Günther Metzger

Günther Metzger (* 23. Januar 1933 in Heppenheim an der Bergstraße; † 18. August 2013 in Darmstadt[1]) war ein deutscher Jurist und Politiker (SPD). Von 1969 bis 1976 war er Abgeordneter im Deutschen Bundestag, von 1981 bis 1993 Oberbürgermeister von Darmstadt.

Berufliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur an der Oberschule nahm er ein Studium der Rechtswissenschaften auf, das er mit beiden juristischen Staatsprüfungen beendete. Anschließend war er für zwei Jahre als juristischer Redakteur beim R. Brockhaus Verlag in Wiesbaden tätig. Er wurde 1962 als Rechtsanwalt zugelassen, ließ sich mit einer Kanzlei in Darmstadt nieder und erhielt 1972 auch die Zulassung als Notar.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Metzger war der Sohn des ehemaligen Darmstädter Oberbürgermeisters und hessischen Staatsministers Ludwig Metzger. Seine Schwiegertochter war die frühere hessische Landtagsabgeordnete Dagmar Metzger. Jan Metzger, Günther Metzgers Sohn, ist seit 2009 Intendant von Radio Bremen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Metzger war seit 1956 Mitglied der SPD. Er war seit 1964 Ratsmitglied der Gemeinde Traisa und Kreistagsmitglied des Kreises Darmstadt-Dieburg. Bei der Bundestagswahl 1969 wurde er über den Wahlkreis Darmstadt in den Deutschen Bundestag gewählt, dem er bis 1976 angehörte. Im Parlament war er 1972/73 stellvertretender Vorsitzender des Rechtsausschusses und von 1973 bis 1976 stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion. Günther Metzger war Gründungsmitglied des Seeheimer Kreis. Metzger amtierte von 1981 bis 1993, wie bereits 1945–50 sein Vater, als Oberbürgermeister der Stadt Darmstadt. In seine Amtszeit fiel der von ihm unterstützte Bau der Neuen Synagoge[1] und die Errichtung des Neubaus der Akademie für Tonkunst.

Metzger vertrat seit 2009 anwaltlich die hessische SPD-Landespolitikerin Silke Tesch, die 2008 mit drei anderen hessischen SPD-Landtagsabgeordneten die Wahl von Andrea Ypsilanti zur hessischen Ministerpräsidentin verhindert hatte, in einem parteiinternen Schiedsverfahren. Tesch hatte sich darauf berufen, dass die Gewissensfreiheit von Abgeordneten nicht durch Parteibeschlüsse eingeschränkt werden dürfe. Deshalb sei die Begründung der Schiedskommission weder schlüssig noch überzeugend, bekräftigte Metzger am 19. April 2010, als die Bundesschiedskommission der SPD ihre Entscheidung (Rüge für Frau Tesch) bekanntgab.[2] Für die Stadt Heppenheim wurde Metzger 2012 in der Sache der sogenannten „Suchanek-Stiftung“ aktiv, die vermeintlich schon 1993 gegründet wurde, tatsächlich als solche aber nie bestanden hatte.[3]

Am 18. August starb Metzger im Alter von 80 Jahren an einem Herzinfarkt.[1]

Günther Metzger wurde auf dem Alten Friedhof in Darmstadt bestattet (Grabstelle: I A 143c).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. abc Echo Online: Der frühere Oberbürgermeister Günther Metzger ist tot, 19. August 2013
  2. Frankfurter Rundschau, S. D7: Abweichler bleiben in der SPD@1@2Vorlage:Toter Link/www.fr-online.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., 20. April 2010.
  3. Die Suchanek-Stiftung gibt es gar nicht, Echo Online, 14. Juni 2012 (abgerufen am 8. Januar 2015)

Günther Metzger (* 23. Januar 1933 in Heppenheim an der Bergstraße; † 18. August 2013 in Darmstadt[1]) war ein deutscher Jurist und Politiker (SPD). Von 1969 bis 1976 war er Abgeordneter im Deutschen Bundestag, von 1981 bis 1993 Oberbürgermeister von Darmstadt.

Berufliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur an der Oberschule nahm er ein Studium der Rechtswissenschaften auf, das er mit beiden juristischen Staatsprüfungen beendete. Anschließend war er für zwei Jahre als juristischer Redakteur beim R. Brockhaus Verlag in Wiesbaden tätig. Er wurde 1962 als Rechtsanwalt zugelassen, ließ sich mit einer Kanzlei in Darmstadt nieder und erhielt 1972 auch die Zulassung als Notar.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Metzger war der Sohn des ehemaligen Darmstädter Oberbürgermeisters und hessischen Staatsministers Ludwig Metzger. Seine Schwiegertochter war die frühere hessische Landtagsabgeordnete Dagmar Metzger. Jan Metzger, Günther Metzgers Sohn, ist seit 2009 Intendant von Radio Bremen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Metzger war seit 1956 Mitglied der SPD. Er war seit 1964 Ratsmitglied der Gemeinde Traisa und Kreistagsmitglied des Kreises Darmstadt-Dieburg. Bei der Bundestagswahl 1969 wurde er über den Wahlkreis Darmstadt in den Deutschen Bundestag gewählt, dem er bis 1976 angehörte. Im Parlament war er 1972/73 stellvertretender Vorsitzender des Rechtsausschusses und von 1973 bis 1976 stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion. Günther Metzger war Gründungsmitglied des Seeheimer Kreis. Metzger amtierte von 1981 bis 1993, wie bereits 1945–50 sein Vater, als Oberbürgermeister der Stadt Darmstadt. In seine Amtszeit fiel der von ihm unterstützte Bau der Neuen Synagoge[1] und die Errichtung des Neubaus der Akademie für Tonkunst.

Metzger vertrat seit 2009 anwaltlich die hessische SPD-Landespolitikerin Silke Tesch, die 2008 mit drei anderen hessischen SPD-Landtagsabgeordneten die Wahl von Andrea Ypsilanti zur hessischen Ministerpräsidentin verhindert hatte, in einem parteiinternen Schiedsverfahren. Tesch hatte sich darauf berufen, dass die Gewissensfreiheit von Abgeordneten nicht durch Parteibeschlüsse eingeschränkt werden dürfe. Deshalb sei die Begründung der Schiedskommission weder schlüssig noch überzeugend, bekräftigte Metzger am 19. April 2010, als die Bundesschiedskommission der SPD ihre Entscheidung (Rüge für Frau Tesch) bekanntgab.[2] Für die Stadt Heppenheim wurde Metzger 2012 in der Sache der sogenannten „Suchanek-Stiftung“ aktiv, die vermeintlich schon 1993 gegründet wurde, tatsächlich als solche aber nie bestanden hatte.[3]

Am 18. August starb Metzger im Alter von 80 Jahren an einem Herzinfarkt.[1]

Günther Metzger wurde auf dem Alten Friedhof in Darmstadt bestattet (Grabstelle: I A 143c).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. abc Echo Online: Der frühere Oberbürgermeister Günther Metzger ist tot, 19. August 2013
  2. Frankfurter Rundschau, S. D7: Abweichler bleiben in der SPD@1@2Vorlage:Toter Link/www.fr-online.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., 20. April 2010.
  3. Die Suchanek-Stiftung gibt es gar nicht, Echo Online, 14. Juni 2012 (abgerufen am 8. Januar 2015)
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