Johannes Sylvanus

Die Enthauptung des Johann Sylvanus

Johannes Sylvanus (auch: Johann oder Johannes Sylvan; * 16. Jahrhundert; † 23. Dezember 1572 in Heidelberg) war ein deutscher Theologe. Wegen des Vorwurfs unitarischer Ketzerei wurde er zum Tode verurteilt und hingerichtet.

Johannes Sylvanus stammt vermutlich aus Südtirol. Seit spätestens 1555 war er bischöflicher Prediger in Würzburg. 1559 floh er aus Würzburg und trat in Tübingen zum Luthertum über. 1560 wurde er Pfarrer in Calw. 1563 trat er in den Dienst des reformierten Kurfürsten Friedrich III. von der Pfalz. Im gleichen Jahr wurde er Pfarrer und Superintendent in Kaiserslautern. 1566 nahm Sylvanus an einer Fahrt in die Niederlande teil. Ab 1567 war Sylvanus dann Pfarrer in Ladenburg, wo er unter anderem mit Jacob Suter in Kontakt kam.

Sylvanus, der ein Gegner der strengen Kirchenzucht war, bekam zunehmend Zweifel an der Lehre von der Dreifaltigkeit und stand auch in Kontakt zu dem Heidelberger Antitrinitarier Adam Neuser. 1570 schrieb er ein antitrinitarisches Glaubensbekenntnis. Nachdem der Entwurf eines Briefes an den Sultan des Osmanischen Reiches gefunden wurde, wurde Sylvanus – der im Gegensatz zu Adam Neuser nicht fliehen konnte – verhaftet, wobei dann auch das antitrinitarische Glaubensbekenntnis als Beweismittel gegen Sylvanus verwendet wurde. Johannes Sylvanus wurde auf dem Heidelberger Marktplatz mit dem Schwert hingerichtet. Seine Kinder wurden gezwungen, der Hinrichtung beizuwohnen.

Hintergrund der Hinrichtung dürfte auch gewesen sein, dass der vom Kurfürsten Friedrich III. bevorzugte Calvinismus selbst im Verdacht stand, die Lehre von der Dreieinigkeit aufzuweichen. Der Kurfürst konnte so vor dem Kaiser beweisen, dass er auf dem Boden der althergebrachten Religion stand.

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