Klaus Kammer

Klaus Kammer (links) 1963 mit Fritz Kortner und Rolf Hochhuth

Klaus Kammer (* 10. Januar 1929 in Hannover; † 9. Mai 1964 in Berlin) war ein deutscher Theater-[1] und Film-Schauspieler.[2]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klaus Kammer kam als Kind des Straßenbaumeisters Karl Kammer (1896–1969), Sohn des gleichnamigen Straßenbaumeisters und der Friederike Meyer, und der Bertha (1902–52), Tochter des Müllermeisters Karl Henze und der Auguste Mäkeler, gegen Ende der Weimarer Republik in Hannover zur Welt.[2] Nachdem die Stadt Hannover zur Zeit des Nationalsozialismus im Zweiten Weltkrieg durch die Luftangriffe auf Hannover fast zur Hälfte zerstört worden war,[3] verließ der 17-jährige Kammer auf Wunsch seines Vaters die Oberschule, um im elterlichen Geschäft zu lernen. Doch nachdem die Britischen Militärbehörden den Betrieb der privaten Schauspielschule Hannoversche Kammerspiele genehmigt hatten, absolvierte der Jugendliche dort von 1947 bis 1949 seine Schauspielausbildung. In dieser Zeit trat er[2] in seiner Heimatstadt[4] anfangs kurzzeitig im Kabarett Die Satansbrüder auf, und erhielt anschließend sein erstes Engagement von 1949 bis 1950 an den Märkischen Kammerspielen in Witten an der Ruhr.[2]

In Hamburg lernte Kammer am dortigen Thalia Theater die Schauspielerin Hilde Röhling kennen,[4] Tochter des Drogisten Carl Röhling und der Elfriede Filter, die er 1954 heiratete und mit der er zwei Töchter hatte.[2]

Als eines der bekanntesten Theater-Gesichter der Nachkriegszeit gestaltete Kammer Rollen wie den Jimmy Porter aus Osbornes Blick zurück im Zorn, Jahnn's Thomas Chatterton, Raskolnikoff in der Bearbeitung von Leopold Ahlsen und Andri in Andorra, gewann aber auch Figuren wie Goethes Clavigo neue Seiten ab.

Er wurde einstmals in einem Atemzug mit den jungen Wilden des Theaters Klaus Kinski oder Oskar Werner genannt. Friedrich Luft schrieb in Die Welt über Kammer als Affe in von Willi Schmidt als Ein-Personen-Stück inszenierten Ein Bericht für eine Akademie: "Vergleichbares ist diesem Kritiker bisher nicht untergekommen. Kammers Darbietung ist ein extremer Schauspielakt ohnegleichen..."

Klaus Kammer, dessen Bühnenrollen in einer Vielzahl auch für die Sprechplatte dokumentiert wurden, wirkte außerdem an einigen erfolgreichen deutschen Spielfilmen mit, so z. B. als Hauptdarsteller in Golden Boy an der Seite von Hildegard Knef. 1962 spielte er unter der Regie von Fritz Umgelter mit Peter Ehrlich und Sigurd Fitzek die Hauptrolle in dem Fernseh-Mehrteiler Wer einmal aus dem Blechnapf frißt, der nach dem gleichnamigen Roman von Hans Fallada entstand.

1958 wurde Kammer mit dem Deutschen Kritikerpreis ausgezeichnet.

Seinen Tod fand Kammer in Berlin-Zehlendorf[2] in der Garage seines Wohnhauses, wo er, nach offizieller Schilderung, bei laufendem Motor seines Fahrzeuges über ein Gartengerät stolperte und durch die eingeatmeten Abgase infolge einer Kohlenstoffmonoxidintoxikation starb.

Karl Kammers Grabstätte findet sich auf dem Stadtfriedhof Stöcken in Hannover.[4]

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sprechplatten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Klaus Kammer - Porträt eines Schauspielers (mit Ausschnitten aus Berliner Aufführungen der Jahre 1957 bis 1962)
  • Franz Kafka - Ein Bericht für eine Akademie
  • Der Schlag ans Hoftor und andere kurze Prosa von Franz Kafka

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rudolf Vierhaus (Hrsg.): Kammer, Klaus, Schauspieler ..., in: Deutsche Biographische Enzyklopädie, 2., überarbeitete und erweiterte Auflage, Bd. 5: Hitz – Kotzub, München: K G Saur, 2006, S. 472; eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
  2. abcdef Rolf BadenhausenKammer, Klaus. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 11, Duncker & Humblot, Berlin 1977, ISBN 3-428-00192-3, S. 83 f. (Digitalisat).
  3. Klaus Mlynek: Zweiter Weltkrieg, in: Stadtlexikon Hannover, S. 694f.
  4. abc knerger.de: [1]
Klaus Kammer (links) 1963 mit Fritz Kortner und Rolf Hochhuth

Klaus Kammer (* 10. Januar 1929 in Hannover; † 9. Mai 1964 in Berlin) war ein deutscher Theater-[1] und Film-Schauspieler.[2]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klaus Kammer kam als Kind des Straßenbaumeisters Karl Kammer (1896–1969), Sohn des gleichnamigen Straßenbaumeisters und der Friederike Meyer, und der Bertha (1902–52), Tochter des Müllermeisters Karl Henze und der Auguste Mäkeler, gegen Ende der Weimarer Republik in Hannover zur Welt.[2] Nachdem die Stadt Hannover zur Zeit des Nationalsozialismus im Zweiten Weltkrieg durch die Luftangriffe auf Hannover fast zur Hälfte zerstört worden war,[3] verließ der 17-jährige Kammer auf Wunsch seines Vaters die Oberschule, um im elterlichen Geschäft zu lernen. Doch nachdem die Britischen Militärbehörden den Betrieb der privaten Schauspielschule Hannoversche Kammerspiele genehmigt hatten, absolvierte der Jugendliche dort von 1947 bis 1949 seine Schauspielausbildung. In dieser Zeit trat er[2] in seiner Heimatstadt[4] anfangs kurzzeitig im Kabarett Die Satansbrüder auf, und erhielt anschließend sein erstes Engagement von 1949 bis 1950 an den Märkischen Kammerspielen in Witten an der Ruhr.[2]

In Hamburg lernte Kammer am dortigen Thalia Theater die Schauspielerin Hilde Röhling kennen,[4] Tochter des Drogisten Carl Röhling und der Elfriede Filter, die er 1954 heiratete und mit der er zwei Töchter hatte.[2]

Als eines der bekanntesten Theater-Gesichter der Nachkriegszeit gestaltete Kammer Rollen wie den Jimmy Porter aus Osbornes Blick zurück im Zorn, Jahnn's Thomas Chatterton, Raskolnikoff in der Bearbeitung von Leopold Ahlsen und Andri in Andorra, gewann aber auch Figuren wie Goethes Clavigo neue Seiten ab.

Er wurde einstmals in einem Atemzug mit den jungen Wilden des Theaters Klaus Kinski oder Oskar Werner genannt. Friedrich Luft schrieb in Die Welt über Kammer als Affe in von Willi Schmidt als Ein-Personen-Stück inszenierten Ein Bericht für eine Akademie: "Vergleichbares ist diesem Kritiker bisher nicht untergekommen. Kammers Darbietung ist ein extremer Schauspielakt ohnegleichen..."

Klaus Kammer, dessen Bühnenrollen in einer Vielzahl auch für die Sprechplatte dokumentiert wurden, wirkte außerdem an einigen erfolgreichen deutschen Spielfilmen mit, so z. B. als Hauptdarsteller in Golden Boy an der Seite von Hildegard Knef. 1962 spielte er unter der Regie von Fritz Umgelter mit Peter Ehrlich und Sigurd Fitzek die Hauptrolle in dem Fernseh-Mehrteiler Wer einmal aus dem Blechnapf frißt, der nach dem gleichnamigen Roman von Hans Fallada entstand.

1958 wurde Kammer mit dem Deutschen Kritikerpreis ausgezeichnet.

Seinen Tod fand Kammer in Berlin-Zehlendorf[2] in der Garage seines Wohnhauses, wo er, nach offizieller Schilderung, bei laufendem Motor seines Fahrzeuges über ein Gartengerät stolperte und durch die eingeatmeten Abgase infolge einer Kohlenstoffmonoxidintoxikation starb.

Karl Kammers Grabstätte findet sich auf dem Stadtfriedhof Stöcken in Hannover.[4]

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sprechplatten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Klaus Kammer - Porträt eines Schauspielers (mit Ausschnitten aus Berliner Aufführungen der Jahre 1957 bis 1962)
  • Franz Kafka - Ein Bericht für eine Akademie
  • Der Schlag ans Hoftor und andere kurze Prosa von Franz Kafka

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rudolf Vierhaus (Hrsg.): Kammer, Klaus, Schauspieler ..., in: Deutsche Biographische Enzyklopädie, 2., überarbeitete und erweiterte Auflage, Bd. 5: Hitz – Kotzub, München: K G Saur, 2006, S. 472; eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
  2. abcdef Rolf BadenhausenKammer, Klaus. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 11, Duncker & Humblot, Berlin 1977, ISBN 3-428-00192-3, S. 83 f. (Digitalisat).
  3. Klaus Mlynek: Zweiter Weltkrieg, in: Stadtlexikon Hannover, S. 694f.
  4. abc knerger.de: [1]
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