Zahnkärpflinge

Zahnkärpflinge

Pachypanchax omalonotus

Systematik
Acanthomorphata
Stachelflosser (Euacanthomorphacea)
Barschverwandte (Percomorphaceae)
Ovalentaria
Überordnung: Ährenfischverwandte (Atherinomorphae)
Ordnung: Zahnkärpflinge
Wissenschaftlicher Name
Cyprinodontiformes
Berg, 1940

Zahnkärpflinge (Cyprinodontiformes) sind eine Ordnung der Echten Knochenfische. Die im Süß- und Brackwasser vorkommenden Fische bleiben für gewöhnlich bei einer Länge von weniger als 20 Zentimeter und leben weltweit in tropischen und subtropischen Gewässern. Viele Zahnkärpflinge sind wegen ihrer großen Farbenpracht und Anpassungsfähigkeit beliebte Zierfische.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Körper der Zahnkärpflinge ist in den meisten Fällen mit Rundschuppen bedeckt. Die Seitenlinie ist zu einer Reihe von Sinnesgruben reduziert. Die Brustflossen sitzen hoch an, die Bauchflossen sind brust- oder bauchständig. Die Schwanzflosse ist abgerundet oder schließt gerade ab. Das Schwanzflossenskelett ist symmetrisch und hat ein Epurale, ein länglicher, freistehender Knochen. Das erste Postcleithrum, ein Deckknochen des Schultergürtels, ist schuppenartig, ein Supracleithrum ist immer vorhanden. Der Rand des vorstülpbaren Oberkiefers wird nur durch die Prämaxillare gebildet. Das Pflugscharbein (Vomer) ist normalerweise vorhanden. Das Ectopterygoid fehlt immer, das Metapterygoid in den meisten Fällen. Beides sind Flügelbeinknochen der Fische. Die Anzahl der Wirbel beträgt 24 bis 54, die Anzahl der Branchiostegalstrahlen liegt bei 3 bis 7. Viele Arten der Zahnkärpflinge zeigen einen deutlichen Geschlechtsdimorphismus, mit leuchtend bunten Männchen.[1]

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Ordnung der Zahnkärpflinge gehören etwa 1150 Arten. Im Folgenden wird die innere Systematik der Zahnkärpflinge aus Fishes of the World,[1] einem Standardwerk zur Fischsystematik, mit Ergänzungen nach Freyhof et al. und Bragança et al.,[2][3] und zwei Kladogramme dargestellt.

Die Systematik der Zahnkärpflinge. Kladogramm nach Pohl et al., 2015[4] Kladogramm nach Reznick et al., 2017[5]
 Cyprinodontiformes  
 Aplocheiloidei  


 Aplocheilidae (Indien, Madagaskar)


   

 Nothobranchiidae (Afrika)



   

 Rivulidae (Südamerika)



  Cyprinodontoidei  

 Pantanodontidae (Ostafrika, Madagaskar)


   

 Cyprinodontidae


   

 Fundulidae (Nord- und Mittelamerika)


   



 Mittelmeerkärpflinge (Aphanius)


   

 Valenciidae



   

 Leuchtaugenfische (Procatopodidae)



   

 Lebendgebärende Zahnkarpfen (Poeciliidae)







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  Cyprinodontiformes  
  Aplocheiloidei  


 Aplocheilidae


   

 Nothobranchiidae



   

 Rivulidae



  Cyprinodontoidei  

 Cubanichthinae


   



 Hochlandkärpflinge (Goodeidae)


   

 Profundulidae



   

 Fundulidae


   

 Cyprinodontini




   



 Aplocheilichthyinae


   

 Valenciidae



   

 Andenkärpflinge (Orestias)



   

 Procatopodinae


   

 Anablepidae


   

 Lebendgebärende Zahnkarpfen (Poeciliinae)








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Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kurt Fiedler: Lehrbuch der Speziellen Zoologie, Band II, Teil 2: Fische. Gustav Fischer Verlag Jena, 1991, ISBN 3-334-00339-6.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ab Joseph S. Nelson, Terry C. Grande, Mark V. H. Wilson: Fishes of the World. Wiley, Hoboken, New Jersey, 2016, ISBN 978-1118342336
  2. Jörg Freyhof, Müfit Özuluğ & Gülsah Saç (2017): Neotype designation of Aphanius iconii, first reviser action to stabilise the usage of A. fontinalis and A. meridionalis and comments on the family group names of fishes placed in Cyprinodontidae (Teleostei: Cyprinodontiformes). Zootaxa, 4294 (5): 573–585. DOI: 10.11646/zootaxa.4294.5.6
  3. Bragança, P.H.N., Amorim, P.F. & Costa, W.J.E.M. (2018): Pantanodontidae (Teleostei, Cyprinodontiformes), the sister group to all other cyprinodontoid killifishes as inferred by molecular data. Zoosystematics and Evolution, 94 (1): 137–145, doi: 10.3897/zse.94.22173.
  4. Moritz Pohl, Finn C. Milvertz, Axel Meyer & Miguel Vences: Multigene phylogeny of cyprinodontiform fishes suggests continental radiations and a rogue taxon position of Pantanodon. Vertebrate Zoology 65(1): 37–44 ISSN 1864-5755
  5. David N. Reznick, Andrew I. Furness, Robert W. Meredith, Mark S. Springer (2017) The origin and biogeographic diversification of fishes in the family Poeciliidae. PLOS ONE 12(3): e0172546. doi: 10.1371/journal.pone.0172546

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Zahnkärpflinge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Zahnkärpflinge

Pachypanchax omalonotus

Systematik
Acanthomorphata
Stachelflosser (Euacanthomorphacea)
Barschverwandte (Percomorphaceae)
Ovalentaria
Überordnung: Ährenfischverwandte (Atherinomorphae)
Ordnung: Zahnkärpflinge
Wissenschaftlicher Name
Cyprinodontiformes
Berg, 1940

Zahnkärpflinge (Cyprinodontiformes) sind eine Ordnung der Echten Knochenfische. Die im Süß- und Brackwasser vorkommenden Fische bleiben für gewöhnlich bei einer Länge von weniger als 20 Zentimeter und leben weltweit in tropischen und subtropischen Gewässern. Viele Zahnkärpflinge sind wegen ihrer großen Farbenpracht und Anpassungsfähigkeit beliebte Zierfische.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Körper der Zahnkärpflinge ist in den meisten Fällen mit Rundschuppen bedeckt. Die Seitenlinie ist zu einer Reihe von Sinnesgruben reduziert. Die Brustflossen sitzen hoch an, die Bauchflossen sind brust- oder bauchständig. Die Schwanzflosse ist abgerundet oder schließt gerade ab. Das Schwanzflossenskelett ist symmetrisch und hat ein Epurale, ein länglicher, freistehender Knochen. Das erste Postcleithrum, ein Deckknochen des Schultergürtels, ist schuppenartig, ein Supracleithrum ist immer vorhanden. Der Rand des vorstülpbaren Oberkiefers wird nur durch die Prämaxillare gebildet. Das Pflugscharbein (Vomer) ist normalerweise vorhanden. Das Ectopterygoid fehlt immer, das Metapterygoid in den meisten Fällen. Beides sind Flügelbeinknochen der Fische. Die Anzahl der Wirbel beträgt 24 bis 54, die Anzahl der Branchiostegalstrahlen liegt bei 3 bis 7. Viele Arten der Zahnkärpflinge zeigen einen deutlichen Geschlechtsdimorphismus, mit leuchtend bunten Männchen.[1]

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Ordnung der Zahnkärpflinge gehören etwa 1150 Arten. Im Folgenden wird die innere Systematik der Zahnkärpflinge aus Fishes of the World,[1] einem Standardwerk zur Fischsystematik, mit Ergänzungen nach Freyhof et al. und Bragança et al.,[2][3] und zwei Kladogramme dargestellt.

Die Systematik der Zahnkärpflinge. Kladogramm nach Pohl et al., 2015[4] Kladogramm nach Reznick et al., 2017[5]
 Cyprinodontiformes  
 Aplocheiloidei  


 Aplocheilidae (Indien, Madagaskar)


   

 Nothobranchiidae (Afrika)



   

 Rivulidae (Südamerika)



  Cyprinodontoidei  

 Pantanodontidae (Ostafrika, Madagaskar)


   

 Cyprinodontidae


   

 Fundulidae (Nord- und Mittelamerika)


   



 Mittelmeerkärpflinge (Aphanius)


   

 Valenciidae



   

 Leuchtaugenfische (Procatopodidae)



   

 Lebendgebärende Zahnkarpfen (Poeciliidae)







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  Cyprinodontiformes  
  Aplocheiloidei  


 Aplocheilidae


   

 Nothobranchiidae



   

 Rivulidae



  Cyprinodontoidei  

 Cubanichthinae


   



 Hochlandkärpflinge (Goodeidae)


   

 Profundulidae



   

 Fundulidae


   

 Cyprinodontini




   



 Aplocheilichthyinae


   

 Valenciidae



   

 Andenkärpflinge (Orestias)



   

 Procatopodinae


   

 Anablepidae


   

 Lebendgebärende Zahnkarpfen (Poeciliinae)








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Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kurt Fiedler: Lehrbuch der Speziellen Zoologie, Band II, Teil 2: Fische. Gustav Fischer Verlag Jena, 1991, ISBN 3-334-00339-6.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ab Joseph S. Nelson, Terry C. Grande, Mark V. H. Wilson: Fishes of the World. Wiley, Hoboken, New Jersey, 2016, ISBN 978-1118342336
  2. Jörg Freyhof, Müfit Özuluğ & Gülsah Saç (2017): Neotype designation of Aphanius iconii, first reviser action to stabilise the usage of A. fontinalis and A. meridionalis and comments on the family group names of fishes placed in Cyprinodontidae (Teleostei: Cyprinodontiformes). Zootaxa, 4294 (5): 573–585. DOI: 10.11646/zootaxa.4294.5.6
  3. Bragança, P.H.N., Amorim, P.F. & Costa, W.J.E.M. (2018): Pantanodontidae (Teleostei, Cyprinodontiformes), the sister group to all other cyprinodontoid killifishes as inferred by molecular data. Zoosystematics and Evolution, 94 (1): 137–145, doi: 10.3897/zse.94.22173.
  4. Moritz Pohl, Finn C. Milvertz, Axel Meyer & Miguel Vences: Multigene phylogeny of cyprinodontiform fishes suggests continental radiations and a rogue taxon position of Pantanodon. Vertebrate Zoology 65(1): 37–44 ISSN 1864-5755
  5. David N. Reznick, Andrew I. Furness, Robert W. Meredith, Mark S. Springer (2017) The origin and biogeographic diversification of fishes in the family Poeciliidae. PLOS ONE 12(3): e0172546. doi: 10.1371/journal.pone.0172546

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Zahnkärpflinge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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