Mannschaftswettbewerb

Der alpine Mannschaftswettbewerb (oder Nationenteambewerb, englisch Nations Team Event) ist eine Disziplin im alpinen Skisport, bei der Mannschaften mehrerer Nationen gegeneinander antreten.

Regeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Modus bis 2009[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch im ursprünglichen Wettkampfmodus setzte sich jede teilnehmende Mannschaft aus maximal sechs Aktiven (davon mindestens zwei pro Geschlecht) zusammen. Ein Bewerb bestand aus je vier Super-G- und Slalomläufen. Abwechselnd wurden Läufe der Frauen und Läufe der Männer durchgeführt, wobei in jedem dieser Durchgänge pro Land ein Sportler an den Start geschickt wurde. In jedem Durchgang erhielt die Nation mit der besten Laufzeit einen Punkt, die zweitbeste zwei Punkte usw. Wenn ein Athlet in seinem Lauf ausschied, wurde die maximale Punkteanzahl vergeben. Am Ende gewann die Mannschaft mit der geringsten Punktezahl.

Modus seit 2010[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2010 wird der Teamwettbewerb im K.-o.-System, und zwar in Form eines Parallel-Riesenslaloms, ausgetragen. Dabei sind die besten 16 Mannschaften im Nationencup der aktuellen Saison startberechtigt. Jedes Land darf maximal sechs Athleten – davon mindestens zwei Frauen und zwei Männer – nominieren. Eine Runde besteht aus vier Läufen, wobei abwechselnd zwei Frauen und zwei Männer gegeneinander antreten. Für jedes gewonnene Duell gibt es einen Punkt. Endet ein Duell unentschieden (gleiche Laufzeiten), so erhalten beide Teams einen Punkt. Kommt es zu einem Punktegleichstand, gibt die Summe der Laufzeiten der schnellsten Frau und des schnellsten Mannes je Team den Ausschlag für den Sieg bzw. den Aufstieg in die nächste Runde.

Im Weltcup werden für die vier bestplatzierten Mannschaften die vierfachen Weltcuppunkte vergeben. Sie werden im Nationencup je zur Hälfte den Frauen und den Männern zugerechnet. Bei Weltmeisterschaften erhalten die Athleten der drei bestplatzierten Nationen je eine Medaille, wobei alle aufgestellten Athleten, auch wenn sie zu keinem Lauf eingeteilt wurden, berücksichtigt werden.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem sich Mannschaftswettbewerbe im nordischen Skisport schon seit vielen Jahren großer Beliebtheit beim Publikum erfreuen, hat der Internationale Skiverband den alpinen Nationenbewerb ins Leben gerufen.

Am 11. März 2004 wurde der ursprüngliche Modus im Europacup in der Sierra Nevada getestet, allerdings mit je vier Durchgängen im Super-G und Riesenslalom. Es siegte die Mannschaft aus der Schweiz vor Frankreich, Italien und Österreich.[2]

Die Premiere in der absoluten Weltklasse fand am 13. Februar 2005 bei der Weltmeisterschaft in Bormio statt, wobei Deutschland vor Österreich und Frankreich die Goldmedaille gewann.

Zum ersten Mal im Weltcup wurde der Mannschaftswettbewerb am 19. März 2006 zum Abschluss der Saison 2005/06 in Åre veranstaltet. Hier siegte Österreich vor den USA und Schweden. Seitdem steht jedes Jahr ein Teamwettbewerb auf dem Programm des Weltcupfinales. Die Saison 2010/11 sollte in Sölden zusätzlich auch mit einem Mannschaftswettbewerb eröffnet werden, dieser wurde aber im September 2010 wieder aus dem Programm genommen.[3]In der Saison 2013/14 wurde noch ein weiterer Weltcup-Mannschaftswettbewerb in Innsbruck ausgetragen, der im Anschluss an die Olympischen Spiele von Sotschi stattfand.

Ins olympische Programm wurde der Mannschaftswettbewerb im Juni 2015 aufgenommen.[4] Somit werden bei den Olympischen Spielen 2018 in Pyeongchang erstmals Medaillen für alpine Skimannschaften vergeben.

Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltmeisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2005 wurde der alpine Mannschaftswettbewerb erstmals bei Weltmeisterschaften ausgetragen. 2009 musste das Rennen wetterbedingt abgesagt und ersatzlos gestrichen werden. Die folgende Tabelle zeigt die Resultate aller Länder, die bisher an Nationenbewerben bei Weltmeisterschaften teilgenommen haben.

Nation 2005 2007 2011 2013 2015 2017
Osterreich Österreich 2. 1. 2. 1. 1. 5.
Frankreich Frankreich 3. 5. 1. 5. 5. 1.
Deutschland Deutschland 1. 7. 5. 3. 9. 9.
Schweden Schweden 7. 2. 3. 2. 3. 3.
Kanada Kanada 5. 6. 9. 4. 2. 5.
Slowakei Slowakei 9. 9. 2.
Schweiz Schweiz 6. 3. 5. 9. 4. 4.
Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 4. 11. 5. 5. 5. 9.
Italien Italien 8. 8. 4. 9. 5. 5.
Finnland Finnland 4. 9. 9.
Norwegen Norwegen 9. 5. 5.
Tschechien Tschechien 9. 9. 5. 9. 9.
Slowenien Slowenien 9. 10. 5. 9. 9.
Kroatien Kroatien 5. 9. 9. 9.
Argentinien Argentinien 9. 9.
Russland Russland 9. 9.
Liechtenstein Liechtenstein 9.
Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich 9.
Belgien Belgien 9.

Siehe auch: Liste der Weltmeister im alpinen Nationen-Bewerb

Weltcup[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2006 steht pro Saison ein Nationenbewerb beim Weltcupfinale auf dem Programm. 2008 musste das Rennen wegen Schlechtwetters abgesagt werden. Seit der Saison 2009/10 wird der Wettbewerb als Parallel-Riesenslalom ausgetragen. 2014 fanden zwei Mannschaftswettbewerbe statt.

Nation ARE '06 LZH '07 ARE '09 GAP '10 LZH '11 SMG '12 LZH '13 IBK '14 LZH '14 MER '15 SMZ '16 ASP '17
Schweiz Schweiz 5. 7. 3. 2. 4. 2. 5. 3. 1. 1. 1. 5.
Osterreich Österreich 1. 1. 2. 3. 3. 1. 4. 5. 3. 3. 5. 5.
Schweden Schweden 3. 4. 4. 5. 5. 3. 2. 1. 5. 2. 3. 1.
Deutschland Deutschland 8. 9. 1. 5. 1. 5. 5. 5. 2. 2.
Italien Italien 7. 2. 1. 5. 2. 5. 3. 5. 4. 4. 5. 4.
Tschechien Tschechien 1. 5. 5. 9. 9.
Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 2. 6. 9. 4. 4. 2. 5.
Norwegen Norwegen 9. 9. 2. 5. 5.
Frankreich Frankreich 6. 3. 5. 5. 5. 5. 5. 5. 5. 5. 4. 3.
Kanada Kanada 4. 5. 5. 5. 9.
Kroatien Kroatien 4. 9.
Slowenien Slowenien 9. 5. 9. 5. 9. 5.

Legende Ortsnamenkürzel:

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Reglement. (Memento vom 8. September 2008 im Internet Archive) Kapitel 13.
  2. Offizielle Ergebnisliste des ersten Mannschaftswettbewerbs im Europacup (englisch; PDF; 275 kB)
  3. Die Presse: Artikel auf diepresse.com (englisch; aufgerufen am 17. Oktober 2010)
  4. Olympic.org: New events to boost female participation, youth appeal for Pyeongchang 2018 (englisch; aufgerufen am 18. März 2017)

Der alpine Mannschaftswettbewerb (oder Nationenteambewerb, englisch Nations Team Event) ist eine Disziplin im alpinen Skisport, bei der Mannschaften mehrerer Nationen gegeneinander antreten.

Regeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Modus bis 2009[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch im ursprünglichen Wettkampfmodus setzte sich jede teilnehmende Mannschaft aus maximal sechs Aktiven (davon mindestens zwei pro Geschlecht) zusammen. Ein Bewerb bestand aus je vier Super-G- und Slalomläufen. Abwechselnd wurden Läufe der Frauen und Läufe der Männer durchgeführt, wobei in jedem dieser Durchgänge pro Land ein Sportler an den Start geschickt wurde. In jedem Durchgang erhielt die Nation mit der besten Laufzeit einen Punkt, die zweitbeste zwei Punkte usw. Wenn ein Athlet in seinem Lauf ausschied, wurde die maximale Punkteanzahl vergeben. Am Ende gewann die Mannschaft mit der geringsten Punktezahl.

Modus seit 2010[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2010 wird der Teamwettbewerb im K.-o.-System, und zwar in Form eines Parallel-Riesenslaloms, ausgetragen. Dabei sind die besten 16 Mannschaften im Nationencup der aktuellen Saison startberechtigt. Jedes Land darf maximal sechs Athleten – davon mindestens zwei Frauen und zwei Männer – nominieren. Eine Runde besteht aus vier Läufen, wobei abwechselnd zwei Frauen und zwei Männer gegeneinander antreten. Für jedes gewonnene Duell gibt es einen Punkt. Endet ein Duell unentschieden (gleiche Laufzeiten), so erhalten beide Teams einen Punkt. Kommt es zu einem Punktegleichstand, gibt die Summe der Laufzeiten der schnellsten Frau und des schnellsten Mannes je Team den Ausschlag für den Sieg bzw. den Aufstieg in die nächste Runde.

Im Weltcup werden für die vier bestplatzierten Mannschaften die vierfachen Weltcuppunkte vergeben. Sie werden im Nationencup je zur Hälfte den Frauen und den Männern zugerechnet. Bei Weltmeisterschaften erhalten die Athleten der drei bestplatzierten Nationen je eine Medaille, wobei alle aufgestellten Athleten, auch wenn sie zu keinem Lauf eingeteilt wurden, berücksichtigt werden.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem sich Mannschaftswettbewerbe im nordischen Skisport schon seit vielen Jahren großer Beliebtheit beim Publikum erfreuen, hat der Internationale Skiverband den alpinen Nationenbewerb ins Leben gerufen.

Am 11. März 2004 wurde der ursprüngliche Modus im Europacup in der Sierra Nevada getestet, allerdings mit je vier Durchgängen im Super-G und Riesenslalom. Es siegte die Mannschaft aus der Schweiz vor Frankreich, Italien und Österreich.[2]

Die Premiere in der absoluten Weltklasse fand am 13. Februar 2005 bei der Weltmeisterschaft in Bormio statt, wobei Deutschland vor Österreich und Frankreich die Goldmedaille gewann.

Zum ersten Mal im Weltcup wurde der Mannschaftswettbewerb am 19. März 2006 zum Abschluss der Saison 2005/06 in Åre veranstaltet. Hier siegte Österreich vor den USA und Schweden. Seitdem steht jedes Jahr ein Teamwettbewerb auf dem Programm des Weltcupfinales. Die Saison 2010/11 sollte in Sölden zusätzlich auch mit einem Mannschaftswettbewerb eröffnet werden, dieser wurde aber im September 2010 wieder aus dem Programm genommen.[3]In der Saison 2013/14 wurde noch ein weiterer Weltcup-Mannschaftswettbewerb in Innsbruck ausgetragen, der im Anschluss an die Olympischen Spiele von Sotschi stattfand.

Ins olympische Programm wurde der Mannschaftswettbewerb im Juni 2015 aufgenommen.[4] Somit werden bei den Olympischen Spielen 2018 in Pyeongchang erstmals Medaillen für alpine Skimannschaften vergeben.

Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltmeisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2005 wurde der alpine Mannschaftswettbewerb erstmals bei Weltmeisterschaften ausgetragen. 2009 musste das Rennen wetterbedingt abgesagt und ersatzlos gestrichen werden. Die folgende Tabelle zeigt die Resultate aller Länder, die bisher an Nationenbewerben bei Weltmeisterschaften teilgenommen haben.

Nation 2005 2007 2011 2013 2015 2017
Osterreich Österreich 2. 1. 2. 1. 1. 5.
Frankreich Frankreich 3. 5. 1. 5. 5. 1.
Deutschland Deutschland 1. 7. 5. 3. 9. 9.
Schweden Schweden 7. 2. 3. 2. 3. 3.
Kanada Kanada 5. 6. 9. 4. 2. 5.
Slowakei Slowakei 9. 9. 2.
Schweiz Schweiz 6. 3. 5. 9. 4. 4.
Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 4. 11. 5. 5. 5. 9.
Italien Italien 8. 8. 4. 9. 5. 5.
Finnland Finnland 4. 9. 9.
Norwegen Norwegen 9. 5. 5.
Tschechien Tschechien 9. 9. 5. 9. 9.
Slowenien Slowenien 9. 10. 5. 9. 9.
Kroatien Kroatien 5. 9. 9. 9.
Argentinien Argentinien 9. 9.
Russland Russland 9. 9.
Liechtenstein Liechtenstein 9.
Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich 9.
Belgien Belgien 9.

Siehe auch: Liste der Weltmeister im alpinen Nationen-Bewerb

Weltcup[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2006 steht pro Saison ein Nationenbewerb beim Weltcupfinale auf dem Programm. 2008 musste das Rennen wegen Schlechtwetters abgesagt werden. Seit der Saison 2009/10 wird der Wettbewerb als Parallel-Riesenslalom ausgetragen. 2014 fanden zwei Mannschaftswettbewerbe statt.

Nation ARE '06 LZH '07 ARE '09 GAP '10 LZH '11 SMG '12 LZH '13 IBK '14 LZH '14 MER '15 SMZ '16 ASP '17
Schweiz Schweiz 5. 7. 3. 2. 4. 2. 5. 3. 1. 1. 1. 5.
Osterreich Österreich 1. 1. 2. 3. 3. 1. 4. 5. 3. 3. 5. 5.
Schweden Schweden 3. 4. 4. 5. 5. 3. 2. 1. 5. 2. 3. 1.
Deutschland Deutschland 8. 9. 1. 5. 1. 5. 5. 5. 2. 2.
Italien Italien 7. 2. 1. 5. 2. 5. 3. 5. 4. 4. 5. 4.
Tschechien Tschechien 1. 5. 5. 9. 9.
Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 2. 6. 9. 4. 4. 2. 5.
Norwegen Norwegen 9. 9. 2. 5. 5.
Frankreich Frankreich 6. 3. 5. 5. 5. 5. 5. 5. 5. 5. 4. 3.
Kanada Kanada 4. 5. 5. 5. 9.
Kroatien Kroatien 4. 9.
Slowenien Slowenien 9. 5. 9. 5. 9. 5.

Legende Ortsnamenkürzel:

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Reglement. (Memento vom 8. September 2008 im Internet Archive) Kapitel 13.
  2. Offizielle Ergebnisliste des ersten Mannschaftswettbewerbs im Europacup (englisch; PDF; 275 kB)
  3. Die Presse: Artikel auf diepresse.com (englisch; aufgerufen am 17. Oktober 2010)
  4. Olympic.org: New events to boost female participation, youth appeal for Pyeongchang 2018 (englisch; aufgerufen am 18. März 2017)
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Mannschaftswettbewerb aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.