Peter Kuhn (Bergmeister)

Peter Kuhn, auch Peter Kühn(e), (* um 1628; † 20. Februar 1682 in Platten) war ein böhmischer Bergmeister und Unternehmer. Als Exulant gehörte er mit zu den Gründern von Johanngeorgenstadt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Peter Kuhn war in Platten im Erzgebirge als Ratsherr und Unternehmer tätig. So betrieb er seit 1654 eine Farbmühle am Breitenbach.[1] Zu Zeiten der Gegenreformation wanderte er als Glaubensflüchtling kurzzeitig nach Johanngeorgenstadt aus, wo er 1658 von Johann Löbel d. J. dessen im Bau befindliches Haus neben der Kirche kaufte. Kuhn gehörte in der neu gegründeten Stadt der Ratsversammlung an und erscheint 1662 als einer von vier Schichtmeistern.

Da man ihm drohte, falls er nicht nach Böhmen zurückkehren sollte, werde seine Farbmühle eingezogen,[2] zog Kuhn nach Platten zurück und konvertierte zum katholischen Glauben.[3] 1671 gab er einen höheren Zoll für böhmische Blaufarbe an, was das Missfallen des Kurfürsten Johann Georg II. von Sachsen erregte. 1682 wurde die Bergmeisterstelle mit Kuhn neu besetzt.[4] Er starb noch im gleichem Jahr im Alter von 54 Jahren weniger 26 Tage.

Nach seinem Tode gelangte seine Farbmühle durch die Ehe seiner Witwe Maria Kuhn 1684 mit dem Fleischhauermeister aus Neudek Peter Elster in den Besitz der Familie Elster, die sie weiter bis zu ihrer Stilllegung Anfang des 19. Jahrhunderts betrieben.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedrich Franke schreibt 1854 über Peter Kuhn:

Unerfreulich in der Geschichte des aufblühenden Johanngeorgenstadt sind nur wenige Vorkommnisse. Hierher gehört vor allem, daß drei Exulanten um das Zeitlichen willen schnöde wieder abfielen: Hans Poppenberger, Melchior Siegel, Peter Kühne (Kuhn) [...].[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Siegfried Sieber: Von böhmischen Blaufarbenwerken. Bohemia, München 1969.
  2. Johann Christian Engelschall: Beschreibung Der Exulanten- und Bergstadt Johann Georgen Stadt, In vier Theilen vorstellende, I. Der Exulanten Zustand und wohin sie sich gewendet. II. Der Stadt Anbau, Wachsthum und darinnen vorgefallene Begebenheiten. III. Den dasigen Bergbau, dessen Ursprung, fündige Metallen und sämtliche Zechen. IV. Das eingepfarrte Hammerwerck Wittichsthal, wie auch die Obere-und Untere-Jugel. In Verlegung, Friedrich Lanckischens Erben, 1723 (google.de [abgerufen am 7. Januar 2018]).
  3. Friedrich Francke: Zur Gründungsgeschichte von Johanngeorgenstadt: Mittheilungen aus archivelöschen Quellen. Schumann, 1854 (google.de [abgerufen am 7. Januar 2018]).
  4. Andreas Erb: Bergbau in Platten- und Gottesgab – eine sächsisch-böhmische Geschichte. Spezialinventar: MM 1379 - 7 - 1682.
  5. Friedrich Franke: Zur Gründungsgeschichte von Johanngeorgenstadt, Schneeberg, 1854, S. 52/53.
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