Norito

Norito (jap. 祝詞) sind ritualisierte Gebete im Shintō. Sie richten sich stets an einen oder mehrere Kami und werden in altertümlichem Japanisch vom jeweils obersten Shintō-Priester rezitiert.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die genaue Bedeutung des Wortes ist noch nicht eindeutig geklärt. Allerdings leitet es sich wohl von der Nominalisierung des Verbs noru ‚verkünden‘ ab mit dem Suffix to. Die übliche Schreibweise ist 祝詞 mit der Bedeutung ‚Gebetsworte‘, wobei die Schriftzeichen nur in diesem Kontext so gelesen werden (Jukujikun), d.h. einem älteren japanischen Wort wurden chinesische Schriftzeichen allein nach deren Bedeutung zugewiesen ohne Rücksicht auf deren Aussprache. Die Schriftzeichen 祝詞 basieren wiederum auf dem chinesischen Begriff 祝文 ‚magische Worte eines Schamanen für die Götter‘ wobei das letzte Schriftzeichen mit der Bedeutung ‚Schrift‘ durch jenes für ‚Worte‘ ersetzt wurde. Weitere Schreibweisen für norito waren 詔戸言 ‚Dekret-Tür-Sagen‘ im Kojiki, 詔刀言 ‚Dekret-Schwert-Sagen‘ im Nakatomi no yogoto, 諄辞 ‚unterstützende Worte‘ im Nihonshoki, 告刀 ‚verkünden-Schwert‘ im Kōtai jingū gishikichō und 法刀言 ‚Gesetz-Schwert-Sagen‘ im Ryō no shūge, wobei die Schriftzeichen für Tür/Schwert nur wegen ihrer phonetischen Aussprache to verwendet wurden.

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Norito sind seit der Veröffentlichung der Gebets-Sammlungen im Engishiki des 10. Jahrhunderts in hohem Maße standardisiert worden auf 27 Stück. Zumeist ändern sich im vorgetragenen Text lediglich der Anlass des mit dem Norito zusammen dargebrachten Opfers an den oder die Kami, der Name des Opfernden, der Name des vollziehenden Priesters und der Anlass des Opfers.

Die Wirksamkeit (in Bezug auf die Gunst des oder der Kami, an den oder die man sich wendet) eines Norito soll von der Perfektion der Wiedergabe abhängen: Die allgemeine Auffassung im Shintō besagt, dass nur fehlerfrei vorgetragene Norito die Erfüllung der damit vorgetragenen Bitte garantieren (vgl. Kotodama). Allerdings sind Norito nur indirekt Gebete im Sinne von an den oder die Kami gerichteten Bitten, vielmehr handelt es sich bei ihnen um eine Form von Respekts- oder Dankbarkeitsbezeugung, welche die Harmonie mit den Kami bestätigen soll.

Jede Zeremonie und jedes Fest (Matsuri) im Shintō hat mindestens ein passendes Norito. Im Staats-Shintō wurden die in den Shintō-Schreinen vorgetragenen und bis dato noch oft uneinheitlichen Norito weitestgehend durch die Regierung für ganz Japan standardisiert, was jedoch nach Ende des Zweiten Weltkriegs teilweise wieder rückgängig gemacht wurde.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Tsukamoto Tetsuzō (塚本 哲三): Kojiki, Norito, Fudoki (古事記・祝詞・風土記). Yūhōdō Shoten (有朋堂書店), 1915 (Digitalisat im Internet Archive – Abschriften der im Titel genannten Werke).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Norito (jap. 祝詞) sind ritualisierte Gebete im Shintō. Sie richten sich stets an einen oder mehrere Kami und werden in altertümlichem Japanisch vom jeweils obersten Shintō-Priester rezitiert.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die genaue Bedeutung des Wortes ist noch nicht eindeutig geklärt. Allerdings leitet es sich wohl von der Nominalisierung des Verbs noru ‚verkünden‘ ab mit dem Suffix to. Die übliche Schreibweise ist 祝詞 mit der Bedeutung ‚Gebetsworte‘, wobei die Schriftzeichen nur in diesem Kontext so gelesen werden (Jukujikun), d.h. einem älteren japanischen Wort wurden chinesische Schriftzeichen allein nach deren Bedeutung zugewiesen ohne Rücksicht auf deren Aussprache. Die Schriftzeichen 祝詞 basieren wiederum auf dem chinesischen Begriff 祝文 ‚magische Worte eines Schamanen für die Götter‘ wobei das letzte Schriftzeichen mit der Bedeutung ‚Schrift‘ durch jenes für ‚Worte‘ ersetzt wurde. Weitere Schreibweisen für norito waren 詔戸言 ‚Dekret-Tür-Sagen‘ im Kojiki, 詔刀言 ‚Dekret-Schwert-Sagen‘ im Nakatomi no yogoto, 諄辞 ‚unterstützende Worte‘ im Nihonshoki, 告刀 ‚verkünden-Schwert‘ im Kōtai jingū gishikichō und 法刀言 ‚Gesetz-Schwert-Sagen‘ im Ryō no shūge, wobei die Schriftzeichen für Tür/Schwert nur wegen ihrer phonetischen Aussprache to verwendet wurden.

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Norito sind seit der Veröffentlichung der Gebets-Sammlungen im Engishiki des 10. Jahrhunderts in hohem Maße standardisiert worden auf 27 Stück. Zumeist ändern sich im vorgetragenen Text lediglich der Anlass des mit dem Norito zusammen dargebrachten Opfers an den oder die Kami, der Name des Opfernden, der Name des vollziehenden Priesters und der Anlass des Opfers.

Die Wirksamkeit (in Bezug auf die Gunst des oder der Kami, an den oder die man sich wendet) eines Norito soll von der Perfektion der Wiedergabe abhängen: Die allgemeine Auffassung im Shintō besagt, dass nur fehlerfrei vorgetragene Norito die Erfüllung der damit vorgetragenen Bitte garantieren (vgl. Kotodama). Allerdings sind Norito nur indirekt Gebete im Sinne von an den oder die Kami gerichteten Bitten, vielmehr handelt es sich bei ihnen um eine Form von Respekts- oder Dankbarkeitsbezeugung, welche die Harmonie mit den Kami bestätigen soll.

Jede Zeremonie und jedes Fest (Matsuri) im Shintō hat mindestens ein passendes Norito. Im Staats-Shintō wurden die in den Shintō-Schreinen vorgetragenen und bis dato noch oft uneinheitlichen Norito weitestgehend durch die Regierung für ganz Japan standardisiert, was jedoch nach Ende des Zweiten Weltkriegs teilweise wieder rückgängig gemacht wurde.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Tsukamoto Tetsuzō (塚本 哲三): Kojiki, Norito, Fudoki (古事記・祝詞・風土記). Yūhōdō Shoten (有朋堂書店), 1915 (Digitalisat im Internet Archive – Abschriften der im Titel genannten Werke).

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