Römisch-katholische Kirche in Kirgisistan

Die römisch-katholische Kirche in Kirgisistan umfasst nur rund 1.000 der rund 5,5 Millionen Einwohner (Stand 2014).[1]

Die Kirgisische Republik ist seit ihrer Unabhängigkeit 1991 ein säkularer Staat, wobei die Mehrheit der Bevölkerung dem Islam angehört.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Christen gab es schon im 7. Jahrhundert. Diese gehörten der nestorianischen Kirche an, die heute nur noch im Irak, Iran und in Syrien besteht. In Ak-Beschim und in Navekat wurden zwei Kirchen ausgegraben. Die Verbreitung des Katholizismus im Land erfolgt hauptsächlich durch Missionare der Jesuiten. 1969 wurde die Kirchengemeinde in der Hauptstadt Bischkek registriert.[2] Nach dem Zerfall der Sowjetunion konnte sich die katholische Kirche wieder entfalten. Jedoch wanderten die meisten Katholiken nach Deutschland aus, da sie deutscher Abstammung waren, und nur eine kleine Minderheit blieb im Land. 1991 errichtete Papst Johannes Paul II. die apostolische Administratur Kasachstan, die zunächst auch Kirgisistan umfasste. 1997 gründete Papst Johannes Paul II. in Kirgisistan die Mission sui juris. Am 18. März 2006 löste Papst Benedikt XVI. diese Mission sui juris wieder auf, rief die apostolische Administratur Kirgisistan mit Sitz in Bischkek ins Leben und ernannte den Jesuit Nikolaus Messmer als ersten apostolischen Administrator.

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die drei bis sechs katholischen Pfarreien befinden sich unter anderem in Bischkek (Erzengel St. Michael, mit der 2000 errichteten kleinen Kathedrale), Talas[3] („Bruder Klaus“),[4] und Dschalalabat.[5] Die Katholiken sind meist Angehörige der deutschen Minderheit. Die Umstände der Sakramentenspendung und Seelsorge sind durch weite Entfernungen und lange Autofahrten geprägt, Gottesdienste finden oft im kleinen Kreis in Privatwohnungen statt. 2017 betreuen acht Jesuiten und einige Ordensschwestern die Katholiken in Kirgisistan. Am Yssykköl betreiben die Jesuiten ein Ferienhaus für Kinder und Jugendliche.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Klaus Väthröder: Mehr Schafe als Katholiken. In: jesuitenweltweit. Ausgabe Weihnachten 2017, S. 23–27

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bischof Messmer aus Kirgisistan besucht Diözese Eichstätt. Internetpräsenz des Bistums Eichstätt vom 5. Februar 2014, abgerufen am 21. November 2017.
  2. Kauf eines Hauses als Pfarrzentrum für die Pfarrei in der Hauptstadt Bischkek. Internetpräsenz des Hilfswerkes Kirche in Not, abgerufen am 21. November 2017.
  3. http://stiftung-jesuitalumni.de/neubau-einer-kleinen-kirche-in-talas-kirgistan/
  4. https://www.kath.ch/newsd/bruder-klaus-erobert-zentralasien/
  5. Philippa Hitchen: Kyrgyzstan's only Catholic bishop dies. Radio Vatikan, 18. Juli 2016, abgerufen am 19. Juli 2016 (englisch).

Die römisch-katholische Kirche in Kirgisistan umfasst nur rund 1.000 der rund 5,5 Millionen Einwohner (Stand 2014).[1]

Die Kirgisische Republik ist seit ihrer Unabhängigkeit 1991 ein säkularer Staat, wobei die Mehrheit der Bevölkerung dem Islam angehört.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Christen gab es schon im 7. Jahrhundert. Diese gehörten der nestorianischen Kirche an, die heute nur noch im Irak, Iran und in Syrien besteht. In Ak-Beschim und in Navekat wurden zwei Kirchen ausgegraben. Die Verbreitung des Katholizismus im Land erfolgt hauptsächlich durch Missionare der Jesuiten. 1969 wurde die Kirchengemeinde in der Hauptstadt Bischkek registriert.[2] Nach dem Zerfall der Sowjetunion konnte sich die katholische Kirche wieder entfalten. Jedoch wanderten die meisten Katholiken nach Deutschland aus, da sie deutscher Abstammung waren, und nur eine kleine Minderheit blieb im Land. 1991 errichtete Papst Johannes Paul II. die apostolische Administratur Kasachstan, die zunächst auch Kirgisistan umfasste. 1997 gründete Papst Johannes Paul II. in Kirgisistan die Mission sui juris. Am 18. März 2006 löste Papst Benedikt XVI. diese Mission sui juris wieder auf, rief die apostolische Administratur Kirgisistan mit Sitz in Bischkek ins Leben und ernannte den Jesuit Nikolaus Messmer als ersten apostolischen Administrator.

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die drei bis sechs katholischen Pfarreien befinden sich unter anderem in Bischkek (Erzengel St. Michael, mit der 2000 errichteten kleinen Kathedrale), Talas[3] („Bruder Klaus“),[4] und Dschalalabat.[5] Die Katholiken sind meist Angehörige der deutschen Minderheit. Die Umstände der Sakramentenspendung und Seelsorge sind durch weite Entfernungen und lange Autofahrten geprägt, Gottesdienste finden oft im kleinen Kreis in Privatwohnungen statt. 2017 betreuen acht Jesuiten und einige Ordensschwestern die Katholiken in Kirgisistan. Am Yssykköl betreiben die Jesuiten ein Ferienhaus für Kinder und Jugendliche.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Klaus Väthröder: Mehr Schafe als Katholiken. In: jesuitenweltweit. Ausgabe Weihnachten 2017, S. 23–27

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bischof Messmer aus Kirgisistan besucht Diözese Eichstätt. Internetpräsenz des Bistums Eichstätt vom 5. Februar 2014, abgerufen am 21. November 2017.
  2. Kauf eines Hauses als Pfarrzentrum für die Pfarrei in der Hauptstadt Bischkek. Internetpräsenz des Hilfswerkes Kirche in Not, abgerufen am 21. November 2017.
  3. http://stiftung-jesuitalumni.de/neubau-einer-kleinen-kirche-in-talas-kirgistan/
  4. https://www.kath.ch/newsd/bruder-klaus-erobert-zentralasien/
  5. Philippa Hitchen: Kyrgyzstan's only Catholic bishop dies. Radio Vatikan, 18. Juli 2016, abgerufen am 19. Juli 2016 (englisch).
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