Sexroboter

Ein Sexroboter ist ein Roboter bzw. eine elektronische Sexpuppe, die im Gegensatz zu einer reinen Sexmaschine meist ein anthropomorphisches Aussehen hat und für sexuelle Handlungen oder Fantasien genutzt wird. Die Liebe zu Robotern oder Computer wird auch als Computerliebe oder Roboterliebe und die sexuelle Anziehung auch als Technosexualität oder Roboterfetischismus bezeichnet.

Gesellschaftliche Wahrnehmung und Prognosen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der als Webserie und Zukunftsstudie Homo Digitalis von den öffentlich-rechtlichen und dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) würde jeder fünfte Deutsche gerne mal mit einem Sexroboter schlafen und die Hälfte würde es nicht stören wenn ihr Partner einen hätte. Allerdings geben nur 6 % an, dass sie sich vorstellen könnten sich in ein Sexroboter zu verlieben. 85 % der Käufer sind dabei Männer. Daher werden sich nach Meinung von Kathrin Pollmann, Forscherin am IAO, von Menschen eher als Spielzeug und nicht als Liebespartner angesehen. Der Künstliche-Intelligenz-Forscher David Levy hält Sexroboter bis 2050 für eine gängige Praxis und geht in seinem Buch Love and Sex with Robots näher darauf ein. Wirtschaftsinformatiker Oliver Bendel hingegen glaubt daran, dass dieser Markt ein Nischenmarkt bleiben wird und verweist unter anderem auf den hohen Kaufpreis von durchschnittlich 10.000 US-Dollar und der eher schwierigen Geheimhaltung in einem Haushalt im Vergleich zu anderen Sexspielzeugen. Der Kognitionswissenschaftler Martin Fischer von der Universität Potsdam hält das Thema für ein wichtiges Forschungsthema für viele wissenschaftliche Bereiche, was kein Science-Fiction mehr ist und einen existierenden Markt darstellt. Für erfolgreiche soziale Interaktion seien nach Meinung einiger Forscher nicht äußerliche Merkmale die ausschlaggebenden Komponenten, sondern Sprache, Blickverhalten als Signale und taktile Eigenschaften wie Körperwärme. Aufgrund mangelnder Forschungsgrundlagen ist es schwer einzuschätzen inwiefern solche Roboter die Prostituitions- und Pornoindustrie beeinflussen.[1][2][3][4]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Konsum und Gebrauch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritisiert wird das fehlende Gefühl von Liebe, Geborgenheit und Emotionalität von einem Sexroboter, da Gestik, Mimik und Sprache für viele starr und gestellt wirken. Zudem würden passende körperliche Reaktionen und Sinneswahrnehmungen fehlen und eine Interaktion mit einem Sexroboter sich daher trotzdem noch einsam, entfremdend und merkwürdig anfühlen. Zudem wird kritisiert das Frauen und sogar Kinder zu Lustobjekten degradiert werden könnten und falsche Klischees und Stereotypen geprägt werden. Des Weiteren müssten strenge Reinigungs- und Hygiene-Vorschriften herrschen um Krankheiten vorzubeugen. Aufgrund der Reibungslosgikeit und fehlenden Spannungen, welche ein Wechselspiel zwischen Sehnsucht, Aufregung und Ruhe darstellen, werden solche Beziehungen meist als langweilig empfunden.[1][2][5][6][7][8] Zudem können auch bei Sexrobotern (besonders im Internet der Dinge) nicht immer ausreichende Sicherheiten gegenüber Hackerangriffen, die zu einer Manipulation oder Datenmissbrauch führen können, geboten werden.[9]

Ethische Fragen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Ethik stellt sich die Frage wie realistisch, menschenähnlich und realitätsnah die Roboter in ihrer Form und ihren Verhaltensweisen konstruiert werden sollten und inwiefern sie traditionelle Beziehungen, Sexualitäten und Wertevorstellungen beeinflussen. Zudem stellt das Erschaffen von kinderähnlichen Robotern viele Fragen auf, zum Beispiel ob hier Pedophilie stattfindet, gefördert wird oder sogar als Ersatzmöglichkeit einer nicht heilbaren Neigung angesehen werden kann. Hierzu liegen kaum empirische Befunde vor. Auch kritisch gesehen werden die Themen Vergewaltigung, Zwangsprostitution und sexueller Missbrauch. So kann ein limitloses Angebot zu falschen Wertvorstellungen und Erwartungen führen und es wird überlegt ob Sexroboter auch Sex verweigern können sollten und ob es sich bei sowas um Missbrauch oder Vergewaltigung handeln würde.[1][2][3][5]

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. abcd heise online: Sexroboter – Hype oder Trend? Abgerufen am 9. Januar 2018 (deutsch).
  2. abc Wenke Husmann: Wir müssen reden : Ist Sex mit Robotern das neue Dingsbums? | ZEITmagazin. In: Die Zeit. 20. September 2017, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 9. Januar 2018]).
  3. ab Wie es sich anfühlt, Sex mit einem Roboter zu haben. In: www.t-online.de. (t-online.de [abgerufen am 9. Januar 2018]).
  4. Anna Gröhn, Angela Gruber, Teresa Sickert: Sex mit Maschinen: Der Roboter ist immer geil. In: Spiegel Online. 19. Dezember 2016 (spiegel.de [abgerufen am 9. Januar 2018]).
  5. ab Zerstören Sexroboter unsere Beziehungen? In: WIRED. (wired.de [abgerufen am 9. Januar 2018]).
  6. About. In: Campaign Against Sex Robots. 12. September 2015 (campaignagainstsexrobots.org [abgerufen am 9. Januar 2018]).
  7. Kommentar von Christoph Behrens: Sex mit einem Roboter, eine gute Idee? In: sueddeutsche.de. 2016, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 9. Januar 2018]).
  8. Wissenschaftlerin startet Kampagne gegen Sex-Roboter. In: computerbild.de. (computerbild.de [abgerufen am 9. Januar 2018]).
  9. Panagiotis Kolokythas: Experte warnt vor Gefahr durch Sex-Roboter. In: PC-WELT. (pcwelt.de [abgerufen am 9. Januar 2018]).
  10. Rent Sex Doll. Abgerufen am 9. Januar 2018 (englisch).
  11. Realdoll stattet erste Sex-Roboter mit künstlicher Intelligenz aus. In: GIGA. 20. Oktober 2016 (giga.de [abgerufen am 9. Januar 2018]).

Ein Sexroboter ist ein Roboter bzw. eine elektronische Sexpuppe, die im Gegensatz zu einer reinen Sexmaschine meist ein anthropomorphisches Aussehen hat und für sexuelle Handlungen oder Fantasien genutzt wird. Die Liebe zu Robotern oder Computer wird auch als Computerliebe oder Roboterliebe und die sexuelle Anziehung auch als Technosexualität oder Roboterfetischismus bezeichnet.

Gesellschaftliche Wahrnehmung und Prognosen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der als Webserie und Zukunftsstudie Homo Digitalis von den öffentlich-rechtlichen und dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) würde jeder fünfte Deutsche gerne mal mit einem Sexroboter schlafen und die Hälfte würde es nicht stören wenn ihr Partner einen hätte. Allerdings geben nur 6 % an, dass sie sich vorstellen könnten sich in ein Sexroboter zu verlieben. 85 % der Käufer sind dabei Männer. Daher werden sich nach Meinung von Kathrin Pollmann, Forscherin am IAO, von Menschen eher als Spielzeug und nicht als Liebespartner angesehen. Der Künstliche-Intelligenz-Forscher David Levy hält Sexroboter bis 2050 für eine gängige Praxis und geht in seinem Buch Love and Sex with Robots näher darauf ein. Wirtschaftsinformatiker Oliver Bendel hingegen glaubt daran, dass dieser Markt ein Nischenmarkt bleiben wird und verweist unter anderem auf den hohen Kaufpreis von durchschnittlich 10.000 US-Dollar und der eher schwierigen Geheimhaltung in einem Haushalt im Vergleich zu anderen Sexspielzeugen. Der Kognitionswissenschaftler Martin Fischer von der Universität Potsdam hält das Thema für ein wichtiges Forschungsthema für viele wissenschaftliche Bereiche, was kein Science-Fiction mehr ist und einen existierenden Markt darstellt. Für erfolgreiche soziale Interaktion seien nach Meinung einiger Forscher nicht äußerliche Merkmale die ausschlaggebenden Komponenten, sondern Sprache, Blickverhalten als Signale und taktile Eigenschaften wie Körperwärme. Aufgrund mangelnder Forschungsgrundlagen ist es schwer einzuschätzen inwiefern solche Roboter die Prostituitions- und Pornoindustrie beeinflussen.[1][2][3][4]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Konsum und Gebrauch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritisiert wird das fehlende Gefühl von Liebe, Geborgenheit und Emotionalität von einem Sexroboter, da Gestik, Mimik und Sprache für viele starr und gestellt wirken. Zudem würden passende körperliche Reaktionen und Sinneswahrnehmungen fehlen und eine Interaktion mit einem Sexroboter sich daher trotzdem noch einsam, entfremdend und merkwürdig anfühlen. Zudem wird kritisiert das Frauen und sogar Kinder zu Lustobjekten degradiert werden könnten und falsche Klischees und Stereotypen geprägt werden. Des Weiteren müssten strenge Reinigungs- und Hygiene-Vorschriften herrschen um Krankheiten vorzubeugen. Aufgrund der Reibungslosgikeit und fehlenden Spannungen, welche ein Wechselspiel zwischen Sehnsucht, Aufregung und Ruhe darstellen, werden solche Beziehungen meist als langweilig empfunden.[1][2][5][6][7][8] Zudem können auch bei Sexrobotern (besonders im Internet der Dinge) nicht immer ausreichende Sicherheiten gegenüber Hackerangriffen, die zu einer Manipulation oder Datenmissbrauch führen können, geboten werden.[9]

Ethische Fragen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Ethik stellt sich die Frage wie realistisch, menschenähnlich und realitätsnah die Roboter in ihrer Form und ihren Verhaltensweisen konstruiert werden sollten und inwiefern sie traditionelle Beziehungen, Sexualitäten und Wertevorstellungen beeinflussen. Zudem stellt das Erschaffen von kinderähnlichen Robotern viele Fragen auf, zum Beispiel ob hier Pedophilie stattfindet, gefördert wird oder sogar als Ersatzmöglichkeit einer nicht heilbaren Neigung angesehen werden kann. Hierzu liegen kaum empirische Befunde vor. Auch kritisch gesehen werden die Themen Vergewaltigung, Zwangsprostitution und sexueller Missbrauch. So kann ein limitloses Angebot zu falschen Wertvorstellungen und Erwartungen führen und es wird überlegt ob Sexroboter auch Sex verweigern können sollten und ob es sich bei sowas um Missbrauch oder Vergewaltigung handeln würde.[1][2][3][5]

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. abcd heise online: Sexroboter – Hype oder Trend? Abgerufen am 9. Januar 2018 (deutsch).
  2. abc Wenke Husmann: Wir müssen reden : Ist Sex mit Robotern das neue Dingsbums? | ZEITmagazin. In: Die Zeit. 20. September 2017, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 9. Januar 2018]).
  3. ab Wie es sich anfühlt, Sex mit einem Roboter zu haben. In: www.t-online.de. (t-online.de [abgerufen am 9. Januar 2018]).
  4. Anna Gröhn, Angela Gruber, Teresa Sickert: Sex mit Maschinen: Der Roboter ist immer geil. In: Spiegel Online. 19. Dezember 2016 (spiegel.de [abgerufen am 9. Januar 2018]).
  5. ab Zerstören Sexroboter unsere Beziehungen? In: WIRED. (wired.de [abgerufen am 9. Januar 2018]).
  6. About. In: Campaign Against Sex Robots. 12. September 2015 (campaignagainstsexrobots.org [abgerufen am 9. Januar 2018]).
  7. Kommentar von Christoph Behrens: Sex mit einem Roboter, eine gute Idee? In: sueddeutsche.de. 2016, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 9. Januar 2018]).
  8. Wissenschaftlerin startet Kampagne gegen Sex-Roboter. In: computerbild.de. (computerbild.de [abgerufen am 9. Januar 2018]).
  9. Panagiotis Kolokythas: Experte warnt vor Gefahr durch Sex-Roboter. In: PC-WELT. (pcwelt.de [abgerufen am 9. Januar 2018]).
  10. Rent Sex Doll. Abgerufen am 9. Januar 2018 (englisch).
  11. Realdoll stattet erste Sex-Roboter mit künstlicher Intelligenz aus. In: GIGA. 20. Oktober 2016 (giga.de [abgerufen am 9. Januar 2018]).
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