Gottfried Mascop

Monasteriensis et Osnaburgensis Episcopatus Descriptio (1568, hier ein Druck von Ortelius 1603)
Die Mainzer Ämter Olm, Algesheim und Bingen (1577)
Stadtplan Bingen (1577)
Gemarkungsplan Ockenheim (1577)

Gottfried Mascop (auch Godfried Mascop, Gottfried Maschop, Gottfried Maskop, Godefrido Mascop oder latinisiert: Godefrido Mascopius; * vor 1550 in Emmerich; † nach 1603[1]) war ein deutscher Kartograf der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über die Jugend und Ausbildung des aus Emmerich stammenden Mascop ist nichts bekannt. Erstmals tritt er durch eine Karte der Bistümer Münster und Osnabrück 1568 in Erscheinung.

In den Jahren 1572 bis 1574 schuf Mascop im Auftrag des Herzogs Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel (1528−1589) einen Ämteratlas des Fürstentums Braunschweig-Wolfenbüttel. Der Altas umfasst auf 27 Karten alle Ämter des damaligen Fürstentums und enthält die frühesten Darstellungen des Braunschweiger Landes und weiter Teile Niedersachsens. Das Werk galt lange Zeit als verschollen und wurde 2009 von Wissenschaftlern der Georg-August-Universität Göttingen wiederentdeckt. Das Kartenwerk befindet sich im Bestand des Stadtarchivs Hildesheim.[2]

Ab 1575 war er im Dienst des Mainzer Fürstbischofs Daniel Brendel von Homburg (1523−1582). In dessen Auftrag fertigte er mit Peter Kraich (latinisiert: Petrus Kraichius) 1576 und 1577 einen Atlas des Erzstifts Mainz. Auch wenn die Aufnahme des gesamten Gebiets nicht abgeschlossen wurde (nur die linksrheinischen Gebiete wurden fertiggestellt) und es an Genauigkeit mangelt, sind die Karten doch regionalgeschichtlich von hohem Wert. Der Atlas enthält eine Übersichtskarte der Ämter Bingen, Olm und Algesheim im Maßstab von ca. 1:100.000, Stadtpläne von Bingen und Gau-Algesheim, einen Ortsplan von Nieder-Olm, Gemarkungspläne von Dietersheim, Dromersheim, Ebersheim, Gau-Algesheim, Gau-Bickelheim, Gau-Bischofsheim, Klein-Winternheim, Laubenheim, Nieder-Olm, Ober-Olm, Ockenheim, Sulzheim, Weisenau und Zornheim sowie eine Ansicht des Bonifatiusberges, insgesamt also 19 Kartenblätter, dazu Beschreibungsseiten zu den jeweiligen Karten.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Westfalenkarte (1568), Original verschollen; Stecher: Franz Hogenberg, veröffentlicht im Theatrum Orbis Terrarum von Abraham Ortelius, Amsterdam 1570, 36 × 25 cm, ca. 1:500.000; Stecher: Lucas und Johannes von Deutecum, veröffentlicht im Speculum Orbis Terrarum von Gerhard und Cornelis de Jode, Antwerpen 1578, 35 × 45 cm, ca. 1:500.000
  • Ämteratlas des Fürstentums Braunschweig-Wolfenbüttel, (1572−1574), Stadtarchiv Hildesheim
  • Karte des Erzstiftes Mainz (1574), nicht erhalten
  • Stadtplan von Mainz (1575), 95,5 × 112 cm, Staatsarchiv Würzburg, Mainzer Risse und Pläne 162
  • Karte des Gebiets südlich der Mainmündung (1576), 59 × 87,5 cm, ca. 1:40.000, Hessisches Staatsarchiv Darmstadt, P1 Nr. 155
  • Karte des Mainlaufs bei Aschaffenburg (ohne Datum), 90 × 102 cm, ca. 1:10.000, Staatsarchiv Würzburg, Mainzer Risse und Pläne 14
  • Atlas der linksrheinischen Mainzer Ämter (1577), 40 × 55 cm, Staatsarchiv Würzburg, Mainzer Risse und Pläne, Wandgestell 10

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Uwe Ohainski, Arnd Reitemeier (Hrsg.): Das Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel im Jahr 1574. Der Atlas des Gottfried Mascop. Verlag für Regionalgeschichte, Gütersloh 2012, ISBN 978-3-89534-987-4.
  • Gottfried Kneib: Der Kurmainzer Kartograph Gottfried Mascop. In: Mainzer Zeitschrift. Jahrgang 87/88 (1992/93), Zabern-Verlag, Mainz 1995, S. 209–268, ISBN 3-8053-1711-5, ISSN 0076-2792.
  • Reiner Letzner: Der Atlas der linksrheinischen Mainzer Ämter Olm, Algesheim und Bingen von Gottfried Mascop aus dem Jahr 1577.
  • Joseph Prinz: Die ältesten Landkarten, Kataster- und Landesaufnahmen des Fürstentums Osnabrück. In: Mitteilungen des Vereins für Geschichte und Landeskunde von Osnabrück. Band 63, 1948, S. 251–302 und Band 64, 1950, S. 110–145, speziell S. 260–262
  • Peter H. Meurer: Godfried Mascop. Ein deutscher Regionalkartograph des 16. Jahrhunderts. In: Kartographische Nachrichten. 32. Jahrgang, Heft 5, Bonn Bad Godesberg 1982, S. 184–192, ISSN 0022-9164.
  • Peter H. Meurer: Godfried Mascop aus Emmerich. Ein deutscher Kartograph des 16. Jahrhunderts. In: Kalender für das Klever Land. Band 34, 1984, S. 84–90, ISSN 0174-0520
  • Robert W. Karrow: Mapmakers of the sixteenth century and their maps. Biobibliographies of the cartographers of Abraham Ortelius, 1570, based on Leo Bagrow's A. Ortelii Catalogus Cartographorum. Speculum Orbis Press, Chicago 1993, S. 367–370, ISBN 0932757057.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gottfried Mascop – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. CERL Thesaurus: Maschop, Gottfried (1570−1603)
  2. Ohainski; Reitemeier
Monasteriensis et Osnaburgensis Episcopatus Descriptio (1568, hier ein Druck von Ortelius 1603)
Die Mainzer Ämter Olm, Algesheim und Bingen (1577)
Stadtplan Bingen (1577)
Gemarkungsplan Ockenheim (1577)

Gottfried Mascop (auch Godfried Mascop, Gottfried Maschop, Gottfried Maskop, Godefrido Mascop oder latinisiert: Godefrido Mascopius; * vor 1550 in Emmerich; † nach 1603[1]) war ein deutscher Kartograf der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über die Jugend und Ausbildung des aus Emmerich stammenden Mascop ist nichts bekannt. Erstmals tritt er durch eine Karte der Bistümer Münster und Osnabrück 1568 in Erscheinung.

In den Jahren 1572 bis 1574 schuf Mascop im Auftrag des Herzogs Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel (1528−1589) einen Ämteratlas des Fürstentums Braunschweig-Wolfenbüttel. Der Altas umfasst auf 27 Karten alle Ämter des damaligen Fürstentums und enthält die frühesten Darstellungen des Braunschweiger Landes und weiter Teile Niedersachsens. Das Werk galt lange Zeit als verschollen und wurde 2009 von Wissenschaftlern der Georg-August-Universität Göttingen wiederentdeckt. Das Kartenwerk befindet sich im Bestand des Stadtarchivs Hildesheim.[2]

Ab 1575 war er im Dienst des Mainzer Fürstbischofs Daniel Brendel von Homburg (1523−1582). In dessen Auftrag fertigte er mit Peter Kraich (latinisiert: Petrus Kraichius) 1576 und 1577 einen Atlas des Erzstifts Mainz. Auch wenn die Aufnahme des gesamten Gebiets nicht abgeschlossen wurde (nur die linksrheinischen Gebiete wurden fertiggestellt) und es an Genauigkeit mangelt, sind die Karten doch regionalgeschichtlich von hohem Wert. Der Atlas enthält eine Übersichtskarte der Ämter Bingen, Olm und Algesheim im Maßstab von ca. 1:100.000, Stadtpläne von Bingen und Gau-Algesheim, einen Ortsplan von Nieder-Olm, Gemarkungspläne von Dietersheim, Dromersheim, Ebersheim, Gau-Algesheim, Gau-Bickelheim, Gau-Bischofsheim, Klein-Winternheim, Laubenheim, Nieder-Olm, Ober-Olm, Ockenheim, Sulzheim, Weisenau und Zornheim sowie eine Ansicht des Bonifatiusberges, insgesamt also 19 Kartenblätter, dazu Beschreibungsseiten zu den jeweiligen Karten.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Westfalenkarte (1568), Original verschollen; Stecher: Franz Hogenberg, veröffentlicht im Theatrum Orbis Terrarum von Abraham Ortelius, Amsterdam 1570, 36 × 25 cm, ca. 1:500.000; Stecher: Lucas und Johannes von Deutecum, veröffentlicht im Speculum Orbis Terrarum von Gerhard und Cornelis de Jode, Antwerpen 1578, 35 × 45 cm, ca. 1:500.000
  • Ämteratlas des Fürstentums Braunschweig-Wolfenbüttel, (1572−1574), Stadtarchiv Hildesheim
  • Karte des Erzstiftes Mainz (1574), nicht erhalten
  • Stadtplan von Mainz (1575), 95,5 × 112 cm, Staatsarchiv Würzburg, Mainzer Risse und Pläne 162
  • Karte des Gebiets südlich der Mainmündung (1576), 59 × 87,5 cm, ca. 1:40.000, Hessisches Staatsarchiv Darmstadt, P1 Nr. 155
  • Karte des Mainlaufs bei Aschaffenburg (ohne Datum), 90 × 102 cm, ca. 1:10.000, Staatsarchiv Würzburg, Mainzer Risse und Pläne 14
  • Atlas der linksrheinischen Mainzer Ämter (1577), 40 × 55 cm, Staatsarchiv Würzburg, Mainzer Risse und Pläne, Wandgestell 10

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Uwe Ohainski, Arnd Reitemeier (Hrsg.): Das Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel im Jahr 1574. Der Atlas des Gottfried Mascop. Verlag für Regionalgeschichte, Gütersloh 2012, ISBN 978-3-89534-987-4.
  • Gottfried Kneib: Der Kurmainzer Kartograph Gottfried Mascop. In: Mainzer Zeitschrift. Jahrgang 87/88 (1992/93), Zabern-Verlag, Mainz 1995, S. 209–268, ISBN 3-8053-1711-5, ISSN 0076-2792.
  • Reiner Letzner: Der Atlas der linksrheinischen Mainzer Ämter Olm, Algesheim und Bingen von Gottfried Mascop aus dem Jahr 1577.
  • Joseph Prinz: Die ältesten Landkarten, Kataster- und Landesaufnahmen des Fürstentums Osnabrück. In: Mitteilungen des Vereins für Geschichte und Landeskunde von Osnabrück. Band 63, 1948, S. 251–302 und Band 64, 1950, S. 110–145, speziell S. 260–262
  • Peter H. Meurer: Godfried Mascop. Ein deutscher Regionalkartograph des 16. Jahrhunderts. In: Kartographische Nachrichten. 32. Jahrgang, Heft 5, Bonn Bad Godesberg 1982, S. 184–192, ISSN 0022-9164.
  • Peter H. Meurer: Godfried Mascop aus Emmerich. Ein deutscher Kartograph des 16. Jahrhunderts. In: Kalender für das Klever Land. Band 34, 1984, S. 84–90, ISSN 0174-0520
  • Robert W. Karrow: Mapmakers of the sixteenth century and their maps. Biobibliographies of the cartographers of Abraham Ortelius, 1570, based on Leo Bagrow's A. Ortelii Catalogus Cartographorum. Speculum Orbis Press, Chicago 1993, S. 367–370, ISBN 0932757057.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gottfried Mascop – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. CERL Thesaurus: Maschop, Gottfried (1570−1603)
  2. Ohainski; Reitemeier
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