Scherfedin (Religion)

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Begründung: trotz umfangreicher Einzelnachweise im wesentlichen unbelegt. Wiedergänger eines gelöschten Artikels (Scherfedinentrum o. s. ä.). Wo hier als Beleg Arakelova angegeben ist (Victoria Arakelova: Ethno-Religious Communities. To the Problem of Identity Markers. In: Iran and the Caucasus.10 2010, S. 1–18, hier: 6ff.) ist von Scherfedin nicht die Rede. --Hajo-Muc (Diskussion) 07:59, 6. Feb. 2018 (CET)

Scherfedin (englisch Sherfadin, kurmandschi Şerfedîn) ist ein Endonym mit dem die Jesiden ihre Religion bezeichnen.[1][2][3] Das Exonym dazu im deutschen Sprachraum wird „Jesidentum“ genannt. Scherfedin bedeutet sinngemäß „reiner Glaube“ oder „kämpfende Religion“[4] (kämpfende Religion im Sinne der Verteidigung, da Jesiden nicht missionieren). Der arabische Name von Scherfedin Šaraf ad-dīn bedeutet wörtlich „die Ehre der Religion“[5] (arabisch شرف, DMG šaraf ‚Ehre‘ und arabisch دين, DMG dīn ‚Religion‘). Eine weitere Eigenbezeichnung der Jesiden für ihre Religion ist Schams (arabisch شمس, DMG Šams ‚Sonne‘)[3][6] bzw. Schamsani [7] (deutsch: Sonnenanbeter)[3][6], weiterhin betrachten sich die Jesiden als das „auserwählte Volk des Melek Taus“.[8][6][9] Scherfedin ist eine anerkannte Religion in Armenien.[10]

Scherfedin ist eine vererbbare Religion und nur spezifisch für die Jesiden. Die Jesiden betrachten sich teilweise als ethno-religiöse Gruppe und verwenden den Begriff „Jeside“ als Ethnonym für die Anhänger dieser Religion. Ein Teil der Jesiden die sich als ethnische Kurden betrachten, verwenden den Begriff „Scherfedin“ nicht, stattdessen bezeichnen sie ihre Religion als jesidisch und ihre Volkszugehörigkeit als kurdisch.

Scherfedin in der Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dass die Jesiden ihre Religion als „Scherfedin“ bezeichnen, wird in einigen sakralen Texten der Jesiden, die hauptsächlich mündlich weitergegeben werden, deutlich:

  • Qesîda Şerfedîn[11]

„Ciwabê bidne Êzîdxanê,Bila qayîmken Îmanê,Şerfedîn mîre li dîwanê,Şerfedîn dînê me ye.“

deutsche Übersetzung:

Die Botschaft von Scherfedin

„Verkündet die Botschaft im Land der Jesiden. Sie sollen ihren Glauben festigen und verteidigen. Scherfedin ist der Fürst in Residenz. Scherfedin ist unsere Religion.“

  • Qewle Qendîla[12]

„Ji qewlê pîr Reşê bi cîd e,Di bêjme we gelî mirîd e,Me dîn Şerfedîn atqat siltan Êzîd e.Em di kêmîn, Şîxadî temame.“

deutsche Übersetzung:

Hymne der Erleuchteten

„Aus der heiligen Hymne von Pīr Resh,Sage ich euch allen Muriden (gemeint sind alle Jesiden, auch Pirs und Scheichs),Unsere Religion ist Sherfedin, unser Glaube ist Sultan Ezid.Wir sind unvollkommen, Scheich Adi ist vollkommen.“

  • Beyta Çarșembûyê[13]

„Çarşembû rojeke emîne.Ezîz Tawisîmelekê min nav şirîne.Bi navê melik Şerfedîn , ji merra bûye dîne.“

deutsche Übersetzung:

Gedicht am Mittwoch

„Der Mittwoch ist ein vertrauenswürdiger Tag.Mein angesehener Melek Taus ist der mit dem süßen Namen.Er ist im Namen des Engels Sherfedin zu unsere Religion geworden.“

Laut der Autorin, Iranistin und Studentin der Staatlichen Universität Jerewan Victoria Arakelova heißt es in einem ihrer Werke:„Das Jesidentum ist ein einzigartiges Phänomen, einer der meist veranschaulichenden Beispiele von ethno-religiöse Identität, die auf einer Religion basiert, die ausschließlich spezifisch für die Jesiden ist und als Sherfedin von ihnen bezeichnet wird.“[14] Weiterhin bezeichnet sie „Scherfedin“ als ein Tabuwort für Melek Taus.[5]

Scherfedin in Armenien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Jesiden in Armenien antworten in der Regel auf die Frage nach ihrer ethnischen und religiösen Zugehörigkeit wie folgt:

„Miletê ma - Êzîdî, dînê ma - Şerfedîn“

deutsch: Unser Volk – die Jesiden, unsere Religion – Scherfedin[5]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BVwG L523 2137118-1 - Erkenntnis (Volltext): RDB Rechtsdatenbank. In: Bundesverwaltungsgericht Österreich. Abgerufen am 5. Februar 2018.
  2. Frank Eckardt, John Eade: The Ethnically Diverse City. BWV Verlag, 2011, ISBN 978-3-8305-1641-5 (google.de [abgerufen am 5. Februar 2018]).
  3. abc Viktor Voronkov, Sophia Khutsishvili, John Horan: Changing Identities : Armenia, Azerbaijan, Georgia: Collection of Selected Works. Heinrich Böll Stiftung South Caucasus, 2012, ISBN 978-9941-0-4712-1 (google.de [abgerufen am 5. Februar 2018]).
  4. (Şerfe-)Dîn – Êzîpedia. Abgerufen am 5. Februar 2018 (deutsch).
  5. abc Garnik S. Asatrian, Victoria Arakelova: The Religion of the Peacock Angel: The Yezidis and Their Spirit World. Routledge, 2014, ISBN 978-1-317-54429-6 (google.de [abgerufen am 5. Februar 2018]).
  6. abc Ansgar Jödicke: Religion and Soft Power in the South Caucasus. Routledge, 2017, ISBN 978-1-351-79789-4 (google.de [abgerufen am 5. Februar 2018]).
  7. Ilhan Kizilhan: Die Yeziden: eine anthropologische und sozialpsychologische Studie über die kurdische Gemeinschaft. Verlag Medico International, 1997, ISBN 978-3-923363-25-4 (google.de [abgerufen am 5. Februar 2018]).
  8. Holger Kliemannel: Shekinah Nr. 2: Schriftenreihe für Schamanismus, Okkultismus, Parapsychologie und Magie. Edition Roter Drache, 2008, ISBN 978-3-939459-12-5 (google.de [abgerufen am 5. Februar 2018]).
  9. Jørgen Nielsen, Jørgen Schøler Nielsen, Samim Akgönül, Ahmet Alibaic, Ahmet Alibaši?: Yearbook of Muslims in Europe. BRILL, 2011, ISBN 90-04-20516-0 (google.de [abgerufen am 5. Februar 2018]).
  10. The Yezidis of Armenia Face Identity Crisis over Kurdish Ethnicity. Abgerufen am 5. Februar 2018.
  11. Qesîda Şerfedîn – Die Botschaft Şerfedîns – Êzîpedia. Abgerufen am 5. Februar 2018 (deutsch).
  12. Philip G. Kreyenbroek, Khalīl Jindī: God and Sheikh Adi are Perfect: Sacred Poems and Religious Narratives from the Yezidi Tradition. Otto Harrassowitz Verlag, 2005, ISBN 978-3-447-05300-6, S. 93 (google.de [abgerufen am 5. Februar 2018]).
  13. Beyta Çarșembûyê – Êzîpedia. Abgerufen am 5. Februar 2018 (deutsch).
  14. Victoria Arakelova: Ethno-Religious Communities Identity markers. (academia.edu [abgerufen am 5. Februar 2018]).
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Begründung: trotz umfangreicher Einzelnachweise im wesentlichen unbelegt. Wiedergänger eines gelöschten Artikels (Scherfedinentrum o. s. ä.). Wo hier als Beleg Arakelova angegeben ist (Victoria Arakelova: Ethno-Religious Communities. To the Problem of Identity Markers. In: Iran and the Caucasus.10 2010, S. 1–18, hier: 6ff.) ist von Scherfedin nicht die Rede. --Hajo-Muc (Diskussion) 07:59, 6. Feb. 2018 (CET)

Scherfedin (englisch Sherfadin, kurmandschi Şerfedîn) ist ein Endonym mit dem die Jesiden ihre Religion bezeichnen.[1][2][3] Das Exonym dazu im deutschen Sprachraum wird „Jesidentum“ genannt. Scherfedin bedeutet sinngemäß „reiner Glaube“ oder „kämpfende Religion“[4] (kämpfende Religion im Sinne der Verteidigung, da Jesiden nicht missionieren). Der arabische Name von Scherfedin Šaraf ad-dīn bedeutet wörtlich „die Ehre der Religion“[5] (arabisch شرف, DMG šaraf ‚Ehre‘ und arabisch دين, DMG dīn ‚Religion‘). Eine weitere Eigenbezeichnung der Jesiden für ihre Religion ist Schams (arabisch شمس, DMG Šams ‚Sonne‘)[3][6] bzw. Schamsani [7] (deutsch: Sonnenanbeter)[3][6], weiterhin betrachten sich die Jesiden als das „auserwählte Volk des Melek Taus“.[8][6][9] Scherfedin ist eine anerkannte Religion in Armenien.[10]

Scherfedin ist eine vererbbare Religion und nur spezifisch für die Jesiden. Die Jesiden betrachten sich teilweise als ethno-religiöse Gruppe und verwenden den Begriff „Jeside“ als Ethnonym für die Anhänger dieser Religion. Ein Teil der Jesiden die sich als ethnische Kurden betrachten, verwenden den Begriff „Scherfedin“ nicht, stattdessen bezeichnen sie ihre Religion als jesidisch und ihre Volkszugehörigkeit als kurdisch.

Scherfedin in der Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dass die Jesiden ihre Religion als „Scherfedin“ bezeichnen, wird in einigen sakralen Texten der Jesiden, die hauptsächlich mündlich weitergegeben werden, deutlich:

  • Qesîda Şerfedîn[11]

„Ciwabê bidne Êzîdxanê,Bila qayîmken Îmanê,Şerfedîn mîre li dîwanê,Şerfedîn dînê me ye.“

deutsche Übersetzung:

Die Botschaft von Scherfedin

„Verkündet die Botschaft im Land der Jesiden. Sie sollen ihren Glauben festigen und verteidigen. Scherfedin ist der Fürst in Residenz. Scherfedin ist unsere Religion.“

  • Qewle Qendîla[12]

„Ji qewlê pîr Reşê bi cîd e,Di bêjme we gelî mirîd e,Me dîn Şerfedîn atqat siltan Êzîd e.Em di kêmîn, Şîxadî temame.“

deutsche Übersetzung:

Hymne der Erleuchteten

„Aus der heiligen Hymne von Pīr Resh,Sage ich euch allen Muriden (gemeint sind alle Jesiden, auch Pirs und Scheichs),Unsere Religion ist Sherfedin, unser Glaube ist Sultan Ezid.Wir sind unvollkommen, Scheich Adi ist vollkommen.“

  • Beyta Çarșembûyê[13]

„Çarşembû rojeke emîne.Ezîz Tawisîmelekê min nav şirîne.Bi navê melik Şerfedîn , ji merra bûye dîne.“

deutsche Übersetzung:

Gedicht am Mittwoch

„Der Mittwoch ist ein vertrauenswürdiger Tag.Mein angesehener Melek Taus ist der mit dem süßen Namen.Er ist im Namen des Engels Sherfedin zu unsere Religion geworden.“

Laut der Autorin, Iranistin und Studentin der Staatlichen Universität Jerewan Victoria Arakelova heißt es in einem ihrer Werke:„Das Jesidentum ist ein einzigartiges Phänomen, einer der meist veranschaulichenden Beispiele von ethno-religiöse Identität, die auf einer Religion basiert, die ausschließlich spezifisch für die Jesiden ist und als Sherfedin von ihnen bezeichnet wird.“[14] Weiterhin bezeichnet sie „Scherfedin“ als ein Tabuwort für Melek Taus.[5]

Scherfedin in Armenien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Jesiden in Armenien antworten in der Regel auf die Frage nach ihrer ethnischen und religiösen Zugehörigkeit wie folgt:

„Miletê ma - Êzîdî, dînê ma - Şerfedîn“

deutsch: Unser Volk – die Jesiden, unsere Religion – Scherfedin[5]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BVwG L523 2137118-1 - Erkenntnis (Volltext): RDB Rechtsdatenbank. In: Bundesverwaltungsgericht Österreich. Abgerufen am 5. Februar 2018.
  2. Frank Eckardt, John Eade: The Ethnically Diverse City. BWV Verlag, 2011, ISBN 978-3-8305-1641-5 (google.de [abgerufen am 5. Februar 2018]).
  3. abc Viktor Voronkov, Sophia Khutsishvili, John Horan: Changing Identities : Armenia, Azerbaijan, Georgia: Collection of Selected Works. Heinrich Böll Stiftung South Caucasus, 2012, ISBN 978-9941-0-4712-1 (google.de [abgerufen am 5. Februar 2018]).
  4. (Şerfe-)Dîn – Êzîpedia. Abgerufen am 5. Februar 2018 (deutsch).
  5. abc Garnik S. Asatrian, Victoria Arakelova: The Religion of the Peacock Angel: The Yezidis and Their Spirit World. Routledge, 2014, ISBN 978-1-317-54429-6 (google.de [abgerufen am 5. Februar 2018]).
  6. abc Ansgar Jödicke: Religion and Soft Power in the South Caucasus. Routledge, 2017, ISBN 978-1-351-79789-4 (google.de [abgerufen am 5. Februar 2018]).
  7. Ilhan Kizilhan: Die Yeziden: eine anthropologische und sozialpsychologische Studie über die kurdische Gemeinschaft. Verlag Medico International, 1997, ISBN 978-3-923363-25-4 (google.de [abgerufen am 5. Februar 2018]).
  8. Holger Kliemannel: Shekinah Nr. 2: Schriftenreihe für Schamanismus, Okkultismus, Parapsychologie und Magie. Edition Roter Drache, 2008, ISBN 978-3-939459-12-5 (google.de [abgerufen am 5. Februar 2018]).
  9. Jørgen Nielsen, Jørgen Schøler Nielsen, Samim Akgönül, Ahmet Alibaic, Ahmet Alibaši?: Yearbook of Muslims in Europe. BRILL, 2011, ISBN 90-04-20516-0 (google.de [abgerufen am 5. Februar 2018]).
  10. The Yezidis of Armenia Face Identity Crisis over Kurdish Ethnicity. Abgerufen am 5. Februar 2018.
  11. Qesîda Şerfedîn – Die Botschaft Şerfedîns – Êzîpedia. Abgerufen am 5. Februar 2018 (deutsch).
  12. Philip G. Kreyenbroek, Khalīl Jindī: God and Sheikh Adi are Perfect: Sacred Poems and Religious Narratives from the Yezidi Tradition. Otto Harrassowitz Verlag, 2005, ISBN 978-3-447-05300-6, S. 93 (google.de [abgerufen am 5. Februar 2018]).
  13. Beyta Çarșembûyê – Êzîpedia. Abgerufen am 5. Februar 2018 (deutsch).
  14. Victoria Arakelova: Ethno-Religious Communities Identity markers. (academia.edu [abgerufen am 5. Februar 2018]).
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