Jeffrey Dahmer

Jeffrey Lionel Dahmer (* 21. Mai 1960 in Milwaukee, Wisconsin; † 28. November 1994 in Portage, Wisconsin) war ein US-amerikanischer Serienmörder.

Nach seiner Verhaftung im Juli 1991 konnten ihm 16 von 17 gestandenen Morden nachgewiesen werden, die er in den Jahren 1978 bis 1991 an jungen Männern und Jugendlichen verübt hatte, die überwiegend aus der Homosexuellenszene Milwaukees stammten. Er ging dabei fast immer nach dem gleichen Modus Operandi vor:[1] Zunächst lockte er sein Opfer unter einem Vorwand in seine Wohnung, wo er es betäubte, sexuell missbrauchte und erwürgte. Anschließend nahm er nekrophile Handlungen an der Leiche vor und fotografierte ihre Zerstückelung. Häufig hob er den Schädel und andere Körperteile seines Opfers auf und praktizierte in einigen Fällen Kannibalismus, was ihm in den Medien den Beinamen The Milwaukee Cannibal[2] (alternativ The Milwaukee Monster)[3] einbrachte.

Obwohl bei Dahmer mehrere psychische Störungen diagnostiziert wurden, erklärte ihn ein Geschworenengericht in Milwaukee für zurechnungsfähig und verurteilte ihn zur höchstmöglichen Strafe von 15 aufeinanderfolgenden lebenslangen Freiheitsstrafen ohne Aussicht auf Entlassung. In Ohio, wo Dahmer seinen ersten Mord begangen hatte, erhielt er ein weiteres Mal lebenslänglich.

Im November 1994 wurde er im Alter von 34 Jahren im Gefängnis von einem Mithäftling erschlagen.

Dahmer zählt zu den weltweit bekanntesten Serienmördern des 20. Jahrhunderts und wird oft in einer Riege mit Ted Bundy, John Wayne Gacy und Richard Ramírez genannt. Im Gegensatz zu vielen anderen Serienmördern bekundete er Reue für seine Taten, zeigte sich kooperativ bei den polizeilichen Ermittlungen und räumte auch Morde ein, die ohne sein Geständnis nicht entdeckt worden wären. Er betonte mehrfach, dass er die alleinige Verantwortung für seine Taten trage und weder seine Eltern noch die Gesellschaft oder die Strafverfolgungsbehörden, denen in seinem Fall eine Reihe von Ermittlungsfehlern unterlaufen waren, eine Mitschuld treffe.[4][5]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kindheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jeffrey Lionel Dahmer, genannt „Jeff“, wurde am 21. Mai 1960 im Evangelical Deaconess Hospital in Milwaukee[6] im US-Bundesstaat Wisconsin als der ältere von zwei Söhnen des Ehepaars Joyce Annette (geb. Flint)[7] und Lionel Herbert Dahmer geboren. Zu diesem Zeitpunkt absolvierte sein Vater, dessen Vorfahren aus Deutschland und Wales stammten,[8] ein Studium der Analytischen Chemie an der Marquette University.[9] Seine Mutter, die norwegische und irische Wurzeln hatte,[10] gab ihren Beruf als Ausbilderin im Fernschreibwesen auf, nachdem sie schwanger geworden war, arbeitete als Hausfrau[11] und machte später einen Masterabschluss in psychosozialer Beratung.[12] Laut Lionel Dahmer litt seine Frau während der Schwangerschaft an Krampfanfällen und habe deshalb von ihrem behandelnden Arzt Morphin und Barbiturate verabreicht bekommen.[9] Er spekulierte, dass diese Medikamente eine fruchtschädigende Wirkung entfaltet haben könnten.[13] Von Dahmers Mutter wurden derartige Beschwerden hingegen bestritten. Lionel Dahmers Behauptungen seien nur der Versuch, ihr eine Mitschuld an den Verbrechen ihres Sohnes zu geben.[14] Nach der Geburt erkrankte sie an einer postpartalen Depression[15] und auch in den folgenden Jahren litt sie immer wieder an verschiedenen psychischen und physischen Krankheiten, die sie teilweise für längere Zeit ans Bett fesselten[16] und deren Behandlung zur Medikamentenabhängigkeit führte.[17] Lionel Dahmer konzentrierte sich vor allem auf seine Karriere und war berufsbedingt häufig abwesend.[18] In der Folge schenkten beide Elternteile ihrem Sohn immer weniger Aufmerksamkeit.[19]

Im September 1962 zog die Familie nach Ames, Iowa, wo Dahmers Vater eine Forschungsassistenten- und Doktorandenstelle an der Iowa State University antrat.[20] Im März 1964 musste Dahmer im Alter von knapp vier Jahren aufgrund eines beidseitigen Leistenbruchs operiert werden.[21] Lionel Dahmer beobachtete, dass sich sein bis dahin unbeschwerter und lebhafter Sohn nach dieser schmerzhaften Erfahrung zu einem stillen und verschlossenen Jungen entwickelte.[22] Im Herbst 1966 wurde Lionel Dahmer der Doktortitel verliehen und er fand eine Anstellung als Chemiker in der Forschungsabteilung einer Fabrik in Akron, Ohio. Die Familie zog daraufhin ins nahegelegene Doylestown, wo Dahmer ab Oktober 1966 die Hazel Harvey Elementary School besuchte.[23] Er ging nur widerwillig zur Schule und seiner Klassenlehrerin fiel auf, dass der Junge ungewöhnlich schüchtern und zutiefst unglücklich wirkte. Er war höflich und folgsam, zeigte jedoch wenig Interesse am Unterricht und knüpfte auf dem Schulhof kaum Kontakt zu anderen Kindern.[23] In seiner Freizeit hatte Dahmer dennoch ein paar Spielkameraden und rückblickend war er der Ansicht: “When I was a little kid I was just like anybody else.”[24] („Als kleines Kind war ich genau wie alle anderen.“)

Nach der Geburt seines jüngeren Bruders David am 18. Dezember 1966 und einem weiteren Umzug im April 1967 nach Barberton, der für Jeffrey mit einem Wechsel auf die dortige Grundschule verbunden war,[25] ließen sich die Dahmers 1968 schließlich in einem eigenen Haus mit großem Waldgrundstück in Bath, Ohio, nieder. Jeffrey wechselte zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate die Schule und besuchte nun die Bath Elementary School,[26] wo er mit dem späteren Grammy-Preisträger Joe Henry in eine Klasse ging.[27] Laut einigen Quellen soll Lionel Dahmer gegenüber Jeffrey Dahmers späterer Bewährungshelferin behauptet haben, dass sein Sohn kurze Zeit nach dem Umzug im Alter von acht Jahren von einem älteren Nachbarsjungen sexuell missbraucht worden sei.[28][29] Der angebliche Vorfall war jedoch nicht zur Anzeige gebracht worden[30][31] und Lionel Dahmer bestritt später, diese Aussage überhaupt getätigt zu haben.[32] Jeffrey Dahmer verneinte, in seiner Kindheit Opfer sexuellen Missbrauchs geworden zu sein.[31][32]

Im Jahr 1970 wurde Dahmers Mutter aufgrund von schweren Angstzuständen mehrere Wochen lang in einer psychiatrischen Einrichtung behandelt.[33] Die von Beginn an schwierige Ehe der Dahmers wurde dadurch schwer belastet und begann in die Brüche zu gehen.[16] Dahmer musste häufig miterleben, wie es zwischen seinen Eltern zu heftigen Auseinandersetzungen kam, die mehrere Male durch die Polizei geschlichtet werden mussten.[28] Die damalige familiäre Situation beschrieb er später als „extrem angespannt“.[34] Als Kind und Jugendlicher suchte er die Schuld für den andauernd schlechten Gesundheitszustand seiner Mutter und das Scheitern der Ehe seiner Eltern bei sich[15] und reagierte seine Frustration ab, indem er hinter dem Haus mit Ästen und Stöcken auf Bäume einschlug.[35]

Ab seinem zehnten Lebensjahr verließ er immer seltener das Haus und verbrachte viel Zeit allein in seinem Zimmer.[36] Auf sein Umfeld wirkte er apathisch, seine Sprechweise oft monoton und einsilbig[37] und sein Gang sowie seine gesamte Körperhaltung eigenartig steif und verkrampft.[38]Um ihn aus seiner Isolation herauszuholen, versuchte sein Vater ihn für Sportarten wie Tennis, Krafttraining oder Bogenschießen zu begeistern und schickte ihn zu den Pfadfindern, doch Dahmers Interesse an diesen Aktivitäten war nie von langer Dauer.[39] Das einzige „Hobby“, für das er sich bereits seit früher Kindheit anhaltend begeistern konnte, waren tote Tiere und deren Knochen. Er sammelte Insekten, Vögel und kleine Nagetiere und konservierte sie in Gläsern mit Formaldehyd, die er in einem Schuppen hinter dem Haus seiner Eltern aufbewahrte. Ab seinem zwölften Lebensjahr begann er in der Nähe des elterlichen Grundstücks überfahrene Tierkadaver vom Straßenrand aufzusammeln, um sie zu sezieren. Er legte einen Tierfriedhof an und erschreckte die Nachbarschaft, als er den halb verwesten Schädel eines überfahrenen Hundes auf einen Ast spießte und den dazugehörigen Körper an einem Baum aufhängte.[40][41] Im Gegensatz zu vielen anderen Serienmördern bereitete es ihm aber kein Vergnügen, Tiere zu quälen oder sie selbst zu töten und mit seinen Haustieren, darunter sein Hund „Frisky“, ging er liebevoll um.[42]

Jugend und Highschool-Zeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Beginn der Pubertät entdeckte Dahmer seine Homosexualität. Die ersten einvernehmlichen sexuellen Erfahrungen sammelte er im Alter von 13 Jahren mit einem Jungen aus der Nachbarschaft, wobei es jedoch nicht zum Geschlechtsverkehr kam.[43] Davon abgesehen, behielt er seine sexuelle Orientierung für sich und verheimlichte sie insbesondere vor seinem Vater, der seine Homosexualität nicht akzeptiert hätte.[44] Mit 14 Jahren entwickelte er die ersten gewaltbesetzten Sexfantasien, in denen er die Kontrolle über einen komplett unterwürfigen oder bewusstlosen Mann hatte. Diese Fantasien nahmen im Laufe der Zeit an Häufigkeit und Intensität zu und hatten schließlich auch nekrophile Handlungen an Leichen und deren Zerstückelung zum Gegenstand.[45] Dahmer beschrieb seine damalige Situation mit den Worten: “[It] just got worse and worse. I didn’t know how to tell anyone about it.”[46] („[Es] wurde einfach schlimmer und schlimmer. Ich wusste nicht, wie ich jemandem davon erzählen sollte.“) Im Alter von etwa 15 Jahren plante er zum ersten Mal, seine Fantasie in die Tat umzusetzen. Er legte sich mit einem Baseballschläger auf die Lauer, um einen Jogger, der regelmäßig am Haus der Dahmers vorbeilief, bewusstlos zu schlagen und sich anschließend an ihm zu vergehen. Der Jogger kam an jenem Tag aber nicht vorbei, weshalb er seinen Plan unverrichteter Dinge aufgab.[47]

Im Jahr 1974 wechselte Dahmer von der Eastview Junior Highschool auf die Revere Senior Highschool in Richfield. Zu seinen dortigen Klassenkameraden gehörte der spätere Comicautor Derf Backderf. Obwohl Dahmer von Zeitgenossen als überdurchschnittlich intelligent eingeschätzt und ihm ein IQ von 117[48] bis 145[49] nachgesagt wurde, waren seine Noten trotz privatem Nachhilfeunterricht durchwachsen.[50] Er war Mitglied in der Schulband, spielte Tennis in der Schulmannschaft und arbeitete bei der Schülerzeitung mit,[51] galt aber trotz dieser Aktivitäten unter seinen Klassenkameraden als Einzelgänger und Sonderling, der keine engen Freunde hatte und gemobbt wurde.[52] Für einige Zeit gelang es ihm, durch das Vortäuschen spastischer oder epileptischer Anfälle[53] und Streiche wie dem Photobombing des jährlichen Gruppenbilds der Honor Society[54] die Aufmerksamkeit seiner Mitschüler auf sich zu ziehen, so dass diese einen nicht ganz ernst gemeinten „Dahmer-Fanclub“ gründeten[47] und “Doing a Dahmer” („einen auf Dahmer machen“) an seiner Highschool zum Inbegriff für albernes, seltsames Verhalten wurde.[55]

Ab 1976 bemerkten seine Klassenkameraden, dass er Marihuana rauchte[56] und sich regelmäßig vor, während und nach dem Unterricht mit hochprozentigem Alkohol betrank.[55] Als er von einer Mitschülerin darauf angesprochen wurde, antwortete Dahmer, dass der Alkohol seine „Medizin“ sei.[31] Bereits mit 14 Jahren hatte er heimlich mit dem Trinken begonnen und dadurch erkennbar an Gewicht zugelegt,[50] seine Eltern und Lehrer schienen jedoch wenig bis keine Notiz von seinem Alkohol- und Drogenkonsum zu nehmen. Nur ein einziges Mal musste er zur Strafe nachsitzen, nachdem er auf dem Schulgelände mit Alkohol erwischt worden war.[35] Von diesem Vorfall abgesehen, gelang es Dahmer gegenüber Erwachsenen den Anschein von Normalität aufrechtzuerhalten und seine wahren Gefühle zu verbergen. Lehrer und Nachbarn erlebten ihn als höflichen und respektvollen Jugendlichen.[55][57] Mit dieser Art gelang es ihm während einer Klassenfahrt nach Washington, D.C. auch, mit nur einem Anruf für sich und seine Klassenkameraden eine spontane Führung durch das Büro des damaligen Vize-Präsidenten der Vereinigten Staaten, Walter Mondale, zu erhalten. Bei der Führung lernte er neben Mondale auch den Publizisten und Pulitzer-Preis-Träger Art Buchwald, der zufällig ebenfalls anwesend war, persönlich kennen.[35]

Die Ehe der Eltern war im August 1977 endgültig zerrüttet. Joyce Dahmer hatte gerichtlich ein Kontaktverbot gegen ihren Ehemann erwirkt,[52] woraufhin Lionel Dahmer in ein nahegelegenes Motel zog. In den folgenden Monaten wurde Dahmers Familienleben von dem laufenden Scheidungsverfahren seiner Eltern und dem Streit um das Sorgerecht für seinen noch minderjährigen Bruder geprägt.[58] Bei seiner ersten und einzigen Verabredung mit einem Mädchen, die Klassenkameraden anlässlich des Abschlussballs Ende Mai 1978 für ihn arrangiert hatten, war er so nervös und schüchtern, dass er sich für mehrere Stunden heimlich davonschlich und erst wieder auftauchte, um das Mädchen zur vereinbarten Uhrzeit nach Hause zu fahren.[59] Als Dahmer am 4. Juni 1978 seinen Highschool-Abschluss machte,[60] hatten sich die meisten seiner Mitschüler aufgrund seiner Trinkerei von ihm abgewandt. Kurz darauf zog seine Mutter mit seinem Bruder – ohne das Wissen des Vaters – zurück nach Wisconsin. Dahmer wohnte fortan allein in seinem Elternhaus.[61] Der Kontakt zu seiner Mutter brach bis auf wenige Telefonate und seltene Besuche vollständig ab und lebte erst nach seiner Verhaftung im Jahr 1991 wieder auf.[62]

Der erste Mord[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seinen ersten Mord beging Dahmer kurz nach seinem 18. Geburtstag. Eines Nachmittags im Juni 1978 nahm er den gleichaltrigen Steven Hicks per Anhalter mit und lud ihn auf ein paar Bier zu sich nach Hause ein. Als Hicks nach einiger Zeit aufbrechen wollte, schlug Dahmer ihn mit einer Hantel bewusstlos. Danach strangulierte er Hicks mit der Hantel und masturbierte, während er sich an der Leiche verging.[63] Bei Anbruch der Dunkelheit brachte er den Leichnam in einen Kriechkeller unter dem Haus, wo er ihn am nächsten Tag mit einem Jagdmesser zerstückelte. Die in Müllsäcke verpackten Leichenteile lud er auf die Rückbank seines Autos und machte sich in der Nacht vom 24. auf den 25. Juni 1978[64] auf den Weg zu einer nahegelegenen Mülldeponie, um sie dort zu entsorgen.

Gegen 3:00 Uhr morgens wurde er auf halber Strecke von einer Polizeistreife angehalten, da er über die Mittellinie gefahren war. Er musste aussteigen und sich einem Alkoholtest unterziehen, den er jedoch bestand. Als der Polizist mit der Taschenlampe über die Müllsäcke auf der Rückbank leuchtete und nach dem von ihnen ausgehenden Geruch fragte, behauptete Dahmer, dass er wegen der Scheidung seiner Eltern nicht schlafen könne und deshalb Hausabfälle entsorgen wolle. Der Polizist gab sich mit dieser Erklärung zufrieden, beließ es bei einem Strafzettel und ließ Dahmer weiterfahren. (Zufälligerweise handelte es sich um denselben Polizisten, der nach Dahmers Verhaftung im Sommer 1991 vom Bath Police Department nach Milwaukee geschickt wurde, um ihn zum Mord an Hicks zu vernehmen, und der im Laufe des Verhörs erschüttert feststellte, dass er Dahmers Mordserie in dieser Nacht hätte verhindern können.)[63]

Dahmer fuhr mit den Leichenteilen zurück zu seinem Elternhaus, wo er sie zunächst in einem Abflussrohr im Garten versteckte. Drei Jahre später holte er die noch übrig gebliebenen Knochen wieder hervor und zertrümmerte sie in kleine Stücke, die er weitläufig auf dem Waldgrundstück zerstreute.[65] Der zum letzten Mal am 18. Juni 1978 lebend gesehene Hicks[66] galt für die kommenden 13 Jahre als spurlos verschwunden. Dahmer sagte später über seinen ersten Mord: “Nothing’s been normal since then. It taints your whole life. After it happened I thought that I’d just try to live as normally as possible and bury it, but things like that don’t stay buried.”[67] („Seitdem ist nichts mehr normal. Es überschattet dein ganzes Leben. Nachdem es passiert war, dachte ich, ich würde einfach versuchen, so normal wie möglich weiterzuleben und es vergessen. Aber eine Sache wie diese holt dich immer wieder ein.“)

Zeit im College, bei der Armee und in Florida[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Scheidung seiner Eltern wurde im Juli 1978 rechtskräftig. Lionel Dahmer kehrte im August 1978 nach monatelanger Abwesenheit in sein Haus zurück, wo er seinen älteren Sohn vollkommen sich selbst überlassen, ohne Geld und Zukunftspläne vorfand. Auf Shari Jordan, die neue Lebensgefährtin seines Vaters, wirkte Dahmer damals wie ein „kleiner hilfloser Junge“, der von der Trennung seiner Eltern traumatisiert und beschämt schien.[68] Zusammen mit ihr zog Dahmers Vater wieder ins Haus ein und sie bewegten ihn dazu, sich für das im September beginnende Herbst-Semester an der Ohio State University in Columbus im Hauptfach Wirtschaft einzuschreiben. Doch anstatt die Vorlesungen zu besuchen, gab Dahmer sich dem Alkohol hin und schlief seinen Rausch gelegentlich in aller Öffentlichkeit aus.[55] Um seine Sucht zu finanzieren, spendete er im Plasmazentrum der Universität so oft Blut, dass seine Spenden schließlich auf eine pro Woche limitiert wurden. Sozialen Kontakten mit seinen Kommilitonen ging er aus dem Weg und seine Campus-Zimmergenossen baten um seine Verlegung, da sie ihn des Diebstahls verdächtigten.[69] Laut seinem Vierteljahreszeugnis hatte er nur 45 von 100 möglichen Punkten erreicht und sich damit für keinen fortführenden Kurs qualifiziert, woraufhin ihn sein Vater vom College nahm. Als Lionel Dahmer die persönlichen Sachen seines Sohnes vom Campus abholte, entdeckte er einen ganzen Vorrat an Bier- und Weinflaschen und realisierte nach einem Gespräch mit den Zimmergenossen zum ersten Mal, dass Jeffrey ein ernstes Alkoholproblem hatte.[70] In der Hoffnung, sein Sohn würde durch Disziplin wieder auf den richtigen Weg gebracht werden, schickte er ihn zur United States Army, bei der Dahmer sich am 12. Januar 1979 für drei Jahre verpflichtete.[71][72]

Nach einer abgebrochenen Ausbildung bei der Militärpolizei in Anniston, Alabama[72] absolvierte Dahmer ab dem 11. Mai 1979 eine sechswöchige Schulung zum Sanitäter im Armeekrankenhaus in San Antonio, Texas. Das medizinische Wissen, das er sich hierbei aneignete, brachte er auch bei seinen späteren Taten zur Anwendung.[73] Im Juni 1979 reiste er nach Deutschland,[73] wo er ab dem 13. Juli 1979 im rheinland-pfälzischen Baumholder stationiert war.[72] Einer seiner damaligen Zimmergenossen behauptete später, während der gemeinsamen Dienstzeit von Dahmer schwer misshandelt, tyrannisiert und vergewaltigt worden zu sein. Die Vorgesetzten seien seinem damaligen Hilfeersuchen aber nicht nachgegangen.[74] Bei anderen Kameraden hinterließ er hingegen keinen gewalttätigen Eindruck,[55] sondern galt als sexuell unerfahrener,[73] introvertierter Einzelgänger und Feigling,[55] der nur unter Alkoholeinfluss zu Wutausbrüchen neigte[75] und sich oft tagelang bis zur Besinnungslosigkeit betrank.[55] Aufgrund seines exzessiven Alkoholkonsums, seiner mangelnden Therapiebereitschaft und mehrerer erfolgloser Disziplinarmaßnahmen wurde Dahmer vorzeitig ehrenhaft aus der Armee entlassen.[76]

Am 24. März 1981 flog er zurück in die Vereinigten Staaten, wo er ein Motel-Zimmer in Miami Beach, Florida bezog und Arbeit in einem Sandwich-Shop fand. Eine aus England stammende Kollegin, die ohne Arbeitserlaubnis in den USA weilte, wollte Dahmer heiraten, um ihren Status zu legalisieren. Er war jedoch weder an ihr noch an einer Zweckehe interessiert, weshalb er ablehnte.[76] Da er seinen Lohn fast ausschließlich in Alkohol investierte, konnte er sich das Motel bald nicht mehr leisten. Eine Zeit lang übernachtete er am Strand, bevor er sich schließlich überwinden konnte, seinen Vater anzurufen und ihn um Geld zu bitten. Lionel Dahmer kaufte ihm daraufhin ein Flugticket, das ihn im September 1981 wieder nach Ohio brachte.[76]

Rückkehr nach Ohio und Milwaukee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zurück in seiner Heimat zog Dahmer wieder bei seinem Vater und Shari, die im Dezember 1978 geheiratet hatten, ein. Anfangs machte er sich bei Gartenarbeiten nützlich und begab sich auf die Suche nach einem Job, doch es dauerte nicht lange, bis er erneut zur Flasche griff. Am 7. Oktober 1981 wurde Dahmer wegen Disorderly Conducts und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte verhaftet, nachdem er öffentlich sichtbar Alkohol konsumiert und sich den Anweisungen der herbeigerufenen Polizisten widersetzt hatte.[77] Er trieb sich nächtelang in Bars herum, betrank sich und wurde häufig hinausgeprügelt, weil er nicht freiwillig gehen wollte.[77] Lionel Dahmer schickte seinen Sohn daraufhin im Winter 1981/82 zu dessen Großmutter Catherine Dahmer nach West Allis, eine Vorstadt Milwaukees. Dahmer hatte ein sehr inniges Verhältnis zu seiner Großmutter und sein Leben verlief bei ihr zunächst wieder in geordneter Bahn. Er half im Haushalt und Garten, erledigte Einkäufe und fand Anstellung bei einer Blutbank. Außerdem besuchte er Treffen der Anonymen Alkoholiker,[78] ging mit seiner Großmutter zur Kirche, las mit ihr die Bibel und versuchte, seine sexuellen Triebe und die ihn noch immer heimsuchenden Zerstückelungsfantasien zu unterdrücken.[79] Dieser von ihm als „tugendhaft“[80] bezeichnete Lebensstil währte jedoch wieder nicht lange. Am 8. August 1982 wurde er verhaftet, nachdem er sich auf der Wisconsin State Fair vor einer Gruppe von Frauen und Kindern entblößt hatte, wofür ihm ein Bußgeld von 50 US-Dollar auferlegt wurde.[81] Einige Monate später verlor Dahmer wegen schlechter Leistung seinen Job[82] und war in den folgenden zwei Jahren der Arbeitslosigkeit auf die finanzielle Unterstützung seiner Familie angewiesen.

Eines Tages ließ ihm ein fremder Mann in einer öffentlichen Bibliothek einen Zettel zukommen, auf dem ihm Oralsex auf der Herrentoilette offeriert wurde. Dahmer nahm das Angebot nicht an,[83] bewertete es später aber als Schlüsselerlebnis, nach dem er beschlossen habe, seine Homosexualität auszuleben.[84] Da ihn weder der Konsum von Schwulenpornografie noch die Simulation sexueller Handlungen an einer gestohlenen männlichen Schaufensterpuppe anhaltend befriedigten,[85] fasste er den Entschluss, einen Leichnam von einem Friedhof zu stehlen, um an ihm seine sexuellen Fantasien zu verwirklichen. Er studierte die Todesanzeigen und besuchte die Beerdigung eines jungen Mannes, in der darauffolgenden Nacht gelang es ihm jedoch nicht, den Sarg auszuheben, da der Boden gefroren war.[86]

Ab Januar 1985 arbeitete er an sechs Nächten pro Woche als Schokoladenmischer in der Ambrosia Chocolate Company in Milwaukee.[81] In seiner Freizeit ging er dazu über, die Schwulensaunas der Stadt aufzusuchen. Mit den Männern, die er dort kennenlernte, zog er sich ins Separee zurück, wo er sie mit Schlaftabletten betäubte und anschließend stundenlang sexuell missbrauchte. Den dazu nötigen Vorrat an Schlafmitteln ließ er sich von verschiedenen Ärzten unter dem Vorwand verschreiben, dass er aufgrund seiner Nachtschichten an Einschlafschwierigkeiten leide.[87] In den frühen Morgenstunden des 7. April 1985 bedrohte Dahmer in stark alkoholisiertem Zustand eine Barkeeperin mit einem .357-Magnum-Revolver, nachdem sie sich geweigert hatte, ihn zu bedienen. Vier Polizisten waren nötig, um ihn in Gewahrsam zu nehmen. Die gegen ihn erhobenen Anschuldigungen wegen Disorderly Conducts und Bedrohung wurden später fallengelassen.[88] Als Lionel Dahmer erfuhr, dass sich sein Sohn im Besitz einer Schusswaffe befand, nahm er sie ihm ab und verkaufte sie.[89]

Bei mehreren Gelegenheiten befriedigte Dahmer sich in der Öffentlichkeit selbst und wurde am 8. September 1986 von zwei zwölfjährigen Jungen angezeigt, die unfreiwillig Zeugen eines dieser Vorfälle geworden waren. Bei seiner darauffolgenden Verhaftung wegen unzüchtigen Verhaltens behauptete Dahmer zu seiner Verteidigung, dass er sich unbeobachtet gefühlt und lediglich uriniert habe. Die Anklage wurde daraufhin auf Disorderly Conduct reduziert und Dahmer am 10. März 1987 zu einer einjährigen Bewährungsstrafe verurteilt. Außerdem ordnete das Gericht eine Psychotherapie an.[90] Die Therapeutin beschrieb ihn als verschlossenen, uneinsichtigen und unkooperativen Patienten, der ihr in den Sitzungen bisweilen den Rücken zuwandte und sie der Verschwörung mit dem Rechtssystem bezichtigte.[91] Sie diagnostizierte eine schizoide Persönlichkeitsstörung mit paranoiden Tendenzen und notierte, dass er “definitely SPOOKY!”[92] („definitiv UNHEIMLICH!“) sei. Bei einer weiteren gerichtlich angeordneten psychiatrischen Untersuchung durch eine Klinikärztin der University of Wisconsin wurde Dahmer eine außergewöhnliche Sprachgewandtheit und ein bemerkenswertes abstraktes Denkvermögen attestiert, die übrigen Testergebnisse veranlassten die Ärztin jedoch zu der Prognose, er könne sich zu einem Soziopathen mit schizoiden Tendenzen entwickeln.[93]

Seinem Treiben in den Schwulensaunas wurde im Sommer 1987 ein Ende gesetzt, nachdem eines der geschätzten 10 bis 15 Opfer wegen einer Überdosis im Krankenhaus behandelt werden musste. Dahmer erhielt Hausverbot, wurde jedoch nicht strafrechtlich belangt.[94] Von nun an verlagerte er seine Aktivitäten auf die Schwulenbars und Nachtclubs der Stadt. An den Wochenenden nahm er sich oft ein billiges Zimmer im Ambassador Hotel an der West Wisconsin Avenue, wohin er mindestens sechs Männerbekanntschaften mitnahm, die er betäubte und sexuell missbrauchte, aber nicht tötete.[94] Bei diesen Gelegenheiten verbrachte er zudem viel Zeit damit, dem Herzschlag und anderen Organgeräuschen seiner bewusstlosen Opfer zu lauschen[95] – ein Verhalten, dass er später auch bei seinen Mordopfern praktizierte.

Der zweite bis vierte Mord[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende November 1987[96] besuchte Dahmer den Club 219 in Milwaukee, wo er mit dem 25-jährigen Steven Tuomi ins Gespräch kam. Bei Anbruch der Sperrstunde fuhren sie mit einem Taxi zum Ambassador Hotel, wo sie auf Dahmers Zimmer eine Flasche Rum leerten und es zu einvernehmlichen sexuellen Handlungen kam. Tuomis Glas hatte er heimlich mit Schlaftabletten versehen und nachdem diese ihre Wirkung entfaltet hatten, missbrauchte er den Schlafenden. Als Dahmer am nächsten Morgen aufwachte, lag Tuomis Leiche mit eingeschlagenem Brustkorb neben ihm. Dahmer konnte sich nicht erinnern, was geschehen war, da er aber selbst an Armen und Händen Blutergüsse und Verletzungen aufwies, kam er zu dem Schluss, dass er Tuomi getötet haben musste. Er kaufte einen großen Koffer, in dem er die Leiche aus dem Hotel und per Taxi zum Haus seiner Großmutter transportierte. Für ungefähr eine Woche versteckte er den Leichnam vor seiner Großmutter und seinen Verwandten – die zu Thanksgiving zu Besuch waren – im Keller, bevor er ihn zerstückelte und mit dem Hausmüll entsorgte. Die sterblichen Überreste Tuomis, den sein Vater im Dezember 1987 vermisst meldete, wurden nie gefunden.[97]

Nachdem er zum zweiten Mal ungestraft davongekommen war, gab er den Widerstand gegen seine Fantasien auf und begann, aktiv nach Opfern zu suchen. “By that time my moral conscience was so shot, so totally corrupted, that [my fantasies were] my main focus of life.”[98] („An diesem Punkt war mein moralisches Gewissen so hinüber, so total verdorben, dass [meine Fantasien] im Mittelpunkt meines Lebens standen.“) Den vierzehnjährigen James Doxtater entdeckte Dahmer am 17. Januar 1988 gegen 1:00 Uhr morgens[99] an einer Bushaltestelle in der Nähe des Club 219. Laut Dahmers Aussage hatte er den indianisch-stämmigen Jugendlichen auf 18 Jahre geschätzt und ihm 50 US-Dollar dafür geboten, dass er die Nacht mit ihm verbringt. Doxtater, der polizeilich als Stricher bekannt war,[100] akzeptierte das Angebot und begleitete Dahmer zum Haus der Großmutter, wo es zu einvernehmlichem Sex kam. Anschließend betäubte und erwürgte Dahmer den Jugendlichen und verging sich tagelang an der Leiche. Als der Verwesungsgeruch so stark wurde, dass seine Großmutter ihn bemerkte, schob er dies auf die Katzentoilette und entledigte sich des Leichnams auf die gleiche Weise wie in Tuomis Fall.[101] Dahmer erinnerte sich später an zwei auffällige Narben Doxtaters, so dass dieser 1991 als sein drittes Opfer identifiziert werden konnte.[102]

In der Phoenix Bar in Milwaukee lernte Dahmer den 23-jährigen Richard Guerrero kennen und lockte ihn mit 50 US-Dollar für eine Nacht in das Haus seiner Großmutter. Diese schlief, als er am frühen Morgen des 27. März 1988 mit Guerrero in sein Schlafzimmer ging, wo es zum Austausch von Intimitäten kam. Später in der Nacht erwürgte Dahmer sein schlafendes Opfer und lebte seine sexuellen Fantasien an der Leiche aus. Nach dem Frühstück mit seiner Großmutter brachte er den leblosen Körper in den Keller und zerstückelte ihn, während Catherine Dahmer den Sonntagsgottesdienst besuchte. Wieder entsorgte er den Körper mit dem Hausmüll, den Schädel hingegen präparierte er mittels einer Bleichlösung und hob ihn für mehrere Monate auf. Guerreros Familie suchte bald mit einer Vermisstenanzeige in der Lokalzeitung nach ihm. Nach seiner Verhaftung erinnerte sich Dahmer an die Anzeige, was Guerreros Identifizierung ermöglichte.[103]

Zwischenfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Nacht vom 2. auf den 3. April 1988 brachte Dahmer einen jungen Mann aus dem Club 219 mit zu sich nach Hause, der zwei Tage später im Krankenhaus aufwachte. Das Letzte, woran sich der Mann erinnern konnte war, dass er Dahmers Kaffee getrunken und dann das Bewusstsein verloren hatte. In seinem Blut waren keine Rückstände eines Betäubungsmittels festgestellt worden und sein Körper wies keine Spuren auf, die auf eine Vergewaltigung hätten deuten können. Der Mann erstattete dennoch Anzeige gegen Dahmer, da ihm Schmuck und Geld fehlten. Außerdem hatte er merkwürdige Blutergüsse an seinem Hals entdeckt und festgestellt, dass er seine Unterwäsche mit der Innenseite nach außen trug.[104] Bei seiner polizeilichen Vernehmung am 5. April 1988 gab Dahmer an, dem Mann nur geholfen zu haben, weil dieser zu viel getrunken habe. Catherine Dahmer bestätigte gegenüber der Polizei, dass ihr Enkel dem Mann ein Nachtlager hergerichtet und ihn am nächsten Morgen aus dem Haus begleitet habe. Das Verfahren wurde daraufhin eingestellt.[105] Nach seiner Verhaftung im Juli 1991 räumte Dahmer ein, den Mann betäubt und missbraucht zu haben. Er habe ihn jedoch nicht getötet, weil seine Großmutter die Anwesenheit des Mannes bemerkt habe.[104]

Catherine Dahmer beunruhigten die nächtlichen Aktivitäten und der Alkoholkonsum ihres Enkels zunehmend. Auch die männliche Schaufensterpuppe, die sie in seinem Zimmer gefunden hatte, verstörte sie.[106] Dahmers Familie legte ihm daher nahe, sich eine eigene Wohnung zu suchen, woraufhin er ein Apartment in der nördlichen 24. Straße in Milwaukee mietete, in das er Guerreros Schädel mitnahm.[107] Am Nachmittag des 26. September 1988 sprach er einen dreizehnjährigen Jungen laotischer Herkunft auf der Straße an, der ihm für 50 US-Dollar in seine Wohnung folgte und mit nacktem Oberkörper für Polaroid-Aufnahmen posierte. Als Dahmer den Jungen unsittlich berührte, verließ dieser fluchtartig die Wohnung. Dahmer eilte ihm nach, drückte dem Jungen das versprochene Geld in die Hand und bat ihn, niemandem etwas zu erzählen. Zuhause angekommen, verlor der Junge, der ein von Dahmer zubereitetes Getränk zu sich genommen hatte, das Bewusstsein. Seine Eltern brachten ihn ins Krankenhaus, wo eine Medikamentenüberdosis festgestellt wurde. Die daraufhin verständigte Polizei führte der Junge zu Dahmers Adresse. Wenig später wurde Dahmer an seinem Arbeitsplatz verhaftet. Während der sechstägigen Untersuchungshaft durchsuchte die Polizei seine Wohnung und stellte die Fotos sowie Reste des verabreichten Getränks sicher – übersah jedoch den Schädel des vierten Mordopfers.[108]

Am 30. Januar 1989 wurde Dahmer von einem Gericht in Milwaukee des sexuellen Übergriffs 2. Grades und der Verführung eines Minderjährigen schuldig gesprochen und zu einem Jahr Haft in einer Besserungsanstalt mit anschließender fünfjähriger Bewährungszeit verurteilt. Der Richter bewilligte ihm für die Dauer der Haft täglichen Freigang, damit er weiterhin seinem Job in der Schokoladenfabrik nachgehen konnte.[109] Die Zeit bis zu seinem Haftantritt verbrachte Dahmer gegen eine Kaution in Höhe von 2.000 US-Dollar auf freiem Fuß.[110] Er zog aus seinem Apartment in der 24. Straße aus und kehrte zurück zu seiner Großmutter nach West Allis, die ihn trotz seiner Verurteilung wieder bei sich aufnahm.

Der fünfte Mord und Haft im offenen Vollzug[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Abend des 25. März 1989 lernte er in der Schwulenbar La Cage den 24-jährigen Halb-Afroamerikaner Anthony Sears kennen. Nach Mitternacht fuhr ein Freund von Sears die beiden nach West Allis, wo Dahmer dafür sorgte, dass sie einige Straßen entfernt vom Haus seiner Großmutter abgesetzt wurden. In seinem Schlafzimmer angekommen, kam es zum gegenseitigen Oralverkehr. Da Sears es bei einem One-Night-Stand belassen wollte, mixte Dahmer ihm ein Getränk mit mehreren Schlaftabletten. Nachdem Sears eingeschlafen war, erwürgte er ihn und verging sich an der Leiche. Anschließend zerlegte er den Körper in der Badewanne. Den Kopf und die Genitalien seines Opfers präparierte er und bewahrte sie in einem kleinen Koffer auf. Um seinem Opfer während seiner anstehenden Haftzeit nahe sein zu können, verstaute er den Koffer in seinem Spind in der Schokoladenfabrik. Nach Sears’ spurlosem Verschwinden gab sein Freund der Polizei eine genaue Beschreibung des Mannes, mit dem er Sears zuletzt gesehen hatte, doch Dahmer blieb unbehelligt.[111]

Am 23. Mai 1989 trat Dahmer seine Haftstrafe im offenen Vollzug an.[112] Im November 1989 erhielt er für einige Stunden Freigang, um Thanksgiving mit seiner Familie in West Allis feiern zu können. Er nutzte die Gelegenheit jedoch, um den Club 219 aufzusuchen, wo er mit einem fremden Mann ins Gespräch kam. Sie tranken gemeinsam Alkohol, bis Dahmer das Bewusstsein verlor. Als er wieder zu sich kam, befand er sich gefesselt in der Wohnung des Fremden, der ihn offensichtlich vergewaltigt hatte. Der Mann ließ ihn gehen und Dahmer – zur Abwechslung einmal selbst das Opfer – kehrte in die Besserungsanstalt zurück.[111]

Zwei Wochen später schickte Dahmer einen Brief an seinen Richter, in dem er Reue für seine Tat bekundete und um seine vorzeitige Entlassung aus der Haft bat. Er hatte den Brief nicht selbst verfasst, sondern von der Vorlage eines Mitinsassen abgeschrieben, die Worte erzielten jedoch die gewünschte Wirkung. Obwohl Dahmers Vater in einem anderen Brief an den Richter große Bedenken gegen die frühe Entlassung seines Sohnes äußerte, ordnete der Richter sie für den 2. März 1990 an.[113] Als Bewährungsauflage musste Dahmer bis Dezember 1990 an regelmäßigen Gruppentherapiesitzungen teilnehmen[114] und sich ab Ende März 1990 in zweiwöchigen Abständen mit seiner Bewährungshelferin treffen. Während er in der Gruppentherapie wenig von sich preisgab und durch zunehmende Vernachlässigung seiner Körperhygiene auffiel,[114] sprach er mit der Bewährungshelferin offen über seine Homosexualität, seinen Mangel an sozialen Kontakten und seine Alkoholsucht. Außerdem erörterten sie seine finanziellen Schwierigkeiten sowie seine Depressionen und Selbsttötungsabsichten, die er immer häufiger äußerte.[115][116] Die Bewährungshelferin beschrieb Dahmer als einen der kooperativsten Klienten, den sie je gehabt habe und verzichtete daher wegen ihrer hohen Arbeitsbelastung während der gesamten Betreuungszeit – die mit seiner Festnahme im Juli 1991 endete – auf eigentlich vorgeschriebene Hausbesuche.[117]

Fortsetzung der Mordserie in Apartment 213[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 14. Mai 1990 zog Dahmer in Apartment 213 im Oxford-Apartment-Komplex in der nördlichen 25. Straße in Milwaukee.[118] Zusätzlich zur bereits vorhandenen Einrichtung legte er sich ein Aquarium mit tropischen Fischen und eine Gefriertruhe zu. Außerdem installierte er ein Sicherheitssystem bestehend aus mehreren Türschlössern, einer Alarmvorrichtung[119] und einer Kameraattrappe.[120] Später erklärte er, dass er diese Vorsichtsmaßnahmen ergriffen habe, um Einbrecher abzuschrecken und die zufällige Entdeckung seiner Taten zu verhindern.[121] Dahmer war der einzige Weiße, der in den Oxford Apartments wohnte, blieb aber ansonsten zunächst unauffällig.

Raymond Smith war das erste Opfer, das Dahmer in Apartment 213 mitnahm und bei dem er Kannibalismus praktizierte.[122] Der 32-jährige Afroamerikaner war heterosexuell, bewegte sich jedoch als Stricher in der Homosexuellenszene. Dahmer hatte ihn in der 219 Tavern getroffen und ihm 50 US-Dollar für Sex geboten. Da Smith für diese Summe nicht die ganze Nacht bleiben wollte, verabreichte Dahmer ihm am frühen Morgen des 21. Mai 1990[123] mehrere Schlaftabletten. Anschließend erwürgte er ihn und masturbierte, während er den leblosen Körper in verschiedenen Posen fotografierte. Am folgenden Tag versäumte Dahmer seine Gruppentherapiesitzung, da er mit der Zerstückelung und Entsorgung der Leiche beschäftigt war.[124] Circa eine Woche später brachte Dahmer erneut einen Mann mit in sein Apartment. Aus ungeklärter Ursache trank er jedoch selbst von dem mit Schlaftabletten angereicherten Getränk, das er für seinen Gast vorgesehen hatte. Als Dahmer von seiner eigenen „Medizin“ erwachte, war das beabsichtigte Opfer, dessen Identität nie geklärt werden konnte, verschwunden und hatte ihn um 300 US-Dollar, eine Uhr und mehrere Kleidungsstücke erleichtert.[125]

Der 27-jährige Edward Smith war Dahmer schon bei mehreren Gelegenheiten begegnet. Laut einer Zeugenaussage fand Smith Dahmer attraktiv, so dass dieser bei ihrer letzten Begegnung am 24. Juni 1990 in der Phoenix Bar keine große Überzeugungsarbeit leisten musste, damit Smith ihm in sein Apartment folgte. Nachdem er ihn getötet hatte, versuchte Dahmer vergeblich, die Leiche zu konservieren und musste sich ihrer schließlich vollständig entledigen. Bei seiner späteren Vernehmung gab Dahmer an, dass er sich mies gefühlt habe, weil Smiths Tod eine wahre Verschwendung gewesen sei.[126] Am 7. Juli 1990 brachte Dahmer einen fünfzehnjährigen Bekannten aus der Phoenix Bar mit in sein Apartment. Da er keine Schlaftabletten mehr vorrätig hatte, schlug er dem Jugendlichen von hinten mit einem Gummihammer auf den Nacken. Sein Opfer reagierte wütend und verließ die Wohnung, klopfte aber kurz darauf wieder an Dahmers Tür, um ihn um Geld für den Bus zu bitten. Den Rest der Nacht verbrachten sie damit, über den Angriff zu sprechen und Dahmer erklärte später, dass er – nachdem er den Jugendlichen besser kennengelernt habe – nicht mehr fähig gewesen sei, ihn zu töten. Der Jugendliche meldete den Vorfall der Polizei, die ihm jedoch keinen Glauben schenkte, da er sich in Widersprüche verstrickt hatte.[127]

Gegen 3:00 Uhr am Morgen des 3. September 1990[128] traf Dahmer den 23-jährigen Afroamerikaner Ernest Miller vor einem Erwachsenen-Buchladen und bot ihm 50 US-Dollar für seine Gesellschaft.[129] In Dahmers Wohnung ließ Miller sich in erotischen Posen fotografieren, bevor es zu einvernehmlichem Sex kam.[130] Sobald die Wirkung der Schlaftabletten eingesetzt hatte, verging Dahmer sich an Millers wehrlosem Körper, bis er bemerkte, dass sein Opfer wieder zu sich kam. Dahmer realisierte, dass er Miller nicht mehr ohne Gegenwehr würde erwürgen können. Er entschied sich daher für die schonendste alternative Methode, die ihm in den Sinn kam und griff zu einem Messer, mit dem er Miller die Kehle durchschnitt, woraufhin dieser verblutete.[131] Er fotografierte die Zerstückelung der Leiche, verzehrte Teile ihres Fleisches,[122] bleichte die Knochen und verstaute das vollständige Skelett in einem Schrank in seinem Schlafzimmer.[132]

Im Mordrausch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den frühen Morgenstunden des 24. September 1990 ermordete Dahmer den 22-jährigen David Thomas nach seinem üblichen Muster.[132] Während der folgenden fünf Monate kam es zu keiner weiteren Tat, bis Dahmer 1991 schließlich einem regelrechten Mordrausch verfiel. Von Februar bis zu seiner Verhaftung im Juli tötete er in immer kürzeren Abständen weitere acht Opfer, so dass sich die Leichen buchstäblich in seinem Apartment stapelten. Rückblickend meinte Dahmer, dass er von seinen Zwängen komplett mitgerissen worden sei.[133] „It was an incessant and never-ending desire to be with someone at whatever cost. […] It just filled my thoughts all day long.“[134] („Es war ein unaufhörliches, nicht enden wollendes Verlangen mit jemandem zusammen zu sein, koste es was es wolle. Ich konnte den ganzen Tag an nichts anderes denken.“) Curtis Straughter war der Erste, der ihm in dieser Phase zum Opfer fiel. Der fast Achtzehnjährige war Dahmer am 18. Februar 1991[135] von einer Bushaltestelle in der Nähe der Marquette University in sein Apartment gefolgt, weil ihm Geld für Fotos und Sex versprochen worden war. Nachdem er Straughter betäubt und mit Handschellen gefesselt hatte, fotografierte er den Schlafenden in verschiedenen Posen. Danach erwürgte er ihn mit einem Lederriemen und dokumentierte die Zerstückelung der Leiche mit seiner Polaroid-Kamera.[136]

Am 7. April 1991 wurde der 19 Jahre alte Errol Lindsey das erste von vier Opfern, bei dem Dahmer versuchte, eine Art Lobotomie durchzuführen.[137] Nachdem er Lindsey in sein Apartment gelockt und mit Schlaftabletten betäubt hatte, bohrte er ihm ein Loch in den Schädel, in das er Salzsäure injizierte.[138] Dahmer erhoffte sich, dass sein Opfer durch diese Prozedur zu einem willenlosen Zombie würde, den er als Sexsklaven halten könnte.[139] Als Lindsey erwachte, klagte er über Kopfschmerzen und fragte nach der Uhrzeit.[138] Dahmer betrachtete sein Experiment daraufhin als gescheitert und erwürgte ihn. Anschließend häutete und fotografierte er den Leichnam und entsorgte ihn mit Ausnahme des Schädels.[140] Auf Veranlassung seiner Bewährungshelferin befand Dahmer sich ab Mai 1991 sporadisch in psychiatrischer Behandlung wegen seiner Depressionen. Nach Ansicht des Psychiaters stellte er keine Gefahr für sich selbst und andere dar, weshalb er ihm lediglich ein Antidepressivum verschrieb. Dahmer löste das Rezept jedoch nie ein.[141] Am 24. Mai 1991 wandte Dahmer die Bohrmethode bei dem taub-stummen Tony Hughes an,[142] den er am Abend im Club 219 getroffen hatte und schon seit mehreren Monaten kannte. Hughes überlebte die Prozedur nicht und seine Leiche lag auch Tage später noch in Dahmers Schlafzimmer, als dieser bereits sein nächstes Opfer in seine Wohnung brachte.

Die Grand Avenue Mall in Milwaukee war einer der Orte, wo Dahmer nach Opfern suchte. Hier traf er auf Konerak Sinthasomphone und Tracy Edwards, das entkommene letzte Opfer.

Am späten Nachmittag des 26. Mai 1991 sprach Dahmer den 14 Jahre alten Konerak Sinthasomphone in der Grand Avenue Mall in Milwaukee an und bot ihm Geld für Fotos. Es ist ungewiss, ob Sinthasomphone in Dahmer den Mann erkannte, der 1988 bereits seinen älteren Bruder sexuell belästigt hatte und sich wegen dieser Tat noch auf Bewährung befand. Jedenfalls nahm Sinthasomphone, dessen Jugendstrafregister Einträge wegen Prostitution aufwies,[143] das Angebot an und folgte Dahmer in Apartment 213, wo er für zwei Polaroid-Fotos in Unterwäsche posierte. Nachdem Dahmer dem Jugendlichen Schlaftabletten verabreicht und ihn sexuell missbraucht hatte, bohrte er ein Loch in den Schädel seines schlafenden Opfers und füllte Salzsäure hinein.[144] Gegen 1:30 Uhr am Morgen des 27. Mai 1991 verließ Dahmer seine Wohnung und suchte eine nahegelegene Bar auf. Auf dem Rückweg erblickte er an einer Straßenkreuzung Sinthasomphone, der nackt und blutend[145] auf einem Bürgersteig saß und von afroamerikanischen Anwohnerinnen umsorgt wurde. Der Jugendliche war während Dahmers Abwesenheit zu sich gekommen, hatte das Apartment verlassen und war orientierungslos durch die Straßen geirrt. Da er sich nicht verständlich artikulieren konnte, vermuteten die Frauen, dass er unter Drogeneinfluss stünde; seine von Haaren verdeckte Schädelverletzung sahen sie nicht.[146] Sinthasomphone sträubte sich, als Dahmer ihn in seine Wohnung zurückbringen wollte, so dass die Frauen die Polizei verständigten.

Als der Streifenwagen eintraf, erklärte Dahmer den Polizisten, dass Sinthasomphone sein bereits volljähriger Liebhaber sei, der nur zu viel getrunken habe und im Streit davongelaufen sei. Obwohl die Frauen gegenüber den Polizisten ernste Zweifel an Dahmers Behauptungen äußerten, unterließen die Beamten eine Überprüfung seines Polizeiregisters, das seine Vorstrafe und laufende Bewährung ergeben hätte. Stattdessen geleiteten die Polizisten den Jugendlichen zurück in Apartment 213, wo Dahmer ihnen zur Untermauerung seiner Geschichte die Unterwäschefotos zeigte. Die Beamten zogen daraufhin ab, ohne Hughes’ Leiche im Nebenzimmer bemerkt zu haben. Kurz darauf verabreichte Dahmer Sinthasomphone eine zweite Injektion, die der Minderjährige nicht überlebte. Dahmer sagte später aus, dass er Sinthasomphone nicht angesprochen hätte, wenn ihm bewusst gewesen wäre, dass er der Bruder seines früheren Missbrauchsopfers war.[147]

Sein nächstes Opfer wurde der 20-jährige Matt Turner, den Dahmer am 30. Juni 1991 an einer Bushaltestelle in Chicago getroffen und zu sich nach Milwaukee eingeladen hatte, wo er ihn in seinem Apartment erwürgte. Am 5. Juli 1991 fuhr Dahmer erneut nach Chicago und lernte in der Schwulenbar Carol’s Speakeasy den 23-jährigen Halb-Puerto-Ricaner Jeremiah Weinberger kennen. Bereits in der Bar kam es zwischen ihnen zu Intimitäten, die sie während der Fahrt mit dem Greyhound-Nachtbus nach Milwaukee und in Dahmers Apartment fortsetzten. Am Morgen des 6. Juli 1991 griff Dahmer, nachdem er Weinberger betäubt hatte, erneut zum Bohrer und injizierte – da sich die Salzsäure als tödlich erwiesen hatte – heißes Wasser in den Schädel seines Opfers. Weinberger erwachte aus der Betäubung und verbrachte die nächsten Stunden in schwer benommenem, aber wachem Zustand. Bevor Dahmer am späten Abend des 7. Juli 1991 die Nachtschicht in der Schokoladenfabrik antrat, verabreichte er Weinberger erneut Schlaftabletten und eine Injektion. Als er am nächsten Morgen in seine Wohnung zurückkehrte, war Weinberger tot.[148]

Festnahme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Tagen vor seiner Festnahme geriet Dahmers Leben immer mehr aus den Fugen. Am 15. Juli 1991 tötete er den 24-jährigen Oliver Lacy, den er auf der Straße angesprochen hatte und der sein drittes Kannibalismusopfer wurde.[122] Nachdem er die Leiche zerstückelt hatte, legte er den abgetrennten Kopf in seinen Kühlschrank.[149] Am 19. Juli 1991 kündigte ihm sein Arbeitgeber wegen zu häufiger Fehlzeiten. Noch am selben Tag ermordete er sein letztes Opfer, den 25 Jahre alten Joseph Bradehoft, und schlief tagelang neben der Leiche, bis sich in seinem Bett Maden sammelten. In seiner Duschwanne kühlte er zwei Leichen mit Eis, weshalb er nur noch kalt duschen konnte.[150] Gleichwohl schritt die Verwesung schneller voran, als er mit der Entsorgung der Leichen hinterherkam. Seine Nachbarn hatten sich bereits mehrfach über den üblen Geruch beschwert, der aus seiner Wohnung strömte. Gegenüber der Hausverwaltung hatte Dahmer behauptet, dass der Gestank von vergammelten Lebensmitteln herrühre, weil seine Gefriertruhe kaputt gegangen sei; ein anderes Mal hatte er angegeben, dass ein paar seiner tropischen Fische gestorben seien.[151] Da sich der Geruch nicht legte, drohte ihm die Hausverwaltung am 22. Juli 1991 mit der Zwangsräumung seiner Wohnung bis Ende des Monats.[152]

Am Nachmittag desselben Tages suchte Dahmer die Grand Avenue Mall auf, wo er nach Zeugenberichten mehrere Männer ansprach und ihnen Geld für Nacktfotos offerierte, bevor der 32-jährige Tracy Edwards sein Angebot annahm und ihn gegen 18:30 Uhr in Apartment 213 begleitete. Dahmer konnte sich später nur noch verschwommen an die folgenden Ereignisse in seiner Wohnung erinnern. Laut Edwards durchlief Dahmer im Verlauf des Abends mehrere Wesensveränderungen. Anfangs habe er völlig normal und freundlich gewirkt, sie hätten sich unterhalten und Alkohol getrunken. Plötzlich sei Dahmer jedoch bedrohlich geworden, habe ihm eine Handschelle angelegt und ein Messer gezückt. Um Dahmer zu besänftigen, zog Edwards sein Shirt aus und ließ ihn seinem Herzschlag lauschen. Während sie ein Video von Der Exorzist III schauten, verfiel Dahmer in einen tranceartigen, geistesabwesenden Zustand. Edwards nutzte Dahmers Unaufmerksamkeit und flüchtete aus dem Apartment.[153]

Mit Dahmers Handschellen am Handgelenk hielt Edwards gegen 23:30 Uhr eine vorbeifahrende Polizeistreife an und erklärte den beiden Detectives, dass ihm ein „Freak“ die Handschelle angelegt und ihn mit einem Messer bedroht habe. Er wollte keine Anzeige erstatten, bat die Polizisten aber, die Handschelle zu öffnen. Der Schlüssel der Detectives passte nicht auf das Modell an Edwards’ Handgelenk und so begleiteten sie ihn zurück zu den Oxford Apartments, um die Handschelle von dem „Freak“ öffnen zu lassen. Dahmer ließ die drei Männer bereitwillig in seine Wohnung und einen der Beamten im Schlafzimmer nach dem Schlüssel für die Handschellen suchen. Dabei entdeckte der Detective unter dem Bett das Messer und in einer offenen Schublade die Polaroid-Aufnahmen der getöteten Opfer. Zunächst hielt er sie für unecht, als er aber auf den Bildern die Einrichtung des Schlafzimmers erkannte, in dem er sich gerade befand, rief er seinem Partner zu, dass er Dahmer festnehmen solle.[154] Dieser wehrte sich heftig, konnte aber schließlich von beiden Polizisten überwältigt und an Hand- und Fußgelenken gefesselt werden. Als die Beamten sich weiter in dem Apartment umsahen und Lacys Kopf im Kühlschrank entdeckten, forderten sie Verstärkung an.[155] Neben mehreren Polizeibeamten kamen zwischen 0:30 Uhr und 1:00 Uhr die Spurensicherung und der Gerichtsmediziner an den Tatort. Kurz darauf wurde Dahmer zum Polizeihauptquartier von Milwaukee gebracht.[156]

Ermittlungsverfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spurensicherung, Verhör und Geständnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Noch in derselben Nacht begannen die Ermittler vom Morddezernat der Kriminalpolizei von Milwaukee mit Dahmers Vernehmung. Laut Protokoll dauerte das erste Verhör von 1:30 Uhr bis 7:15 Uhr am Morgen des 23. Juli 1991.[156] Nachdem er über sein Aussageverweigerungsrecht belehrt worden war (Miranda Warning), verzichtete Dahmer auf die Anwesenheit eines Rechtsanwalts, weigerte sich jedoch zunächst, Angaben über die Funde in seinem Apartment zu machen.[157] In der Zwischenzeit wurde Dahmers Wohnung von der Spurensicherung komplett durchsucht und kistenweise Beweismaterial sichergestellt. Im Kühlschrank fanden die Ermittler neben dem abgetrennten Kopf zwei in Plastiktüten verpackte menschliche Herzen und ein Stück Armmuskel. In der Gefriertruhe entdeckten sie drei weitere abgetrennte Köpfe, einen Torso und diverse verpackte menschliche Organe. Im Schlafzimmer und in einem Flurschrank stellten die Beamten insgesamt sieben gebleichte oder mit Farbe besprühte Totenschädel sicher, außerdem zwei vollständige Skelette, ein Paar abgetrennte Hände, einen mumifizierten Skalp und die ebenfalls mumifizierten Genitalien von zwei Männern.[158] Eine auf Gefahrstoffe spezialisierte Firma transportierte eine gut 200 Liter fassende Kunststofftonne ab, die Dahmer in seinem Schlafzimmer aufgestellt hatte und in der sich die Torsos von drei Opfern in einem Säurebad auflösten.[159] Neben Chemikalien wie Chloroform, Formaldehyd und Salzsäure asservierte die Spurensicherung eine blutdurchtränkte Matratze sowie 74 Polaroids, welche die Leichen der Opfer in verschiedenen Stadien der Zerstückelung zeigten.[158] Der zuständige Gerichtsmediziner erklärte später, dass Dahmers Wohnung eher an ein Museum als an einen Tatort erinnert habe.[160]

Dahmer realisierte, dass ihm sein Schweigen angesichts der erdrückenden Beweislage nicht mehr helfen würde: “You’re going to find out everything now anyways […] so I might as well tell you everything but, if I’m going to tell you, I should start at the beginning […] when I tell you what I’ve done, you’ll be famous.”[161] („Ihr werdet jetzt sowieso alles herausfinden, […] also kann ich auch ebenso gut alles erzählen, aber wenn ich es tue, sollte ich von Anfang an beginnen. Wenn ich dir erzähle, was ich getan habe, wirst du berühmt.“) In den kommenden sechs Wochen und während der insgesamt 60 Stunden dauernden Verhöre[162] legte Dahmer ein umfassendes, 178 Seiten langes[163] Geständnis ab. Er räumte ein, geschützten Oral- und Analverkehr mit den Leichen seiner Opfer gehabt und sexuelle Handlungen an ihren Eingeweiden vorgenommen zu haben. Er beschrieb detailliert, wie er bei der Zerstückelung der Leichen vorgegangen war und sie mit dem Müll entsorgt oder in Säure zersetzt und die Toilette hinuntergespült hatte.[164] Außerdem bestätigte er den Verdacht der Ermittler, dass er bei drei Opfern Kannibalismus praktiziert und Stücke von Herz, Oberschenkelmuskel und Bizeps verzehrt hatte.[122] Nachdem der Gerichtsmediziner bei der Durchführung der Autopsien an Dahmers Opfern in vier Fällen auffällige Schädel- und Hirnverletzungen festgestellt hatte, die den Opfern ante mortem zugefügt worden waren,[165] gestand Dahmer auch die Bohrungen.[166]

Darüber hinaus half er bei der Identifizierung seiner Opfer und begründete dies mit den Worten: “I created this horror and it only makes sense that I do everything to put an end to it […] to relieve the minds of the parents. It’s a small, very small thing, but […] at least I can do that.”[167] („Ich habe diesen Horror angerichtet und es ist nur vernünftig, dass ich alles tue, um ihn zu beenden […] und den Eltern die Ungewissheit zu nehmen. Es ist sehr wenig, aber wenigstens kann ich das tun.“) Lacy, Hughes und Bradehoft waren die ersten Opfer, die identifiziert werden konnten, da die Ermittler ihre Papiere fanden.[168] Da er sich außer im Fall von Hicks an keinen Opfernamen erinnern konnte und das DNA-Analyse-Verfahren Anfang der 1990er noch nicht ausgereift genug war, wurden die übrigen Opfer überwiegend anhand der Polaroid-Aufnahmen und ihres Zahnstatus identifiziert. Mehrere Opfer waren zudem polizeilich in Erscheinung getreten,[169] so dass auch ein Abgleich mit bereits erfassten Fingerabdrücken möglich war.[165] In den Fällen, in denen es keine sterblichen Überreste mehr gab, grenzten die Ermittler mithilfe von Dahmers Erinnerung den Tatzeitraum ein und suchten nach Vermisstenfällen, die in dieselbe Zeit fielen. Anhand der Vermisstenfotos identifizierte Dahmer dann seine Opfer. Um seine Glaubwürdigkeit zu testen, legten die Ermittler Dahmer auch Fotos lebender Personen vor, er beanspruchte jedoch keine von ihnen als sein Opfer.[162]

Auf dem Grundstück seines ehemaligen Zuhauses in Bath, Ohio, das inzwischen den Eigentümer gewechselt hatte, fanden die Ermittler zahlreiche Blutspuren und über 50 Knochenfragmente, die Steven Hicks zugeordnet werden konnten.[170]

Identifizierte Opfer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name Alter[171] Datum des Todes[172] Tatort
Steven Mark Hicks 18 circa 18. Juni 1978 Bath, Ohio
Steven Walter Tuomi 25 Ende November 1987 Ambassador Hotel, Milwaukee
James Edward Doxtator 14 17. Januar 1988 West Allis, Wisconsin
Richard Guerrero 23 27. März 1988
Anthony Lee Sears 24 26. März 1989
Raymond Lamont Smith alias Ricky Lee Beeks 32 21. Mai 1990 Oxford Apartments, Nr. 213
924 North 25th Street
Milwaukee, Wisconsin
Edward Warren Smith 27 24. Juni 1990
Ernest Miller 23 3. September 1990
David Thomas 22 24. September 1990
Curtis Straughter 17 18. Februar 1991
Errol Lindsey 19 7. April 1991
Tony Anthony Hughes 31 24. Mai 1991
Konerak Sinthasomphone 14 27. Mai 1991
Matt Turner alias Donald Montrell 20 30. Juni 1991
Jeremiah Benjamin Weinberger 23 circa 7. Juli 1991
Oliver Lacy 24 15. Juli 1991
Joseph Bradehoft 25 19. Juli 1991

Tatmotiv, Opferprofil und Modus Operandi[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da die meisten seiner Opfer aus der Homosexuellenszene kamen und/oder afroamerikanischer Abstammung waren, wurde spekuliert, dass Dahmer aus Schwulen- und Rassenhass gehandelt habe.[173] Er beteuerte hingegen mehrfach, dass seine Taten nicht hassmotiviert gewesen seien. Er habe die Männer nicht wegen ihrer Rasse oder sexuellen Orientierung ausgewählt, sondern aufgrund ihres attraktiven Äußeren und weil sie am leichtesten in sein Apartment zu locken gewesen seien.[174][175] Seine Opfer entsprachen alle demselben physischen Profil: jung (Teenageralter bis Anfang 30), groß, schlank und muskulös.[176] Wenn seine Sexualpartner diesem Bild nicht gerecht wurden, verzichtete er auf ihre Tötung.[177] Mit Ausnahme von Hicks und Tuomi, deren Ermordung spontan und ungeplant erfolgt war, suchte Dahmer seine Opfer mit Bedacht aus und bereitete die Taten sorgfältig vor. Er mordete fast ausschließlich am Wochenende, damit er anschließend genügend Zeit für die Beseitigung der Beweise hatte und nutzte die Anonymität des Nachtlebens, der Straße oder großer Shopping Malls, um unerkannt zu bleiben.[177] In der Regel sprach er nur Männer an, die allein unterwegs waren und daher nicht sofort vermisst wurden. Bei seinen Opfern weckte er häufig einen Beschützerinstinkt[178] und brachte sie mit seinem Charme und dem Angebot von Geld oder Sex dazu, freiwillig mitzugehen, so dass er nie Gewalt anwenden musste, um sie in seine Wohnung zu bringen.[179]

Dahmer bevorzugte nach eigenen Angaben lebende, aber absolut passive und gefügige Sexualpartner, über die er Kontrolle ausüben konnte und auf deren Bedürfnisse er keine Rücksicht zu nehmen brauchte.[180] Da er keinen Mann fand, der diesen Anforderungen entsprach und bei wachen Sexualpartnern Erektionschwierigkeiten hatte, betäubte er sie, um sich ungestört und ohne Zeit- und Leistungsdruck an ihren regungslosen Körpern befriedigen zu können.[94] Nach seiner Verhaftung gestand er ein: “I was always quite selfish. I trained myself to view people as objects of potential pleasure instead of human beings.”[181] („Ich war immer ziemlich egoistisch. Ich habe mir angewöhnt, Leute als potenzielle Lustobjekte anzusehen, anstelle von menschlichen Wesen.“)

Wenn ihn die Männer nach dem Sex verließen, habe er sich leer und allein gefühlt und weil niemand eine langfristige Beziehung mit ihm habe eingehen wollen,[182] sei er dazu übergegangen, seine Sexualpartner zu töten, damit sie ihn nicht verlassen konnten.[175] Die Tötung sei für ihn dabei nur Mittel zum Zweck gewesen und habe ihm kein Vergnügen bereitet.[183] Um seine Hemmungen zu beseitigen und den Tötungsakt überhaupt ausführen zu können, musste er sich vorher jedes Mal betrinken.[184] Mit den Bohrungen in die Köpfe seiner Opfer verfolgte er das Ziel, einen willenlosen Sexsklaven zu erschaffen, der ihn nicht verlassen und die Tötung weiterer Opfer entbehrlich machen würde.[139] Da ihm dies nicht gelang und ihn die nekrophilen Handlungen nicht dauerhaft befriedigten, machte er sich auf die Suche nach neuen Opfern.[185] “It was a craving, a hunger, […] a compulsion, and I just kept doing it […] whenever the opportunity presented itself.”[186] („Es war ein Verlangen, ein Hunger, […] ein Zwang, und ich habe einfach weitergemacht […] wann immer sich mir die Gelegenheit bot.“)

Den Ermittlern erklärte er, dass es ihm nicht darum gegangen sei, seine Opfer zu quälen, deshalb habe er sie betäubt und eine möglichst schnelle und schmerzlose Tötungsart gewählt.[187] Seine kannibalistischen Handlungen erfolgten zunächst aus Neugier und dienten schließlich ebenfalls dazu, sein Opfer durch die Einverleibung für immer bei sich zu behalten.[122] Die Zerstückelung der Leichen erlebte er mit gemischten Gefühlen. Einerseits empfand er Macht und sexuelle Erregung, andererseits war sie für ihn ein notwendiges Übel, da er Beweismaterial vernichten musste und dies zugleich den Verlust seines Opfers bedeutete. Den Prozess an sich beschrieb er als ekelerregende Arbeit, zu der er sich ebenfalls stets mithilfe von Alkohol überwinden musste.[188]

Die Köpfe hob er auf, weil sie für ihn die „wahre Essenz“ seiner Opfer verkörperten,[189] und er mit ihnen einen Altar bauen wollte, der ihm Macht verleihen sollte.[190] Als Vorbilder nannte er die Filmfiguren Imperator Palpatine/Darth Sidious in Die Rückkehr der Jedi-Ritter und den Gemini-Killer in Der Exorzist III. Seine Faszination für die beiden Charaktere ging so weit, dass er gelegentlich gelbe Kontaktlinsen trug, um ihnen ähnlich zu sehen[191] und die Filme schaute, um sich für die Opfersuche in Stimmung zu bringen.[177]

Überprüfung ungeklärter Mordfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem Dahmers Taten national und international bekannt geworden waren, erreichten die Ermittler in Milwaukee zahlreiche Anfragen anderer Polizeibehörden zu ungeklärten Mord- und Vermisstenfällen aus nahezu allen Bundesstaaten der USA und aus Deutschland. Es handelte sich um Fälle, bei denen die vermisste oder ermordete Person Dahmers Opferprofil entsprach oder bei denen die Tatbegehung Ähnlichkeiten zu Dahmers Vorgehensweise aufwies.[192]

Eine der Anfragen stammte von der Polizei in Hollywood, Florida und betraf den zu den Akten gelegten Mord an dem sechsjährigen Adam Walsh. Der Junge war am 27. Juli 1981 aus einem dortigen Einkaufszentrum entführt worden. Zwei Wochen später wurde der abgetrennte Kopf des Kindes gefunden, der Rest des Körpers blieb verschwunden. Gestanden hatte die Tat der Serienmörder Ottis Toole, da er das Geständnis aber später widerrief und es keine weiteren Beweise für seine Schuld gab, konnte Toole wegen der Tat nicht angeklagt werden. Als Dahmers Bild nach seiner Verhaftung durch die Medien ging, meldeten sich mehrere Zeugen, die glaubten, ihn am Tag der Entführung in dem Einkaufszentrum gesehen zu haben. Trotz dieser Aussagen und der Tatsache, dass Dahmer sich von Ende März bis September 1981 in Florida aufgehalten hatte, konnten die Ermittler keine stichhaltigen Beweise für seine Täterschaft finden. Dahmer verneinte in mehreren Verhören, etwas mit der Entführung und Ermordung des Jungen zu tun zu haben.[193] Da er seine Täterschaft in anderen Fällen freimütig eingeräumt und zur Tataufklärung beigetragen hatte und Adam Walsh zudem nicht seinem Opferprofil entsprach, gingen die Ermittler bei Schließung der Walsh-Akten im Jahr 2008 weiterhin davon aus, dass Toole der Mörder des Jungen war.[194]

Die Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach und das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz überprüften in Zusammenarbeit mit den US-Behörden fünf ungeklärte Morde an Frauen, die sich während Dahmers Stationierung in Rheinland-Pfalz ereignet hatten. Die Ermittler fanden jedoch keine Anhaltspunkte für seine Täterschaft und Dahmer beteuerte, in Deutschland nicht gemordet zu haben.[3]

Außerdem wurde Dahmer zu einem ungeklärten Mord befragt, der sich am 4. Mai 1991 in einer anderen Wohnung der Oxford Apartments zugetragen hatte und bei dem ein Mann erwürgt worden war. Bereits kurz nach der Tat hatte die Polizei ihn als möglichen Zeugen vernommen, woraufhin er zu Protokoll gegeben hatte, nichts gesehen und gehört zu haben.[195] Auch nach seiner Verhaftung verneinte er seine Täterschaft. Er habe seine Opfer nicht in seiner Nachbarschaft gesucht, weil ihm das Risiko zu hoch erschienen sei, dass er mit der Tat in Verbindung gebracht werden könnte.[196]

Frühere Ermittlungsfehler und Behördenversäumnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Laufe seiner Mordserie kam Dahmer mehrmals mit der Polizei und anderen Behörden in Kontakt. Eine Reihe von Ermittlungsfehlern und behördlichen Versäumnissen verhinderte jedoch, dass seine Taten früher entdeckt wurden. Dahmer fühlte sich dadurch in dem Gefühl bestärkt, „unbesiegbar“ zu sein.[197]

Datum Behörde Vorfall
25. Juni 1978 Bath Police Department Bei einer Verkehrskontrolle unterließ der Polizist eine gründliche Durchsuchung von Dahmers Auto, auf dessen Rücksitz sich die zerstückelte Leiche seines ersten Mordopfers befand.[63]
September 1988 Milwaukee Police Department Nach Dahmers Verhaftung wegen Verführung eines Minderjährigen durchsuchte die Polizei seine Wohnung, übersah dabei jedoch den präparierten Schädel des vierten Mordopfers.[108]
März 1990 bis Juli 1991 Amt für Bewährungshilfe Dahmers Bewährungshelferin unterließ während der gesamten Betreuungszeit eigentlich vorgeschriebene Wohnungsbesichtigungen.[117] In diesem Zeitraum tötete er 12 Menschen in seinem Apartment.
Juli 1990 Milwaukee Police Department Nachdem ein Jugendlicher von Dahmer mit einem Gummihammer attackiert worden war und den Vorfall angezeigt hatte, schenkte die Polizei den Beschuldigungen keinen Glauben und unterließ weitere Ermittlungen.[127] (Eine Überprüfung seines Polizeiregisters hätte Dahmers laufende Bewährung wegen Verführung eines Minderjährigen ergeben.)
unbekannt Milwaukee Police Department Eines Tages wurde der von Dahmers Apartment ausgehende Verwesungsgeruch so stark, dass die Polizei verständigt wurde und jeden Mieter der Oxford Apartments befragte. Sie konnten jedoch die Quelle des Gestanks – ein Torso, der zu diesem Zeitpunkt in Dahmers Badewanne lag – nicht ausfindig machen.[198]
27. Mai 1991 Milwaukee Police Department Dem 14-jährigen Konerak Sinthasomphone gelang nackt und schwer verletzt die Flucht aus Dahmers Wohnung. Als Anwohner die Polizei alarmierten, konnte Dahmer den Beamten weismachen, dass der Jugendliche sein volljähriger Liebhaber sei, der nur zu viel getrunken habe. Die Beamten brachten Sinthasomphone daraufhin zurück in Dahmers Wohnung. Hätten sie diese näher inspiziert, wären sie im Nebenzimmer auf die Leiche seines vorherigen Opfers gestoßen. Die ebenfalls unterlassene Überprüfung von Dahmers Vorstrafenregister hätte ergeben, dass er sich zu diesem Zeitpunkt wegen Verführung eines Minderjährigen auf Bewährung befand. Nachdem die Polizisten die Wohnung verlassen hatten, tötete Dahmer den Jugendlichen.[197]
30. Mai 1991 FBI,
Milwaukee Police Department
Eine Zeugin des Vorfalls vom 27. Mai 1991 erkannte Konerak Sinthasomphone auf einem Vermisstenfoto im Milwaukee Sentinel und rief beim FBI und dem Milwaukee Police Department an, um auf ihre Beobachtung und die mögliche Verbindung hinzuweisen. Die Spur wurde jedoch von beiden Behörden nicht weiterverfolgt.[199]

Gerichtliche Aufarbeitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Milwaukee County Courthouse, in dem 1992 der Dahmer-Prozess stattfand.

Am 25. Juli 1991 setzte ein Gericht in Milwaukee Dahmers Kaution auf 1 Mio. US-Dollar fest[200] und nach Fortschreiten der Ermittlungen wurde diese am 6. August 1991 schließlich auf 5 Mio. US-Dollar erhöht.[201] Im selben Gerichtstermin erteilte Dahmer die förmliche Freigabe der sterblichen Überreste seiner Opfer an die Bestatter. (Nach dem Recht des Staates Wisconsin hätte er die Freigabe verweigern können, da es sich um Beweismaterial handelte. Im unwahrscheinlichen Fall seines Freispruchs wären die sterblichen Überreste in sein Eigentum übergegangen und hätten auf Verlangen an ihn herausgegeben werden müssen.)[202]

Nachdem ihn ein Psychologe untersucht und für verhandlungsfähig erklärt hatte,[203] wurde Dahmer am 30. Januar 1992 vor einem Geschworenengericht in Milwaukee des fünfzehnfachen Mordes angeklagt. (Der Mord an Steven Hicks wurde zu einem späteren Zeitpunkt in einem separaten Prozess aufgearbeitet, da die Tat in die Jurisdiktion des US-Bundesstaates Ohio fiel. Im Fall von Steven Tuomi wurde keine Anklage erhoben, da sich die Ereignisse in der Tatnacht nicht mehr zweifelsfrei rekonstruieren ließen.) Dahmers Verteidigung übernahm ein vierköpfiges Team von Rechtsanwälten. Da er ein umfassendes Geständnis abgelegt und sich am 13. Januar 1992 schuldig bekannt hatte, ging es in dem Verfahren State of Wisconsin vs. Jeffrey L. Dahmer nur noch um die Frage seiner Zurechnungsfähigkeit (Insanity Trial).

Aus Sorge vor Vergeltungsakten wurde Dahmer an jedem Prozesstag unter strenger Bewachung und aufwändigen Sicherheitsvorkehrungen mit Handschellen und Fußfesseln ins Gerichtsgebäude gebracht. Neben einem Sprengstoffspürhund kam eine kugelsichere Glaswand zum Einsatz, die Dahmer von den Publikumsrängen im Gerichtssaal abschirmte.[204] Die dabei entstandenen Kosten von über 120.000 US-Dollar ließen den Dahmer-Prozess zum teuersten Verfahren in der Gerichtsgeschichte Milwaukees werden.[205] Während des Prozesses verzichtete Dahmer auf das Tragen seiner Brille, um niemandem in die Augen sehen zu müssen und sich besser vom Geschehen im Gericht distanzieren zu können.[206] Der Prozess wurde live im US-Fernsehen übertragen. Damit sensible Zuschauer den Ton abschalten konnten, wenn die Schilderungen vor Gericht zu grausam wurden, erfolgte die Übertragung um einige Sekunden zeitverzögert, so dass bei entsprechenden Szenen ein roter Signalpunkt eingeblendet werden konnte.[207] Aufgrund der enormen medialen Berichterstattung und der starken öffentlichen Meinungsbildung wurde die zwölfköpfige Jury für die Dauer des Prozesses von der Außenwelt isoliert, um eine Beeinflussung zu vermeiden (Sequestration). Die Geschworenen wurden zudem psychologisch betreut, um die vor Gericht geschilderten Taten besser verarbeiten zu können.[208] Im Zuschauerraum waren neben zahlreichen Medienvertretern und Angehörigen der Opfer auch Lionel und Shari Dahmer anwesend, die während des Prozesses zum ersten Mal die Details der Verbrechen ihres Sohnes hörten.

Insgesamt wurden 28 Personen in den Zeugenstand berufen.[209] Darunter die beiden Polizisten vom Milwaukee Police Department, die sein Geständnis abgenommen hatten und es abwechselnd vor Gericht verlasen, sowie Tracy Edwards, das entkommene letzte Opfer. Zudem waren acht psychiatrische und psychologische Sachverständige bestellt worden, die Dahmers geistigen Gesundheitszustand im Vorfeld des Gerichtsverfahrens tagelang untersucht hatten und ihre Diagnosen und Schlussfolgerungen während des Prozesses schilderten.

Psychiatrisches Gutachten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diagnosen

Fred Berlin von der Johns Hopkins University und Judith Becker von der University of Arizona, die beide von der Verteidigung benannt worden waren, vertraten vor Gericht die Auffassung, dass Dahmer geisteskrank und deshalb nicht zurechnungsfähig gewesen sei. Dahmer habe das Unrecht seiner Taten erkannt, er sei jedoch aufgrund seiner Erkrankung nicht in der Lage gewesen, sein Verhalten zu kontrollieren. Beide diagnostizierten eine zwanghafte Nekrophilie.[210][211][212] Berlin attestierte Dahmer außerdem eine dissoziale, schizotypische und schizoide Persönlichkeitsstörung sowie Amelotatismus, Frotteurismus und chronischen Alkoholismus.[213] Der dritte Gutachter der Verteidigung, der Psychiater Carl Wahlstrom, schloss sich der Nekrophilie-Diagnose an und beschrieb Dahmer als psychotisch.[214] Er habe eine extrem primitive Persönlichkeitsstruktur und bizarre Wahnvorstellungen, womit Wahlstrom sich auf Dahmers Versuch, einen lebendigen Zombie zu erschaffen, und den geplanten Bau eines machtverleihenden Altars bezog. Dahmers Psychose könne sowohl schizophrener als auch affektiver Natur sein.[215] Zudem attestierte Wahlstrom eine Borderline-[212] und schizotypische Persönlichkeitsstörung sowie Alkoholabhängigkeit.[214]

Die Sachverständigen der Staatsanwaltschaft waren einhellig der Meinung, dass Dahmer nicht geisteskrank im Sinne des Gesetzes und damit zurechnungsfähig gewesen sei. Der forensische Psychiater Phillip Resnick war der Ansicht, dass Dahmer nicht an einer primären Nekrophilie gelitten habe. Er habe lebendige Sexualpartner bevorzugt und deshalb versucht, sich einen willenlosen Sexsklaven zu erschaffen. Dass er sich an den Leichen seiner Opfer vergangen habe, spiegele allenfalls nekrophile Tendenzen wider. Resnick diagnostizierte ebenfalls eine Borderline-Persönlichkeitsstörung.[212] Sein Kollege Fred Fosdal bestätigte die Borderline-Diagnose und beschrieb Dahmer als einzigartig unter den sexuell getriebenen Serienmördern, da er nicht absichtlich grausam oder sadistisch gehandelt habe, was sonst typisch für diesen Serienmörder-Typ sei.[216] Laut Park Dietz von der University of California, Los Angeles sei Dahmer kein impulsiver, sondern ein kalkulierender Mörder gewesen, der große Anstrengungen unternommen habe, um seine Taten zu ermöglichen und zu verheimlichen. Sein Drang zu töten sei nicht zwanghaft gewesen, da ein wahrhaft zwangsgesteuerter Mörder sich nicht erst betrinken müsse, um die Tat begehen zu können.[217] Dass er sich habe kontrollieren können, zeige unter anderem die Zeitspanne von neun Jahren zwischen seinem ersten und zweiten Mord, während der er nicht getötet habe[177] sowie die Tatsache, dass er nur geschützten Geschlechtsverkehr mit den Leichen praktizierte.[218] Außerdem sei Dahmer kein Sadist gewesen. Er habe seine Opfer nicht gequält, sondern sie betäubt, um ihnen unnötiges Leid zu ersparen. Dietz befand, dass Dahmer bei all seinen Taten zurechnungsfähig gewesen sei. Dahmer habe nicht an Wahnvorstellungen gelitten, da ihm bewusst gewesen sei, dass der Altar ihm nicht wirklich hätte Macht verleihen können.[219] Dietz’ abschließende Diagnose lautete auf Alkoholmissbrauchsstörung, Paraphilie, Borderline- und schizotypische Persönlichkeitsstörung.[220]

George Palermo, ein Sachverständiger des Gerichts, war der einzige Gutachter, der Dahmer als sexuellen Sadisten einstufte. Seine aggressiven, feindseligen Neigungen hätten ihn zu den Taten getrieben, sein Sexualtrieb sei das Ventil für seine Zerstörungswut gewesen. Dahmer, den Palermo als „liebenswürdig und intelligent“[221] beschrieb, habe eine ernste, behandlungsbedürftige Persönlichkeitsstörung, er sehe aber keine Anhaltspunkte für eine Psychose oder Nekrophilie. Vielmehr vertrat Palermo die Ansicht, Dahmer habe die Männer getötet, weil er sich von ihnen sexuell angezogen gefühlt habe und dadurch beseitigen wollte, was er an sich selbst am meisten gehasst habe – seine Homosexualität.[220] Von allen Gutachtern war Palermo außerdem der einzige, der Dahmer Lügen unterstellte. Er habe nicht getötet, um seine Opfer daran zu hindern, ihn zu verlassen, sondern um Zeugen zu beseitigen. Des Weiteren bezweifelte Palermo, dass Dahmer seinen Opfern bei lebendigem Leib Löcher in den Kopf gebohrt oder Teile von ihnen gegessen habe. Er habe seine Taten nur noch grausiger erscheinen lassen wollen, als sie es ohnehin schon waren.[221][222] Trotz allem sei Dahmer aber „kein so schlechter Mensch“.[222] Palermo und Samuel Friedman, ein weiterer Sachverständiger des Gerichts, kamen ebenfalls zu dem Schluss, dass Dahmer an einer Borderline-Persönlichkeitsstörung leide. Friedman verneinte das Vorliegen einer Psychose und beschrieb Dahmer als „liebenswürdig, angenehmen Zeitgenossen, höflich, humorvoll, konventionell gutaussehend und von charmantem Benehmen.“[220]

Der FBI-Fallanalytiker Robert Ressler, der Dahmer nach seiner Verhaftung zwei Tage lang auf Bitten der Verteidigung verhört hatte, erklärte später, dass er nichts als Mitgefühl für die gequälte und verdrehte Person empfunden habe, die vor ihm saß.[223] Er kategorisierte Dahmer als „Mischtäter“, da er sowohl über Eigenschaften des „organisierten“ als auch des „unorganisierten“ Serienmörder-Typs verfügt habe.[223] Nach Resslers Auffassung beging Dahmer zumindest seine späteren Morde während psychotischer Episoden und damit im Zustand der Unzurechnungsfähigkeit.[223] Da Ressler kein Psychiater oder Psychologe war, wurde er aber vom Gericht nicht als Gutachter in Dahmers Insanity Trial zugelassen.[224] In späteren Gutachten wird davon ausgegangen, dass Dahmer mit hoher Wahrscheinlichkeit auch am Asperger-Syndrom litt, zu seinen Lebzeiten wurde ihm diese Diagnose jedoch nicht gestellt.[225] Laut einem weiteren, nach seinem Tod verfassten Gutachten erreiche Dahmer auf Robert D. Hares Psychopathie-Checkliste 22 Punkte, weshalb er wahrscheinlich kein Psychopath gewesen sei, auch wenn er über einige psychopathische Eigenschaften verfügt habe.[226] (Für die Diagnose Psychopathie sind nach Hare mindestens 30 Punkte erforderlich.)[227]

Plädoyers und Urteil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verteidigung plädierte auf „schuldig, aber unzurechnungsfähig“ (guilty but insane). Dahmer habe das Unrecht seiner Taten erkannt, er sei jedoch aufgrund seiner geistigen Verfassung nicht Herr über seine Handlungen gewesen.[228] Bei Erfolg dieser Verteidigungsstrategie wäre Dahmer nicht ins Gefängnis, sondern auf unbestimmte Zeit in eine geschlossene psychiatrische Anstalt gekommen, wo er einer Therapie unterzogen worden wäre. Die Staatsanwaltschaft versuchte hingegen die Jury in ihrem Plädoyer davon zu überzeugen, dass Dahmer sehr wohl in der Lage gewesen sei, sich zu kontrollieren. Er sei ein Meister der Manipulation gewesen,[229] kaltblütig und kalkulierend vorgegangen und habe eine Menge Leute zum Narren gehalten.[228]

Am 15. Februar 1992 wurde Dahmer von der Jury nach fünfstündiger Beratung mit zehn zu zwei Stimmen in allen Anklagepunkten für zurechnungsfähig erklärt.[228] Vor der Verkündung des Strafmaßes am 17. Februar 1992 ließ der Richter die Angehörigen der Opfer zu Wort kommen und gab schließlich dem Angeklagten das letzte Wort. Dahmer, der während des Prozesses fast ausschließlich geschwiegen hatte, verlas eine Erklärung, in der er unter anderem Reue für das von ihm verursachte Leid bekundete. Er würde sein Leben dafür geben, die Taten ungeschehen zu machen. Er habe sich dem Prozess gestellt, um keine offenen Fragen zu hinterlassen und um der Welt zu zeigen, dass seine Verbrechen nicht hassmotiviert gewesen seien. Durch seinen Fall werde hoffentlich anderen Menschen wie ihm geholfen, bevor sie sich oder anderen Leid zufügen würden.[230]

Dahmer wurde zur höchstmöglichen Strafe von 15 aufeinanderfolgenden lebenslangen Freiheitsstrafen ohne Aussicht auf Entlassung verurteilt.[231] Da er aufgrund seiner Vorstrafen zudem als Wiederholungstäter galt, erhielt er zusätzlich weitere zehn Jahre pro Mord,[232] so dass sich seine Gesamtstrafe auf über 900 Jahre Gefängnis belief.[233] Einige Wochen später wurde Dahmer nach Akron, Ohio überstellt, wo er sich am 1. Mai 1992 in einem knapp einstündigen Verfahren vor einem Strafgericht des Mordes an Steven Hicks schuldig bekannte und zu einer weiteren lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt wurde.[234]

Vor Gericht und in späteren Interviews erklärte Dahmer, dass er die Todesstrafe verdient und sich selbst den Tod gewünscht habe.[205] Ohio hatte die Todesstrafe 1974 zwar wieder eingeführt, das damalige Gesetz galt jedoch als verfassungswidrig, weshalb er für seinen ersten Mord im Jahr 1978 nur zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt werden konnte.[235] In Wisconsin war die Todesstrafe bereits 1853 abgeschafft worden. Dahmers Fall führte Anfang der 1990er Jahre zu verstärkten Forderungen nach ihrer Wiedereinführung und zwischen 1991 und 1996 wurden 22 entsprechende Gesetzesentwürfe eingebracht, die jedoch alle scheiterten.[236]

Haftzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Columbia Correctional Institution in Portage, Wisconsin, in der Dahmer seine Haftstrafe bis zu seinem Tod im Jahr 1994 verbüßte.

Nach seiner Verurteilung trat Dahmer unter der Häftlingsnummer 177252[5] seine Haft in der Columbia Correctional Institution, einem Hochsicherheitsgefängnis mit rund 600 Insassen in Portage, Wisconsin an. Das erste Jahr seiner Gefangenschaft verbrachte er in Isolationshaft, weil man aufgrund seiner „Berühmtheit“ um seine Sicherheit fürchtete.[237] Zeitweise stand er zudem unter besonderer Beobachtung, da er aufgrund einer sich abzeichnenden, schweren Depression als suizidgefährdet galt.[238] Mit seinem Einverständnis wurde Dahmer schließlich in den allgemeinen Gefängnistrakt verlegt,[239] wo er Zugang zur Gefängnisbücherei und weiteren Gemeinschaftseinrichtungen erhielt und in Kontakt mit anderen Häftlingen kam. Auch im Gefängnis fiel Dahmer durch seinen morbiden Humor auf und spielte dabei vor allem mit seinem Image: Beispielsweise lud er am Schwarzen Brett zum Treffen der „Anonymen Kannibalen“ ein und warnte Gefängniswärter und andere Insassen, dass er bissig sei.[5]

In der Haft wandte Dahmer sich wieder dem Christentum zu und sinnierte, dass seine frühere Abkehr von Gott ursächlich für seine Verbrechen gewesen sein könnte, da er das Gefühl gehabt habe, niemandem Rechenschaft schuldig zu sein.[240] Nachdem er einen Bibel-Fernkurs absolviert hatte,[241] ließ er sich am 10. Mai 1994 im Gefängnis taufen.[5] Nach der Taufe erhielt er wöchentlich Besuch von seinem Pastor, um mit ihm die Bibel zu studieren und seinen Glauben zu festigen.[242] Hinzu kamen regelmäßige Besuche seines Vaters, seiner Stiefmutter und seines Bruders sowie wöchentliche Telefonate mit seiner Mutter, die inzwischen in Kalifornien lebte. Fremde aus aller Welt schickten ihm kistenweise Briefe, die ebenso Hassbotschaften wie Sympathiebekundungen, Autogrammwünsche, Brieffreundschaftsangebote, Liebeserklärungen[138][243] und Geldgeschenke im Gesamtwert von 12.000 US-Dollar beinhalteten.[244] Bis zu seinem Tod pflegte er Brieffreundschaften mit mindestens sechs Frauen, die alle glaubten, eine romantische Beziehung mit ihm zu führen.[245]

Während seiner Inhaftierung kooperierte Dahmer mit dem FBI. Neben Ed Kemper, Richard Speck und Jerry Brudos gehört er zu den überführten Serienmördern, die den Agenten John E. Douglas und Robert Ressler in mehreren Interviews Einblick in ihre Gedanken- und Gefühlswelt gewährten und damit den Wissensaufbau der Behavioral Science Unit (ein Vorläufer der Behavioral Analysis Unit) und die Fahndung nach anderen Serienmördern unterstützten.[246][247] Der österreichische Psychologe und Fallanalytiker Thomas Müller, der Ressler bei einem dieser Interviews begleitet hatte, erklärte später, dass Dahmer eine der manipulierendsten Stimmen gehabt habe, die man sich vorstellen könne.[248]

Am 5. Juni 1994 wurde Dahmer von einem Mithäftling mit einer Rasierklinge angegriffen, als er gerade die Gefängniskapelle verließ.[249] Er trug bei diesem Angriff jedoch keine ernsthaften Verletzungen davon.[237] Die Wiederholungsgefahr wurde von der Gefängnisleitung als gering bewertet[250] und Dahmer bestand darauf, aus der vorübergehend verhängten Isolationshaft in den allgemeinen Gefängnistrakt zurückverlegt zu werden. Seiner Mutter sagte er, dass es ihm egal sei, ob ihm etwas zustoße.[5]

Tod und Reaktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drei Wochen vor seinem Tod wurde er einer Arbeitseinheit zugewiesen, die Hausmeistertätigkeiten verrichtete.[239] Am Morgen des 28. November 1994 waren Dahmer und seine Mitinsassen Jesse Anderson und Christopher Scarver eingeteilt, die Sanitäranlagen neben dem Fitnessraum zu reinigen. Als die Gefängniswärter die drei Häftlinge für einige Minuten unbeaufsichtigt ließen, schlug Scarver zuerst Dahmer und anschließend Anderson mit der Eisenstange einer Hantel nieder.[251][252][253] Dahmer lebte noch, war jedoch nicht ansprechbar, als er gegen 8:10 Uhr von einem Gefängniswärter in einer Blutlache gefunden wurde. Er wurde mit schweren Schädel- und Gesichtsfrakturen ins Divine Savior Hospital in Portage gebracht, wo er um 9:11 Uhr für tot erklärt wurde. Anderson starb zwei Tage später an seinen Verletzungen.[239] Dahmers Obduktion ergab, dass er von vorne erschlagen wurde, sein Körper aber nicht die zu erwartenden Abwehrverletzungen aufwies.[254]

Die Reaktionen auf Dahmers Tod fielen unterschiedlich aus. Viele Opferangehörige nahmen die Nachricht froh und erleichtert auf. Andere zeigten sich hingegen traurig und bestürzt. Eine Schwester von Edward Smith, die Dahmer während der Haft besucht hatte, um von ihm die Einzelheiten des Todes ihres Bruders zu erfahren, sagte über Dahmers Ermordung: “I couldn’t stop crying when I heard the news. […] He shouldn’t have been murdered like that.”[5] („Ich konnte nicht aufhören zu weinen, als ich die Nachricht hörte. […] Er hätte nicht auf diese Weise sterben sollen.“) Der Staatsanwalt, der Dahmer angeklagt hatte, äußerte: “This is the last sad chapter in a very sad life. […] I hope there will be no […] celebration as a folk hero for the man that killed Jeffrey Dahmer.”[237] („Dies ist das letzte traurige Kapitel eines sehr traurigen Lebens. […] Ich hoffe, dass der Mann, der Jeffrey Dahmer ermordet hat, […] nicht als Volksheld gefeiert wird.“) Dahmers Vater und Stiefmutter fanden Trost darin, dass ihr Sohn vor seinem Tod zu Gott gefunden habe und nun nicht mehr leiden müsse. Seine Mutter reagierte wütend und fragte: “Now is everybody happy? Now that he’s bludgeoned to death, is that good enough for everyone?”[5] („Sind jetzt alle froh und zufrieden, dass er zu Tode geprügelt wurde?“)

Am 2. Dezember 1994 veranstaltete Dahmers Familie eine Trauerfeier, an der zwei Schwestern von Edward Smith teilnahmen.[255] Nach seinem Tod stritten Dahmers Eltern über das Schicksal seiner sterblichen Überreste. Joyce Flint wollte das Gehirn ihres Sohnes der Wissenschaft für Forschungszwecke zur Verfügung stellen, Lionel Dahmer wollte den letzten Willen seines Sohnes respektieren und seinen Leichnam vollständig einäschern lassen. Im Dezember 1995 entschied ein Gericht zugunsten des Vaters. Dahmers Asche wurde zwischen seinen Eltern aufgeteilt.[256]

Der an Schizophrenie und Wahnvorstellungen leidende[257] Afroamerikaner Scarver, der bereits wegen Mordes einsaß und unmittelbar nach dem Angriff auf seine Mitinsassen erklärt hatte, dass Gott ihm den Auftrag dazu erteilt hätte,[258] wurde zu zwei weiteren lebenslangen Freiheitsstrafen für die Morde an Dahmer und Anderson verurteilt. Als Tatmotiv wurde Rache nicht ausgeschlossen, weil Dahmer viele afroamerikanische Männer getötet und Anderson versucht hatte, zwei Afroamerikanern den von ihm selbst begangenen Mord an seiner Frau anzuhängen.[5] Im Jahr 2015 erklärte Scarver schließlich, dass er Dahmer getötet habe, weil er von dessen Taten angewidert gewesen sei und Dahmer im Gefängnis keine Reue gezeigt habe. Außerdem behauptete er, dass Dahmer bei Gefängnisinsassen und -personal unbeliebt gewesen sei und die Wärter sie deshalb absichtlich unbeaufsichtigt gelassen hätten, damit er ihn töten konnte.[259] Die behördliche Untersuchung von Dahmers Tod im Jahr 1994 war hingegen zu dem Ergebnis gekommen, dass Scarver allein gehandelt hatte.[259] Nach Angaben der Gefängnisverwaltung war Dahmer gut mit anderen Insassen zurechtgekommen und es sei daher nicht unüblich gewesen, dass er zeitweise unbeaufsichtigt gelassen wurde.[5]

Nachwirkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Bekanntwerden von Dahmers Verbrechen kam es in Milwaukee zu Protestmärschen und Kundgebungen, die vornehmlich von der nichtweißen Bevölkerung organisiert wurden und sich gegen das Milwaukee Police Department richteten. Die Protestierenden warfen der Polizei Voreingenommenheit und Gleichgültigkeit gegenüber Afroamerikanern, Homosexuellen sowie anderen Minderheiten vor und erzürnten sich insbesondere am Verhalten der Polizisten im Fall von Konerak Sinthasomphone.[260] Diese hatten sich, nachdem sie Sinthasomphone zurück in die Obhut des Serienmörders gebracht hatten, per Funk über den vermeintlichen Streit des homosexuellen „Liebespaares“ lustig gemacht.[261] Afroamerikanische Politiker waren zudem der Meinung, dass die Polizisten anders gehandelt und die Bedenken der Frauen ernst genommen hätten, wären der Jugendliche und die Frauen weiß und Dahmer schwarz gewesen.[260] Die Beamten wurden für die Dauer der polizeiinternen Ermittlung des Vorfalls bei vollem Gehalt suspendiert und nach deren Abschluss aus dem Polizeidienst entlassen. Vor Gericht bedauerte Dahmer, dass die Polizisten seinetwegen ihre Jobs verloren hätten; sie treffe keine Schuld am Tod von Sinthasomphone. Später gab ein Gericht der Klage der Polizisten statt und sie wurden wieder eingestellt. Sinthasomphones Familie erhielt von der Stadt Milwaukee 850.000 US-Dollar als Wiedergutmachung für die Versäumnisse der Polizei.[262]

Im August 1991 lief der Horrorfilm Body Parts („Leichenteile“) in den US-Kinos an. In Milwaukee stellte Paramount Pictures die Werbung für den Film aus Pietät gegenüber Dahmers Opfern und deren Angehörigen ein und die örtlichen Kinobetreiber nahmen ihn aus dem Programm.[263]

Bereits zu Dahmers Lebzeiten hatten ihn die Angehörigen seiner Opfer auf Entschädigung verklagt und 80 Mio. US-Dollar zugesprochen bekommen, da er aber nur über geringe finanzielle Mittel verfügte, wurde diese Summe nie getilgt.[5] Nach seinem Tod begehrten elf Opferfamilien eine Entschädigung aus dem Nachlass des Serienmörders. Die darin befindlichen rund 300 Gegenstände[264] – darunter der Kühlschrank, in dem Dahmer Körperteile seiner Opfer aufbewahrt hatte, der Bohrer und andere Tatwerkzeuge[265] – sollten zunächst versteigert und der Erlös unter den Familien aufgeteilt werden. Andere Opferfamilien fanden diese Idee hingegen geschmacklos[5] und eine Gruppe von Geschäftsleuten entschied sich daher, den Nachlass für 407.225 US-Dollar aufzukaufen. Die Summe wurde unter den Angehörigen der Opfer aufgeteilt und sämtliche Nachlassgegenstände wurden im Juni 1996 zerstört.[265] Die Oxford Apartments waren bereits im November 1992 abgerissen worden.[266]

Catherine Dahmer starb im Dezember 1992. Nach einem gescheiterten Suizidversuch im März 1994[267] erlag Joyce Flint im November 2000 einem Krebsleiden.[12] Während Lionel und Shari Dahmer ihren Nachnamen beibehielten und sich zu mehreren Interviews bereit erklärten, änderte Dahmers jüngerer Bruder David seinen Familiennamen und lebt seither in Anonymität.[268]

Im Jahr 2012 gerieten die Veranstalter der ersten kommerziellen „Dahmer-Tour“, welche die Teilnehmer auf den Spuren des Serienmörders durch Milwaukee führt, in die Kritik der Öffentlichkeit.[269] Als Konsequenz verbannte Groupon das Angebot aus seinem Programm.[270]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mediale Berichterstattung und öffentliche Wahrnehmung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zu Dahmers Verhaftung im Sommer 1991 hatte niemand geahnt, dass in Milwaukee ein Serienmörder am Werk war.[271] Es hatte keine auffälligen Leichenfunde gegeben und den sich häufenden Vermisstenfällen junger Männer war selbst von der lokalen Presse kaum Beachtung geschenkt worden.[272] Während die Medien andere berühmte Mordserien, wie die des BTK-Killers oder des Son of Sam, oft über Jahre bis zu ihrer Aufklärung begleiteten und die öffentliche Aufmerksamkeit dadurch sukzessive gesteigert wurde, brachen Dahmers Verbrechen buchstäblich über Nacht über Milwaukee und den Rest der USA herein und versetzten die Medienlandschaft schlagartig in Aufruhr.[273] Noch bevor Dahmer in der Nacht vom 22. auf den 23. Juli 1991 in Handschellen abgeführt wurde, hatten sich bereits die ersten lokalen Reporter und Kamerateams vor den Oxford Apartments positioniert[274] und das Milwaukee Journal verkündete am nächsten Morgen auf seiner Titelseite die Schlagzeile “Body parts litter apartment”[275] („Apartment mit Leichenteilen übersät“). Am Tag nach seiner Verhaftung war Dahmer das Hauptthema in den US-Nachrichtensendungen[276] und die New York Times brachte zehn Tage in Folge einen mindestens halbseitigen Leitartikel zum Fall heraus.[277] Schätzungsweise 450 Journalisten aus aller Welt reisten nach Milwaukee, um über das „Monster“ zu berichten.[277][278]

Die Informationsgier der Medien ging so weit, dass Reporter die Angehörigen der Opfer belagerten[279] und die Ermittlungen wiederholt behindert und gefährdet wurden. So veröffentlichte beispielsweise die New York Times aus einem gestohlenen Polizeibericht die bis dahin streng vertraulichen Informationen über Dahmers kannibalistische Handlungen.[280] Tracy Edwards, einer der Hauptzeugen im Dahmer-Prozess, wurde im Vorfeld des Gerichtsverfahrens mehrfach interviewt und dabei so stark von den Journalisten beeinflusst, dass er im späteren Kreuzverhör eingestehen musste, dass er seine Erlebnisse in den Interviews aufgebauscht hatte, wodurch seine Glaubwürdigkeit litt.[276] Die Boulevardpresse übertrumpfte sich selbst mit reißerischen, teilweise frei erfundenen Schlagzeilen wie “The Cannibal – Face of madman who killed 17 and ate them”[281] („Der Kannibale – Gesicht des Irren, der 17 tötete und aß“) oder “Milwaukee Cannibal Killer Eats His Cellmate”[207] („Milwaukee-Kannibalen-Killer isst seinen Zellengenossen“) und schürte damit, wenige Monate nachdem Das Schweigen der Lämmer in den Kinos angelaufen war, die Erwartung eines zweiten Hannibal Lecters.[277] Bei Dahmers erstem öffentlichen Erscheinen anlässlich eines Gerichtstermins am 25. Juli 1991 zeigten sich Beobachter daher fast enttäuscht, dass er vollkommen „normal“ wirkte und man ihm „das Böse“ nicht ansehen konnte.[206][282]

Obwohl Dahmer sich – anders als Ted Bundy, Richard Ramírez oder Charles Manson – im Gerichtssaal nicht in der Aufmerksamkeit der Journalisten und Fotografen sonnte,[283] war die mediale Faszination für ihn nicht weniger groß. Die US-Zeitschrift People Weekly widmete ihm im August 1991 eine Titelgeschichte und wählte ihn unter die „100 faszinierendsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts“.[284] Das Magazin Vanity Fair brachte im November 1991 einen mehrseitigen Artikel heraus, in dem Dahmer von dem inhaftierten schottischen Serienmörder Dennis Nilsen, dessen Verbrechen große Ähnlichkeit aufwiesen, analysiert wurde.[285] Dahmer wurde zum „Celebrity“,[286][287] der von Polizisten um Autogramme gebeten wurde[288] und dessen Auftritte vor Gericht laut der Journalistin und Prozessbeobachterin Anne E. Schwartz eine Stimmung wie bei einer Filmpremiere erzeugten.[283] Nach seiner Verurteilung gab Dahmer ein erstes, unbezahltes Fernsehinterview für die Boulevard-Nachrichtensendung Inside Edition, das im Januar 1993 im Gefängnis aufgezeichnet wurde.[289] Sein zweites und gleichzeitig letztes Fernsehinterview, das er an der Seite seiner Eltern dem MSNBC-Journalisten Stone Phillips gab, wurde im März 1994 ausgestrahlt und brachte dem Nachrichtenmagazin Dateline NBC Rekordeinschaltquoten.[290]

Auf die ursprüngliche Sensationsberichterstattung folgte durch biografische Werke wie Brian Masters’ The Shrine of Jeffrey Dahmer (1993) und Lionel Dahmers Memoiren Mein Sohn ist ein Mörder (1995) mit der Zeit eine empathischere Darstellung von Dahmer.[291][292] Spätestens seit Erscheinen von Derf Backderfs Graphic Novel Mein Freund Dahmer (2013), die von seiner problemreichen Jugend handelt, weckt Dahmer bei vielen Menschen auch Mitleid und Sympathie bis hin zur Verklärung und Romantisierung in zahlreichen Fan-Blogs und anderen sozialen Medien.[293] Für Backderf war Dahmer eine „tragische Figur“,[293] sein Mitgefühl für seinen ehemaligen Schulfreund ende jedoch an dem Punkt, an dem er zu töten begann.[293]

Populärkultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dahmer und seine Verbrechen, insbesondere seine kannibalistischen Handlungen, haben Einzug in die Populärkultur gehalten.[277]

Im Jahr 1992 lieferte Chevy Chase bei Saturday Night Live eine der ersten Dahmer-Parodien. Mehrere musikalische Werke wie 213 von Slayer, Jeffrey Dahmer von Soulfly oder das 2002 veröffentlichte Konzeptalbum Dahmer der Death-Metal-Band Macabre widmen sich seiner Person und sein Leben wurde mehrmals verfilmt (z.B. Dahmer aus dem Jahr 2002 und My Friend Dahmer von 2017 mit Jeremy Renner bzw. Ross Lynch in den Titelrollen).

Seine Geschichte diente außerdem als Vorlage für literarische Werke wie Zombie von Joyce Carol Oates oder Poppy Z. Brites Exquisite Corpse. Zudem wurden mehrere fiktive Charaktere und Handlungen in Fernsehserien wie South Park und American Horror Story oder Filmen (z.B. Demolition Man von 1993 und Copykill aus dem Jahr 1995) von Dahmer inspiriert.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Englischsprachige Originalausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Derf Backderf: My Friend Dahmer: A Graphic Novel. Abrams ComicArts, New York 2012, ISBN 978-1-4197-0216-7.
  • Edward Baumann: Step into My Parlor: The Chilling Story of Serial Killer Jeffrey Dahmer. Bonus Books, Chicago 1991, ISBN 978-0-929-38764-2.
  • John Borowski: Dahmer’s Confession: The Milwaukee Cannibal’s Arrest Statements. Waterfront Productions, Chicago 2017, ISBN 978-0-9976140-2-2.
  • Lionel Dahmer: A Father’s Story. William Morrow and Company, New York 1994, ISBN 978-0-688-12156-3.
  • Don Davis: The Jeffrey Dahmer Story: An American Nightmare. St. Martin’s Press, New York 1995, ISBN 0-312-92840-8.
  • Robert J. Dvorchak, Lisa Holewa: Milwaukee Massacre: Jeffrey Dahmer and the Milwaukee Murders. Robert Hale Ltd, London 1991, ISBN 978-0-7090-5003-2.
  • Richard W. Jaeger, M. William Balousek: Massacre in Milwaukee: The Macabre Case of Jeffrey Dahmer. Waubesa Press, Oregon, WI 1991, ISBN 1-878-56909-0.
  • Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective: The Interrogation and Investigation That Shocked The World. Poison Berry Press, 2016, ISBN 978-0-9947500-0-6.
  • Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. Hodder and Stoughton Ltd, London 1993, ISBN 0-340-57482-8.
  • Joel Norris: Jeffery Dahmer: A Bizarre Journey into the Mind of America’s Most Tormented Serial Killer. Pinnacle Books, New York 1992, ISBN 978-1-55817-661-4.
  • Roy Ratcliff, Lindy Adams: Dark Journey, Deep Grace: Jeffrey Dahmer’s Story of Faith. Leafwood Publishers, Abilene, TX 2006, ISBN 978-0-9767790-2-5.
  • Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough: The Secret Murders of Milwaukee’s Jeffrey Dahmer. iUniverse, Bloomington, IN 2011, ISBN 978-1-4620-6269-0.

Deutschsprachige Übersetzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filmmaterial[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernsehinterviews[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1993: Inside Edition: Serial Killers. (Nancy Glass im Interview mit Jeffrey Dahmer.)
  • 1994: The Oprah Winfrey Show. (Oprah Winfrey im Interview mit Lionel Dahmer.)
  • 1994: Dateline NBC – Inside Evil: Jeffrey Dahmer. MSNBC. (Stone Phillips im Interview mit Jeffrey Dahmer, Lionel Dahmer und Joyce Flint.)
  • 1994: Hard Copy (Diane Dimond im Interview mit Joyce Flint.)
  • 2004: Larry King Live. CNN. (Larry King im Interview mit Lionel und Shari Dahmer.)
  • 2012: Confessions of A Serial Killer. (Neuauflage des Stone-Phillips-Interviews aus dem Jahr 1994 mit zuvor unveröffentlichten Szenen.)

Dokumentationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1992: The Trial of Jeffrey Dahmer. Regie: Elkan Allan.
  • 1992: Dahmer: Mystery of the Serial Killer. Regie: Michael Husain.
  • 1993: Day One: Dahmer. ABC News, Moderator: Forrest Sawyer.
  • 1993: To Kill and Kill Again. Regie: Patrick Fleming.
  • 1994: Everyman: Profile of a Serial Killer. Regie: Nikki Stockley.
  • 1996: Jeffrey Dahmer: The Monster Within. Regie: Bill Harris.
  • 2003: Autopsie – Mysteriöse Todesfälle. Episode 63: Der Kannibale.
  • 2005: Born to Kill? Staffel 1, Folge 3: Jeffrey Dahmer.
  • 2013: Jeff. (Alternativtitel: The Jeffrey Dahmer Files.) Regie: Chris James Thompson.
  • 2017: How it Really Happened. The Strange Case of Jeffrey Dahmer. HLN.
  • 2017: Dahmer on Dahmer: A Serial Killer Speaks.

Verfilmungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1993: The Secret Life: Jeffrey Dahmer. Regie: David R. Bowen, Carl Crew als Dahmer.
  • 2002: Dahmer. Regie: David Jacobson, Jeremy Renner als Dahmer.
  • 2006: Raising Jeffrey Dahmer. Regie: Rich Ambler, Rusty Sneary als Dahmer.
  • 2017: My Friend Dahmer. Regie: Marc Meyers, Ross Lynch als Dahmer.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jeffrey Dahmer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Da es keine Zeugen für die Zeiträume gab, die Dahmer allein mit seinen Mordopfern verbrachte, basieren sämtliche Erkenntnisse zum Mordgeschehen sowie Vor- und Nachtatverhalten fast ausschließlich auf Dahmers Aussagen gegenüber der Polizei, dem FBI und den forensischen Psychiatern und Psychologen, die ihn untersucht hatten. Die Ermittler waren von Dahmers Glaubwürdigkeit überzeugt und fast alle seine Aussagen gegenüber der Polizei konnten durch das vorhandene Beweismaterial verifiziert werden. (Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. 2016, S. 275. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 180.). Dahmers Aussagen waren zum Teil jedoch auch widersprüchlich und inkonsistent. (Gregory O’Meara: “He Speaks Not, Yet He Says Everything; What of That?” Text, Context, and Pretext in State v. Jeffrey Dahmer (Law School Legal Studies Research Paper Series, Paper No. 9–17). Marquette University, Milwaukee 2009, S. 126 ff. (marquette.edu [abgerufen am 1. November 2017]). Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 180–181.)
  2. Stephen McFarland: Jeffrey Dahmer, the Milwaukee Cannibal, is caught in 1991. In: Daily News. NYDailyNews.com, 21. Mai 2015; abgerufen am 2. Mai 2017 (englisch, ursprünglich ein Artikel aus der Daily News vom 24. Juli 1991, archiviert auf der eigenen Webseite).
  3. ab Gabi Vogt: Das Monster lebte fast zwei Jahre in Baumholder. In: Rhein-Zeitung. Mittelrhein-Verlag GmbH, 17. Februar 2012; abgerufen am 14. Mai 2017.
  4. Acting Out His Darkest Dreams, He Had Nothing Left to Hide: Jeffrey Dahmer: He not only admits his crimes, he declines to shift the blame. In: Los Angeles Times. Tronc, Inc., 4. April 1994; abgerufen am 22. Oktober 2017 (englisch).
  5. abcdefghijk Elizabeth Gleick: The Final Victim. In: People. Time Inc., 12. Dezember 1994; abgerufen am 11. Juni 2017 (englisch).
  6. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. 1995, S. 26.
  7. Nach der Scheidung im Jahr 1978 nahm Joyce Dahmer wieder ihren Geburtsnamen Flint an; Charles Klotsche, Joyce Flint: The Silent Victims: The Aftermath of Failed Children on Their Mothers’ Lives. Pan American Press, New York 1995, ISBN 0-9673890-2-X, S. 71.
  8. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 19.
  9. ab Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. 1995, S. 24.
  10. Charles Klotsche, Joyce Flint: The Silent Victims: The Aftermath of Failed Children on Their Mothers’ Lives. Pan American Press, New York 1995, ISBN 0-9673890-2-X, S. 19–20.
  11. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. 1995, S. 22.
  12. ab * Joyce Flint; Serial Killer Jeffrey Dahmer’s Mother. In: Los Angeles Times. Tronc, Inc., 6. Dezember 2000; abgerufen am 14. Mai 2017 (englisch).
  13. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. 1995, S. 176.
  14. Derf Backderf: My Friend Dahmer. 2012, S. 206.
  15. ab Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 31.
  16. ab Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. 1995, S. 63.
  17. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 25.
  18. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. 1995, S. 29.
  19. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. 1995, S. 42–43.
  20. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. 1995, S. 31.
  21. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 23.
  22. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. 1995, S. 44.
  23. ab Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. 1995, S. 45–46.
  24. Zitiert nach Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 24.
  25. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 27.
  26. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. 2011, S. 39.
  27. Richard Lei: To Big to Fit. In: The Washington Post. 21. Januar 2002; abgerufen am 27. Dezember 2017 (englisch).
  28. ab Robert Dvorchak: Murder in Milwaukee: Experts Struggle to Explain Dahmer’s Compulsion: Crime: His behavior was always on the edge, childhood acquaintances say. But no one intervened to help him, and his problems escalated. In: Los Angeles Times. Tronc, Inc., 11. August 1991; abgerufen am 11. Juni 2017 (englisch).
  29. Rogers Worthington: Probation Officer Duly Noted Dahmer’s Battle With Demons. In: Chicago Tribune. Tronc, Inc., 4. August 1991; abgerufen am 11. Juni 2017 (englisch).
  30. Dahmer abused, said Dad. In: The Journal Times. Lee Enterprises, 1. August 1991; abgerufen am 31. Oktober 2017 (englisch).
  31. abc James Barron, Mary B. W. Tabor: 17 Killed, and a Life Is Searched for Clues. In: The New York Times. The New York Times Company, 4. August 1991; abgerufen am 31. Oktober 2017 (englisch).
  32. ab Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. 2011, S. 38.
  33. Derf Backderf: My Friend Dahmer. 2012, S. 207.
  34. Zitiert nach Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. 2016, S. 81.
  35. abc Derf Backderf: My Friend Dahmer. 2012, S. 208.
  36. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. 1995, S. 55.
  37. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 33–34.
  38. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. 1995, S. 55–56.
  39. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. 1995, S. 56–58.
  40. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 36–37.
  41. Derf Backderf: My Friend Dahmer. 2012, S. 211.
  42. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 23, 25–26, 37–38.
  43. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 34.
  44. Ian Barnard: Queer Race: Cultural Interventions in the Racial Politics of Queer Theory (Gender, Sexuality, and Culture). Peter Lang Publishing Inc., New York 2004, ISBN 978-0-8204-7088-7, S. 131.
  45. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. 1995, S. 55, 59, 62.
  46. Paula Chin: Sins of the Son. In: People. Time Inc., 28. März 1994; abgerufen am 1. Januar 2018 (englisch).
  47. ab Derf Backderf: My Friend Dahmer. 2012, S. 205.
  48. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 45.
  49. Don Davis: The Jeffrey Dahmer Story: An American Nightmare. 1995, S. 56.
  50. ab Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 35.
  51. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. 2011, S. 40.
  52. ab Derf Backderf: My Friend Dahmer. 2012, S. 210.
  53. Laut Dahmers Schulfreund Derf Backderf imitierte Dahmer bei seinen „Anfällen“ den Innenarchitekten der Dahmers, der an einer Zerebralparese litt (My Friend Dahmer. 2012, S. 38, 44, 46). Außerdem vermutet Backderf, dass Dahmer auch die Krampfanfälle seiner Mutter nachahmte (My Friend Dahmer. 2012, S. 206).
  54. Da Dahmer kein Mitglied der Honor Society war, wurde sein Gesicht von den Verantwortlichen nachträglich auf dem Foto geschwärzt. Für Backderf wurde das Foto dadurch zu einem Symbol dafür, dass Dahmer nirgends dazugehörte. (My Friend Dahmer. 2012, S. 117, 209).
  55. abcdefg Carol Jouzaitis, George Papajohn: From Class Oddball To ‚Lost Soul‘. In: Chicago Tribune. Tronc, Inc., 28. Juli 1991; abgerufen am 10. Juni 2017 (englisch).
  56. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 38.
  57. Don Davis: The Jeffrey Dahmer Story: An American Nightmare. 1995, S. 23.
  58. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. 1995, S. 65.
  59. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 46–47.
  60. Derf Backderf: My Friend Dahmer. 2012, S. 212.
  61. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 49.
  62. Charles Klotsche, Joyce Flint: The Silent Victims: The Aftermath of Failed Children on Their Mothers’ Lives. Pan American Press, New York 1995, ISBN 0-9673890-2-X, S. 77–78, 139.
  63. abc Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 51–55.
  64. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 55; laut Derf Backderf (My Friend Dahmer. 2012, S. 210) handelte es sich hingegen um die Nacht vom 20. auf den 21. Juni 1978.
  65. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 55, 63.
  66. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 56.
  67. Zitiert nach Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 55.
  68. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. 1995, S. 69.
  69. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 57.
  70. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. 1995, S. 74–75.
  71. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. 1995, S. 76–77.
  72. abc Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. S. 47.
  73. abc Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 59.
  74. Danny Kringiel: Leben mit dem Menschenfresser. In: Spiegel Online. SPIEGELnet GmbH, 15. Februar 2012; abgerufen am 21. Oktober 2017.
  75. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. S. 48.
  76. abc Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 62.
  77. ab Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. 2011, S. 49.
  78. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. 1995, S. 84.
  79. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 67–68.
  80. Zitiert nach Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 67.
  81. ab Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. 2011, S. 50.
  82. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 67.
  83. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 69.
  84. Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. 2016, S. 41–42.
  85. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 71–72.
  86. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 77.
  87. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 73.
  88. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 77–78.
  89. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 66.
  90. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. 2011, S. 50–51.
  91. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 82.
  92. Zitiert nach Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 84.
  93. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 84.
  94. abc Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 74.
  95. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 74–75.
  96. Tuomi wurde zuletzt am 15. September 1987 lebend gesehen (Schwartz, S. 224). Als genaues Todesdatum wird die Nacht vom 21. auf den 22. November (Masters, S. 84–85), der 26. (Kennedy/Maharaj, S. 42) oder der 27. November 1987 (Lionel Dahmer, S. 149) angegeben.
  97. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 84–87.
  98. Zitiert nach Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 88.
  99. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 93.
  100. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. 2011, S. 224.
  101. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 94.
  102. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. 2011, S. 54.
  103. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 95.
  104. ab Rogers Worthington: 3 Victims Testify Against Dahmer. In: Chicago Tribune. Tronc, Inc., 8. Februar 1992; abgerufen am 14. Juni 2017 (englisch).
  105. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 96–97.
  106. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. 1995, S. 93–94.
  107. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 98.
  108. ab Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 100–101.
  109. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 103.
  110. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. 1995, S. 95.
  111. ab Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 105–108.
  112. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. 2011, S. 70.
  113. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 103–104.
  114. ab Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 112.
  115. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. 2011, S. 80.
  116. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 108, 118.
  117. ab Laurie Asseo: Dad of Killer’s Victim Loses Appeal. Associated Press, 20. Oktober 1997; abgerufen am 1. November 2017 (englisch, Pressemitteilung, archiviert im AP News Archive).
  118. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 109.
  119. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 4.
  120. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. 2011, S. 8.
  121. Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. 2016, S. 207.
  122. abcde Gregory O’Meara: “He Speaks Not, Yet He Says Everything; What of That?” Text, Context, and Pretext in State v. Jeffrey Dahmer (Law School Legal Studies Research Paper Series, Paper No. 9–17). Marquette University, Milwaukee 2009, S. 103 (marquette.edu [abgerufen am 1. November 2017]).
  123. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 110–111; Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. 2016, S. 164. Laut anderen Quellen (Schwartz, S. 78; Davis, S. 309) starb Raymond Smith hingegen im Juli 1990.
  124. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 110–112.
  125. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 111–112.
  126. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 114–115.
  127. ab Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 116–117.
  128. Don Davis: The Jeffrey Dahmer Story: An American Nightmare. 1995, S. 309.
  129. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 120.
  130. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. 2011, S. 81.
  131. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 121.
  132. ab Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 122.
  133. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 156.
  134. Zitiert nach Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 94–95.
  135. Don Davis: The Jeffrey Dahmer Story: An American Nightmare. 1995, S. 309. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. 2011, S. 84. Laut Masters (S. 122) wurde Straughter bereits am 17. Februar 1991 ermordet.
  136. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 123.
  137. Rogers Worthington: Dahmer May Have Stopped Killing If He Had Zombie, Doctor Says. In: Chicago Tribune. Tronc, Inc., 11. Februar 1992; abgerufen am 26. Dezember 2017 (englisch).
  138. abc Zögling des Satans. In: Der Spiegel. Spiegel Verlag, 5. Dezember 1994; abgerufen am 11. Juni 2017.
  139. ab Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 203.
  140. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 124.
  141. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 142, 144.
  142. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 138.
  143. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. 2011, S. 89–90.
  144. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 137–138.
  145. Viele Medien berichteten, dass der Jugendliche laut den Zeuginnen in der Genital- und Analregion geblutet habe. Diese Aussagen wurden jedoch von Dahmer und den Polizisten dementiert. Die einzige sichtbare Verletzung sei eine Schürfwunde am Knie des Opfers gewesen, vgl. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 138–139. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. 2011, S. 90–91.
  146. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 139.
  147. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 141–142.
  148. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 143, 146–147.
  149. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 148.
  150. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 144–145.
  151. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 127.
  152. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 149.
  153. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 150–152, 181–182.
  154. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 1–2.
  155. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. 2011, S. 3–5.
  156. ab Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 3–4.
  157. Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. 2016, S. 26.
  158. ab Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 5–6.
  159. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. 2011, S. 15.
  160. Limelight – Medicine at Michigan Spring 2009. Jeff Jentzen: Examining Forensic Medicine. In: Medicine at Michigan. Regents of the University of Michigan, archiviert vom Original am 21. August 2010; abgerufen am 25. Juli 2017 (englisch).
  161. Zitiert nach Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. 2016, S. 37.
  162. ab Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 8.
  163. So Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 180. Die Angaben zur Länge des Geständnisses variieren jedoch je nach Quelle zwischen 145 und 179 Seiten.
  164. Don Davis: The Jeffrey Dahmer Story: An American Nightmare. 1995, S. 287.
  165. ab Jeffrey Jentzen et al.: Destructive Hostility: The Jeffrey Dahmer Case: A Psychiatric and Forensic Study of a Serial Killer. In: The American Journal of Forensic Medicine and Pathology. Band 15, Nr. 4, Dezember 1994, S. 283–294 (englisch, marquette.edu [abgerufen am 22. Oktober 2017]).
  166. Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. 2016, S. 159–161.
  167. Zitiert nach Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 8.
  168. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 6.
  169. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. 2011, S. 224 f.
  170. Bone Fragments, Many Human, Are Found at Suspect’s Ohio Home. In: The New York Times. The New York Times Company, 31. Juli 1991; abgerufen am 30. Juli 2017 (englisch).
  171. Die Quellenlage ist im Hinblick auf das Alter der Opfer zum Teil sehr uneinheitlich. Die in der Tabelle gemachten Angaben basieren auf Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993.
  172. Siehe Einzelnachweise im Artikeltext.
  173. Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. 2016, S. 209–210.
  174. Don Davis: The Jeffrey Dahmer Story: An American Nightmare. 1995, S. 287–288.
  175. ab Robert Imrie: DAHMER FEARED LONELINESS, OFFICER SAYS. In: The Washington Post. 4. August 1991; abgerufen am 2. November 2017 (englisch).
  176. Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. 2016, S. 211.
  177. abcd Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. 2016, S. 246.
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  181. Zitiert nach Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 73.
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  186. Zitiert nach Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 89.
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Jeffrey Lionel Dahmer (* 21. Mai 1960 in Milwaukee, Wisconsin; † 28. November 1994 in Portage, Wisconsin) war ein US-amerikanischer Serienmörder.

Nach seiner Verhaftung im Juli 1991 konnten ihm 16 von 17 gestandenen Morden nachgewiesen werden, die er in den Jahren 1978 bis 1991 an jungen Männern und Jugendlichen verübt hatte, die überwiegend aus der Homosexuellenszene Milwaukees stammten. Er ging dabei fast immer nach dem gleichen Modus Operandi vor:[1] Zunächst lockte er sein Opfer unter einem Vorwand in seine Wohnung, wo er es betäubte, sexuell missbrauchte und erwürgte. Anschließend nahm er nekrophile Handlungen an der Leiche vor und fotografierte ihre Zerstückelung. Häufig hob er den Schädel und andere Körperteile seines Opfers auf und praktizierte in einigen Fällen Kannibalismus, was ihm in den Medien den Beinamen The Milwaukee Cannibal[2] (alternativ The Milwaukee Monster)[3] einbrachte.

Obwohl bei Dahmer mehrere psychische Störungen diagnostiziert wurden, erklärte ihn ein Geschworenengericht in Milwaukee für zurechnungsfähig und verurteilte ihn zur höchstmöglichen Strafe von 15 aufeinanderfolgenden lebenslangen Freiheitsstrafen ohne Aussicht auf Entlassung. In Ohio, wo Dahmer seinen ersten Mord begangen hatte, erhielt er ein weiteres Mal lebenslänglich.

Im November 1994 wurde er im Alter von 34 Jahren im Gefängnis von einem Mithäftling erschlagen.

Dahmer zählt zu den weltweit bekanntesten Serienmördern des 20. Jahrhunderts und wird oft in einer Riege mit Ted Bundy, John Wayne Gacy und Richard Ramírez genannt. Im Gegensatz zu vielen anderen Serienmördern bekundete er Reue für seine Taten, zeigte sich kooperativ bei den polizeilichen Ermittlungen und räumte auch Morde ein, die ohne sein Geständnis nicht entdeckt worden wären. Er betonte mehrfach, dass er die alleinige Verantwortung für seine Taten trage und weder seine Eltern noch die Gesellschaft oder die Strafverfolgungsbehörden, denen in seinem Fall eine Reihe von Ermittlungsfehlern unterlaufen waren, eine Mitschuld treffe.[4][5]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kindheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jeffrey Lionel Dahmer, genannt „Jeff“, wurde am 21. Mai 1960 im Evangelical Deaconess Hospital in Milwaukee[6] im US-Bundesstaat Wisconsin als der ältere von zwei Söhnen des Ehepaars Joyce Annette (geb. Flint)[7] und Lionel Herbert Dahmer geboren. Zu diesem Zeitpunkt absolvierte sein Vater, dessen Vorfahren aus Deutschland und Wales stammten,[8] ein Studium der Analytischen Chemie an der Marquette University.[9] Seine Mutter, die norwegische und irische Wurzeln hatte,[10] gab ihren Beruf als Ausbilderin im Fernschreibwesen auf, nachdem sie schwanger geworden war, arbeitete als Hausfrau[11] und machte später einen Masterabschluss in psychosozialer Beratung.[12] Laut Lionel Dahmer litt seine Frau während der Schwangerschaft an Krampfanfällen und habe deshalb von ihrem behandelnden Arzt Morphin und Barbiturate verabreicht bekommen.[9] Er spekulierte, dass diese Medikamente eine fruchtschädigende Wirkung entfaltet haben könnten.[13] Von Dahmers Mutter wurden derartige Beschwerden hingegen bestritten. Lionel Dahmers Behauptungen seien nur der Versuch, ihr eine Mitschuld an den Verbrechen ihres Sohnes zu geben.[14] Nach der Geburt erkrankte sie an einer postpartalen Depression[15] und auch in den folgenden Jahren litt sie immer wieder an verschiedenen psychischen und physischen Krankheiten, die sie teilweise für längere Zeit ans Bett fesselten[16] und deren Behandlung zur Medikamentenabhängigkeit führte.[17] Lionel Dahmer konzentrierte sich vor allem auf seine Karriere und war berufsbedingt häufig abwesend.[18] In der Folge schenkten beide Elternteile ihrem Sohn immer weniger Aufmerksamkeit.[19]

Im September 1962 zog die Familie nach Ames, Iowa, wo Dahmers Vater eine Forschungsassistenten- und Doktorandenstelle an der Iowa State University antrat.[20] Im März 1964 musste Dahmer im Alter von knapp vier Jahren aufgrund eines beidseitigen Leistenbruchs operiert werden.[21] Lionel Dahmer beobachtete, dass sich sein bis dahin unbeschwerter und lebhafter Sohn nach dieser schmerzhaften Erfahrung zu einem stillen und verschlossenen Jungen entwickelte.[22] Im Herbst 1966 wurde Lionel Dahmer der Doktortitel verliehen und er fand eine Anstellung als Chemiker in der Forschungsabteilung einer Fabrik in Akron, Ohio. Die Familie zog daraufhin ins nahegelegene Doylestown, wo Dahmer ab Oktober 1966 die Hazel Harvey Elementary School besuchte.[23] Er ging nur widerwillig zur Schule und seiner Klassenlehrerin fiel auf, dass der Junge ungewöhnlich schüchtern und zutiefst unglücklich wirkte. Er war höflich und folgsam, zeigte jedoch wenig Interesse am Unterricht und knüpfte auf dem Schulhof kaum Kontakt zu anderen Kindern.[23] In seiner Freizeit hatte Dahmer dennoch ein paar Spielkameraden und rückblickend war er der Ansicht: “When I was a little kid I was just like anybody else.”[24] („Als kleines Kind war ich genau wie alle anderen.“)

Nach der Geburt seines jüngeren Bruders David am 18. Dezember 1966 und einem weiteren Umzug im April 1967 nach Barberton, der für Jeffrey mit einem Wechsel auf die dortige Grundschule verbunden war,[25] ließen sich die Dahmers 1968 schließlich in einem eigenen Haus mit großem Waldgrundstück in Bath, Ohio, nieder. Jeffrey wechselte zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate die Schule und besuchte nun die Bath Elementary School,[26] wo er mit dem späteren Grammy-Preisträger Joe Henry in eine Klasse ging.[27] Laut einigen Quellen soll Lionel Dahmer gegenüber Jeffrey Dahmers späterer Bewährungshelferin behauptet haben, dass sein Sohn kurze Zeit nach dem Umzug im Alter von acht Jahren von einem älteren Nachbarsjungen sexuell missbraucht worden sei.[28][29] Der angebliche Vorfall war jedoch nicht zur Anzeige gebracht worden[30][31] und Lionel Dahmer bestritt später, diese Aussage überhaupt getätigt zu haben.[32] Jeffrey Dahmer verneinte, in seiner Kindheit Opfer sexuellen Missbrauchs geworden zu sein.[31][32]

Im Jahr 1970 wurde Dahmers Mutter aufgrund von schweren Angstzuständen mehrere Wochen lang in einer psychiatrischen Einrichtung behandelt.[33] Die von Beginn an schwierige Ehe der Dahmers wurde dadurch schwer belastet und begann in die Brüche zu gehen.[16] Dahmer musste häufig miterleben, wie es zwischen seinen Eltern zu heftigen Auseinandersetzungen kam, die mehrere Male durch die Polizei geschlichtet werden mussten.[28] Die damalige familiäre Situation beschrieb er später als „extrem angespannt“.[34] Als Kind und Jugendlicher suchte er die Schuld für den andauernd schlechten Gesundheitszustand seiner Mutter und das Scheitern der Ehe seiner Eltern bei sich[15] und reagierte seine Frustration ab, indem er hinter dem Haus mit Ästen und Stöcken auf Bäume einschlug.[35]

Ab seinem zehnten Lebensjahr verließ er immer seltener das Haus und verbrachte viel Zeit allein in seinem Zimmer.[36] Auf sein Umfeld wirkte er apathisch, seine Sprechweise oft monoton und einsilbig[37] und sein Gang sowie seine gesamte Körperhaltung eigenartig steif und verkrampft.[38]Um ihn aus seiner Isolation herauszuholen, versuchte sein Vater ihn für Sportarten wie Tennis, Krafttraining oder Bogenschießen zu begeistern und schickte ihn zu den Pfadfindern, doch Dahmers Interesse an diesen Aktivitäten war nie von langer Dauer.[39] Das einzige „Hobby“, für das er sich bereits seit früher Kindheit anhaltend begeistern konnte, waren tote Tiere und deren Knochen. Er sammelte Insekten, Vögel und kleine Nagetiere und konservierte sie in Gläsern mit Formaldehyd, die er in einem Schuppen hinter dem Haus seiner Eltern aufbewahrte. Ab seinem zwölften Lebensjahr begann er in der Nähe des elterlichen Grundstücks überfahrene Tierkadaver vom Straßenrand aufzusammeln, um sie zu sezieren. Er legte einen Tierfriedhof an und erschreckte die Nachbarschaft, als er den halb verwesten Schädel eines überfahrenen Hundes auf einen Ast spießte und den dazugehörigen Körper an einem Baum aufhängte.[40][41] Im Gegensatz zu vielen anderen Serienmördern bereitete es ihm aber kein Vergnügen, Tiere zu quälen oder sie selbst zu töten und mit seinen Haustieren, darunter sein Hund „Frisky“, ging er liebevoll um.[42]

Jugend und Highschool-Zeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Beginn der Pubertät entdeckte Dahmer seine Homosexualität. Die ersten einvernehmlichen sexuellen Erfahrungen sammelte er im Alter von 13 Jahren mit einem Jungen aus der Nachbarschaft, wobei es jedoch nicht zum Geschlechtsverkehr kam.[43] Davon abgesehen, behielt er seine sexuelle Orientierung für sich und verheimlichte sie insbesondere vor seinem Vater, der seine Homosexualität nicht akzeptiert hätte.[44] Mit 14 Jahren entwickelte er die ersten gewaltbesetzten Sexfantasien, in denen er die Kontrolle über einen komplett unterwürfigen oder bewusstlosen Mann hatte. Diese Fantasien nahmen im Laufe der Zeit an Häufigkeit und Intensität zu und hatten schließlich auch nekrophile Handlungen an Leichen und deren Zerstückelung zum Gegenstand.[45] Dahmer beschrieb seine damalige Situation mit den Worten: “[It] just got worse and worse. I didn’t know how to tell anyone about it.”[46] („[Es] wurde einfach schlimmer und schlimmer. Ich wusste nicht, wie ich jemandem davon erzählen sollte.“) Im Alter von etwa 15 Jahren plante er zum ersten Mal, seine Fantasie in die Tat umzusetzen. Er legte sich mit einem Baseballschläger auf die Lauer, um einen Jogger, der regelmäßig am Haus der Dahmers vorbeilief, bewusstlos zu schlagen und sich anschließend an ihm zu vergehen. Der Jogger kam an jenem Tag aber nicht vorbei, weshalb er seinen Plan unverrichteter Dinge aufgab.[47]

Im Jahr 1974 wechselte Dahmer von der Eastview Junior Highschool auf die Revere Senior Highschool in Richfield. Zu seinen dortigen Klassenkameraden gehörte der spätere Comicautor Derf Backderf. Obwohl Dahmer von Zeitgenossen als überdurchschnittlich intelligent eingeschätzt und ihm ein IQ von 117[48] bis 145[49] nachgesagt wurde, waren seine Noten trotz privatem Nachhilfeunterricht durchwachsen.[50] Er war Mitglied in der Schulband, spielte Tennis in der Schulmannschaft und arbeitete bei der Schülerzeitung mit,[51] galt aber trotz dieser Aktivitäten unter seinen Klassenkameraden als Einzelgänger und Sonderling, der keine engen Freunde hatte und gemobbt wurde.[52] Für einige Zeit gelang es ihm, durch das Vortäuschen spastischer oder epileptischer Anfälle[53] und Streiche wie dem Photobombing des jährlichen Gruppenbilds der Honor Society[54] die Aufmerksamkeit seiner Mitschüler auf sich zu ziehen, so dass diese einen nicht ganz ernst gemeinten „Dahmer-Fanclub“ gründeten[47] und “Doing a Dahmer” („einen auf Dahmer machen“) an seiner Highschool zum Inbegriff für albernes, seltsames Verhalten wurde.[55]

Ab 1976 bemerkten seine Klassenkameraden, dass er Marihuana rauchte[56] und sich regelmäßig vor, während und nach dem Unterricht mit hochprozentigem Alkohol betrank.[55] Als er von einer Mitschülerin darauf angesprochen wurde, antwortete Dahmer, dass der Alkohol seine „Medizin“ sei.[31] Bereits mit 14 Jahren hatte er heimlich mit dem Trinken begonnen und dadurch erkennbar an Gewicht zugelegt,[50] seine Eltern und Lehrer schienen jedoch wenig bis keine Notiz von seinem Alkohol- und Drogenkonsum zu nehmen. Nur ein einziges Mal musste er zur Strafe nachsitzen, nachdem er auf dem Schulgelände mit Alkohol erwischt worden war.[35] Von diesem Vorfall abgesehen, gelang es Dahmer gegenüber Erwachsenen den Anschein von Normalität aufrechtzuerhalten und seine wahren Gefühle zu verbergen. Lehrer und Nachbarn erlebten ihn als höflichen und respektvollen Jugendlichen.[55][57] Mit dieser Art gelang es ihm während einer Klassenfahrt nach Washington, D.C. auch, mit nur einem Anruf für sich und seine Klassenkameraden eine spontane Führung durch das Büro des damaligen Vize-Präsidenten der Vereinigten Staaten, Walter Mondale, zu erhalten. Bei der Führung lernte er neben Mondale auch den Publizisten und Pulitzer-Preis-Träger Art Buchwald, der zufällig ebenfalls anwesend war, persönlich kennen.[35]

Die Ehe der Eltern war im August 1977 endgültig zerrüttet. Joyce Dahmer hatte gerichtlich ein Kontaktverbot gegen ihren Ehemann erwirkt,[52] woraufhin Lionel Dahmer in ein nahegelegenes Motel zog. In den folgenden Monaten wurde Dahmers Familienleben von dem laufenden Scheidungsverfahren seiner Eltern und dem Streit um das Sorgerecht für seinen noch minderjährigen Bruder geprägt.[58] Bei seiner ersten und einzigen Verabredung mit einem Mädchen, die Klassenkameraden anlässlich des Abschlussballs Ende Mai 1978 für ihn arrangiert hatten, war er so nervös und schüchtern, dass er sich für mehrere Stunden heimlich davonschlich und erst wieder auftauchte, um das Mädchen zur vereinbarten Uhrzeit nach Hause zu fahren.[59] Als Dahmer am 4. Juni 1978 seinen Highschool-Abschluss machte,[60] hatten sich die meisten seiner Mitschüler aufgrund seiner Trinkerei von ihm abgewandt. Kurz darauf zog seine Mutter mit seinem Bruder – ohne das Wissen des Vaters – zurück nach Wisconsin. Dahmer wohnte fortan allein in seinem Elternhaus.[61] Der Kontakt zu seiner Mutter brach bis auf wenige Telefonate und seltene Besuche vollständig ab und lebte erst nach seiner Verhaftung im Jahr 1991 wieder auf.[62]

Der erste Mord[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seinen ersten Mord beging Dahmer kurz nach seinem 18. Geburtstag. Eines Nachmittags im Juni 1978 nahm er den gleichaltrigen Steven Hicks per Anhalter mit und lud ihn auf ein paar Bier zu sich nach Hause ein. Als Hicks nach einiger Zeit aufbrechen wollte, schlug Dahmer ihn mit einer Hantel bewusstlos. Danach strangulierte er Hicks mit der Hantel und masturbierte, während er sich an der Leiche verging.[63] Bei Anbruch der Dunkelheit brachte er den Leichnam in einen Kriechkeller unter dem Haus, wo er ihn am nächsten Tag mit einem Jagdmesser zerstückelte. Die in Müllsäcke verpackten Leichenteile lud er auf die Rückbank seines Autos und machte sich in der Nacht vom 24. auf den 25. Juni 1978[64] auf den Weg zu einer nahegelegenen Mülldeponie, um sie dort zu entsorgen.

Gegen 3:00 Uhr morgens wurde er auf halber Strecke von einer Polizeistreife angehalten, da er über die Mittellinie gefahren war. Er musste aussteigen und sich einem Alkoholtest unterziehen, den er jedoch bestand. Als der Polizist mit der Taschenlampe über die Müllsäcke auf der Rückbank leuchtete und nach dem von ihnen ausgehenden Geruch fragte, behauptete Dahmer, dass er wegen der Scheidung seiner Eltern nicht schlafen könne und deshalb Hausabfälle entsorgen wolle. Der Polizist gab sich mit dieser Erklärung zufrieden, beließ es bei einem Strafzettel und ließ Dahmer weiterfahren. (Zufälligerweise handelte es sich um denselben Polizisten, der nach Dahmers Verhaftung im Sommer 1991 vom Bath Police Department nach Milwaukee geschickt wurde, um ihn zum Mord an Hicks zu vernehmen, und der im Laufe des Verhörs erschüttert feststellte, dass er Dahmers Mordserie in dieser Nacht hätte verhindern können.)[63]

Dahmer fuhr mit den Leichenteilen zurück zu seinem Elternhaus, wo er sie zunächst in einem Abflussrohr im Garten versteckte. Drei Jahre später holte er die noch übrig gebliebenen Knochen wieder hervor und zertrümmerte sie in kleine Stücke, die er weitläufig auf dem Waldgrundstück zerstreute.[65] Der zum letzten Mal am 18. Juni 1978 lebend gesehene Hicks[66] galt für die kommenden 13 Jahre als spurlos verschwunden. Dahmer sagte später über seinen ersten Mord: “Nothing’s been normal since then. It taints your whole life. After it happened I thought that I’d just try to live as normally as possible and bury it, but things like that don’t stay buried.”[67] („Seitdem ist nichts mehr normal. Es überschattet dein ganzes Leben. Nachdem es passiert war, dachte ich, ich würde einfach versuchen, so normal wie möglich weiterzuleben und es vergessen. Aber eine Sache wie diese holt dich immer wieder ein.“)

Zeit im College, bei der Armee und in Florida[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Scheidung seiner Eltern wurde im Juli 1978 rechtskräftig. Lionel Dahmer kehrte im August 1978 nach monatelanger Abwesenheit in sein Haus zurück, wo er seinen älteren Sohn vollkommen sich selbst überlassen, ohne Geld und Zukunftspläne vorfand. Auf Shari Jordan, die neue Lebensgefährtin seines Vaters, wirkte Dahmer damals wie ein „kleiner hilfloser Junge“, der von der Trennung seiner Eltern traumatisiert und beschämt schien.[68] Zusammen mit ihr zog Dahmers Vater wieder ins Haus ein und sie bewegten ihn dazu, sich für das im September beginnende Herbst-Semester an der Ohio State University in Columbus im Hauptfach Wirtschaft einzuschreiben. Doch anstatt die Vorlesungen zu besuchen, gab Dahmer sich dem Alkohol hin und schlief seinen Rausch gelegentlich in aller Öffentlichkeit aus.[55] Um seine Sucht zu finanzieren, spendete er im Plasmazentrum der Universität so oft Blut, dass seine Spenden schließlich auf eine pro Woche limitiert wurden. Sozialen Kontakten mit seinen Kommilitonen ging er aus dem Weg und seine Campus-Zimmergenossen baten um seine Verlegung, da sie ihn des Diebstahls verdächtigten.[69] Laut seinem Vierteljahreszeugnis hatte er nur 45 von 100 möglichen Punkten erreicht und sich damit für keinen fortführenden Kurs qualifiziert, woraufhin ihn sein Vater vom College nahm. Als Lionel Dahmer die persönlichen Sachen seines Sohnes vom Campus abholte, entdeckte er einen ganzen Vorrat an Bier- und Weinflaschen und realisierte nach einem Gespräch mit den Zimmergenossen zum ersten Mal, dass Jeffrey ein ernstes Alkoholproblem hatte.[70] In der Hoffnung, sein Sohn würde durch Disziplin wieder auf den richtigen Weg gebracht werden, schickte er ihn zur United States Army, bei der Dahmer sich am 12. Januar 1979 für drei Jahre verpflichtete.[71][72]

Nach einer abgebrochenen Ausbildung bei der Militärpolizei in Anniston, Alabama[72] absolvierte Dahmer ab dem 11. Mai 1979 eine sechswöchige Schulung zum Sanitäter im Armeekrankenhaus in San Antonio, Texas. Das medizinische Wissen, das er sich hierbei aneignete, brachte er auch bei seinen späteren Taten zur Anwendung.[73] Im Juni 1979 reiste er nach Deutschland,[73] wo er ab dem 13. Juli 1979 im rheinland-pfälzischen Baumholder stationiert war.[72] Einer seiner damaligen Zimmergenossen behauptete später, während der gemeinsamen Dienstzeit von Dahmer schwer misshandelt, tyrannisiert und vergewaltigt worden zu sein. Die Vorgesetzten seien seinem damaligen Hilfeersuchen aber nicht nachgegangen.[74] Bei anderen Kameraden hinterließ er hingegen keinen gewalttätigen Eindruck,[55] sondern galt als sexuell unerfahrener,[73] introvertierter Einzelgänger und Feigling,[55] der nur unter Alkoholeinfluss zu Wutausbrüchen neigte[75] und sich oft tagelang bis zur Besinnungslosigkeit betrank.[55] Aufgrund seines exzessiven Alkoholkonsums, seiner mangelnden Therapiebereitschaft und mehrerer erfolgloser Disziplinarmaßnahmen wurde Dahmer vorzeitig ehrenhaft aus der Armee entlassen.[76]

Am 24. März 1981 flog er zurück in die Vereinigten Staaten, wo er ein Motel-Zimmer in Miami Beach, Florida bezog und Arbeit in einem Sandwich-Shop fand. Eine aus England stammende Kollegin, die ohne Arbeitserlaubnis in den USA weilte, wollte Dahmer heiraten, um ihren Status zu legalisieren. Er war jedoch weder an ihr noch an einer Zweckehe interessiert, weshalb er ablehnte.[76] Da er seinen Lohn fast ausschließlich in Alkohol investierte, konnte er sich das Motel bald nicht mehr leisten. Eine Zeit lang übernachtete er am Strand, bevor er sich schließlich überwinden konnte, seinen Vater anzurufen und ihn um Geld zu bitten. Lionel Dahmer kaufte ihm daraufhin ein Flugticket, das ihn im September 1981 wieder nach Ohio brachte.[76]

Rückkehr nach Ohio und Milwaukee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zurück in seiner Heimat zog Dahmer wieder bei seinem Vater und Shari, die im Dezember 1978 geheiratet hatten, ein. Anfangs machte er sich bei Gartenarbeiten nützlich und begab sich auf die Suche nach einem Job, doch es dauerte nicht lange, bis er erneut zur Flasche griff. Am 7. Oktober 1981 wurde Dahmer wegen Disorderly Conducts und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte verhaftet, nachdem er öffentlich sichtbar Alkohol konsumiert und sich den Anweisungen der herbeigerufenen Polizisten widersetzt hatte.[77] Er trieb sich nächtelang in Bars herum, betrank sich und wurde häufig hinausgeprügelt, weil er nicht freiwillig gehen wollte.[77] Lionel Dahmer schickte seinen Sohn daraufhin im Winter 1981/82 zu dessen Großmutter Catherine Dahmer nach West Allis, eine Vorstadt Milwaukees. Dahmer hatte ein sehr inniges Verhältnis zu seiner Großmutter und sein Leben verlief bei ihr zunächst wieder in geordneter Bahn. Er half im Haushalt und Garten, erledigte Einkäufe und fand Anstellung bei einer Blutbank. Außerdem besuchte er Treffen der Anonymen Alkoholiker,[78] ging mit seiner Großmutter zur Kirche, las mit ihr die Bibel und versuchte, seine sexuellen Triebe und die ihn noch immer heimsuchenden Zerstückelungsfantasien zu unterdrücken.[79] Dieser von ihm als „tugendhaft“[80] bezeichnete Lebensstil währte jedoch wieder nicht lange. Am 8. August 1982 wurde er verhaftet, nachdem er sich auf der Wisconsin State Fair vor einer Gruppe von Frauen und Kindern entblößt hatte, wofür ihm ein Bußgeld von 50 US-Dollar auferlegt wurde.[81] Einige Monate später verlor Dahmer wegen schlechter Leistung seinen Job[82] und war in den folgenden zwei Jahren der Arbeitslosigkeit auf die finanzielle Unterstützung seiner Familie angewiesen.

Eines Tages ließ ihm ein fremder Mann in einer öffentlichen Bibliothek einen Zettel zukommen, auf dem ihm Oralsex auf der Herrentoilette offeriert wurde. Dahmer nahm das Angebot nicht an,[83] bewertete es später aber als Schlüsselerlebnis, nach dem er beschlossen habe, seine Homosexualität auszuleben.[84] Da ihn weder der Konsum von Schwulenpornografie noch die Simulation sexueller Handlungen an einer gestohlenen männlichen Schaufensterpuppe anhaltend befriedigten,[85] fasste er den Entschluss, einen Leichnam von einem Friedhof zu stehlen, um an ihm seine sexuellen Fantasien zu verwirklichen. Er studierte die Todesanzeigen und besuchte die Beerdigung eines jungen Mannes, in der darauffolgenden Nacht gelang es ihm jedoch nicht, den Sarg auszuheben, da der Boden gefroren war.[86]

Ab Januar 1985 arbeitete er an sechs Nächten pro Woche als Schokoladenmischer in der Ambrosia Chocolate Company in Milwaukee.[81] In seiner Freizeit ging er dazu über, die Schwulensaunas der Stadt aufzusuchen. Mit den Männern, die er dort kennenlernte, zog er sich ins Separee zurück, wo er sie mit Schlaftabletten betäubte und anschließend stundenlang sexuell missbrauchte. Den dazu nötigen Vorrat an Schlafmitteln ließ er sich von verschiedenen Ärzten unter dem Vorwand verschreiben, dass er aufgrund seiner Nachtschichten an Einschlafschwierigkeiten leide.[87] In den frühen Morgenstunden des 7. April 1985 bedrohte Dahmer in stark alkoholisiertem Zustand eine Barkeeperin mit einem .357-Magnum-Revolver, nachdem sie sich geweigert hatte, ihn zu bedienen. Vier Polizisten waren nötig, um ihn in Gewahrsam zu nehmen. Die gegen ihn erhobenen Anschuldigungen wegen Disorderly Conducts und Bedrohung wurden später fallengelassen.[88] Als Lionel Dahmer erfuhr, dass sich sein Sohn im Besitz einer Schusswaffe befand, nahm er sie ihm ab und verkaufte sie.[89]

Bei mehreren Gelegenheiten befriedigte Dahmer sich in der Öffentlichkeit selbst und wurde am 8. September 1986 von zwei zwölfjährigen Jungen angezeigt, die unfreiwillig Zeugen eines dieser Vorfälle geworden waren. Bei seiner darauffolgenden Verhaftung wegen unzüchtigen Verhaltens behauptete Dahmer zu seiner Verteidigung, dass er sich unbeobachtet gefühlt und lediglich uriniert habe. Die Anklage wurde daraufhin auf Disorderly Conduct reduziert und Dahmer am 10. März 1987 zu einer einjährigen Bewährungsstrafe verurteilt. Außerdem ordnete das Gericht eine Psychotherapie an.[90] Die Therapeutin beschrieb ihn als verschlossenen, uneinsichtigen und unkooperativen Patienten, der ihr in den Sitzungen bisweilen den Rücken zuwandte und sie der Verschwörung mit dem Rechtssystem bezichtigte.[91] Sie diagnostizierte eine schizoide Persönlichkeitsstörung mit paranoiden Tendenzen und notierte, dass er “definitely SPOOKY!”[92] („definitiv UNHEIMLICH!“) sei. Bei einer weiteren gerichtlich angeordneten psychiatrischen Untersuchung durch eine Klinikärztin der University of Wisconsin wurde Dahmer eine außergewöhnliche Sprachgewandtheit und ein bemerkenswertes abstraktes Denkvermögen attestiert, die übrigen Testergebnisse veranlassten die Ärztin jedoch zu der Prognose, er könne sich zu einem Soziopathen mit schizoiden Tendenzen entwickeln.[93]

Seinem Treiben in den Schwulensaunas wurde im Sommer 1987 ein Ende gesetzt, nachdem eines der geschätzten 10 bis 15 Opfer wegen einer Überdosis im Krankenhaus behandelt werden musste. Dahmer erhielt Hausverbot, wurde jedoch nicht strafrechtlich belangt.[94] Von nun an verlagerte er seine Aktivitäten auf die Schwulenbars und Nachtclubs der Stadt. An den Wochenenden nahm er sich oft ein billiges Zimmer im Ambassador Hotel an der West Wisconsin Avenue, wohin er mindestens sechs Männerbekanntschaften mitnahm, die er betäubte und sexuell missbrauchte, aber nicht tötete.[94] Bei diesen Gelegenheiten verbrachte er zudem viel Zeit damit, dem Herzschlag und anderen Organgeräuschen seiner bewusstlosen Opfer zu lauschen[95] – ein Verhalten, dass er später auch bei seinen Mordopfern praktizierte.

Der zweite bis vierte Mord[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende November 1987[96] besuchte Dahmer den Club 219 in Milwaukee, wo er mit dem 25-jährigen Steven Tuomi ins Gespräch kam. Bei Anbruch der Sperrstunde fuhren sie mit einem Taxi zum Ambassador Hotel, wo sie auf Dahmers Zimmer eine Flasche Rum leerten und es zu einvernehmlichen sexuellen Handlungen kam. Tuomis Glas hatte er heimlich mit Schlaftabletten versehen und nachdem diese ihre Wirkung entfaltet hatten, missbrauchte er den Schlafenden. Als Dahmer am nächsten Morgen aufwachte, lag Tuomis Leiche mit eingeschlagenem Brustkorb neben ihm. Dahmer konnte sich nicht erinnern, was geschehen war, da er aber selbst an Armen und Händen Blutergüsse und Verletzungen aufwies, kam er zu dem Schluss, dass er Tuomi getötet haben musste. Er kaufte einen großen Koffer, in dem er die Leiche aus dem Hotel und per Taxi zum Haus seiner Großmutter transportierte. Für ungefähr eine Woche versteckte er den Leichnam vor seiner Großmutter und seinen Verwandten – die zu Thanksgiving zu Besuch waren – im Keller, bevor er ihn zerstückelte und mit dem Hausmüll entsorgte. Die sterblichen Überreste Tuomis, den sein Vater im Dezember 1987 vermisst meldete, wurden nie gefunden.[97]

Nachdem er zum zweiten Mal ungestraft davongekommen war, gab er den Widerstand gegen seine Fantasien auf und begann, aktiv nach Opfern zu suchen. “By that time my moral conscience was so shot, so totally corrupted, that [my fantasies were] my main focus of life.”[98] („An diesem Punkt war mein moralisches Gewissen so hinüber, so total verdorben, dass [meine Fantasien] im Mittelpunkt meines Lebens standen.“) Den vierzehnjährigen James Doxtater entdeckte Dahmer am 17. Januar 1988 gegen 1:00 Uhr morgens[99] an einer Bushaltestelle in der Nähe des Club 219. Laut Dahmers Aussage hatte er den indianisch-stämmigen Jugendlichen auf 18 Jahre geschätzt und ihm 50 US-Dollar dafür geboten, dass er die Nacht mit ihm verbringt. Doxtater, der polizeilich als Stricher bekannt war,[100] akzeptierte das Angebot und begleitete Dahmer zum Haus der Großmutter, wo es zu einvernehmlichem Sex kam. Anschließend betäubte und erwürgte Dahmer den Jugendlichen und verging sich tagelang an der Leiche. Als der Verwesungsgeruch so stark wurde, dass seine Großmutter ihn bemerkte, schob er dies auf die Katzentoilette und entledigte sich des Leichnams auf die gleiche Weise wie in Tuomis Fall.[101] Dahmer erinnerte sich später an zwei auffällige Narben Doxtaters, so dass dieser 1991 als sein drittes Opfer identifiziert werden konnte.[102]

In der Phoenix Bar in Milwaukee lernte Dahmer den 23-jährigen Richard Guerrero kennen und lockte ihn mit 50 US-Dollar für eine Nacht in das Haus seiner Großmutter. Diese schlief, als er am frühen Morgen des 27. März 1988 mit Guerrero in sein Schlafzimmer ging, wo es zum Austausch von Intimitäten kam. Später in der Nacht erwürgte Dahmer sein schlafendes Opfer und lebte seine sexuellen Fantasien an der Leiche aus. Nach dem Frühstück mit seiner Großmutter brachte er den leblosen Körper in den Keller und zerstückelte ihn, während Catherine Dahmer den Sonntagsgottesdienst besuchte. Wieder entsorgte er den Körper mit dem Hausmüll, den Schädel hingegen präparierte er mittels einer Bleichlösung und hob ihn für mehrere Monate auf. Guerreros Familie suchte bald mit einer Vermisstenanzeige in der Lokalzeitung nach ihm. Nach seiner Verhaftung erinnerte sich Dahmer an die Anzeige, was Guerreros Identifizierung ermöglichte.[103]

Zwischenfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Nacht vom 2. auf den 3. April 1988 brachte Dahmer einen jungen Mann aus dem Club 219 mit zu sich nach Hause, der zwei Tage später im Krankenhaus aufwachte. Das Letzte, woran sich der Mann erinnern konnte war, dass er Dahmers Kaffee getrunken und dann das Bewusstsein verloren hatte. In seinem Blut waren keine Rückstände eines Betäubungsmittels festgestellt worden und sein Körper wies keine Spuren auf, die auf eine Vergewaltigung hätten deuten können. Der Mann erstattete dennoch Anzeige gegen Dahmer, da ihm Schmuck und Geld fehlten. Außerdem hatte er merkwürdige Blutergüsse an seinem Hals entdeckt und festgestellt, dass er seine Unterwäsche mit der Innenseite nach außen trug.[104] Bei seiner polizeilichen Vernehmung am 5. April 1988 gab Dahmer an, dem Mann nur geholfen zu haben, weil dieser zu viel getrunken habe. Catherine Dahmer bestätigte gegenüber der Polizei, dass ihr Enkel dem Mann ein Nachtlager hergerichtet und ihn am nächsten Morgen aus dem Haus begleitet habe. Das Verfahren wurde daraufhin eingestellt.[105] Nach seiner Verhaftung im Juli 1991 räumte Dahmer ein, den Mann betäubt und missbraucht zu haben. Er habe ihn jedoch nicht getötet, weil seine Großmutter die Anwesenheit des Mannes bemerkt habe.[104]

Catherine Dahmer beunruhigten die nächtlichen Aktivitäten und der Alkoholkonsum ihres Enkels zunehmend. Auch die männliche Schaufensterpuppe, die sie in seinem Zimmer gefunden hatte, verstörte sie.[106] Dahmers Familie legte ihm daher nahe, sich eine eigene Wohnung zu suchen, woraufhin er ein Apartment in der nördlichen 24. Straße in Milwaukee mietete, in das er Guerreros Schädel mitnahm.[107] Am Nachmittag des 26. September 1988 sprach er einen dreizehnjährigen Jungen laotischer Herkunft auf der Straße an, der ihm für 50 US-Dollar in seine Wohnung folgte und mit nacktem Oberkörper für Polaroid-Aufnahmen posierte. Als Dahmer den Jungen unsittlich berührte, verließ dieser fluchtartig die Wohnung. Dahmer eilte ihm nach, drückte dem Jungen das versprochene Geld in die Hand und bat ihn, niemandem etwas zu erzählen. Zuhause angekommen, verlor der Junge, der ein von Dahmer zubereitetes Getränk zu sich genommen hatte, das Bewusstsein. Seine Eltern brachten ihn ins Krankenhaus, wo eine Medikamentenüberdosis festgestellt wurde. Die daraufhin verständigte Polizei führte der Junge zu Dahmers Adresse. Wenig später wurde Dahmer an seinem Arbeitsplatz verhaftet. Während der sechstägigen Untersuchungshaft durchsuchte die Polizei seine Wohnung und stellte die Fotos sowie Reste des verabreichten Getränks sicher – übersah jedoch den Schädel des vierten Mordopfers.[108]

Am 30. Januar 1989 wurde Dahmer von einem Gericht in Milwaukee des sexuellen Übergriffs 2. Grades und der Verführung eines Minderjährigen schuldig gesprochen und zu einem Jahr Haft in einer Besserungsanstalt mit anschließender fünfjähriger Bewährungszeit verurteilt. Der Richter bewilligte ihm für die Dauer der Haft täglichen Freigang, damit er weiterhin seinem Job in der Schokoladenfabrik nachgehen konnte.[109] Die Zeit bis zu seinem Haftantritt verbrachte Dahmer gegen eine Kaution in Höhe von 2.000 US-Dollar auf freiem Fuß.[110] Er zog aus seinem Apartment in der 24. Straße aus und kehrte zurück zu seiner Großmutter nach West Allis, die ihn trotz seiner Verurteilung wieder bei sich aufnahm.

Der fünfte Mord und Haft im offenen Vollzug[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Abend des 25. März 1989 lernte er in der Schwulenbar La Cage den 24-jährigen Halb-Afroamerikaner Anthony Sears kennen. Nach Mitternacht fuhr ein Freund von Sears die beiden nach West Allis, wo Dahmer dafür sorgte, dass sie einige Straßen entfernt vom Haus seiner Großmutter abgesetzt wurden. In seinem Schlafzimmer angekommen, kam es zum gegenseitigen Oralverkehr. Da Sears es bei einem One-Night-Stand belassen wollte, mixte Dahmer ihm ein Getränk mit mehreren Schlaftabletten. Nachdem Sears eingeschlafen war, erwürgte er ihn und verging sich an der Leiche. Anschließend zerlegte er den Körper in der Badewanne. Den Kopf und die Genitalien seines Opfers präparierte er und bewahrte sie in einem kleinen Koffer auf. Um seinem Opfer während seiner anstehenden Haftzeit nahe sein zu können, verstaute er den Koffer in seinem Spind in der Schokoladenfabrik. Nach Sears’ spurlosem Verschwinden gab sein Freund der Polizei eine genaue Beschreibung des Mannes, mit dem er Sears zuletzt gesehen hatte, doch Dahmer blieb unbehelligt.[111]

Am 23. Mai 1989 trat Dahmer seine Haftstrafe im offenen Vollzug an.[112] Im November 1989 erhielt er für einige Stunden Freigang, um Thanksgiving mit seiner Familie in West Allis feiern zu können. Er nutzte die Gelegenheit jedoch, um den Club 219 aufzusuchen, wo er mit einem fremden Mann ins Gespräch kam. Sie tranken gemeinsam Alkohol, bis Dahmer das Bewusstsein verlor. Als er wieder zu sich kam, befand er sich gefesselt in der Wohnung des Fremden, der ihn offensichtlich vergewaltigt hatte. Der Mann ließ ihn gehen und Dahmer – zur Abwechslung einmal selbst das Opfer – kehrte in die Besserungsanstalt zurück.[111]

Zwei Wochen später schickte Dahmer einen Brief an seinen Richter, in dem er Reue für seine Tat bekundete und um seine vorzeitige Entlassung aus der Haft bat. Er hatte den Brief nicht selbst verfasst, sondern von der Vorlage eines Mitinsassen abgeschrieben, die Worte erzielten jedoch die gewünschte Wirkung. Obwohl Dahmers Vater in einem anderen Brief an den Richter große Bedenken gegen die frühe Entlassung seines Sohnes äußerte, ordnete der Richter sie für den 2. März 1990 an.[113] Als Bewährungsauflage musste Dahmer bis Dezember 1990 an regelmäßigen Gruppentherapiesitzungen teilnehmen[114] und sich ab Ende März 1990 in zweiwöchigen Abständen mit seiner Bewährungshelferin treffen. Während er in der Gruppentherapie wenig von sich preisgab und durch zunehmende Vernachlässigung seiner Körperhygiene auffiel,[114] sprach er mit der Bewährungshelferin offen über seine Homosexualität, seinen Mangel an sozialen Kontakten und seine Alkoholsucht. Außerdem erörterten sie seine finanziellen Schwierigkeiten sowie seine Depressionen und Selbsttötungsabsichten, die er immer häufiger äußerte.[115][116] Die Bewährungshelferin beschrieb Dahmer als einen der kooperativsten Klienten, den sie je gehabt habe und verzichtete daher wegen ihrer hohen Arbeitsbelastung während der gesamten Betreuungszeit – die mit seiner Festnahme im Juli 1991 endete – auf eigentlich vorgeschriebene Hausbesuche.[117]

Fortsetzung der Mordserie in Apartment 213[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 14. Mai 1990 zog Dahmer in Apartment 213 im Oxford-Apartment-Komplex in der nördlichen 25. Straße in Milwaukee.[118] Zusätzlich zur bereits vorhandenen Einrichtung legte er sich ein Aquarium mit tropischen Fischen und eine Gefriertruhe zu. Außerdem installierte er ein Sicherheitssystem bestehend aus mehreren Türschlössern, einer Alarmvorrichtung[119] und einer Kameraattrappe.[120] Später erklärte er, dass er diese Vorsichtsmaßnahmen ergriffen habe, um Einbrecher abzuschrecken und die zufällige Entdeckung seiner Taten zu verhindern.[121] Dahmer war der einzige Weiße, der in den Oxford Apartments wohnte, blieb aber ansonsten zunächst unauffällig.

Raymond Smith war das erste Opfer, das Dahmer in Apartment 213 mitnahm und bei dem er Kannibalismus praktizierte.[122] Der 32-jährige Afroamerikaner war heterosexuell, bewegte sich jedoch als Stricher in der Homosexuellenszene. Dahmer hatte ihn in der 219 Tavern getroffen und ihm 50 US-Dollar für Sex geboten. Da Smith für diese Summe nicht die ganze Nacht bleiben wollte, verabreichte Dahmer ihm am frühen Morgen des 21. Mai 1990[123] mehrere Schlaftabletten. Anschließend erwürgte er ihn und masturbierte, während er den leblosen Körper in verschiedenen Posen fotografierte. Am folgenden Tag versäumte Dahmer seine Gruppentherapiesitzung, da er mit der Zerstückelung und Entsorgung der Leiche beschäftigt war.[124] Circa eine Woche später brachte Dahmer erneut einen Mann mit in sein Apartment. Aus ungeklärter Ursache trank er jedoch selbst von dem mit Schlaftabletten angereicherten Getränk, das er für seinen Gast vorgesehen hatte. Als Dahmer von seiner eigenen „Medizin“ erwachte, war das beabsichtigte Opfer, dessen Identität nie geklärt werden konnte, verschwunden und hatte ihn um 300 US-Dollar, eine Uhr und mehrere Kleidungsstücke erleichtert.[125]

Der 27-jährige Edward Smith war Dahmer schon bei mehreren Gelegenheiten begegnet. Laut einer Zeugenaussage fand Smith Dahmer attraktiv, so dass dieser bei ihrer letzten Begegnung am 24. Juni 1990 in der Phoenix Bar keine große Überzeugungsarbeit leisten musste, damit Smith ihm in sein Apartment folgte. Nachdem er ihn getötet hatte, versuchte Dahmer vergeblich, die Leiche zu konservieren und musste sich ihrer schließlich vollständig entledigen. Bei seiner späteren Vernehmung gab Dahmer an, dass er sich mies gefühlt habe, weil Smiths Tod eine wahre Verschwendung gewesen sei.[126] Am 7. Juli 1990 brachte Dahmer einen fünfzehnjährigen Bekannten aus der Phoenix Bar mit in sein Apartment. Da er keine Schlaftabletten mehr vorrätig hatte, schlug er dem Jugendlichen von hinten mit einem Gummihammer auf den Nacken. Sein Opfer reagierte wütend und verließ die Wohnung, klopfte aber kurz darauf wieder an Dahmers Tür, um ihn um Geld für den Bus zu bitten. Den Rest der Nacht verbrachten sie damit, über den Angriff zu sprechen und Dahmer erklärte später, dass er – nachdem er den Jugendlichen besser kennengelernt habe – nicht mehr fähig gewesen sei, ihn zu töten. Der Jugendliche meldete den Vorfall der Polizei, die ihm jedoch keinen Glauben schenkte, da er sich in Widersprüche verstrickt hatte.[127]

Gegen 3:00 Uhr am Morgen des 3. September 1990[128] traf Dahmer den 23-jährigen Afroamerikaner Ernest Miller vor einem Erwachsenen-Buchladen und bot ihm 50 US-Dollar für seine Gesellschaft.[129] In Dahmers Wohnung ließ Miller sich in erotischen Posen fotografieren, bevor es zu einvernehmlichem Sex kam.[130] Sobald die Wirkung der Schlaftabletten eingesetzt hatte, verging Dahmer sich an Millers wehrlosem Körper, bis er bemerkte, dass sein Opfer wieder zu sich kam. Dahmer realisierte, dass er Miller nicht mehr ohne Gegenwehr würde erwürgen können. Er entschied sich daher für die schonendste alternative Methode, die ihm in den Sinn kam und griff zu einem Messer, mit dem er Miller die Kehle durchschnitt, woraufhin dieser verblutete.[131] Er fotografierte die Zerstückelung der Leiche, verzehrte Teile ihres Fleisches,[122] bleichte die Knochen und verstaute das vollständige Skelett in einem Schrank in seinem Schlafzimmer.[132]

Im Mordrausch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den frühen Morgenstunden des 24. September 1990 ermordete Dahmer den 22-jährigen David Thomas nach seinem üblichen Muster.[132] Während der folgenden fünf Monate kam es zu keiner weiteren Tat, bis Dahmer 1991 schließlich einem regelrechten Mordrausch verfiel. Von Februar bis zu seiner Verhaftung im Juli tötete er in immer kürzeren Abständen weitere acht Opfer, so dass sich die Leichen buchstäblich in seinem Apartment stapelten. Rückblickend meinte Dahmer, dass er von seinen Zwängen komplett mitgerissen worden sei.[133] „It was an incessant and never-ending desire to be with someone at whatever cost. […] It just filled my thoughts all day long.“[134] („Es war ein unaufhörliches, nicht enden wollendes Verlangen mit jemandem zusammen zu sein, koste es was es wolle. Ich konnte den ganzen Tag an nichts anderes denken.“) Curtis Straughter war der Erste, der ihm in dieser Phase zum Opfer fiel. Der fast Achtzehnjährige war Dahmer am 18. Februar 1991[135] von einer Bushaltestelle in der Nähe der Marquette University in sein Apartment gefolgt, weil ihm Geld für Fotos und Sex versprochen worden war. Nachdem er Straughter betäubt und mit Handschellen gefesselt hatte, fotografierte er den Schlafenden in verschiedenen Posen. Danach erwürgte er ihn mit einem Lederriemen und dokumentierte die Zerstückelung der Leiche mit seiner Polaroid-Kamera.[136]

Am 7. April 1991 wurde der 19 Jahre alte Errol Lindsey das erste von vier Opfern, bei dem Dahmer versuchte, eine Art Lobotomie durchzuführen.[137] Nachdem er Lindsey in sein Apartment gelockt und mit Schlaftabletten betäubt hatte, bohrte er ihm ein Loch in den Schädel, in das er Salzsäure injizierte.[138] Dahmer erhoffte sich, dass sein Opfer durch diese Prozedur zu einem willenlosen Zombie würde, den er als Sexsklaven halten könnte.[139] Als Lindsey erwachte, klagte er über Kopfschmerzen und fragte nach der Uhrzeit.[138] Dahmer betrachtete sein Experiment daraufhin als gescheitert und erwürgte ihn. Anschließend häutete und fotografierte er den Leichnam und entsorgte ihn mit Ausnahme des Schädels.[140] Auf Veranlassung seiner Bewährungshelferin befand Dahmer sich ab Mai 1991 sporadisch in psychiatrischer Behandlung wegen seiner Depressionen. Nach Ansicht des Psychiaters stellte er keine Gefahr für sich selbst und andere dar, weshalb er ihm lediglich ein Antidepressivum verschrieb. Dahmer löste das Rezept jedoch nie ein.[141] Am 24. Mai 1991 wandte Dahmer die Bohrmethode bei dem taub-stummen Tony Hughes an,[142] den er am Abend im Club 219 getroffen hatte und schon seit mehreren Monaten kannte. Hughes überlebte die Prozedur nicht und seine Leiche lag auch Tage später noch in Dahmers Schlafzimmer, als dieser bereits sein nächstes Opfer in seine Wohnung brachte.

Die Grand Avenue Mall in Milwaukee war einer der Orte, wo Dahmer nach Opfern suchte. Hier traf er auf Konerak Sinthasomphone und Tracy Edwards, das entkommene letzte Opfer.

Am späten Nachmittag des 26. Mai 1991 sprach Dahmer den 14 Jahre alten Konerak Sinthasomphone in der Grand Avenue Mall in Milwaukee an und bot ihm Geld für Fotos. Es ist ungewiss, ob Sinthasomphone in Dahmer den Mann erkannte, der 1988 bereits seinen älteren Bruder sexuell belästigt hatte und sich wegen dieser Tat noch auf Bewährung befand. Jedenfalls nahm Sinthasomphone, dessen Jugendstrafregister Einträge wegen Prostitution aufwies,[143] das Angebot an und folgte Dahmer in Apartment 213, wo er für zwei Polaroid-Fotos in Unterwäsche posierte. Nachdem Dahmer dem Jugendlichen Schlaftabletten verabreicht und ihn sexuell missbraucht hatte, bohrte er ein Loch in den Schädel seines schlafenden Opfers und füllte Salzsäure hinein.[144] Gegen 1:30 Uhr am Morgen des 27. Mai 1991 verließ Dahmer seine Wohnung und suchte eine nahegelegene Bar auf. Auf dem Rückweg erblickte er an einer Straßenkreuzung Sinthasomphone, der nackt und blutend[145] auf einem Bürgersteig saß und von afroamerikanischen Anwohnerinnen umsorgt wurde. Der Jugendliche war während Dahmers Abwesenheit zu sich gekommen, hatte das Apartment verlassen und war orientierungslos durch die Straßen geirrt. Da er sich nicht verständlich artikulieren konnte, vermuteten die Frauen, dass er unter Drogeneinfluss stünde; seine von Haaren verdeckte Schädelverletzung sahen sie nicht.[146] Sinthasomphone sträubte sich, als Dahmer ihn in seine Wohnung zurückbringen wollte, so dass die Frauen die Polizei verständigten.

Als der Streifenwagen eintraf, erklärte Dahmer den Polizisten, dass Sinthasomphone sein bereits volljähriger Liebhaber sei, der nur zu viel getrunken habe und im Streit davongelaufen sei. Obwohl die Frauen gegenüber den Polizisten ernste Zweifel an Dahmers Behauptungen äußerten, unterließen die Beamten eine Überprüfung seines Polizeiregisters, das seine Vorstrafe und laufende Bewährung ergeben hätte. Stattdessen geleiteten die Polizisten den Jugendlichen zurück in Apartment 213, wo Dahmer ihnen zur Untermauerung seiner Geschichte die Unterwäschefotos zeigte. Die Beamten zogen daraufhin ab, ohne Hughes’ Leiche im Nebenzimmer bemerkt zu haben. Kurz darauf verabreichte Dahmer Sinthasomphone eine zweite Injektion, die der Minderjährige nicht überlebte. Dahmer sagte später aus, dass er Sinthasomphone nicht angesprochen hätte, wenn ihm bewusst gewesen wäre, dass er der Bruder seines früheren Missbrauchsopfers war.[147]

Sein nächstes Opfer wurde der 20-jährige Matt Turner, den Dahmer am 30. Juni 1991 an einer Bushaltestelle in Chicago getroffen und zu sich nach Milwaukee eingeladen hatte, wo er ihn in seinem Apartment erwürgte. Am 5. Juli 1991 fuhr Dahmer erneut nach Chicago und lernte in der Schwulenbar Carol’s Speakeasy den 23-jährigen Halb-Puerto-Ricaner Jeremiah Weinberger kennen. Bereits in der Bar kam es zwischen ihnen zu Intimitäten, die sie während der Fahrt mit dem Greyhound-Nachtbus nach Milwaukee und in Dahmers Apartment fortsetzten. Am Morgen des 6. Juli 1991 griff Dahmer, nachdem er Weinberger betäubt hatte, erneut zum Bohrer und injizierte – da sich die Salzsäure als tödlich erwiesen hatte – heißes Wasser in den Schädel seines Opfers. Weinberger erwachte aus der Betäubung und verbrachte die nächsten Stunden in schwer benommenem, aber wachem Zustand. Bevor Dahmer am späten Abend des 7. Juli 1991 die Nachtschicht in der Schokoladenfabrik antrat, verabreichte er Weinberger erneut Schlaftabletten und eine Injektion. Als er am nächsten Morgen in seine Wohnung zurückkehrte, war Weinberger tot.[148]

Festnahme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Tagen vor seiner Festnahme geriet Dahmers Leben immer mehr aus den Fugen. Am 15. Juli 1991 tötete er den 24-jährigen Oliver Lacy, den er auf der Straße angesprochen hatte und der sein drittes Kannibalismusopfer wurde.[122] Nachdem er die Leiche zerstückelt hatte, legte er den abgetrennten Kopf in seinen Kühlschrank.[149] Am 19. Juli 1991 kündigte ihm sein Arbeitgeber wegen zu häufiger Fehlzeiten. Noch am selben Tag ermordete er sein letztes Opfer, den 25 Jahre alten Joseph Bradehoft, und schlief tagelang neben der Leiche, bis sich in seinem Bett Maden sammelten. In seiner Duschwanne kühlte er zwei Leichen mit Eis, weshalb er nur noch kalt duschen konnte.[150] Gleichwohl schritt die Verwesung schneller voran, als er mit der Entsorgung der Leichen hinterherkam. Seine Nachbarn hatten sich bereits mehrfach über den üblen Geruch beschwert, der aus seiner Wohnung strömte. Gegenüber der Hausverwaltung hatte Dahmer behauptet, dass der Gestank von vergammelten Lebensmitteln herrühre, weil seine Gefriertruhe kaputt gegangen sei; ein anderes Mal hatte er angegeben, dass ein paar seiner tropischen Fische gestorben seien.[151] Da sich der Geruch nicht legte, drohte ihm die Hausverwaltung am 22. Juli 1991 mit der Zwangsräumung seiner Wohnung bis Ende des Monats.[152]

Am Nachmittag desselben Tages suchte Dahmer die Grand Avenue Mall auf, wo er nach Zeugenberichten mehrere Männer ansprach und ihnen Geld für Nacktfotos offerierte, bevor der 32-jährige Tracy Edwards sein Angebot annahm und ihn gegen 18:30 Uhr in Apartment 213 begleitete. Dahmer konnte sich später nur noch verschwommen an die folgenden Ereignisse in seiner Wohnung erinnern. Laut Edwards durchlief Dahmer im Verlauf des Abends mehrere Wesensveränderungen. Anfangs habe er völlig normal und freundlich gewirkt, sie hätten sich unterhalten und Alkohol getrunken. Plötzlich sei Dahmer jedoch bedrohlich geworden, habe ihm eine Handschelle angelegt und ein Messer gezückt. Um Dahmer zu besänftigen, zog Edwards sein Shirt aus und ließ ihn seinem Herzschlag lauschen. Während sie ein Video von Der Exorzist III schauten, verfiel Dahmer in einen tranceartigen, geistesabwesenden Zustand. Edwards nutzte Dahmers Unaufmerksamkeit und flüchtete aus dem Apartment.[153]

Mit Dahmers Handschellen am Handgelenk hielt Edwards gegen 23:30 Uhr eine vorbeifahrende Polizeistreife an und erklärte den beiden Detectives, dass ihm ein „Freak“ die Handschelle angelegt und ihn mit einem Messer bedroht habe. Er wollte keine Anzeige erstatten, bat die Polizisten aber, die Handschelle zu öffnen. Der Schlüssel der Detectives passte nicht auf das Modell an Edwards’ Handgelenk und so begleiteten sie ihn zurück zu den Oxford Apartments, um die Handschelle von dem „Freak“ öffnen zu lassen. Dahmer ließ die drei Männer bereitwillig in seine Wohnung und einen der Beamten im Schlafzimmer nach dem Schlüssel für die Handschellen suchen. Dabei entdeckte der Detective unter dem Bett das Messer und in einer offenen Schublade die Polaroid-Aufnahmen der getöteten Opfer. Zunächst hielt er sie für unecht, als er aber auf den Bildern die Einrichtung des Schlafzimmers erkannte, in dem er sich gerade befand, rief er seinem Partner zu, dass er Dahmer festnehmen solle.[154] Dieser wehrte sich heftig, konnte aber schließlich von beiden Polizisten überwältigt und an Hand- und Fußgelenken gefesselt werden. Als die Beamten sich weiter in dem Apartment umsahen und Lacys Kopf im Kühlschrank entdeckten, forderten sie Verstärkung an.[155] Neben mehreren Polizeibeamten kamen zwischen 0:30 Uhr und 1:00 Uhr die Spurensicherung und der Gerichtsmediziner an den Tatort. Kurz darauf wurde Dahmer zum Polizeihauptquartier von Milwaukee gebracht.[156]

Ermittlungsverfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spurensicherung, Verhör und Geständnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Noch in derselben Nacht begannen die Ermittler vom Morddezernat der Kriminalpolizei von Milwaukee mit Dahmers Vernehmung. Laut Protokoll dauerte das erste Verhör von 1:30 Uhr bis 7:15 Uhr am Morgen des 23. Juli 1991.[156] Nachdem er über sein Aussageverweigerungsrecht belehrt worden war (Miranda Warning), verzichtete Dahmer auf die Anwesenheit eines Rechtsanwalts, weigerte sich jedoch zunächst, Angaben über die Funde in seinem Apartment zu machen.[157] In der Zwischenzeit wurde Dahmers Wohnung von der Spurensicherung komplett durchsucht und kistenweise Beweismaterial sichergestellt. Im Kühlschrank fanden die Ermittler neben dem abgetrennten Kopf zwei in Plastiktüten verpackte menschliche Herzen und ein Stück Armmuskel. In der Gefriertruhe entdeckten sie drei weitere abgetrennte Köpfe, einen Torso und diverse verpackte menschliche Organe. Im Schlafzimmer und in einem Flurschrank stellten die Beamten insgesamt sieben gebleichte oder mit Farbe besprühte Totenschädel sicher, außerdem zwei vollständige Skelette, ein Paar abgetrennte Hände, einen mumifizierten Skalp und die ebenfalls mumifizierten Genitalien von zwei Männern.[158] Eine auf Gefahrstoffe spezialisierte Firma transportierte eine gut 200 Liter fassende Kunststofftonne ab, die Dahmer in seinem Schlafzimmer aufgestellt hatte und in der sich die Torsos von drei Opfern in einem Säurebad auflösten.[159] Neben Chemikalien wie Chloroform, Formaldehyd und Salzsäure asservierte die Spurensicherung eine blutdurchtränkte Matratze sowie 74 Polaroids, welche die Leichen der Opfer in verschiedenen Stadien der Zerstückelung zeigten.[158] Der zuständige Gerichtsmediziner erklärte später, dass Dahmers Wohnung eher an ein Museum als an einen Tatort erinnert habe.[160]

Dahmer realisierte, dass ihm sein Schweigen angesichts der erdrückenden Beweislage nicht mehr helfen würde: “You’re going to find out everything now anyways […] so I might as well tell you everything but, if I’m going to tell you, I should start at the beginning […] when I tell you what I’ve done, you’ll be famous.”[161] („Ihr werdet jetzt sowieso alles herausfinden, […] also kann ich auch ebenso gut alles erzählen, aber wenn ich es tue, sollte ich von Anfang an beginnen. Wenn ich dir erzähle, was ich getan habe, wirst du berühmt.“) In den kommenden sechs Wochen und während der insgesamt 60 Stunden dauernden Verhöre[162] legte Dahmer ein umfassendes, 178 Seiten langes[163] Geständnis ab. Er räumte ein, geschützten Oral- und Analverkehr mit den Leichen seiner Opfer gehabt und sexuelle Handlungen an ihren Eingeweiden vorgenommen zu haben. Er beschrieb detailliert, wie er bei der Zerstückelung der Leichen vorgegangen war und sie mit dem Müll entsorgt oder in Säure zersetzt und die Toilette hinuntergespült hatte.[164] Außerdem bestätigte er den Verdacht der Ermittler, dass er bei drei Opfern Kannibalismus praktiziert und Stücke von Herz, Oberschenkelmuskel und Bizeps verzehrt hatte.[122] Nachdem der Gerichtsmediziner bei der Durchführung der Autopsien an Dahmers Opfern in vier Fällen auffällige Schädel- und Hirnverletzungen festgestellt hatte, die den Opfern ante mortem zugefügt worden waren,[165] gestand Dahmer auch die Bohrungen.[166]

Darüber hinaus half er bei der Identifizierung seiner Opfer und begründete dies mit den Worten: “I created this horror and it only makes sense that I do everything to put an end to it […] to relieve the minds of the parents. It’s a small, very small thing, but […] at least I can do that.”[167] („Ich habe diesen Horror angerichtet und es ist nur vernünftig, dass ich alles tue, um ihn zu beenden […] und den Eltern die Ungewissheit zu nehmen. Es ist sehr wenig, aber wenigstens kann ich das tun.“) Lacy, Hughes und Bradehoft waren die ersten Opfer, die identifiziert werden konnten, da die Ermittler ihre Papiere fanden.[168] Da er sich außer im Fall von Hicks an keinen Opfernamen erinnern konnte und das DNA-Analyse-Verfahren Anfang der 1990er noch nicht ausgereift genug war, wurden die übrigen Opfer überwiegend anhand der Polaroid-Aufnahmen und ihres Zahnstatus identifiziert. Mehrere Opfer waren zudem polizeilich in Erscheinung getreten,[169] so dass auch ein Abgleich mit bereits erfassten Fingerabdrücken möglich war.[165] In den Fällen, in denen es keine sterblichen Überreste mehr gab, grenzten die Ermittler mithilfe von Dahmers Erinnerung den Tatzeitraum ein und suchten nach Vermisstenfällen, die in dieselbe Zeit fielen. Anhand der Vermisstenfotos identifizierte Dahmer dann seine Opfer. Um seine Glaubwürdigkeit zu testen, legten die Ermittler Dahmer auch Fotos lebender Personen vor, er beanspruchte jedoch keine von ihnen als sein Opfer.[162]

Auf dem Grundstück seines ehemaligen Zuhauses in Bath, Ohio, das inzwischen den Eigentümer gewechselt hatte, fanden die Ermittler zahlreiche Blutspuren und über 50 Knochenfragmente, die Steven Hicks zugeordnet werden konnten.[170]

Identifizierte Opfer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name Alter[171] Datum des Todes[172] Tatort
Steven Mark Hicks 18 circa 18. Juni 1978 Bath, Ohio
Steven Walter Tuomi 25 Ende November 1987 Ambassador Hotel, Milwaukee
James Edward Doxtator 14 17. Januar 1988 West Allis, Wisconsin
Richard Guerrero 23 27. März 1988
Anthony Lee Sears 24 26. März 1989
Raymond Lamont Smith alias Ricky Lee Beeks 32 21. Mai 1990 Oxford Apartments, Nr. 213
924 North 25th Street
Milwaukee, Wisconsin
Edward Warren Smith 27 24. Juni 1990
Ernest Miller 23 3. September 1990
David Thomas 22 24. September 1990
Curtis Straughter 17 18. Februar 1991
Errol Lindsey 19 7. April 1991
Tony Anthony Hughes 31 24. Mai 1991
Konerak Sinthasomphone 14 27. Mai 1991
Matt Turner alias Donald Montrell 20 30. Juni 1991
Jeremiah Benjamin Weinberger 23 circa 7. Juli 1991
Oliver Lacy 24 15. Juli 1991
Joseph Bradehoft 25 19. Juli 1991

Tatmotiv, Opferprofil und Modus Operandi[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da die meisten seiner Opfer aus der Homosexuellenszene kamen und/oder afroamerikanischer Abstammung waren, wurde spekuliert, dass Dahmer aus Schwulen- und Rassenhass gehandelt habe.[173] Er beteuerte hingegen mehrfach, dass seine Taten nicht hassmotiviert gewesen seien. Er habe die Männer nicht wegen ihrer Rasse oder sexuellen Orientierung ausgewählt, sondern aufgrund ihres attraktiven Äußeren und weil sie am leichtesten in sein Apartment zu locken gewesen seien.[174][175] Seine Opfer entsprachen alle demselben physischen Profil: jung (Teenageralter bis Anfang 30), groß, schlank und muskulös.[176] Wenn seine Sexualpartner diesem Bild nicht gerecht wurden, verzichtete er auf ihre Tötung.[177] Mit Ausnahme von Hicks und Tuomi, deren Ermordung spontan und ungeplant erfolgt war, suchte Dahmer seine Opfer mit Bedacht aus und bereitete die Taten sorgfältig vor. Er mordete fast ausschließlich am Wochenende, damit er anschließend genügend Zeit für die Beseitigung der Beweise hatte und nutzte die Anonymität des Nachtlebens, der Straße oder großer Shopping Malls, um unerkannt zu bleiben.[177] In der Regel sprach er nur Männer an, die allein unterwegs waren und daher nicht sofort vermisst wurden. Bei seinen Opfern weckte er häufig einen Beschützerinstinkt[178] und brachte sie mit seinem Charme und dem Angebot von Geld oder Sex dazu, freiwillig mitzugehen, so dass er nie Gewalt anwenden musste, um sie in seine Wohnung zu bringen.[179]

Dahmer bevorzugte nach eigenen Angaben lebende, aber absolut passive und gefügige Sexualpartner, über die er Kontrolle ausüben konnte und auf deren Bedürfnisse er keine Rücksicht zu nehmen brauchte.[180] Da er keinen Mann fand, der diesen Anforderungen entsprach und bei wachen Sexualpartnern Erektionschwierigkeiten hatte, betäubte er sie, um sich ungestört und ohne Zeit- und Leistungsdruck an ihren regungslosen Körpern befriedigen zu können.[94] Nach seiner Verhaftung gestand er ein: “I was always quite selfish. I trained myself to view people as objects of potential pleasure instead of human beings.”[181] („Ich war immer ziemlich egoistisch. Ich habe mir angewöhnt, Leute als potenzielle Lustobjekte anzusehen, anstelle von menschlichen Wesen.“)

Wenn ihn die Männer nach dem Sex verließen, habe er sich leer und allein gefühlt und weil niemand eine langfristige Beziehung mit ihm habe eingehen wollen,[182] sei er dazu übergegangen, seine Sexualpartner zu töten, damit sie ihn nicht verlassen konnten.[175] Die Tötung sei für ihn dabei nur Mittel zum Zweck gewesen und habe ihm kein Vergnügen bereitet.[183] Um seine Hemmungen zu beseitigen und den Tötungsakt überhaupt ausführen zu können, musste er sich vorher jedes Mal betrinken.[184] Mit den Bohrungen in die Köpfe seiner Opfer verfolgte er das Ziel, einen willenlosen Sexsklaven zu erschaffen, der ihn nicht verlassen und die Tötung weiterer Opfer entbehrlich machen würde.[139] Da ihm dies nicht gelang und ihn die nekrophilen Handlungen nicht dauerhaft befriedigten, machte er sich auf die Suche nach neuen Opfern.[185] “It was a craving, a hunger, […] a compulsion, and I just kept doing it […] whenever the opportunity presented itself.”[186] („Es war ein Verlangen, ein Hunger, […] ein Zwang, und ich habe einfach weitergemacht […] wann immer sich mir die Gelegenheit bot.“)

Den Ermittlern erklärte er, dass es ihm nicht darum gegangen sei, seine Opfer zu quälen, deshalb habe er sie betäubt und eine möglichst schnelle und schmerzlose Tötungsart gewählt.[187] Seine kannibalistischen Handlungen erfolgten zunächst aus Neugier und dienten schließlich ebenfalls dazu, sein Opfer durch die Einverleibung für immer bei sich zu behalten.[122] Die Zerstückelung der Leichen erlebte er mit gemischten Gefühlen. Einerseits empfand er Macht und sexuelle Erregung, andererseits war sie für ihn ein notwendiges Übel, da er Beweismaterial vernichten musste und dies zugleich den Verlust seines Opfers bedeutete. Den Prozess an sich beschrieb er als ekelerregende Arbeit, zu der er sich ebenfalls stets mithilfe von Alkohol überwinden musste.[188]

Die Köpfe hob er auf, weil sie für ihn die „wahre Essenz“ seiner Opfer verkörperten,[189] und er mit ihnen einen Altar bauen wollte, der ihm Macht verleihen sollte.[190] Als Vorbilder nannte er die Filmfiguren Imperator Palpatine/Darth Sidious in Die Rückkehr der Jedi-Ritter und den Gemini-Killer in Der Exorzist III. Seine Faszination für die beiden Charaktere ging so weit, dass er gelegentlich gelbe Kontaktlinsen trug, um ihnen ähnlich zu sehen[191] und die Filme schaute, um sich für die Opfersuche in Stimmung zu bringen.[177]

Überprüfung ungeklärter Mordfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem Dahmers Taten national und international bekannt geworden waren, erreichten die Ermittler in Milwaukee zahlreiche Anfragen anderer Polizeibehörden zu ungeklärten Mord- und Vermisstenfällen aus nahezu allen Bundesstaaten der USA und aus Deutschland. Es handelte sich um Fälle, bei denen die vermisste oder ermordete Person Dahmers Opferprofil entsprach oder bei denen die Tatbegehung Ähnlichkeiten zu Dahmers Vorgehensweise aufwies.[192]

Eine der Anfragen stammte von der Polizei in Hollywood, Florida und betraf den zu den Akten gelegten Mord an dem sechsjährigen Adam Walsh. Der Junge war am 27. Juli 1981 aus einem dortigen Einkaufszentrum entführt worden. Zwei Wochen später wurde der abgetrennte Kopf des Kindes gefunden, der Rest des Körpers blieb verschwunden. Gestanden hatte die Tat der Serienmörder Ottis Toole, da er das Geständnis aber später widerrief und es keine weiteren Beweise für seine Schuld gab, konnte Toole wegen der Tat nicht angeklagt werden. Als Dahmers Bild nach seiner Verhaftung durch die Medien ging, meldeten sich mehrere Zeugen, die glaubten, ihn am Tag der Entführung in dem Einkaufszentrum gesehen zu haben. Trotz dieser Aussagen und der Tatsache, dass Dahmer sich von Ende März bis September 1981 in Florida aufgehalten hatte, konnten die Ermittler keine stichhaltigen Beweise für seine Täterschaft finden. Dahmer verneinte in mehreren Verhören, etwas mit der Entführung und Ermordung des Jungen zu tun zu haben.[193] Da er seine Täterschaft in anderen Fällen freimütig eingeräumt und zur Tataufklärung beigetragen hatte und Adam Walsh zudem nicht seinem Opferprofil entsprach, gingen die Ermittler bei Schließung der Walsh-Akten im Jahr 2008 weiterhin davon aus, dass Toole der Mörder des Jungen war.[194]

Die Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach und das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz überprüften in Zusammenarbeit mit den US-Behörden fünf ungeklärte Morde an Frauen, die sich während Dahmers Stationierung in Rheinland-Pfalz ereignet hatten. Die Ermittler fanden jedoch keine Anhaltspunkte für seine Täterschaft und Dahmer beteuerte, in Deutschland nicht gemordet zu haben.[3]

Außerdem wurde Dahmer zu einem ungeklärten Mord befragt, der sich am 4. Mai 1991 in einer anderen Wohnung der Oxford Apartments zugetragen hatte und bei dem ein Mann erwürgt worden war. Bereits kurz nach der Tat hatte die Polizei ihn als möglichen Zeugen vernommen, woraufhin er zu Protokoll gegeben hatte, nichts gesehen und gehört zu haben.[195] Auch nach seiner Verhaftung verneinte er seine Täterschaft. Er habe seine Opfer nicht in seiner Nachbarschaft gesucht, weil ihm das Risiko zu hoch erschienen sei, dass er mit der Tat in Verbindung gebracht werden könnte.[196]

Frühere Ermittlungsfehler und Behördenversäumnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Laufe seiner Mordserie kam Dahmer mehrmals mit der Polizei und anderen Behörden in Kontakt. Eine Reihe von Ermittlungsfehlern und behördlichen Versäumnissen verhinderte jedoch, dass seine Taten früher entdeckt wurden. Dahmer fühlte sich dadurch in dem Gefühl bestärkt, „unbesiegbar“ zu sein.[197]

Datum Behörde Vorfall
25. Juni 1978 Bath Police Department Bei einer Verkehrskontrolle unterließ der Polizist eine gründliche Durchsuchung von Dahmers Auto, auf dessen Rücksitz sich die zerstückelte Leiche seines ersten Mordopfers befand.[63]
September 1988 Milwaukee Police Department Nach Dahmers Verhaftung wegen Verführung eines Minderjährigen durchsuchte die Polizei seine Wohnung, übersah dabei jedoch den präparierten Schädel des vierten Mordopfers.[108]
März 1990 bis Juli 1991 Amt für Bewährungshilfe Dahmers Bewährungshelferin unterließ während der gesamten Betreuungszeit eigentlich vorgeschriebene Wohnungsbesichtigungen.[117] In diesem Zeitraum tötete er 12 Menschen in seinem Apartment.
Juli 1990 Milwaukee Police Department Nachdem ein Jugendlicher von Dahmer mit einem Gummihammer attackiert worden war und den Vorfall angezeigt hatte, schenkte die Polizei den Beschuldigungen keinen Glauben und unterließ weitere Ermittlungen.[127] (Eine Überprüfung seines Polizeiregisters hätte Dahmers laufende Bewährung wegen Verführung eines Minderjährigen ergeben.)
unbekannt Milwaukee Police Department Eines Tages wurde der von Dahmers Apartment ausgehende Verwesungsgeruch so stark, dass die Polizei verständigt wurde und jeden Mieter der Oxford Apartments befragte. Sie konnten jedoch die Quelle des Gestanks – ein Torso, der zu diesem Zeitpunkt in Dahmers Badewanne lag – nicht ausfindig machen.[198]
27. Mai 1991 Milwaukee Police Department Dem 14-jährigen Konerak Sinthasomphone gelang nackt und schwer verletzt die Flucht aus Dahmers Wohnung. Als Anwohner die Polizei alarmierten, konnte Dahmer den Beamten weismachen, dass der Jugendliche sein volljähriger Liebhaber sei, der nur zu viel getrunken habe. Die Beamten brachten Sinthasomphone daraufhin zurück in Dahmers Wohnung. Hätten sie diese näher inspiziert, wären sie im Nebenzimmer auf die Leiche seines vorherigen Opfers gestoßen. Die ebenfalls unterlassene Überprüfung von Dahmers Vorstrafenregister hätte ergeben, dass er sich zu diesem Zeitpunkt wegen Verführung eines Minderjährigen auf Bewährung befand. Nachdem die Polizisten die Wohnung verlassen hatten, tötete Dahmer den Jugendlichen.[197]
30. Mai 1991 FBI,
Milwaukee Police Department
Eine Zeugin des Vorfalls vom 27. Mai 1991 erkannte Konerak Sinthasomphone auf einem Vermisstenfoto im Milwaukee Sentinel und rief beim FBI und dem Milwaukee Police Department an, um auf ihre Beobachtung und die mögliche Verbindung hinzuweisen. Die Spur wurde jedoch von beiden Behörden nicht weiterverfolgt.[199]

Gerichtliche Aufarbeitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Milwaukee County Courthouse, in dem 1992 der Dahmer-Prozess stattfand.

Am 25. Juli 1991 setzte ein Gericht in Milwaukee Dahmers Kaution auf 1 Mio. US-Dollar fest[200] und nach Fortschreiten der Ermittlungen wurde diese am 6. August 1991 schließlich auf 5 Mio. US-Dollar erhöht.[201] Im selben Gerichtstermin erteilte Dahmer die förmliche Freigabe der sterblichen Überreste seiner Opfer an die Bestatter. (Nach dem Recht des Staates Wisconsin hätte er die Freigabe verweigern können, da es sich um Beweismaterial handelte. Im unwahrscheinlichen Fall seines Freispruchs wären die sterblichen Überreste in sein Eigentum übergegangen und hätten auf Verlangen an ihn herausgegeben werden müssen.)[202]

Nachdem ihn ein Psychologe untersucht und für verhandlungsfähig erklärt hatte,[203] wurde Dahmer am 30. Januar 1992 vor einem Geschworenengericht in Milwaukee des fünfzehnfachen Mordes angeklagt. (Der Mord an Steven Hicks wurde zu einem späteren Zeitpunkt in einem separaten Prozess aufgearbeitet, da die Tat in die Jurisdiktion des US-Bundesstaates Ohio fiel. Im Fall von Steven Tuomi wurde keine Anklage erhoben, da sich die Ereignisse in der Tatnacht nicht mehr zweifelsfrei rekonstruieren ließen.) Dahmers Verteidigung übernahm ein vierköpfiges Team von Rechtsanwälten. Da er ein umfassendes Geständnis abgelegt und sich am 13. Januar 1992 schuldig bekannt hatte, ging es in dem Verfahren State of Wisconsin vs. Jeffrey L. Dahmer nur noch um die Frage seiner Zurechnungsfähigkeit (Insanity Trial).

Aus Sorge vor Vergeltungsakten wurde Dahmer an jedem Prozesstag unter strenger Bewachung und aufwändigen Sicherheitsvorkehrungen mit Handschellen und Fußfesseln ins Gerichtsgebäude gebracht. Neben einem Sprengstoffspürhund kam eine kugelsichere Glaswand zum Einsatz, die Dahmer von den Publikumsrängen im Gerichtssaal abschirmte.[204] Die dabei entstandenen Kosten von über 120.000 US-Dollar ließen den Dahmer-Prozess zum teuersten Verfahren in der Gerichtsgeschichte Milwaukees werden.[205] Während des Prozesses verzichtete Dahmer auf das Tragen seiner Brille, um niemandem in die Augen sehen zu müssen und sich besser vom Geschehen im Gericht distanzieren zu können.[206] Der Prozess wurde live im US-Fernsehen übertragen. Damit sensible Zuschauer den Ton abschalten konnten, wenn die Schilderungen vor Gericht zu grausam wurden, erfolgte die Übertragung um einige Sekunden zeitverzögert, so dass bei entsprechenden Szenen ein roter Signalpunkt eingeblendet werden konnte.[207] Aufgrund der enormen medialen Berichterstattung und der starken öffentlichen Meinungsbildung wurde die zwölfköpfige Jury für die Dauer des Prozesses von der Außenwelt isoliert, um eine Beeinflussung zu vermeiden (Sequestration). Die Geschworenen wurden zudem psychologisch betreut, um die vor Gericht geschilderten Taten besser verarbeiten zu können.[208] Im Zuschauerraum waren neben zahlreichen Medienvertretern und Angehörigen der Opfer auch Lionel und Shari Dahmer anwesend, die während des Prozesses zum ersten Mal die Details der Verbrechen ihres Sohnes hörten.

Insgesamt wurden 28 Personen in den Zeugenstand berufen.[209] Darunter die beiden Polizisten vom Milwaukee Police Department, die sein Geständnis abgenommen hatten und es abwechselnd vor Gericht verlasen, sowie Tracy Edwards, das entkommene letzte Opfer. Zudem waren acht psychiatrische und psychologische Sachverständige bestellt worden, die Dahmers geistigen Gesundheitszustand im Vorfeld des Gerichtsverfahrens tagelang untersucht hatten und ihre Diagnosen und Schlussfolgerungen während des Prozesses schilderten.

Psychiatrisches Gutachten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diagnosen

Fred Berlin von der Johns Hopkins University und Judith Becker von der University of Arizona, die beide von der Verteidigung benannt worden waren, vertraten vor Gericht die Auffassung, dass Dahmer geisteskrank und deshalb nicht zurechnungsfähig gewesen sei. Dahmer habe das Unrecht seiner Taten erkannt, er sei jedoch aufgrund seiner Erkrankung nicht in der Lage gewesen, sein Verhalten zu kontrollieren. Beide diagnostizierten eine zwanghafte Nekrophilie.[210][211][212] Berlin attestierte Dahmer außerdem eine dissoziale, schizotypische und schizoide Persönlichkeitsstörung sowie Amelotatismus, Frotteurismus und chronischen Alkoholismus.[213] Der dritte Gutachter der Verteidigung, der Psychiater Carl Wahlstrom, schloss sich der Nekrophilie-Diagnose an und beschrieb Dahmer als psychotisch.[214] Er habe eine extrem primitive Persönlichkeitsstruktur und bizarre Wahnvorstellungen, womit Wahlstrom sich auf Dahmers Versuch, einen lebendigen Zombie zu erschaffen, und den geplanten Bau eines machtverleihenden Altars bezog. Dahmers Psychose könne sowohl schizophrener als auch affektiver Natur sein.[215] Zudem attestierte Wahlstrom eine Borderline-[212] und schizotypische Persönlichkeitsstörung sowie Alkoholabhängigkeit.[214]

Die Sachverständigen der Staatsanwaltschaft waren einhellig der Meinung, dass Dahmer nicht geisteskrank im Sinne des Gesetzes und damit zurechnungsfähig gewesen sei. Der forensische Psychiater Phillip Resnick war der Ansicht, dass Dahmer nicht an einer primären Nekrophilie gelitten habe. Er habe lebendige Sexualpartner bevorzugt und deshalb versucht, sich einen willenlosen Sexsklaven zu erschaffen. Dass er sich an den Leichen seiner Opfer vergangen habe, spiegele allenfalls nekrophile Tendenzen wider. Resnick diagnostizierte ebenfalls eine Borderline-Persönlichkeitsstörung.[212] Sein Kollege Fred Fosdal bestätigte die Borderline-Diagnose und beschrieb Dahmer als einzigartig unter den sexuell getriebenen Serienmördern, da er nicht absichtlich grausam oder sadistisch gehandelt habe, was sonst typisch für diesen Serienmörder-Typ sei.[216] Laut Park Dietz von der University of California, Los Angeles sei Dahmer kein impulsiver, sondern ein kalkulierender Mörder gewesen, der große Anstrengungen unternommen habe, um seine Taten zu ermöglichen und zu verheimlichen. Sein Drang zu töten sei nicht zwanghaft gewesen, da ein wahrhaft zwangsgesteuerter Mörder sich nicht erst betrinken müsse, um die Tat begehen zu können.[217] Dass er sich habe kontrollieren können, zeige unter anderem die Zeitspanne von neun Jahren zwischen seinem ersten und zweiten Mord, während der er nicht getötet habe[177] sowie die Tatsache, dass er nur geschützten Geschlechtsverkehr mit den Leichen praktizierte.[218] Außerdem sei Dahmer kein Sadist gewesen. Er habe seine Opfer nicht gequält, sondern sie betäubt, um ihnen unnötiges Leid zu ersparen. Dietz befand, dass Dahmer bei all seinen Taten zurechnungsfähig gewesen sei. Dahmer habe nicht an Wahnvorstellungen gelitten, da ihm bewusst gewesen sei, dass der Altar ihm nicht wirklich hätte Macht verleihen können.[219] Dietz’ abschließende Diagnose lautete auf Alkoholmissbrauchsstörung, Paraphilie, Borderline- und schizotypische Persönlichkeitsstörung.[220]

George Palermo, ein Sachverständiger des Gerichts, war der einzige Gutachter, der Dahmer als sexuellen Sadisten einstufte. Seine aggressiven, feindseligen Neigungen hätten ihn zu den Taten getrieben, sein Sexualtrieb sei das Ventil für seine Zerstörungswut gewesen. Dahmer, den Palermo als „liebenswürdig und intelligent“[221] beschrieb, habe eine ernste, behandlungsbedürftige Persönlichkeitsstörung, er sehe aber keine Anhaltspunkte für eine Psychose oder Nekrophilie. Vielmehr vertrat Palermo die Ansicht, Dahmer habe die Männer getötet, weil er sich von ihnen sexuell angezogen gefühlt habe und dadurch beseitigen wollte, was er an sich selbst am meisten gehasst habe – seine Homosexualität.[220] Von allen Gutachtern war Palermo außerdem der einzige, der Dahmer Lügen unterstellte. Er habe nicht getötet, um seine Opfer daran zu hindern, ihn zu verlassen, sondern um Zeugen zu beseitigen. Des Weiteren bezweifelte Palermo, dass Dahmer seinen Opfern bei lebendigem Leib Löcher in den Kopf gebohrt oder Teile von ihnen gegessen habe. Er habe seine Taten nur noch grausiger erscheinen lassen wollen, als sie es ohnehin schon waren.[221][222] Trotz allem sei Dahmer aber „kein so schlechter Mensch“.[222] Palermo und Samuel Friedman, ein weiterer Sachverständiger des Gerichts, kamen ebenfalls zu dem Schluss, dass Dahmer an einer Borderline-Persönlichkeitsstörung leide. Friedman verneinte das Vorliegen einer Psychose und beschrieb Dahmer als „liebenswürdig, angenehmen Zeitgenossen, höflich, humorvoll, konventionell gutaussehend und von charmantem Benehmen.“[220]

Der FBI-Fallanalytiker Robert Ressler, der Dahmer nach seiner Verhaftung zwei Tage lang auf Bitten der Verteidigung verhört hatte, erklärte später, dass er nichts als Mitgefühl für die gequälte und verdrehte Person empfunden habe, die vor ihm saß.[223] Er kategorisierte Dahmer als „Mischtäter“, da er sowohl über Eigenschaften des „organisierten“ als auch des „unorganisierten“ Serienmörder-Typs verfügt habe.[223] Nach Resslers Auffassung beging Dahmer zumindest seine späteren Morde während psychotischer Episoden und damit im Zustand der Unzurechnungsfähigkeit.[223] Da Ressler kein Psychiater oder Psychologe war, wurde er aber vom Gericht nicht als Gutachter in Dahmers Insanity Trial zugelassen.[224] In späteren Gutachten wird davon ausgegangen, dass Dahmer mit hoher Wahrscheinlichkeit auch am Asperger-Syndrom litt, zu seinen Lebzeiten wurde ihm diese Diagnose jedoch nicht gestellt.[225] Laut einem weiteren, nach seinem Tod verfassten Gutachten erreiche Dahmer auf Robert D. Hares Psychopathie-Checkliste 22 Punkte, weshalb er wahrscheinlich kein Psychopath gewesen sei, auch wenn er über einige psychopathische Eigenschaften verfügt habe.[226] (Für die Diagnose Psychopathie sind nach Hare mindestens 30 Punkte erforderlich.)[227]

Plädoyers und Urteil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verteidigung plädierte auf „schuldig, aber unzurechnungsfähig“ (guilty but insane). Dahmer habe das Unrecht seiner Taten erkannt, er sei jedoch aufgrund seiner geistigen Verfassung nicht Herr über seine Handlungen gewesen.[228] Bei Erfolg dieser Verteidigungsstrategie wäre Dahmer nicht ins Gefängnis, sondern auf unbestimmte Zeit in eine geschlossene psychiatrische Anstalt gekommen, wo er einer Therapie unterzogen worden wäre. Die Staatsanwaltschaft versuchte hingegen die Jury in ihrem Plädoyer davon zu überzeugen, dass Dahmer sehr wohl in der Lage gewesen sei, sich zu kontrollieren. Er sei ein Meister der Manipulation gewesen,[229] kaltblütig und kalkulierend vorgegangen und habe eine Menge Leute zum Narren gehalten.[228]

Am 15. Februar 1992 wurde Dahmer von der Jury nach fünfstündiger Beratung mit zehn zu zwei Stimmen in allen Anklagepunkten für zurechnungsfähig erklärt.[228] Vor der Verkündung des Strafmaßes am 17. Februar 1992 ließ der Richter die Angehörigen der Opfer zu Wort kommen und gab schließlich dem Angeklagten das letzte Wort. Dahmer, der während des Prozesses fast ausschließlich geschwiegen hatte, verlas eine Erklärung, in der er unter anderem Reue für das von ihm verursachte Leid bekundete. Er würde sein Leben dafür geben, die Taten ungeschehen zu machen. Er habe sich dem Prozess gestellt, um keine offenen Fragen zu hinterlassen und um der Welt zu zeigen, dass seine Verbrechen nicht hassmotiviert gewesen seien. Durch seinen Fall werde hoffentlich anderen Menschen wie ihm geholfen, bevor sie sich oder anderen Leid zufügen würden.[230]

Dahmer wurde zur höchstmöglichen Strafe von 15 aufeinanderfolgenden lebenslangen Freiheitsstrafen ohne Aussicht auf Entlassung verurteilt.[231] Da er aufgrund seiner Vorstrafen zudem als Wiederholungstäter galt, erhielt er zusätzlich weitere zehn Jahre pro Mord,[232] so dass sich seine Gesamtstrafe auf über 900 Jahre Gefängnis belief.[233] Einige Wochen später wurde Dahmer nach Akron, Ohio überstellt, wo er sich am 1. Mai 1992 in einem knapp einstündigen Verfahren vor einem Strafgericht des Mordes an Steven Hicks schuldig bekannte und zu einer weiteren lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt wurde.[234]

Vor Gericht und in späteren Interviews erklärte Dahmer, dass er die Todesstrafe verdient und sich selbst den Tod gewünscht habe.[205] Ohio hatte die Todesstrafe 1974 zwar wieder eingeführt, das damalige Gesetz galt jedoch als verfassungswidrig, weshalb er für seinen ersten Mord im Jahr 1978 nur zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt werden konnte.[235] In Wisconsin war die Todesstrafe bereits 1853 abgeschafft worden. Dahmers Fall führte Anfang der 1990er Jahre zu verstärkten Forderungen nach ihrer Wiedereinführung und zwischen 1991 und 1996 wurden 22 entsprechende Gesetzesentwürfe eingebracht, die jedoch alle scheiterten.[236]

Haftzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Columbia Correctional Institution in Portage, Wisconsin, in der Dahmer seine Haftstrafe bis zu seinem Tod im Jahr 1994 verbüßte.

Nach seiner Verurteilung trat Dahmer unter der Häftlingsnummer 177252[5] seine Haft in der Columbia Correctional Institution, einem Hochsicherheitsgefängnis mit rund 600 Insassen in Portage, Wisconsin an. Das erste Jahr seiner Gefangenschaft verbrachte er in Isolationshaft, weil man aufgrund seiner „Berühmtheit“ um seine Sicherheit fürchtete.[237] Zeitweise stand er zudem unter besonderer Beobachtung, da er aufgrund einer sich abzeichnenden, schweren Depression als suizidgefährdet galt.[238] Mit seinem Einverständnis wurde Dahmer schließlich in den allgemeinen Gefängnistrakt verlegt,[239] wo er Zugang zur Gefängnisbücherei und weiteren Gemeinschaftseinrichtungen erhielt und in Kontakt mit anderen Häftlingen kam. Auch im Gefängnis fiel Dahmer durch seinen morbiden Humor auf und spielte dabei vor allem mit seinem Image: Beispielsweise lud er am Schwarzen Brett zum Treffen der „Anonymen Kannibalen“ ein und warnte Gefängniswärter und andere Insassen, dass er bissig sei.[5]

In der Haft wandte Dahmer sich wieder dem Christentum zu und sinnierte, dass seine frühere Abkehr von Gott ursächlich für seine Verbrechen gewesen sein könnte, da er das Gefühl gehabt habe, niemandem Rechenschaft schuldig zu sein.[240] Nachdem er einen Bibel-Fernkurs absolviert hatte,[241] ließ er sich am 10. Mai 1994 im Gefängnis taufen.[5] Nach der Taufe erhielt er wöchentlich Besuch von seinem Pastor, um mit ihm die Bibel zu studieren und seinen Glauben zu festigen.[242] Hinzu kamen regelmäßige Besuche seines Vaters, seiner Stiefmutter und seines Bruders sowie wöchentliche Telefonate mit seiner Mutter, die inzwischen in Kalifornien lebte. Fremde aus aller Welt schickten ihm kistenweise Briefe, die ebenso Hassbotschaften wie Sympathiebekundungen, Autogrammwünsche, Brieffreundschaftsangebote, Liebeserklärungen[138][243] und Geldgeschenke im Gesamtwert von 12.000 US-Dollar beinhalteten.[244] Bis zu seinem Tod pflegte er Brieffreundschaften mit mindestens sechs Frauen, die alle glaubten, eine romantische Beziehung mit ihm zu führen.[245]

Während seiner Inhaftierung kooperierte Dahmer mit dem FBI. Neben Ed Kemper, Richard Speck und Jerry Brudos gehört er zu den überführten Serienmördern, die den Agenten John E. Douglas und Robert Ressler in mehreren Interviews Einblick in ihre Gedanken- und Gefühlswelt gewährten und damit den Wissensaufbau der Behavioral Science Unit (ein Vorläufer der Behavioral Analysis Unit) und die Fahndung nach anderen Serienmördern unterstützten.[246][247] Der österreichische Psychologe und Fallanalytiker Thomas Müller, der Ressler bei einem dieser Interviews begleitet hatte, erklärte später, dass Dahmer eine der manipulierendsten Stimmen gehabt habe, die man sich vorstellen könne.[248]

Am 5. Juni 1994 wurde Dahmer von einem Mithäftling mit einer Rasierklinge angegriffen, als er gerade die Gefängniskapelle verließ.[249] Er trug bei diesem Angriff jedoch keine ernsthaften Verletzungen davon.[237] Die Wiederholungsgefahr wurde von der Gefängnisleitung als gering bewertet[250] und Dahmer bestand darauf, aus der vorübergehend verhängten Isolationshaft in den allgemeinen Gefängnistrakt zurückverlegt zu werden. Seiner Mutter sagte er, dass es ihm egal sei, ob ihm etwas zustoße.[5]

Tod und Reaktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drei Wochen vor seinem Tod wurde er einer Arbeitseinheit zugewiesen, die Hausmeistertätigkeiten verrichtete.[239] Am Morgen des 28. November 1994 waren Dahmer und seine Mitinsassen Jesse Anderson und Christopher Scarver eingeteilt, die Sanitäranlagen neben dem Fitnessraum zu reinigen. Als die Gefängniswärter die drei Häftlinge für einige Minuten unbeaufsichtigt ließen, schlug Scarver zuerst Dahmer und anschließend Anderson mit der Eisenstange einer Hantel nieder.[251][252][253] Dahmer lebte noch, war jedoch nicht ansprechbar, als er gegen 8:10 Uhr von einem Gefängniswärter in einer Blutlache gefunden wurde. Er wurde mit schweren Schädel- und Gesichtsfrakturen ins Divine Savior Hospital in Portage gebracht, wo er um 9:11 Uhr für tot erklärt wurde. Anderson starb zwei Tage später an seinen Verletzungen.[239] Dahmers Obduktion ergab, dass er von vorne erschlagen wurde, sein Körper aber nicht die zu erwartenden Abwehrverletzungen aufwies.[254]

Die Reaktionen auf Dahmers Tod fielen unterschiedlich aus. Viele Opferangehörige nahmen die Nachricht froh und erleichtert auf. Andere zeigten sich hingegen traurig und bestürzt. Eine Schwester von Edward Smith, die Dahmer während der Haft besucht hatte, um von ihm die Einzelheiten des Todes ihres Bruders zu erfahren, sagte über Dahmers Ermordung: “I couldn’t stop crying when I heard the news. […] He shouldn’t have been murdered like that.”[5] („Ich konnte nicht aufhören zu weinen, als ich die Nachricht hörte. […] Er hätte nicht auf diese Weise sterben sollen.“) Der Staatsanwalt, der Dahmer angeklagt hatte, äußerte: “This is the last sad chapter in a very sad life. […] I hope there will be no […] celebration as a folk hero for the man that killed Jeffrey Dahmer.”[237] („Dies ist das letzte traurige Kapitel eines sehr traurigen Lebens. […] Ich hoffe, dass der Mann, der Jeffrey Dahmer ermordet hat, […] nicht als Volksheld gefeiert wird.“) Dahmers Vater und Stiefmutter fanden Trost darin, dass ihr Sohn vor seinem Tod zu Gott gefunden habe und nun nicht mehr leiden müsse. Seine Mutter reagierte wütend und fragte: “Now is everybody happy? Now that he’s bludgeoned to death, is that good enough for everyone?”[5] („Sind jetzt alle froh und zufrieden, dass er zu Tode geprügelt wurde?“)

Am 2. Dezember 1994 veranstaltete Dahmers Familie eine Trauerfeier, an der zwei Schwestern von Edward Smith teilnahmen.[255] Nach seinem Tod stritten Dahmers Eltern über das Schicksal seiner sterblichen Überreste. Joyce Flint wollte das Gehirn ihres Sohnes der Wissenschaft für Forschungszwecke zur Verfügung stellen, Lionel Dahmer wollte den letzten Willen seines Sohnes respektieren und seinen Leichnam vollständig einäschern lassen. Im Dezember 1995 entschied ein Gericht zugunsten des Vaters. Dahmers Asche wurde zwischen seinen Eltern aufgeteilt.[256]

Der an Schizophrenie und Wahnvorstellungen leidende[257] Afroamerikaner Scarver, der bereits wegen Mordes einsaß und unmittelbar nach dem Angriff auf seine Mitinsassen erklärt hatte, dass Gott ihm den Auftrag dazu erteilt hätte,[258] wurde zu zwei weiteren lebenslangen Freiheitsstrafen für die Morde an Dahmer und Anderson verurteilt. Als Tatmotiv wurde Rache nicht ausgeschlossen, weil Dahmer viele afroamerikanische Männer getötet und Anderson versucht hatte, zwei Afroamerikanern den von ihm selbst begangenen Mord an seiner Frau anzuhängen.[5] Im Jahr 2015 erklärte Scarver schließlich, dass er Dahmer getötet habe, weil er von dessen Taten angewidert gewesen sei und Dahmer im Gefängnis keine Reue gezeigt habe. Außerdem behauptete er, dass Dahmer bei Gefängnisinsassen und -personal unbeliebt gewesen sei und die Wärter sie deshalb absichtlich unbeaufsichtigt gelassen hätten, damit er ihn töten konnte.[259] Die behördliche Untersuchung von Dahmers Tod im Jahr 1994 war hingegen zu dem Ergebnis gekommen, dass Scarver allein gehandelt hatte.[259] Nach Angaben der Gefängnisverwaltung war Dahmer gut mit anderen Insassen zurechtgekommen und es sei daher nicht unüblich gewesen, dass er zeitweise unbeaufsichtigt gelassen wurde.[5]

Nachwirkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Bekanntwerden von Dahmers Verbrechen kam es in Milwaukee zu Protestmärschen und Kundgebungen, die vornehmlich von der nichtweißen Bevölkerung organisiert wurden und sich gegen das Milwaukee Police Department richteten. Die Protestierenden warfen der Polizei Voreingenommenheit und Gleichgültigkeit gegenüber Afroamerikanern, Homosexuellen sowie anderen Minderheiten vor und erzürnten sich insbesondere am Verhalten der Polizisten im Fall von Konerak Sinthasomphone.[260] Diese hatten sich, nachdem sie Sinthasomphone zurück in die Obhut des Serienmörders gebracht hatten, per Funk über den vermeintlichen Streit des homosexuellen „Liebespaares“ lustig gemacht.[261] Afroamerikanische Politiker waren zudem der Meinung, dass die Polizisten anders gehandelt und die Bedenken der Frauen ernst genommen hätten, wären der Jugendliche und die Frauen weiß und Dahmer schwarz gewesen.[260] Die Beamten wurden für die Dauer der polizeiinternen Ermittlung des Vorfalls bei vollem Gehalt suspendiert und nach deren Abschluss aus dem Polizeidienst entlassen. Vor Gericht bedauerte Dahmer, dass die Polizisten seinetwegen ihre Jobs verloren hätten; sie treffe keine Schuld am Tod von Sinthasomphone. Später gab ein Gericht der Klage der Polizisten statt und sie wurden wieder eingestellt. Sinthasomphones Familie erhielt von der Stadt Milwaukee 850.000 US-Dollar als Wiedergutmachung für die Versäumnisse der Polizei.[262]

Im August 1991 lief der Horrorfilm Body Parts („Leichenteile“) in den US-Kinos an. In Milwaukee stellte Paramount Pictures die Werbung für den Film aus Pietät gegenüber Dahmers Opfern und deren Angehörigen ein und die örtlichen Kinobetreiber nahmen ihn aus dem Programm.[263]

Bereits zu Dahmers Lebzeiten hatten ihn die Angehörigen seiner Opfer auf Entschädigung verklagt und 80 Mio. US-Dollar zugesprochen bekommen, da er aber nur über geringe finanzielle Mittel verfügte, wurde diese Summe nie getilgt.[5] Nach seinem Tod begehrten elf Opferfamilien eine Entschädigung aus dem Nachlass des Serienmörders. Die darin befindlichen rund 300 Gegenstände[264] – darunter der Kühlschrank, in dem Dahmer Körperteile seiner Opfer aufbewahrt hatte, der Bohrer und andere Tatwerkzeuge[265] – sollten zunächst versteigert und der Erlös unter den Familien aufgeteilt werden. Andere Opferfamilien fanden diese Idee hingegen geschmacklos[5] und eine Gruppe von Geschäftsleuten entschied sich daher, den Nachlass für 407.225 US-Dollar aufzukaufen. Die Summe wurde unter den Angehörigen der Opfer aufgeteilt und sämtliche Nachlassgegenstände wurden im Juni 1996 zerstört.[265] Die Oxford Apartments waren bereits im November 1992 abgerissen worden.[266]

Catherine Dahmer starb im Dezember 1992. Nach einem gescheiterten Suizidversuch im März 1994[267] erlag Joyce Flint im November 2000 einem Krebsleiden.[12] Während Lionel und Shari Dahmer ihren Nachnamen beibehielten und sich zu mehreren Interviews bereit erklärten, änderte Dahmers jüngerer Bruder David seinen Familiennamen und lebt seither in Anonymität.[268]

Im Jahr 2012 gerieten die Veranstalter der ersten kommerziellen „Dahmer-Tour“, welche die Teilnehmer auf den Spuren des Serienmörders durch Milwaukee führt, in die Kritik der Öffentlichkeit.[269] Als Konsequenz verbannte Groupon das Angebot aus seinem Programm.[270]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mediale Berichterstattung und öffentliche Wahrnehmung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zu Dahmers Verhaftung im Sommer 1991 hatte niemand geahnt, dass in Milwaukee ein Serienmörder am Werk war.[271] Es hatte keine auffälligen Leichenfunde gegeben und den sich häufenden Vermisstenfällen junger Männer war selbst von der lokalen Presse kaum Beachtung geschenkt worden.[272] Während die Medien andere berühmte Mordserien, wie die des BTK-Killers oder des Son of Sam, oft über Jahre bis zu ihrer Aufklärung begleiteten und die öffentliche Aufmerksamkeit dadurch sukzessive gesteigert wurde, brachen Dahmers Verbrechen buchstäblich über Nacht über Milwaukee und den Rest der USA herein und versetzten die Medienlandschaft schlagartig in Aufruhr.[273] Noch bevor Dahmer in der Nacht vom 22. auf den 23. Juli 1991 in Handschellen abgeführt wurde, hatten sich bereits die ersten lokalen Reporter und Kamerateams vor den Oxford Apartments positioniert[274] und das Milwaukee Journal verkündete am nächsten Morgen auf seiner Titelseite die Schlagzeile “Body parts litter apartment”[275] („Apartment mit Leichenteilen übersät“). Am Tag nach seiner Verhaftung war Dahmer das Hauptthema in den US-Nachrichtensendungen[276] und die New York Times brachte zehn Tage in Folge einen mindestens halbseitigen Leitartikel zum Fall heraus.[277] Schätzungsweise 450 Journalisten aus aller Welt reisten nach Milwaukee, um über das „Monster“ zu berichten.[277][278]

Die Informationsgier der Medien ging so weit, dass Reporter die Angehörigen der Opfer belagerten[279] und die Ermittlungen wiederholt behindert und gefährdet wurden. So veröffentlichte beispielsweise die New York Times aus einem gestohlenen Polizeibericht die bis dahin streng vertraulichen Informationen über Dahmers kannibalistische Handlungen.[280] Tracy Edwards, einer der Hauptzeugen im Dahmer-Prozess, wurde im Vorfeld des Gerichtsverfahrens mehrfach interviewt und dabei so stark von den Journalisten beeinflusst, dass er im späteren Kreuzverhör eingestehen musste, dass er seine Erlebnisse in den Interviews aufgebauscht hatte, wodurch seine Glaubwürdigkeit litt.[276] Die Boulevardpresse übertrumpfte sich selbst mit reißerischen, teilweise frei erfundenen Schlagzeilen wie “The Cannibal – Face of madman who killed 17 and ate them”[281] („Der Kannibale – Gesicht des Irren, der 17 tötete und aß“) oder “Milwaukee Cannibal Killer Eats His Cellmate”[207] („Milwaukee-Kannibalen-Killer isst seinen Zellengenossen“) und schürte damit, wenige Monate nachdem Das Schweigen der Lämmer in den Kinos angelaufen war, die Erwartung eines zweiten Hannibal Lecters.[277] Bei Dahmers erstem öffentlichen Erscheinen anlässlich eines Gerichtstermins am 25. Juli 1991 zeigten sich Beobachter daher fast enttäuscht, dass er vollkommen „normal“ wirkte und man ihm „das Böse“ nicht ansehen konnte.[206][282]

Obwohl Dahmer sich – anders als Ted Bundy, Richard Ramírez oder Charles Manson – im Gerichtssaal nicht in der Aufmerksamkeit der Journalisten und Fotografen sonnte,[283] war die mediale Faszination für ihn nicht weniger groß. Die US-Zeitschrift People Weekly widmete ihm im August 1991 eine Titelgeschichte und wählte ihn unter die „100 faszinierendsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts“.[284] Das Magazin Vanity Fair brachte im November 1991 einen mehrseitigen Artikel heraus, in dem Dahmer von dem inhaftierten schottischen Serienmörder Dennis Nilsen, dessen Verbrechen große Ähnlichkeit aufwiesen, analysiert wurde.[285] Dahmer wurde zum „Celebrity“,[286][287] der von Polizisten um Autogramme gebeten wurde[288] und dessen Auftritte vor Gericht laut der Journalistin und Prozessbeobachterin Anne E. Schwartz eine Stimmung wie bei einer Filmpremiere erzeugten.[283] Nach seiner Verurteilung gab Dahmer ein erstes, unbezahltes Fernsehinterview für die Boulevard-Nachrichtensendung Inside Edition, das im Januar 1993 im Gefängnis aufgezeichnet wurde.[289] Sein zweites und gleichzeitig letztes Fernsehinterview, das er an der Seite seiner Eltern dem MSNBC-Journalisten Stone Phillips gab, wurde im März 1994 ausgestrahlt und brachte dem Nachrichtenmagazin Dateline NBC Rekordeinschaltquoten.[290]

Auf die ursprüngliche Sensationsberichterstattung folgte durch biografische Werke wie Brian Masters’ The Shrine of Jeffrey Dahmer (1993) und Lionel Dahmers Memoiren Mein Sohn ist ein Mörder (1995) mit der Zeit eine empathischere Darstellung von Dahmer.[291][292] Spätestens seit Erscheinen von Derf Backderfs Graphic Novel Mein Freund Dahmer (2013), die von seiner problemreichen Jugend handelt, weckt Dahmer bei vielen Menschen auch Mitleid und Sympathie bis hin zur Verklärung und Romantisierung in zahlreichen Fan-Blogs und anderen sozialen Medien.[293] Für Backderf war Dahmer eine „tragische Figur“,[293] sein Mitgefühl für seinen ehemaligen Schulfreund ende jedoch an dem Punkt, an dem er zu töten begann.[293]

Populärkultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dahmer und seine Verbrechen, insbesondere seine kannibalistischen Handlungen, haben Einzug in die Populärkultur gehalten.[277]

Im Jahr 1992 lieferte Chevy Chase bei Saturday Night Live eine der ersten Dahmer-Parodien. Mehrere musikalische Werke wie 213 von Slayer, Jeffrey Dahmer von Soulfly oder das 2002 veröffentlichte Konzeptalbum Dahmer der Death-Metal-Band Macabre widmen sich seiner Person und sein Leben wurde mehrmals verfilmt (z.B. Dahmer aus dem Jahr 2002 und My Friend Dahmer von 2017 mit Jeremy Renner bzw. Ross Lynch in den Titelrollen).

Seine Geschichte diente außerdem als Vorlage für literarische Werke wie Zombie von Joyce Carol Oates oder Poppy Z. Brites Exquisite Corpse. Zudem wurden mehrere fiktive Charaktere und Handlungen in Fernsehserien wie South Park und American Horror Story oder Filmen (z.B. Demolition Man von 1993 und Copykill aus dem Jahr 1995) von Dahmer inspiriert.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Englischsprachige Originalausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Derf Backderf: My Friend Dahmer: A Graphic Novel. Abrams ComicArts, New York 2012, ISBN 978-1-4197-0216-7.
  • Edward Baumann: Step into My Parlor: The Chilling Story of Serial Killer Jeffrey Dahmer. Bonus Books, Chicago 1991, ISBN 978-0-929-38764-2.
  • John Borowski: Dahmer’s Confession: The Milwaukee Cannibal’s Arrest Statements. Waterfront Productions, Chicago 2017, ISBN 978-0-9976140-2-2.
  • Lionel Dahmer: A Father’s Story. William Morrow and Company, New York 1994, ISBN 978-0-688-12156-3.
  • Don Davis: The Jeffrey Dahmer Story: An American Nightmare. St. Martin’s Press, New York 1995, ISBN 0-312-92840-8.
  • Robert J. Dvorchak, Lisa Holewa: Milwaukee Massacre: Jeffrey Dahmer and the Milwaukee Murders. Robert Hale Ltd, London 1991, ISBN 978-0-7090-5003-2.
  • Richard W. Jaeger, M. William Balousek: Massacre in Milwaukee: The Macabre Case of Jeffrey Dahmer. Waubesa Press, Oregon, WI 1991, ISBN 1-878-56909-0.
  • Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective: The Interrogation and Investigation That Shocked The World. Poison Berry Press, 2016, ISBN 978-0-9947500-0-6.
  • Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. Hodder and Stoughton Ltd, London 1993, ISBN 0-340-57482-8.
  • Joel Norris: Jeffery Dahmer: A Bizarre Journey into the Mind of America’s Most Tormented Serial Killer. Pinnacle Books, New York 1992, ISBN 978-1-55817-661-4.
  • Roy Ratcliff, Lindy Adams: Dark Journey, Deep Grace: Jeffrey Dahmer’s Story of Faith. Leafwood Publishers, Abilene, TX 2006, ISBN 978-0-9767790-2-5.
  • Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough: The Secret Murders of Milwaukee’s Jeffrey Dahmer. iUniverse, Bloomington, IN 2011, ISBN 978-1-4620-6269-0.

Deutschsprachige Übersetzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filmmaterial[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernsehinterviews[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1993: Inside Edition: Serial Killers. (Nancy Glass im Interview mit Jeffrey Dahmer.)
  • 1994: The Oprah Winfrey Show. (Oprah Winfrey im Interview mit Lionel Dahmer.)
  • 1994: Dateline NBC – Inside Evil: Jeffrey Dahmer. MSNBC. (Stone Phillips im Interview mit Jeffrey Dahmer, Lionel Dahmer und Joyce Flint.)
  • 1994: Hard Copy (Diane Dimond im Interview mit Joyce Flint.)
  • 2004: Larry King Live. CNN. (Larry King im Interview mit Lionel und Shari Dahmer.)
  • 2012: Confessions of A Serial Killer. (Neuauflage des Stone-Phillips-Interviews aus dem Jahr 1994 mit zuvor unveröffentlichten Szenen.)

Dokumentationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1992: The Trial of Jeffrey Dahmer. Regie: Elkan Allan.
  • 1992: Dahmer: Mystery of the Serial Killer. Regie: Michael Husain.
  • 1993: Day One: Dahmer. ABC News, Moderator: Forrest Sawyer.
  • 1993: To Kill and Kill Again. Regie: Patrick Fleming.
  • 1994: Everyman: Profile of a Serial Killer. Regie: Nikki Stockley.
  • 1996: Jeffrey Dahmer: The Monster Within. Regie: Bill Harris.
  • 2003: Autopsie – Mysteriöse Todesfälle. Episode 63: Der Kannibale.
  • 2005: Born to Kill? Staffel 1, Folge 3: Jeffrey Dahmer.
  • 2013: Jeff. (Alternativtitel: The Jeffrey Dahmer Files.) Regie: Chris James Thompson.
  • 2017: How it Really Happened. The Strange Case of Jeffrey Dahmer. HLN.
  • 2017: Dahmer on Dahmer: A Serial Killer Speaks.

Verfilmungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1993: The Secret Life: Jeffrey Dahmer. Regie: David R. Bowen, Carl Crew als Dahmer.
  • 2002: Dahmer. Regie: David Jacobson, Jeremy Renner als Dahmer.
  • 2006: Raising Jeffrey Dahmer. Regie: Rich Ambler, Rusty Sneary als Dahmer.
  • 2017: My Friend Dahmer. Regie: Marc Meyers, Ross Lynch als Dahmer.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jeffrey Dahmer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Da es keine Zeugen für die Zeiträume gab, die Dahmer allein mit seinen Mordopfern verbrachte, basieren sämtliche Erkenntnisse zum Mordgeschehen sowie Vor- und Nachtatverhalten fast ausschließlich auf Dahmers Aussagen gegenüber der Polizei, dem FBI und den forensischen Psychiatern und Psychologen, die ihn untersucht hatten. Die Ermittler waren von Dahmers Glaubwürdigkeit überzeugt und fast alle seine Aussagen gegenüber der Polizei konnten durch das vorhandene Beweismaterial verifiziert werden. (Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. 2016, S. 275. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 180.). Dahmers Aussagen waren zum Teil jedoch auch widersprüchlich und inkonsistent. (Gregory O’Meara: “He Speaks Not, Yet He Says Everything; What of That?” Text, Context, and Pretext in State v. Jeffrey Dahmer (Law School Legal Studies Research Paper Series, Paper No. 9–17). Marquette University, Milwaukee 2009, S. 126 ff. (marquette.edu [abgerufen am 1. November 2017]). Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 180–181.)
  2. Stephen McFarland: Jeffrey Dahmer, the Milwaukee Cannibal, is caught in 1991. In: Daily News. NYDailyNews.com, 21. Mai 2015; abgerufen am 2. Mai 2017 (englisch, ursprünglich ein Artikel aus der Daily News vom 24. Juli 1991, archiviert auf der eigenen Webseite).
  3. ab Gabi Vogt: Das Monster lebte fast zwei Jahre in Baumholder. In: Rhein-Zeitung. Mittelrhein-Verlag GmbH, 17. Februar 2012; abgerufen am 14. Mai 2017.
  4. Acting Out His Darkest Dreams, He Had Nothing Left to Hide: Jeffrey Dahmer: He not only admits his crimes, he declines to shift the blame. In: Los Angeles Times. Tronc, Inc., 4. April 1994; abgerufen am 22. Oktober 2017 (englisch).
  5. abcdefghijk Elizabeth Gleick: The Final Victim. In: People. Time Inc., 12. Dezember 1994; abgerufen am 11. Juni 2017 (englisch).
  6. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. 1995, S. 26.
  7. Nach der Scheidung im Jahr 1978 nahm Joyce Dahmer wieder ihren Geburtsnamen Flint an; Charles Klotsche, Joyce Flint: The Silent Victims: The Aftermath of Failed Children on Their Mothers’ Lives. Pan American Press, New York 1995, ISBN 0-9673890-2-X, S. 71.
  8. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 19.
  9. ab Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. 1995, S. 24.
  10. Charles Klotsche, Joyce Flint: The Silent Victims: The Aftermath of Failed Children on Their Mothers’ Lives. Pan American Press, New York 1995, ISBN 0-9673890-2-X, S. 19–20.
  11. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. 1995, S. 22.
  12. ab * Joyce Flint; Serial Killer Jeffrey Dahmer’s Mother. In: Los Angeles Times. Tronc, Inc., 6. Dezember 2000; abgerufen am 14. Mai 2017 (englisch).
  13. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. 1995, S. 176.
  14. Derf Backderf: My Friend Dahmer. 2012, S. 206.
  15. ab Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 31.
  16. ab Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. 1995, S. 63.
  17. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 25.
  18. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. 1995, S. 29.
  19. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. 1995, S. 42–43.
  20. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. 1995, S. 31.
  21. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 23.
  22. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. 1995, S. 44.
  23. ab Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. 1995, S. 45–46.
  24. Zitiert nach Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 24.
  25. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 27.
  26. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. 2011, S. 39.
  27. Richard Lei: To Big to Fit. In: The Washington Post. 21. Januar 2002; abgerufen am 27. Dezember 2017 (englisch).
  28. ab Robert Dvorchak: Murder in Milwaukee: Experts Struggle to Explain Dahmer’s Compulsion: Crime: His behavior was always on the edge, childhood acquaintances say. But no one intervened to help him, and his problems escalated. In: Los Angeles Times. Tronc, Inc., 11. August 1991; abgerufen am 11. Juni 2017 (englisch).
  29. Rogers Worthington: Probation Officer Duly Noted Dahmer’s Battle With Demons. In: Chicago Tribune. Tronc, Inc., 4. August 1991; abgerufen am 11. Juni 2017 (englisch).
  30. Dahmer abused, said Dad. In: The Journal Times. Lee Enterprises, 1. August 1991; abgerufen am 31. Oktober 2017 (englisch).
  31. abc James Barron, Mary B. W. Tabor: 17 Killed, and a Life Is Searched for Clues. In: The New York Times. The New York Times Company, 4. August 1991; abgerufen am 31. Oktober 2017 (englisch).
  32. ab Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. 2011, S. 38.
  33. Derf Backderf: My Friend Dahmer. 2012, S. 207.
  34. Zitiert nach Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. 2016, S. 81.
  35. abc Derf Backderf: My Friend Dahmer. 2012, S. 208.
  36. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. 1995, S. 55.
  37. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 33–34.
  38. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. 1995, S. 55–56.
  39. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. 1995, S. 56–58.
  40. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 36–37.
  41. Derf Backderf: My Friend Dahmer. 2012, S. 211.
  42. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 23, 25–26, 37–38.
  43. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 34.
  44. Ian Barnard: Queer Race: Cultural Interventions in the Racial Politics of Queer Theory (Gender, Sexuality, and Culture). Peter Lang Publishing Inc., New York 2004, ISBN 978-0-8204-7088-7, S. 131.
  45. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. 1995, S. 55, 59, 62.
  46. Paula Chin: Sins of the Son. In: People. Time Inc., 28. März 1994; abgerufen am 1. Januar 2018 (englisch).
  47. ab Derf Backderf: My Friend Dahmer. 2012, S. 205.
  48. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 45.
  49. Don Davis: The Jeffrey Dahmer Story: An American Nightmare. 1995, S. 56.
  50. ab Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 35.
  51. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. 2011, S. 40.
  52. ab Derf Backderf: My Friend Dahmer. 2012, S. 210.
  53. Laut Dahmers Schulfreund Derf Backderf imitierte Dahmer bei seinen „Anfällen“ den Innenarchitekten der Dahmers, der an einer Zerebralparese litt (My Friend Dahmer. 2012, S. 38, 44, 46). Außerdem vermutet Backderf, dass Dahmer auch die Krampfanfälle seiner Mutter nachahmte (My Friend Dahmer. 2012, S. 206).
  54. Da Dahmer kein Mitglied der Honor Society war, wurde sein Gesicht von den Verantwortlichen nachträglich auf dem Foto geschwärzt. Für Backderf wurde das Foto dadurch zu einem Symbol dafür, dass Dahmer nirgends dazugehörte. (My Friend Dahmer. 2012, S. 117, 209).
  55. abcdefg Carol Jouzaitis, George Papajohn: From Class Oddball To ‚Lost Soul‘. In: Chicago Tribune. Tronc, Inc., 28. Juli 1991; abgerufen am 10. Juni 2017 (englisch).
  56. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 38.
  57. Don Davis: The Jeffrey Dahmer Story: An American Nightmare. 1995, S. 23.
  58. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. 1995, S. 65.
  59. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 46–47.
  60. Derf Backderf: My Friend Dahmer. 2012, S. 212.
  61. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 49.
  62. Charles Klotsche, Joyce Flint: The Silent Victims: The Aftermath of Failed Children on Their Mothers’ Lives. Pan American Press, New York 1995, ISBN 0-9673890-2-X, S. 77–78, 139.
  63. abc Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 51–55.
  64. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 55; laut Derf Backderf (My Friend Dahmer. 2012, S. 210) handelte es sich hingegen um die Nacht vom 20. auf den 21. Juni 1978.
  65. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 55, 63.
  66. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 56.
  67. Zitiert nach Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 55.
  68. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. 1995, S. 69.
  69. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 57.
  70. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. 1995, S. 74–75.
  71. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. 1995, S. 76–77.
  72. abc Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. S. 47.
  73. abc Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 59.
  74. Danny Kringiel: Leben mit dem Menschenfresser. In: Spiegel Online. SPIEGELnet GmbH, 15. Februar 2012; abgerufen am 21. Oktober 2017.
  75. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. S. 48.
  76. abc Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 62.
  77. ab Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. 2011, S. 49.
  78. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. 1995, S. 84.
  79. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 67–68.
  80. Zitiert nach Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 67.
  81. ab Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. 2011, S. 50.
  82. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 67.
  83. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 69.
  84. Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. 2016, S. 41–42.
  85. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 71–72.
  86. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 77.
  87. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 73.
  88. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 77–78.
  89. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 66.
  90. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. 2011, S. 50–51.
  91. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 82.
  92. Zitiert nach Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 84.
  93. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 84.
  94. abc Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 74.
  95. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 74–75.
  96. Tuomi wurde zuletzt am 15. September 1987 lebend gesehen (Schwartz, S. 224). Als genaues Todesdatum wird die Nacht vom 21. auf den 22. November (Masters, S. 84–85), der 26. (Kennedy/Maharaj, S. 42) oder der 27. November 1987 (Lionel Dahmer, S. 149) angegeben.
  97. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 84–87.
  98. Zitiert nach Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 88.
  99. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 93.
  100. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. 2011, S. 224.
  101. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 94.
  102. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. 2011, S. 54.
  103. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 95.
  104. ab Rogers Worthington: 3 Victims Testify Against Dahmer. In: Chicago Tribune. Tronc, Inc., 8. Februar 1992; abgerufen am 14. Juni 2017 (englisch).
  105. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 96–97.
  106. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. 1995, S. 93–94.
  107. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 98.
  108. ab Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 100–101.
  109. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 103.
  110. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. 1995, S. 95.
  111. ab Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 105–108.
  112. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. 2011, S. 70.
  113. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 103–104.
  114. ab Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 112.
  115. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. 2011, S. 80.
  116. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 108, 118.
  117. ab Laurie Asseo: Dad of Killer’s Victim Loses Appeal. Associated Press, 20. Oktober 1997; abgerufen am 1. November 2017 (englisch, Pressemitteilung, archiviert im AP News Archive).
  118. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 109.
  119. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 4.
  120. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. 2011, S. 8.
  121. Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. 2016, S. 207.
  122. abcde Gregory O’Meara: “He Speaks Not, Yet He Says Everything; What of That?” Text, Context, and Pretext in State v. Jeffrey Dahmer (Law School Legal Studies Research Paper Series, Paper No. 9–17). Marquette University, Milwaukee 2009, S. 103 (marquette.edu [abgerufen am 1. November 2017]).
  123. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 110–111; Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. 2016, S. 164. Laut anderen Quellen (Schwartz, S. 78; Davis, S. 309) starb Raymond Smith hingegen im Juli 1990.
  124. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 110–112.
  125. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 111–112.
  126. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 114–115.
  127. ab Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 116–117.
  128. Don Davis: The Jeffrey Dahmer Story: An American Nightmare. 1995, S. 309.
  129. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 120.
  130. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. 2011, S. 81.
  131. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 121.
  132. ab Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 122.
  133. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 156.
  134. Zitiert nach Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 94–95.
  135. Don Davis: The Jeffrey Dahmer Story: An American Nightmare. 1995, S. 309. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. 2011, S. 84. Laut Masters (S. 122) wurde Straughter bereits am 17. Februar 1991 ermordet.
  136. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 123.
  137. Rogers Worthington: Dahmer May Have Stopped Killing If He Had Zombie, Doctor Says. In: Chicago Tribune. Tronc, Inc., 11. Februar 1992; abgerufen am 26. Dezember 2017 (englisch).
  138. abc Zögling des Satans. In: Der Spiegel. Spiegel Verlag, 5. Dezember 1994; abgerufen am 11. Juni 2017.
  139. ab Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 203.
  140. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 124.
  141. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 142, 144.
  142. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 138.
  143. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. 2011, S. 89–90.
  144. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 137–138.
  145. Viele Medien berichteten, dass der Jugendliche laut den Zeuginnen in der Genital- und Analregion geblutet habe. Diese Aussagen wurden jedoch von Dahmer und den Polizisten dementiert. Die einzige sichtbare Verletzung sei eine Schürfwunde am Knie des Opfers gewesen, vgl. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 138–139. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. 2011, S. 90–91.
  146. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 139.
  147. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 141–142.
  148. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 143, 146–147.
  149. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 148.
  150. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 144–145.
  151. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 127.
  152. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 149.
  153. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 150–152, 181–182.
  154. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 1–2.
  155. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. 2011, S. 3–5.
  156. ab Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 3–4.
  157. Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. 2016, S. 26.
  158. ab Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 5–6.
  159. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. 2011, S. 15.
  160. Limelight – Medicine at Michigan Spring 2009. Jeff Jentzen: Examining Forensic Medicine. In: Medicine at Michigan. Regents of the University of Michigan, archiviert vom Original am 21. August 2010; abgerufen am 25. Juli 2017 (englisch).
  161. Zitiert nach Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. 2016, S. 37.
  162. ab Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 8.
  163. So Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 180. Die Angaben zur Länge des Geständnisses variieren jedoch je nach Quelle zwischen 145 und 179 Seiten.
  164. Don Davis: The Jeffrey Dahmer Story: An American Nightmare. 1995, S. 287.
  165. ab Jeffrey Jentzen et al.: Destructive Hostility: The Jeffrey Dahmer Case: A Psychiatric and Forensic Study of a Serial Killer. In: The American Journal of Forensic Medicine and Pathology. Band 15, Nr. 4, Dezember 1994, S. 283–294 (englisch, marquette.edu [abgerufen am 22. Oktober 2017]).
  166. Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. 2016, S. 159–161.
  167. Zitiert nach Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 8.
  168. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 6.
  169. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. 2011, S. 224 f.
  170. Bone Fragments, Many Human, Are Found at Suspect’s Ohio Home. In: The New York Times. The New York Times Company, 31. Juli 1991; abgerufen am 30. Juli 2017 (englisch).
  171. Die Quellenlage ist im Hinblick auf das Alter der Opfer zum Teil sehr uneinheitlich. Die in der Tabelle gemachten Angaben basieren auf Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993.
  172. Siehe Einzelnachweise im Artikeltext.
  173. Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. 2016, S. 209–210.
  174. Don Davis: The Jeffrey Dahmer Story: An American Nightmare. 1995, S. 287–288.
  175. ab Robert Imrie: DAHMER FEARED LONELINESS, OFFICER SAYS. In: The Washington Post. 4. August 1991; abgerufen am 2. November 2017 (englisch).
  176. Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. 2016, S. 211.
  177. abcd Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. 2016, S. 246.
  178. Tim Sohr: Die grausame Geschichte eines Serienmörders, der viel zu lange davonkam. In: Der Stern. 27. Juli 2017; abgerufen am 24. Dezember 2017.
  179. Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. 2016, S. 276.
  180. Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. 2016, S. 45, 257.
  181. Zitiert nach Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 73.
  182. Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. 2016, S. 50.
  183. Louis Sahagun: Dahmer Slain in Prison Attack; Inmate Held. In: Los Angeles Times. Tronc, Inc., 29. November 1994; abgerufen am 1. November 2017 (englisch).
  184. Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. 2016, S. 295–296.
  185. Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. 2016, S. 71–72.
  186. Zitiert nach Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 89.
  187. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 121, 207.
  188. Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. 2016, S. 191–192.
  189. Don Davis: The Jeffrey Dahmer Story: An American Nightmare. 1995, S. 287.
  190. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. 2011, S. 204.
  191. Rogers Worthington: Dahmer’s Grisly Motivation Is Debated. In: Chicago Tribune. Tronc, Inc., 31. Januar 1992; abgerufen am 1. November 2017 (englisch).
  192. Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. 2016, S. 141.
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  195. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. 2011, S. 86.
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  197. ab Gregory K. Moffatt: A Violent Heart: Understanding Aggressive Individuals. Praeger Publishers, Westport, CT 2002, ISBN 0-275-97336-0, S. 110.
  198. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. 1993, S. 126.
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  200. Paula Chin: The Door of Evil. In: People. Time Inc., 12. August 1991; abgerufen am 11. Juni 2017 (englisch).
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  202. Don Davis: The Jeffrey Dahmer Story: An American Nightmare. 1995, S. 214.
  203. Wayne A. Petheric et al.: Forensic Criminology. Elsevier, San Diego 2010, ISBN 978-0-12-375071-6, S. 487.
  204. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. 2011, S. 187–188.
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