Hamburger Burschenschaft Germania

Hamburger Burschenschaft Germania

Wappen Zirkel
Basisdaten
Hochschulort: Hamburg
Gründung: 19. April 1919
Gründungsort: Hamburg
Korporationsverband: Deutsche Burschenschaft
Kartell / Kreis / AG: Schwarz-Weiß-Rotes Kartell
Farbenstatus: farbentragend
Farben: Schwarz-Rot-Gold
Art des Bundes: Männerbund
Stellung zur Mensur: pflichtschlagend
Wahlspruch: „Ehre – Freiheit – Vaterland“[1]
Website: www.germania-hamburg.de

Die Hamburger Burschenschaft Germania ist eine rechtsextreme Studentenverbindung in Hamburg. Sie ist pflichtschlagend und farbentragend. Sie ist Mitglied des Korporationsverbandes Deutsche Burschenschaft und gehört als einzige Hamburger Burschenschaft der Burschenschaftlichen Gemeinschaft an. Sie wird vom Hamburger Verfassungsschutz beobachtet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Germania wurde 1919 gegründet. 1961 war die Germania Mitgründerin der Burschenschaftlichen Gemeinschaft in der Deutschen Burschenschaft.[2] Anfang der 70er Jahre orientierte sich die Germania an der NPD, zu der es auch personelle Überschneidungen gab.[2] Ende der 80er-Jahre wurde darüber hinaus eine intensive Freundschaft mit der als radikal geltenden Wiener Akademischen Burschenschaft Olympia begonnen.[3] Die Germania warb – wie die Olympia – mit dem Flugblatt für sich: „Bist Du hässlich oder fremd im Lande, bist Du von linksliberaler Gesinnung gepeinigt, hast Du den Wehrdienst verweigert oder eine Freundin, die weder schön noch still ist (...) dann bleib lieber zu Hause“.[4][5] In den 90er-Jahre traf sich der Hamburger Leserkreis der Jungen Freiheit (JF), der Hamburger Kreis (HK), regelmäßig im Germanenhaus und lud namhafte Referenten der extremen Rechten zu Schulungen ein. Die Radikalisierung des HK und seine Beobachtung durch den Verfassungsschutz führte dazu, dass sich die JF von ihr formell trennte.[2] Bis 1993 war der Führer der später verbotenen Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei in Hamburg Sprecher der Burschenschaft und machte das Verbindungshaus zur Zentrale der Partei.[6][7] Anfangs war das rechtsextreme Deutsche Rechtsbüro im postalischen Umfeld der Burschenschaft angesiedelt.[8]

Auf dem Burschentag 2006 beantragte die Germania, die „burschenschaftlich-politische Ausrichtung“ „neu auszurichten“. Es brauche eine „offensive Unterstützung der Volkstumsarbeit in Gebieten deutscher Minderheiten“, insbesondere in den „deutschen Ostgebiete[n]“. Es gehe auch um „eine Zurückdrängung weiterer Multikultisierung“ der Bundesrepublik Deutschland und Österreichs „durch weitere Zuwanderung und Aufnahme von Flüchtlingen kulturferner Herkunft“. Es brauche „eine Umkehr der demographischen Katastrophe aufgrund stetigen Geburtenrückgangs“ bei Deutschstämmigen. Schließlich hätten Burschenschafter zukünftig „Widerstand“ zu leisten gegen die „Gesinnungsdiktatur der sog. Political Correctness“.[9]

Beobachtung durch den Verfassungsschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Hamburger Landesamt für Verfassungsschutz schrieb 1993 in einem internen Bericht: Aus ihrer Ablehnung der Demokratie und ihrer Befürwortung des Führerprinzips machen viele Germanen kein Hehl.[3] Zu jener Zeit beobachtete der Hamburger Verfassungsschutz (VS) gemeinsame Wehrsportübungen von Mitgliedern der „Teutonia Hamburgia“, der „Germania“ und Neonazis.[10][11] Bis zur Erwähnung im Verfassungsschutzbericht wurde die Burschenschaft seit Jahren vom Verfassungsschutz beobachtet.[12]

Die Verbindung wird seit 2014 jährlich im Verfassungsschutzbericht aufgeführt. „Diktion und Tenor ihrer Veröffentlichungen [im Kontext des Flüchtlingsthemas] unterschieden sich kaum von Internetveröffentlichungen rechtsextremistischer Parteien und Gruppierungen.“[13][14] „So wurden am 5. März 2016 von der Nachbarschaft und später auch von eintreffenden Polizeibeamten nicht nur erheblicher Lärm, sondern auch mehrfach „Sieg Heil“-Rufe vernommen, die von einer Personengruppe herrührten, die offenbar im Verbindungshaus der „HB! Germania“ feierte“[15] Dem Militärischen Abschirmdienst ist die Germania als eine „rechtsextremistische Burschenschaft“ bekannt.[16]

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Referenten, die bei der Burschenschaft aufgetreten sind:

1993: David Irving[6][10][17]
vor 2001: Stefan Ulbrich (Wiking-Jugend)[18]
vor 2001: Jürgen Rieger (NPD)[18]
2002: Hans-Helmuth Knütter [19]
2000: Karlheinz Weißmann und Emil Schlee (CDU, REP) [11]
2003: Franz W. Seidler [5]
2004: „Reichsgründungskommers“ mit Gerd Schultze-Rhonhof [20]
2005: Bernd Rabehl (NPD) [4]
2006: Reinhard Günzel[21]
2008: „Reichsgründungskommers“ mit Björn Clemens (REP)[22]
2011: Barbara Rosenkranz (FPÖ)[23]
2012: Jürgen Schwab(NPD) (nur angekündigt)[1][22]
2013: Manuel Ochsenreiter (Zuerst!)[24]
2013: Norbert Weidner [12]
2014: Bernd Kallina[25]
2014 und 2015: Akif Pirinçci[26]
Ende 2015 lud die Aktivitas der Germania die rechtsextreme Identitäre Bewegung ein, sich an ihren Wehrsportübungen zu beteiligen[27]

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hamburger Burschenschaft Germania ist Mitglied im Korporationsverband Deutsche Burschenschaft, wo sie 2016 den Vorsitz hatte. Sie gehört als einzige Hamburger Burschenschaft der Burschenschaftlichen Gemeinschaft (BG) an. Im Geschäftsjahr 2012/13 hatte sie den Vorsitz der BG inne.[1] Gemeinsam mit der Burschenschaft Frankonia Erlangen und der Burschenschaft Germania Halle zu Mainz bildet die Hamburger Burschenschaft Germania das Schwarz-Weiß-Rote Kartell, eine Gemeinschaft gleichgesinnter Verbindungen. Man sieht sich als „ein Bund an drei Hochschulorten“.[15]

Verbindungshaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Germanenhaus ist das Verbindungshaus der Germania in Sierichstrasse 23.[28] Es wurde 1959 erworben.[29] In der Villa trafen sich die Gesinnungsgemeinschaft der Neuen Front. Das Haus dient der Identitären Bewegung als Treffpunkt.[27]

Studentenwohnheim Harry Lange[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der sog. Hausverein der Germanen, das Studentenwohnheim Harry-Lange e.V., trägt das Germanenhaus.[17]Im Jahr 1977 meldeten Bundesbrüder der Germania den Verein als „Burschenschaftliches Studentenwerk zu Hamburg“ an. 1990 beschlossen sie, die Zimmer auch an Studenten, die keiner „Studentenverbindung angehören“, zu vermieten. Den Vereinsnamen änderten die Bundesbrüder 1997, um die Erinnerung an den verstorbenen Alten Herrn der „Germania“, Harry Lange, „wachzuhalten“. 2001 war der Vorsitzende des Vereins Christian Brandes (Schillpartei)[10]

Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelne Germanen sind oder waren gleichzeitig Mitglied der rechtsextremen „Pennalen Burschenschaft Chattia Friedberg zu Hamburg[1] Der Ehrenvorsitzende des Reservistenverbandes der Bundeswehr in Hamburg, Oberstleutnant der Reserve Ramon-Stefan Schmidt, 2007 bis 2009 im Vorstand der Burschenschaft, ist nach Kenntnisnahme der Verfassungschutzbeobachtung ausgetreten.[30][16] Mitglieder unter den Burschenschaftern der Germania waren oder sind Mitglieder der NPD[22] oder anderer rechtsextremer Organisationen.[31]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anke Beyer e.a.: »... und er muss deutsch sein«. Geschichte und Gegenwart der studentischen Verbindungen in Hamburg, VSA-Verlag Hamburg 2000, ISBN 3-87975-775-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. abcd Behörde für Inneres und Sport: Hamburger Burschenschaft Germania: Verdacht auf rechtsextremistische Bestrebungen, 16. Mai 2014
  2. abc ‹Sie schlagen sich Schmisse ins Gesicht – denn auf dem Hintern sieht man’s nicht›, Antifaschistisches Infoblatt vom 15. April 2005
  3. ab Karsten Broockmann: Burschenschaft Germania: Rechte Parolen im Internet, Hamburger Abendblatt vom 28. August 2000.
  4. ab Andreas Speit: Wegschauen geht nicht, haGalil vom 15. November 2005
  5. ab Andreas Speit: Schöne Freunde, taz vom 30. Juni 2003
  6. ab Christoph Ruf: Burschenschaft mit Wind in den Segeln, taz vom 22. Februar 2000
  7. Dietrich Heither: „in irgendeiner Form national oppositionell“ – Ansichten, Akteure und Aktivitäten der 'deutschen Burschenschaft', in: Wolfgang Gessenharter/Thomas Pfeiffer (Hrsg.): Die Neue Rechte — eine Gefahr für die Demokratie?, VS Verlag für Sozialwissenschaften Wiesbaden 2013, S. 123
  8. Rudolf Kleinschmidt: Die Rechte und das Recht, in: Stephan Braun/Alexander Geisler/Martin Gerster (Hrsg): Strategien der extremen Rechten: Hintergründe – Analysen – Antworten, S. 365
  9. Burschenschaftliche Lebenswelten, Antifaschistisches Infoblatt vom 14. September 2011.
  10. abc Andreas Speit: Braune Burschen, taz vom 14. Juni 2003
  11. ab Alexander Hüsing: Rechtsweg nicht ausgeschlossen, SpiegelOnline vom 22.Juni 2001.
  12. ab Verfassungsschutz beobachtet Hamburger Burschenschaft, SpiegelOnline vom 16. Mai 2014
  13. Verfassungsschutzbericht 2015 des Hamburger Landesamts für Verfassungsschutz, S. 182 (PDF)
  14. Verfassungsschutzbericht 2014 des Hamburger Landesamts für Verfassungsschutz, S. 163 (PDF)
  15. ab Verfassungsschutzbericht 2016 des Hamburger Landesamts für Verfassungsschutz, S. 177 (PDF)
  16. ab Andreas Speit: Dubioses Doppelmitglied, taz vom 9. Mai 2017
  17. ab Felix Krebs: Hamburgs schlagender Nachwuchs, Störungsmelder vom 29. Juni 2013.
  18. ab Bernd Siegler: Getreu dem Führerprinzip: Burschen, Nazis, rechte Vordenker, taz vom 22. Juni 2001
  19. Andreas Speit: Ideologischer Brandstifter, taz vom 22. Oktober 2002
  20. Geschichtsrevisionist bei Münchner Burschenschaft Danubia, a.i.d.a.-Archivvom 19. Mai 2006
  21. Andreas Speit: Mit Rechten eng verbunden, haGalil vom 25. Januar 2006
  22. abc Felix Krebs: Nazis, Burschen, Bundeswehr, Störungsmelder vom 27. Januar 2012.
  23. Anton Maegerle: Konspirative Germanen, Blick nach Rechts vom 18. Juni 2011
  24. Felix Krebs: Braune Pennäler und arische Akademiker, Störungsmelder vom 8. April 2013
  25. Felix Krebs: Hamburgs akademischer Pöbel, Publikative.org vom 22. Oktober 2014
  26. Felix Krebs: Pegida-Pirincci bei brauner Burschenschaft, Publikative.org vom 27. November 2015
  27. ab Felix Krebs:Wehrsport mit Burschenschaftlern ZeitOnline vom 3. Februar 2017.
  28. Alice Brauner-Orthen: Die Neue Rechte in Deutschland: Antidemokratische und rassistische Tendenzen, Leske + Budrich, Wiesbaden 2001, S. 109
  29. Andreas Speit: Alte braune Herren, taz vom 17. Januar 2009
  30. Denis Fengler: „Wusste nicht, dass Burschenschaft rechtsextrem ist“, Die Welt vom 12. Mai 2017
  31. Verfassungsschutz nimmt Burschenschaft Germania ins Visier, Hamburger Abendblatt vom 17. Mai 2014.

Hamburger Burschenschaft Germania

Wappen Zirkel
Basisdaten
Hochschulort: Hamburg
Gründung: 19. April 1919
Gründungsort: Hamburg
Korporationsverband: Deutsche Burschenschaft
Kartell / Kreis / AG: Schwarz-Weiß-Rotes Kartell
Farbenstatus: farbentragend
Farben: Schwarz-Rot-Gold
Art des Bundes: Männerbund
Stellung zur Mensur: pflichtschlagend
Wahlspruch: „Ehre – Freiheit – Vaterland“[1]
Website: www.germania-hamburg.de

Die Hamburger Burschenschaft Germania ist eine rechtsextreme Studentenverbindung in Hamburg. Sie ist pflichtschlagend und farbentragend. Sie ist Mitglied des Korporationsverbandes Deutsche Burschenschaft und gehört als einzige Hamburger Burschenschaft der Burschenschaftlichen Gemeinschaft an. Sie wird vom Hamburger Verfassungsschutz beobachtet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Germania wurde 1919 gegründet. 1961 war die Germania Mitgründerin der Burschenschaftlichen Gemeinschaft in der Deutschen Burschenschaft.[2] Anfang der 70er Jahre orientierte sich die Germania an der NPD, zu der es auch personelle Überschneidungen gab.[2] Ende der 80er-Jahre wurde darüber hinaus eine intensive Freundschaft mit der als radikal geltenden Wiener Akademischen Burschenschaft Olympia begonnen.[3] Die Germania warb – wie die Olympia – mit dem Flugblatt für sich: „Bist Du hässlich oder fremd im Lande, bist Du von linksliberaler Gesinnung gepeinigt, hast Du den Wehrdienst verweigert oder eine Freundin, die weder schön noch still ist (...) dann bleib lieber zu Hause“.[4][5] In den 90er-Jahre traf sich der Hamburger Leserkreis der Jungen Freiheit (JF), der Hamburger Kreis (HK), regelmäßig im Germanenhaus und lud namhafte Referenten der extremen Rechten zu Schulungen ein. Die Radikalisierung des HK und seine Beobachtung durch den Verfassungsschutz führte dazu, dass sich die JF von ihr formell trennte.[2] Bis 1993 war der Führer der später verbotenen Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei in Hamburg Sprecher der Burschenschaft und machte das Verbindungshaus zur Zentrale der Partei.[6][7] Anfangs war das rechtsextreme Deutsche Rechtsbüro im postalischen Umfeld der Burschenschaft angesiedelt.[8]

Auf dem Burschentag 2006 beantragte die Germania, die „burschenschaftlich-politische Ausrichtung“ „neu auszurichten“. Es brauche eine „offensive Unterstützung der Volkstumsarbeit in Gebieten deutscher Minderheiten“, insbesondere in den „deutschen Ostgebiete[n]“. Es gehe auch um „eine Zurückdrängung weiterer Multikultisierung“ der Bundesrepublik Deutschland und Österreichs „durch weitere Zuwanderung und Aufnahme von Flüchtlingen kulturferner Herkunft“. Es brauche „eine Umkehr der demographischen Katastrophe aufgrund stetigen Geburtenrückgangs“ bei Deutschstämmigen. Schließlich hätten Burschenschafter zukünftig „Widerstand“ zu leisten gegen die „Gesinnungsdiktatur der sog. Political Correctness“.[9]

Beobachtung durch den Verfassungsschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Hamburger Landesamt für Verfassungsschutz schrieb 1993 in einem internen Bericht: Aus ihrer Ablehnung der Demokratie und ihrer Befürwortung des Führerprinzips machen viele Germanen kein Hehl.[3] Zu jener Zeit beobachtete der Hamburger Verfassungsschutz (VS) gemeinsame Wehrsportübungen von Mitgliedern der „Teutonia Hamburgia“, der „Germania“ und Neonazis.[10][11] Bis zur Erwähnung im Verfassungsschutzbericht wurde die Burschenschaft seit Jahren vom Verfassungsschutz beobachtet.[12]

Die Verbindung wird seit 2014 jährlich im Verfassungsschutzbericht aufgeführt. „Diktion und Tenor ihrer Veröffentlichungen [im Kontext des Flüchtlingsthemas] unterschieden sich kaum von Internetveröffentlichungen rechtsextremistischer Parteien und Gruppierungen.“[13][14] „So wurden am 5. März 2016 von der Nachbarschaft und später auch von eintreffenden Polizeibeamten nicht nur erheblicher Lärm, sondern auch mehrfach „Sieg Heil“-Rufe vernommen, die von einer Personengruppe herrührten, die offenbar im Verbindungshaus der „HB! Germania“ feierte“[15] Dem Militärischen Abschirmdienst ist die Germania als eine „rechtsextremistische Burschenschaft“ bekannt.[16]

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Referenten, die bei der Burschenschaft aufgetreten sind:

1993: David Irving[6][10][17]
vor 2001: Stefan Ulbrich (Wiking-Jugend)[18]
vor 2001: Jürgen Rieger (NPD)[18]
2002: Hans-Helmuth Knütter [19]
2000: Karlheinz Weißmann und Emil Schlee (CDU, REP) [11]
2003: Franz W. Seidler [5]
2004: „Reichsgründungskommers“ mit Gerd Schultze-Rhonhof [20]
2005: Bernd Rabehl (NPD) [4]
2006: Reinhard Günzel[21]
2008: „Reichsgründungskommers“ mit Björn Clemens (REP)[22]
2011: Barbara Rosenkranz (FPÖ)[23]
2012: Jürgen Schwab(NPD) (nur angekündigt)[1][22]
2013: Manuel Ochsenreiter (Zuerst!)[24]
2013: Norbert Weidner [12]
2014: Bernd Kallina[25]
2014 und 2015: Akif Pirinçci[26]
Ende 2015 lud die Aktivitas der Germania die rechtsextreme Identitäre Bewegung ein, sich an ihren Wehrsportübungen zu beteiligen[27]

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hamburger Burschenschaft Germania ist Mitglied im Korporationsverband Deutsche Burschenschaft, wo sie 2016 den Vorsitz hatte. Sie gehört als einzige Hamburger Burschenschaft der Burschenschaftlichen Gemeinschaft (BG) an. Im Geschäftsjahr 2012/13 hatte sie den Vorsitz der BG inne.[1] Gemeinsam mit der Burschenschaft Frankonia Erlangen und der Burschenschaft Germania Halle zu Mainz bildet die Hamburger Burschenschaft Germania das Schwarz-Weiß-Rote Kartell, eine Gemeinschaft gleichgesinnter Verbindungen. Man sieht sich als „ein Bund an drei Hochschulorten“.[15]

Verbindungshaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Germanenhaus ist das Verbindungshaus der Germania in Sierichstrasse 23.[28] Es wurde 1959 erworben.[29] In der Villa trafen sich die Gesinnungsgemeinschaft der Neuen Front. Das Haus dient der Identitären Bewegung als Treffpunkt.[27]

Studentenwohnheim Harry Lange[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der sog. Hausverein der Germanen, das Studentenwohnheim Harry-Lange e.V., trägt das Germanenhaus.[17]Im Jahr 1977 meldeten Bundesbrüder der Germania den Verein als „Burschenschaftliches Studentenwerk zu Hamburg“ an. 1990 beschlossen sie, die Zimmer auch an Studenten, die keiner „Studentenverbindung angehören“, zu vermieten. Den Vereinsnamen änderten die Bundesbrüder 1997, um die Erinnerung an den verstorbenen Alten Herrn der „Germania“, Harry Lange, „wachzuhalten“. 2001 war der Vorsitzende des Vereins Christian Brandes (Schillpartei)[10]

Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelne Germanen sind oder waren gleichzeitig Mitglied der rechtsextremen „Pennalen Burschenschaft Chattia Friedberg zu Hamburg[1] Der Ehrenvorsitzende des Reservistenverbandes der Bundeswehr in Hamburg, Oberstleutnant der Reserve Ramon-Stefan Schmidt, 2007 bis 2009 im Vorstand der Burschenschaft, ist nach Kenntnisnahme der Verfassungschutzbeobachtung ausgetreten.[30][16] Mitglieder unter den Burschenschaftern der Germania waren oder sind Mitglieder der NPD[22] oder anderer rechtsextremer Organisationen.[31]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anke Beyer e.a.: »... und er muss deutsch sein«. Geschichte und Gegenwart der studentischen Verbindungen in Hamburg, VSA-Verlag Hamburg 2000, ISBN 3-87975-775-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. abcd Behörde für Inneres und Sport: Hamburger Burschenschaft Germania: Verdacht auf rechtsextremistische Bestrebungen, 16. Mai 2014
  2. abc ‹Sie schlagen sich Schmisse ins Gesicht – denn auf dem Hintern sieht man’s nicht›, Antifaschistisches Infoblatt vom 15. April 2005
  3. ab Karsten Broockmann: Burschenschaft Germania: Rechte Parolen im Internet, Hamburger Abendblatt vom 28. August 2000.
  4. ab Andreas Speit: Wegschauen geht nicht, haGalil vom 15. November 2005
  5. ab Andreas Speit: Schöne Freunde, taz vom 30. Juni 2003
  6. ab Christoph Ruf: Burschenschaft mit Wind in den Segeln, taz vom 22. Februar 2000
  7. Dietrich Heither: „in irgendeiner Form national oppositionell“ – Ansichten, Akteure und Aktivitäten der 'deutschen Burschenschaft', in: Wolfgang Gessenharter/Thomas Pfeiffer (Hrsg.): Die Neue Rechte — eine Gefahr für die Demokratie?, VS Verlag für Sozialwissenschaften Wiesbaden 2013, S. 123
  8. Rudolf Kleinschmidt: Die Rechte und das Recht, in: Stephan Braun/Alexander Geisler/Martin Gerster (Hrsg): Strategien der extremen Rechten: Hintergründe – Analysen – Antworten, S. 365
  9. Burschenschaftliche Lebenswelten, Antifaschistisches Infoblatt vom 14. September 2011.
  10. abc Andreas Speit: Braune Burschen, taz vom 14. Juni 2003
  11. ab Alexander Hüsing: Rechtsweg nicht ausgeschlossen, SpiegelOnline vom 22.Juni 2001.
  12. ab Verfassungsschutz beobachtet Hamburger Burschenschaft, SpiegelOnline vom 16. Mai 2014
  13. Verfassungsschutzbericht 2015 des Hamburger Landesamts für Verfassungsschutz, S. 182 (PDF)
  14. Verfassungsschutzbericht 2014 des Hamburger Landesamts für Verfassungsschutz, S. 163 (PDF)
  15. ab Verfassungsschutzbericht 2016 des Hamburger Landesamts für Verfassungsschutz, S. 177 (PDF)
  16. ab Andreas Speit: Dubioses Doppelmitglied, taz vom 9. Mai 2017
  17. ab Felix Krebs: Hamburgs schlagender Nachwuchs, Störungsmelder vom 29. Juni 2013.
  18. ab Bernd Siegler: Getreu dem Führerprinzip: Burschen, Nazis, rechte Vordenker, taz vom 22. Juni 2001
  19. Andreas Speit: Ideologischer Brandstifter, taz vom 22. Oktober 2002
  20. Geschichtsrevisionist bei Münchner Burschenschaft Danubia, a.i.d.a.-Archivvom 19. Mai 2006
  21. Andreas Speit: Mit Rechten eng verbunden, haGalil vom 25. Januar 2006
  22. abc Felix Krebs: Nazis, Burschen, Bundeswehr, Störungsmelder vom 27. Januar 2012.
  23. Anton Maegerle: Konspirative Germanen, Blick nach Rechts vom 18. Juni 2011
  24. Felix Krebs: Braune Pennäler und arische Akademiker, Störungsmelder vom 8. April 2013
  25. Felix Krebs: Hamburgs akademischer Pöbel, Publikative.org vom 22. Oktober 2014
  26. Felix Krebs: Pegida-Pirincci bei brauner Burschenschaft, Publikative.org vom 27. November 2015
  27. ab Felix Krebs:Wehrsport mit Burschenschaftlern ZeitOnline vom 3. Februar 2017.
  28. Alice Brauner-Orthen: Die Neue Rechte in Deutschland: Antidemokratische und rassistische Tendenzen, Leske + Budrich, Wiesbaden 2001, S. 109
  29. Andreas Speit: Alte braune Herren, taz vom 17. Januar 2009
  30. Denis Fengler: „Wusste nicht, dass Burschenschaft rechtsextrem ist“, Die Welt vom 12. Mai 2017
  31. Verfassungsschutz nimmt Burschenschaft Germania ins Visier, Hamburger Abendblatt vom 17. Mai 2014.
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