Vorgeschichte Portugals

Die Vorgeschichte Portugals ähnelt bis zum Beginn der Frühgeschichte Portugals der Geschichte der anderen Regionen der Iberischen Halbinsel.

Paläolithikum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anwesenheit von Vertretern der Gattung Homo ist in Portugal seit dem Homo erectus belegt. 2014 fand sich in der Gruta da Aroeira in Zentralportugal, zusammen mit Faustkeilen, der 400.000 Jahre alte Schädel eines Menschen, der Kennzeichen eines Neandertalers aufweist, aber auch auf andere, archaischere Menschenformen verweist.[1] Bei Ausgrabungen in „Ribeira da Atalaia“ am Oberlauf des Tejo fanden Forscher Spuren von Gebrauchsgegenständen, deren Alter mit radiografischen Methoden auf 300.000 Jahre geschätzt wird. Die Funde von Ribeira da Atalaia deuten auf einen Homo heidelbergensis hin. Umstritten ist die Zuordnung des 25.000 Jahre alten „Kindes von Lagar Velho“, dem sowohl anatomische Merkmale des modernen Menschen (Homo sapiens) als auch des Neandertalers zugeschrieben wurden. Als die modernen Menschen bereits in das Gebiet eingewandert waren, lebten hier letzte Neandertaler. Vom Neandertaler gibt es auch Spuren auf einem Lagerplatz bei Vilas Ruivas. Am Tejo gelang ferner der Nachweis für eine 24.000 Jahre alte Feuerstelle. Eines der ältesten kulturellen Zeugnisse für die Besiedlung Portugals durch den modernen Menschen stellen die Felszeichnungen von Foz Côa (etwa 18.000 v. Chr.) dar.

Mesolithikum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Muschelhaufen, international Køkkenmøddinger (port. Concheiros; engl. Shell middens) genannt, bezeugen die Anwesenheit des modernen Menschen. Aus dem späten Mesolithikum sind aus den Mündungsgebieten der Flüsse Tajo und Sado eine Reihe von angehäuften Muschelschalenhaufen bekannt. Die Ernährung der Küstenbewohner beruhte vor allem auf marinen Ressourcen.

Neolithikum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten neolithischen Siedlungen liegen auf dem Kalksteinplateau der Estremadura. Aus der Gruta da Caldeirão (Höhle) bei Tomar stammen Bestattungen des Frühneolithikums. Die Keramik gehört in das späte Cardial und datiert zwischen 5300 und 5100 v. Chr. Die gefundenen Tierknochen weisen auf Schafe und Ziegen, also auf Tierhaltung mit aus der Levante eingeführten Arten, hin. Im Folgenden Epi-Cardial (ab 5000 v. Chr) wird das Binnenland besiedelt. Viele Forscher nehmen an, dass die erste neolithische Besiedlung über See erfolgte und Gebiete aufgesucht wurden, die nicht dicht besiedelt waren. Im Alentejo liegen die ältesten megalithischen Strukturen in der Nähe mesolithischer Fundplätze. Eine Überdeckung zweier Menhire durch ein Ganggrab wird als Beleg dafür angeführt, dass die Menhire in eine frühe Phase des Neolithikums zu datieren sind.

Bronzezeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Näheres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.

Die Kupfermetallurgie ist die nachhaltige Vorstufe zur iberischen Bronzezeit. Mit der Glockenbecherkultur begann die ältere Bronzezeit, über die nur wenig bekannt ist. Das Grab von Quinta da Água Branca und der Hortfund von Alcácer sind Ausnahmen. Plätze und Siedlungen die mit der älteren Bronzezeit zu verbinden, aber noch unerforscht sind, sind das Castelo Velho de Freixo de Numão, Columbreira, Vila Nova de São Pedro und Zambujal. Die mittlere, besonders im Norden deutlich werdende Phase wird auch "Atlantische Bronzezeit" genannt und zeigt deutliche Verbindungen zum übrigen Westeuropa. Im Süden ist mediterran-orientalischer Einfluss spürbar, der mit Tartessos zu verbinden ist. Im mittelportugiesischen Baiões ist die Kontaktzone der beiden Strömungen.

Ab 2000 v. Chr. erblüht die Kultur der Iberer, ein Volk, das vom 6. bis zum 1. Jahrhundert v. Chr. die Iberische Halbinsel zwischen Andalusien und dem Languedoc besiedelte und kulturelle und wirtschaftliche Beziehungen zu den anderen Hochkulturen des Mittelmeerraums - den Phöniziern, Puniern und Griechen - pflegte. Für die jüngere Bronzezeit sind Grabfelder, wie das wabenartige von Atalaia prägend, wo Menhire, hier "pedras empinadas" genannt, und waagerecht gelegte Platten häufig sind. Im Süden werden skulpierte Stelen als Deckenplatten von Steinkisten verwandt.

Eisenzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kultur der Iberer, die in die jüngere Eisenzeit fällt, wies hochentwickelte Stadtstaaten auf. Die Phönizier (ab 1000 v. Chr.) gründeten in Portugal Kolonien. Um das Jahr 600 v. Chr. kam es zu einer Invasion der Kelten, die in vielfältige Wechselbeziehungen mit den Iberern traten (Keltiberer). Die Ursprünge der Lusitanen, die in alten Quellen neben den Kelten als zweites Volk genannt werden und im Lateinischen für das Land namensgebend werden sollten, sind nicht klar. Es wird aber angenommen, dass es sich um einen Stamm handelte, der vielleicht ursprünglich seine Heimat im Schweizer Alpenraum hatte und von dort mit den anderen Stämmen vielleicht im Zuge der keltischen Einwanderung ebenfalls auf die Iberische Halbinsel einwanderte.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pablo Arias: The origins of the Neolithic along the Atlantic coast of continental Europe: a survey. Journal of World Prehistory 13, 1999, S.  403–464. (online, PDF)
  • Manuel Calado: Standing stones and natural outcrops. The role of ritual monuments in the Neolithic transition of the Central Alentejo. In: Chris Scarre: Monuments and Landscapes in Atlantic Europe. London 2002, S. 17–35.
  • João Zilhão: The spread of agro-pastoral economies across Mediterranean Europe: a view from the Far West. In: Journal of Mediterranean Archaeology. Band 6, 1993, S. 5–63, Volltext (PDF; 2,1 MB).
  • Jonathan A. Haws, Caroline L. Funk, Michael M. Benedetti, Nuno F. Bicho, J. Michael Daniels, Thomas A. Minckley, Rhawn F. Denniston, Marjeta Jeraj, Juan F. Gibaja und Bryan S. Hockett u. a.: Paleolithic Landscapes and Seascapes of the West Coast of Portugal. In: Nuno Bicho, Jonathan A. Haws, Loren G. Davis (Hrsg.): Trekking the Shore: Changing Coastlines and the Antiquity of Coastal Settlement. Springer, 2011, S. 202–246.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Anne Gibbons: New Portuguese skull may be an early relative of Neandertals, in: Science, 13. März 2017.

Die Vorgeschichte Portugals ähnelt bis zum Beginn der Frühgeschichte Portugals der Geschichte der anderen Regionen der Iberischen Halbinsel.

Paläolithikum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anwesenheit von Vertretern der Gattung Homo ist in Portugal seit dem Homo erectus belegt. 2014 fand sich in der Gruta da Aroeira in Zentralportugal, zusammen mit Faustkeilen, der 400.000 Jahre alte Schädel eines Menschen, der Kennzeichen eines Neandertalers aufweist, aber auch auf andere, archaischere Menschenformen verweist.[1] Bei Ausgrabungen in „Ribeira da Atalaia“ am Oberlauf des Tejo fanden Forscher Spuren von Gebrauchsgegenständen, deren Alter mit radiografischen Methoden auf 300.000 Jahre geschätzt wird. Die Funde von Ribeira da Atalaia deuten auf einen Homo heidelbergensis hin. Umstritten ist die Zuordnung des 25.000 Jahre alten „Kindes von Lagar Velho“, dem sowohl anatomische Merkmale des modernen Menschen (Homo sapiens) als auch des Neandertalers zugeschrieben wurden. Als die modernen Menschen bereits in das Gebiet eingewandert waren, lebten hier letzte Neandertaler. Vom Neandertaler gibt es auch Spuren auf einem Lagerplatz bei Vilas Ruivas. Am Tejo gelang ferner der Nachweis für eine 24.000 Jahre alte Feuerstelle. Eines der ältesten kulturellen Zeugnisse für die Besiedlung Portugals durch den modernen Menschen stellen die Felszeichnungen von Foz Côa (etwa 18.000 v. Chr.) dar.

Mesolithikum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Muschelhaufen, international Køkkenmøddinger (port. Concheiros; engl. Shell middens) genannt, bezeugen die Anwesenheit des modernen Menschen. Aus dem späten Mesolithikum sind aus den Mündungsgebieten der Flüsse Tajo und Sado eine Reihe von angehäuften Muschelschalenhaufen bekannt. Die Ernährung der Küstenbewohner beruhte vor allem auf marinen Ressourcen.

Neolithikum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten neolithischen Siedlungen liegen auf dem Kalksteinplateau der Estremadura. Aus der Gruta da Caldeirão (Höhle) bei Tomar stammen Bestattungen des Frühneolithikums. Die Keramik gehört in das späte Cardial und datiert zwischen 5300 und 5100 v. Chr. Die gefundenen Tierknochen weisen auf Schafe und Ziegen, also auf Tierhaltung mit aus der Levante eingeführten Arten, hin. Im Folgenden Epi-Cardial (ab 5000 v. Chr) wird das Binnenland besiedelt. Viele Forscher nehmen an, dass die erste neolithische Besiedlung über See erfolgte und Gebiete aufgesucht wurden, die nicht dicht besiedelt waren. Im Alentejo liegen die ältesten megalithischen Strukturen in der Nähe mesolithischer Fundplätze. Eine Überdeckung zweier Menhire durch ein Ganggrab wird als Beleg dafür angeführt, dass die Menhire in eine frühe Phase des Neolithikums zu datieren sind.

Bronzezeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Näheres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.

Die Kupfermetallurgie ist die nachhaltige Vorstufe zur iberischen Bronzezeit. Mit der Glockenbecherkultur begann die ältere Bronzezeit, über die nur wenig bekannt ist. Das Grab von Quinta da Água Branca und der Hortfund von Alcácer sind Ausnahmen. Plätze und Siedlungen die mit der älteren Bronzezeit zu verbinden, aber noch unerforscht sind, sind das Castelo Velho de Freixo de Numão, Columbreira, Vila Nova de São Pedro und Zambujal. Die mittlere, besonders im Norden deutlich werdende Phase wird auch "Atlantische Bronzezeit" genannt und zeigt deutliche Verbindungen zum übrigen Westeuropa. Im Süden ist mediterran-orientalischer Einfluss spürbar, der mit Tartessos zu verbinden ist. Im mittelportugiesischen Baiões ist die Kontaktzone der beiden Strömungen.

Ab 2000 v. Chr. erblüht die Kultur der Iberer, ein Volk, das vom 6. bis zum 1. Jahrhundert v. Chr. die Iberische Halbinsel zwischen Andalusien und dem Languedoc besiedelte und kulturelle und wirtschaftliche Beziehungen zu den anderen Hochkulturen des Mittelmeerraums - den Phöniziern, Puniern und Griechen - pflegte. Für die jüngere Bronzezeit sind Grabfelder, wie das wabenartige von Atalaia prägend, wo Menhire, hier "pedras empinadas" genannt, und waagerecht gelegte Platten häufig sind. Im Süden werden skulpierte Stelen als Deckenplatten von Steinkisten verwandt.

Eisenzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kultur der Iberer, die in die jüngere Eisenzeit fällt, wies hochentwickelte Stadtstaaten auf. Die Phönizier (ab 1000 v. Chr.) gründeten in Portugal Kolonien. Um das Jahr 600 v. Chr. kam es zu einer Invasion der Kelten, die in vielfältige Wechselbeziehungen mit den Iberern traten (Keltiberer). Die Ursprünge der Lusitanen, die in alten Quellen neben den Kelten als zweites Volk genannt werden und im Lateinischen für das Land namensgebend werden sollten, sind nicht klar. Es wird aber angenommen, dass es sich um einen Stamm handelte, der vielleicht ursprünglich seine Heimat im Schweizer Alpenraum hatte und von dort mit den anderen Stämmen vielleicht im Zuge der keltischen Einwanderung ebenfalls auf die Iberische Halbinsel einwanderte.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pablo Arias: The origins of the Neolithic along the Atlantic coast of continental Europe: a survey. Journal of World Prehistory 13, 1999, S.  403–464. (online, PDF)
  • Manuel Calado: Standing stones and natural outcrops. The role of ritual monuments in the Neolithic transition of the Central Alentejo. In: Chris Scarre: Monuments and Landscapes in Atlantic Europe. London 2002, S. 17–35.
  • João Zilhão: The spread of agro-pastoral economies across Mediterranean Europe: a view from the Far West. In: Journal of Mediterranean Archaeology. Band 6, 1993, S. 5–63, Volltext (PDF; 2,1 MB).
  • Jonathan A. Haws, Caroline L. Funk, Michael M. Benedetti, Nuno F. Bicho, J. Michael Daniels, Thomas A. Minckley, Rhawn F. Denniston, Marjeta Jeraj, Juan F. Gibaja und Bryan S. Hockett u. a.: Paleolithic Landscapes and Seascapes of the West Coast of Portugal. In: Nuno Bicho, Jonathan A. Haws, Loren G. Davis (Hrsg.): Trekking the Shore: Changing Coastlines and the Antiquity of Coastal Settlement. Springer, 2011, S. 202–246.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Anne Gibbons: New Portuguese skull may be an early relative of Neandertals, in: Science, 13. März 2017.
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Vorgeschichte Portugals aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.