Parlamentswahl in Italien 2018

Die vorgezogene Parlamentswahl in Italien 2018 findet am 4. März 2018 statt. Staatspräsident Mattarella unterzeichnete am 28. Dezember 2017 das Dekret zur Auflösung des italienischen Parlaments und zur Festsetzung des Wahltermins.[1][2]

Das Kabinett Gentiloni unter Ministerpräsident Paolo Gentiloni ist seit Dezember 2016 im Amt.

Wahlrecht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem die von der Regierung Renzi geplante Reform des Senats bei einer Volksabstimmung abgelehnt wurde[3] und das im Mai 2015 geänderte Wahlrecht zur Abgeordnetenkammer vom Verfassungsgericht zum Teil für ungültig erklärt wurden, musste ein neues Wahlrecht gefunden werden. Im Herbst 2017 einigten sich PD, FI, LN und ALA auf ein neues Wahlrecht, das unter dem Namen Rosatellum bis bekannt ist. Der Name bezieht sich auf Ettore Rosato, Fraktionsvorsitzender des PD in der Abgeordnetenkammer, der die Grundzüge des Wahlrechts vorgeschlagen hatte.

Das Rosatellum ist ein Grabenwahlrecht. In jeder Kammer des Parlaments werden 37 % der Sitze per relativem Mehrheitswahl in Einerwahlkreisen und 61 % der Sitze proportional per Verhältniswahl vergeben. Weitere 2 % entfallen auf die Auslandswahlkreise. Für die Abgeordnetenkammer werden 232 Abgeordnete per Mehrheitswahl, 386 per Verhältniswahl und zwölf in den Auslandswahlkreisen gewählt. Für den Senat werden 116 Senatoren per Mehrheitswahl, 193 per Verhältniswahl und sechs in den Auslandswahlkreisen gewählt. Dazu kommen einige Senatoren auf Lebenszeit, zum Beispiel die ehemaligen Präsidenten der Republik Italien.

Die Parteien können, wie bisher schon üblich, in Koalitionen antreten. Die Koalitionen treten in jedem Einer-Wahlkreis mit einem gemeinsamen Kandidaten an. Für die Verhältniswahl tritt jede Partei mit kurzen, starren Kandidatenlisten in kleinen Mehrpersonenwahlkreisen an, in denen mindestens zwei (Abgeordnetenkammer: mindestens drei) und höchstens acht Sitze vergeben werden. Die Berechnung der Sitzverteilung für die Verhältniswahl erfolgt dabei erst landesweit bei der Wahl zur Abgeordnetenkammer und innerhalb der Region bei der Wahl des Senats, danach erfolgt die Unterverteilung auf die Wahlkreise.

Der Wähler hat dabei eine Stimme. Damit wählt er einen Kandidaten seines Wahlkreises. Er kann dabei entweder den Kandidaten ankreuzen oder eine der Listen der Koalition, die den Kandidaten unterstützt. In ersterem Fall wird die Stimme anteilig auf die beteiligten Listen der Koalition verteilt.

Für die Teilnahme an der Verteilung der proportionalen Sitze besteht eine landesweite Sperrklausel von 3 % für einzelne Listen. Für Koalitionen besteht eine landesweite Sperrklausel von 10 %, wobei mindestens eine Liste 3 % erreicht haben muss. Für Minderheitenparteien gilt eine regionale Sperrklausel von 20 % oder zwei Direktmandaten. Stimmen für Listen, auf die weniger als 1 % der Stimmen entfallen, werden nicht berücksichtigt, auch wenn die Koalition die Sperrklausel überschritten hat (mit Ausnahmen von Minderheitenparteien).

Für die Aufstellung der Listen und der Kandidaten in den Einerwahlkreisen gilt eine 40 %-Quote pro Geschlecht.

Koalitionen und Parteien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Umfragen im Dezember 2017 haben vier Koalitionen bzw. Parteien gute Aussichten darauf, in das Parlament einzuziehen:[4]

Mitte-Links-Koalition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der regierende Partito Democratico (PD, Demokratische Partei) tritt in einer Mitte-Links-Koalition an. Spitzenkandidat ist der ehemalige Ministerpräsident Matteo Renzi.[5] Die PD gilt als sozialdemokratisch bis sozialliberal. An ihrer Koalition sind drei kleinere Bündnisse beteiligt: das christdemokratische Bündnis Civica Popolare (Alternativa Popolare, Italia dei Valori, Centristi per l'Europa, Democrazia Solidale, Unione per il Trentino, L'Italia è Popolare, Italia Popolare und Unione Popolare Cristiana), das progressive Bündnis Italia Europa Insieme (Partito Socialista Italiano, Federazione dei Verdi (Grüne), Area Civica und andere) und das pro-europäische Bündnis Più Europa (Radicali Italiani, Centro Democratico, Forza Europa, Area Progressista). Dazu kommen mehrere regionale bzw. Minderheitenparteien: die Südtiroler Volkspartei, Moderati (Piedmont), Partito Autonomista Trentino Tirolese, Union Valdôtaine Progressiste und Autonomie, Liberté, Participation, Écologie (beide Aostatal).

Fünf-Sterne-Bewegung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der MoVimento 5 Stelle (M5S, Fünf-Sterne-Bewegung) verzichtet auf eine Koalition mit anderen Parteien. Die Bewegung gilt als populistisch und EU-kritisch. Der Spitzenkandidat Luigi Di Maio wurde im September 2017 in einer parteiinternen Vorwahl bestimmt. Parteivorsitzender ist Beppe Grillo.

Mitte-Rechts-Koalition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie bereits 2013 bilden die konservative und wirtschaftsliberale Forza Italia (FI, Vorwärts Italien, 2013 noch Il Popolo della Libertà, PdL) von Silvio Berlusconi, die rechtspopulistische Lega Nord (Lega, Liga Nord) von Matteo Salvini und die nationalkonservative Fratelli d’Italia (FdI, Brüder Italiens) die Mitte-Rechts-Koalition. Dazu kommt das christdemokratisch-zentristische Bündnis Noi con l'Italia (unter anderem mit UdC, SC, DI, UDEUR und MpA; das Bündnis ist zum größten Teil identisch mit der Koalition Con Monti per l’Italia bei der Wahl 2013).[6][7] Zwei weitere Kleinstparteien sind an der Koalition beteiligt: Energie per l'Italia (liberal-christdemokratisch) und Movimento Nazionale per la Sovranità (national-konservativ, souveränistisch).

Die Koalition konnte sich (noch) nicht auf einen Spitzenkandidaten einigen.

Frei und Gleich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liberi e Uguali (LeU, Frei und Gleich) ist die Vereinigung dreier linker Parteien: zum einer der Sinistra Italiana (SI, Italienische Linke), zum anderen zweier Abspaltungen des PD, der Movimento Democratico e Progressista und Possibile. Auf der Liste befinden sich zudem Kandidaten der Democrazia e Autonomia und der Grünen Südtirols. Spitzenkandidat ist Pietro Grasso.[8]

Weitere Parteien und Koalitionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Umfragen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bidimedia-Umfrage vom 15. Januar 2018
 %
30
20
10
0
27,3
23,6
16
13,2
6,8
5,7
3,3
2
2,1
E/I/CP
Sonst.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2013
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
+1,7
-1,8
-5,6
+9,1
+3,6
+3,7
+3,3
-8,9
-4,4
E/I/CP
Sonst.
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
e 2013 SEL
h 2013 als u. a. SC

Aktuelle Umfragen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

nach Partei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Institut Datum M5S PD FI NcI LN LeU FdI +E I CP Sonst.
SWG[13] 17.01.2018 27,3 % 23,6 % 16,0 % 2,0 % 13,2 % 6,8 % 5,7 % 1,2 % 0,8 % 1,3 % 2,1 %
Piepoli/Euromedia[14] 15.01.2018 27 % 25 % 15 % 2,5 % 14 % 7 % 5 % 1,5 % 1 % 1 % 1 %
Bidimedia[15] 15.01.2018 27 % 24,1 % 16,1 % 1,8 % 12,9 % 5,9 % 4,5 % 1,3 % 1 % 1,4 % 2,5 %
EMG[16] 12.01.2018 28,2 % 24,1 % 14,8 % 2,2 % 13,6 % 5,6 % 5,4 % 1,4 % 1,5 % 1 % 2,1 %
Index[17] 11.01.2018 28 % 24 % 15 % 1,6 % 13,7 % 6,2 % 5,4 % 1,5 % 1,7 % 0,8 % 2,1 %
Demopolis[18] 11.01.2018 29,2 % 23,5 % 15,6 % 1,9 % 13,8 % 6,5 % 5 % 3,5 % 1 %
Ipsos[19] 11.01.2018 28,7 % 23,1 % 16,5 % 0,9 % 13,8 % 6,4 % 4,7 % 1,2 % 1,4 % 1,8 % 1,5 %
Ixé[20] 10.01.2018 27,8 % 23,1 % 17,2 % 2,4 % 11,8 % 7 % 4,9 % 1,7 % 1,7 % 2,4 %
SWG[21] 10.01.2018 26,7 % 23,1 % 16,7 % 1,6 % 13,1 % 6,8 % 5,7 % 1,3 % 0,9 % 1,4 % 2,7 %
IPR[22] 09.01.2018 28 % 22 % 16 % 2,7 % 13 % 5 % 6,3 % 2,5 % 0,5 % 2,5 % 1,5 %
Tecné[23] 08.01.2018 28,1 % 20,7 % 18 % 2,6 % 12,6 % 6,7 % 5,3 % 4,3 % 1,7 %
Demopolis[24] 08.01.2018 29 % 24 % 15,3 % 1,9 % 14 % 7 % 5 % 2,5 % 1,3 %
EMG[25] 07.01.2018 28,2 % 24,1 % 14,8 % 2,2 % 13,6 % 5,6 % 5,4 % 1,4 % 1,5 % 1 % 2,1 %
Wahl 2013 25.02.2013 25,6 % 25,4 % 21,6 % 10,9 % 4,1 % 3,2 % 2,0 % 0,7 % 6,5 %

nach Koalition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Institut Datum Mitte-Links Mitte-Rechts M5S LeU Sonst.
SWG[13] 17.01.2018 27,3 % 37,2 % 27,3 % 6,8 % 1,4 %
Piepoli/Euromedia[14] 15.01.2018 28,5 % 36,5 % 27 % 7 % 1 %
Bidimedia[15] 15.01.2018 28,4 % 36 % 27 % 5,9 % 2,7 %
EMG[16] 12.01.2018 27,8 % 36,7 % 27,9 % 5,8 % 1,8 %
Index[17] 11.01.2018 28 % 36,7 % 27,9 % 6,5 % 1,1 %
SWG[21] 10.01.2018 27,1 % 37,6 % 26,7 % 6,8 % 1,8 %
IPR[22] 09.01.2018 27,5 % 38 % 28 % 5 % 1,5 %
Tecné[23] 08.01.2018 25 % 39,2 % 28,1 % 6,7 % 1 %
Demopolis[24] 08.01.2018 26,5 % 36,2 % 29 % 7 % 1,3 %
EMG[25] 07.01.2018 28,4 % 36,1 % 28,2 % 5,6 % 1,7 %
YouTrend[26] 06.01.2018 27,9 % 34,6 % 27,3 % 6,8 % 3,4 %
Wahl 2013 25.02.2013 29,5 % 29,2 % 25,6 %

Verlauf monatlicher Umfrage-Mittelwerte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 = M5S,  = PD,  = FI,  = LN,  = LeU,  = FdI,  = NcI,  = +E,  = I,  = CP,  = UdC

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. www.quirinale.it: Comunicato (Presseerklärung)
  2. FAZ.net: Präsident löst italienisches Parlament auf
  3. http://elezioni.interno.it/contenuti/riepiloghi/RiepilogoReferendumCost2016.pdf
  4. http://www.electograph.com/search/label/Italy
  5. http://www.repubblica.it/politica/2017/04/30/news/primarie_pd_elezioni_segretario_scrutinio-164320193/
  6. http://www.corriere.it/politica/17_dicembre_30/gentiloni-berlusconi-lornzin-casini-pd-margherita-civica-popolare-simbolo-votazioni-nasce-stampella-centrista-forza-italia-c6bba08c-ecfc-11e7-ba29-fb1d66cc2503.shtml
  7. http://www.ilsole24ore.com/art/notizie/2017-12-20/traffico-centro-zona-politica-che-non-conosce-semplificazione-114102.shtml?uuid=AEMaLHVD&refresh_ce=1
  8. https://derstandard.at/2000069953110/Italien-Ex-Mafiajaeger-sagt-Renzi-den-Kampf-an
  9. http://www.today.it/politica/elezioni/politiche-2018/potere-al-popolo.html
  10. http://www.affaritaliani.it/politica/elezioni-2018-renzi-alema-sono-la-stessa-cosa-514766.html/
  11. http://www.repubblica.it/politica/2017/12/07/news/lista_comunisti_per_una_sinistra_rivoluzionaria-183337337/
  12. http://sondaggibidimedia.com/sondaggio-bidimedia-15-gennaio-elezioni-politiche-trema-nazareno/2/
  13. ab Sondaggio SWG 17/1, auf scenariopolitici.com
  14. ab Sondaggi Euromedia Research & Piepoli (16 Gennaio 2018), auf scenariopolitici.com
  15. ab Sondaggio BIDIMEDIA (15 Gennaio) Elezioni Politiche – Trema il Nazareno: continua il crollo del Csx mentre salgono Cdx e 5Stelle, auf sondaggibidimedia.com
  16. ab Sondaggio EMG Acqua 8 gennaio 2018: CDX 36,1%, CSX 28,4%, M5S 28,2%, auf scenariopolitici.com
  17. ab [1], tweet zur Index-Umfrage
  18. Sondaggio Demopolis (11 Gennaio 2018): CDX 36,3%, M5S 29,2%, CSX 27%, auf scenariopolitici.com
  19. Sondaggi elezioni 2018, Pd in calo, i 5 Stelle salgono. Il centrodestra è avanti, ma «perde» 12 deputati, auf corriere.it
  20. Gentiloni dopo Gentiloni, auf huffingtonpost.com
  21. ab Sondaggio SWG, auf scenariopolitici.com
  22. ab Sondaggio IPR Marketing (9 gennaio 2018): CDX 38%, M5S 28%, CSX 27,5%, auf scenariopolitici.com
  23. ab [2] tweet zur Umfrage von Tecné
  24. ab Sondaggio Demopolis 10 gennaio 2018: CDX 36,2%, M5S 29%, CSX 26,5%, auf scenariopolitici.com
  25. ab Sondaggio EMG Acqua 8 gennaio 2018: CDX 36,1%, CSX 28,4%, M5S 28,2%, auf scenariopolitici.com
  26. Ultimi sondaggi politici elettorali, le proiezioni Youtrend Elezioni Politiche 2018, auf centrometeoitaiano.it

Die vorgezogene Parlamentswahl in Italien 2018 findet am 4. März 2018 statt. Staatspräsident Mattarella unterzeichnete am 28. Dezember 2017 das Dekret zur Auflösung des italienischen Parlaments und zur Festsetzung des Wahltermins.[1][2]

Das Kabinett Gentiloni unter Ministerpräsident Paolo Gentiloni ist seit Dezember 2016 im Amt.

Wahlrecht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem die von der Regierung Renzi geplante Reform des Senats bei einer Volksabstimmung abgelehnt wurde[3] und das im Mai 2015 geänderte Wahlrecht zur Abgeordnetenkammer vom Verfassungsgericht zum Teil für ungültig erklärt wurden, musste ein neues Wahlrecht gefunden werden. Im Herbst 2017 einigten sich PD, FI, LN und ALA auf ein neues Wahlrecht, das unter dem Namen Rosatellum bis bekannt ist. Der Name bezieht sich auf Ettore Rosato, Fraktionsvorsitzender des PD in der Abgeordnetenkammer, der die Grundzüge des Wahlrechts vorgeschlagen hatte.

Das Rosatellum ist ein Grabenwahlrecht. In jeder Kammer des Parlaments werden 37 % der Sitze per relativem Mehrheitswahl in Einerwahlkreisen und 61 % der Sitze proportional per Verhältniswahl vergeben. Weitere 2 % entfallen auf die Auslandswahlkreise. Für die Abgeordnetenkammer werden 232 Abgeordnete per Mehrheitswahl, 386 per Verhältniswahl und zwölf in den Auslandswahlkreisen gewählt. Für den Senat werden 116 Senatoren per Mehrheitswahl, 193 per Verhältniswahl und sechs in den Auslandswahlkreisen gewählt. Dazu kommen einige Senatoren auf Lebenszeit, zum Beispiel die ehemaligen Präsidenten der Republik Italien.

Die Parteien können, wie bisher schon üblich, in Koalitionen antreten. Die Koalitionen treten in jedem Einer-Wahlkreis mit einem gemeinsamen Kandidaten an. Für die Verhältniswahl tritt jede Partei mit kurzen, starren Kandidatenlisten in kleinen Mehrpersonenwahlkreisen an, in denen mindestens zwei (Abgeordnetenkammer: mindestens drei) und höchstens acht Sitze vergeben werden. Die Berechnung der Sitzverteilung für die Verhältniswahl erfolgt dabei erst landesweit bei der Wahl zur Abgeordnetenkammer und innerhalb der Region bei der Wahl des Senats, danach erfolgt die Unterverteilung auf die Wahlkreise.

Der Wähler hat dabei eine Stimme. Damit wählt er einen Kandidaten seines Wahlkreises. Er kann dabei entweder den Kandidaten ankreuzen oder eine der Listen der Koalition, die den Kandidaten unterstützt. In ersterem Fall wird die Stimme anteilig auf die beteiligten Listen der Koalition verteilt.

Für die Teilnahme an der Verteilung der proportionalen Sitze besteht eine landesweite Sperrklausel von 3 % für einzelne Listen. Für Koalitionen besteht eine landesweite Sperrklausel von 10 %, wobei mindestens eine Liste 3 % erreicht haben muss. Für Minderheitenparteien gilt eine regionale Sperrklausel von 20 % oder zwei Direktmandaten. Stimmen für Listen, auf die weniger als 1 % der Stimmen entfallen, werden nicht berücksichtigt, auch wenn die Koalition die Sperrklausel überschritten hat (mit Ausnahmen von Minderheitenparteien).

Für die Aufstellung der Listen und der Kandidaten in den Einerwahlkreisen gilt eine 40 %-Quote pro Geschlecht.

Koalitionen und Parteien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Umfragen im Dezember 2017 haben vier Koalitionen bzw. Parteien gute Aussichten darauf, in das Parlament einzuziehen:[4]

Mitte-Links-Koalition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der regierende Partito Democratico (PD, Demokratische Partei) tritt in einer Mitte-Links-Koalition an. Spitzenkandidat ist der ehemalige Ministerpräsident Matteo Renzi.[5] Die PD gilt als sozialdemokratisch bis sozialliberal. An ihrer Koalition sind drei kleinere Bündnisse beteiligt: das christdemokratische Bündnis Civica Popolare (Alternativa Popolare, Italia dei Valori, Centristi per l'Europa, Democrazia Solidale, Unione per il Trentino, L'Italia è Popolare, Italia Popolare und Unione Popolare Cristiana), das progressive Bündnis Italia Europa Insieme (Partito Socialista Italiano, Federazione dei Verdi (Grüne), Area Civica und andere) und das pro-europäische Bündnis Più Europa (Radicali Italiani, Centro Democratico, Forza Europa, Area Progressista). Dazu kommen mehrere regionale bzw. Minderheitenparteien: die Südtiroler Volkspartei, Moderati (Piedmont), Partito Autonomista Trentino Tirolese, Union Valdôtaine Progressiste und Autonomie, Liberté, Participation, Écologie (beide Aostatal).

Fünf-Sterne-Bewegung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der MoVimento 5 Stelle (M5S, Fünf-Sterne-Bewegung) verzichtet auf eine Koalition mit anderen Parteien. Die Bewegung gilt als populistisch und EU-kritisch. Der Spitzenkandidat Luigi Di Maio wurde im September 2017 in einer parteiinternen Vorwahl bestimmt. Parteivorsitzender ist Beppe Grillo.

Mitte-Rechts-Koalition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie bereits 2013 bilden die konservative und wirtschaftsliberale Forza Italia (FI, Vorwärts Italien, 2013 noch Il Popolo della Libertà, PdL) von Silvio Berlusconi, die rechtspopulistische Lega Nord (Lega, Liga Nord) von Matteo Salvini und die nationalkonservative Fratelli d’Italia (FdI, Brüder Italiens) die Mitte-Rechts-Koalition. Dazu kommt das christdemokratisch-zentristische Bündnis Noi con l'Italia (unter anderem mit UdC, SC, DI, UDEUR und MpA; das Bündnis ist zum größten Teil identisch mit der Koalition Con Monti per l’Italia bei der Wahl 2013).[6][7] Zwei weitere Kleinstparteien sind an der Koalition beteiligt: Energie per l'Italia (liberal-christdemokratisch) und Movimento Nazionale per la Sovranità (national-konservativ, souveränistisch).

Die Koalition konnte sich (noch) nicht auf einen Spitzenkandidaten einigen.

Frei und Gleich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liberi e Uguali (LeU, Frei und Gleich) ist die Vereinigung dreier linker Parteien: zum einer der Sinistra Italiana (SI, Italienische Linke), zum anderen zweier Abspaltungen des PD, der Movimento Democratico e Progressista und Possibile. Auf der Liste befinden sich zudem Kandidaten der Democrazia e Autonomia und der Grünen Südtirols. Spitzenkandidat ist Pietro Grasso.[8]

Weitere Parteien und Koalitionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Umfragen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bidimedia-Umfrage vom 15. Januar 2018
 %
30
20
10
0
27,3
23,6
16
13,2
6,8
5,7
3,3
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E/I/CP
Sonst.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2013
 %p
 10
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+1,7
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+9,1
+3,6
+3,7
+3,3
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-4,4
E/I/CP
Sonst.
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
e 2013 SEL
h 2013 als u. a. SC

Aktuelle Umfragen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

nach Partei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Institut Datum M5S PD FI NcI LN LeU FdI +E I CP Sonst.
SWG[13] 17.01.2018 27,3 % 23,6 % 16,0 % 2,0 % 13,2 % 6,8 % 5,7 % 1,2 % 0,8 % 1,3 % 2,1 %
Piepoli/Euromedia[14] 15.01.2018 27 % 25 % 15 % 2,5 % 14 % 7 % 5 % 1,5 % 1 % 1 % 1 %
Bidimedia[15] 15.01.2018 27 % 24,1 % 16,1 % 1,8 % 12,9 % 5,9 % 4,5 % 1,3 % 1 % 1,4 % 2,5 %
EMG[16] 12.01.2018 28,2 % 24,1 % 14,8 % 2,2 % 13,6 % 5,6 % 5,4 % 1,4 % 1,5 % 1 % 2,1 %
Index[17] 11.01.2018 28 % 24 % 15 % 1,6 % 13,7 % 6,2 % 5,4 % 1,5 % 1,7 % 0,8 % 2,1 %
Demopolis[18] 11.01.2018 29,2 % 23,5 % 15,6 % 1,9 % 13,8 % 6,5 % 5 % 3,5 % 1 %
Ipsos[19] 11.01.2018 28,7 % 23,1 % 16,5 % 0,9 % 13,8 % 6,4 % 4,7 % 1,2 % 1,4 % 1,8 % 1,5 %
Ixé[20] 10.01.2018 27,8 % 23,1 % 17,2 % 2,4 % 11,8 % 7 % 4,9 % 1,7 % 1,7 % 2,4 %
SWG[21] 10.01.2018 26,7 % 23,1 % 16,7 % 1,6 % 13,1 % 6,8 % 5,7 % 1,3 % 0,9 % 1,4 % 2,7 %
IPR[22] 09.01.2018 28 % 22 % 16 % 2,7 % 13 % 5 % 6,3 % 2,5 % 0,5 % 2,5 % 1,5 %
Tecné[23] 08.01.2018 28,1 % 20,7 % 18 % 2,6 % 12,6 % 6,7 % 5,3 % 4,3 % 1,7 %
Demopolis[24] 08.01.2018 29 % 24 % 15,3 % 1,9 % 14 % 7 % 5 % 2,5 % 1,3 %
EMG[25] 07.01.2018 28,2 % 24,1 % 14,8 % 2,2 % 13,6 % 5,6 % 5,4 % 1,4 % 1,5 % 1 % 2,1 %
Wahl 2013 25.02.2013 25,6 % 25,4 % 21,6 % 10,9 % 4,1 % 3,2 % 2,0 % 0,7 % 6,5 %

nach Koalition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Institut Datum Mitte-Links Mitte-Rechts M5S LeU Sonst.
SWG[13] 17.01.2018 27,3 % 37,2 % 27,3 % 6,8 % 1,4 %
Piepoli/Euromedia[14] 15.01.2018 28,5 % 36,5 % 27 % 7 % 1 %
Bidimedia[15] 15.01.2018 28,4 % 36 % 27 % 5,9 % 2,7 %
EMG[16] 12.01.2018 27,8 % 36,7 % 27,9 % 5,8 % 1,8 %
Index[17] 11.01.2018 28 % 36,7 % 27,9 % 6,5 % 1,1 %
SWG[21] 10.01.2018 27,1 % 37,6 % 26,7 % 6,8 % 1,8 %
IPR[22] 09.01.2018 27,5 % 38 % 28 % 5 % 1,5 %
Tecné[23] 08.01.2018 25 % 39,2 % 28,1 % 6,7 % 1 %
Demopolis[24] 08.01.2018 26,5 % 36,2 % 29 % 7 % 1,3 %
EMG[25] 07.01.2018 28,4 % 36,1 % 28,2 % 5,6 % 1,7 %
YouTrend[26] 06.01.2018 27,9 % 34,6 % 27,3 % 6,8 % 3,4 %
Wahl 2013 25.02.2013 29,5 % 29,2 % 25,6 %

Verlauf monatlicher Umfrage-Mittelwerte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 = M5S,  = PD,  = FI,  = LN,  = LeU,  = FdI,  = NcI,  = +E,  = I,  = CP,  = UdC

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. www.quirinale.it: Comunicato (Presseerklärung)
  2. FAZ.net: Präsident löst italienisches Parlament auf
  3. http://elezioni.interno.it/contenuti/riepiloghi/RiepilogoReferendumCost2016.pdf
  4. http://www.electograph.com/search/label/Italy
  5. http://www.repubblica.it/politica/2017/04/30/news/primarie_pd_elezioni_segretario_scrutinio-164320193/
  6. http://www.corriere.it/politica/17_dicembre_30/gentiloni-berlusconi-lornzin-casini-pd-margherita-civica-popolare-simbolo-votazioni-nasce-stampella-centrista-forza-italia-c6bba08c-ecfc-11e7-ba29-fb1d66cc2503.shtml
  7. http://www.ilsole24ore.com/art/notizie/2017-12-20/traffico-centro-zona-politica-che-non-conosce-semplificazione-114102.shtml?uuid=AEMaLHVD&refresh_ce=1
  8. https://derstandard.at/2000069953110/Italien-Ex-Mafiajaeger-sagt-Renzi-den-Kampf-an
  9. http://www.today.it/politica/elezioni/politiche-2018/potere-al-popolo.html
  10. http://www.affaritaliani.it/politica/elezioni-2018-renzi-alema-sono-la-stessa-cosa-514766.html/
  11. http://www.repubblica.it/politica/2017/12/07/news/lista_comunisti_per_una_sinistra_rivoluzionaria-183337337/
  12. http://sondaggibidimedia.com/sondaggio-bidimedia-15-gennaio-elezioni-politiche-trema-nazareno/2/
  13. ab Sondaggio SWG 17/1, auf scenariopolitici.com
  14. ab Sondaggi Euromedia Research & Piepoli (16 Gennaio 2018), auf scenariopolitici.com
  15. ab Sondaggio BIDIMEDIA (15 Gennaio) Elezioni Politiche – Trema il Nazareno: continua il crollo del Csx mentre salgono Cdx e 5Stelle, auf sondaggibidimedia.com
  16. ab Sondaggio EMG Acqua 8 gennaio 2018: CDX 36,1%, CSX 28,4%, M5S 28,2%, auf scenariopolitici.com
  17. ab [1], tweet zur Index-Umfrage
  18. Sondaggio Demopolis (11 Gennaio 2018): CDX 36,3%, M5S 29,2%, CSX 27%, auf scenariopolitici.com
  19. Sondaggi elezioni 2018, Pd in calo, i 5 Stelle salgono. Il centrodestra è avanti, ma «perde» 12 deputati, auf corriere.it
  20. Gentiloni dopo Gentiloni, auf huffingtonpost.com
  21. ab Sondaggio SWG, auf scenariopolitici.com
  22. ab Sondaggio IPR Marketing (9 gennaio 2018): CDX 38%, M5S 28%, CSX 27,5%, auf scenariopolitici.com
  23. ab [2] tweet zur Umfrage von Tecné
  24. ab Sondaggio Demopolis 10 gennaio 2018: CDX 36,2%, M5S 29%, CSX 26,5%, auf scenariopolitici.com
  25. ab Sondaggio EMG Acqua 8 gennaio 2018: CDX 36,1%, CSX 28,4%, M5S 28,2%, auf scenariopolitici.com
  26. Ultimi sondaggi politici elettorali, le proiezioni Youtrend Elezioni Politiche 2018, auf centrometeoitaiano.it
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