wurde am 15. Dezember 1812 notgetauft und am 14. Juni 1815 mit traditionellen Zeremonien getauft.

Obwohl Franciszek Grembecki der offizielle Pate war, trug Chopin Graf Fryderyk Skarbeks (1792–1866) Vornamen als Rufnamen. In einigen Briefen erwähnt er Fryderyk Skarbek als Paten, wobei der 1810 als Student in Paris weilte. Franciszek, der zweite Vorname, war der ins Polnische übersetzte Vorname (François) des Großvaters Nicolas. Chopins Unterschrift war immer FF Chopin.

Die frühen Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wojciech Żywny, Chopins erster Klavierlehrer

Chopin und seine drei Schwestern erhielten eine gründliche Erziehung, die von Herzlichkeit und Toleranz geprägt war. Auf Wunsch seines Vaters erhielt Fryderyk Chopin bis zu seinem 13. Lebensjahr Hausunterricht. Seine ältere Schwester Ludwika begann ihm Polnisch- und Französischunterricht und ersten Klavierunterricht zu erteilen und nahm die Rolle einer zweiten Mutter ein. Sie selbst war Schülerin von Wojciech Żywny (1756–1842), einem aus Böhmen stammenden Pianisten und Klavierlehrer. In der Zeit von 1816 bis 1822 wurde er in Warschau auch der erste Klavierlehrer Frédéric Chopins. Dieser begann seinen Klavierunterricht im Alter von sechs Jahren. Żywny legte bei Fryderyk die technischen Grundlagen des Klavierspiels, leitete ihn aber auch zu seinen ersten Kompositionen an und bereitete ihn auf seine ersten öffentlichen Auftritte vor. Später nahm auch seine jüngere Schwester Izabela bei Żywny Klavierunterricht. 1822 entließ er Chopin aus seinem Unterricht mit dem Hinweis, „dass er ihm nichts mehr beibringen könne“.[EN 13] Chopins musikalisches Talent zeigte sich früh, er galt als Wunderkind und komponierte schon im Alter von sieben Jahren. Seine ersten Polonaisen B-Dur und g-Moll sind auf 1817 datiert und ließen eine außergewöhnliche improvisatorische Begabung erkennen.

1818 wurde der österreichische Hofkomponist Adalbert Gyrowetz auf Chopin aufmerksam. Er führte ihn in die Kreise des österreichischen und polnischen Adels ein.[EN 14] 1818 spielte der Achtjährige anlässlich einer Wohltätigkeitsveranstaltung ein Konzert von Adalbert Gyrowetz; ab diesem Zeitpunkt trat er in den Salons des polnischen Hochadels auf.

Rondo à la Krakowiak in F-Dur, Op. 14 für Klavier und Orchester
Józef Elsner

Ab 1822 nahm Chopin Privatunterricht in Musiktheorie und Komposition bei Joseph Elsner (1769–1854), einem der herausragenden Vertreter der polnischen Musik der Aufklärung und der Frühromantik, wobei er deutscher Abstammung war. Als Komponist, Dirigent, Musiktheoretiker, Publizist und Pädagoge nimmt er als Vorläufer der polnischen Nationalbewegung eine bedeutende Stellung in der Musikgeschichte ein.[EN 15] Anschließend besuchte Chopin bis 1826 das Königlich-Preußische Lyzäum zu Warschau, gefolgt vom Studium an der Fryderyk-Chopin-Musikuniversität, wo er von Elsner in Kontrapunkt, Generalbass und Komposition weiter unterrichtet wurde. Er komponierte eifrig und legte die Ergebnisse Elsner vor, der dazu feststellte: „Er meidet die ausgetretenen Pfade und gewöhnlichen Methoden, aber auch sein Talent ist ungewöhnlich.“

Ein Jahr später spielte er öffentlich ein Konzert von Ferdinand Ries. Das Rondo in c-Moll Opus 1 entstand 1825, das Rondo à la Mazur in F-Dur Opus 5, 1826. Das Rondo für zwei Klaviere in C-Dur komponierte er 1828, ebenso das Rondo à la Krakowiak in F-Dur, Op. 14, für Klavier und Orchester, unter der Anleitung von Elsner.

Chopins Opus 2, Variationen über das Duett „Là ci darem la mano“[A 2] (deutsch „Reich mir die Hand, mein Leben“) aus Mozarts Don Giovanni für Klavier und Orchester, entstand 1827/28 und wurde am 11. August 1829 von Chopin selbst im Wiener K. und K. Hoftheater nächst dem Kärntnerthore uraufgeführt.[EN 16] Die Leipziger Allgemeine musikalische Zeitung (AmZ) schrieb darüber:[EN 17]

„Herr Chopin, Pianist aus Warschau, dem Vernehmen nach Würfels Schüler, führte sich als Meister vom ersten Range ein. Die ausgezeichnete Zartheit seines Anschlags, eine unbeschreibliche mechanische Fertigkeit, sein vollendetes, der tiefsten Empfindung abgelauschtes Nuançiren, Tragen und Schwellen der Töne, des Vortrags so seltene Klarheit und seine durch hohe Genialität gestempelten Erzeugnisse – Bravour–Variationen, Rondeau, freye Phantasie, - geben den von der Natur so überaus freygebig bedachten, selbstkräftigen Virtuosen zu erkennen, der, ohne vorher gegangenes Ausposaunen, als eines der leuchtendsten Meteore am musikalischen Horizonte erscheint.“

Allgemeine musikalische Zeitung, 18. November 1829.

Über die im Wiener Verlag Tobias Haslinger erschienene Notenausgabe brachte die AmZ vom 7. Dezember 1831 unter dem Titel Ein Opus II. eine huldigende Rezension von Robert Schumann, die mit dem Ausruf „Hut ab, Ihr Herren, ein Genie“ eingeleitet wurde.[EN 18]

Emigration nach Frankreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenktafel für Frédéric Chopin, Wien, Kohlmarkt 9.
Säule mit dem Herz Chopins in der Heilig-Kreuz-Kirche in Warschau mit der Inschrift: polnisch Gdzie skarb twój, tam i serce twoje, deutsch ‚„Wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz“‘. (Matthäus 6.21[EN 19])

Im Juli 1829 hatte Chopin sein Studium beendet. In Elsners Beurteilung heißt es: „Chopin Frédéric. Besondere Begabung, musikalisches Genie“ (polnisch „Szopen Friderik. Szczególna zdolność, geniusz muzyczny“).[EN 20]

Chopin war bereits in Polen ein gefeierter Mann. Die meisten seiner Etüden, einige Mazurkas und Polonaisen und vor allem seine beiden Klavierkonzerte entstanden in Polen, noch vor seinem 20. Lebensjahr. Er wusste, dass die wirklich großen Musiker nicht in Warschau, sondern in Paris, der Hochburg für Künstler aus aller Welt im 19. Jahrhundert, zu finden sind. Die wahre Größe eines Pianisten maß man damals am Erfolg in dieser Metropole.

Sein letztes Konzert in Polen gab er am 11. Oktober 1830 im Nationaltheater Warschau mit der Wiedergabe seines Klavierkonzertes e-Moll (Opus 11) und der Grande Fantaisie sur des airs polonais A-Dur (Opus 13) unter der Leitung von Carlo Soliva (1791–1853). Chopin war bereits in seiner Jugend in weitgereister Mann, der Dutzende von Orten besuchte und dafür unzählige Stunden in Kutschen verbrachte. Reisen waren bis an sein Lebensende Bestandteil seines Lebens, mit denen er halb Europa bereiste. Am 2. November 1830 – im Alter von 20 Jahren – verließ er auf Drängen seines Vaters vor der drohenden Revolte Polen und reiste über Kalisz, Breslau, Prag und Dresden nach Wien, wo er am 23. November ankam. Die Freunde überreichten ihm am letzten Abend einen Silberpokal mit polnischer Erde und sangen ihm am Stadtrand noch ein Abschiedslied:[EN 21][A 3]

„Choć opuszczasz nasze kraje,
lecz serce twoje wpośród nas zostaje;
pamięć Twojego talentu istnieć u nas będzie...
Życzym Ci serdecznie pomyślności wszędzie.“

„(Wörtliche Übersetzung):
Obwohl du unsere Lande verlässt,
bleibt dennoch dein Herz mitten unter uns;
die Erinnerung an dein Talent wird bei uns fortbestehen...
Wir wünschen dir von Herzen überall Erfolg.“

Novemberaufstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang Dezember 1830 erreichte Chopin in Wien die Nachricht, dass am Abend des 29. November 1830 die später sogenannte Novemberrevolution in Warschau ausgebrochen war. Nach einem Aufenthalt von über sieben Monaten, anfangs geprägt von Trauer über das ungewisse Schicksal Polens, verließ Chopin am 20. Juli 1831 Wien und fuhr nach Paris über Salzburg, München und Stuttgart, das er Anfang September 1831 erreichte und wo er von der Niederschlagung des polnischen Aufstandes und der am 8. September 1831 erfolgten Kapitulation Warschaus erfuhr. Er fuhr weiter über Straßburg[EN 22] nach Paris, wo er Mitte September 1831 eintraf und das bis zu seinem Tod Mittelpunkt seines Lebens und Schaffens bleiben sollte. Trotz seiner Erfolge und starken Verwurzelung im kulturellen Leben in Paris, sowie eines großen Freundeskreises, der auch die polnischen Emigranten einschloss, sehnte sich Chopin nach Polen und seiner Familie und litt, wie aus seinen Briefen und Aussagen hervorgeht, unter ständigem Heimweh (französisch „le mal du pays“). Sein Heimatgefühl und seinen Nationalstolz drückte er besonders in den 43 zu seinen Lebzeiten veröffentlichten Mazurken aus. Der Ausdruck der Sehnsucht, Nostalgie und Schwermut wurde neben der Betonung des Polentums (polnisch „polskość“) zum wichtigsten Merkmal seiner Musik und machte ihn zu einem der am meisten gespielten Komponisten der Musikgeschichte. Als glühender polnischer Patriot stand er ganz aufseiten des Widerstands gegen das zaristische Russland, das das sogenannte Kongresspolen besetzt hielt. Inspiriert durch den Aufstand entstand seine Revolutionsetüde (Opus 10 Nr. 12,).[A 4]

Paris[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der letzte Pleyel-Flügel (Nr. 14810), auf dem Fryderyk Chopin in den Jahren 1848–1849 spielte und komponierte. Frédéric-Chopin-Museum Warschau.
Chopins Polonaise – ein Ball im Hôtel Lambert in Paris, Anton Teofil Kwiatkowski (1809–1891).

Die Baulichkeiten und das Ambiente der Stadt sowie das großstädtische Flair der Parisiens faszinierten ihn. „Die schönste aller Welten“, schrieb er in einem Brief nach Polen. Hier lernte er den von ihm als Pianisten geschätzten Friedrich Kalkbrenner kennen, der ihm anbot, ihn drei Jahre lang zu unterrichten. Chopin lehnte dies ab, in der Sorge, seine persönliche Art des Klavierspiels zu verlieren. Selbstbewusst stellte er fest, nichts werde „imstande sein, einen vielleicht allzukühnen, aber edlen Willen und Plan, sich eine neue Welt zu schaffen, zu verwischen“.[EN 6] Chopins Briefen kann man entnehmen, dass er den Vermutungen seiner Freunde und seines Lehrers Elsner entgegentrat, Kalkbrenner habe es nur darauf abgesehen, sich damit zu schmücken, der Lehrer Chopins zu sein.[EN 6]

In Paris hatte Chopin bald nach seiner Ankunft im September 1831 erste Kontakte mit polnischen Emigrantenkreisen, die im Laufe der Zeit immer enger wurden. Auf dem Höhepunkt der Romantik arrangierten Marie und Camille Pleyel berühmte „Salons“. Marie Moke-Pleyel (1811–1875), Konzertpianistin und Ehefrau Camilles bis 1835, war Chopins erste Gastgeberin in Paris. Er wählte 1832 den Salon von Camille Pleyel („Salle Pleyel“ in der rue Cadet Nr. 9, womit zunächst die dortigen Salons, später verschiedene Konzertsäle in Paris bezeichnet wurden). Hier fand im Februar 1832 das erste Konzert Chopins in Paris statt. Chopin spielte meistens auf Instrumenten von Pleyel, die er wegen ihrer leichtgängigen Mechanik schätzte und mit ihrem warmen, sonoren Ton seinem Klangideal am nächsten kamen. Hammerflügel von Pleyel zählten zu ihrer Zeit zusammen mit den Produkten seines Konkurrenten Sébastien Érard zu den Spitzenprodukten des Tasteninstrumentenbaus. Es existieren heute noch zwei Konzertflügel von Pleyel, von denen verbürgt ist, dass sie im persönlichen Gebrauch von Chopin standen. Einer befindet sich in Großbritannien (Hurstwood Farm), der Andere in Warschau.[EN 23] Nach anderen Angaben existieren sieben Pleyel-Klaviere, von denen erwiesen sein soll, dass sie von Chopin gespielt wurden. Die Instrumente können in Museen auf Mallorca, Paris, Stockholm, Krakau und Warschau besichtigt werden, eines befindet sich in Privatbesitz in Deutschland.[EN 24]

Er finanzierte seinen Lebensunterhalt mit Konzerten. Zunächst deckten die Einnahmen gerade die Kosten, denn Chopin war noch nicht bekannt genug. Ein einflussreicher Förderer nahm ihn schließlich mit zu einem Empfang bei der Familie Rothschild. Sein Klavierspiel entzückte die Gäste so sehr, dass er bald eine Reihe von Klavierschülern – vornehmlich Klavierschülerinnen – gewonnen hatte. Dadurch hatte Chopin ab 1833 ein geregeltes Einkommen, das er durch Honorare für Konzerte und Kompositionen zusätzlich aufstocken konnte. Er konnte sich nun eine private Kutsche und Bedienstete leisten und ließ seine Kleidung nur aus feinsten Stoffen fertigen. Sein aufwendiger Lebensstil verschlang so viel Geld, dass er sich bald genötigt sah, statt vier Stunden nun fünf Stunden täglich zu unterrichten. Er wird in die Polnische Literarische Gesellschaft aufgenommen, deren Präsident Graf Cezary Plater (1810–1869) war. Seinerzeit wurden in Paris etwa 850 „Salons“ geführt. Wer in diesen Zirkel verkehrte, der hatte es zu gesellschaftlicher Reputation gebracht. Am wohlsten dürfte sich Chopin in den Künstlersalons gefühlt haben, wo er unter seinesgleichen verkehrte, wo Musizieren und Gedankenaustausch intellektuelles Niveau sicherten.[EN 25]

Chopin fühlte sich zutiefst mit dem Christentum verbunden. In vielen Briefen an seine in Polen verbliebene Familie brachte er seine Sehnsucht nach den in polnisch-katholischer Tradition gefeierten Festen etwa zu Weihnachten (Wigilia) oder Ostern zum Ausdruck – Traditionen, die den Franzosen völlig fremd waren.

Der im gleichen Jahr wie Fryderyk geborene Julian Fontana (1810–1869) verband mit Chopin seit der Kindheit eine lebenslange Freundschaft. Er war ebenfalls Schüler von Józef Elsner. Er schloss sich dem polnischen Novemberaufstand an und musste 1831 das Land verlassen. Er blieb zunächst in Hamburg und ließ sich 1832 in Paris als Pianist und Klavierlehrer nieder. Bis zu seiner Emigration in die Vereinigten Staaten (1841) war er für Chopin als Kopist, Arrangeur, Sekretär und Impresario tätig. Nach Chopins Tod veröffentlichte er gegen den früher geäußerten Willen des Komponisten, aber mit Zustimmung der Familie, einige nachgelassene Werke[A 5], darunter bekannte Klavierwerke wie Mazurken, Nocturnes, Walzer und das Album mit Chopins Liedern.[A 6] Außerdem kümmerte er sich um viele Veröffentlichungsdetails, verwaltete Konten, arrangierte Konzerte und kümmerte sich um viele Dinge des Lebens, die der kranke Chopin nicht mehr selbst besorgen konnte.[EN 26]

Zu Chopins Freundeskreis zählten unter anderem die Dichter Alfred de Musset, Honoré de Balzac, Heinrich Heine und Adam Mickiewicz, der Maler Eugène Delacroix, die Musiker Franz Liszt, Ferdinand von Hiller, der Cellist Auguste-Joseph Franchomme sowie die Schriftstellerin George Sand. Er hatte sie im Hause Franz Liszts kennengelernt, und seine erste Reaktion auf diese in Männerkleidung auftretende, Zigarren rauchende Frau war pure Ablehnung: „Was für eine unsympathische Frau sie doch ist! Ist sie denn wirklich eine Frau? Ich möchte es fast bezweifeln.“ 1835 machte er in Leipzig, vermittelt durch Felix Mendelssohn Bartholdy, Bekanntschaft mit Clara und Robert Schumann sowie 1836 mit Adolph von Henselt in Karlsbad.

Polnischer Patriot[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeitlebens bestand Chopin auf der polnischen Aussprache seines französischen Nachnamens: [ˈʃɔpɛn].[A 7] Chopin hatte durch seinen französischstämmigen Vater einen Anspruch auf die französische Staatsbürgerschaft, die er vier Jahre nach seiner Ankunft in Frankreich zusätzlich erhielt. Der Anspruch leitete sich vom Code Napoléon aus dem Jahre 1804 ab, in dem es in Artikel 10 hieß: „Jedes im Ausland geborene Kind eines Franzosen ist Franzose.“ (französisch Tout enfant né d'un Français a l'étranger est Français.). In Artikel 12 hieß es ferner, dass „der Status einer Ausländerin, die einen Franzosen heiratet, dem Status ihres Ehemannes folge“ (französisch L'étrangère qui a épouse un Français suivra la condition de son mari.). Durch diesen Umstand konnte es Chopin vermeiden, mit einem russischen Pass den Status eines politischen Flüchtlings zu erlangen.[EN 27] Sein französischer Pass wurde am 1. August 1835 ausgestellt.[EN 28][EN 29] Aus Anlass einer Reise von Chopin nach London erhielt dieser am 7. Juli 1837 einen von den französischen Behörden ausgestellten Reisepass. Es ist dort sowohl vermerkt, dass er „grau-blaue Augen“ hat (was nicht mit Delacroix Porträt des Komponisten übereinstimmt), als auch, dass Chopin „von französischen Eltern“ abstammt.[EN 30]

1837 erhielt Chopin über Graf Carlo Andrea Pozzo di Borgo das Angebot, Hofpianist beziehungsweise Hofkomponist des russischen Zaren Nikolaus I. zu werden. Hintergrund war ein Konzert, das Chopin im Mai 1825 auf einem Aeolomelodicum[EN 31] (einer Orgelvariante) vor seinem Vorgänger, Zar Alexander I. noch in Warschau in der Dreifaltigkeitskirche gegeben hatte. Der Zar hatte ihn seinerzeit mit einem kostbaren Brillantring belohnt.[EN 32] Chopin habe nichts zu befürchten, versicherte Graf Borgo. Er gelte nicht als politischer Emigrant, da er das Land schon vor dem Novemberaufstand verlassen habe. Dass er es versäumt habe, sein Visum in die Heimat zu verlängern, würde kein Problem darstellen. Chopins wies das Angebot zurück und antwortete, er habe zwar nicht aktiv am Novemberaufstand teilgenommen, was er sehr bedaure. Aus der Ferne aber habe er immer die Partei der Aufständischen ergriffen und nur ihnen den Sieg gewünscht. Bis heute fühle er sich mit ihnen vereint in der Trauer über die Niederlage. Zudem würde er es den Franzosen nie verzeihen, dass Frankreich Polen während des Novemberaufstands nicht zu Hilfe geeilt war.

Durch die Absage war ihm jedoch dauerhaft eine Rückkehr in das Kongresspolen verwehrt. Zudem verkaufte er den zaristischen Brillantring.[EN 33]

Die Zeit mit George Sand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Selbstporträt Maria Wodzińskas
George Sand 1838. Gemälde von Auguste Charpentier (1815–1880)
Das Paar Chopin/Sand empfängt den Besucher, in überlebensgroßer Darstellung, in der Karthause zu Valldemossa

Als Chopin 1837 wegen einer unglücklichen Liebe zu der damals 18-jährigen Maria Wodzińska in eine Lebenskrise geriet, war es die sechs Jahre ältere Amandine Aurore Lucile Dupin de Francueil alias George Sand, die ihm sein seelisches Gleichgewicht wieder gab. Auf den ersten Blick scheint dies verwunderlich: Maria Wodzińska und George Sand hatten so gut wie nichts miteinander gemeinsam. Wodzińska war ein femininer Typ, wie man sich das von Töchtern aus gutem Hause wünschte, wohingegen die Schriftstellerin Sand sich als selbstbewusste, provozierende und antithetisch gebende Persönlichkeit darstellte. Aufgrund der Tatsache, dass Chopin sie beim ersten Kennenlernen vehement abgelehnt hatte, blieben bei dem Verhältnis der beiden zueinander, das auch eine Liebesbeziehung war, viele Fragen offen.

George Sand war eine leidenschaftliche Frau, der eine ganze Reihe zumeist jüngerer Männer regelrecht verfielen. Ob das auch auf Chopin zutraf, lässt sich nicht beantworten. George Sand hat nachträglich zahlreiche an sie gerichtete Briefe vernichtet, so dass hierfür keine eindeutigen Belege überliefert sind. Ihre intime Beziehung dauerte zehn Jahre. In dieser Zeit hielt sich das Paar abwechselnd in Paris sowie auf George Sands Landsitz in Nohant, der heutigen Maison de George Sand, auf.

Valldemossa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im November 1838 machte George Sand mit ihren Kindern Maurice und Solange eine Reise nach Mallorca. Der Entschluss hierzu beruhte auf ärztlichem Rat, denn man erhoffte eine Verbesserung des Gesundheitszustands von Maurice, der an Rheumatismus erkrankt war. Da Chopin an Tuberkulose litt und sich eine Besserung durch ein milderes Klima erhoffte, schloss er sich der Familie an. Während Maurice sich erholte, stand für Chopin der Aufenthalt in der Kartause von Valldemossa in der Serra de Tramuntana unter keinem guten Stern. Die Räumlichkeiten waren kalt und feucht, das Wetter sehr schlecht. Hinzu kam die ablehnende Haltung der Mallorquiner gegenüber dem nicht verheirateten Paar. Schon bald zeigten sich bei Chopin alle Anzeichen einer Lungenentzündung, wie George Sand später schriftlich beklagte. Am 13. Februar 1839, nach nur dreieinhalb Monaten, verließen sie und Chopin die Insel. Trotz der relativen Kürze des Aufenthaltes, hatte er sowohl Chopin als auch George Sand stark mitgenommen. Aber anders als George Sand, die ihr vernichtendes Urteil über die Mallorquiner gleich in dem Bericht Ein Winter auf Mallorca aufarbeitete, reagierte Chopin weniger nachtragend. Der oft zitierte Brief vom 3. Dezember 1838 über die ärztliche Kunst der Mallorquiner ist möglicherweise weniger boshaft gemeint als vielmehr Zeugnis seiner Selbstironie, deren Chopin sich oft bediente, um mit seiner chronischen Erkrankung fertig zu werden.

„Die drei berühmtesten Ärzte der ganzen Insel haben mich untersucht; der eine beschnupperte, was ich ausspuckte, der zweite klopfte dort, von wo ich spuckte, der dritte befühlte und horchte, wie ich spuckte. Der eine sagte, ich sei krepiert, der zweite meinte, dass ich krepiere, der dritte, dass ich krepieren werde.“

Chopin[EN 6]

Auf Mallorca wurden die 24 Préludes Opus 28 fertiggestellt, zu denen das sogenannte Regentropfen-Prélude zählt. Im Kontext dieser Musikstücke wird gern darauf verwiesen, wie unwohl Chopin sich in der unbehaglichen Umgebung des Klosters gefühlt hat. Ein Brief vom 28. Dezember 1838 belegt diese Annahme. Chopin schrieb an Julian Fontana:

„Nur einige Meilen entfernt zwischen Felsen und Meer liegt das verlassene, gewaltige Kartäuserkloster, in dem du dir mich in einer Zelle mit Tür, einem Tor, wie es nie in Paris eins gab, vorstellen kannst, unfrisiert, ohne weiße Handschuhe, blass wie immer. Die Zelle hat die Form eines hohen Sargs, das Deckengewölbe ist gewaltig, verstaubt, das Fenster klein, vor dem Fenster Orangen, Palmen, Zypressen; gegenüber dem Fenster mein Bett auf Gurten unter einer mauretanischen, filigranartigen Rosasse. Neben dem Bett ein nitouchable, ein quadratisches Klappult, das mir kaum zum Schreiben dient, darauf ein bleierner Leuchter […] mit einer Kerze, Bach, meine Kritzeleien und auch anderer Notenkram … still … man könnte schreien … und noch still. Mit einem Wort, ich schreibe Dir von einem seltsamen Ort.“

Chopin[EN 6]

Nach Aussagen von George Sand, litt Chopin in jener Zeit oft unter Halluzinationen.[EN 34]

Nohant[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Rückkehr von Mallorca nahm Chopins Leben einen geregelten Verlauf. Die Winter waren dem Unterrichten, den gesellschaftlichen Veranstaltungen, dem Kulturleben, den Salons und Chopins wenigen eigenen Auftritten gewidmet, die Sommer verbrachte das Paar bis einschließlich 1846 meist auf George Sands Landsitz Nohant. Dort fand Chopin Zeit und Ruhe fürs Komponieren. Er empfing Freunde und debattierte etwa in Gesprächen mit Delacroix ästhetische Fragen. Er studierte dort das Belcanto-Repertoire des 18. Jahrhunderts und Luigi Cherubinis Cours de contrepoint et de fugue.[EN 35] Eine große Anzahl von Werken entstand in dieser letzten mit George Sand verbrachten Zeit.

Ende der Beziehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Beziehung zwischen Chopin und George Sand endete 1847. Der Grund hierfür ist nicht eindeutig geklärt. Weder Chopin noch George Sand haben zu ihrer Trennung Stellung bezogen. Bekannt ist, dass George Sand zu dieser Zeit sehr konfliktfreudig auftrat. Dass ihre Tochter Solange sich dem mittellosen Bildhauer Auguste Clésinger zugewandt hatte, war Auslöser für Familienstreitigkeiten, bei denen es zu Handgreiflichkeiten zwischen dem Sohn Maurice und Clésinger beziehungsweise der dem Sohn beispringenden Mutter kam. Was im Einzelnen vorfiel, ist nicht gesichert, weil es hierüber von George Sands und Solange unterschiedliche Berichte gibt. Chopin, von der Nachricht brüskiert, dass Solange sich heimlich verlobt hatte, hielt gleichwohl seine Freundschaft zu ihr aufrecht, was für George Sand einen großen Affront darstellte.

Öffentliche Auftritte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab seiner Emigration nach Frankreich gab Chopin lediglich 30 öffentliche Auftritte. Er zog dabei – im Gegensatz zu Liszt – die intime Atmosphäre der Pariser Salons den großen Konzertsälen vor. Chopin bestritt seinen Lebensunterhalt mit Klavierunterricht und dem Verkauf seiner Kompositionen, die er manchmal gleichzeitig Verlegern in Frankreich, England und Deutschland anbot.

Komponist[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abguss der linken Hand von Chopin, post mortem; Polenmuseum Rapperswil (Schweiz).
Totenmaske von Chopin; Polenmuseum Rapperswil.

Alle Kompositionen Chopins schließen das Klavier ein. Die meisten sind Klaviersoli, obwohl er auch zwei Klavierkonzerte, Kammermusik und Vertonungen polnischer Lieder komponierte. Zu den von ihm bevorzugten Formen gehören Mazurken, Walzer, Nocturnes, Polonaisen, Etüden, Impromptus, Scherzi, und Sonaten, wobei einige erst nach seinem Tod veröffentlicht wurden. Sein Spiel galt als technisch anspruchsvoll und von einer hohen Individualität geprägt; seine eigenen Auftritte waren bekannt für Nuancierung und Feingefühl. Chopin schätzte vor allem die Interpretation seiner Werke durch Liszt, der ein hervorragender Blattspieler war. Lediglich bei Chopins Etüden stieß Liszt an seine Grenzen und bemerkte, dass er diese erst üben müsse.[EN 36]

Seine wenigen Kunstlieder waren nicht für die Veröffentlichung bestimmt und erlangten keine Bedeutung. Hingegen hatte er einen Sinn für die Klangfarbe des Violoncellos. Ihm widmete er vier Werke: die Introduction et polonaise brillante Opus 3, das Klaviertrio Opus 8 und die Sonate für Violoncello und Klavier Opus 65; mit Auguste-Joseph Franchomme schrieb er das Grand Duo über Themen aus Giacomo Meyerbeers Oper Robert der Teufel (ohne Werknummer).

Schon Elsner hatte ihm die Oper nahegebracht. Der Freischütz begeisterte ihn. Mit Vincenzo Bellini befreundet, liebte Chopin vor allem die italienische Oper. Liedformen und singbare Melodien sowie die Verzierungskunst des Belcanto spielten daher auch in seinen Instrumentalwerken eine große Rolle. Typisch für ihn wurde eine ausgeschmückte Melodik, die mit ihrer relativ freien rhythmischen Entfaltung deutlich vom Vokalen mitgeprägt worden ist. Die feingliedrigen Fiorituren und chromatischen Verzierungen seines Klaviersatzes sind vom Gesang beeinflusst.

Chopin übernahm – und überhöhte – die brillante Virtuosenliteratur. Der Einfluss von Ignaz Moscheles, Friedrich Kalkbrenner, Carl Maria von Weber, Johann Nepomuk Hummel und (der ebenfalls von Elsner ausgebildeten) Maria Szymanowska ist deutlich. Von Elsner in konzentrierter und akribischer Arbeit unterwiesen, feilte Chopin manchmal jahrelang an Kompositionsentwürfen. „Er […] wiederholte und änderte einen Takt hundertmal, schrieb ihn nieder und strich ihn ebenso oft wieder aus, um am nächsten Tag seine Arbeit mit der gleichen minutiösen, verzweifelten Beharrlichkeit fortzusetzen.“[EN 37]

Zur Melodik und zum virtuosen Klaviersatz seiner Kompositionen kommt eine hochexpressive Harmonik, die souverän mit Chromatik, Enharmonik und alterierten Akkorden umgeht und neuartige Wirkungen hervorruft.Sein Lehrer Elsner bestärkte Chopin in der Hinwendung zu polnischen Volkstänzen und Volksliedern. Ihre Elemente finden sich nicht nur in den Polonaisen, Mazurkas und Krakowiaks, sondern auch in anderen Werken ohne namentlichen Hinweis. Chopins Leitbilder waren Johann Sebastian Bach und Wolfgang Amadeus Mozart.

Chopin war an sich ein Multitalent, jedoch verblassen seine Begabungen als Linguist, Literat, Schauspieler und Maler – er nahm Zeichenunterricht bei Zygmunt Vogel (1764–1826) – neben seiner Genialität als Komponist.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trotz seines großen Ansehens, sah sich Chopin aber auch massiver Kritik ausgesetzt. In Deutschland griff besonders Ludwig Rellstab, Chopins Werke an. Nach der Veröffentlichung der Mazurken Opus 7 schrieb Rellstab in seiner Zeitschrift Iris vom 12. Juli 1833 beispielsweise über Chopin:[EN 38]

In den Tänzen sättigt er sich in dieser Leidenschaft gesucht und unnatürlich zu schreiben bis zum eklen Übermass. In Aufsuchung ohrzerreissender Dissonanzen, gequälter Übergänge, schneidender Modulationen, widerwärtiger Verrenkungen der Melodie und des Rhythmus, ist er ganz unermüdlich und wir mochten sagen unerschöpflich. Alles, worauf man nur fallen kann, wird hervorgesucht, um den Effect bizarrer Originalität zu erzeugen, zumal aber die fremdartigsten Tonarten, die unnatürlichsten Lagen der Accorde, die widerhaarigsten Zusammenstellungen in Betreff der Fingersetzung. […] Hätte Herr Chopin diese Composition einem Meister vorgelegt, so würde dieser sie ihm hoffentlich zerrissen vor die Füsse geworfen haben, was wir hiermit symbolisch thun wollen.

Ludwig Rellstab, 1833

Letzter Lebensabschnitt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teofil Kwiatkowski: Chopin auf dem Sterbebett[A 8]

Im Laufe des Jahres 1847 verschlechterte sich Chopins Gesundheitszustand ernstlich. Chopins Schülerin Jane Stirling (1804–1851), die bis zum Zerwürfnis Chopins mit George Sand eher im Hintergrund für Chopin gewirkt hatte, nahm sich nach der Trennung des Paares der Anliegen Chopins an und versuchte dessen immer größer werdende materielle Not zu lindern.

Am 16. Februar 1848 gab Chopin in der Salle Pleyel in der rue Rochechouart 20 sein letztes Konzert in Paris.

Der Februarrevolution 1848 entging Chopin durch einen sieben Monate dauernden Aufenthalt in Großbritannien, den Jane Stirling organisiert hatte. Er trat ebenso vor Queen Victoria (1819–1901) und Prince Albert (1819–1861) auf und reiste weiter nach Schottland, wo er in Edinburgh und Glasgow Konzerte gab. Am 23. November kehrte er nach Paris zurück und nahm seine Unterrichtstätigkeit wieder auf, was ihm wegen seiner nachlassenden Kräfte aber auch wegen nachlassender Nachfrage wegen der Unruhen allerdings nur sehr unregelmäßig gelang. Anfang Oktober 1849, verfasste er sein Testament. Chopin wollte demgemäß alle unvollendeten und nicht herausgegebenen Partituren verbrennen lassen.[EN 35]

Bei einer Körpergröße von 1,70 m wog er nur 45 kg. Der Gedanke an den Tod begleitete ihn Zeit seines Lebens. Sein Vater, seine jüngste Schwester und zwei engste Freunde verstarben alle an Tuberkulose, derjenigen Krankheit, die auch sein Ende bedeuten sollte.

Tod[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Grab von Chopin auf dem Friedhof Père Lachaise in Paris mit der Muse Euterpe von Auguste Clésinger

Wenige Tage vor Chopins Tod am 17. Oktober kaufte Jane Stirling seinen Pleyel-Flügel. Chopin starb im Alter von 39 Jahren in seiner Wohnung an der Place Vendôme Nr. 12 im 1. Arrondissement (Paris), wahrscheinlich an Tuberkulose.[EN 39] Nach anderer Vermutung könnte auch Mukoviszidose die Ursache gewesen sein.[EN 40] Gegen diese Vermutung spricht, dass an Mukoviszidose Erkrankte in jener Zeit in der Regel bereits in der Kindheit und Jugend gestorben sind. Wissenschaftler untersuchten 2017 das in Cognac eingelegte Herz von Chopin und stellten fest, dass Chopin an einer Herzbeutelentzündung (Perikarditis) litt, die infolge einer Tuberkulose entstand.[EN 41] Daneben wird ärztlicherseits über weitere mögliche Todesursachen spekuliert.[EN 42]

Zum Zeitpunkt seines Todes gegen zwei Uhr morgens wachten enge Freunde, unter anderem auch George Sands Tochter Solange Clésinger an seinem Bett. Am darauffolgenden Morgen nahm Auguste Clésinger Chopin die Totenmaske ab und fertigte einen Abguss von dessen linker Hand an. Jane Stirling bezahlte alle Kosten seines Begräbnisses, alle Reisekosten von Chopins Schwester Ludwika und ihrer Tochter Magdalena, und kam für die Kosten auf, um sein Klavier nach Warschau zu bringen. Sie kaufte alle restlichen Möbel und Wertgegenstände Chopins, einschließlich seiner Totenmasken, die Clésinger angefertigt hatte.[EN 43]

Zu Chopins Totenmesse in der Kirche La Madeleine wurde, als der Sarg von der Krypta in die Oberkirche getragen wurde, eine Orchesterfassung des Trauermarsches aus seiner Klaviersonate in b-Moll Opus 35 gespielt. Weiterhin erklangen, auf der Orgel gespielt, die Préludes in e-Moll und h-Moll aus Opus 28. Den Abschluss bildete Mozarts Requiem, ein Wunsch Chopins. Die Bestattung erfolgte auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise (Division 11). Jane Stirling verstreute polnische Erde auf dem Grab. Am Jahrestag seines Ablebens, dem 17. Oktober 1850, enthüllte Auguste Clésinger das von ihm gestaltete Grabmal mit dem Medaillon von Fryderyk Chopin.

Auf seinen Wunsch wurde sein Herz in die polnische Heimat gebracht. Seine Schwester Ludwika schmuggelte das Herz nach Polen und lagerte es in Warschau. Während des Zweiten Weltkriegs nahm ein hoher SS-Befehlshaber und großer Bewunderer von Chopin das Herz an sich. Nach Ende des Krieges wurde das Organ wieder nach Polen zurückgebracht und in der Heilig-Kreuz-Kirche in Warschau in eine Säule eingemauert, wo es in einem Behälter mit Cognac liegt.

Am 10. März 2011 veröffentlichte der Danziger Fotograf und Galerist Władysław Żuchowski eine Daguerreotypie mit beigefügtem Schriftzug „Frédéric Chopin 1849“, die er aus nicht genannter Quelle in Schottland erworben habe; sie sei mit dem Namen des Fotografen Louis-Auguste Bisson beschriftet und zeige anscheinend den toten Chopin auf dem Sterbebett. Die Authentizität der Aufnahme wurde bisher nicht bestätigt.

Chopin während des Nationalsozialismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Chopin Denkmal in Warschau war von Wacław Szymanowski 1907 entworfen worden und sollte ursprünglich zur Wiederkehr Chopins 100. Geburtstag 1910 eingeweiht werden. Durch Kontroversen über das Design und durch den Ersten Weltkrieg bedingt wurde es erst 1926 im Łazienki-Park errichtet. Es zeigt den sitzenden Chopin unter einer stilisierten Pianistenhand, die in den Adlerkopf des Wappen Polens übergeht. Nach dem Überfall auf Polen sprengte die deutsche Wehrmacht dieses Denkmal am 31. Mai 1940. Nachdem die Gussform den Zweiten Weltkrieg überstand, konnte ein Replikat des Denkmals nach dem Krieg angefertigt werden, das 1958 am ursprünglichen Ort wieder aufgestellt wurde.[EN 44] Die Nationalsozialisten unterstellten Chopins Musik revolutionäre Gedanken. Verboten war es ohnehin, Musikwerke aufzuführen, die mit der polnischen Nationaltradition zusammenhingen.

Nocturne cis-Moll, posthum

Im polnischen Rundfunk wurde das Nocturne in cis-Moll gespielt, als dieser seine Sendung wegen des Angriffs deutscher Truppen auf Warschau unterbrach. Mit genau demselben Stück nahm der polnische Rundfunk seine Sendungen nach dem Zweiten Weltkrieg wieder auf.[EN 45]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Balade Nr. 1, Opus 23, Eunmi Ko
Balade Nr. 2, Opus 38
Balade Nr. 3, Opus 47
Balade Nr. 4, Opus 52

Von Chopin sind etwa 150 Werke überliefert.

Balladen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Erster übertrug Chopin die epische Form der Ballade auf die Klaviermusik. Als neue Gattung kennzeichnet sie die Verknüpfung kontrastierender, erzählender Melodien nach musikalischer Gesetzmäßigkeit, die Sonatensatzformen nicht ausschließt.[EN 46] Dass Gedichte von Adam Mickiewicz und Juliusz Słowacki Chopin zu den vier Balladen angeregt haben, wird vermutet, ist aber nicht erwiesen.[EN 47][EN 48]

Siehe
Ballade Nr. 1 (Chopin)
Ballade Nr. 2 (Chopin)
Ballade Nr. 3 (Chopin)
Ballade Nr. 4 (Chopin)

Barcarolle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Barcarolle (Chopin)
Barcarolle, Opus 60, Veronika Ilinskaya

Als „Barkarolen“, (von italienisch barca, deutsch ‚Boot‘), bezeichnete man ursprünglich Gesänge venezianischer Gondolieri. Die Themen in Chopins Werk erinnern an Gondoliere-Melodien; sie werden getragen von einer Begleitung, die das Rauschen des Wassers und Ruderschlags suggeriert.

Berceuse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berceuse, Opus 57, Christine Hartley-Troskie

Erhaltene Skizzen seiner Berceuse geben einen seltenen Einblick in Chopins Schaffensweise.[EN 20] Neben dem Basso ostinato kennzeichnet eine persönliche Besonderheit Chopins „Wiegenlied“ in Des-Dur Opus 57 (1844): Etwa die Hälfte der Werke Chopins tragen Widmungen. Mit Ausnahme der Berceuse und eines Walzers hatte Chopin jeweils einem Menschen stets nur ein einziges Stück gewidmet. Die Berceuse und der Walzer sind Mademoiselle Elise Gavard gewidmet, einem 1842 neugeborenen Kind, das mit seiner Mutter, einer Freundin George Sands, und Chopin im Sommerurlaub in Nohant war. Da George Sand und ihre Freundin Verfechterinnen der Freien Liebe waren, wird vermutet, dass Elise Gavard möglicherweise Chopins Tochter war. Die kleine Elise Gavard ist der einzige Mensch, dem zwei Stücke Chopins gewidmet sind – darunter ihr eigenes Wiegenlied. Chopin spielte das luftig-zarte Stück bei all seinen (wenigen) öffentlichen Konzerten.

Etüden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Etüden (Chopin)
Etüde Opus 10 Nr. 1, Martha Goldstein
Etüde Opus 10 Nr. 12, Revolutionsetüde, Martha Goldstein

Alle 27 Etüden (12 Etüden op. 10, 12 Etüden op. 25, 3 Etüden "Méthode des Méthodes") sind mit einer Spieldauer von zwei bis vier Minuten kurze Stücke. Chopin bevorzugte die kleinen Formen, weil sie sich am besten als Experimentierfeld eignen. In Polen wird die zwölfte Etüde (die sogenannte Revolutionsetüde) bis heute als ein nationales Denkmal in Tönen geschätzt. Sie zählt zu den bekanntesten Werken Chopins. Seine Etüden sind – im Gegensatz zu denen anderer Komponisten wie beispielsweise Carl Czerny – Konzertetüden, die zum Repertoire vieler großer Pianisten gehören. Problematische Nachschöpfungen sind die Studien über die Etüden von F. Chopin (Godowsky), weil sie durch die Betonung des rein Technischen der Intention Chopins widersprechen.

Impromptus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fantaisie-Impromptu, Opus 66 posthum

Schuberts und Chopins Impromptus sind so wenig Stegreifstücke wie ihre Walzer. Als ausgearbeitete Kunstwerke gehören sie zu den unvergänglichen Werken beider Komponisten. Von Chopin bekannt wurde vor allem das Fantaisie-Impromptu. Es erschien erst 1855 posthum. Chopin hatte es um 1834 geschrieben, aber nicht zur Veröffentlichung freigegeben. Als Grund hierfür wird angenommen, er habe erst nach dem Entstehen des Stücks erkannt, dass das Hauptthema des ersten Teiles eine große Ähnlichkeit mit dem Thema des Vivace aus dem Impromptu Opus Opus 89 von Ignaz Moscheles aufwies. Dem Vorwurf des Plagiats wollte sich Chopin nicht aussetzen.

Musikalisch und pianistisch reicher sind die Impromptus Fis-Dur Opus 36 (1840) und Ges-dur Opus 51 (1843).[EN 49] Das streckenweise zweistimmige Impromptu As-Dur Opus Opus 29 (1837/38) mit seinem reich verzierten f-Moll-Mittelteil bleibt im Rahmen virtuoser Salonmusik.

2. Klavierkonzert, Opus 21, 1. Satz, Seattle Symphony Orchestra unter der Leitung von Nico Snel
2. Klavierkonzert, Opus 21, 2. Satz, Seattle Symphony Orchestra unter der Leitung von Nico Snelv
2. Klavierkonzert, Opus 21, 3. Satz, Seattle Symphony Orchestra unter der Leitung von Nico Snel

Konzerte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In seinen beiden Klavierkonzerten verwendet Chopin typisch polnische Elemente und stilisiert in den Schlußsätzen die Tänze Krakowiak (e-Moll-Konzert) und Mazurka (f-Moll-Konzert). Beide Konzerte sind Jugendwerke, Chopin komponierte sie kurz hintereinander in den Jahren 1829 und 1830, wobei das heute als Nr. 2 bezeichnete Konzert in f-moll Opus 21 das zuerst komponierte ist. Es wurde aber nach dem e-Moll-Konzert veröffentlicht und gilt somit als das zweite Klavierkonzert Chopins.

Krakowiak[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Konzertrondo für Klavier und Orchester Opus 14 in F-Dur (1828) und der Schlusssatz des e-Moll-Konzerts sind Krakowiaks, polnische Volkstänze, die aus der Region um Krakau stammen.

Lieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chopin vertonte im Laufe von knapp zwei Jahrzehnten 19 damals aktuelle, romantische polnische Gedichte. 17 davon wurden aus dem Nachlass 1859 von Julian Fontana (1810–1869) als Opus 74 herausgegeben. 2 Lieder tragen keine Opuszahl.[EN 50] Die Spannweite der Lieder reicht vom launigen Gesellschaftslied bis zur Rhapsodie, von der balladenartigen Dumka bis zur lyrischen Romanze.

Mazurka Opus 17 Nr. 4. (Interpret:Christoph Zbinden)
Mazurka Opus 7 Nr. 1. (Interpret:Christoph Zbinden)

Mazurkas[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mazurka war, anders als die Polonaise, Anfang des 19. Jahrhunderts eine recht neue Gattung der Klaviermusik, die sich aber schnell in ganz Europa etablierte. Chopin kannte sie als FolkloreMasur: Kujawiak und Oberek – von seinen Sommeraufenthalten auf dem polnischen Land.[EN 20] Mit 15 Jahren schrieb er seine erste Mazurka (B-Dur K. 891–895). Stilistische Merkmale seiner Mazurkas sind Chromatik, modale Wendungen und zuweilen ein Bass mit Quint-Bordun. Chopin veröffentlichte 43 [A 9] Mazurkas, die größtenteils in Gruppen zusammengefasst sind (Opus 6, 7, 17, 24, 30, 33, 41, 50, 56, 59, 63, dazu die Mazurken a-Moll „Gaillard“ und a-Moll „France Musicale“). In der Regel bildet das letzte Stück einen größeren Abschluss. Der Mittelteil der fis-Moll-Polonaise ist ebenfalls eine Mazurka.

Nocturne Opus 9 Nr. 2, Peter Johnston
Nocturne Opus 15 Nr. 2, Ignacy Jan Paderewski, 30. Januar 1937

Nocturnes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Nocturnes (Chopin)

Eine andere von Chopin weiterentwickelte Werkgruppe sind die 21 Nocturnes. Er baut mit ihnen auf den Nocturnes des Iren John Field auf, der großen Einfluss auf ihn hatte. Chopins Werke weisen dabei einen größeren harmonischen Gehalt, abwechslungsreichere Rhythmik und eine geschmeidigere Melodik auf. Die Melodien orientieren sich deutlich am Stil des Belcanto Gioachino Rossinis und Vincenzo Bellinis. Ab Opus 27 veröffentlichte Chopin die Nocturnes durchweg paarweise. Sie sind miteinander durch ihren antithetischen Charakter verbunden.

Polonaisen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Andante spianato et Grande Polonaise brillante Opus 22, Debbie Hu
Polonaise As-Dur, Opus 53, Héroïque, Giorgi Latso

Chopin schuf insgesamt 17 Polonaisen. Zunächst orientierte er sich an den Polonaisen Michał Ogińskis, Josef Elsners, Johann Nepomuk Hummels und Carl Maria von Webers. Sein frühestes, als Druckwerk erhaltene Stück ist eine Polonaise in g-Moll (K. 889) von 1817. Einige Polonaisen ohne Opuszahl sind Jugendwerke, die er später nicht veröffentlichen wollte, weil sie ihm zu schlicht waren. Seine späteren, in Paris entstandenen Werke dieser Gattung machen sich von den Vorbildern frei. Die meisten von ihnen verfügen (ab Opus 26 Nr.1) über eine kadenzierende Auftaktphrase, welche die Stücke formal gliedert. Die Polonaise fis-Moll Opus 44 zählt zu den längeren Polonaisen. Die Polonaise As-Dur (Opus 53, Héroïque) gilt als „heimliche Nationalhymne“ Polens.

Préludes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Préludes (Chopin) und Regentropfen-Prélude
Prélude Opus 28 Nr. 4

Die 24 Préludes Opus 28 entstanden 1839 und früher. Chopin widmete ihre deutsche Ausgabe seinem Freund August Alexander Klengel. Der Organist am Sächsischen Hof hatte ihn auf diese Idee gebracht. Wie im Wohltemperierten Klavier durchlaufen die Préludes alle Dur- und Moll-Tonarten, aber nicht in chromatischer Reihenfolge, sondern im Quintenzirkel, wobei bei Bach nach einer Durtonart die gleichnamige Molltonart kommt (C-Dur / c-Moll), bei Chopin die parallele Molltonart (C-Dur / a-Moll).Sie sind nicht nacheinander entstanden, sondern (auf Mallorca) nach langem Erproben nachträglich in den Ablauf der Quintenfolge gebracht worden. Erstaunlich an diesen „Adlern ohne Flügel“ ist, dass der „rein mechanischen Ordnung eine geistige, stimmungsmäßige entspricht: die 24 Stücke kann man hintereinander spielen, als habe man ein geschlossenes Gesamtwerk vor sich“.[EN 48]

Scherzi[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Scherzi (Chopin)
Scherzo Nr. 2, Opus 31, Eunmi Ko

Die vier Scherzi Chopins gehören zu seinen bedeutendsten Klavierwerken. Mit ihnen schuf er eine leidenschaftliche, virtuose Bekenntnismusik, die mit ihrem hohen Tempo (Presto, Prestissimo) und den zahlreichen pianistischen Herausforderungen nur großen Pianisten zugänglich ist. Die Scherzi können – wie seine Balladen – als eine Gattungsneugründung betrachtet werden.

Sonaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonate Nr. 2, Opus 32, 1. Satz, Bernd Krueger
Sonate Nr. 2, Opus 32, 2. Satz, Bernd Krueger
Sonate Nr. 2, Opus 32, 3. Satz, Bernd Krueger
Sonate Nr. 2, Opus 32, 4. Satz, Bernd Krueger

Nach der frühen Klaviersonate in c-moll Opus 4 aus dem Jahr 1827, die aber erst nach dem Tode des Komponisten veröffentlicht wurde, und der b-moll-Sonate Opus Opus 35, deren Entstehung sich über die Jahre 1837–1839 hinzog, konzentrierte sich Chopin ab August 1844 nach einem Besuch einiger Familienmitglieder in Paris ganz auf die Komposition seiner dritten und letzten Klaviersonate in h-moll Opus 58.

Tänze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Pole hat Chopin – wie seine Landsleute Karol Kurpiński und Maria Szymanowska – den heimatlichen Tänzen Polonaise und Mazurka ein Denkmal gesetzt. Als Charakterstücke sind sie wie die Walzer natürlich nicht zum Tanzen geeignet. Sie sind – wie bei einigen anderen Komponisten seiner und späterer Zeit – vielmehr stilisierte und poetisierte Tänze für den konzertanten Vortrag. An Tanz erinnern nur noch Takt und Rhythmus.[EN 51]

Bolero[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das konzertante Opus 19 ist ein Bolero.[EN 52] Trotz des vordergründig spanischen Geschmacks des Stückes wurde es als verdeckte Polonaise oder als Boléro à la Polonaise beschrieben, da seine Rhythmen eher an den Nationaltanz von Chopins Heimat erinnern als an alles Spanische. Der Bolero wurde 1838, fünf Jahre vor dem ersten Besuch von Chopin in Spanien, geschrieben.

Bourrée[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frédéric Chopin schrieb seine zwei Bourrées, ursprünglich barocke Hoftänze, 1846 in A-Dur und G-Dur, die zu seinen Lebzeiten nie veröffentlicht wurden. Da ihnen eine Opus-Nummer fehlt, werden sie normalerweise durch ihre Brown-Katalognummern, B. 160b1 und B. 160b2, bezeichnet. Wie viele seiner kleineren Werke wurden sie postum erst 1968 veröffentlicht, im Gegensatz zu seinem Wunsch, dass alle seine unveröffentlichten Manuskripte verbrannt werden.

Écossaise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chopin komponierte drei Écossaises (französisch „schottisch“), Opus 72 Nr. 3.1–3.3, ursprünglich schottische Rundtänze im 3/2- oder 3/4-Takt, die mit dem Dudelsack begleitet wurden. Es handelt sich um einen in Hofgesellschaften getanzten Kontratanz von lebhafter Bewegung im 2/4-Takt.

Tarantella[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tarantella ist ein aus Süditalien stammender Volkstanz. Sie zeichnet sich durch eine schnelle Musik im 3/8- oder 6/8-Takt aus. Chopin komponierte die Tarantella Opus 43 in As-Dur im Juni 1841 und veröffentlichte sie im Oktober 1841.[EN 53]

Walzer e-Moll B 56, posthum, Olga Gurevich

Walzer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Minutenwalzer Opus 64 Nr. 1, Muriel-Nguyen-Xuan
Grande Valse brillante (1831), Es-Dur Opus 18. Sergej Rachmaninow, Aufnahme: 21. Januar 1921

Die überwiegend raschen Walzer sind Salonmusik. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass Chopin diese Stücke mit wenigen Ausnahmen in Dur-Tonarten setzte, stehen diese doch nach dem abendländischen Harmonieverständnis für eine freudvollere Stimmung als die Moll-Tonarten. Der sogenannte „Minutenwalzer“ (Opus 64 Nr. 1) ist nicht darauf angelegt, möglichst in einer Minute gespielt zu werden.[EN 54] Hastiger Vortrag verdirbt diese Miniatur.[A 10]

Sonstige[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chopin komponierte ferner einzelne Stücke, die verschiedenen Musikgattungen zuzuordnen sind, wie beispielsweise Allegro de Concert Opus 46, Andante Spianato, BI 88, Andantino, BI 117, Cellosonate g-Moll, Opus 65, Fuge a-Moll, BI 144, Kanon f-Moll, BI 129(B), Klaviertrio g-Moll, Opus 8, Largo Es-Dur, BI 109 und diverse Variationen.

Werkverzeichnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lebensgroße Büste von der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin zum 200. Geburtstag (2010). Hackesche Höfe, Berlin. Entwurf Christian Bahr
Autograph der Polonaise As-Dur (1842) – Morgan Library & Museum
Vergleich von Ignaz Moscheles, Impromptu Opus Opus 89, und Frédéric Chopin, Fantaisie-Impromptu Opus 66 (posthum)

Werke mit Opuszahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Opus Titel Entstehungszeit Widmungsempfänger
1 Rondeau c-Moll 1825 Ludwika Linde
2 Variations sur „Là ci darem la mano“ de „Don Juan“ de Mozart B-Dur für Klavier und Orchester 1827/28 Tytus Woyciechowski
3 Polonaise brillante C-Dur für Violoncello und Klavier 1829/1830 Joseph Merk
4 Sonate Nr. 1 c-Moll 1828 Joseph Elsner
5 Rondeau à la Mazur F-Dur 1826/27 „Comtesse Alexandrine de Moriolles“
6 Quatre Mazurkas fis-Moll, cis-Moll, E-Dur, es-Moll 1830/32 „Comtesse Pauline Plater“
7 Cinq Mazurkas B-Dur, a-Moll, f-Moll, As-Dur, C-Dur 1830/32 Paul Emile Johns
8 Trio für Klavier, Violine und Violoncello g-Moll 1829 Fürst Anton Radziwiłł
9 Trois Nocturnes b-Moll, Es-Dur, H-Dur 1830/32 Marie Pleyel
10 Douze Études 1830/32 Franz Liszt
11 Klavierkonzert Nr. 1 e-Moll 1830 Friedrich Kalkbrenner
12 Variations brillantes sur le rondeau favori „Je vends des Scapulaires“ de „Ludovic“ de Hérold et Halévy B-Dur 1833 Emma Horsford
13 Fantaisie sur des airs nationaux polonais A-Dur für Klavier und Orchester 1829 Johann Peter Pixis
14 Krakowiak. Grand Rondeau de Concert F-Dur für Klavier und Orchester 1831/33 Fürstin Anna Czartoryska
15 Trois Nocturnes F-Dur, Fis-Dur, g-Moll 1831/33 Ferdinand von Hiller
16 Rondeau Es-Dur 1829 Caroline Hartmann
17 Quatre Mazurkas B-Dur, e-Moll, As-Dur, a-Moll 1831/33 „Madame Lina Freppa“
18 Grande valse brillante Es-Dur 1833 Laura Horsford
19 Boléro C-Dur etwa 1833 „Comtesse Emilie de Flahault“
20 Scherzo Nr. 1 h-Moll 1831/34 Thomas Albrecht
21 Klavierkonzert Nr. 2 f-Moll 1829/30 Gräfin Delfina Potocka
22 Grande polonaise brillante précédée d’un Andante spianato, G-Dur u. Es-Dur 1830/36 „Baronesse d’Est“
23 Ballade Nr. 1 g-Moll 1835 Bodo Albrecht von Stockhausen
24 Quatre Mazurkas g-Moll, C-Dur, As-Dur, b-Moll 1833/36 Graf Léon-Amable de Perthuis
25 Douze Études 1833/37 Gräfin Marie d’Agoult
26 Deux Polonaises cis-Moll, es-Moll 1831/36 Josef Dessauer
27 Deux Nocturnes cis-Moll, Des-Dur 1833/36 Gräfin Therese von Apponyi
28 24 Préludes Opus 28 1838/39 Camille Pleyel
29 Impromptu Nr. 1 As-Dur etwa 1837 „Comtesse Caroline de Lobau“
30 Quatre Mazurkas c-Moll, h-Moll, Des-Dur, cis-Moll 1836/37 Fürstin Maria von Württemberg geb. Fürstin Czartoryska
31 Scherzo Nr. 2 b-Moll 1835/37 „Comtesse Adèle de Fürstenstein“
32 Deux Nocturnes H-Dur, As-Dur 1835/37 „Baronin Camille de Billing née de Courbonne“
33 Quatre Mazurkas gis-Moll, D-Dur, C-Dur, h-Moll 1836/38 „Comtesse Róża Mostowska“
34 Trois Valses As-Dur, a-Moll, F-Dur 1831/38
34/1 Valse As-Dur Gräfin Josephine von Thun-Hohenstein
34/2 Valse a-Moll „Baronesse G. d’Ivry“
34/3 Valse F-Dur „Mademoiselle la Baronne A. d’Eichthal“
35 Sonate Nr. 2 b-Moll 1839
36 Impromptu Nr. 2 Fis-Dur 1839
37 Deux Nocturnes g-Moll, G-Dur 1837/39
38 Ballade Nr. 2 F-Dur 1839 Robert Schumann
39 Scherzo Nr. 3 cis-Moll 1839 Adolf Gutmann
40 Deux Polonaises A-Dur („Militaire“), c-Moll 1838/39 Julian Fontana
41 Quatre Mazurkas cis-Moll, e-Moll, H-Dur, As-Dur 1838/39 Stefan Witwicki
42 Grande Valse As-Dur 1839/40
43 Tarantelle As-Dur 1841
44 Polonaise fis-Moll 1841 Fürstin Ludmille de Beauveau geb. Komar
45 Prélude cis-Moll 1841 Fürstin Elisabeth Tschernischeff
46 Allegro de Concert A-Dur 1832/41 Friederike Müller
47 Ballade Nr. 3 As-Dur 1841 Pauline de Noailles
48 Deux Nocturnes c-Moll, fis-Moll 1841 Laure Duperré
49 Fantaisie f-Moll 1841 Fürstin Catherine de Souzzo
50 Trois Mazurkas, G-Dur, As-Dur, cis-Moll 1841/42 Leon Szmitkowski
51 Impromptu Nr. 3 Ges-Dur 1842 Gräfin Johanna von Esterházy geb. Gräfin Batthyány
52 Ballade Nr. 4 f-Moll 1842 Baronin Charlotte de Rothschild
53 Polonaise As-Dur („Héroïque“) 1842 Auguste Léo
54 Scherzo Nr. 4 E-Dur 1842 Jeanne de Caraman
55 Deux Nocturnes f-Moll, Es-Dur 1843 Jane Stirling
56 Trois Mazurkas H-Dur, C-Dur, c-Moll 1843 Catherine Maberly
57 Berceuse Des-Dur 1844 Elise Gavard
58 Sonate Nr. 3 h-Moll 1844 Gräfin Élise de Perthuis
59 Trois Mazurkas a-Moll, As-Dur, fis-Moll 1845
60 Barcarolle Fis-Dur 1846 Clotilde von Stockhausen
61 Polonaise Fantaisie As-Dur 1846 „Madame A. Veyret“
62 Deux Nocturnes H-Dur, E-Dur 1845/46 „Mademoiselle R. de Könneritz“
63 Trois Mazurkas H-Dur, f-Moll, cis-Moll 1846 Gräfin Laura Czosnowska
64 Trois Valses 1840/47
64/1 Valse Des-Dur („Minutenwalzer“) Audiodatei abspielen?/i Gräfin Delfina Potocka
64/2 Valse cis-Moll Baronin Charlotte de Rothschild
64/3 Valse As-Dur Gräfin Katarzyna Branicka
65 Sonate für Violoncello und Klavier g-Moll 1846/47 Auguste-Joseph Franchomme
66 Fantaisie-Impromptu cis-moll 1834
67 4 Mazurkas ?
68 4 Mazurkas C-Dur, a-Moll, F-Dur, f-Moll 1830–1846
69 2 Valses As-Dur, h-Moll ?
70 3 Valses Ges-Dur, As-Dur, Des-Dur ?
71 3 Polonaises d-Moll, B-Dur, f-Moll um 1820

Werke ohne Opuszahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Skizzenblatt und erste Seite des Manuskriptes der Berceuse
Goldene Taschenuhr, die Chopin im Alter von zehn Jahren von der berühmten Sängerin Fürstin Angelica Catalani in Warschau wegen seiner besonderen Begabung geschenkt bekam, 3. Oktober 1820.
  • Polonaise B-Dur (1817)
  • Polonaise g-Moll (1817)
  • Polonaise As-Dur (1821)
  • Introduction et Variations sur un air national allemand E-Dur (1824)
  • Polonaise gis-Moll (1824)
  • Mazurka B-Dur (1825/26)
  • Mazurka G-Dur (1825/26)
  • Variations für Klavier zu 4 Händen D-Dur (1825/26)
  • Polonaise b-Moll (1826)
  • Nocturne e-Moll (1828/30)
  • Souvenir de Paganini A-Dur (1829)
  • Mazurka G-Dur (1829)
  • Valse E-Dur (1829)
  • Valse Es-Dur (1829)
  • Mazurka avec partie vocale G-Dur (1829)
  • Valse As-Dur (1829)
  • Valse e-Moll (1830)
  • Czary avec partie vocale (1830)
  • Polonaise Ges-Dur (1830)
  • Lento con gran espressione cis-Moll (1830) (oft der Gattung der Nocturnes zugeordnet)
  • Mazurka B-Dur (1832)
  • Mazurka D-Dur (1832)
  • Gran Duo concertant sur „Robert le Diable“ de Meyerbeer für Violoncello und Klavier E-Dur (1832/33)
  • Mazurka C-Dur (1833)
  • Cantabile B-Dur (1834)
  • Mazurka As-Dur (1834)
  • Trois nouvelles études (1841)

Denkmäler (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Skulptur Karol Badynas von Frédéric Chopin und George Sand, Botanischer Garten von Singapur, 2008

Internationaler Chopin-Wettbewerb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Internationale Chopin-Wettbewerb (polnisch Międzynarodowy Konkurs Pianistyczny im. Fryderyka Chopina) ist einer der ältesten und angesehensten Musikwettbewerbe der Welt. Außerdem gehört er zu den wenigen monographischen Klavierwettbewerben, die dem Werk eines einzigen Komponisten gewidmet sind. Der Wettbewerb wurde 1927 begründet und findet alle fünf Jahre in Warschau statt, zuletzt 2015.

Große Chopin-Interpreten (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte Chopin-Interpreten ab dem 20. Jahrhundert.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chopin-Krater auf dem Planeten Merkur, aufgenommen am 25. November 2011 von der NASA-Raumsonde MESSENGER aus 11.000 km Entfernung
Zebrastreifen in Form einer Klaviertastatur in Warschau, im Chopinjahr 2010 gestaltet.
  • Das UK Antarctic Place-Names Committee benannte den Chopin Hill am 2. März 1961 nach dem Komponisten.
  • 1976 Benennung des Chopin-Kraters auf dem Planeten Merkur.
  • Chopin Ridge (polnisch Gran Chopina) wurde 1977/1979 ein 265 m hoher Bergkamm auf King George Island im Archipel der Südlichen Shetlandinseln nach dem Komponisten benannt.
  • (3784) Chopin ist ein Asteroid des Hauptgürtels, der am 31. Oktober 1986 nach Frédéric Chopin benannt wurde.
  • Die Fryderyk Chopin ist eine 1992 gebaute stählerne Brigg, die auf den Namen des Komponisten getauft wurde.
  • 2007 erschien das japanische Videorollenspiel „Eternal Sonata“ für XBOX360 und Playstation, in dem F. Chopin eine spielbare Figur ist. Das Spiel enthält einige Werke Chopins und informiert den Spieler über einige biografische Daten des Musikers.
  • 2010 veröffentlichte Peter Finger das Gitarrenstück Onkel Frédéric auf seinem Album Flow, eine Hommage an den Walzer-Komponisten Chopin.[EN 58]
  • Im Chopinjahr 2010 wurde in Warschau {ul. Emilii Plater} Chopin zu Ehren ein Zebrastreifen in Form einer Klaviertastatur angelegt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werkverzeichnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Maurice John Edwin Brown: Chopin. An index of his works in chronological order. 2. Auflage. Macmillan, London 1972, ISBN 0-333-13535-0 / Da Capo Press, New York 1972, ISBN 0-306-70500-1.
  • Józef Michal Chomiński, Teresa Dalila Turlo: A catalogue of the works of Frederick Chopin. Polskie Wydawnictwo Muzyczne (PWM), Kraków 1990, ISBN 83-224-0407-7.
  • Krystyna Kobylańska: Frédéric Chopin. Thematisch-bibliographisches Werkverzeichnis. Henle, München 1979, ISBN 3-87328-029-9.

Biographisches, Dokumente, Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belletristik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filme über Frédéric Chopin (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt fast 300 Titel in der größten Internet-Filmdatenbank, Internet Movie Database (IMDb), unter „Frédéric Chopin“, ein weiteres Dutzend lässt sich durch Links finden. Nur wenige polnische Filme werden aufgeführt, obwohl es etwa 50 solcher abendfüllender Spielfilme gibt.[EN 59]

  • 1934: Abschiedswalzer – Spielfilm, 87 Min., Deutschland, Regie: Géza von Bolváry, mit Wolfgang Liebeneiner als Chopin
  • 1951: Chopins Jugendzeit (Młodość Chopina) – Spielfilm, 1951, 121 Min., Polen, Regie: Aleksander Ford, mit Czesław Wołłejko als Chopin
  • 1991: Verliebt in Chopin (Impromptu) – Spielfilm, 1991, 103 Min., USA, Frankreich, Großbritannien, Regie: James Lapine, mit Hugh Grant als Chopin
  • 1991: Blue Note (La Note bleue) – Spielfilm, 1991, 135 Min., Frankreich, Regie: Andrzej Żuławski, mit Janusz Olejniczak als Chopin
  • 1993: Chopin – Bilder einer Trennung – TV-Spielfilm, 1993, 114 Min., Deutschland, Frankreich, Regie: Klaus Kirschner, mit Stephan Wolf-Schönburg als Chopin
  • 1999: Chopins Geheimnis. Der seltsame Fall der Delfina Potocka, Spielfilm, Doku-Fiktion, 1999, GB, 109 Min., Regie: Tony Palmer
  • 2002: Chopin – Sehnsucht nach Liebe (Chopin. Pragnienie miłości) – Spielfilm, 2002, Polen, 134 Min., Regie: Jerzy Antczak, mit Piotr Adamczyk als Chopin
  • 2010: Die Kunst des Frédéric Chopin (L’art de Frédéric Chopin. 200 ans de la naissance de Frédéric Chopin) – Dokumentation, Frankreich, 2010, 52 Min., Regie: Gérald Caillat

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Frédéric Chopin – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Chopin-Gesellschaften
Deutsche Chopin-Gesellschaft e. V. – Verein zur Pflege der Musik von Chopin
Neue Leipziger Chopin-Gesellschaft e. V.
Internationale Chopingesellschaft Wien
Werkverzeichnis
Werkverzeichnis nach Opus, BI, Titel, Gattung und Entstehung
Werkverzeichnis im ClassicalMusicDB
Freie Notenausgaben
Noten und Audiodateien von Frédéric Chopin im International Music Score Library Project
www.kreusch-sheet-music.net Sammlung von Chopins Klavierwerken
Akustisches
ClassicCat.net – Chopin – Verzeichnis mit freien Aufnahmen
Piano Society – Chopin – Freie Aufnahmen
Hörbeispiele bei Magazzini Sonori

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Fryderyk Chopin – Mensch Pianist Komponist, in: Mieczyslaw Tomaszewski, Frédéric Chopin und seine Zeit, Laaber-Verlag, 2017, ISBN 3-89007-448-0. Abgerufen am 18. Februar 2018.
  2. Michał Witt et al., A Closer Look at Frederic Chopin’s Cause of Death, American Journal of Medicine, Elsevier, 11. Oktober 2017, doi:10.1016/j.amjmed.2017.09.039
  3. Wincenty Łopaciński, Chopin, Mikołaj, Polski słownik biograficzny, Band III, Kraków, Polska Akademia Umiejętnosści, 1937, S. 427.
  4. Stammbaum Chopin, geni. Abgerufen am 16. Februar 2018.
  5. Fryderyk Chopin, Geburtsurkunde und Taufurkunde, Parafia Rzymskokatolicka św. Jana Chrzciciela i św. Rocha. Abgerufen am 12. Februar 2018.
  6. abcde Krystyna Kobylańska (Hrsg.): Fryderyk Chopin. Briefe. Berlin 1983.
  7. s. hierzu: Tadeusz A. Zieliński: Chopin. a.a.O. S. 864.
  8. Kobylanska: Heimat. S. 11.
  9. Was Chopin born 200 years ago? (Memento vom 19. April 2010 im Internet Archive)
  10. Frédéric Chopin, un franco-polo polonais (Memento vom 23. Juli 2012 im Internet Archive)
  11. Ernst Burger: Frédéric Chopin. Eine Lebenschronik in Bildern und Dokumenten. München 1990, ISBN 3-7774-5370-6, S. 13 f.: Abbildungen der Urkunden.
  12. Henryk F. Nowaczyk: Chopin ochrzczony „z wody“ w Żelazowej Woli. In: Ruch Muzyczny. Jahr XLIII, n° 14 (11. Juli 1999), S. 35–39.
  13. Franz Liszt: Chopin., Breitkopf & Härtel, Leipzig, 1852, S. 133.
  14. Frédéric Chopin, info-polen.com. Abgerufen am 18. Februar 2018.
  15. Józef Elsner, Schlossmuseum in Łańcut. Abgerufen am 18. Februar 2018.
  16. Ankündigung eines Chopin-Konzerts in Wien, Musikalische Akademie, 11. August 1829, Österreichische Nationalbibliothek. Abgerufen am 18. Februar 2018.
  17. Allgemeine musikalische Zeitung, 31. Jahrgang, Nr. 46,.. Breitkopf und Härtel, 1829, S. 757. Eingeschränkte Vorschau in Google Books.
  18. Allgemeine musikalische Zeitung, Nr. 49 vom 7. Dezember 1831.. Breitkopf & Härtel., 1831, S. 805. Eingeschränkte Vorschau in Google Books.
  19. Matthäus 6.21. Deutsche Bibelgesellschaft. Abgerufen am 18. Februar 2018.
  20. abc Ernst Burger: Frédéric Chopin. Eine Lebenschronik in Bildern und Dokumenten. München 1990, ISBN 3-7774-5370-6.
  21. Biblioteka warszawska.. A. Krasiński, 1862., S. 40.
  22. Paul J. Welfens, Maria J. Welfens: Der Europäische Chopin.. BoD – Books on Demand, 2010, ISBN 978-3-8391-7619-1, S. 216.
  23. Geschichte bedeutender französischer Klavierbauer, Pianos Romantiques. Abgerufen am 18. Februar 2018.
  24. Pleyel-Flügel aus Chopins Pariser Wohnung entdeckt, classic.com. Abgerufen am 19. Februar 2018.
  25. Jürgen Lotz, Frédéric Chopin, Rowohlt, 1995, ISBN 3-499-50564-9
  26. Paul J. Welfens, Maria J. Welfens: Der europäische Chopin: Essay zu Musik - Reisen - Lebenserfahrung.. Books on Demand, 14. Dezember 2010, ISBN 978-3-8391-7809-6, S. 48.
  27. Tadeusz A. Zielinski, Chopin: Sein Leben, sein Werk, seine Zeit (Serie Musik), Co.-Prod. mit Atlantis Musikbuch-Verlag, 2008, ISBN 3-254-08048-3, S. 401. Eingeschränkte Vorschau.
  28. Ann Malaspina: Chopin’s World. The Rosen Publishing Group, New York 2008, ISBN 978-1-4042-0723-3, S. 26. Eingeschränkte Vorschau in Google Books.
  29. Tad Szulc: Chopin in Paris. The Life and Times of the Romantic Composer‎. Da Capo Press, Cambridge/Mass. 1999, ISBN 978-0-306-80933-0, S. 69. Eingeschränkte Vorschau in Google Books.
  30. Passport von Chopin, 1837. Abgerufen am 14. Februar 2018.
  31. Allgemeine musikalische Zeitung.. Breitkopf und Härtel, 1825, S. 763–765.
  32. Ferdynand Hoesick: Chopin. Życie i twórczość. Band I Warszawa 1810–1831. Warszawa: Polskie Wydawnictwo Muzyczne, 1967, S. 84–85. Eingeschränkte Vorschau in Google Books.
  33. Eva Gesine Baur: Chopin, oder, Die Sehnsucht: eine Biografie.. C.H.Beck, 2009, ISBN 978-3-406-59056-6, S. 250.
  34. George Sand: Geschichte meines Aufenthalts auf Mallorca aus Geschichte meines Lebens, als Anhang in George Sand: Ein Winter auf Mallorca. DTV Taschenbuch, 10. Auflage. München 1995, S. 258 f.
  35. ab Jean-Jacques Eigeldinger: Chopin, Fryderyk Franciscek, Frédéric François. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart. Personenteil 4, Kassel u. a. 2000, Spalte 977–979.
  36. Tadeusz A. Zielinski, Chopin: Sein Leben, sein Werk, seine Zeit (Serie Musik), Co.-Prod. mit Atlantis Musikbuch-Verlag, 2008, ISBN 3-254-08048-3, S. 375. Eingeschränkte Vorschau.
  37. Bericht George Sands in: Ernst Burger: Frédéric Chopin. Eine Lebenschronik in Bildern und Dokumenten. München 1990, ISBN 3-7774-5370-6, S. 254.
  38. Tadeusz A. Zielinski, Chopin: Sein Leben, sein Werk, seine Zeit (Serie Musik), Co.-Prod. mit Atlantis Musikbuch-Verlag, 2008, ISBN 3-254-08048-3, S. 420. Eingeschränkte Vorschau.
  39. Andreas Otte, Konrad Wink: Kerners Krankheiten großer Musiker. 6. Auflage. Schattauer, Stuttgart/ New York 2008, ISBN 978-3-7945-2601-7, S. 221ff.
  40. Lucyna Majka, Joanna Gozdzik, Micha Witt: Cystic fibrosis – a probable cause of Frédéric Chopin’s suffering and death. (PDF; 54 kB) In: J. Appl. Genet. 44 (2003), S. 77–84.
  41. concerti. Das Konzert- und Opernmagazin. Dezember 2017. S. 6.
  42. Jan Brachmann: Herzenssache. Woran starb Frédéric Chopin? In: Frankfurter Allgemeine. Feuilleton. (21. November 2017).
  43. Jane Stirling, Clan Stirling Online. Abgerufen am 14. Februar 2018.
  44. Hanna Kotkowska-Bareja, Pomnik Chopina. Warszawa: Państwowe Wydawnictwo Naukowe. (1970) S. 47.
  45. Rede zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, Deutscher Bundestag, 2012. Abgerufen am 12. Februar 2018.
  46. Peter Hollfelder: Die Klaviermusik. Noetzel, Wilhelmshaven 1999. S. 146. ISBN 3-7959-0435-8.
  47. Robert Schumann: Gesammelte Schriften über Musik und Musiker. Hg. von M. Kreisig. 5. Auflage. Leipzig 1914, Bd. 3, S. 32.
  48. ab Otto Emil Schumann: Handbuch der Klaviermusik. 4. Auflage. Wilhelmshaven 1979, S. 356–359.
  49. Ingolf Wunder (Memento vom 30. Juni 2014 im Internet Archive)
  50. Józef Michał Chomiński, Teresa Dalila Turło, Katalog dzieł Fryderyka Chopina, (A Catalogue of the works of Frederick Chopin) (=Documenta Chopiniana). Polskie Wydawnictwo Muzyczne (PWM), Kraków 1990. ISBN 83-224-0407-7, S. 157.
  51. Karl Heinrich Wörner: Geschichte der Musik: ein Studien- und Nachschlagebuch.. Vandenhoeck & Ruprecht, 1993, ISBN 978-3-525-27811-6., S. 495. Eingeschränkte Vorschau in Google Books.
  52. Ingolf Wunder (YouTube)
  53. Chopin Biography, Narodowy Instytut Fryderyka Chopina. Abgerufen am 18. Februar 2018.
  54. „Minutenwalzer“ Analyse
  55. Chopin-Denkmal enthüllt Der Standard, 25. November 2010.
  56. Dramatic Chopin statue unveiled in central Manchester (englisch) The Polish Heritage Society, September 2011.
  57. Chopin (englisch) inyourpocket.com, May 2016.
  58. Hannes Fricke: Mythos Gitarre: Geschichte, Interpreten, Sternstunden. Reclam, Stuttgart 2013, ISBN 978-3-15-020279-1, S. 139.
  59. Chopin goes to the movies, FF Chopin, (under supervision of the Fryderyk Chopin Society). Abgerufen am 20. Februar 2018.

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. abcd Die Endung „-ówna“ bedeutet im Polnischen „Tochter des...“, gesprochen: [ˌʃɔpɛnˈuːvna]
  2. Wörtliche Übersetzung: deutsch „Dort werden wir uns die Hand geben“.
  3. Voller Wortlaut des Abschiedslieds. In: Tadeusz A. Zieliński: Chopin. Życie i droga twórcza. Polskie Wydawnictwo Muzyczne (PWM) Kraków 1993. ISBN 978-83-224-0456-0. Seite 183. Der Text wurde einen Tag nach Chopins Abreise am 3. November 1830 im „Kurier Warszawski“ abgedruckt.
    Zrodzony w polskiej krainie,
    niech Twój talent wszędzie słynie,
    a gdy będziesz nad Dunajem,
    Spreją, Tybrem lub Sekwaną,
    niechaj polskim obyczajem
    ogłaszanymi zostaną
    Przez twe zajmujące tony,
    Co umila nasze strony:
    Mazur i Krakowiak luby,
    stąd szukaj zachwytu, chluby,
    nagrody, talentu, trudów,
    Że głosząc pieśń naszych ludów,
    jako ich współziomek prawy,
    przydasz wieniec do ich sławy.

    Chór:

    Choć opuszczasz nacze kraje,
    Lecz serce Twoje wpośród nas zostaje;
    pamięć Twojego talentu istnieć u nas będzie...
    Życzym Ci serdecznie pomyślności wszędzie.
  4. Zur Legende, Chopin habe diese Etüde in Stuttgart nach der Nachricht von der Kapitulation Warschaus geschrieben, siehe: Tadeusz A. Zieliński: Chopin. Sein Leben, sein Werk, seine Zeit. Gustav Lübbe Verlag, Bergisch Gladbach 1999. ISBN 3-7857-0953-6. Seite 873, Nr. 31. Zieliński weist darauf hin, dass Chopin an den Etüden Opus 10 vorwiegend in Wien gearbeitet habe und dass die Grundidee zur sogenannten Revolutionsetüde Opus 10/12 schon vor dem Stuttgarter Aufenthalt existiert habe. Zudem passe der Ausdruck von Kampf und Heroismus, den die Etüde ausstrahlt, nicht zu den Gefühlen, die eine Niederlage und Kapitulation auslösen.
  5. Sie tragen die Opuszahlen 66–73 (erschienen 1855) und 74 (erschienen 1859).
  6. Siehe die vielen Briefe Chopins an Fontana in Krystyna Kobylańska (Hrsg.): Fryderyk Chopin. Briefe. Berlin 1983.
  7. Im Polnischen wird der Name auf der 1. Silbe betont.
  8. Auftragsarbeit von Jane Stirling. Von links: Aleksander Jełowicki, Chopins Schwester Ludwika, Marcelina Czartoryska, Wojciech Grzymała, Kwiatkowski
  9. Siehe: Fryderyk Chopin: Mazurki. (Wydanie Narodowe, Redaktor: Jan Ekier). Polskie Wydawnictwo Muzyczne (PWM), Kraków 1998. Die Ausgabe des Henle Verlages, München, verzeichnet insgesamt mit den nachgelassenen 57 Mazurken.
  10. Der „Minutenwalzer“ mit dem sich ständig um den Ton as drehenden Hauptthema ist auch unter dem Namen „Petit chien“ bekannt. „George Sand besaß einen kleinen Hund, der die Gewohnheit hatte, sich rund umher zu drehen, um seinen Schwanz zu erfassen. Eines Abends, als derselbe gerade damit beschäftigt war, sagte sie zu Chopin: ‚Wenn ich Ihr Talent hätte, so würde ich für diesen Hund ein Clavierstück schreiben.‘ Chopin setzte sich sofort ans Clavier und improvisierte den reizenden Walzer in Des-dur (Opus 64), der daher den Namen Valse du petit chien erhalten hat. Diese Geschichte ist den Schülern und Freunden des Meisters wohl bekannt, wird aber verschieden erzählt.“ Friedrich Niecks: Friedrich Chopin als Mensch und Musiker. Vom Verfasser vermehrt und aus dem Englischen übertragen von Dr. Wilhelm Langhans [1832–92]. Zweiter Band. Leipzig 1890, S. 155 (archive.org).
Dieser Artikel wurde am 12. April 2005 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Frédéric Chopin aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.