Kanada (Gelehrter)

Kanada (Sanskrit कणाद, Kaṇāda) ist der Überlieferung nach der Gründer der Vaisheshika-Schule, einem Hauptsystem der Indischen Philosophie, und Verfasser der Vaisheshika-Sutren. Er lebte zwischen dem 6. und 2. Jahrhundert vor Christi, über ihn ist aber kaum etwas bekannt.[1][2]

Sein Name bedeutet „Kornesser“. Andere Namensvarianten sind Kanad, Kashyapa, Kananda und Kanabhuk.

In seinen Schriften vertrat er eine Atomlehre kleinster Einheiten der Materie (paramanu), die unvergänglich sind und sich zu komplexeren Formen zusammenfinden. Die Atome werden nach verschiedenen Elementen unterschieden und sind ständig in Bewegung.

Die Vaisheshika-Sutren erwähnen andere philosophische Systeme wie Samkhya, Purva Mimamsa, aber nicht den Buddhismus. Sie selbst werden in anderen hinduistischen und buddhistischen Texten des 1. und 2. Jahrhunderts nach Christi erwähnt. Kompiliert wurden sie wahrscheinlich in der Zeit von 200 v. Chr. bis zur Zeit von Christi Geburt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dale Maurice Riepe: Naturalistic Tradition in Indian Thought. 2. Auflage. Motilal Banarsidass, 1996, ISBN 978-81-208-1293-2 (englisch).
  • Chandradhar Sharma: A Critical Survey of Indian Philosophy, Motilal Banarsidass. 2013, ISBN 978-81-208-0364-0 (englisch).
  • Jeananne D. Fowler: Perspectives of Reality: An Introduction to the Philosophy of Hinduism. Sussex Academic Press, 2002, ISBN 978-1-898723-93-6 (englisch).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Fowler, Perspectives of Reality, 2002, S. 98–99
  2. Riepe, Naturalistic Tradition in Indian Thought, 1961, S. 228f, sprach sich für die Zeit vor 300 v. Chr. aus, auch wenn genaue Informationen fehlen.
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