Friedrich Carl Ludloff (Theologe)

Friedrich Carl Ludloff (* 31. Dezember 1808 in Garsitz; † 23. Dezember 1878 in Sondershausen) war deutscher Theologe, Fürstlicher Ministerial- und Kirchenrat.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedrich Carl Ludloff war ein Bruder von Rudolf Friedrich Ludloff und Julius Christian Louis Ludloff.

Ausbildung und Studium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine grundlegende schulische Bildung erhielt Ludloff durch Privatunterricht bei unterschiedlichen Lehrern und entschied sich im Gegensatz zu seinen Brüdern gegen eine landwirtschaftliche und für eine theologische Ausbildung. Er ging von 1823 bis 1827 auf das Gymnasium Rudolstadt, schloss die Schule mit seiner Maturitätsprüfung ab. Anschließend studierte er für zwei Jahre Theologie in Jena. Von 1829 mit Unterbrechungen bis 1834 war er als Hauslehrer bei Friedrich von Witzleben (1797–1862) in Rudolstadt tätig. In dieser Zeit bildete er sich weiter und bestand vor dem Fürstlichen Konsistorium in Arnstadt die Prüfung pro candidatura. 1832 studierte er ein halbes Jahr in Berlin Theologie bei Friedrich Schleiermacher, beendete dieses auf Wunsch von Friedrich von Witzleben und kehrte nach Rudolstadt zurück.

Schul- und Kirchendienst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er kehrte von 1834 bis 1836 in sein Elternhaus zurück, übernahm Verantwortung für die Landwirtschaft, bereitete sich dann aber auf die Anstellung im Kirchen- oder Schuldienst vor.

Ab 1836 lehrte er nach erfolgreicher philosophischer Prüfung als Collaborator am Gymnasium zu Arnstadt mit den Schulfächern Religion, deutsche Sprache, Geschichte, Lateinisch und Hebräisch. Auf Anfrage des Geheimrats von Ziegeler wurde er abermals nach einer erfolgreichen Prüfung Examen pro ministerio im gleichem Jahr Diakonus für die Stadtkirche Sondershausen.[1] In den vier nun folgenden Jahren wurde Ludloff erst Konsistorialassessor mit Sitz und Stimme im Fürstlichen Konsistorium und später auch Konsistorialrat.

Prinzenerzieher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Anschluss war er bis 1848 Erzieher von Karl Günther, Günther Leopold von Schwarzburg-Sondershausen und Prinzessin Elisabeth Caroline Luise, den Kindern vom Fürsten von Sondershausen. Er begleitete die Söhne auch zum Blochmann'schem Gymnasium nach Dresden.[1]

Anfang 1847 wurde Ludloff auf fürstlichem Dekret hin zum stimmführenden Mitglied in der Landesregierung, konnte diese Stelle aber nicht antreten, da er für die Konfirmationsvorbereitung der Prinzen nach Dresden abberufen wurde.

Landesregierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitte 1847 nahm er dann endlich seine Arbeit in der Landesregierung auf. Im Sommer 1848 erfolgte die abermalige Abberufung durch den Fürsten von Sondershausen. Ludloff sollte als nun zeitweisen Governeur der Prinzen diese auf einer Reise nach Genf begleiten. Die Reise und der Aufenthalt mit anfänglicher Begleitung des Fürsten erfolgte von September 1848 bis Juli 1849. Ab September 1849 war er wieder in der Landesregierung tätig und bearbeitete die Kirchen- und Schulthemen. 1850 wurde er zum Ministerial- und Kirchenrat ernannt[2] und war bis Mitte 1858 in der Landesregierung tätig.

Pfarramt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1858 war er, um die Ausbildungskosten für seine Kinder zu erwirtschaften, Ortsgeistlicher in Schernberg und Himmelsberg bei Sondershausen. Er behielt aber den Sitz im Fürstlichen Kirchenrat.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er war verheiratet und hatte drei Kinder. Er war Vater von Friedrich Ludloff, Max Ludloff und Carl Ludloff und Großvater von Karl Ludloff.

Korrespondenz (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1839 an war Ludloff mit Friedrich Fröbel in brieflichem Austausch:

  • Fröbel schrieb 1839 an Ludloff, von dem ein Briefentwurf existiert. Er hatte übermittelt bekommen, dass Ludloff mit der Ausführung einer Kleinkindanstalt in Sondershausen beauftragt worden war und listet seine Erziehungserkenntnisse im Entwurf an Ludloff auf.[3]
  • Er schreibt Heinrich Langethal, ob Langethal Ludloff noch aus der Lehrerzeit bei von Witzleben kennt, den Fröbel hatte Ludloff von der Fürstin von Sondershausen vorgestellt bekommen. Fröbel berichtet von der Anfrage Ludloffs nach der Ausführung eines Kindergartens.[4]
  • Später schreibt Fröbel an Wilhelm Middendorff, dass er den aus Sonderhausen für eine Ausbildung zur Kinderpflege entsandten Candidaten Gustav Stephani um eine Ausarbeitung für ihn und Ludloff zum Gebrauch bitten soll.[5]
  • Anfang 1842 antwortet Middendorff an Ludloff, dass die Ausbildung von Gustav Stephani abgeschlossen ist und übermittelt das Zeugnis.[6]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im März 1847 hielt Ludloff zur Konfirmation von Erbprinz Karl Günther und Prinz Günther Leopold von Schwarzburg-Sondershausen in der Stadtkirche Sondershausen die Festrede, welche als "in vielfachster Beziehung vortrefflich, meister- und musterhaft" beschrieben wird. Dabei trat er das erste Mal wieder als Geistlicher in seiner ehemaligen Gemeinde und zum letzten Mal als Prinzenlehrer auf.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. abc Allgemeine Kirchen-Zeitung, zugleich ein Archiv für die neueste Geschichte und Statistik der christlichen Kirche ... Begründet von Dr. Ernst Zimmermann, Fortgesetzt von Dr. Karl Gottlieb Bretschneider ... und Dr. Karl Zimmermann. Leske, 1848 (google.de [abgerufen am 4. Januar 2018]).
  2. Allgemeines Kirchenblatt für das evangelische Deutschland. J.G. Cotta'schen Buchhandlung, 1853 (google.de [abgerufen am 4. Januar 2018]).
  3. F. an den Prediger und Konsistorial-Assessor Ludloff in Sondershausen v. 16./18.10.1839 (Blankenburg). Abgerufen am 4. Januar 2018.
  4. F. an Heinrich Langethal in Burgdorf v. 1.2.1841 (Blankenburg). Abgerufen am 4. Januar 2018.
  5. F. an Wilhelm Middendorff in Keilhau v. 24.11./25.11.1841 (Hildburghausen). Abgerufen am 4. Januar 2018.
  6. F. u. Wilhelm Middendorff an den Konsistorialrat Ludloff in Sondershausen v. 2.1.1842 (Blankenburg). Abgerufen am 4. Januar 2018.

Friedrich Carl Ludloff (* 31. Dezember 1808 in Garsitz; † 23. Dezember 1878 in Sondershausen) war deutscher Theologe, Fürstlicher Ministerial- und Kirchenrat.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedrich Carl Ludloff war ein Bruder von Rudolf Friedrich Ludloff und Julius Christian Louis Ludloff.

Ausbildung und Studium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine grundlegende schulische Bildung erhielt Ludloff durch Privatunterricht bei unterschiedlichen Lehrern und entschied sich im Gegensatz zu seinen Brüdern gegen eine landwirtschaftliche und für eine theologische Ausbildung. Er ging von 1823 bis 1827 auf das Gymnasium Rudolstadt, schloss die Schule mit seiner Maturitätsprüfung ab. Anschließend studierte er für zwei Jahre Theologie in Jena. Von 1829 mit Unterbrechungen bis 1834 war er als Hauslehrer bei Friedrich von Witzleben (1797–1862) in Rudolstadt tätig. In dieser Zeit bildete er sich weiter und bestand vor dem Fürstlichen Konsistorium in Arnstadt die Prüfung pro candidatura. 1832 studierte er ein halbes Jahr in Berlin Theologie bei Friedrich Schleiermacher, beendete dieses auf Wunsch von Friedrich von Witzleben und kehrte nach Rudolstadt zurück.

Schul- und Kirchendienst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er kehrte von 1834 bis 1836 in sein Elternhaus zurück, übernahm Verantwortung für die Landwirtschaft, bereitete sich dann aber auf die Anstellung im Kirchen- oder Schuldienst vor.

Ab 1836 lehrte er nach erfolgreicher philosophischer Prüfung als Collaborator am Gymnasium zu Arnstadt mit den Schulfächern Religion, deutsche Sprache, Geschichte, Lateinisch und Hebräisch. Auf Anfrage des Geheimrats von Ziegeler wurde er abermals nach einer erfolgreichen Prüfung Examen pro ministerio im gleichem Jahr Diakonus für die Stadtkirche Sondershausen.[1] In den vier nun folgenden Jahren wurde Ludloff erst Konsistorialassessor mit Sitz und Stimme im Fürstlichen Konsistorium und später auch Konsistorialrat.

Prinzenerzieher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Anschluss war er bis 1848 Erzieher von Karl Günther, Günther Leopold von Schwarzburg-Sondershausen und Prinzessin Elisabeth Caroline Luise, den Kindern vom Fürsten von Sondershausen. Er begleitete die Söhne auch zum Blochmann'schem Gymnasium nach Dresden.[1]

Anfang 1847 wurde Ludloff auf fürstlichem Dekret hin zum stimmführenden Mitglied in der Landesregierung, konnte diese Stelle aber nicht antreten, da er für die Konfirmationsvorbereitung der Prinzen nach Dresden abberufen wurde.

Landesregierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitte 1847 nahm er dann endlich seine Arbeit in der Landesregierung auf. Im Sommer 1848 erfolgte die abermalige Abberufung durch den Fürsten von Sondershausen. Ludloff sollte als nun zeitweisen Governeur der Prinzen diese auf einer Reise nach Genf begleiten. Die Reise und der Aufenthalt mit anfänglicher Begleitung des Fürsten erfolgte von September 1848 bis Juli 1849. Ab September 1849 war er wieder in der Landesregierung tätig und bearbeitete die Kirchen- und Schulthemen. 1850 wurde er zum Ministerial- und Kirchenrat ernannt[2] und war bis Mitte 1858 in der Landesregierung tätig.

Pfarramt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1858 war er, um die Ausbildungskosten für seine Kinder zu erwirtschaften, Ortsgeistlicher in Schernberg und Himmelsberg bei Sondershausen. Er behielt aber den Sitz im Fürstlichen Kirchenrat.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er war verheiratet und hatte drei Kinder. Er war Vater von Friedrich Ludloff, Max Ludloff und Carl Ludloff und Großvater von Karl Ludloff.

Korrespondenz (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1839 an war Ludloff mit Friedrich Fröbel in brieflichem Austausch:

  • Fröbel schrieb 1839 an Ludloff, von dem ein Briefentwurf existiert. Er hatte übermittelt bekommen, dass Ludloff mit der Ausführung einer Kleinkindanstalt in Sondershausen beauftragt worden war und listet seine Erziehungserkenntnisse im Entwurf an Ludloff auf.[3]
  • Er schreibt Heinrich Langethal, ob Langethal Ludloff noch aus der Lehrerzeit bei von Witzleben kennt, den Fröbel hatte Ludloff von der Fürstin von Sondershausen vorgestellt bekommen. Fröbel berichtet von der Anfrage Ludloffs nach der Ausführung eines Kindergartens.[4]
  • Später schreibt Fröbel an Wilhelm Middendorff, dass er den aus Sonderhausen für eine Ausbildung zur Kinderpflege entsandten Candidaten Gustav Stephani um eine Ausarbeitung für ihn und Ludloff zum Gebrauch bitten soll.[5]
  • Anfang 1842 antwortet Middendorff an Ludloff, dass die Ausbildung von Gustav Stephani abgeschlossen ist und übermittelt das Zeugnis.[6]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im März 1847 hielt Ludloff zur Konfirmation von Erbprinz Karl Günther und Prinz Günther Leopold von Schwarzburg-Sondershausen in der Stadtkirche Sondershausen die Festrede, welche als "in vielfachster Beziehung vortrefflich, meister- und musterhaft" beschrieben wird. Dabei trat er das erste Mal wieder als Geistlicher in seiner ehemaligen Gemeinde und zum letzten Mal als Prinzenlehrer auf.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. abc Allgemeine Kirchen-Zeitung, zugleich ein Archiv für die neueste Geschichte und Statistik der christlichen Kirche ... Begründet von Dr. Ernst Zimmermann, Fortgesetzt von Dr. Karl Gottlieb Bretschneider ... und Dr. Karl Zimmermann. Leske, 1848 (google.de [abgerufen am 4. Januar 2018]).
  2. Allgemeines Kirchenblatt für das evangelische Deutschland. J.G. Cotta'schen Buchhandlung, 1853 (google.de [abgerufen am 4. Januar 2018]).
  3. F. an den Prediger und Konsistorial-Assessor Ludloff in Sondershausen v. 16./18.10.1839 (Blankenburg). Abgerufen am 4. Januar 2018.
  4. F. an Heinrich Langethal in Burgdorf v. 1.2.1841 (Blankenburg). Abgerufen am 4. Januar 2018.
  5. F. an Wilhelm Middendorff in Keilhau v. 24.11./25.11.1841 (Hildburghausen). Abgerufen am 4. Januar 2018.
  6. F. u. Wilhelm Middendorff an den Konsistorialrat Ludloff in Sondershausen v. 2.1.1842 (Blankenburg). Abgerufen am 4. Januar 2018.
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