Hermann Rudolf Marx

Hermann Rudolf Marx (* 22. Oktober 1924 in Erfurt; † 31. Dezember 2017[1] in Bonn) war Rechtsanwalt, Ministerialdirektor und Bundesgeschäftsführer der FDP.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marx nahm 1947 in Jena, damals zur Sowjetischen Besatzungszone gehörig, ein Jurastudium auf. Er schloss sich der LDP an und wurde Vorsitzender der LDP-Hochschulgruppe. Später war er stellvertretender Vorsitzender des Jugendbeirates beim LDP-Zentralvorstand in Ost-Berlin und Vorsitzender des LDP-Ausschusses für Hochschul- und Studentenfragen. Im März 1952 wurde er infolge seiner Oppositionsarbeit verhaftet[2] und zu einer langjährigen Gefängnisstrafe verurteilt, jedoch im Oktober 1956 vorzeitig entlassen und in die BRD ausgesiedelt.

Marx trat in die FDP ein und übernahm als Rechtsanwalt die Funktion des Justiziars der Partei. Von 1960 bis 1964 war er Leiter der Abteilung Verwaltung und Organisation in der Bundesgeschäftsstelle und danach dort Leiter der Abteilung Gesellschaften und Vereinigungen.[3] 1969 war er zudem kommissarischer Bundesgeschäftsführer neben Hans Friderichs, nachdem dieser zum Staatssekretär im Ministerium für Landwirtschaft, Weinbau und Forsten des Landes Rheinland-Pfalz ernannt worden war, und führte dessen im November 1969 vom FDP-Bundesvorstand festgelegten Nachfolger Volrad Deneke in sein Amt ein. Programmatisch nahm er vor allem Einfluss auf die Deutschlandpolitik.

Von 1970 bis 1979 war Marx im Bundesministerium des Innern angestellt, zuletzt als Ministerialdirektor und Abteilungsleiter, wobei er zeitweilig in das Bundeskanzleramt abgeordnet war. Er war von 1961 bis 1963 und erneut 1983 bis 1987 Vizepräses des Verbandes Liberaler Akademiker.[4]

Unterlagen über die Tätigkeit von Marx für die FDP befinden sich im Archiv des Liberalismus der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in Gummersbach.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Volker Erhard (Hrsg.): Einsatz für Freiheit und Demokratie: Beiträge zur Geschichte des Liberalen Studentenbundes Deutschlands (LSD). Bussert und Stadeler, Jena 2001.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Traueranzeige im General-Anzeiger Bonn. 3. Januar 2018; abgerufen am 4. Januar 2018.
  2. FDP-Kreisverband Jena-Saale-Holzland: Hermann Marx wird 80. 21. Oktober 2004; abgerufen am 4. Januar 2018.
  3. Reinhard Schiffers (Bearb.): FDP-Bundesvorstand. Die Liberalen unter dem Vorsitz von Erich Mende. Sitzungsprotokolle 1960–1967, Droste, Düsseldorf 1993, passim.
  4. Peter Juling: "Männe" Marx ist 85 geworden. In: VLA-Rundbrief, 4/2009.
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