Hammerwerk Meischendorf

Das Hammerwerk Meischendorf (auch Hammer Meuschendorf genannt) lag in dem gleichnamigen Ortsteil der Oberpfälzer Gemeinde Schwarzhofen. Der Hammer wurde vom Wasser der Schwarzach betrieben.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hammer Meuschendorf wird in der Oberpfälzer Hammereinigung von 1387 genannt. Besitzer war damals Jordan Gresser. Der Hammer bestand aus einem Hüttengebäude, einer Kohlenschupfe und drei Wohnhäuser für den Hammerherrn und die Hammerarbeiter. 1386 war hier ein Conrad Steiner von Meuschendorf erwähnt worden.

Altmann und Otto von Katzdorf und deren Muhme Elisabeth die Katzdorferin stifteten 1424 eine ewige Messe an die Kirche von Katzdorf und vermachten dabei den großen und den kleinen Zehent zu Meuschendorf, zum Zangenstein und auf dem Hammer bei Mäuschendorf, mit denen sie 1410 vom Bischof von Regensburg belehnt worden waren, an die Kirche von Katzdorf. Aus einer Verleihurkunde vom 9. Juli 1529 geht hervor, dass Sebastian Altmann dem Pfalzgrafen Ludwig den Hammer Meuschendorf verkauft, wie er den und seine Vorfahren innegehabt hatte. Der Hammer lag allerdings in der Folge des Landshuter Erbfolgekrieges bereits lange öd. Der Bruder des Pfalzgraf, Herzog Friedrich II. erlaubte nun dem Endresen Strobl, Hammermeister zu Stefling, den Hammer Meuschendorf wieder aufzubauen. Dafür musste er jährlich 20 rheinische Gulden an den Kasten zu Neunburg vorm Wald zahlen und weitere Abgaben (zwei Stäbe Eisen) leisten. Zudem durfte er das Holz für das Werk aus den herzoglichen Wäldern beziehen. Erst 100 Jahre später hört man wieder von Besitzern des Hammers: Am 10. September 1620 übergibt Frau Margaretha Sigelin, nachgelassene Wittib des Antoni Siegels, gewester Hammermeister zu Meuschendorf, ihre Erbsgerechtigkeit an ihren Sohn Georgen Siegler. 1630 wird der Hammer meistens mit alten Schlacken betrieben.

Während des Dreißigjährigen Krieges wird durch Herzog Bernhard von Weimar das ganze Schwarzachtal verwüstet und dabei auch der Hammer Meuschendorf abermals zerstört. Von 1670 datiert ein Kaufvertrag, mit dem einem Johann Schreyer aus Bodenwöhr der Zunder, der in Meuschendorf noch vorhanden ist, ausgefolgt werden soll. Von 1684 stammt eine Urkunde, nach der die Pfalzgrafen Rudolf und Ludwig einem Rutger von Wartberg und seinem Vetter mit einer Mahl- und Sägemühle zu Meuschendorf belehnen. Es ist unklar, ob diese an Stelle des Hammers errichtet wurde oder ob beide Werke nebeneinander bestanden.

Am 24. März 1684 verkaufte Georg Lehner, Müller zu Meuschendorf, seine Mühle mitsamt dem öden Hammer an Johann Friedrich von Aufseß auf Freyenfels und Zangenstein, Kämmerer, Landrichter und Landhauptmann zu Neunburg vom Wald. Die noch bestehenden drei Häuser wurden an Taglöhner verkauft, der Ort erhielt einschließlich der an der Stelle des Hammers erbauten Mahlmühle den Namen Altenhammer. Der Hammer zu Meuschendorf scheint nicht wieder aufgebaut worden zu sein.

Anfang des 19. Jahrhunderts stand in Meischendorf noch eine Mahl- und Schneidmühle.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ignatz von Voith: Der Hammer zu Meuschendorf und der Hammer zu Zangenstein. Verhandlungen des Historischen Vereins der Oberpfalz, 1841, Band 6, S. 183–198.

Koordinaten: 49° 23′ 35,5″ N, 12° 18′ 6,2″ O

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