The Unparalleled Adventure of One Hans Pfaall

Illustration von Yan Dargent zu Das unvergleichliche Abenteuer eines gewissen Hans Pfaall für Jules Verne's „Edgar Poe et ses œuvres“ (1864)

Die Kurzgeschichte „Das unvergleichliche Abenteuer eines gewissen Hans Pfaall“ (Original: The Unparalleled Adventure of One Hans Pfaall) wurde von Edgar Allan Poe 1835 in der Juni-Ausgabe des Southern Literary Messenger erstveröffentlicht und in die Sammlung Tales of the Grotesque and Arabesque (1840) aufgenommen. Die Geschichte, die ursprünglich als Hoax (dt. „Jux, Scherz, Schabernack bzw. Schwindel“) intendiert war,[1] ist seitdem in verschiedenen Anthologien publiziert worden.[2]

Die Erzählung thematisiert die Reise des Hans Pfaall mit einem Heißluftballon zum Mond. Sie ist eine der ersten Science-Fiction-Geschichten überhaupt.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kurzgeschichte besteht aus drei Teilen:

Im ersten Teil schildert eine kurze, vierseitige Eröffnung die „hoch philosophische[…] Aufregung“ (S. 125) in der niederländischen Stadt Rotterdam, die durch das Auftauchen eines Ballons aus schmutzigem Zeitungspapier ausgelöst wird, der von einer ausgesprochen seltsamen Gestalt gesteuert wird.

Im zweiten Teil beschreibt Hans Pfaall in einem Brief an das Kollegium der Astronomen in der Stadt Rotterdam detailliert seine neunzehntägige Reise zum Mond, die er mit einer Katze und einer Taube antritt. Im Verlauf der Reise wirft die Katze Jungen; alle Tiere benutzt der Protagonist für Untersuchungszwecke.

Der Autor des Reiseberichtes glaubt nicht, dass zwischen Erde und Mond ein Vakuum bestehe; er denkt, es sei egal, wie weit man sich von der Erde entferne, es existiere überall Luft, nur nehme ihre Konzentration immer weiter ab.

Pfaall reist mithilfe eines „luftdichten, doch elastischen Kautschucksack[s]“ (S. 160) um seinen Korb, dessen Luft er regelmäßig mit einem Kondensator erneuert.

Die Ankunft auf der Mondoberfläche stellt er in seinem Manuskript wie folgt dar:

„[U]nd indem ich mich so mit beiden Händen an das Netzwerk klammerte, hatte ich kaum Zeit zu bemerken, daß ringsherum das ganze Land, so weit das Auge reichte, mit winzigen Behausungen dicht übersät war, als ich auch schon kopfüber mitten in eine schier phantastisch anmutende Stadt trudelte und in einer Riesenmenge von häßlichen kleinen Leuten landete“ (S. 185f.).

Dann bricht die Erzählung von Hans Pfaall ab. In seinem Schreiben an das Kollegium der Astronomen teilt er nur noch mit, dass er bereit wäre, seine weiteren Erkenntnisse und genauere Informationen preiszugeben, wenn ihm dafür im Gegenzug Straffreiheit für die von ihm begangenen Verbrechen vor seiner Abreise, insbesondere die Ermordung dreier seiner Gläubiger, gewährt würde. Der Überbringer des Schreibens, laut Hans Pfaall ein Mondbewohner, würde zu ihm zurückkehren und ihn über seine Begnadigung informieren. Da der Bote, der das Manuskript Pfaalls überbracht hatte, in dem allgemeinen Aufruhr jedoch verschwunden ist, erscheint eine Begnadigung Pfaalls infolgedessen keinen Sinn zu ergeben.

In dem separaten Schlussteil (Coda) berichtet der Ich-Erzähler der Rahmenhandlung von der Sprachlosigkeit und Bewunderung der Einwohner von Rotterdam und untergräbt zugleich den Wahrheitsgehalt von Pfaalls Bericht seiner Mondreise durch Sätze wie diesen: „Hans Pfaall selber, de[r] trunksüchtige[] Schelm, und die drei Faulenzer, seine Gläubiger betitelt, [seien] grad vor zwei oder drei Tagen noch in einer Vorstadtkneipe gesehen [worden]“ (S. 190).

Literaturgeschichtliche Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Poes Kurzgeschichte hatte offensichtlich einen nicht unerheblichen Einfluss auf Jules Verne, dessen Roman Von der Erde zum Mond (1865) erkennbare intertextuelle Bezüge und deutliche Ähnlichkeiten bzw. Parallelen zu The Unparalleled Adventure of One Hans Pfaall aufweist. Sie gilt als Beleg dafür, das Poe das Genre der Science-Fiction erfunden hat.[3][4]

Deutsche Übersetzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die seltsamen Abenteuer eines gewissen Hans Phaall. Übertragen von Helmut Wiemken und Christel Wiemken. In: Edgar Allan Poe: Meistererzählungen, hrsg. von Günter Blöcker, Deutsche Buch-Gemeinschaft, Berlin u.a. 1960, S. 101–162.
  • Das unvergleichliche Abenteuer eines gewissen Hans Pfaall. [Übersetzt von Hans Wollschläger.] In: Edgar Allan Poe: Gesammelte Werke in 5 Bänden. [Übersetzt von Arno Schmidt, Hans Wollschläger, Kuno Schuhmann, Friedrich Polakovics und Ursula Wernicke.] Bd. 1: König Pest. Erzählungen. Haffmans, Zürich 1994, ISBN 3-251-20169-7 [Neuausgabe der erstmals 1966 von Kuno Schuhmann und Hans Dieter Müller hg. Werkausgabe des Walter-Verlages], S. 125–199, 335–345 (Kommentar). [Hier verwendete Referenzausgabe.]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl. Adam Roberts: Edgar Allen Poe's Hans Pfaall (siehe Weblinks).
  2. The Unparalleled Adventure of One Hans Pfaall wurde u.a. auch in die Sammlung : The Complete Tales and Poems of Edgar Allan Poe, New York 1938 (Neuauflage als Penguin-Taschenbuch 1982, S. 3–41) aufgenommen.
  3. John Tretsch: Extra! Extra! Poe invents science fiction!. In: Kevin J. Hayes (Hrsg.): The Cambridge Companion to Edgar Allan Poe. Cambridge University Press, Cambridge/New York 2002, S. 115 ff. ISBN 0-521-79727-6
  4. Poe and the Physical Sciences - Poe's Impact on Space Travel. Auf: lmc.gatech.edu. Abgerufen am 24. Juni 2014. Vgl. auch Adam Roberts: Edgar Allen Poe's Hans Pfaall (siehe Weblinks).
Illustration von Yan Dargent zu Das unvergleichliche Abenteuer eines gewissen Hans Pfaall für Jules Verne's „Edgar Poe et ses œuvres“ (1864)

Die Kurzgeschichte „Das unvergleichliche Abenteuer eines gewissen Hans Pfaall“ (Original: The Unparalleled Adventure of One Hans Pfaall) wurde von Edgar Allan Poe 1835 in der Juni-Ausgabe des Southern Literary Messenger erstveröffentlicht und in die Sammlung Tales of the Grotesque and Arabesque (1840) aufgenommen. Die Geschichte, die ursprünglich als Hoax (dt. „Jux, Scherz, Schabernack bzw. Schwindel“) intendiert war,[1] ist seitdem in verschiedenen Anthologien publiziert worden.[2]

Die Erzählung thematisiert die Reise des Hans Pfaall mit einem Heißluftballon zum Mond. Sie ist eine der ersten Science-Fiction-Geschichten überhaupt.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kurzgeschichte besteht aus drei Teilen:

Im ersten Teil schildert eine kurze, vierseitige Eröffnung die „hoch philosophische[…] Aufregung“ (S. 125) in der niederländischen Stadt Rotterdam, die durch das Auftauchen eines Ballons aus schmutzigem Zeitungspapier ausgelöst wird, der von einer ausgesprochen seltsamen Gestalt gesteuert wird.

Im zweiten Teil beschreibt Hans Pfaall in einem Brief an das Kollegium der Astronomen in der Stadt Rotterdam detailliert seine neunzehntägige Reise zum Mond, die er mit einer Katze und einer Taube antritt. Im Verlauf der Reise wirft die Katze Jungen; alle Tiere benutzt der Protagonist für Untersuchungszwecke.

Der Autor des Reiseberichtes glaubt nicht, dass zwischen Erde und Mond ein Vakuum bestehe; er denkt, es sei egal, wie weit man sich von der Erde entferne, es existiere überall Luft, nur nehme ihre Konzentration immer weiter ab.

Pfaall reist mithilfe eines „luftdichten, doch elastischen Kautschucksack[s]“ (S. 160) um seinen Korb, dessen Luft er regelmäßig mit einem Kondensator erneuert.

Die Ankunft auf der Mondoberfläche stellt er in seinem Manuskript wie folgt dar:

„[U]nd indem ich mich so mit beiden Händen an das Netzwerk klammerte, hatte ich kaum Zeit zu bemerken, daß ringsherum das ganze Land, so weit das Auge reichte, mit winzigen Behausungen dicht übersät war, als ich auch schon kopfüber mitten in eine schier phantastisch anmutende Stadt trudelte und in einer Riesenmenge von häßlichen kleinen Leuten landete“ (S. 185f.).

Dann bricht die Erzählung von Hans Pfaall ab. In seinem Schreiben an das Kollegium der Astronomen teilt er nur noch mit, dass er bereit wäre, seine weiteren Erkenntnisse und genauere Informationen preiszugeben, wenn ihm dafür im Gegenzug Straffreiheit für die von ihm begangenen Verbrechen vor seiner Abreise, insbesondere die Ermordung dreier seiner Gläubiger, gewährt würde. Der Überbringer des Schreibens, laut Hans Pfaall ein Mondbewohner, würde zu ihm zurückkehren und ihn über seine Begnadigung informieren. Da der Bote, der das Manuskript Pfaalls überbracht hatte, in dem allgemeinen Aufruhr jedoch verschwunden ist, erscheint eine Begnadigung Pfaalls infolgedessen keinen Sinn zu ergeben.

In dem separaten Schlussteil (Coda) berichtet der Ich-Erzähler der Rahmenhandlung von der Sprachlosigkeit und Bewunderung der Einwohner von Rotterdam und untergräbt zugleich den Wahrheitsgehalt von Pfaalls Bericht seiner Mondreise durch Sätze wie diesen: „Hans Pfaall selber, de[r] trunksüchtige[] Schelm, und die drei Faulenzer, seine Gläubiger betitelt, [seien] grad vor zwei oder drei Tagen noch in einer Vorstadtkneipe gesehen [worden]“ (S. 190).

Literaturgeschichtliche Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Poes Kurzgeschichte hatte offensichtlich einen nicht unerheblichen Einfluss auf Jules Verne, dessen Roman Von der Erde zum Mond (1865) erkennbare intertextuelle Bezüge und deutliche Ähnlichkeiten bzw. Parallelen zu The Unparalleled Adventure of One Hans Pfaall aufweist. Sie gilt als Beleg dafür, das Poe das Genre der Science-Fiction erfunden hat.[3][4]

Deutsche Übersetzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die seltsamen Abenteuer eines gewissen Hans Phaall. Übertragen von Helmut Wiemken und Christel Wiemken. In: Edgar Allan Poe: Meistererzählungen, hrsg. von Günter Blöcker, Deutsche Buch-Gemeinschaft, Berlin u.a. 1960, S. 101–162.
  • Das unvergleichliche Abenteuer eines gewissen Hans Pfaall. [Übersetzt von Hans Wollschläger.] In: Edgar Allan Poe: Gesammelte Werke in 5 Bänden. [Übersetzt von Arno Schmidt, Hans Wollschläger, Kuno Schuhmann, Friedrich Polakovics und Ursula Wernicke.] Bd. 1: König Pest. Erzählungen. Haffmans, Zürich 1994, ISBN 3-251-20169-7 [Neuausgabe der erstmals 1966 von Kuno Schuhmann und Hans Dieter Müller hg. Werkausgabe des Walter-Verlages], S. 125–199, 335–345 (Kommentar). [Hier verwendete Referenzausgabe.]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl. Adam Roberts: Edgar Allen Poe's Hans Pfaall (siehe Weblinks).
  2. The Unparalleled Adventure of One Hans Pfaall wurde u.a. auch in die Sammlung : The Complete Tales and Poems of Edgar Allan Poe, New York 1938 (Neuauflage als Penguin-Taschenbuch 1982, S. 3–41) aufgenommen.
  3. John Tretsch: Extra! Extra! Poe invents science fiction!. In: Kevin J. Hayes (Hrsg.): The Cambridge Companion to Edgar Allan Poe. Cambridge University Press, Cambridge/New York 2002, S. 115 ff. ISBN 0-521-79727-6
  4. Poe and the Physical Sciences - Poe's Impact on Space Travel. Auf: lmc.gatech.edu. Abgerufen am 24. Juni 2014. Vgl. auch Adam Roberts: Edgar Allen Poe's Hans Pfaall (siehe Weblinks).
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