Karl Wilhelm Borchardt

Karl Wilhelm Borchardt

Karl Wilhelm Borchardt (* 22. Februar 1817 in Berlin; † 27. Juni 1880 in Rüdersdorf bei Berlin) war ein deutscher Mathematiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er entstammte einer jüdischen Familie aus Berlin. Borchardt studierte seit 1836 in Berlin bei Peter Gustav Lejeune Dirichlet Mathematik und siedelte 1839 nach Königsberg, um bei Friedrich Wilhelm Bessel, Franz Ernst Neumann und vor allem Carl Gustav Jacob Jacobi zu studieren. In seiner Doktorarbeit behandelte er nichtlineare Differentialgleichungen.

Mit Jacobi ging er 1843/1844 nach Italien und war anschließend mehrere Jahre mit selbstständigen mathematischen Untersuchungen in Berlin beschäftigt. Im Winter 1846/1847 verlebte er in Paris und habilitierte sich 1848 an der Friedrich-Wilhelms Universität Berlin. 1856 wurde er ordentliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Berlin und übernahm dann die Fortführung von Crelles Journal für die reine und angewandte Mathematik. 1865 heiratete Borchardt Rosa Oppenheim (* 1843), Tochter des Landwirts und Besitzer des „Rittergut Rüdersdorf“ Adolph Oppenheim, aus der Familie Oppenheim. Er war auswärtiges Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und der der Göttinger Akademie der Wissenschaften (seit 1864).[1]

Grab Borchardts in Berlin-Kreuzberg

Borchardt wurde auf dem Friedhof III der Jerusalems- und Neuen Kirche in Berlin-Kreuzberg beigesetzt. Das Grab ist erhalten geblieben.

Borchardt begann mit der Herausgabe der Werke seines Lehrers Jacobi, deren erster Band nach seinem Tod 1881 erschien. Die Herausgabe wurde von Karl Weierstrass fortgesetzt.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Neue Eigenschaft der Gleichung, mit deren Hilfe man die seculären Störungen der Planeten bestimmt, in Crelles Journal, 1846
  • Untersuchungen über die Theorie der symmetrischen Funktionen, 1856
  • Sur la quadrature définie des surfaces courbes, in Journal de Liouville, 1847

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Holger Krahnke: Die Mitglieder der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen 1751–2001 (= Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, Philologisch-Historische Klasse. Folge 3, Bd. 246 = Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, Mathematisch-Physikalische Klasse. Folge 3, Bd. 50). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2001, ISBN 3-525-82516-1, S. 45.
Karl Wilhelm Borchardt

Karl Wilhelm Borchardt (* 22. Februar 1817 in Berlin; † 27. Juni 1880 in Rüdersdorf bei Berlin) war ein deutscher Mathematiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er entstammte einer jüdischen Familie aus Berlin. Borchardt studierte seit 1836 in Berlin bei Peter Gustav Lejeune Dirichlet Mathematik und siedelte 1839 nach Königsberg, um bei Friedrich Wilhelm Bessel, Franz Ernst Neumann und vor allem Carl Gustav Jacob Jacobi zu studieren. In seiner Doktorarbeit behandelte er nichtlineare Differentialgleichungen.

Mit Jacobi ging er 1843/1844 nach Italien und war anschließend mehrere Jahre mit selbstständigen mathematischen Untersuchungen in Berlin beschäftigt. Im Winter 1846/1847 verlebte er in Paris und habilitierte sich 1848 an der Friedrich-Wilhelms Universität Berlin. 1856 wurde er ordentliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Berlin und übernahm dann die Fortführung von Crelles Journal für die reine und angewandte Mathematik. 1865 heiratete Borchardt Rosa Oppenheim (* 1843), Tochter des Landwirts und Besitzer des „Rittergut Rüdersdorf“ Adolph Oppenheim, aus der Familie Oppenheim. Er war auswärtiges Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und der der Göttinger Akademie der Wissenschaften (seit 1864).[1]

Grab Borchardts in Berlin-Kreuzberg

Borchardt wurde auf dem Friedhof III der Jerusalems- und Neuen Kirche in Berlin-Kreuzberg beigesetzt. Das Grab ist erhalten geblieben.

Borchardt begann mit der Herausgabe der Werke seines Lehrers Jacobi, deren erster Band nach seinem Tod 1881 erschien. Die Herausgabe wurde von Karl Weierstrass fortgesetzt.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Neue Eigenschaft der Gleichung, mit deren Hilfe man die seculären Störungen der Planeten bestimmt, in Crelles Journal, 1846
  • Untersuchungen über die Theorie der symmetrischen Funktionen, 1856
  • Sur la quadrature définie des surfaces courbes, in Journal de Liouville, 1847

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Holger Krahnke: Die Mitglieder der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen 1751–2001 (= Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, Philologisch-Historische Klasse. Folge 3, Bd. 246 = Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, Mathematisch-Physikalische Klasse. Folge 3, Bd. 50). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2001, ISBN 3-525-82516-1, S. 45.
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