Nelyubov

Filmdaten
Originaltitel Нелюбовь
Produktionsland Russland
Originalsprache Russisch
Erscheinungsjahr 2017
Länge 127 Minuten
Stab
Regie Andrei Swjaginzew
Drehbuch Oleg Negin
Produktion Alexander Rodnjanski,
Sergei Melkumow,
Gleb Fetisow
Musik Jewgeni Galperine,
Sacha Galperine
Kamera Michail Kritschman
Schnitt Anna Mass
Besetzung

Nelyubov (russisch Нелюбовь, deutsche Transkription Neljubow; Neologismus für „Nichtliebe“) ist ein russisches Filmdrama/Familiendrama von Andrei Swjaginzew. Der Film beschreibt das Leben eines russischen Jungen, dessen Eltern versuchen, sich scheiden zu lassen, und beide ihren Sohn daher vernachlässigen. Der Film feierte am 18. Mai 2017 im Rahmen der 70. Filmfestspiele in Cannes seine Weltpremiere. Ein russischer Kinostart erfolgte am 1. Juni 2017.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zhenya und Boris, ein russisches Mittelstandspaar, die beide gut bezahlte Jobs haben, führen schon seit langem keine glückliche Beziehung mehr. Lautstark streiten sie zu Hause, besonders darüber, wer ihren Sohn Alyosha nehmen muss, wenn ihre bevorstehende Scheidung vollzogen ist, oder ob sie ihn in ein Internat geben sollen. Der zwölfjährige Alyosha bekommt dies alles mit, bleibt aber still in seinem Zimmer und weint leise, weil er den Eindruck hat, sie hätten ihn nie gewollt und nie geliebt.

Erst noch verzweifelt wegen der Gleichgültigkeit seiner Eltern, rafft sich Alyosha auf und haut ab. Zhenya und Boris müssen sich zusammenraufen, um ihren Sohn wiederzufinden, denn die Polizei will sich erstmal nicht weiter um den Fall kümmern. Völlig freiwillige Unterstützung erhalten sie bei ihrer Suche von einer Hilfsorganisation und einigen anderen Helfern. Ihre Suche führt sie zu einem verfallenen Haus, wo Alyosha vermutet wird.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stab und Besetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film wurde von Arte France Cinéma und Why Not Productions produziert. Regie führte Andrei Swjaginzew, der drei Jahre vor der Vorstellung von Nelyubov in Cannes dort für seinen Film Leviathan den Preis für das beste Drehbuch erhalten hatte. Für Nelyubov ließ sich Swjaginzew von einem seiner großen Vorbilder inspirieren: „Ich will, dass man diesen Film mit Szenen einer Ehe von Ingmar Bergman in Verbindung bringt. [...] Seine Figuren sind denkende und kommunizierende Menschen. Sie schreibt ein Tagebuch, wie es in den Sechzigern populär war, und liest ihm Auszüge vor. All diese Szenen belegen, dass weder Intelligenz noch Analysefähigkeit oder Belesenheit vor einer großen Katastrophe retten können.“[1]

Die Rollen der Eheleute Zhenya und Boris wurden mit Marjana Spiwak und Alexei Rosin besetzt, die ihres Sohnes Alyosha mit dem Kinderdarsteller Mawei Nowikow.

Dreharbeiten und Filmmusik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dreharbeiten hatten im August 2016 begonnen. Im Film zeigt Swjaginzew die russische Hauptstadt Moskau, Teile des Films wurden dort im Grünen gedreht. Ursprünglich hatte Swjaginzew gehofft, Ende Oktober 2016 mit den Dreharbeiten fertig zu sein. Letztlich wurden sie im Frühjahr 2017 abgeschlossen.[1]

Kameramann Michail Kritschman arbeitete größtenteils mit einer Kombination von tristem Realismus mit Alltagsmetaphorik und zeigt im Film neben Mobiltelefonen und Hometrainern auch russische Alltagsgegenstände wie Küchenfernseher und Kaffeemaschinen, die sinnbildlich für eine mechanische, sinnlose und ritualisierte Alltagswelt stehen. Als Kontrast zu dem lieblosen Elternpaar, das eine Gemeinschaft nicht einmal mehr in der Not bilden kann, setzt Swjaginzew eine Hilfsorganisation, die in Kooperation mit der Polizei eine großflächig koordinierte Suche nach Alyosha beginnt und sich gemeinsam in freiwilliger, aber effektiver Teamarbeit ganz der Sache unterordnet, so Tim Caspar Boehme von der taz.[2] Mit einer Kamerafahrt um einen Baum herum beginnt und endet der Film.

Die Filmmusik wurde von Jewgeni und Sacha Galperine komponiert. Der Soundtrack zum Film wurde am 22. September 2017 von Varese Sarabande als Download veröffentlicht und erschien am 10. November 2017 auch in physischer Form.[3]

Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen der Berlinale 2017 wurden Vereinbarungen mit Filmverleihern aus Großbritannien, Spanien, Dänemark und Finnland unterschrieben, obwohl die Dreharbeiten zu dem Film zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen waren.[1] Der Film feierte am 18. Mai 2017 im Rahmen der 70. Filmfestspiele in Cannes seine Weltpremiere. Dort sicherte sich Sony Pictures Classics die Rechte am Film für die USA.[4] Altitude Film Distribution übernimmt den Vertrieb des Films im Vereinigten Königreich. Am 1. Juni 2017 kam der Film in die russischen Kinos. Ab 7. September 2017 wurde der Film beim Toronto International Film Festival vorgestellt. Im September 2017 wurde der Film beim San Sebastián International Film Festival gezeigt[5] und im Oktober 2017 beim London Film Festival vorgestellt, wo er im Wettbewerb als bester Film ausgezeichnet wurde.[6] Ein offizieller Kinostart im Vereinigten Königreich erfolgte am 10. November 2017. Am 15. März 2018 soll der Film in die deutschen Kinos kommen.[7]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Andrei Swjaginzew führte bei dem Film Regie

Der Film konnte bislang 92 Prozent der Kritiker bei Rotten Tomatoes überzeugen.[8]

Leslie Felperin von The Hollywood Reporter sagt, Andrei Swjaginzew habe wiedereinmal sein bemerkenswertes Talent für die Schaffung perfekt geformter, dramatischer Mikrokosmen gezeigt, die die tief verwurzelten Pathologien/Krankheitsbilder der russischen Gesellschaft veranschaulichten.[9]

Für Tim Caspar Boehme von der taz erzählt Swjaginzew in seinem Film die Geschichte einer zerfallenden Familie, die auch stellvertretend für die Gesellschaft Russlands stehen könnte[2], auch wenn der Regisseur, dem in der Vergangenheit vorgeworfen wurde, er sei kein russischer Regisseur und permanent gegen das Land[1], in Cannes klar stellte, er wolle kein Regimekritiker sein.[10]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film erhielt drei Nominierungen für den Europäischen Filmpreis 2017. Im September 2017 wurde er als offizieller Kandidat Russlands auf eine Oscar-Nominierung in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film nominiert.[11] Mitte Dezember 2017 wurde bekannt, dass der Film von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences auf die entsprechende Shortlist gesetzt wurde.[12] Am 18. Dezember 2017 gab die Academy bekannt, dass sich Jewgeni und Sacha Galperines Arbeit auf einer Shortlist befindet, aus der die Nominierungen in der Kategorie Beste Filmmusik im Rahmen der Oscarverleihung 2018 erfolgen werden.[13] Im Folgenden eine Auswahl von Nominierungen und Auszeichnungen im Rahmen bekannter Preisverleihungen:

Asia Pacific Screen Awards 2017

British Academy Film Awards 2018

British Independent Film Awards 2017

  • Nominierung als Bester internationaler Independent-Film[15]

Europäischer Filmpreis 2017

  • Nominierung als Bester europäischer Film
  • Nominierung für die Beste Regie
  • Nominierung für das Beste Drehbuch
  • Auszeichnung für die Beste Kamera (Michail Kritschman)
  • Auszeichnung für die Beste Filmmusik (Jewgeni und Sacha Galperine)

Filmfest München 2017

  • Auszeichnung mit dem ARRI/OSRAM-Award (Andrei Swjaginzew)[16][17]

Golden Globe Awards 2018

Independent Spirit Awards 2018

  • Nominierung als Bester internationaler Film (Andrei Swjaginzew)[18][19]

Internationale Filmfestspiele von Cannes 2017

  • Nominierung für die Goldene Palme (Andrei Swjaginzew)
  • Preis der Jury (Andrei Swjaginzew)[20]

London Film Festival 2017

  • Auszeichnung als Bester Film im offiziellen Wettbewerb (Andrei Swjaginzew)[21]

Los Angeles Film Critics Association Awards 2017

National Board of Review Awards 2017

  • Aufnahme in die Top Foreign Films[23]

Satellite Awards 2017

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Nelyubov – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. abcd Andrei Swjaginzew im Gespräch mit Alexander Netschajew: 'Ich ließ mich von Ingmar Bergman inspirieren' In: rbth.com, 24. März 2017.
  2. ab Tim Caspar Boehme: Keine Gemeinschaft in der Not In: taz.de, 19. Mai 2017.
  3. http://filmmusicreporter.com/2017/09/19/loveless-soundtrack-details/
  4. Elsa Keslassy: Cannes: Sony Classics Acquires Russian-Language Drama 'Loveless' In: Variety, 17. Mai 2017.
  5. Pearls In: sansebastianfestival.com. Abgerufen am 18. September 2017.
  6. Russischer Regisseur Swjaginzew gewinnt London Film Festival In: sputniknews.com, 15. Oktober 2017.
  7. Starttermine Deutschland In: insidekino.com. Abgerufen am 13. Januar 2018.
  8. Loveless (Nelyubov) In: Rotten Tomatoes. Abgerufen am 26. Dezember 2017.
  9. Leslie Felperin: 'Loveless' ('Nelyubov'): Film Review. Cannes 2017 In: The Hollywood Reporter, 17. Mai 2017.
  10. Andrej Swjaginzew will kein Regimekritiker sein In: Focus Online, 19. Mai 2017.
  11. ‘Loveless’: Russia Chooses an Oscar Entry That Criticizes Its Society | IndieWire. Abgerufen 22. September 2017, von http://www.indiewire.com/2017/09/loveless-russia-oscar-foreign-language-entry-1201878919/
  12. Gregg Kilday: Oscars: Academy Unveils Foreign Language Film Shortlist In: The Hollywood Reporter, 14. Dezember 2017.
  13. Zack Sharf: Oscars 2018: Best Original Score Shortlist Includes 'The Shape of Water', 'All the Money in the World' and More In: indiewire.com, 18. Dezember 2017.
  14. http://variety.com/2017/film/asia/sweet-country-newton-asia-pacific-screen-awards-1202622335/
  15. Nancy Tartaglione: 'Lady Macbeth' Leads British Independent Film Awards Nominations In: deadline.com. 1. November 2017.
  16. Preisträger 2017 In: filmfest-muenchen.de. Abgerufen am 7. Juli 2017.
  17. http://www.filmfest-muenchen.de/de/festival/news/2017/07/award-ceremony/
  18. https://www.sansebastianfestival.com/2017/sections_and_films/official_selection/7/652410/in
  19. 65th San Sebastian Film Festival 2017 Awards In: sansebastianfestival.com. Abgerufen am 1. Oktober 2017.
  20. Filmfest in Cannes: Russischer Regisseur Swjaginzew erhält Preis der Jury In: sputniknews.com, 28. Mai 2017.
  21. Henry Chu: Andrey Zvyagintsev’s 'Loveless' Takes Top Honors at London Film Festival In: Variety, 14. Oktober 2017.
  22. Joey Nolfi: Los Angeles Film Critics Association Awards 2017 In: Entertainment Weekly, 3. Dezember 2017.
  23. Anthony D'Alessandro: National Board Of Review Winners: 'The Post' Comes Up Strong With Best Pic, Best Actress Meryl Streep, Best Actor Tom Hanks In: deadline.com, 28. November 2017.
  24. Steve Pond: 'Dunkirk', 'The Shape of Water' Lead Satellite Award Nominations In: thewrap.com, 29. November 2017.
Filmdaten
Originaltitel Нелюбовь
Produktionsland Russland
Originalsprache Russisch
Erscheinungsjahr 2017
Länge 127 Minuten
Stab
Regie Andrei Swjaginzew
Drehbuch Oleg Negin
Produktion Alexander Rodnjanski,
Sergei Melkumow,
Gleb Fetisow
Musik Jewgeni Galperine,
Sacha Galperine
Kamera Michail Kritschman
Schnitt Anna Mass
Besetzung

Nelyubov (russisch Нелюбовь, deutsche Transkription Neljubow; Neologismus für „Nichtliebe“) ist ein russisches Filmdrama/Familiendrama von Andrei Swjaginzew. Der Film beschreibt das Leben eines russischen Jungen, dessen Eltern versuchen, sich scheiden zu lassen, und beide ihren Sohn daher vernachlässigen. Der Film feierte am 18. Mai 2017 im Rahmen der 70. Filmfestspiele in Cannes seine Weltpremiere. Ein russischer Kinostart erfolgte am 1. Juni 2017.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zhenya und Boris, ein russisches Mittelstandspaar, die beide gut bezahlte Jobs haben, führen schon seit langem keine glückliche Beziehung mehr. Lautstark streiten sie zu Hause, besonders darüber, wer ihren Sohn Alyosha nehmen muss, wenn ihre bevorstehende Scheidung vollzogen ist, oder ob sie ihn in ein Internat geben sollen. Der zwölfjährige Alyosha bekommt dies alles mit, bleibt aber still in seinem Zimmer und weint leise, weil er den Eindruck hat, sie hätten ihn nie gewollt und nie geliebt.

Erst noch verzweifelt wegen der Gleichgültigkeit seiner Eltern, rafft sich Alyosha auf und haut ab. Zhenya und Boris müssen sich zusammenraufen, um ihren Sohn wiederzufinden, denn die Polizei will sich erstmal nicht weiter um den Fall kümmern. Völlig freiwillige Unterstützung erhalten sie bei ihrer Suche von einer Hilfsorganisation und einigen anderen Helfern. Ihre Suche führt sie zu einem verfallenen Haus, wo Alyosha vermutet wird.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stab und Besetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film wurde von Arte France Cinéma und Why Not Productions produziert. Regie führte Andrei Swjaginzew, der drei Jahre vor der Vorstellung von Nelyubov in Cannes dort für seinen Film Leviathan den Preis für das beste Drehbuch erhalten hatte. Für Nelyubov ließ sich Swjaginzew von einem seiner großen Vorbilder inspirieren: „Ich will, dass man diesen Film mit Szenen einer Ehe von Ingmar Bergman in Verbindung bringt. [...] Seine Figuren sind denkende und kommunizierende Menschen. Sie schreibt ein Tagebuch, wie es in den Sechzigern populär war, und liest ihm Auszüge vor. All diese Szenen belegen, dass weder Intelligenz noch Analysefähigkeit oder Belesenheit vor einer großen Katastrophe retten können.“[1]

Die Rollen der Eheleute Zhenya und Boris wurden mit Marjana Spiwak und Alexei Rosin besetzt, die ihres Sohnes Alyosha mit dem Kinderdarsteller Mawei Nowikow.

Dreharbeiten und Filmmusik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dreharbeiten hatten im August 2016 begonnen. Im Film zeigt Swjaginzew die russische Hauptstadt Moskau, Teile des Films wurden dort im Grünen gedreht. Ursprünglich hatte Swjaginzew gehofft, Ende Oktober 2016 mit den Dreharbeiten fertig zu sein. Letztlich wurden sie im Frühjahr 2017 abgeschlossen.[1]

Kameramann Michail Kritschman arbeitete größtenteils mit einer Kombination von tristem Realismus mit Alltagsmetaphorik und zeigt im Film neben Mobiltelefonen und Hometrainern auch russische Alltagsgegenstände wie Küchenfernseher und Kaffeemaschinen, die sinnbildlich für eine mechanische, sinnlose und ritualisierte Alltagswelt stehen. Als Kontrast zu dem lieblosen Elternpaar, das eine Gemeinschaft nicht einmal mehr in der Not bilden kann, setzt Swjaginzew eine Hilfsorganisation, die in Kooperation mit der Polizei eine großflächig koordinierte Suche nach Alyosha beginnt und sich gemeinsam in freiwilliger, aber effektiver Teamarbeit ganz der Sache unterordnet, so Tim Caspar Boehme von der taz.[2] Mit einer Kamerafahrt um einen Baum herum beginnt und endet der Film.

Die Filmmusik wurde von Jewgeni und Sacha Galperine komponiert. Der Soundtrack zum Film wurde am 22. September 2017 von Varese Sarabande als Download veröffentlicht und erschien am 10. November 2017 auch in physischer Form.[3]

Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen der Berlinale 2017 wurden Vereinbarungen mit Filmverleihern aus Großbritannien, Spanien, Dänemark und Finnland unterschrieben, obwohl die Dreharbeiten zu dem Film zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen waren.[1] Der Film feierte am 18. Mai 2017 im Rahmen der 70. Filmfestspiele in Cannes seine Weltpremiere. Dort sicherte sich Sony Pictures Classics die Rechte am Film für die USA.[4] Altitude Film Distribution übernimmt den Vertrieb des Films im Vereinigten Königreich. Am 1. Juni 2017 kam der Film in die russischen Kinos. Ab 7. September 2017 wurde der Film beim Toronto International Film Festival vorgestellt. Im September 2017 wurde der Film beim San Sebastián International Film Festival gezeigt[5] und im Oktober 2017 beim London Film Festival vorgestellt, wo er im Wettbewerb als bester Film ausgezeichnet wurde.[6] Ein offizieller Kinostart im Vereinigten Königreich erfolgte am 10. November 2017. Am 15. März 2018 soll der Film in die deutschen Kinos kommen.[7]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Andrei Swjaginzew führte bei dem Film Regie

Der Film konnte bislang 92 Prozent der Kritiker bei Rotten Tomatoes überzeugen.[8]

Leslie Felperin von The Hollywood Reporter sagt, Andrei Swjaginzew habe wiedereinmal sein bemerkenswertes Talent für die Schaffung perfekt geformter, dramatischer Mikrokosmen gezeigt, die die tief verwurzelten Pathologien/Krankheitsbilder der russischen Gesellschaft veranschaulichten.[9]

Für Tim Caspar Boehme von der taz erzählt Swjaginzew in seinem Film die Geschichte einer zerfallenden Familie, die auch stellvertretend für die Gesellschaft Russlands stehen könnte[2], auch wenn der Regisseur, dem in der Vergangenheit vorgeworfen wurde, er sei kein russischer Regisseur und permanent gegen das Land[1], in Cannes klar stellte, er wolle kein Regimekritiker sein.[10]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film erhielt drei Nominierungen für den Europäischen Filmpreis 2017. Im September 2017 wurde er als offizieller Kandidat Russlands auf eine Oscar-Nominierung in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film nominiert.[11] Mitte Dezember 2017 wurde bekannt, dass der Film von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences auf die entsprechende Shortlist gesetzt wurde.[12] Am 18. Dezember 2017 gab die Academy bekannt, dass sich Jewgeni und Sacha Galperines Arbeit auf einer Shortlist befindet, aus der die Nominierungen in der Kategorie Beste Filmmusik im Rahmen der Oscarverleihung 2018 erfolgen werden.[13] Im Folgenden eine Auswahl von Nominierungen und Auszeichnungen im Rahmen bekannter Preisverleihungen:

Asia Pacific Screen Awards 2017

British Academy Film Awards 2018

British Independent Film Awards 2017

  • Nominierung als Bester internationaler Independent-Film[15]

Europäischer Filmpreis 2017

  • Nominierung als Bester europäischer Film
  • Nominierung für die Beste Regie
  • Nominierung für das Beste Drehbuch
  • Auszeichnung für die Beste Kamera (Michail Kritschman)
  • Auszeichnung für die Beste Filmmusik (Jewgeni und Sacha Galperine)

Filmfest München 2017

  • Auszeichnung mit dem ARRI/OSRAM-Award (Andrei Swjaginzew)[16][17]

Golden Globe Awards 2018

Independent Spirit Awards 2018

  • Nominierung als Bester internationaler Film (Andrei Swjaginzew)[18][19]

Internationale Filmfestspiele von Cannes 2017

  • Nominierung für die Goldene Palme (Andrei Swjaginzew)
  • Preis der Jury (Andrei Swjaginzew)[20]

London Film Festival 2017

  • Auszeichnung als Bester Film im offiziellen Wettbewerb (Andrei Swjaginzew)[21]

Los Angeles Film Critics Association Awards 2017

National Board of Review Awards 2017

  • Aufnahme in die Top Foreign Films[23]

Satellite Awards 2017

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Nelyubov – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. abcd Andrei Swjaginzew im Gespräch mit Alexander Netschajew: 'Ich ließ mich von Ingmar Bergman inspirieren' In: rbth.com, 24. März 2017.
  2. ab Tim Caspar Boehme: Keine Gemeinschaft in der Not In: taz.de, 19. Mai 2017.
  3. http://filmmusicreporter.com/2017/09/19/loveless-soundtrack-details/
  4. Elsa Keslassy: Cannes: Sony Classics Acquires Russian-Language Drama 'Loveless' In: Variety, 17. Mai 2017.
  5. Pearls In: sansebastianfestival.com. Abgerufen am 18. September 2017.
  6. Russischer Regisseur Swjaginzew gewinnt London Film Festival In: sputniknews.com, 15. Oktober 2017.
  7. Starttermine Deutschland In: insidekino.com. Abgerufen am 13. Januar 2018.
  8. Loveless (Nelyubov) In: Rotten Tomatoes. Abgerufen am 26. Dezember 2017.
  9. Leslie Felperin: 'Loveless' ('Nelyubov'): Film Review. Cannes 2017 In: The Hollywood Reporter, 17. Mai 2017.
  10. Andrej Swjaginzew will kein Regimekritiker sein In: Focus Online, 19. Mai 2017.
  11. ‘Loveless’: Russia Chooses an Oscar Entry That Criticizes Its Society | IndieWire. Abgerufen 22. September 2017, von http://www.indiewire.com/2017/09/loveless-russia-oscar-foreign-language-entry-1201878919/
  12. Gregg Kilday: Oscars: Academy Unveils Foreign Language Film Shortlist In: The Hollywood Reporter, 14. Dezember 2017.
  13. Zack Sharf: Oscars 2018: Best Original Score Shortlist Includes 'The Shape of Water', 'All the Money in the World' and More In: indiewire.com, 18. Dezember 2017.
  14. http://variety.com/2017/film/asia/sweet-country-newton-asia-pacific-screen-awards-1202622335/
  15. Nancy Tartaglione: 'Lady Macbeth' Leads British Independent Film Awards Nominations In: deadline.com. 1. November 2017.
  16. Preisträger 2017 In: filmfest-muenchen.de. Abgerufen am 7. Juli 2017.
  17. http://www.filmfest-muenchen.de/de/festival/news/2017/07/award-ceremony/
  18. https://www.sansebastianfestival.com/2017/sections_and_films/official_selection/7/652410/in
  19. 65th San Sebastian Film Festival 2017 Awards In: sansebastianfestival.com. Abgerufen am 1. Oktober 2017.
  20. Filmfest in Cannes: Russischer Regisseur Swjaginzew erhält Preis der Jury In: sputniknews.com, 28. Mai 2017.
  21. Henry Chu: Andrey Zvyagintsev’s 'Loveless' Takes Top Honors at London Film Festival In: Variety, 14. Oktober 2017.
  22. Joey Nolfi: Los Angeles Film Critics Association Awards 2017 In: Entertainment Weekly, 3. Dezember 2017.
  23. Anthony D'Alessandro: National Board Of Review Winners: 'The Post' Comes Up Strong With Best Pic, Best Actress Meryl Streep, Best Actor Tom Hanks In: deadline.com, 28. November 2017.
  24. Steve Pond: 'Dunkirk', 'The Shape of Water' Lead Satellite Award Nominations In: thewrap.com, 29. November 2017.
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