Mojmir I.

Mojmir I. (auch Moimir, Moymir;[1] † wahrscheinlich August 846) war von spätestens um 830 bis 846 der erste historisch belegte Herrscher der Mährer (dux Maravorum) und Namensgeber der mährischen Mojmiriden-Dynastie.

Über Mojmirs Herkunft und Herrschaftsführung ist nichts bekannt, jedoch wird ihm von Historikern die spätestens um 833 erfolgte Vereinigung der mährischen Slawen in einem gemeinsamen Mährerreich zugeschrieben. Die Fragen nach der Annahme des Christentums durch Mojmir und seiner Rolle bei der Christianisierung Mährens sind Gegenstand wissenschaftlicher Debatten. Historiker, die Mojmir als christlichen Herrscher betrachten, führen die von einer späten Quelle überlieferte Taufe „aller Mährer“ durch den Passauer Bischof Reginhar im Jahr 831 auf sein Wirken zurück. Im Jahr 846 wurde er vom ostfränkischen König Ludwig dem Deutschen durch seinen Neffen Rastislav ersetzt.

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zuverlässige Belege über Mojmirs Herkunft gibt es nicht.[2] Nach ihm ist die mährische Dynastie der Mojmiriden benannt, obwohl er möglicherweise nicht deren erster Herrscher war. Laut einer von Tomáš Pešina z Čechorodu mitgeteilten späten Überlieferung stammen die Mojmiriden direkt vom frühen Slawenherrscher Samo (623–658) ab. Pešinas Aufzeichnungen zufolge war Mojmir I. der Sohn des mährischen Fürsten „Mojmar“, der angeblich vom Passauer Bischof Urolf zwischen 804 und 806 getauft wurde und von 811 bis 820 über die Mährer geherrscht haben soll. Mojmar soll drei Söhne gehabt haben: Ljudevit, Boso und Mojmir I. (in der Tradition als Mojmir II. angeführt), der sein Nachfolger wurde. Die Regierungszeit Mojmirs I. dauerte laut der Überlieferung von 820 bis 842.[3]

Einer anderen Theorie zufolge war Vojnomir – ein slawischer Markgraf des 8. Jahrhunderts, der in den Diensten von Erich von Friaul stand – ein Vorgänger Mojmirs.[4] Der Name Mojmir (geschrieben auch Moimar, Moymar) deutet laut manchen Forschern auf eine alanische Herkunft der Dynastie bzw. der Mährer überhaupt hin. Solche Hypothesen gibt es jedoch auch in Bezug auf Anten, Russen, Kroaten und Serben.[5]

Fürst der Mährer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Machtpolitik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ungefähre Grenzen Mährens unter Fürst Mojmir I.

Mojmir I. setzte sich in den 820er Jahren oder spätestens um 830 als Machthaber von Mähren durch.[6] Die Anfänge der mährischen Reichsbildung bleiben völlig unklar, jedoch fällt auf, dass – im Gegensatz zu Böhmen und Polen – in Mähren im 9. Jahrhundert die alten Stämme bereits verschwunden waren. Somit muss die Zentralisierung hier früher eingesetzt haben als in den benachbarten Ländern.[7]

Die Mährer selbst werden in den schriftlichen Quellen erstmals 822 erwähnt. Im Bericht der Annales regni Francorum zu diesem Jahr sind sie unter den slawischen Völkern aufgelistet, die dem fränkischen Kaiser Ludwig dem Frommen Tribute brachten.[8] Möglicherweise wurden ihre Gesandten jedoch schon 811 in Aachen und 815 in Paderborn von den karolingischen Kaisern empfangen.[9] Da die Mährer und ihr Gebiet 817 noch nicht als Bestandteil des bayerischen Königreiches Ludwigs des Deutschen erwähnt werden, erkannten sie vermutlich erst zwischen 817 und 822 die Tributpflicht gegenüber dem Frankenreich an.[10] Fortan sahen die Franken Mähren als ein von ihrem Reich abhängiges Tributärfürstentum an. Allerdings respektierte die fränkische Politik die Macht des östlichen Nachbarn, dessen Herrschaftsgebiet als „Reich der Maraven“ (regnum Maravorum) bezeichnet wurde.[11]

Ausgegrabene Fragmente einer mährischen Siedlung in Staré Město (oben) und einer Burganlage bei Mikulčice (unten), 9. Jahrhundert.

Die das Land durchziehenden Fernhandelsstraßen und der mit dem Fernhandel einhergehende Wohlstand begünstigten die rasche Machtausweitung des mährischen Fürsten.[2] Archäologische und schriftliche Quellen belegen, dass der mährische Adel einen beträchtlichen Wohlstand genoss und einen aristokratischen Lebensstil pflegte, der dem der Franken nicht unähnlich war.[12]

Um das Jahr 833[13] verbannte Mojmir I. den rivalisierenden Machthaber Pribina aus Mähren. Dieser hatte zuvor in der Stadt Nitra („Nitrava“) eine Kirche gebaut und durch den Salzburger Erzbischof Adalram weihen lassen.[14] Dies stand im Zusammenhang mit dem Anspruch Salzburgs auf dieses Territorium als Missionsgebiet.[15] Die genaue Stellung von Pribina ist unter Historikern umstritten. So bezeichnen ihn manche als Herrscher eines eigenständigen Fürstentums Nitra,[16] während andere ihn für einen mährischen Statthalter Mojmirs I. und möglicherweise ein Mitglied der Mojmiriden-Dynastie halten.[17] Falls Pribina der Fürst eines eigenen politischen Gebildes mit Zentrum in Nitra war, ist spätestens mit seiner Verbannung und der Vereinigung beider Fürstentümer unter Mojmirs Herrschaft das Mährerreich („Großmähren“) entstanden. Pribina ließ sich nach seiner Verbannung in Traismauer taufen und erhielt später von Ludwig dem Deutschen ein eigenes Fürstentum in Unterpannonien zugeteilt, welches als Bollwerk gegen die Mährer und Bulgaren dienen sollte.[18]

„Als dies geschehen war, übernahm ein gewisser Ratbodus die Verteidigung der Grenze. Zu seiner Zeit wurde ein gewisser Priwina von Moimarus, dem Fürsten der Mährer, oberhalb der Donau vertrieben und kam zu Ratbodus. […] Ihm [Priwina] hatte einst Erzbischof Adalram auf dessen Eigen in Neutra eine Kirche geweiht.“

Die Grenzen des mährischen Staates unter Mojmir I. sind nicht genau bekannt. Die unzureichende Überlieferung und die Schwierigkeiten, einzelne Orte zu identifizieren, erschweren die Abgrenzung des Herrschaftsbereichs.[20] Jedenfalls dürfte er sich im Westen bis zur Böhmisch-Mährischen Höhe, im Süden bis an die Donau und im Osten mindestens bis über das untere Waagtal erstreckt haben.[21] Die Machtzentren befanden sich einerseits entlang des Flusses March (slawisch: Morava), wohl in den heute mährischen Orten Mikulčice und Staré Město, andererseits (spätestens seit den 830ern) im slowakischen Nitra.[22] Alternative Theorien, die das Mährerreich südlich der Donau, am serbischen Fluss Morava, oder sogar im westlichen Rumänien lokalisieren, stellen in der Fachwelt eine Minderheitsmeinung dar.[23]

Den Aufzeichnungen des Bayerischen Geographen zufolge, dessen Eintrag zu den Mährern („Marharii“) deren Situation zwischen 817 und 843 beschreiben dürfte, verfügten die Mährer zu dieser Zeit über insgesamt 11 „civitates“ (Burgen oder Städte).[24] Archäologische Grabungen belegen eine hochstehende materielle Kultur und relativ große Agglomerationen.[25]

Christianisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundsteine mährischer Kirchen bei Mikulčice (9. Jahrhundert)

Das Gebiet der Mährer wurde im Jahr 796 ein Missionsgebiet von Passau und um das Jahr 800 entstanden hier die ersten Kirchen.[10] Unter Mojmir zeigte Mähren dann die typischen Anzeichen einer im Wandel begriffenen Gesellschaft.[26] Obwohl der Widerstand gegen die Annahme des Christentums wie auch anderswo wohl groß war, gibt es in Mähren keine archäologischen Hinweise auf einen paganen Aufstand. Daher besteht die Möglichkeit, dass zwischen dem neuen und dem alten Kult eine zeitweilige gegenseitige Duldung bestand.[27] Pagane Praktiken scheinen unter Mojmir bis zu einem gewissen Grad weiterhin toleriert worden zu sein, da eine Kultstätte in der zentralen mährischen Burganlage in Mikulčice bis Mitte des 9. Jahrhunderts parallel mit den christlichen Kirchen genutzt wurde.[4] Die Mainzer Synode beschied den reichsangehörigen Mährern erst 852 ein „rohes Christentum“.[28]

Mojmirs Taufe und seine Rolle bei der Christianisierung der mährischen Slawen sind unter Historikern umstritten. Während deutsche und österreichische Forscher relativ skeptisch sind und Mojmir entweder als Repräsentanten „einer noch heidnischen Herrschersippe“ oder als „vielleicht selbst getauft“ bezeichnen, halten ihn slowakische, tschechische und amerikanische Historiker für einen Christen.[29] So datiert Alexis P. Vlasto aufgrund von archäologischen Quellen Mojmirs Taufe bereits in den Zeitraum zwischen 818 und 825.[30] Das am häufigsten genannte Datum ist jedoch das Jahr 831.[31] Für dieses Jahr erwähnt Albert Behaim in seiner im 13. Jahrhundert verfassten Geschichte der Passauer Bischöfe und bayerischen Herzöge, dass der Passauer Bischof Reginhar „alle Mährer“ getauft habe.[32] Mit Verweis darauf, dass Behaim die Notiz sehr wahrscheinlich von einer zuverlässigen Quelle übernommen habe und die Angabe vor allem sehr gut zur Situation in Mähren am Anfang der 830er Jahre passe, wird die Nachricht trotz ihrer späten Bezeugung von slowakischen und tschechischen Historikern als relativ verlässlich eingestuft.[33] Bei der erwähnten Taufe „aller Mährer“ 831 dürfte es sich entweder um eine Taufe des Fürsten Mojmir I., seiner Familie und seines engsten Gefolges[34] oder, falls Mojmir bereits getauft war, um eine Taufe der gesamten mährischen Nation gehandelt haben.[4] Im Falle einer Massentaufe wäre Mähren dann auf dem Weg gewesen, ein „christlicher Staat“ zu werden,[30] da Mojmir I. dann die Massentaufe nicht mehr als Stammesfürst, sondern als Fürst eines entstehenden Staates durchgesetzt hat.[35]

Bezüglich der Kirchenorganisation bestand bis 829 ein Konflikt zwischen dem Bistum Passau und dem Erzbistum Salzburg, da die Salzburger Erzbischöfe ebenfalls Anspruch auf die betreffenden Gebiete erhoben und Passaus Missionsrecht nicht anerkannten. Zu den Höhepunkten des Eingreifens des Salzburger Erzbischofs Adalram (821–836) in die Diözesan- und Missionsrechte Passaus gehörte dessen Weihung einer Kirche in Nitra. Letzten Endes setzte sich aber Passau unter Bischof Reginhar (818–838) gegen Salzburg durch, als König Ludwig der Deutsche im November 829 die alten Diözesengrenzen bestätigte.[36]

Ende der Herrschaft und Nachfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abbild Ludwigs des Deutschen auf dessen königlichem Siegel

Die genauen Umstände des Endes der Herrschaft Mojmirs I. sind umstritten. Die Annales Fuldenses berichten zum Jahr 846:

„[Ludwig der Deutsche] unternahm ungefähr Mitte August einen Feldzug gegen die mährischen Slawen, welche abzufallen versuchten. Nach der Herstellung der Ordnung und nachdem er die Dinge nach seinem Willen geregelt hatte, bestimmte er ihnen Moimars Neffen Rastiz als dux. Von hier aus kehrte er unter großen Schwierigkeiten und großen Kriegsverlusten über Böhmen zurück in die Heimat.“

Annales Fuldenses 846[37]

Aufgrund der sehr allgemeinen Formulierung ist es relativ schwierig, einen sicheren Rückschluss auf die Umstände des Eingreifens Ludwigs des Deutschen in Mähren zu ziehen.[38] So wird die fränkische Invasion in Mähren von Historikern entweder auf eine rebellische Unabhängigkeitspolitik Mojmirs I. – wohl Verweigerung der Tributzahlung – zurückgeführt, die zu seiner Absetzung durch Ludwig geführt habe,[39] oder auf den Tod Mojmirs, der zu Nachfolgestreitigkeiten unter den Mährern führte und Ludwig zum Eingreifen bewog.[40] Möglicherweise war der fränkische Einmarsch in Mähren aber auch nur Teil der seit 845 unternommenen systematischen Offensive Ludwigs gegen alle slawischen Stämme entlang der Ostgrenze, um deren Abhängigkeit vom 843 neuentstandenen Ostfrankenreich durchzusetzen. Das noch unter Karl dem Großen an der Ostgrenze aufgebaute System tributär-vasallenhafter Abhängigkeit scheint seit der innerfränkischen Krise in den 830er Jahren praktisch zusammengebrochen zu sein.[41]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fantasieporträt von Mojmir I. auf einer Banknote des Slowakischen Staates (1944)

Über Mojmirs Herrschaftspraxis lässt sich aufgrund der ungünstigen Quellenlage kaum Klarheit gewinnen.[42] Daher besteht bei der Deutung und Beurteilung seiner Außenpolitik, Christianisierungspolitik und Herrschaftsetablierung unter den Historikern keine Einigkeit. So hat Mojmir je nach Interpretation der Quellen entweder außenpolitisch Unabhängigkeit vom Frankenreich angestrebt und innenpolitisch seine straffe Herrschaft konsolidiert sowie die Christianisierung aktiv betrieben, oder er orientierte sich in der Außenpolitik weitgehend an den Franken und ging Konflikten aus dem Weg, ließ die Christianisierung nur passiv zu und war im Inneren als Herrscher noch nicht umfassend anerkannt.

Dušan Třeštík sieht Mojmir als „großen Fürsten“[35] und „autokratischen Herrscher“,[43] der es geschafft habe, in seinem Land 831 das Christentum als Staatsreligion durchzusetzen, ohne dadurch einen paganen Aufstand auszulösen. Mit seinem Herrschaftsantritt sei die Abhängigkeit der Mährer vom Frankenreich, in welche sie zwischen 817 und 822 geraten seien, faktisch beendet worden, da die Mährer „aus ihrem eigenen Willen heraus“ und „ohne die Kontrolle des Reiches“ die Taufe angenommen hätten.[44] Dabei vergleicht Třeštík die Rolle Mojmirs bei der Taufe der Mährer mit jener des Großfürsten Wladimir I. bei der Christianisierung der Kiewer Rus.[4]Wilfried Hartmann sieht die Ereignisse um Mojmirs Absetzung 846 als Ergebnis von dessen Außenpolitik, denn er sei im Begriff gewesen, ein „unabhängiges slawisches Herrschaftsgebilde zu errichten“.[45]Eric J. Goldberg geht noch weiter und nimmt an, dass Mojmir I. in den frühen 830er Jahren „im wesentlichen zu einem König“ aufstieg, eine „ernsthafte Bedrohung“ für den ostfränkischen König Ludwig den Deutschen darstellte und versuchte, ein „unabhängiges slawisches Königreich“ zu schaffen.[46]

Anders äußern sich deutsche und österreichische Historiker. Jörg K. Hoensch räumt ein, dass Mojmir „vielleicht selbst getauft wurde“ und zumindest der Ausbreitung des Christentums durch die bayerisch-salzburgische Mission keine Hindernisse in den Weg stellte.[47] Für Herwig Wolfram wiederum ist Mojmir „Repräsentant einer noch heidnischen Herrschersippe“, welche „spätestens um 850“ christianisiert worden sei. Wolfram bezeichnet die in einer späten Quelle erwähnte Missionierung Mährens durch den Passauer Bischof Reginhar 831 als „späte Erfindung“.[48]

Seit den achtziger Jahren des 18. Jahrhunderts nahm die slowakische Nationalbewegung die Tradition des von Mojmir I. geschaffenen „Großmährischen Reiches“ als Basis einer sich herausbildenden Nationalidentität an. In Böhmen und Mähren konnte sich die Tradition auf das ununterbrochene Interesse für dieses Thema in Werken der Geschichtsschreibung seit dem Mittelalter stützen, die den Verweis auf Großmähren bei der Bildung des Königreichs Böhmen nutzten.[49] In der Geschichtsschreibung des mit dem Dritten Reich verbündeten Slowakischen Staates (1939–1945) wurde Mojmir I. als Herrscher dargestellt, der mit der Vertreibung Pribinas aus Nitra die „slowakischen Stämme“ in einem Staatsgebilde vereinigt und so den „ersten slowakischen Staat“ geschaffen habe. Sein Verhältnis zu den „deutschen Nachbarn“ wird hier als durchwegs positiv beschrieben.[50] Die Einschätzung Mojmirs I. in der heutigen Slowakei variiert stark. Neben seiner Charakterisierung als „slowakischer“ oder „altslowakischer“ Herrscher[51] steht die Ansicht, er habe die kurzlebige Eigenstaatlichkeit der Slowaken oder ihrer Vorfahren unter Pribina mit der „Eroberung“ von dessen Nitraer Fürstentum beendet.[52]

Im Jahr 1948 wurde die nahe Nitra gelegene slowakische Stadt Urmín nach Mojmir I. in Mojmírovce umbenannt. In der slowakischen Literatur wurde die Gestalt Mojmirs I. in Ján Hollýs Klagelied „Stežovaní Mojmíra“ (Die Klage Mojmirs) und Ľudo Zúbeks Roman „Svätoplukova ríša“ (Das Reich des Svatopluk) thematisiert.[53]

Für die moderne tschechische Historiographie hat Mojmir I. insbesondere insofern Bedeutung, als das von ihm vereinte Mährerreich der „mächtige Nachbar, Verbündete, zeitweise Herrscher und vor allem das Vorbild“ der tschechischen Přemysliden war und den Impuls für die Entstehung des böhmischen (tschechischen) Staates gab, der gewissermaßen als der Erbe des Mährerreiches angesehen wird.[54]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lubomír E. Havlík: Kronika o Velké Moravě. [= Chronik über Großmähren]. 3. Auflage, JOTA, Brünn 2013, ISBN 978-80-85617-06-1. (Quellenedition zur mährischen Geschichte vom 6. Jahrhundert bis zum 11. Jahrhundert)
  • Herwig Wolfram: Conversio Bagoariorum et Carantanorum. Das Weißbuch der Salzburger Kirche über die erfolgreiche Mission in Karantanien und Pannonien. Böhlau, Wien/ Köln/ Graz 1979. (Quellenedition)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutsche und Österreichische Forschung

US-amerikanische Forschung

  • Paul M. Barford: The Early Slavs. Cornell University Press, Ithaca NY 2001, ISBN 0-8014-3977-9.
  • Charles R. Bowlus: Franks, Moravians, and Magyars. The Struggle for the Middle Danube, 788–907. University of Pennsylvania Press, Philadelphia PA 1995, ISBN 0-8122-3276-3.
  • Eric J. Goldberg: Ludwig der Deutsche und Mähren. Eine Studie zu karolingischen Grenzkriegen im Osten. In: Wilfried Hartmann (Hrsg.): Ludwig der Deutsche und seine Zeit. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2004, ISBN 978-3-534-17308-2, S. 67–94 mgh-bibliothek.de (PDF; Rezension)
  • Eric J. Goldberg: Struggle for Empire: Kingship and Conflict under Louis the German, S. 817–876. Cornell University Press, Ithaca NY 2006, ISBN 978-0-8014-3890-5.
  • Richard A. Fletcher: The Barbarian Conversion: From Paganism to Christianity. H. Hold & Co, New York 1998, ISBN 0-8050-2763-7.
  • Alexis P. Vlasto: The Entry of the Slavs into Christendom. An Introduction of the Mediaval History of the Slavs. Cambridge University Press, Cambridge 2009, ISBN 978-0-521-10758-7.

Tschechische Forschung

  • František Graus: Dux-rex Moraviae. In: Sborník prací Filozofické Fakulty Brnenské Univerzity C, Bd. 9, 1960, S. 181–190.
  • František Graus: Die Nationenbildung der Westslawen im Mittelalter (= Nationes. Historische und philologische Untersuchungen zur Entstehung der europäischen Nationen im Mittelalter. Band 3). Thorbecke, Sigmaringen 1980, ISBN 3-7995-6103-X
  • Lubomír E. Havlík: Svatopluk Veliký, král Moravanů a Slovanů [= Svatopluk der Große, König der Mährer und Slawen]. Jota, Brno 1994, ISBN 80-85617-19-6.
  • Václav Richter: Die Anfänge der grossmährischen Architektur. In: Magna Moravia. Praha 1965, S. 121–360.
  • Dušan Třeštík: Počátky Přemyslovců. Vstup Čechů do dějin (530–935). [= Die Anfänge der Přemysliden. Der Eintritt der Tschechen in die Geschichte (530–935)]. 2. Auflage, Nakladatelství Lidové noviny, Praha 2008, ISBN 978-80-7106-138-0.
  • Dušan Třeštík: Vznik Velké Moravy. Moravané, Čechové a střední Evropa v letech 791–871. [= Die Entstehung Großmährens. Mährer, Tschechen und Mitteleuropa in den Jahren 791–871]. 2. Auflage, Nakladatelství Lidové noviny, Praha 2010, ISBN 978-80-7422-049-4. (Standardwerk zur Vorgeschichte, Entstehung und Entwicklung des mährischen Staates bis 871)

Slowakische Forschung

  • Miroslav Lysý: Titul mojmírovských panovníkov. [= Die Titel der mojmiridischen Herrscher]. In: Historia et theoria iuris. 2013, Ausgabe 5, Nr. 1, S. 24.
  • Miroslav Lysý: Mojmírovská Morava na hraniciach s impériom [= Das mojmiridische Mähren an den Grenzen des Imperiums]. In: Forum Historiae, 2014, Jahrg. 8, Nr. 2, S. 98–129.
  • Miroslav Lysý: Moravania, Mojmírovci a Franská ríša. Štúdie k etnogenéze, politickým inštitúciám a ústavnému zriadeniu na území Slovenska vo včasnom stredoveku [Die Mährer, die Mojmiriden und das Fränkische Reich]. Atticum, Bratislava 2014, ISBN 978-80-971381-4-1.
  • Ján Steinhübel: Die großmährischen Bistümer zur Zeit Mojmírs II. In: Bohemia 37, 1996, S. 1–22
  • Ján Steinhübel: Die Kirchenorganisation in Neutra um die Jahrtausendwende. In: Bohemia 40, 1999, S. 65–78.
  • Ján Steinhübel: Nitrianske kniežatstvo. Počiatky stredovekého Slovenska [= Das Fürstentum Nitra. Die Anfänge der mittelalterlichen Slowakei]. Rak/Veda, Bratislava 2004, ISBN 80-224-0812-3. (Standardwerk der slowakischen Sichtweise)
  • Tatiana Štefanovičová: Osudy starých Slovanov [= Schicksale der alten Slawen]. Osveta, Martin 1989, OCLC 21336284, detaillierte Darstellung zur archäologischen Entwicklung des Mährerreiches, slowakisch – mit russischer, englischer und deutscher Zusammenfassung.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mojmír I – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Petr Sommer, Dušan Třeštík, Josef Žemlička: Great Moravia. Abgerufen am 7. Mai 2014 (englisch).

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. slowakisch und tschechisch: Mojmír I., in zeitgenössischen Quellen lateinisch: Moimarus, Moymarus.
  2. ab Jörg K. Hoensch: Geschichte Böhmens. Von der slavischen Landnahme bis zur Gegenwart. 3., aktualisierte und ergänzte Auflage. München 1997, S. 35.
  3. Lubomír E. Havlík: Kronika o Velké Moravě. 3. Auflage, Brünn 2013, S. 89–90; Lubomír E. Havlík: Svatopluk Veliký, král Moravanů a Slovanů. Brünn 1994, S. 63; Jörg K. Hoensch: Geschichte Böhmens. Von der slavischen Landnahme bis zur Gegenwart. 3., aktualisierte und ergänzte Auflage. München 1997, S. 35.
  4. abcd Sommer et al: Great Moravia. In: christianization.hist.cam.ac.uk, abgerufen am 20. Dezember 2015, 15:23.
  5. Lubomír E. Havlík: Kronika o Velké Moravě. 3. Auflage, Brünn 2013, S. 103.
  6. Zum Herrschaftsantritt Mojmirs in den 820ern vgl. Alexis P. Vlasto: The Entry of the Slavs into Christendom. An Introduction of the Mediaval History of the Slavs. London/New York 1970, S. 20; Richard A. Fletcher: The Barbarian Conversion: From Paganism to Christianity. New York 1998, S. 336. Zum Antrittsjahr 830 vgl. Herwig Wolfram: Grenzen und Räume. Geschichte Österreichs vor seiner Entstehung. Wien 1995, S. 248, 315; Eric J. Goldberg: Struggle for Empire: Kingship and Conflict under Louis the German, 817–876. Ithaca 2006, S. 138.
    Die altslawischen Quellen verwenden für mojmiridische Herrscher einheitlich den Titel „кнѧзь“ bzw. „княз“ (Knes), der auch mit der arabischen Umschreibung „k.náz“ überliefert ist. Griechische Quellen übersetzen den Knesen-Titel der Mojmiriden einheitlich mit „ἄρχων“ (Archon), während die Titulatur in den lateinischen Quellen uneinheitlich ist. Es dominieren die Titel „dux“ und „rex“, seltener „regulus“, „princeps“ und als Einzelfall „comes“. Inwiefern der altslawische Knesen-Titel den modernen Titeln Fürst, Herzog oder König zugeordnet werden kann, ist unter Historikern umstritten, tendenziell wird aber die Bezeichnung „Fürst“ bevorzugt. Im vorstaatlichen Zeitraum hatten die westslawischen Stämme nicht nur einen Knesen, sondern mehrere. Im Gegensatz dazu gab es in Mähren seit Mojmir I. immer nur noch einen einzigen Knes. Vgl. dazu František Graus: Dux-rex Moraviae. In: Sborník prací Filozofické Fakulty Brnenské Univerzity C.1960, S. 181–190; Lubomír E. Havlík: Kronika o Velké Moravě. 3. Auflage, Brünn 2013, S. 111–112, 132–133, 368; Miroslav Lysý: Titul mojmírovských panovníkov. In: Historia et theoria iuris. 2013, S. 24–33; Sommer et al: Great Moravia.
  7. Sebastian Brather: Archäologie der westlichen Slawen. Siedlung, Wirtschaft und Gesellschaft im früh- und hochmittelalterlichen Ostmitteleuropa. 2. überarbeitete Auflage, Berlin/ New York 2008, S. 68; František Graus: Die Nationenbildung der Westslawen im Mittelalter (= Nationes. Historische und philologische Untersuchungen zur Entstehung der europäischen Nationen im Mittelalter. Band 3). Sigmaringen 1980, S. 43.
  8. Eric J. Goldberg: Ludwig der Deutsche und Mähren. Eine Studie zu karolingischen Grenzkriegen im Osten. In: Wilfried Hartmann (Hrsg.): Ludwig der Deutsche und seine Zeit. Darmstadt 2004, S. 67–94, hier: S. 74.
  9. Paul M. Barford: The Early Slavs. Ithaca/New York 2001, S. 109.
  10. ab Dušan Třeštík: Počátky Přemyslovců. Vstup Čechů do dějin (530–935). 2. Auflage, Prag 2008, S. 270.
  11. Herwig Wolfram: Grenzen und Räume. Geschichte Österreichs vor seiner Entstehung. Wien 1995, S. 315; zu den unterschiedlichen lateinischen Schreibvarianten des mährischen regnum vgl. Lubomír E. Havlík: Kronika o Velké Moravě. 3. Auflage, JOTA, Brünn 2013, S. 354–355.
  12. Eric J. Goldberg: Ludwig der Deutsche und Mähren. Eine Studie zu karolingischen Grenzkriegen im Osten. In: Wilfried Hartmann (Hrsg.): Ludwig der Deutsche und seine Zeit. Darmstadt 2004, S. 67–94, hier: S. 77.
  13. Die Datierung ist unter den Historikern umstritten. Lubomír E. Havlík und Dušan Třeštík geben 832 bis 833 an (Lubomír E. Havlík: Kronika o Velké Moravě. o. O. 2013, S. 101f.; Dušan Třeštík: Vznik Velké Moravy. Moravané, Čechové a střední Evropa v letech 791–871. 2. Auflage, Prag 2010, S. 126ff.), Paul M. Barford, Wilfried Harmann, Herwig Wolfram und Ján Steinhübel das Jahr 833 (Paul M. Barford: The Early Slavs. Ithaca/New York 2001, S. 218; Wilfried Harmann: Ludwig der Deutsche. Darmstadt 2002, S. 113; Herwig Wolfram: Grenzen und Räume. Geschichte Österreichs vor seiner Entstehung. Wien 1995, S. 248; Ján Steinhübel: Die Kirchenorganisation in Neutra um die Jahrtausendwende. In: Bohemia 40, 1999, S. 69.) und Sebastian Brather und Jörg K. Hoensch den Zeitraum zwischen 833 und 836 (Sebastian Brather: Archäologia der westlichen Slawen. Siedlung, Wirtschaft und Gesellschaft im früh- und hochmittelalterlichen Ostmitteleuropa. 2. überarbeitete Auflage, Berlin/ New York 2008, S. 68; Jörg K. Hoensch: Geschichte Böhmens. Von der slavischen Landnahme bis zur Gegenwart. 3., aktualisierte und ergänzte Auflage. München 1997, S. 35).
  14. Lubomír E. Havlík: Kronika o Velké Moravě. 3. Auflage, Brünn 2013, S. 90–91, 101–103; Dušan Třeštík: Vznik Velké Moravy. Moravané, Čechové a střední Evropa v letech 791–871. 2. Auflage, Prag 2010, S. 126.
  15. Alexis P. Vlasto: The Entry of the Slavs into Christendom. An Introduction of the Mediaval History of the Slavs. London/New York 1970, S. 24.
  16. Paul M. Barford: The Early Slavs. Ithaca/New York 2001, S. 218; Dušan Kováč: Dejiny Slovenska. Prag 2000, S. 25; Ján Steinhübel: The Duchy of Nitra. In: Mikuláš Teich, Dušan Kováč, Martin D. Brown: Slovakia in History. New York 2011, S. 16.
  17. Lubomír E. Havlík: Kronika o Velké Moravě. 3. Auflage, Brünn 2013, S. 103; Dušan Třeštík: Vznik Velké Moravy. Moravané, Čechové a střední Evropa v letech 791–871. 2. Auflage, Prag 2010, S. 132–135; Alexis P. Vlasto: The Entry of the Slavs into Christendom. An Introduction of the Mediaval History of the Slavs. London/New York 1970, S. 20.
  18. Eric J. Goldberg: Ludwig der Deutsche und Mähren. Eine Studie zu karolingischen Grenzkriegen im Osten. In: Wilfried Hartmann (Hrsg.): Ludwig der Deutsche und seine Zeit. Darmstadt 2004, S. 67–94, hier: S. 77; Dušan Třeštík: Počátky Přemyslovců. Vstup Čechů do dějin (530–935). 2. Auflage, Prag 2008, S. 271.
  19. „His ita peractis Ratbodus suscepit defensionem termini. In cuius spacio temporis quidam Priwina exulatus a Moimaro duce Maravorum supra Danubium venit ad Radbodum. […] Cui quondam Adalrammus archiepiscopus ultra Danubium in sua proprietate loco vocato Nitrava consecravit ecclesiam.“ vgl. Herwig Wolfram (Hrsg.): Conversio Bagoariorum et Carantanorum. Das Weißbuch der Salzburger Kirche über die erfolgreiche Mission in Karantanien und Panonnien. Böhlau, Wien/ Köln/ Graz 1979, S. 51–53.
  20. Sebastian Brather: Archäologia der westlichen Slawen. Siedlung, Wirtschaft und Gesellschaft im früh- und hochmittelalterlichen Ostmitteleuropa. 2. überarbeitete Auflage, Berlin/ New York 2008, S. 68; Alexis P. Vlasto: The Entry of the Slavs into Christendom. An Introduction of the Mediaval History of the Slavs. London/New York 1970, S. 326.
  21. Lubomír E. Havlík: Kronika o Velké Moravě. 3. Auflage, Brünn 2013, S. 92; Jörg K. Hoensch: Geschichte Böhmens. Von der slavischen Landnahme bis zur Gegenwart. 3., aktualisierte und ergänzte Auflage. München 1997, S. 35.
  22. Herwig Wolfram: Grenzen und Räume. Geschichte Österreichs vor seiner Entstehung. Wien 1995, S. 315.
  23. Vgl. Sebastian Brather: Archäologia der westlichen Slawen. Siedlung, Wirtschaft und Gesellschaft im früh- und hochmittelalterlichen Ostmitteleuropa. 2. überarbeitete Auflage, Berlin/ New York 2008, S. 68; Eric J. Goldberg: Ludwig der Deutsche und Mähren. Eine Studie zu karolingischen Grenzkriegen im Osten. In: Wilfried Hartmann (Hrsg.): Ludwig der Deutsche und seine Zeit. Darmstadt 2004, S. 67–94, hier: S. 74, Anm. 19; Wilfried Hartmann: Ludwig der Deutsche. Darmstadt 2002, S. 114f.; Roland Schönfeld: Slowakei: Vom Mittelalter bis zur Gegenwart. München, Regensburg 2000, S. 17.
  24. Unabhängig von der Frage nach der Datierung des Bayerischen Geographen geht der tschechische Historiker Lubomír E. Havlík davon aus, dass der Eintrag zu den „Marharii“ den Zustand der Mährer zwischen 817 und 843 beschreibt. Demnach hätte Mojmir I. über 11 „civitates“ geherrscht. Während darunter üblicherweise Burgen verstanden werden, scheint es sich bei den civitates der Mährer bereits um Siedlungen gehandelt zu haben. Vgl. dazu Lubomír E. Havlík: Kronika o Velké Moravě. 3. Auflage, Brünn 2013, S. 90–91, 109–110.
  25. František Graus: Die Nationenbildung der Westslawen im Mittelalter (= Nationes. Historische und philologische Untersuchungen zur Entstehung der europäischen Nationen im Mittelalter. Band 3). Sigmaringen 1980, S. 43.
  26. Alexis P. Vlasto: The Entry of the Slavs into Christendom. An Introduction of the Mediaval History of the Slavs. London/New York 1970, S. 21.
  27. Dušan Třeštík: Vznik Velké Moravy. Moravané, Čechové a střední Evropa v letech 791–871. 2. Auflage, Prag 2010, S. 130.
  28. Herwig Wolfram: Grenzen und Räume. Geschichte Österreichs vor seiner Entstehung. Wien 1995, S. 260.
  29. Paul M. Barford: The Early Slavs. Ithaca/New York 2001, S. 219; Jörg K. Hoensch: Geschichte Böhmens. München 1997, S. 35; Ján Steinhübel: Die großmährischen Bistümer zur Zeit Mojmírs II. In: Bohemia 37, 1996, S. 2–3; Dušan Třeštík: Vznik Velké Moravy. Moravané, Čechové a střední Evropa v letech 791–871. 2. Auflage, Prag 2010, S. 117–121; Herwig Wolfram: Grenzen und Räume. Geschichte Österreichs vor seiner Entstehung. Wien 1995, S. 315 u. 442, Anm. 208; Alexis P. Vlasto: The Entry of the Slavs into Christendom. London/New York 1970, S. 24.
  30. ab Alexis P. Vlasto: The Entry of the Slavs into Christendom. An Introduction of the Mediaval History of the Slavs. London/New York 1970, S. 24.
  31. Paul M. Barford: The Early Slavs. Ithaca/New York 2001, S. 219.
  32. Dušan Třeštík: Vznik Velké Moravy. Moravané, Čechové a střední Evropa v letech 791–871. 2. Auflage, Prag 2010, S. 117; Lubomír E. Havlík: Kronika o Velké Moravě. 3. Auflage, Brünn 2013, S. 95.
  33. Dušan Třeštík: Vznik Velké Moravy. Moravané, Čechové a střední Evropa v letech 791–871. 2. Auflage, Prag 2010, S. 117–121; Ján Steinhübel: Die großmährischen Bistümer zur Zeit Mojmírs II. In: Bohemia 37, 1996, S. 2–3.
  34. Ján Steinhübel: Die großmährischen Bistümer zur Zeit Mojmírs II. In: Bohemia 37, 1996, S. 5.
  35. ab Dušan Třeštík: Počátky Přemyslovců. Vstup Čechů do dějin (530–935). 2. Auflage, Prag 2008, S. 271.
  36. Ján Steinhübel: Die Kirchenorganisation in Neutra um die Jahrtausendwende. In: Bohemia 40, 1999, S. 67–69.
  37. Annales Fuldenses ad 846: … circa medium mensem Augustum cum exercitu ad Sclavos Margenses defectionem molientes profectus est. Ubi ordinatis et iuxta libitum suum conpositis rebus ducem eis constituit Rastizen nepotem Moimari; inde per Boemanos cum magna difficultate et grandi damno exercitus sui reversus est.
  38. Dušan Třeštík: Vznik Velké Moravy. Moravané, Čechové a střední Evropa v letech 791–871. 2. Auflage, Prag 2010, S. 150–151.
  39. Eric J. Goldberg: Ludwig der Deutsche und Mähren. Eine Studie zu karolingischen Grenzkriegen im Osten. In: Wilfried Hartmann (Hrsg.): Ludwig der Deutsche und seine Zeit. Darmstadt 2004, S. 67–94, hier: S. 77–78; Eric J. Goldberg: Struggle for Empire: Kingship and Conflict under Louis the German, 817–876. Ithaca 2006, S. 138–140; Wilfried Hartmann: Ludwig der Deutsche. Darmstadt 2002, S. 115.
  40. Vgl. Jörg K. Hoensch: Geschichte Böhmens: Von der slavischen Landnahme bis zur Gegenwart. Dritte aktualisierte und ergänzte Auflage, München 1997, S. 35; Alexis P. Vlasto: The Entry of the Slavs into Christendom. An Introduction of the Mediaval History of the Slavs. London/New York 1970, S. 25.
  41. Dušan Třeštík: Počátky Přemyslovců. Vstup Čechů do dějin (530–935). 2. Auflage, Prag 2008, S. 271–272.
  42. Sebastian Brather: Archäologia der westlichen Slawen. Siedlung, Wirtschaft und Gesellschaft im früh- und hochmittelalterlichen Ostmitteleuropa. 2. überarbeitete Auflage, Berlin/ New York 2008, S. 68; Jörg K. Hoensch: Geschichte Böhmens. Von der slavischen Landnahme bis zur Gegenwart. 3. aktualisierte und ergänzte Auflage, München 1997, S. 35.
  43. Dušan Třeštík: Vznik Velké Moravy. Moravané, Čechové a střední Evropa v letech 791–871. 2. Auflage, Prag 2010, S. 149.
  44. Dušan Třeštík: Vznik Velké Moravy. Moravané, Čechové a střední Evropa v letech 791–871. 2. Auflage, Prag 2010, S. 153.
  45. Wilfried Hartmann: Ludwig der Deutsche. Darmstadt 2002, S. 115.
  46. Eric J. Goldberg: Struggle for Empire: Kingship and Conflict under Louis the German, 817–876. Ithaca 2006, S. 138.
  47. Jörg K. Hoensch: Geschichte Böhmens. München 1997, S. 35.
  48. Herwig Wolfram: Grenzen und Räume. Geschichte Österreichs vor seiner Entstehung. Wien 1995, S. 315 u. 442, Anm. 208.
  49. Gabriela Kiliánová: Ein Grenzmythos: Die Burg Devín. In: Hannes Stekl, Elena Mannová: Heroen, Mythen, Identitäten: Die Slowakei und Österreich im Vergleich. (= Wiener Vorlesungen und Studien 14) WUV, Wien 2003, S. 54.
  50. František Hrušovský: Obrazové slovenské dejiny [= Bildhafte slowakische Geschichte.] Matica slovenská, Turčiansky Svätý Martin 1942, S. 31–35.
  51. Milan S. Ďurica: Dejiny Slovenska a Slovákov v časovej následnosti faktov dvoch tisícročí [= Geschichte der Slowakei und der Slowaken in zeitlicher Abfolge der Fakten von zwei Jahrtausenden.] 4. Ausgabe, LÚČ, Bratislava 2007, S. 28–29.
  52. Richard Marsina: Ethnogenesis of Slovaks. In: Human Affairs, 7, 1997, 1, S. 15–23.
  53. Kurzangabe zu Mojmir I. in Michal Eliaš: Slávni Slováci [Ruhmreiche Slowaken]. Matica slovenská, Martin 2010, ISBN 978-80-7090-983-6, S. 64.
  54. Dušan Třeštík: Počátky Přemyslovců. Vstup Čechů do dějin (530–935). 2. Auflage, Prag 2008, S. 263.


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Vorgänger Amt Nachfolger
N. N. Fürst der Mährer
um 830–846
Rastislav

Mojmir I. (auch Moimir, Moymir;[1] † wahrscheinlich August 846) war von spätestens um 830 bis 846 der erste historisch belegte Herrscher der Mährer (dux Maravorum) und Namensgeber der mährischen Mojmiriden-Dynastie.

Über Mojmirs Herkunft und Herrschaftsführung ist nichts bekannt, jedoch wird ihm von Historikern die spätestens um 833 erfolgte Vereinigung der mährischen Slawen in einem gemeinsamen Mährerreich zugeschrieben. Die Fragen nach der Annahme des Christentums durch Mojmir und seiner Rolle bei der Christianisierung Mährens sind Gegenstand wissenschaftlicher Debatten. Historiker, die Mojmir als christlichen Herrscher betrachten, führen die von einer späten Quelle überlieferte Taufe „aller Mährer“ durch den Passauer Bischof Reginhar im Jahr 831 auf sein Wirken zurück. Im Jahr 846 wurde er vom ostfränkischen König Ludwig dem Deutschen durch seinen Neffen Rastislav ersetzt.

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zuverlässige Belege über Mojmirs Herkunft gibt es nicht.[2] Nach ihm ist die mährische Dynastie der Mojmiriden benannt, obwohl er möglicherweise nicht deren erster Herrscher war. Laut einer von Tomáš Pešina z Čechorodu mitgeteilten späten Überlieferung stammen die Mojmiriden direkt vom frühen Slawenherrscher Samo (623–658) ab. Pešinas Aufzeichnungen zufolge war Mojmir I. der Sohn des mährischen Fürsten „Mojmar“, der angeblich vom Passauer Bischof Urolf zwischen 804 und 806 getauft wurde und von 811 bis 820 über die Mährer geherrscht haben soll. Mojmar soll drei Söhne gehabt haben: Ljudevit, Boso und Mojmir I. (in der Tradition als Mojmir II. angeführt), der sein Nachfolger wurde. Die Regierungszeit Mojmirs I. dauerte laut der Überlieferung von 820 bis 842.[3]

Einer anderen Theorie zufolge war Vojnomir – ein slawischer Markgraf des 8. Jahrhunderts, der in den Diensten von Erich von Friaul stand – ein Vorgänger Mojmirs.[4] Der Name Mojmir (geschrieben auch Moimar, Moymar) deutet laut manchen Forschern auf eine alanische Herkunft der Dynastie bzw. der Mährer überhaupt hin. Solche Hypothesen gibt es jedoch auch in Bezug auf Anten, Russen, Kroaten und Serben.[5]

Fürst der Mährer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Machtpolitik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ungefähre Grenzen Mährens unter Fürst Mojmir I.

Mojmir I. setzte sich in den 820er Jahren oder spätestens um 830 als Machthaber von Mähren durch.[6] Die Anfänge der mährischen Reichsbildung bleiben völlig unklar, jedoch fällt auf, dass – im Gegensatz zu Böhmen und Polen – in Mähren im 9. Jahrhundert die alten Stämme bereits verschwunden waren. Somit muss die Zentralisierung hier früher eingesetzt haben als in den benachbarten Ländern.[7]

Die Mährer selbst werden in den schriftlichen Quellen erstmals 822 erwähnt. Im Bericht der Annales regni Francorum zu diesem Jahr sind sie unter den slawischen Völkern aufgelistet, die dem fränkischen Kaiser Ludwig dem Frommen Tribute brachten.[8] Möglicherweise wurden ihre Gesandten jedoch schon 811 in Aachen und 815 in Paderborn von den karolingischen Kaisern empfangen.[9] Da die Mährer und ihr Gebiet 817 noch nicht als Bestandteil des bayerischen Königreiches Ludwigs des Deutschen erwähnt werden, erkannten sie vermutlich erst zwischen 817 und 822 die Tributpflicht gegenüber dem Frankenreich an.[10] Fortan sahen die Franken Mähren als ein von ihrem Reich abhängiges Tributärfürstentum an. Allerdings respektierte die fränkische Politik die Macht des östlichen Nachbarn, dessen Herrschaftsgebiet als „Reich der Maraven“ (regnum Maravorum) bezeichnet wurde.[11]

Ausgegrabene Fragmente einer mährischen Siedlung in Staré Město (oben) und einer Burganlage bei Mikulčice (unten), 9. Jahrhundert.

Die das Land durchziehenden Fernhandelsstraßen und der mit dem Fernhandel einhergehende Wohlstand begünstigten die rasche Machtausweitung des mährischen Fürsten.[2] Archäologische und schriftliche Quellen belegen, dass der mährische Adel einen beträchtlichen Wohlstand genoss und einen aristokratischen Lebensstil pflegte, der dem der Franken nicht unähnlich war.[12]

Um das Jahr 833[13] verbannte Mojmir I. den rivalisierenden Machthaber Pribina aus Mähren. Dieser hatte zuvor in der Stadt Nitra („Nitrava“) eine Kirche gebaut und durch den Salzburger Erzbischof Adalram weihen lassen.[14] Dies stand im Zusammenhang mit dem Anspruch Salzburgs auf dieses Territorium als Missionsgebiet.[15] Die genaue Stellung von Pribina ist unter Historikern umstritten. So bezeichnen ihn manche als Herrscher eines eigenständigen Fürstentums Nitra,[16] während andere ihn für einen mährischen Statthalter Mojmirs I. und möglicherweise ein Mitglied der Mojmiriden-Dynastie halten.[17] Falls Pribina der Fürst eines eigenen politischen Gebildes mit Zentrum in Nitra war, ist spätestens mit seiner Verbannung und der Vereinigung beider Fürstentümer unter Mojmirs Herrschaft das Mährerreich („Großmähren“) entstanden. Pribina ließ sich nach seiner Verbannung in Traismauer taufen und erhielt später von Ludwig dem Deutschen ein eigenes Fürstentum in Unterpannonien zugeteilt, welches als Bollwerk gegen die Mährer und Bulgaren dienen sollte.[18]

„Als dies geschehen war, übernahm ein gewisser Ratbodus die Verteidigung der Grenze. Zu seiner Zeit wurde ein gewisser Priwina von Moimarus, dem Fürsten der Mährer, oberhalb der Donau vertrieben und kam zu Ratbodus. […] Ihm [Priwina] hatte einst Erzbischof Adalram auf dessen Eigen in Neutra eine Kirche geweiht.“

Die Grenzen des mährischen Staates unter Mojmir I. sind nicht genau bekannt. Die unzureichende Überlieferung und die Schwierigkeiten, einzelne Orte zu identifizieren, erschweren die Abgrenzung des Herrschaftsbereichs.[20] Jedenfalls dürfte er sich im Westen bis zur Böhmisch-Mährischen Höhe, im Süden bis an die Donau und im Osten mindestens bis über das untere Waagtal erstreckt haben.[21] Die Machtzentren befanden sich einerseits entlang des Flusses March (slawisch: Morava), wohl in den heute mährischen Orten Mikulčice und Staré Město, andererseits (spätestens seit den 830ern) im slowakischen Nitra.[22] Alternative Theorien, die das Mährerreich südlich der Donau, am serbischen Fluss Morava, oder sogar im westlichen Rumänien lokalisieren, stellen in der Fachwelt eine Minderheitsmeinung dar.[23]

Den Aufzeichnungen des Bayerischen Geographen zufolge, dessen Eintrag zu den Mährern („Marharii“) deren Situation zwischen 817 und 843 beschreiben dürfte, verfügten die Mährer zu dieser Zeit über insgesamt 11 „civitates“ (Burgen oder Städte).[24] Archäologische Grabungen belegen eine hochstehende materielle Kultur und relativ große Agglomerationen.[25]

Christianisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundsteine mährischer Kirchen bei Mikulčice (9. Jahrhundert)

Das Gebiet der Mährer wurde im Jahr 796 ein Missionsgebiet von Passau und um das Jahr 800 entstanden hier die ersten Kirchen.[10] Unter Mojmir zeigte Mähren dann die typischen Anzeichen einer im Wandel begriffenen Gesellschaft.[26] Obwohl der Widerstand gegen die Annahme des Christentums wie auch anderswo wohl groß war, gibt es in Mähren keine archäologischen Hinweise auf einen paganen Aufstand. Daher besteht die Möglichkeit, dass zwischen dem neuen und dem alten Kult eine zeitweilige gegenseitige Duldung bestand.[27] Pagane Praktiken scheinen unter Mojmir bis zu einem gewissen Grad weiterhin toleriert worden zu sein, da eine Kultstätte in der zentralen mährischen Burganlage in Mikulčice bis Mitte des 9. Jahrhunderts parallel mit den christlichen Kirchen genutzt wurde.[4] Die Mainzer Synode beschied den reichsangehörigen Mährern erst 852 ein „rohes Christentum“.[28]

Mojmirs Taufe und seine Rolle bei der Christianisierung der mährischen Slawen sind unter Historikern umstritten. Während deutsche und österreichische Forscher relativ skeptisch sind und Mojmir entweder als Repräsentanten „einer noch heidnischen Herrschersippe“ oder als „vielleicht selbst getauft“ bezeichnen, halten ihn slowakische, tschechische und amerikanische Historiker für einen Christen.[29] So datiert Alexis P. Vlasto aufgrund von archäologischen Quellen Mojmirs Taufe bereits in den Zeitraum zwischen 818 und 825.[30] Das am häufigsten genannte Datum ist jedoch das Jahr 831.[31] Für dieses Jahr erwähnt Albert Behaim in seiner im 13. Jahrhundert verfassten Geschichte der Passauer Bischöfe und bayerischen Herzöge, dass der Passauer Bischof Reginhar „alle Mährer“ getauft habe.[32] Mit Verweis darauf, dass Behaim die Notiz sehr wahrscheinlich von einer zuverlässigen Quelle übernommen habe und die Angabe vor allem sehr gut zur Situation in Mähren am Anfang der 830er Jahre passe, wird die Nachricht trotz ihrer späten Bezeugung von slowakischen und tschechischen Historikern als relativ verlässlich eingestuft.[33] Bei der erwähnten Taufe „aller Mährer“ 831 dürfte es sich entweder um eine Taufe des Fürsten Mojmir I., seiner Familie und seines engsten Gefolges[34] oder, falls Mojmir bereits getauft war, um eine Taufe der gesamten mährischen Nation gehandelt haben.[4] Im Falle einer Massentaufe wäre Mähren dann auf dem Weg gewesen, ein „christlicher Staat“ zu werden,[30] da Mojmir I. dann die Massentaufe nicht mehr als Stammesfürst, sondern als Fürst eines entstehenden Staates durchgesetzt hat.[35]

Bezüglich der Kirchenorganisation bestand bis 829 ein Konflikt zwischen dem Bistum Passau und dem Erzbistum Salzburg, da die Salzburger Erzbischöfe ebenfalls Anspruch auf die betreffenden Gebiete erhoben und Passaus Missionsrecht nicht anerkannten. Zu den Höhepunkten des Eingreifens des Salzburger Erzbischofs Adalram (821–836) in die Diözesan- und Missionsrechte Passaus gehörte dessen Weihung einer Kirche in Nitra. Letzten Endes setzte sich aber Passau unter Bischof Reginhar (818–838) gegen Salzburg durch, als König Ludwig der Deutsche im November 829 die alten Diözesengrenzen bestätigte.[36]

Ende der Herrschaft und Nachfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abbild Ludwigs des Deutschen auf dessen königlichem Siegel

Die genauen Umstände des Endes der Herrschaft Mojmirs I. sind umstritten. Die Annales Fuldenses berichten zum Jahr 846:

„[Ludwig der Deutsche] unternahm ungefähr Mitte August einen Feldzug gegen die mährischen Slawen, welche abzufallen versuchten. Nach der Herstellung der Ordnung und nachdem er die Dinge nach seinem Willen geregelt hatte, bestimmte er ihnen Moimars Neffen Rastiz als dux. Von hier aus kehrte er unter großen Schwierigkeiten und großen Kriegsverlusten über Böhmen zurück in die Heimat.“

Annales Fuldenses 846[37]

Aufgrund der sehr allgemeinen Formulierung ist es relativ schwierig, einen sicheren Rückschluss auf die Umstände des Eingreifens Ludwigs des Deutschen in Mähren zu ziehen.[38] So wird die fränkische Invasion in Mähren von Historikern entweder auf eine rebellische Unabhängigkeitspolitik Mojmirs I. – wohl Verweigerung der Tributzahlung – zurückgeführt, die zu seiner Absetzung durch Ludwig geführt habe,[39] oder auf den Tod Mojmirs, der zu Nachfolgestreitigkeiten unter den Mährern führte und Ludwig zum Eingreifen bewog.[40] Möglicherweise war der fränkische Einmarsch in Mähren aber auch nur Teil der seit 845 unternommenen systematischen Offensive Ludwigs gegen alle slawischen Stämme entlang der Ostgrenze, um deren Abhängigkeit vom 843 neuentstandenen Ostfrankenreich durchzusetzen. Das noch unter Karl dem Großen an der Ostgrenze aufgebaute System tributär-vasallenhafter Abhängigkeit scheint seit der innerfränkischen Krise in den 830er Jahren praktisch zusammengebrochen zu sein.[41]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fantasieporträt von Mojmir I. auf einer Banknote des Slowakischen Staates (1944)

Über Mojmirs Herrschaftspraxis lässt sich aufgrund der ungünstigen Quellenlage kaum Klarheit gewinnen.[42] Daher besteht bei der Deutung und Beurteilung seiner Außenpolitik, Christianisierungspolitik und Herrschaftsetablierung unter den Historikern keine Einigkeit. So hat Mojmir je nach Interpretation der Quellen entweder außenpolitisch Unabhängigkeit vom Frankenreich angestrebt und innenpolitisch seine straffe Herrschaft konsolidiert sowie die Christianisierung aktiv betrieben, oder er orientierte sich in der Außenpolitik weitgehend an den Franken und ging Konflikten aus dem Weg, ließ die Christianisierung nur passiv zu und war im Inneren als Herrscher noch nicht umfassend anerkannt.

Dušan Třeštík sieht Mojmir als „großen Fürsten“[35] und „autokratischen Herrscher“,[43] der es geschafft habe, in seinem Land 831 das Christentum als Staatsreligion durchzusetzen, ohne dadurch einen paganen Aufstand auszulösen. Mit seinem Herrschaftsantritt sei die Abhängigkeit der Mährer vom Frankenreich, in welche sie zwischen 817 und 822 geraten seien, faktisch beendet worden, da die Mährer „aus ihrem eigenen Willen heraus“ und „ohne die Kontrolle des Reiches“ die Taufe angenommen hätten.[44] Dabei vergleicht Třeštík die Rolle Mojmirs bei der Taufe der Mährer mit jener des Großfürsten Wladimir I. bei der Christianisierung der Kiewer Rus.[4]Wilfried Hartmann sieht die Ereignisse um Mojmirs Absetzung 846 als Ergebnis von dessen Außenpolitik, denn er sei im Begriff gewesen, ein „unabhängiges slawisches Herrschaftsgebilde zu errichten“.[45]Eric J. Goldberg geht noch weiter und nimmt an, dass Mojmir I. in den frühen 830er Jahren „im wesentlichen zu einem König“ aufstieg, eine „ernsthafte Bedrohung“ für den ostfränkischen König Ludwig den Deutschen darstellte und versuchte, ein „unabhängiges slawisches Königreich“ zu schaffen.[46]

Anders äußern sich deutsche und österreichische Historiker. Jörg K. Hoensch räumt ein, dass Mojmir „vielleicht selbst getauft wurde“ und zumindest der Ausbreitung des Christentums durch die bayerisch-salzburgische Mission keine Hindernisse in den Weg stellte.[47] Für Herwig Wolfram wiederum ist Mojmir „Repräsentant einer noch heidnischen Herrschersippe“, welche „spätestens um 850“ christianisiert worden sei. Wolfram bezeichnet die in einer späten Quelle erwähnte Missionierung Mährens durch den Passauer Bischof Reginhar 831 als „späte Erfindung“.[48]

Seit den achtziger Jahren des 18. Jahrhunderts nahm die slowakische Nationalbewegung die Tradition des von Mojmir I. geschaffenen „Großmährischen Reiches“ als Basis einer sich herausbildenden Nationalidentität an. In Böhmen und Mähren konnte sich die Tradition auf das ununterbrochene Interesse für dieses Thema in Werken der Geschichtsschreibung seit dem Mittelalter stützen, die den Verweis auf Großmähren bei der Bildung des Königreichs Böhmen nutzten.[49] In der Geschichtsschreibung des mit dem Dritten Reich verbündeten Slowakischen Staates (1939–1945) wurde Mojmir I. als Herrscher dargestellt, der mit der Vertreibung Pribinas aus Nitra die „slowakischen Stämme“ in einem Staatsgebilde vereinigt und so den „ersten slowakischen Staat“ geschaffen habe. Sein Verhältnis zu den „deutschen Nachbarn“ wird hier als durchwegs positiv beschrieben.[50] Die Einschätzung Mojmirs I. in der heutigen Slowakei variiert stark. Neben seiner Charakterisierung als „slowakischer“ oder „altslowakischer“ Herrscher[51] steht die Ansicht, er habe die kurzlebige Eigenstaatlichkeit der Slowaken oder ihrer Vorfahren unter Pribina mit der „Eroberung“ von dessen Nitraer Fürstentum beendet.[52]

Im Jahr 1948 wurde die nahe Nitra gelegene slowakische Stadt Urmín nach Mojmir I. in Mojmírovce umbenannt. In der slowakischen Literatur wurde die Gestalt Mojmirs I. in Ján Hollýs Klagelied „Stežovaní Mojmíra“ (Die Klage Mojmirs) und Ľudo Zúbeks Roman „Svätoplukova ríša“ (Das Reich des Svatopluk) thematisiert.[53]

Für die moderne tschechische Historiographie hat Mojmir I. insbesondere insofern Bedeutung, als das von ihm vereinte Mährerreich der „mächtige Nachbar, Verbündete, zeitweise Herrscher und vor allem das Vorbild“ der tschechischen Přemysliden war und den Impuls für die Entstehung des böhmischen (tschechischen) Staates gab, der gewissermaßen als der Erbe des Mährerreiches angesehen wird.[54]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lubomír E. Havlík: Kronika o Velké Moravě. [= Chronik über Großmähren]. 3. Auflage, JOTA, Brünn 2013, ISBN 978-80-85617-06-1. (Quellenedition zur mährischen Geschichte vom 6. Jahrhundert bis zum 11. Jahrhundert)
  • Herwig Wolfram: Conversio Bagoariorum et Carantanorum. Das Weißbuch der Salzburger Kirche über die erfolgreiche Mission in Karantanien und Pannonien. Böhlau, Wien/ Köln/ Graz 1979. (Quellenedition)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutsche und Österreichische Forschung

US-amerikanische Forschung

  • Paul M. Barford: The Early Slavs. Cornell University Press, Ithaca NY 2001, ISBN 0-8014-3977-9.
  • Charles R. Bowlus: Franks, Moravians, and Magyars. The Struggle for the Middle Danube, 788–907. University of Pennsylvania Press, Philadelphia PA 1995, ISBN 0-8122-3276-3.
  • Eric J. Goldberg: Ludwig der Deutsche und Mähren. Eine Studie zu karolingischen Grenzkriegen im Osten. In: Wilfried Hartmann (Hrsg.): Ludwig der Deutsche und seine Zeit. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2004, ISBN 978-3-534-17308-2, S. 67–94 mgh-bibliothek.de (PDF; Rezension)
  • Eric J. Goldberg: Struggle for Empire: Kingship and Conflict under Louis the German, S. 817–876. Cornell University Press, Ithaca NY 2006, ISBN 978-0-8014-3890-5.
  • Richard A. Fletcher: The Barbarian Conversion: From Paganism to Christianity. H. Hold & Co, New York 1998, ISBN 0-8050-2763-7.
  • Alexis P. Vlasto: The Entry of the Slavs into Christendom. An Introduction of the Mediaval History of the Slavs. Cambridge University Press, Cambridge 2009, ISBN 978-0-521-10758-7.

Tschechische Forschung

  • František Graus: Dux-rex Moraviae. In: Sborník prací Filozofické Fakulty Brnenské Univerzity C, Bd. 9, 1960, S. 181–190.
  • František Graus: Die Nationenbildung der Westslawen im Mittelalter (= Nationes. Historische und philologische Untersuchungen zur Entstehung der europäischen Nationen im Mittelalter. Band 3). Thorbecke, Sigmaringen 1980, ISBN 3-7995-6103-X
  • Lubomír E. Havlík: Svatopluk Veliký, král Moravanů a Slovanů [= Svatopluk der Große, König der Mährer und Slawen]. Jota, Brno 1994, ISBN 80-85617-19-6.
  • Václav Richter: Die Anfänge der grossmährischen Architektur. In: Magna Moravia. Praha 1965, S. 121–360.
  • Dušan Třeštík: Počátky Přemyslovců. Vstup Čechů do dějin (530–935). [= Die Anfänge der Přemysliden. Der Eintritt der Tschechen in die Geschichte (530–935)]. 2. Auflage, Nakladatelství Lidové noviny, Praha 2008, ISBN 978-80-7106-138-0.
  • Dušan Třeštík: Vznik Velké Moravy. Moravané, Čechové a střední Evropa v letech 791–871. [= Die Entstehung Großmährens. Mährer, Tschechen und Mitteleuropa in den Jahren 791–871]. 2. Auflage, Nakladatelství Lidové noviny, Praha 2010, ISBN 978-80-7422-049-4. (Standardwerk zur Vorgeschichte, Entstehung und Entwicklung des mährischen Staates bis 871)

Slowakische Forschung

  • Miroslav Lysý: Titul mojmírovských panovníkov. [= Die Titel der mojmiridischen Herrscher]. In: Historia et theoria iuris. 2013, Ausgabe 5, Nr. 1, S. 24.
  • Miroslav Lysý: Mojmírovská Morava na hraniciach s impériom [= Das mojmiridische Mähren an den Grenzen des Imperiums]. In: Forum Historiae, 2014, Jahrg. 8, Nr. 2, S. 98–129.
  • Miroslav Lysý: Moravania, Mojmírovci a Franská ríša. Štúdie k etnogenéze, politickým inštitúciám a ústavnému zriadeniu na území Slovenska vo včasnom stredoveku [Die Mährer, die Mojmiriden und das Fränkische Reich]. Atticum, Bratislava 2014, ISBN 978-80-971381-4-1.
  • Ján Steinhübel: Die großmährischen Bistümer zur Zeit Mojmírs II. In: Bohemia 37, 1996, S. 1–22
  • Ján Steinhübel: Die Kirchenorganisation in Neutra um die Jahrtausendwende. In: Bohemia 40, 1999, S. 65–78.
  • Ján Steinhübel: Nitrianske kniežatstvo. Počiatky stredovekého Slovenska [= Das Fürstentum Nitra. Die Anfänge der mittelalterlichen Slowakei]. Rak/Veda, Bratislava 2004, ISBN 80-224-0812-3. (Standardwerk der slowakischen Sichtweise)
  • Tatiana Štefanovičová: Osudy starých Slovanov [= Schicksale der alten Slawen]. Osveta, Martin 1989, OCLC 21336284, detaillierte Darstellung zur archäologischen Entwicklung des Mährerreiches, slowakisch – mit russischer, englischer und deutscher Zusammenfassung.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mojmír I – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Petr Sommer, Dušan Třeštík, Josef Žemlička: Great Moravia. Abgerufen am 7. Mai 2014 (englisch).

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. slowakisch und tschechisch: Mojmír I., in zeitgenössischen Quellen lateinisch: Moimarus, Moymarus.
  2. ab Jörg K. Hoensch: Geschichte Böhmens. Von der slavischen Landnahme bis zur Gegenwart. 3., aktualisierte und ergänzte Auflage. München 1997, S. 35.
  3. Lubomír E. Havlík: Kronika o Velké Moravě. 3. Auflage, Brünn 2013, S. 89–90; Lubomír E. Havlík: Svatopluk Veliký, král Moravanů a Slovanů. Brünn 1994, S. 63; Jörg K. Hoensch: Geschichte Böhmens. Von der slavischen Landnahme bis zur Gegenwart. 3., aktualisierte und ergänzte Auflage. München 1997, S. 35.
  4. abcd Sommer et al: Great Moravia. In: christianization.hist.cam.ac.uk, abgerufen am 20. Dezember 2015, 15:23.
  5. Lubomír E. Havlík: Kronika o Velké Moravě. 3. Auflage, Brünn 2013, S. 103.
  6. Zum Herrschaftsantritt Mojmirs in den 820ern vgl. Alexis P. Vlasto: The Entry of the Slavs into Christendom. An Introduction of the Mediaval History of the Slavs. London/New York 1970, S. 20; Richard A. Fletcher: The Barbarian Conversion: From Paganism to Christianity. New York 1998, S. 336. Zum Antrittsjahr 830 vgl. Herwig Wolfram: Grenzen und Räume. Geschichte Österreichs vor seiner Entstehung. Wien 1995, S. 248, 315; Eric J. Goldberg: Struggle for Empire: Kingship and Conflict under Louis the German, 817–876. Ithaca 2006, S. 138.
    Die altslawischen Quellen verwenden für mojmiridische Herrscher einheitlich den Titel „кнѧзь“ bzw. „княз“ (Knes), der auch mit der arabischen Umschreibung „k.náz“ überliefert ist. Griechische Quellen übersetzen den Knesen-Titel der Mojmiriden einheitlich mit „ἄρχων“ (Archon), während die Titulatur in den lateinischen Quellen uneinheitlich ist. Es dominieren die Titel „dux“ und „rex“, seltener „regulus“, „princeps“ und als Einzelfall „comes“. Inwiefern der altslawische Knesen-Titel den modernen Titeln Fürst, Herzog oder König zugeordnet werden kann, ist unter Historikern umstritten, tendenziell wird aber die Bezeichnung „Fürst“ bevorzugt. Im vorstaatlichen Zeitraum hatten die westslawischen Stämme nicht nur einen Knesen, sondern mehrere. Im Gegensatz dazu gab es in Mähren seit Mojmir I. immer nur noch einen einzigen Knes. Vgl. dazu František Graus: Dux-rex Moraviae. In: Sborník prací Filozofické Fakulty Brnenské Univerzity C.1960, S. 181–190; Lubomír E. Havlík: Kronika o Velké Moravě. 3. Auflage, Brünn 2013, S. 111–112, 132–133, 368; Miroslav Lysý: Titul mojmírovských panovníkov. In: Historia et theoria iuris. 2013, S. 24–33; Sommer et al: Great Moravia.
  7. Sebastian Brather: Archäologie der westlichen Slawen. Siedlung, Wirtschaft und Gesellschaft im früh- und hochmittelalterlichen Ostmitteleuropa. 2. überarbeitete Auflage, Berlin/ New York 2008, S. 68; František Graus: Die Nationenbildung der Westslawen im Mittelalter (= Nationes. Historische und philologische Untersuchungen zur Entstehung der europäischen Nationen im Mittelalter. Band 3). Sigmaringen 1980, S. 43.
  8. Eric J. Goldberg: Ludwig der Deutsche und Mähren. Eine Studie zu karolingischen Grenzkriegen im Osten. In: Wilfried Hartmann (Hrsg.): Ludwig der Deutsche und seine Zeit. Darmstadt 2004, S. 67–94, hier: S. 74.
  9. Paul M. Barford: The Early Slavs. Ithaca/New York 2001, S. 109.
  10. ab Dušan Třeštík: Počátky Přemyslovců. Vstup Čechů do dějin (530–935). 2. Auflage, Prag 2008, S. 270.
  11. Herwig Wolfram: Grenzen und Räume. Geschichte Österreichs vor seiner Entstehung. Wien 1995, S. 315; zu den unterschiedlichen lateinischen Schreibvarianten des mährischen regnum vgl. Lubomír E. Havlík: Kronika o Velké Moravě. 3. Auflage, JOTA, Brünn 2013, S. 354–355.
  12. Eric J. Goldberg: Ludwig der Deutsche und Mähren. Eine Studie zu karolingischen Grenzkriegen im Osten. In: Wilfried Hartmann (Hrsg.): Ludwig der Deutsche und seine Zeit. Darmstadt 2004, S. 67–94, hier: S. 77.
  13. Die Datierung ist unter den Historikern umstritten. Lubomír E. Havlík und Dušan Třeštík geben 832 bis 833 an (Lubomír E. Havlík: Kronika o Velké Moravě. o. O. 2013, S. 101f.; Dušan Třeštík: Vznik Velké Moravy. Moravané, Čechové a střední Evropa v letech 791–871. 2. Auflage, Prag 2010, S. 126ff.), Paul M. Barford, Wilfried Harmann, Herwig Wolfram und Ján Steinhübel das Jahr 833 (Paul M. Barford: The Early Slavs. Ithaca/New York 2001, S. 218; Wilfried Harmann: Ludwig der Deutsche. Darmstadt 2002, S. 113; Herwig Wolfram: Grenzen und Räume. Geschichte Österreichs vor seiner Entstehung. Wien 1995, S. 248; Ján Steinhübel: Die Kirchenorganisation in Neutra um die Jahrtausendwende. In: Bohemia 40, 1999, S. 69.) und Sebastian Brather und Jörg K. Hoensch den Zeitraum zwischen 833 und 836 (Sebastian Brather: Archäologia der westlichen Slawen. Siedlung, Wirtschaft und Gesellschaft im früh- und hochmittelalterlichen Ostmitteleuropa. 2. überarbeitete Auflage, Berlin/ New York 2008, S. 68; Jörg K. Hoensch: Geschichte Böhmens. Von der slavischen Landnahme bis zur Gegenwart. 3., aktualisierte und ergänzte Auflage. München 1997, S. 35).
  14. Lubomír E. Havlík: Kronika o Velké Moravě. 3. Auflage, Brünn 2013, S. 90–91, 101–103; Dušan Třeštík: Vznik Velké Moravy. Moravané, Čechové a střední Evropa v letech 791–871. 2. Auflage, Prag 2010, S. 126.
  15. Alexis P. Vlasto: The Entry of the Slavs into Christendom. An Introduction of the Mediaval History of the Slavs. London/New York 1970, S. 24.
  16. Paul M. Barford: The Early Slavs. Ithaca/New York 2001, S. 218; Dušan Kováč: Dejiny Slovenska. Prag 2000, S. 25; Ján Steinhübel: The Duchy of Nitra. In: Mikuláš Teich, Dušan Kováč, Martin D. Brown: Slovakia in History. New York 2011, S. 16.
  17. Lubomír E. Havlík: Kronika o Velké Moravě. 3. Auflage, Brünn 2013, S. 103; Dušan Třeštík: Vznik Velké Moravy. Moravané, Čechové a střední Evropa v letech 791–871. 2. Auflage, Prag 2010, S. 132–135; Alexis P. Vlasto: The Entry of the Slavs into Christendom. An Introduction of the Mediaval History of the Slavs. London/New York 1970, S. 20.
  18. Eric J. Goldberg: Ludwig der Deutsche und Mähren. Eine Studie zu karolingischen Grenzkriegen im Osten. In: Wilfried Hartmann (Hrsg.): Ludwig der Deutsche und seine Zeit. Darmstadt 2004, S. 67–94, hier: S. 77; Dušan Třeštík: Počátky Přemyslovců. Vstup Čechů do dějin (530–935). 2. Auflage, Prag 2008, S. 271.
  19. „His ita peractis Ratbodus suscepit defensionem termini. In cuius spacio temporis quidam Priwina exulatus a Moimaro duce Maravorum supra Danubium venit ad Radbodum. […] Cui quondam Adalrammus archiepiscopus ultra Danubium in sua proprietate loco vocato Nitrava consecravit ecclesiam.“ vgl. Herwig Wolfram (Hrsg.): Conversio Bagoariorum et Carantanorum. Das Weißbuch der Salzburger Kirche über die erfolgreiche Mission in Karantanien und Panonnien. Böhlau, Wien/ Köln/ Graz 1979, S. 51–53.
  20. Sebastian Brather: Archäologia der westlichen Slawen. Siedlung, Wirtschaft und Gesellschaft im früh- und hochmittelalterlichen Ostmitteleuropa. 2. überarbeitete Auflage, Berlin/ New York 2008, S. 68; Alexis P. Vlasto: The Entry of the Slavs into Christendom. An Introduction of the Mediaval History of the Slavs. London/New York 1970, S. 326.
  21. Lubomír E. Havlík: Kronika o Velké Moravě. 3. Auflage, Brünn 2013, S. 92; Jörg K. Hoensch: Geschichte Böhmens. Von der slavischen Landnahme bis zur Gegenwart. 3., aktualisierte und ergänzte Auflage. München 1997, S. 35.
  22. Herwig Wolfram: Grenzen und Räume. Geschichte Österreichs vor seiner Entstehung. Wien 1995, S. 315.
  23. Vgl. Sebastian Brather: Archäologia der westlichen Slawen. Siedlung, Wirtschaft und Gesellschaft im früh- und hochmittelalterlichen Ostmitteleuropa. 2. überarbeitete Auflage, Berlin/ New York 2008, S. 68; Eric J. Goldberg: Ludwig der Deutsche und Mähren. Eine Studie zu karolingischen Grenzkriegen im Osten. In: Wilfried Hartmann (Hrsg.): Ludwig der Deutsche und seine Zeit. Darmstadt 2004, S. 67–94, hier: S. 74, Anm. 19; Wilfried Hartmann: Ludwig der Deutsche. Darmstadt 2002, S. 114f.; Roland Schönfeld: Slowakei: Vom Mittelalter bis zur Gegenwart. München, Regensburg 2000, S. 17.
  24. Unabhängig von der Frage nach der Datierung des Bayerischen Geographen geht der tschechische Historiker Lubomír E. Havlík davon aus, dass der Eintrag zu den „Marharii“ den Zustand der Mährer zwischen 817 und 843 beschreibt. Demnach hätte Mojmir I. über 11 „civitates“ geherrscht. Während darunter üblicherweise Burgen verstanden werden, scheint es sich bei den civitates der Mährer bereits um Siedlungen gehandelt zu haben. Vgl. dazu Lubomír E. Havlík: Kronika o Velké Moravě. 3. Auflage, Brünn 2013, S. 90–91, 109–110.
  25. František Graus: Die Nationenbildung der Westslawen im Mittelalter (= Nationes. Historische und philologische Untersuchungen zur Entstehung der europäischen Nationen im Mittelalter. Band 3). Sigmaringen 1980, S. 43.
  26. Alexis P. Vlasto: The Entry of the Slavs into Christendom. An Introduction of the Mediaval History of the Slavs. London/New York 1970, S. 21.
  27. Dušan Třeštík: Vznik Velké Moravy. Moravané, Čechové a střední Evropa v letech 791–871. 2. Auflage, Prag 2010, S. 130.
  28. Herwig Wolfram: Grenzen und Räume. Geschichte Österreichs vor seiner Entstehung. Wien 1995, S. 260.
  29. Paul M. Barford: The Early Slavs. Ithaca/New York 2001, S. 219; Jörg K. Hoensch: Geschichte Böhmens. München 1997, S. 35; Ján Steinhübel: Die großmährischen Bistümer zur Zeit Mojmírs II. In: Bohemia 37, 1996, S. 2–3; Dušan Třeštík: Vznik Velké Moravy. Moravané, Čechové a střední Evropa v letech 791–871. 2. Auflage, Prag 2010, S. 117–121; Herwig Wolfram: Grenzen und Räume. Geschichte Österreichs vor seiner Entstehung. Wien 1995, S. 315 u. 442, Anm. 208; Alexis P. Vlasto: The Entry of the Slavs into Christendom. London/New York 1970, S. 24.
  30. ab Alexis P. Vlasto: The Entry of the Slavs into Christendom. An Introduction of the Mediaval History of the Slavs. London/New York 1970, S. 24.
  31. Paul M. Barford: The Early Slavs. Ithaca/New York 2001, S. 219.
  32. Dušan Třeštík: Vznik Velké Moravy. Moravané, Čechové a střední Evropa v letech 791–871. 2. Auflage, Prag 2010, S. 117; Lubomír E. Havlík: Kronika o Velké Moravě. 3. Auflage, Brünn 2013, S. 95.
  33. Dušan Třeštík: Vznik Velké Moravy. Moravané, Čechové a střední Evropa v letech 791–871. 2. Auflage, Prag 2010, S. 117–121; Ján Steinhübel: Die großmährischen Bistümer zur Zeit Mojmírs II. In: Bohemia 37, 1996, S. 2–3.
  34. Ján Steinhübel: Die großmährischen Bistümer zur Zeit Mojmírs II. In: Bohemia 37, 1996, S. 5.
  35. ab Dušan Třeštík: Počátky Přemyslovců. Vstup Čechů do dějin (530–935). 2. Auflage, Prag 2008, S. 271.
  36. Ján Steinhübel: Die Kirchenorganisation in Neutra um die Jahrtausendwende. In: Bohemia 40, 1999, S. 67–69.
  37. Annales Fuldenses ad 846: … circa medium mensem Augustum cum exercitu ad Sclavos Margenses defectionem molientes profectus est. Ubi ordinatis et iuxta libitum suum conpositis rebus ducem eis constituit Rastizen nepotem Moimari; inde per Boemanos cum magna difficultate et grandi damno exercitus sui reversus est.
  38. Dušan Třeštík: Vznik Velké Moravy. Moravané, Čechové a střední Evropa v letech 791–871. 2. Auflage, Prag 2010, S. 150–151.
  39. Eric J. Goldberg: Ludwig der Deutsche und Mähren. Eine Studie zu karolingischen Grenzkriegen im Osten. In: Wilfried Hartmann (Hrsg.): Ludwig der Deutsche und seine Zeit. Darmstadt 2004, S. 67–94, hier: S. 77–78; Eric J. Goldberg: Struggle for Empire: Kingship and Conflict under Louis the German, 817–876. Ithaca 2006, S. 138–140; Wilfried Hartmann: Ludwig der Deutsche. Darmstadt 2002, S. 115.
  40. Vgl. Jörg K. Hoensch: Geschichte Böhmens: Von der slavischen Landnahme bis zur Gegenwart. Dritte aktualisierte und ergänzte Auflage, München 1997, S. 35; Alexis P. Vlasto: The Entry of the Slavs into Christendom. An Introduction of the Mediaval History of the Slavs. London/New York 1970, S. 25.
  41. Dušan Třeštík: Počátky Přemyslovců. Vstup Čechů do dějin (530–935). 2. Auflage, Prag 2008, S. 271–272.
  42. Sebastian Brather: Archäologia der westlichen Slawen. Siedlung, Wirtschaft und Gesellschaft im früh- und hochmittelalterlichen Ostmitteleuropa. 2. überarbeitete Auflage, Berlin/ New York 2008, S. 68; Jörg K. Hoensch: Geschichte Böhmens. Von der slavischen Landnahme bis zur Gegenwart. 3. aktualisierte und ergänzte Auflage, München 1997, S. 35.
  43. Dušan Třeštík: Vznik Velké Moravy. Moravané, Čechové a střední Evropa v letech 791–871. 2. Auflage, Prag 2010, S. 149.
  44. Dušan Třeštík: Vznik Velké Moravy. Moravané, Čechové a střední Evropa v letech 791–871. 2. Auflage, Prag 2010, S. 153.
  45. Wilfried Hartmann: Ludwig der Deutsche. Darmstadt 2002, S. 115.
  46. Eric J. Goldberg: Struggle for Empire: Kingship and Conflict under Louis the German, 817–876. Ithaca 2006, S. 138.
  47. Jörg K. Hoensch: Geschichte Böhmens. München 1997, S. 35.
  48. Herwig Wolfram: Grenzen und Räume. Geschichte Österreichs vor seiner Entstehung. Wien 1995, S. 315 u. 442, Anm. 208.
  49. Gabriela Kiliánová: Ein Grenzmythos: Die Burg Devín. In: Hannes Stekl, Elena Mannová: Heroen, Mythen, Identitäten: Die Slowakei und Österreich im Vergleich. (= Wiener Vorlesungen und Studien 14) WUV, Wien 2003, S. 54.
  50. František Hrušovský: Obrazové slovenské dejiny [= Bildhafte slowakische Geschichte.] Matica slovenská, Turčiansky Svätý Martin 1942, S. 31–35.
  51. Milan S. Ďurica: Dejiny Slovenska a Slovákov v časovej následnosti faktov dvoch tisícročí [= Geschichte der Slowakei und der Slowaken in zeitlicher Abfolge der Fakten von zwei Jahrtausenden.] 4. Ausgabe, LÚČ, Bratislava 2007, S. 28–29.
  52. Richard Marsina: Ethnogenesis of Slovaks. In: Human Affairs, 7, 1997, 1, S. 15–23.
  53. Kurzangabe zu Mojmir I. in Michal Eliaš: Slávni Slováci [Ruhmreiche Slowaken]. Matica slovenská, Martin 2010, ISBN 978-80-7090-983-6, S. 64.
  54. Dušan Třeštík: Počátky Přemyslovců. Vstup Čechů do dějin (530–935). 2. Auflage, Prag 2008, S. 263.


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