Iron Fist (Album)

Iron Fist
Studioalbum von Motörhead
Veröffentlichung 17. April 1982
Label Bronze Records
Genre Heavy Metal
Anzahl der Titel 12
Laufzeit 37:55

Besetzung

Produktion Will Reid, Eddie Clarke
Studio Ramport Studio, London
Chronologie
No Sleep ’til Hammersmith
(1981)
Iron Fist Another Perfect Day
(1983)
Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben
  DE 27 26.04.1982 (11 Wo.) [1]
  UK 6 17.04.1982 (9 Wo.) [2]
  US 174 1982 (… Wo.) [3]
Singles
Iron Fist
  UK 29 03.04.1982 (5 Wo.) [2]
Vorlage:Infobox Chartplatzierungen/Wartung/ohne Quellen

Iron Fist (deutsch Eiserne Faust) ist das fünfte Studioalbum der britischen Heavy-Metal-Band Motörhead. Es wurde am 17. April 1982 veröffentlicht, erhielt im Monat der Veröffentlichung in Großbritannien Silber-Status für 60.000 verkaufte Einheiten und erreichte als erstes Album der Band die US-amerikanischen Billboard 200. Zugleich ist es das letzte Album mit Gitarrist Eddie Clarke.

Hintergründe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Charterfolg des Livealbums No Sleep ’til Hammersmith wollte das Plattenlabel Bronze Records so schnell wie möglich das nächste Studioalbum veröffentlichen. Allerdings hatte die Band Schwierigkeiten, genügend neue Lieder zu schreiben. Es kam wegen finanzieller Belange zu Spannungen zwischen Gitarrist Eddie Clarke und Sänger und Bassist Lemmy Kilmister und Schlagzeuger Phil Taylors Drogenkonsum behinderte die Aufnahmen.[4] Als Produzent wurde zunächst Vic Maile engagiert, mit dem die Band Ace of Spades aufgenommen hatte. Phil Taylor gefiel der Sound der Probeaufnahmen nicht und verweigerte die weitere Arbeit mit Maile. Nachdem Verhandlungen mit anderen Produzenten an deren Honorarforderungen scheiterten, übernahm Eddie Clarke auf Drängen von Lemmy Kilmister die Produktion.[4] Taylor nahm die Schlagzeugspuren auf und kehrte dem Studio den Rücken, Sänger Kilmister kam nur zu den Aufnahmen der Gesangsspuren ins Tonstudio. Beide überließen die Fertigstellung des Albums Clarke und dem Toningenieur Will Reid.[4] Rückblickend bezeichnete Lemmy Kilmister es als Fehler, das Album ohne professionellen Produzenten aufgenommen zu haben, es sei Ausdruck der Selbstgefälligkeit der Band gewesen.[5] Mindestens drei der Stücke auf dem Album seien unfertig gewesen.[6]

Die zum Album geplante Tournee begann noch vor der offiziellen Veröffentlichung von Iron Fist, weshalb Motörhead zunächst keine neuen Stücke spielte. Auf Drängen von Taylor wurde die Setlist um Titel vom Album ergänzt, was bei den Zuschauern nicht gut ankam, weil sie die meisten Lieder noch nicht kannten.[4] Während der Tour kam erstmals eine vertikal verstellbare Bühne zum Einsatz. Am Anfang der Shows war sie hochgefahren und wurde während die Musik einsetzte abgesenkt.[7] Zugleich sollte in Anlehnung an den Albumtitel eine riesige Faust zum Einsatz kommen, an deren Fingerspitzen Scheinwerfer befestigt waren und die sich langsam öffnen sollte, während die Bühne abgesenkt wurde. Allerdings funktionierte die Technik nicht und die Faust kam nur bei der ersten Show zum Einsatz.[7]

Titelliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Iron Fist - 2:55
  2. Heart of Stone - 3:04
  3. I'm the Doctor - 2:43
  4. Go to Hell - 3:10
  5. Loser - 3:57
  6. Sex & Outrage - 2:10
  7. America - 3:38
  8. Shut It Down - 2:41
  9. Speedfreak - 3:28
  10. (Don't Let 'Em) Grind You Down - 3:08
  11. (Don't Need) Religion - 2:43
  12. Bang to Rights - 2:43

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jason Birchmeier von Allmusic bemängelt die im Vergleich zu den Vorgängern schwächere Produktion. Die Gitarre sei zu sehr in den Vordergrund gemischt und klinge zu poliert. Er hält Iron Fist trotzdem für ein erstklassiges Album und das letzte wirklich gute der Band. Für das Musikmagazin Rock Hard klingt das Album „im Vergleich zu den Vorgängern etwas schludrig“, worüber spätere Klassiker der Band wie das Titellied nicht hinwegtäuschen könnten.[8] Jörg Brenzel vom Onlinemagazin Sleaze-Metal bemerkt, dass das Album von vielen Fans der Band als „schwache Scheibe“ angesehen wird. Der Kritiker selber sieht es insgesamt als gutes Album, das mit Heart of Stone, America und Loser einige weniger gute Titel enthalte.[9]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Iron Fist in den deutschen Charts auf OffizielleCharts.de
  2. ab Motörhead in den Official UK Charts (englisch)
  3. Kevin Rutherford: Lemmy Kilmister: The Late Motorhead Frontman's Billboard Chart History. In: Billboard. 29. Dezember 2015, abgerufen am 23. September 2016.
  4. abcd Jan Jaedike: Fast Eddie Clarke: Die beste Zeit meines Lebens! Rock Hard, abgerufen am 16. September 2012.
  5. Lemmy Kilmister mit Janiss Garza: White Line Fever - Die Autobiographie. I.P. Verlag Jeske/Mader, Berlin 2004, ISBN 3-931624-25-0, S. 139.
  6. Harry Shaw: Lemmy: In His Own Words. Omnibus Press, 2002, ISBN 978-0-7119-9109-5, S. 39.
  7. ab Lemmy Kilmister mit Janiss Garza: White Line Fever, S. 140.
  8. Holger Stratmann (Hrsg.): RockHard Enzyklopädie. 700 der interessantesten Rockbands aus den letzten 30 Jahren. Rock Hard Verlag, Dortmund 1998, ISBN 3-9805171-0-1, S. 266.
  9. Jörg Brenzel: Motörhead - Iron Fist. In: sleazemetal.com. 19. Mai 2007, abgerufen am 27. Juli 2010.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Iron Fist
Studioalbum von Motörhead
Veröffentlichung 17. April 1982
Label Bronze Records
Genre Heavy Metal
Anzahl der Titel 12
Laufzeit 37:55

Besetzung

Produktion Will Reid, Eddie Clarke
Studio Ramport Studio, London
Chronologie
No Sleep ’til Hammersmith
(1981)
Iron Fist Another Perfect Day
(1983)
Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben
  DE 27 26.04.1982 (11 Wo.) [1]
  UK 6 17.04.1982 (9 Wo.) [2]
  US 174 1982 (… Wo.) [3]
Singles
Iron Fist
  UK 29 03.04.1982 (5 Wo.) [2]
Vorlage:Infobox Chartplatzierungen/Wartung/ohne Quellen

Iron Fist (deutsch Eiserne Faust) ist das fünfte Studioalbum der britischen Heavy-Metal-Band Motörhead. Es wurde am 17. April 1982 veröffentlicht, erhielt im Monat der Veröffentlichung in Großbritannien Silber-Status für 60.000 verkaufte Einheiten und erreichte als erstes Album der Band die US-amerikanischen Billboard 200. Zugleich ist es das letzte Album mit Gitarrist Eddie Clarke.

Hintergründe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Charterfolg des Livealbums No Sleep ’til Hammersmith wollte das Plattenlabel Bronze Records so schnell wie möglich das nächste Studioalbum veröffentlichen. Allerdings hatte die Band Schwierigkeiten, genügend neue Lieder zu schreiben. Es kam wegen finanzieller Belange zu Spannungen zwischen Gitarrist Eddie Clarke und Sänger und Bassist Lemmy Kilmister und Schlagzeuger Phil Taylors Drogenkonsum behinderte die Aufnahmen.[4] Als Produzent wurde zunächst Vic Maile engagiert, mit dem die Band Ace of Spades aufgenommen hatte. Phil Taylor gefiel der Sound der Probeaufnahmen nicht und verweigerte die weitere Arbeit mit Maile. Nachdem Verhandlungen mit anderen Produzenten an deren Honorarforderungen scheiterten, übernahm Eddie Clarke auf Drängen von Lemmy Kilmister die Produktion.[4] Taylor nahm die Schlagzeugspuren auf und kehrte dem Studio den Rücken, Sänger Kilmister kam nur zu den Aufnahmen der Gesangsspuren ins Tonstudio. Beide überließen die Fertigstellung des Albums Clarke und dem Toningenieur Will Reid.[4] Rückblickend bezeichnete Lemmy Kilmister es als Fehler, das Album ohne professionellen Produzenten aufgenommen zu haben, es sei Ausdruck der Selbstgefälligkeit der Band gewesen.[5] Mindestens drei der Stücke auf dem Album seien unfertig gewesen.[6]

Die zum Album geplante Tournee begann noch vor der offiziellen Veröffentlichung von Iron Fist, weshalb Motörhead zunächst keine neuen Stücke spielte. Auf Drängen von Taylor wurde die Setlist um Titel vom Album ergänzt, was bei den Zuschauern nicht gut ankam, weil sie die meisten Lieder noch nicht kannten.[4] Während der Tour kam erstmals eine vertikal verstellbare Bühne zum Einsatz. Am Anfang der Shows war sie hochgefahren und wurde während die Musik einsetzte abgesenkt.[7] Zugleich sollte in Anlehnung an den Albumtitel eine riesige Faust zum Einsatz kommen, an deren Fingerspitzen Scheinwerfer befestigt waren und die sich langsam öffnen sollte, während die Bühne abgesenkt wurde. Allerdings funktionierte die Technik nicht und die Faust kam nur bei der ersten Show zum Einsatz.[7]

Titelliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Iron Fist - 2:55
  2. Heart of Stone - 3:04
  3. I'm the Doctor - 2:43
  4. Go to Hell - 3:10
  5. Loser - 3:57
  6. Sex & Outrage - 2:10
  7. America - 3:38
  8. Shut It Down - 2:41
  9. Speedfreak - 3:28
  10. (Don't Let 'Em) Grind You Down - 3:08
  11. (Don't Need) Religion - 2:43
  12. Bang to Rights - 2:43

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jason Birchmeier von Allmusic bemängelt die im Vergleich zu den Vorgängern schwächere Produktion. Die Gitarre sei zu sehr in den Vordergrund gemischt und klinge zu poliert. Er hält Iron Fist trotzdem für ein erstklassiges Album und das letzte wirklich gute der Band. Für das Musikmagazin Rock Hard klingt das Album „im Vergleich zu den Vorgängern etwas schludrig“, worüber spätere Klassiker der Band wie das Titellied nicht hinwegtäuschen könnten.[8] Jörg Brenzel vom Onlinemagazin Sleaze-Metal bemerkt, dass das Album von vielen Fans der Band als „schwache Scheibe“ angesehen wird. Der Kritiker selber sieht es insgesamt als gutes Album, das mit Heart of Stone, America und Loser einige weniger gute Titel enthalte.[9]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Iron Fist in den deutschen Charts auf OffizielleCharts.de
  2. ab Motörhead in den Official UK Charts (englisch)
  3. Kevin Rutherford: Lemmy Kilmister: The Late Motorhead Frontman's Billboard Chart History. In: Billboard. 29. Dezember 2015, abgerufen am 23. September 2016.
  4. abcd Jan Jaedike: Fast Eddie Clarke: Die beste Zeit meines Lebens! Rock Hard, abgerufen am 16. September 2012.
  5. Lemmy Kilmister mit Janiss Garza: White Line Fever - Die Autobiographie. I.P. Verlag Jeske/Mader, Berlin 2004, ISBN 3-931624-25-0, S. 139.
  6. Harry Shaw: Lemmy: In His Own Words. Omnibus Press, 2002, ISBN 978-0-7119-9109-5, S. 39.
  7. ab Lemmy Kilmister mit Janiss Garza: White Line Fever, S. 140.
  8. Holger Stratmann (Hrsg.): RockHard Enzyklopädie. 700 der interessantesten Rockbands aus den letzten 30 Jahren. Rock Hard Verlag, Dortmund 1998, ISBN 3-9805171-0-1, S. 266.
  9. Jörg Brenzel: Motörhead - Iron Fist. In: sleazemetal.com. 19. Mai 2007, abgerufen am 27. Juli 2010.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Iron Fist (Album) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.