Goethe-Hafis-Denkmal

Goethe-Hafis-Denkmal
Ghasel zwischen den beiden Stühlen
Tafel mit erklärenden Texten

Das Goethe-Hafis-Denkmal bzw. Hafis-Goethe-Denkmal in Weimar erinnert an den deutschen Dichter Johann Wolfgang von Goethe und den persischen Dichter Hafis des 14. Jahrhunderts. Es wurde im Jahr 2000 anlässlich des Internationalen Jahres des Dialoges der Kultur in Weimar auf dem Beethovenplatz unweit des Hauptstaatsarchivs am Rande des Ilmparks eingeweiht. Anwesend waren der iranische Präsident Mohammed Chatami und Bundespräsident Johannes Rau. Es entstand als Schenkung der UNESCO an die Klassikstiftung Weimar[1][2] und wurde von den Künstlern Ernst Thevis und Fabian Rabsch gestaltet. Unterstützt wurde dieses Projekt seit 1997 auch durch private Spenden.[3]

Das Denkmal besteht aus zwei gegenüberstehenden Stuhlskulpturen aus Granit, die aus einem Block gearbeitet sind, welche die Begegnung und Zusammengehörigkeit von Okzident und Orient und zugleich die Geistesverwandtschaft beider Dichter symbolisieren.[4] Dazwischen ist auf einem flachen Sockel mit orientalischen Ornamenten eine Bronzeplatte mit Versen oder Ghasel des Hafis auf Persisch eingelassen, ebenso die Inschrift eines Verses aus dem westöstlichen Diwan, Goethes letzter großer Lyriksammlung von 1819 bis 1827, die lautet:

WER SICH SELBST UND ANDRE KENNT
WIRD AUCH HIER BEKENNEN
ORIENT UND OKZIDENT
SIND NICHT MEHR ZU TRENNEN

Diese befindet sich auf dem Sockel auf der östlichen Seite. Auf der westlichen Seite des Sockels steht:

HERRLICH IST DER ORIENT
ÜBERS MEER GEDRUNGEN
NUR WER HAFIS LIEBT UND KENNT
WEISS WAS CALDERON GESUNGEN

Bei seinem Besuch im deutschen Weimar warb Chatami am 12. Juli 2000[5] für einen Dialog zwischen Orient und Okzident und „vor allen Dingen die Suche nach mitfühlendem und vertrauensvollem Kontakt“.[6]

Daneben befindet sich eine Tafel mit erklärenden Texten.

Varia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2014 gab es eine temporäre Installation anlässlich des 6. Hafisgedenktages an dem Denkmal in Weimar mit „In einem Boot“ zwischen Goethes Geburtstag (28. August) und dem Hafis-Gedenktag (12. Oktober), die von Pirusan Mahboob und Stefan Kratsch präsentiert wurden.[7] Dieses ist als Videoaufnahme abrufbar.[8]

In Leipzig im Stadtteil Meusdorf gibt es einen Hafisweg, der an die Höltystrasse 37 kreuzt, wo sich der Hafis-Gedenkstein befindet.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.raum204.de/fabian-rabsch/oeffentl/goethe.htm
  2. http://www.literaturland-thueringen.de/orte/hafis-goethe-denkmal-in-weimar/
  3. Goethe-Gesellschaft Weimar und Divan-Freunde: Hoffnung auf neue Entwicklung beim Hafis-Denkmal. In: Borsuye. Zeitschrift für Medizin u. Kultur 10, 1998, 39, S. 1 und 3
  4. https://www.weimar-lese.de/index.php?article_id=396
  5. http://www.druckversion.studien-von-zeitfragen.net/Chatami-Diwan.htm
  6. http://www.bundespraesident.de/dokumente/-,2.23903/Rede/dokument.htm (Memento vom 30. Oktober 2010 im Internet Archive)
  7. http://www.thueringer-allgemeine.de/web/zgt/leben/detail/-/specific/Weimarer-bemueht-sich-um-deutsch-iranische-Beziehungen-1654435309
  8. 6. Hafez Gedenktag Weimar Video


Koordinaten: 50° 58′ 37″ N, 11° 19′ 51″ O

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